Post von Bertram Münker
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Martin aktualisiert.
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17. September 2025 um 16:00 Uhr #92542
BertramForenmitgliedHallo Christian, mit deinen 31 Kästen bist du ja noch “hummelverrückter” als ich. Und wie bei dir in Oberösterreich ist bei mir im Siegerland, wie fast jedes Jahr um diese “späte” Zeit, noch ein letztes kleines Ackerhummelvolk aktiv.
Schade, dass die eigentliche Hummelsaison nur ewa ein halbes Jahr dauert, denke ich manchmal wehmütig am Ende des Sommers. Aber hätten wir sie das ganze Jahr über, wäre die Freude wohl nicht mehr so groß, weil wir ja gerade die spannende Entwicklung von der Erstansiedlung bis zum Abflug der Jungköniginnen während weniger Monate umso intensiver erleben. Dazu den Winter als Mußezeit zum Aufarbeiten und Ausbessern der Kästen und bald schon die Vorfreude auf milde Spätwintertage, an denen wir mit Spannung die Wiederkehr der ersten Hummelkönigin erwarten.
Auch dir alles Gute. Gruß Bertram
17. September 2025 um 16:47 Uhr #92543
BertramForenmitgliedHallo Jan, danke für dein herzliches Willkommen. Wie schön, so begrüßt zu werden.
Ja, die Liebe zur Natur habe ich, seit ich denken kann. Immer gab es Tiere zu Hause, Hunde und Katzen, Hühner und Fasane, Enten und Tauben, Kaninchen und Meerschweinchen; Opa züchtete Wellensittiche und fuhr mit mir zum Angeln, ich hielt Prachtfinken, hatte mal eine zahme Rabenkrähe, mal zwei Eichelhäher und andere aus dem Nest gefallene Vögel, die ich aufzog und später frei ließ, hatte Mäuse und Hamster, brachte alle möglichen Tiere von meinen Streifzügen mit heim, die nach einigen Tagen oder Wochen des Beobachtens wieder in die Natur entlassen wurden; ich half am Wochenende in einem Tierpark aus, und natürlich war Biologie von Anfang an mein Lieblingsfach und erstes Abiturfach (das zweite war naheliegenderweise Geographie). Später folgten viele Jahre freiberuflicher Arbeit als Fotograf und Autor, es entstanden Naturführer, Bildbände und andere Bücher. Unzählige Erlebnisse, gute wie schlechte, haben mein Leben bereichert – die schönsten aber hat mir immer wieder die Natur geschenkt.
Liebe Grüße von Bertram
17. September 2025 um 17:23 Uhr #92544
BertramForenmitgliedHallo Doris,
der Bertram “brennt” nicht nur für die Hummeln, sondern eigentlich für alles, was da so “kreucht und fleucht”. Mal abgesehen von Stechmücken, Bremsen und Zecken (die mir, da ich nunmal viel in der Natur bin, schon mehrmals eine Borreliose haben zukommen lassen). Aber natürlich habe auch ich meine Lieblingstiere, und unter den Insekten sind es noch vor den Schmetterlingen eindeutig die Hummeln. Was wahrscheinlich an ihrem pummelig-pelzigen, farbenfroh gezeichneten Erscheinungsbild liegt. Und dass ich sie aus nächster Nähe beim Betätigen der Hummelklappe, beim An- und Abflug sowie (durch Glasscheiben) im Inneren der Kästen in aller Ruhe beobachten kann, macht die Beschäftigung mit den “Bienen im Pelz” für mich noch viel schöner!
Gruß Bertram
17. September 2025 um 20:36 Uhr #92545
MarthaForenmitglied- CH
- 545 m
Freue mich über Deinen umfangreichen Bericht von und über die Natur und die Fotos. Du schreibst, wir versuchen zu ersetzen, was in der Natur verloren gegangen ist. Der erste Gedanke war; können wir das wirklich……..?
Im weiteren habe ich mir Gedanken gemacht über Dein Erlebnis Hummel/Wespe in einem Deiner Kästen. Ich kann mir vorstellen, dass es einen Kampf gab in dem keiner gewinnen konnte, aber schade um die Hummeln, ich glaube, sie waren doch die Schwächeren.
18. September 2025 um 12:43 Uhr #92546
BertramForenmitgliedLieber Stefan,
wir haben uns ja schon per (altmodischem) Brief und (längst nicht mehr neumodischer) E-Mail ausgetauscht. Totzdem möchte ich dir auch hier nachträglich für deine freundlich-lustige Aufnahme ins Hummel-Forum danken.
Wie schon an anderer Stelle erwähnt, bin ich von klein auf immer mit Tieren zusammen gewesen, habe Tierbücher verschlungen, Tierfilme gesehen, damals, die Älteren werden sich erinnern, von Bernhard Grzimek und Heinz Sielmann; heute begeistern mich die Filme von Jan Haft, der mit seinen einziartigen Makroaufnahmen mir die Welt der Insekten (buchstäblich) nahe gebracht hat wie kein anderer. Und damit auch das Interesse für die Bienen, besonders aber für die Hummeln.
