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(k)ein Herz für Wespen

  • Dieses Thema hat 7 Antworten und 4 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 1 Woche, 3 Tage von AvatarInsektenfreund.
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    Beiträge
  • #74059 Antworten
    osmia 3.0._._._.
    Forenmitglied

    Da die Hummelsaison 2022 nicht so gut lief und etliche Nistkästen (7) leer geblieben sind, hab ich mich doch über die Wespenansiedlungen (Ende Mai) gefreut ;-) Die fliegen bis zum Frost und sind super Himbeerbestäuber.

    2 Hummelkästen und ein Hornissenkasten waren belegt.

    Leider haben es die Wespen in den Hummelnistkästen nicht über die Anfangsphase hinaus geschafft. Bei einer ist das Nest vom Deckel gefallen und bei der Anderen waren irgendwelche Tierchen (vielleicht Ohrenkneifer)

    Dafür ging es im Hornissenkasten weiter. Wie bei den Hummeln anfangs langsamer und dann schneller. Es ist echt beeindruckend wie das Nest immer weiter gebaut wurde.

    Im Juni, als bei den Steinhummeln der Flugverkehr deutlich zugenommen hatte war ich von den Wespen etwas enttäuscht, da man kaum Flugbewegungen gesehen hat. Mittlerweile wusste ich, dass es die gemeine Wespe ist, die dort wohnt und bis zu 5000 Individuen beherbergen kann. Naja, das wird noch kommen, die Wespen haben ja auch später angefangen.

    Im Juli hab ich nur hin und wieder mal bei den Wespen reingeschaut. Meistens gab es mehr Falter als Wespen zu sehen.

    Gestern war mal wieder zeit für ein Foto vom Nest. Als ich den Kasten öffnete waren keine Wespen mehr zu sehen, dabei haben sie in der letzten Hitzewelle noch das Nest gekühlt.  Was ist passiert.

    Auf einem Foto konnte ich erkennen, dass im inneren was nicht stimmt, sah alles so komisch aus dunkel krümelig (Wachsmottenkot, wie sich später herausstellte)

    Beim zerschneiden des Wespennestes kamen dann auf einmal die waschmottenraupen zum Vorschein.  20-30 Stück. Damit war klar, warum das Wespennest eingegangen ist. Eine Wachsmotte hat es sich bei den Wespen gemütlich gemacht und Eier gelegt.

    Unglaublich wie viele Wachsmotten hier vorkommen. Vor ein paar Jahren hat die Wachsmotte ein Hornissenvolk (das im Vogelnistkasten hauste) mit Arbeiterinnen ausgelöscht. Sollte der Hornissenkasten jemals mit Hornissen belegt werden muss ich wohl vorsorglich was gegen Wachsmotten machen…

    Seit vorsichtig, Wachsmotten sind keine leichten Gegner.

    Attachments:
    #74111 Antworten
    PetraS
    Forenmitglied

    Hallo osmia,

    drei Nester, drei Ausfälle, das ist wirklich sehr, sehr schade. Zumal das Nest ja schon recht groß war (sieht zumindest so aus). Das ist echt frustrierend. Ich wünsche dir, dass du und die Wespen im nächsten Jahr mehr Glück haben.

    Liebe Grüße
    Petra

    #74209 Antworten
    Insektenfreund
    Forenmitglied

    Hallo osmia, sehr schade das es am Ende keinen Erfolg gab. Bei Wespen scheint die Ausfall-Quote noch höher zu sein als bei Hummeln.

    Mein Interesse für Wespen wurde vor Jahren durch die Internetseite “www.insektenstaaten.de” geweckt. Seitdem beobachte ich mit großem Interesse die jährlichen Ansiedelungen. Überraschend viele Vorgänge gleichen in Ablauf und Problematik denen unserer Hummeln.

    Bei uns zahlreich unterwegs sind die Deutsche, die Gemeine, die Sächsische Wespe und Feldwespen. Vor 3 Jahren waren einmalig Arbeiterinnen der mittleren Wespe zu beobachten. Bis auf die 2 in unserem Gewächshaus vorhandenen Feldwespenvölker, mittlerweile in 6. Generation und von Jahr zu Jahr größer werdend, schaffen es nur die wenigsten Gründungen in die reproduktive Phase.

    Ich plane daher für die nächste Saison neben dem dieses Jahr zweckentfremdet genutzten Hornissenkasten 2 für Wespen modifizierte Hummelkästen aufzustellen.

    #74210 Antworten
    HP 22927
    Forenmitglied

    Alles hat 2 Seiten. Mir ist eben fast eine “gemeine” Wespe in den Mund geflogen, als ich vom Marmeladenbrot abbeißen wollte. Blödsinn zu behaupten, daß die Wespen erst auf Süßes gehen, wenn der Staat sich in der Auflösung befindet. Was tragen die Arbeiterinnen täglich in ungeheuren Mengen ein? Genau – Insekten und deren Larven und Maden. Machen sie vor Schmetterlingsraupen halt? Auch das wird mit der Ansiedlung von Wespen massiv unterstützt!

