Wie viele Hummelhäuser sind sinnvoll?

Dieses Thema enthält 14 Antworten und 7 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Detter Detter vor 2 Monate, 1 Woche.

Ansicht von 15 Beiträgen - 1 bis 15 (von insgesamt 15)
  • Autor
    Beiträge
  • #23360 Antwort

    Budmaster
    Forenmitglied

    Hallo.

    Ich habe zur zeit 4 Hummelhäuser. Alle selbst gebaut. Habe hier natürlich fast alles gelesen und festgestellt das es auch welche gibt die 20 Hummelkästen haben.
    Ich stelle mir aber die frage ob das sinnvoll ist oder ob das zu viele sind.
    Ich könnte mir vorstellen das es dann an manchen stellen zu wenig Futter für alle gibt, oder die Hummeln müssen weit fliegen was unnötig Energie kostet. Dann müsste man viel zufüttern was ich nur bei wirklich schlechtem Wetter mache

    Wie seht ihr das?

    Meine 4 waren alle belegt. 2 baum… 1 Erd und 1 Steinhummel. Dann waren eine Baum und die Steinhummel verschollen. In einen der beiden zog dann noch eine auffallend kleine Erdhummel ein :sat: somit habe ich drei Kästen belegt. :happy:

    #23361 Antwort
    Stefan
    Stefan
    Admin

    Hallihallo!

    Bei 20 Hummelhäusern hast Du eine gesunde Mischung an Hummeln, also viele “Sorten”. Die haben alle andere Eigenschaften und ein eigenes Futterverhalten. Ein kleines Ackerhummelvolk hat vielleicht mal 100 Individuen von denen rund 30 überhaupt ausfliegen. Ein großes Erdhummelvolk kommt zwar auf mehr Arbeiterinnen, aber das sind alles in allem nicht viele. Die eine Hummelart ist sehr schnell “durch”, die andere hat mehr Zeit.

    Vergleiche das mal mit einem Honigbienenstock. Da hast Du tausende Sammlerinnen!

    Ich denke das sollte jeder für sich selbst entscheiden. Ich wohne hier in einer Kleinstadt mitten in einer alten Siedlung. Da gibt es genügend Nahrung. Auch für 100 Nistkästen.

    Ich sehe die Problematik eher auf dem Land. Monokulturen und Trachtmangel wenn alles auf einmal gemäht wird.


    398 ü. n. N.

    #23362 Antwort
    Luc
    Luc

    > Ich sehe die Problematik eher auf dem Land. Monokulturen und Trachtmangel wenn alles auf einmal gemäht wird.

    – – – –

    Und genau das ist jetzt der Fall. Die gespritzten Äcker haben naturgemäss nichts zu bieten, u. momemtan werden ALLE Wiesen schlagartig grossflächig abrasiert. Ergebnis: Grossflächiger Nahrungsausfall.
    In Agro-Landschaften habens die Bestäuber vielfach schwerer als in den Siedlungen.
    Nachhaltige Landwirtschaft nennt man das. Der Kunde will schliesslich Diskonterpreise … :sarc:

    Luc

    #23404 Antwort

    Budmaster
    Forenmitglied
    Beitragsersteller

    Hallo.
    Was die Nahrung angeht muss ich dir recht geben. Hier gibt es einige Neubausiedlungen mit schönen Gärten und Blumen. Da ist Nahrung genug. Es gibt aber auch sehr große Landwirtschaftlich genutzte Flächen. Viel Getreide und viele Wiesen die entweder gemäht oder beweidet werden. Da ist nicht viel zu holen. Ich sehe hier jetzt viele Hummeln in jetzt blühenden Weiden oder Ahorn. Die Wiesenhummeln suchen eifrig nach Taubnesseln die sie im Gras auch zielsicher finden. Kastanie fängt auch zu blühen an.
    Da ich aber nicht in der nähe einer Siedlung wohne denke ich das es 20 Völker bei mir schwer hätten. Die nächste Siedlung ist etwa 1km weg. Ob die da ganz hin fliegen?
    Ich erfreue mich aber an meinen drei Völkern.

    #23408 Antwort

    Martin
    Forenmitglied

    Ich wohne auf dem Land. Ich habe keine Nistkästen, weil ich der Meinung bin, dass es genug natürliche Nistplätze geben dürfte. Wichtiger ist es für ein kontinuierliches Trachtangebot zu sorgen, v.a. eventuelle vorhandene Trachtlücken schließen, das ist mein Schwerpunkt.

    In der Stadt mag das anders und vielleicht sogar umgekehrt sein. Da machen Nistkästen in meinen Augen mehr Sinn.

