Dennis: Hummeln im Sonderangebot?

Ah, danke für den Link, wurde das Thema hier also auch schon aufgegriffen – hätte mich auch fast gewundert, wenn nicht.

Und genauso habe ich mir fast denken können, dass diese “Wirtschaftshummeln” nicht wirklich artgerecht gehalten werden.

Interessant ist in der Tat die Frage, ob die Hummeln überhaupt in Deutschland verkauft werden dürften, sofern deren Zucht bzw. deren Form wirklich gegen das Bundesnaturschutzgesetz verstößt. Ich bin mir auch nicht sicher, ob die dt. Vertreiber das wirklich rechtlich so einwandfrei abgeklärt haben, ich vermute eher, dass sich da von öffentlicher Stelle aus einfach noch keine großen Gedanken gemacht wurde.

Das Verschicken der Hummeln über große Distanzen sehe ich allerdings auch kritisch, wie im alten Beitrag geschrieben können sich durch so was sehr gut nicht-einheimische Schädlinge verbreiten … man denke nur an die Einschleppung der Varroa-Milbe oder dem hier vor kurzem ebenfalls angesprochenen kleinen Beutenkäfer, der auch kräftig auf dem Vormarsch ist … all das kam ja durch den schwunghaften Bienenvölkerhandel.

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Bago: Hummeln im Sonderangebot?

Es handelt sich hier sicherlich nicht um eine artgerechte Haltung, allein schon, weil während der gesamten Zeit eine Zuckerlösung gefüttert werden muss, weil die Pflanzen, die bestäubt werden fast nur Pollen hergeben.
Ich habe im Sommer beim googeln so einiges gefunden, schau dir mal den Beitrag dazu an:
[http://www.bombus.de/HummelForum/HummelForumMessage.aspx?MessageID=10321&highlightwords=1]

Auch gibt es kleine Völker ohne Königin zukaufen, was wohl mit der Königin passiert…gar nicht zu denken.
Es ist unglaublich, vor allen Dingen interessiert es mich, wie die Leute große Völker hinbekommen, wohl 2 Völker zusammenlegen und eine Königin muss dran glauben. Ist nämlich eigentlich nicht steuerbar die Volksgröße bei so einer großen Zucht. Es müssen auch immer wieder Drohnen aus der Natur geholt werden, da es sonst zur Inzucht kommt. Das ist aber in den Ländern, wo die Hummeln viel häufiger gezüchtet werden auch nicht weiter schwer, dort sind sie nämlich nicht besonders geschützt, in Deutschland gibt es nur sehr wenige Firmen. Wird sich sicherlich auch nicht lohnen, bei der großen Konkurrenz aus den Niederlanden und Belgien.

Gruß Bago

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Dennis: Hummeln im Sonderangebot?

Mehr durch Zufall bin ich auf einige Seiten gestoßen, welche Hummelvölker kommerziell (als Bestäuber) verkaufen. Gelesen hatte ich darüber bereits im v.Hagen, der Autor hat dies in seinem Buch sehr kritisch bewertet.

Züchter ist eine niederländische Fa. Koppert, vertrieben werden die aber auch durch einen deutschen Imker (Behr, Link untenstehend). Preise fand ich nirgendwo.

Hier zunächst ein paar Links:
[http://www.koppert.com/pollination/ Koppert-Internetpräsenz – Unterseite zur den “Kaufhummeln”]
[http://www.youtube.com/watch?v=aRw55zUDfts Video obiger Fa., welche den Aufbau des Hummelkastens erklärt]
[http://www.bestaeubungsimker.de/49/Hummelvertrieb.html Internetpräsenz “Bestäubungsimkerei” Behr – Unterseite zu den “Kaufhummeln”]

Wie steht ihr zu der Sache?
Einerseits beweist diese Geschäftsidee ja, dass inzwischen auch die Wirtschaft die Wichtigkeit und Leistung der Hummeln anerkennt (natürlich nur, weil sie damit Geld verdienen können), andererseits aber sind sicher auch kritische Hinterfragungen zwecks Hummelfreundlichkeit bzw. Artgerechtheit der von der Fa. propagierten Methode nötig.
Der dt. “Bestäubungsimker” wendet sich in einer Broschüre als mögliche Kunden für solche Kaufhummelvölker auch explizit an Privatkunden für deren Gärten.

Kann man hier von “artgerechter Haltung” der Hummeln sprechen?
Wie bewertet ihr den von der Fa. bereitgestellten Hummelkasten?

Viele Grüße,
Dennis

PS: Nein, ich werde von keiner der genannten Firmen bezahlt, hier ihre Links zu platzieren … falls dies hier im Forum nicht gewünscht sein sollte, bitte die Links bzw. den Beitrag löschen.

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Karsten Grotstück: Noch viel schlimmer!

