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Bulli: Rhododendron – Fluch oder ganz OK?

Hallo zusammen,

eigentlich ist der Rhododendron nicht das, was ein Hummelfreund im Garten haben will. Zumindest lese ich das aus den Artikeln zu Massentrachten heraus. Unter anderem weil die Blütezeit so kurz sei.

Nun, ja.
Ich kann nur sagen seitdem hier (Klima etwa wie Dortmund) die Rhododendren blühen, brauche ich keine entkräfteten Hummelköniginnen zu päppeln.
Vor Ostern war das immerhin 3 mal nötig. Zwei Erdhummeln und eine Steinhummel. Letztere hatte schon 4 gelähmte Beine und ist leider verstorben.
Zwei Tage nach Ostern fing der erste (weiße) Rhododendron an zu blühen und nun ist der dritte an der Reihe. Komischerweise sind andere Farben beim Rhododendron nicht angesagt.
Teilweise waren drei Königinnen gleichzeitig an dem ersten Rhododendron der Reihe. Der steht zwar an der Nordseite eines Hauses und ist durch einen Dachüberhang halb vom Regen abgeschirmt, aber er war trotzdem der erste.

Die Besuchszeiten am Rhododendron finde ich auch nicht schlecht.
Eine Minute und mehr pro Blüte. Dabei wechseln die Hummeln drei bis vier mal die Saugposition und bringen es auf über 20 Sekunden reine Saugzeit in der Tier und Rüssel unbeweglich verharren. Bis auf das Abdomen natürlich. ;-)
Ich weiß nicht viel über die normale Verweildauer in Blüten bei anderen Massentrachten, aber das sind für mich recht hohe Werte?!

Wenn man an einem Rhododendron sehen will wieviele Hummeln ihn gerade besuchen, sollte man also mindestens zwei Minuten stehen bleiben und beobachten, weil durch die lange Verweildauer sehr schnell der Eindruck entsteht, es sei keine Hummel dran.

Die letzten paar Tage gab es bei uns stundenlangen Nieselregen bei Tageshöchsttemperaturen von neun bis zehn Grad Celsius.

Der Rhododendron war dennoch gut besucht.
Die Tiere waren besonders am Dauerregen-Samstag zwar arg durchnässt, aber gerade Baum- und Wiesenhummeln sind sehr fidel.
Es wird meist Nektar, aber auch Pollen gesammelt.
Vier bis fünf Tiere waren im Schnitt gleichzeitig am Busch (ca. 2 Meter Durchmesser).
Außerdem sind mindestens zwei Wespenköniginnen immer mal wieder zu sehen gewesen (bis ca. 9 °C).

Bei dem schlechten Wetter scheinen die Erdhummelköniginnen und die Erdhummelarbeiterinnen die Blütendolden im inneren des Busches zu bevorzugen, während Wespenköniginnen, Baum- und Wiesenhummeln eher die seitlichen Dolden bevorzugen.
Keine Ahnung, woran das liegt. Vielleicht haben sich die Blüten dort erst vor kurzer Zeit geöffnet?
Steinhummeln sind anscheinend nicht hier in der Gegend.

Die größeren Hummelarten und die Königinnen scheinen sich schwerer zu tun mit dem Anflug und dem Krabbeln in der Blüte. Aber da denke ich, dass das wohl generell so ist.

Wie dem auch sei.
In den letzten Tagen des Dauernieselregens hat der Rhododendron vermutlich die Versorgung der Hummelvölker in der Nähe nahezu alleine gestemmt.
Direkt benachbarte Apfelbäume wurden demonstrativ nicht besucht. Naja, hätte ich die Auswahl zwischen einer Nektarquelle unter einem großen trockenen Dach und als Alternative kleine nasse Blütchen, wüsste ich schon, wo ich mich aufhalte würde. ;-)

Die Hummeln machten überwiegend den Eindruck, als ob sie Shuttle-Flüge machten. Eben mal zum Rhododendron und sofort zurück zum Nest. Zumindest war der Eindruck während der Abendstunden so. Ist das vielleicht morgens noch anders?

Alle sonstigen Blumen wurden auch verschmäht. Vermutlich weil sie entweder geschlossen oder die Blüten mit Wasser gefüllt sind?
Ich muss mal vergleichen was hier blüht und ob es für Hummeln geeignet ist.
Tulpen … ist klar … sind nix.
Azaleen / Gartenazaleen (eine Art Rhododendron mit sehr viel kleineren Blüten) sind anscheinend auch nichts.

Was mich interessiert und was ich mich frage:
Wie giftig sind die Rhododendren denn wirklich für Bienen? Oder können die Bienen damit umgehen nur die Menschen nicht, die deren Honig ernten?

Heute um 6:30 Uhr war fünf Grad Celsius, kein Regen mehr, aber alles noch Nass vom Regen während der Nacht und schon waren wieder Baum- und Wiesenhummeln am Rhododendron aktiv. Dabei ist mir zum ersten Mal eine recht kleine Version der Wiesenhummel aufgefallen. Die scheinen also auch schon erste Arbeiterinnen zu haben, wenn es nicht eine andere Art ist.

Meine bescheidene Erfahrung ist, dass die weiß blühenden Rhododendren mit den großen Blüten (als Knospen sind sie noch rosa gefärbt) von Hummeln und Wespen gut besucht werden.
Anscheinend ist es ein Glück, dass hier mehrere gleich aussehende Sträucher mit unterschiedlichen Blühzeiten stehen, so dass über Wochen immer etwas Nektar bereit steht und auch die Lücke nicht zu groß wird, wenn sich die Blütezeit eines Strauches durch einen späten Nachtfrost verkürzt.

Bei Dauernieselregen haben sich die Büsche nach meiner unerfahrenen Meinung bewährt.

Freude machen sie mir auf jeden Fall.
Und wie gesagt … man muss schon zwei Minuten daneben stehen, um einen Überblick über die Anzahl der Hummeln in den Blüten zu bekommen.

Ich werde mal weiter beobachten. Es blühen demnächst noch ein paar Büsche in anderen Farben … mal sehen ob sie den Erfolg der weißen Blüten erreichen.

Über eure Meinungen pro oder contra Rhododendron würde ich mich freuen.

Viel Erfolg an alle hier im Forum

Bulli

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