Michel: Naja, das hat nichts mit dem selben Nistplatz zu tun
Hallo Alex,
eigentlich ist es egal, wohin man die Kästen platziert oder ob man sie wieder an den alten Platz vom Vorjahr stellt. Hummeln riechen, ob ein Niststandort besetzt ist und meiden ihn anfangs. Die Königinnen, welche den Kasten besiedelt haben, markieren den Eingang also entsprechend. Auch Rückkehrerinnen bemerken diese Duftmarke und besiedeln den Kasten meist nicht, wenn die bereits angesiedelte Königin ähnlich stark oder stärker ist (was sie wohl auch am Geruch erkennen). Ich konnte dies in dieser Saison bisher sehr oft beobachten.
Finden die nestsuchenden Königinnen aber keinen anderen Nistplatz, so wächst ihr Interesse an bereits besiedelten Standorten, vor allem dann, wenn eine Königin ihre erste Brut verloren hatte. Immer wieder prüfen solche Königinnen systematisch besetzte Neststandorte, die ihnen bei ihrer Nestsuche begegnet sind (auch diese merken sich die Königinnen also). Irgendwann kommt es dann zu Nestübernahmen, auch zwischen “Nichtrückkehrern”, da sich die Hummeln also sehr gut riechen und so leicht besiedelte Nistplätze ausmachen können. Meist erfolgt der Übernahmeversuch kurz vor dem Schlupf der ersten Arbeiterinnengeneration. Dabei konnte ich bei den Erdhummeln beobachten, wie neben der eigentlichen Nestbesitzerin auch 2 andere Erdhummelköniginnen immer wieder sehr sicher den Kasten anflogen, ihn aber rasch wieder verlassen hatten. Diese prüften vermutlich den Entwicklungsstand der Kolonie. Eines Abends dann kam es zu den Übernahmeversuchen beider vegabundierender Königinnen gleichzeitig auf die kleine Kolonie.
Also wie man sieht, wird teilweise systematisch nach solchen Kolonien seitens der Hummeln gesucht, welche übernommen werden können. Stechereien können in diesem Fall, auch nicht durch ein anderen Standort des Kastens als im Vorjahr, vermieden werden.
Viele Grüße
Michel
Themenübersicht öffnen: Naja, das hat nichts mit dem selben Nistplatz zu tun