>Hallo Karsten,
>Ich fürchte es hat sich in den letzten Jahren hier was getan:
>
>”Small hive beetle (Aethina tumida) is known to be able to localize, infest and destroy bumblebee
>colonies (Spiewok and Neumann, 2006). ”
>
>Übersetzung: Über den Kleinen Beutenkäfer (Aethina tumida) ist bekannt, dass er in der Lage ist Hummelkolonien zu entdecken, zu befallen und zu zerstören (Spiekwok and Neumann, 2006)
>
>Quelle: [http://www.cdfa.ca.gov/phpps/pe/InteriorExclusion/pdfs/CEQA_BumbleBee.pdf]

>
>Das war der schlimmste anzunehmende Fall. Allerdings gibt es wohl noch weiteren Forschungsbedarf, um die Bedrohung richtig einzuschätzen.
>
>Weiteres:
>[http://www.pwa.ars.usda.gov/research/publications/publications.htm?seq_no_115=254161]

>
>Grüße,
>Christian

Danke Christian für die Links, hier ein neuer Link zum Käfer:

[http://www.spektrumdirekt.de/sixcms/detail.php?id=872661&_druckversion=1]

Gruß Karsten

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Martin: Hummelsterben in den USA

In Amerika wurden die Bestände der Arten noch nicht so gut untersucht wie hier in Europa. Man liest sogar, dass das die erste nationale Erhebung gewesen sei. Die Hiobsbotschaften, die wir nicht zuletzt dank EvH schon seit Jahren kennen, kommen daher jetzt einfach mit Verspätung. (Meine Meinung).

Die Wissenschaftlicher sehen hingegen die kommerzielle Hummelzucht als Übeltäter. Die aus Holland importierten Völker haben einen Darmparasiten und eventuell weitere Krankheiten mitgebracht. Der Einbruch der Hummelpopulation begann in Nordamerika (angeblich) erst in den 90ern, als die ersten Hummeln aus Europa importiert wurden.

Der größte Witz: Pestizide und Veränderungen in der Land(wirt)schaft werden nicht mal als _mögliche_ Ursache genannt.

[http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/1357047/ Ausführlicher Artikel bei dradio.de]

[http://www.sueddeutsche.de/wissen/umwelt-brummer-in-gefahr-1.1042733 Artikel bei sueddeutsche.de]

[http://ecocentric.blogs.time.com/2011/01/03/wildlife-where-have-all-the-bumble-bees-gone/ Time.com mit Download Link zur Studie]

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Dennis: Kleine Vorstellung(srunde?)

Hallo an alle,

mir ist aufgefallen, dass ich mich hier im Forum noch gar nicht richtig vorgestellt habe. Ob das negativ aufgefallen ist, weiß ich nicht bzw. hoffe es nicht. ;)

Mein Name ist Dennis, bin 31 Jahre alt und wohne in einer kleinen Stadt nördlich von Kiel in Schleswig-Holstein. Mein (stärkeres) Interesse für Hummeln ist erst im letzten Jahr erwacht, obwohl ich die Tierchen natürlich schon seit meiner Kindheit kenne und schon zu Schulzeiten fand ich gerade die staatbildenden Insekten sehr interessant. Die Zeit bis zur nächsten Hummelsaison in diesem Jahr habe ich damit genutzt, meine Theoriekenntnisse über die Hummeln aufzubauen (Lesen des v.Hagen, Recherche im Internet), die Praxis soll nun in diesem Jahr folgen.
[Einschub: Gleichzeitig möchte ich dieses Jahr auch mit der Hobbyimkerei beginnen, mit 2 Völkern, sofern ich einen geeigneten Standort finde.]

Anfangen werde ich ganz bescheiden, mit erstmal einem Hummelkasten aus Pappe auf dem heimischen Balkon. Der Papphummelkasten wurde nach der Anleitung im v.Hagen gebastelt; praktischerweise wurde er mir als Geburtstagsgeschenk geschenkt. In diesem Monat soll der Kasten dann soweit hergerichtet werden (Nestmaterial, Streu einfüllen, Innenkarton), dass nur noch eine Königin einzuziehen braucht. Eine Präferenz, welche Hummelart ich ansiedeln möchte, habe ich nicht, werde aber denke ich auf die Erd- oder Steinhummel gehen (auch deswegen, weil ich die einfach am leichtesten erkenne).
Ich werde sicherlich hierzu noch einige Bilder hier ins Forum einstellen, damit die Erfahreneren hier aufschreien können, sollte ich einen groben Fehler beim Kastenaufbau gemacht haben, so dass ich ihn rechtzeitig vor der Saison ggf. noch ändern kann.

