Martin: switching point

>Bei Hummeln scheint es nicht wie bei der Honigbiene zu sein, dass die Entwicklung einer Königin vom Futter abhängt. Möglicherweise kann die Königin steuern, ob aus einem befruchteten Ei eine Königin oder Arbeiterin entsteht. Das Futter scheint bei Hummeln keine Rolle zu spielen.

Woher stammen denn diese Erkenntnisse?

Goulson schreibt in seinem relativ aktuellen Buch (2009) dazu: “Wie entscheidet sich, dass eine weibliche Hummel eine Arbeiterin oder Königin wird? Alle Eier sind in der Lage sich zu beidem zu entwickeln, egal wann sie gelegt werden. Selbst die erste Generation kann zu Königinnen herangezogen werden.” Geschlechtstiere sollen zudem anders und öfters (bzw. länger) gefüttert werden als Arbeiterinnenbrut.

Das Problem ist, dass in der Wissenschaft fast nur terrestris untersucht wird und es schwierig ist, die Ergebnisse auf alle Hummelarten zu verallgemeinern. “Es ist allgemein anerkannt, dass zumindest bei terrestris (aber möglicherweise nicht bei Pocketmakern wie pascuorum) die Kaste im frühen Stadium der Larvenentwicklung entschieden wird. Die Königin scheidet ein Pheromon aus, auf das Larven im Alter von etwa 2-5 Tagen reagieren. Wenn sie es wahrnehmen, entwickeln sie sich unumkehrlich zu Arbeiterinnen. Existiert es nicht, werden sie zu Königinnen.”

Benton (2006) beschreibt in seinem Buch eine These, nach der zwischen “einfachen” und “komplexen” Arten unterschieden wird. Bei einfachen Arten, wie pratorum, entscheidet allein das Futterangebot ob Geschlechtstiere herangezogen werden. Ist genug Futter da, gibt es Jungköniginnen. Unter Laborbedingungen bereits in der ersten Generation, selbst bei Abwesenheit einer Königin. Bei den komplexen Arten (terrestris, lucorum) entscheidet die Königin mehr oder weniger, wann es Zeit ist Geschlechtstiere heranzuziehen.

Eine eindeutige und allgemeingültige Antwort gibt es also (noch) nicht.

Klar ist nur, dass es einen Punkt gibt, ab dem nur Geschlechtstiere herangezogen geworden.

Themenübersicht öffnen: switching point

Schreibe einen Kommentar