Bulli: Rhododendron – Fluch oder ganz OK?

Hallo,

zuallererst herzlichen Dank für eure Antworten.
Also alles in allem ist Rhododendron ein guter Nahrungslieferant für Hummeln.

> woher hast du denn die Information, dass ein Hummelfreund keinen
> Rhododendron im Garten haben will?

Ein Ausschlussverfahren. Wenn ich Empfehlungen für einen hummelfreundlichen Garten las, dann fehlte Rhododendron. Auch sprachen sich mindestens zwei Leute in Foren direkt gegen diese Büsche aus.
Vielleicht kommt das aber alles nur daher, weil Bienen mit den Blüten ihre liebe Mühe haben.

> nicht toxisch für die Tiere

Für Hummeln nicht, wie ich lesen konnte.
Aber Bienen und menschliche Honigesser sollen so ihre Problemchen haben. Das stand sogar mal unter dem Stichwort Rhododendron in Wikipedia. Der Abschnitt “Giftigkeit” wurde anscheinend vor einiger Zeit gekürzt.
Allerdings, wenn ich das noch mal ganz genau lese, so sind es nur einige Rhododendron-Arten, die für Bienen bzw Menschen giftigen Nektar produzieren.
An dem weißen R. hier waren heute Bienen dran. Die saßen zwar immer mal schlapp auf den Blättern und sonnten sich, aber das war vermutlich nicht weil sie sich vergiftet hatten, sondern weil es für die Bienen vielleicht doch noch eine Idee zu kühl war.

> das Haus mitsamt sehr altem Rhodobestand gekauft und
> letztes Jahr sah ich auch extrem viele Hummeln während der Blüte daran.

War auch ein Busch mit roten Blüten dabei und wurde er besucht? Hier sind drei kleinere rote Rhododendren gerade in Blüte und ein fliederfarbener fängt an zu blühen. Zur Zeit keine Besucher.
Wenn ich dies mit der Bemerkung zum Thema rot leuchtende Lichtschranken in der Eingangsröhre zu Hummelnestern kombiniere, die besagte, dass Hummeln kein rotes Licht wahrnehmen können (in irgendeinem Forum gelesen), so dürfte es kein Zufall sein, dass Hummeln rote Rhododendronblüten nicht anfliegen, denn sie würden ihnen schwarz erscheinen.

> habt das Problem mit dem eher sandigen Boden ja nicht so,

Ja, dafür aber teilweise mit Lehm kurz unter der obersten Schicht Mutterboden.
Allzu gemütlich sollte man es einem Rhododendron auch nicht machen, sonst bekommt man ihn nicht mehr weg. Gerade R. gelten als sehr hartnäckig, weil nach dem Entfernen des Busches die verbliebenen Wurzelstücke immer wieder austreiben, wenn es sich um einen guten und feuchten Standort handelt.
Machmal denke ich es gibt die vielen Rhododendronparks nur deshalb, weil man die Pflanzen nicht mehr weg gekriegt hat. ;-)

> Hummelsterben unter den Linden

Ein trauriges Thema. Man kann ja nicht ewig dabei stehen, um dann innerhalb von einer oder zwei Minuten mit ein wenig Päppellösung noch alles herum zu reißen … versuchen.
Ich überlegte schon mal wie man eine immerwährende Ersatzfutterpflanze designen könnte, die wenigstens Ersatznahrung bereit hält. Eine Gedankenspielerei, zugegeben. Letzendlich ist nichts künstliches so glatt und sauber wie die Oberfläche einer Blüte, nichts so steril wie frischer Nektar und der Geruch fehlt auch bei einer Ersatzzuckerlösung.

> Meiner ist rosa
Also rosa funktioniert auch.

Nun mein Bericht über den gestrigen Tag.
Bis zum Abend waren die Regentropfen fast alle weggetrocknet.
Am frühen Abend waren einige Bienen an dem R., die wie oben schon beschrieben, sich immer mal wieder in der Sonne ausruhten. Verhältnismäßig wenige Hummeln, fand ich. Auch waren die Hummeln viel nervöser. Teilweise huschten sie nur in die Blüten, um sofort wieder heraus zu kommen. An Fotografieren war nicht zu denken, weil ich gar nicht nahe genug dran kam, bevor sie vor mir flüchteten.
Heute fand ich am Strauch zusätzlich eine Hornisse, eine Ackerhummel und auch eine Steinhummelkönigin war da.
Letztere nur sehr kurz. Sie flog an, suchte sich schnell eine Blüte aus, setzte sich, rutschte ab, fiel in die Blütendolde darunter, brummte fürchterlich als sie sich zuerst nicht befreien konnte und verließ den Busch nach einigen Sekunden Befreiungskampf wutentbrannt in gerader Linie. Bei aller Sorge um die Flügel, war das doch recht ulkig. :-)
Später am Abend so nach 20:00 Uhr war alles easy. Keine Bienen mehr und auch kaum noch Fliegen. Die Hummeln gingen wieder ruhiger ihrem Geschäft nach und ließen mich bis auf 30 cm ran. Zwei Erdhummelköniginnen und eine Baumhummelkönigin (mit Glatze) waren auch noch dabei. Letztere sah nach kurzer Zeit so aus, als ob sie sich in Pollen gewälzt hätte. :-)

Viele Grüße

Bulli

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