Würde mich freuen, wenn auch der ein oder andere Aktive diesen Beitrag nochmal zum Anlass nimmt, auch etwas über sich zu schreiben (wo ihr herkommt, wie lange ihr schon Hummelschutz betreibt und in welchem Ausmaß und wie euer Umfeld auf das “ungewöhnliche” Hobby reagiert).
[Einschub: Ich weiß, auf der bombus.de Seite gibts ein “Wer ist wer”, aber mir kommt es so vor, als stehen da gerade die hier aktiven Beiträgeschreiber nicht drin]

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Dennis: Hummelsterben in den USA

>Hallo,
>
>im Videotext NTV, Seite 132 wird auf ein Hummelsterben in den Staaten hingewiesen.
>
>Bei vier Arten ist ein Rückgang bis zu 90% angegeben.
>Grund Krankheiten und Inzucht.
>
>Viele Grüße,
>Horst

Das sind keine guten Nachrichten für den Hummelfreund. :(

Habe es gerade auch gelesen, allerdings hier:
[http://www.gmx.net/themen/wissen/tiere/78736xy-massives-hummel-sterben GMX-Beitrag zum massiven Hummelsterben in den Vereinigten Staaten]

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Karsten Grotstück: Bienenstockkäfer – Gefahr für einheimische Bienen und Hummeln

>>Bienenstockkäfer – Gefahr für einheimische Bienen und Hummel !!!
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>>Der südafrikanische Bienenstockkäfer (Aethina tumida) droht zu einer Gefahr unserer einheimischen Bienen und Hummeln zu werden. Der in Südafrika heimische Käfer, der im Gleichgewicht mit den dortigen Bienen lebt, ist auf bisher ungeklärte Weise 1996 nach Florida und von dort im Laufe der Jahre auch nach Australien und Ägypten verschleppt worden.
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>>Durch globalen Handel mit Bienen und Bienenvölkern wächst die Gefahr, den Schädling auch nach Europa zu importieren. Die europäischen Bienen kennen den Käfer nicht und sind ihm wehrlos ausgesetzt. Wirksame Medikamente oder Behandlungskonzepte stehen bisher nicht zur Verfügung. Der Käfer entwickelt sich nicht nur in Bienenvölkern, sondern auch auf überreifen und fauligen Früchten. Er fliegt selbst Blüten an und saugt Nektar. In abgestellten Waben, Honigzargen und Beutenmaterial hat der Käfer auch ohne Bienen beste Entwicklungsbedingungen.
>>
>>Inzwischen ist nachgewiesen, dass sich der Käfer auch in Hummelnestern vollständig entwickelt. Die Eier werden an geschützten Stellen im Bienenstock und auch außerhalb vom Stock abgelegt. Bereits nach drei bis vier Tagen schlüpfen die Larven aus den Eiern. Larven fressen 10 bis 16 Tage Pollen, Brut und Honig. Der Larvenkot verändert den Honig durch “Gärung”, der Honig wird ungenießbar. Die reifen Larven verlassen den Bienenstock zur Verpuppung in der Erde. Die Puppen überwintern im Boden. Die frisch geschlüpften Käfer sind hell gefärbt, im Alter dunkelbraun bis schwarz. Der Käfer ist 5 bis 7 mm lang und sehr mobil. Mehrere Käfergenerationen können sich während der Sommermonate entwickeln. Die Bienen erkennen den kleinen Bienenstockkäfer nicht als Schädling, im Gegenteil er wird sogar von den Bienen gefüttert!
>>
>>Eine bundesweite Kampagne informiert über die Gefahr dieses neuen Bienenschädlings. Auf einer zentralen Informationsveranstaltung am 21. Juni 2003 in Kassel wurde ausführlich über die Biologie des Käfers informiert und mit Verantwortlichen in der Politik und in den Veterinärbehörden über Strategien zur Abwehr beraten. Gefordert wird ein generelles Einfuhrverbot für Bienen nach Deutschland und in die EU.
>>
>>Diesen Forderungen kam die Europäische Kommission inzwischen nach. Ergebnis eines Expertengesprächs am 24. Juni 2003 in Brüssel ist, dass Einfuhrbeschränkungen für Bienen in die Europäische Union vorbereitet werden. Spätestens zur nächsten Bienenimportsaison im Frühjahr 2004 sollen Importe von Bienenköniginnen nur noch unter bestimmten Auflagen möglich sein. Paketbienen oder Bienenschwärme und gebrauchtes Imkermaterial sollen dann einem europaweiten Einfuhrverbot unterliegen, heißt es in einer Pressmitteilung des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft. aid, Renate Kessen
>>Renate Kessen | Quelle: aid infodienst
>>Weitere Informationen: mellifera.weitblick.de/bienenstockkaefer/bienenstockkaefer.material/bienenstockkaefer.news
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>Hier noch ein weiterführender Link zum Bienenstockkäfers:
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> [http://www.bienen.de/wissenswertes_bs_kaefer.php]

>
> [http://de.wikipedia.org/wiki/Kleiner_Beutenk%C3%A4fer]

>
> [http://www.bienenstockkaefer.de/fix/docs/files/Detailinfo-D-Text.pdf]

>
>
>Gruß Karsten Grotstück
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