In den Jahren, in denen ich beruflich auf Fotofahrten unterwegs war, um für Bildbände und Naturbücher zu fotografieren, gab es unvergessliche Tierbeobachtungen: Weißstörche in Bergenhusen, Basstölpel auf Helgoland, Brandseeschwalben auf Neuwerk, Uhus im Nationalpark Bayerischer Wald, Gänsegeier in den Pyrenäen, Seeadler in Vorpommern, Steinadler am Hohen Ifen, Murmeltiere am Großglockner, Bienenfresser im Kaiserstuhl, Flamingos in der Camargue, Gottesanbeterin am Plattensee, Schwarzblaue Holzbiene im Rheintal, um nur einige zu nennen. Was aber, ohne dass ich irgendwohin fahren muss, mir die Hummeln schenken, ist noch viel mehr, weil ich sie (zumindest die häufigsten Arten) ja gleich vor der Haustür habe. Ich brauche nur in den Garten zu gehen und werde vom zeitigen Frühjahr bis zum Spätsommer vom vertrauten Summen begrüßt. Ich kann mich jederzeit mit einem guten Buch bequem in einen Gartenstuhl setzen und den Hummeln beim Ein- und Ausfliegen zusehen, kann einen Blick in den einen oder anderen Kasten werfen, um nachzuschauen, ob alles in Ordnung ist. Und in jeder Saison gibt es etwas Neues zu beobachten, nie wird es langweilig, und selbst wenn ich schon zigmal einen Orientierungsflug beobachtet habe, fasziniert mich jeder neue, als sähe ich ihn zum ersten Mal. Dann die Spannung bei der ersten Rückkehr, später beim ersten Polleneintrag oder dem Ausflug der ersten, fliegengroßen Arbeiterinnen. “Bilder zum Freuen” hat meine Mutter immer dazu gesagt.
Heute sage ich es: Bilder zum Freuen.
Und die wünsche ich weiterhin allen Hummelfreunden und Naturliebhabern. Also, logisch, auch dir, Stefan!
18. September 2025 um 21:34 Uhr #92561
StefanAdminBeitragsersteller- DE 84513
- 398 m
Dankeschön!
So ein Forum lebt von seinen Mitgliedern.
Grüße Stefan
21. September 2025 um 16:33 Uhr #92573
BertramForenmitgliedGestern, an diesem so sonnigen und wunderbar warmen Spätsommertag, konnte ich noch einige Ackerhummeln (aus einem meiner Kästen) an den Blüten des Mönchspfeffers beobachten, während an den Blüten der Roten Heckenkirsche nicht nur eine letzte Gartenhummel, sondern auch zwei Taubenschwänzchen sich ihren Nektar einverleibten. Immer wieder schön zu sehen, wie die Gartenhummel sich anklammert und trotz ihres zwei Zentimeter langen Rüssels auch noch den Kopf in die Röhrenblüten stecken muss (faszinierend im Gegenlicht), das Taubenschwänzchen aber (der “Kolibri unter den Schmetterlingen”) wegen seines noch längeren Rüssels vor der Blüte im Schwirrflug in der Luft stehenbleiben kann.
Auch im Kleinwalsertal sah ich vor kurzem ein Taubenschwänzchen an einem Sommerflieder. Was mich an eine seltsame Beobachtung erinnerte: In etwa 1000 Metern Höhe sah ich auf dem Wanderweg eine offensichtlich flugunfähige Bunte Hummel herumkriechen. Ich setzte sie auf einen bemoosten Felsen – und augenblicklich versuchte sie hektisch sich einzugraben (also wohl eine Jungkönigin mit Drang ins Winterquartier), was aber wegen der dünnen Moosschicht und dem Felsen darunter nicht gelingen konnte. Beim näherem Hinsehen hatte ich zwischen den Äderchen auf den Flügeln, dann auch auf dem Thorax, merkwürdige weißliche Flecken entdeckt, eine Art Ausschlag (oder waren es Ablagerungen oder Ablösungen?) – möglicherweise die Ursache der Flugunfähigkeit.
Vielleicht hast du ja, Stefan, als versierter Hummelexperte, vielleicht ein anderer Fachmann oder eine Fachfrau bei pollenhöschen.de eine Erklärung für diese Krankheit (vermute ich); ich habe jedenfalls trotz eifrigen Nachforschens nichts darüber gefunden.
Gruß Bertram
21. September 2025 um 16:50 Uhr #92586
StefanAdminBeitragsersteller- DE 84513
- 398 m
Flugunfähigkeit ist oft DWV, die verkrüppelten Flügel erkennt man oft gar nicht so deutlich.