    Das mußte raus

    Kein Wespenfreund :maul:

    HP

    #74211 Antworten
    Insektenfreund
    Forenmitglied

    Ja, bei der “Gemeinen Wespe” könnte man meinen der Name sei Programm. Auch ihre “Deutsche” Kollegin kann schwer nerven! Ich stimme HP`s Beobachtung zu, das ihr Verhalten nichts mit der Auflösung des Volkes oder dem Wetter zu tun hat, es scheint artspezifisch zu sein. Zudem zeigen beide eine hohe Penetranz bei der Durchsetzung ihrer Ambitionen.

    Es sind aber die einzigen beiden Wespenarten die diese Problematik mitbringen, auch scheint dieses Verhalten bei den Völkern unterschiedlich stark ausgeprägt zu sein. Vielleicht ist es hier ähnlich wie bei Baumhummeln die im Nistbereich sowohl aggressiv als auch friedlich beschrieben werden. Alle anderen Wespenarten sind eher unauffällige und zurückhaltende Zeitgenossen.

    Bzgl. des Jagdverhaltens welches hochspannend zu beobachten ist. Es werden hauptsächlich kleinerer Beutetiere attackiert welche offensichtlich oft nicht eindeutig erkannt werden. Auch übersteigt die Anzahl der “Tollpatsche” deutlich die der “Könner”. Kein Vergleich mit der Effizienz solitär lebender Wespen bei der Jagd.

    Schmetterlingsraupen dürften aufgrund ihres rasanten Wachstums rasch den Zeitraum relevanter Beutetiergröße verlassen. Auch haben sie eine Reihe wirksamer Überlebensstrategien entwickelt. Ich glaube für sie sind Vögel die größere Bedrohung.

    Daher ist mein Herz offen für die schwarz-gelbe Fraktion.

    #74212 Antworten
    HP 22927
    Forenmitglied

    Insektenfreund, das hast du gut beschrieben.

    Ich kenne mich mit den verschiedenen Wespenarten nicht aus, beobachte aber immer wieder eine sehr schlanke, kontrastreich gefärbte Wespe an unserem Gartenteich beim Trinken, ebenso Hornissen. Hatte im Mai einen Hornissenkasten aufgehängt, leider hat sich keine angesiedelt. Auch hier schlagen 2 Herzen in meiner Brust. Letztes Jahr habe ich eine Hornisse beobachtet, die sich auf die Schmetterlinge am Sommerflieder spezialisiert hatte. Div. Fehlversuche konnte ich beobachten. Aber am Abend lagen doch mehrere Flügel auf dem Boden. Aber sie nehmen auch Wespen. Das war mit der Grund für den Hornissenkastenbau.

    #74213 Antworten
    PetraS
    Forenmitglied

    Hallo an alle,

    ich habe seit Jahren immer wieder ein Volk der Gemeinen Wespe. Das erste Mal hat die Königin in der Garage gebaut. Das Volk hat es damals aufgrund des schlechten Wetters im Juli leider nicht geschafft.

    Im Jahr danach war ein Volk in der Zwetschge in einem Loch in einer Astgabel. Das Volk war erfolgreich. In diesem Jahr nun hat sich eine Königin hier auf dem Balkon die Holzverkleidung der Außenwand ausgesucht.

    Bis Mittag ist dieser Bereich der Sonne ausgesetzt. Deshalb habe ich – wie schon berichtet – zur Unterstützung Wassermelone für die Wespen bereitgestellt. Das wird auch gut angenommen.

    Und es gibt auch keine Probleme, wenn zum Beipiel der Admiral ebenfalls Interesse an der Wassermelone zeigt.

    Es stimmt, Gemeine und Deutsche Wespen können lästig werden, weil sie sich irgendwann für Süßes interessieren. Und die Völker werden groß und fliegen lange. Aber ich persönlich bin der Meinung,
    damit kann man sich gut arrangieren. Schließlich sind auch diese beiden Wespenarten sehr wichtig für den natürlichen Kreislauf. Deshalb sind sie mir auch jederzeit Willkommen.

    Liebe Grüße
    Petra

     

     

    #74216 Antworten
    Insektenfreund
    Forenmitglied

    Respekt PetraS, bei der Deutschen sowie der Gemeinen Wespe hab ich immer auf genügend Abstand zum Sitzbereich geachtet. Zum einen weil wir gern in Ruhe draußen speisen aber auch aus Sorge wenn mal Besuch kommen sollte.

    Übrigens immer sehr schöne Fotos die Du veröffentlichst. Gerne mehr davon.

    Schönes WE für alle.

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Antwort auf: (k)ein Herz für Wespen
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