    (Leider werden die Städte aber vermehrt mit viel zu vielen Honigbienen bedacht, größtenteils im Glauben man rette dadurch die Bienen. Der Konkurrenzdruck wird also auch für Stadthummeln größer.)

    Aber zurück zu den Nistkästen und der Menge. Ich würde mir vor allem Gedanken darüber machen, welche Arten ich fördere. Es ist ein Unterschied ob ich zehn Kästen mit drei oder vier Arten bestücke oder fünf Kästen nur Erdhummeln habe. Und den Eindruck bekommt man leider oft. Die Kästen müssen UNBEDINGT und SO FRÜH WIE MÖGLICH besetzt sein. Also nimmt man die früh erscheinenden, verlässlichen Erdhummeln. Aber wenn es eine Hummelart gibt, um die man sich (im deutschsprachigen Raum und weltweit!!!) überhaupt keine Sorgen machen muss, die gewiss keine künstliche Förderung braucht, dann ist es die Dunkle Erdhummel. Ich will nicht wissen, wie viele Königinnen aus Gewächshäusern entkommen und so schon die Artenvielfalt zu gunsten der Dunklen Erdhummel verändern. Da könnte man mit seinen Nistkästen doch im kleinen Rahmen gegensteuern und eben keine Dunkle Erdhummel fördern. Nichts gegen ein Nest, aber müssen nicht gleich mehrere sein.

    #23420 Antwort
    Luc
    Luc

    @martin, da werden dich aber die ‘Hummelkastenfreunde’ kritisch beäugen :angel:
    Wie kannst du nur … :happy:

    Übrigens fällt mir für heuer in meiner Umgebung das ziemlich sparsame Vorkommen der Erdhummeln auf.
    Und, ev. erlaubt es einen Rückschluss auf die Lokaldichte der jeweiligen Hummelart:
    von über 30 angebotenen ‘Kunstbeuten’ wurden bei mir von pascuorum 15 Nester bezogen,
    4 pratorum, 5 hortorum, u. nach 5 Jahren wieder einmal eine lapidarius. Nur Selbstbesiedler.
    Keine Erdhummeln übrigens, die anscheinend in meiner ländlichen Umgebung die Kunstnester verschmähen.
    Und immerhin eine Vespa crabro, die einen bodenebenen Mausgangkasten bezog.

    Ich bezeichne die Hummelbeuten aber auch als Kontrollfallen, die die Artdichte der jeweiligen Hummelart anzeigt.
    Allerdings nur diejenigen, die Vogelhäuser u. Mäusebauten bevorzugen. Die Oberflächen/Grasfilznister wie humilis, aber auch pascuorum, sind dann weniger vertreten.
    Dann wären wir wieder aber bei der der nur ein Jahr erhobenen Hummelkastenstudie :zwinker:

    VG Luc

    #23440 Antwort
    Stefan
    Stefan
    Admin

    Hallo zusammen!

    Man muss den Menschen immer eine Chance geben es besser zu machen. Natürlich freut man sich als Anfänger, wenn überhaupt eine Hummel einzieht. Selbstverständlich ist man dann ungeduldig beim ersten Besatz eines Hummelhauses. Aber mit den Jahren macht man sich mehr und tiefere Gedanken zum Thema und dann nimmt man automatisch nicht mehr einseitige Hummelarten in seine Hummlhäuser weil man selbstverständlich Vielfalt will.

    Und genau dazu seit z. B. Ihr Beide als Experten auch so wichtig, denn der mahnende erhobene Zeigefinger regt zum Nachdenken an und sorgt dafür dass der eine oder andere tiefer in die Materie einsteigen will und kann. Danke dafür.

    Jeder der hier fragt will doch in erster Linie was Gutes tun, also die Grundeinstellung stimmt doch schon mal. Für den Feinschliff kann man ja sorgen…


    398 ü. n. N.

    #23881 Antwort
    Detter
    Detter
    Forenmitglied

    @luc: Versuch doch mal für uns Anfänger auch die deutschen Namen der Hummeln zu schreiben und in Klammern die lateinischen Namen. Wir sind nicht alle Spezialisten.

    #23883 Antwort
    Stefan
    Stefan
    Admin

    @detter: Nach 5 Mal googeln weißt Du auch die lateinischen Namen… :angel:


    398 ü. n. N.

    #23889 Antwort
    Detter
    Detter
    Forenmitglied

    Mein lieber @stefan, genau das ist das Problem: Ich habe nicht so viel Zeit zum googeln! Für die gängigsten Hummeln (Erd- und Steinhummel) habe ich die lateinischen Namen im Kopf, aber nicht die restlichen. Aber um so öfter es man liest, lernt man dann noch die restlichen Namen. Ich könnte mir vorstellen, dass Laien die aus reiner Neugier und weil sie den Hummeln was gutes tun wollen, abgeschreckt werden von dieser schönen Homepage wenn zuviel Wissenschaft im Spiel ist? Aber gerade wir wollen doch alle Interessenten gewinnen, die den Hummeln was gutes tun wollen. Der Rest kommt dann von alleine.