Es könnten aber auch weitere bekannte Krankheiten oder Parasiten in Frage kommen.
Oder irgendeine Art Vergiftung.
Grüße Stefan
30. Dezember 2025 um 12:00 Uhr #92829
BertramForenmitgliedSpäter als in den letzten Wintern haben jetzt wieder Waldmäuse drei (von 25) Hummelkästen als Winterquartier bezogen. Nämlich die Kästen, in denen es im Sommer KEIN Hummelnest gab, Moos und Kapok also unbenutzt geblieben sind. Noch nie habe ich erlebt, dass sie in Kästen eingezogen wären, in denen ein Hummelnest war, selbst wenn (in den großen Kästen, etwa von Schwegler) nebenan noch genügend Platz gewesen wäre.
Ich lasse den Mäusen gern ihr molligwarmes Winterquartier; auch in der Hoffnung, dass der Mäusegeruch im Frühling suchende Königinnen anlocken könnte. Was aber zumindest bei einem Kasten noch nie geklappt hat; der noch dazu auf dem Boden steht. Ein anderer, in 1,70 m Höhe an einem mit Spindelstrauch bewachsenen Spalier (in dem hin und wieder Baumhummeln siedeln) wird dagegen (natürlich nacheinander) gern von Mäusen UND Hummeln besetzt. Erstaunlicherweise schaffen es die Mäuse nicht nur, sich durch 2 und selbst 1,8 cm schmale Öffnungen hindurchzuzwängen, manche haben sogar gelernt, die Hummelklappe zu betätigen.
Bisher haben sie im Frühjahr immer von sich aus ihr warmes Zuhause auf Zeit verlassen. Ich hätte aber nichts dagegen, sollte irgendwann mal ein Mäusepaar darin seine Jungen aufziehen.
2. Januar 2026 um 19:59 Uhr #92846
janfoModerator- DE 34233
- 246 m
Hallo Bertram, schöne Bilder hast du da gemacht
25 Kästen sind natürlich schon eine Menge, da werde ich wohl nie hinkommen.
Aber ich habe auch 2 Kästen die leer geblieben sind und lasse sie draußen. Einen Kasten von Franz habe ich in die Gartenhütte gebracht, damit er nicht so stark der Witterung ausgesetzt ist und ich noch lange Freude daran habe.
Bei mir zogen bisher zwar keine Mäuse aber immer wieder Spitzmäuse ein.
Wer Mäusen ein Quartier bietet, schützt damit indirekt auch Hummeln.Ich wünsche ein schönes Jahr 2026 mit tollen Naturerlebnissen!
4. Januar 2026 um 12:49 Uhr #92867
BertramForenmitgliedDanke, auch dir (und uns allen) ein schönes Naturjahr 2026.
Während ich die im Sommer von Hummeln “verschmähten” Kästen draußen lasse, damit sie als Mäusewinterquartier dienen können, nehme ich die benutzten Kästen nach drinnen in meinen Bastelkeller. Wo sie nach dem Säubern erstmal trocken können, bevor sie wieder aufbereitet werden für die nächste Hummelsaison. Bei manchen ist das Holz verzogen, es haben sich Risse gebildet, die verleimt und abgedichtet werden müssen, und immer wieder modifiziere ich die Belüftungen. All diese Arbeiten machen schon deshalb Spaß, weil sie jeden Januar und Februar aufs Neue mit der Vorfreude auf den Frühling verbunden sind, der für mich (wenn auch zuweilen etwas voreilig) mit dem Erscheinen der ersten Hummelkönigin beginnt.
6. Januar 2026 um 20:36 Uhr #92873
MartinForenmitgliedBertram schrieb am 21. September 2025 um 16:33 UhrAuch im Kleinwalsertal sah ich vor kurzem ein Taubenschwänzchen an einem Sommerflieder. Was mich an eine seltsame Beobachtung erinnerte: In etwa 1000 Metern Höhe sah ich auf dem Wanderweg eine offensichtlich flugunfähige Bunte Hummel herumkriechen. Ich setzte sie auf einen bemoosten Felsen – und augenblicklich versuchte sie hektisch sich einzugraben (also wohl eine Jungkönigin mit Drang ins Winterquartier), was aber wegen der dünnen Moosschicht und dem Felsen darunter nicht gelingen konnte. Beim näherem Hinsehen hatte ich zwischen den Äderchen auf den Flügeln, dann auch auf dem Thorax, merkwürdige weißliche Flecken entdeckt, eine Art Ausschlag (oder waren es Ablagerungen oder Ablösungen?) – möglicherweise die Ursache der Flugunfähigkeit.
Hallo Bertram,
das ist keine Waldhummel sondern eine alpine Art, wahrscheinlich eine Höhenhummel (Bombus sichelii). Die Ablagerungen auf dem Flügel halte ich für Erde, vom eingraben.
Martin
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