    #23891 Antwort
    Stefan
    Stefan
    Admin

    Ich bleibe dabei. Soll jeder machen wie er kann/will.


    398 ü. n. N.

    #23892 Antwort

    Uschi
    Forenmitglied

    Ich persönlich finde es gar nicht schlimm, dass die lateinischen Namen benutzt werden und so viele verschiedene Hummelarten sind es nun auch wieder nicht. Am Anfang dachte ich auch immer – das lernst du nie……
    Die geläufigsten Namen lernt man ziemlich schnell, wenn man sich damit befasst :zwinker:

    Zudem besteht auch nicht die Gefahr der Verwechslung, man nehme nur die Bunthummel/Waldhummel. Bombus sylvarum ist eben eindeutig.

    Auch bin ich froh, dass es “unsere Spezialisten” gibt. Ich habe die letzten Jahre sehr viel von Ihnen gelernt und so manche Kritik ist angebracht und veranlasst den Einen oder Anderen nochmal darüber nachzudenken.

    Viele Grüße Uschi

    #23903 Antwort

    Christian
    Forenmitglied

    Hallo! Möchte mich auch hier kurz “einklinken”. An meinen beiden Wohnsitzen befinden sich 20 Hummelkästen, davon mind. 11 besiedelt. Halte auch 3 Bienenvölker – da gibt es bestimmt keine Nahrungskonkurenz. :-) Seit Jahren kommen immer mehr “Hummelhotels” dazu, und auch die Besiedlungen werden mehr, kaum aktives Einsetzen von Königinnen. Gebe Luc recht, Erdhummeln “verweigern” bei mir auch die Nistkästen. Spannend ist immer, welche Hummelarten in unserer Gegend am besten auswintern – heuer waren das in meiner Gegend die Baum- und Gartenhummeln – seit heute fliegen Arbeiterinnen aus 2 Hummelhotels. Zu den wissenschaftlichen Bezeichnungen: Habe auf einer anderen Seite geschrieben, dass ich mich damit (noch) schwer tue – ich persönlich bleibe lieber bei den “deutschen” Bezeichnungen. Beste Grüße aus Oö! Christian

    #24054 Antwort

    Budmaster
    Forenmitglied
    Beitragsersteller

    Hallo Martin.

    Ich stimme dir zu das es besonders hier auf dem Land fast wichtiger ist für ein ausreichendes Futterangebot zu sorgen als viele Hummelkästen zu haben.
    Ich muss auch sagen das die Erdhummeln hier bestimmt genug Mäusehöhlen finden um ein Nest zu bauen. Ich hätte natürlich auch lieber eine Hummel im Kasten die eher auf Hilfe angewiesen ist. Allerdings nehmen die Erdhummeln bei mir die Kästen sehr gerne an und ich freue mich auch über diese schönen dicken Brummer.
    Bleibt für den Hummelkasten also noch der vorteil das die Motten nicht so leicht rankommen, oder verpufft auch dieser dadurch das der Kasten mit den Jahren zu stark nach (Hummel) riecht und er die Motten zu stark anzieht??
    Ich denke das für mich 4 Kästen ausreichend sind und lieber meinen (wildacker) vergrößern werde.

    Bei meinen Baumhummeln fliegt seit gestern der erste Nachwuchs

    #24115 Antwort
    Detter
    Detter
    Forenmitglied

    Ich habe jetzt 3 Hummelkästen auf dem Balkon und sehe immer noch suchende Königinnen. Im letzten Jahr waren es nur 2 Hummelvölker. Da fragt man sich natürlich ob es noch Sinn macht weitere Kästen aufzustellen, wenn jetzt schon in der Großstadt nicht genug Quartiere (Mäuselöcher/Hummelkästen) zur Verfügung stehen. Ich habe mal gelesen, dass ca. 20 bis 30 Jungköniginnen pro Volk hervorgehen? 10-20 % werden vermutlich überleben? Wo sollen die alle in der Stadt ein Volk gründen? :conf:

Ansicht von 15 Beiträgen - 1 bis 15 (von insgesamt 15)
Antwort auf: Wie viele Hummelhäuser sind sinnvoll?
Deine Information:




:hair:  :angel:  :conf:  :cry:  :devil:  :dontknow:  :dunno:  :emb:  :kiss:  :lmao:  :love:  :nerd:  :roll:  :-(  :sarc: 
:sat:  :ser:  :-)  :sun:  :happy:  :zwinker:  :yell:  :homepage: