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Hummelhaus aus Neuseeland

Ansicht von 15 Beiträgen - 1 bis 15 (von insgesamt 22)
  • Autor
    Beiträge
  • #41397 Antworten
    TiGo
    Forenmitglied
    Buchtip:

    N’Abend zusammen,

    Ich hab dieses Wochenende in heißer Vorfreude auf die neue Hummelsaison in einem moment der Langeweile durch Youtube geklickt und bin im angelsächsischen Teil der Seite auf dieses Design aus Neuseeland gestolpert.

    Hat wer das schon mal gesehen oder womöglich ausprobiert? Ich mein 90% Annahmerate scheint mir auf den ersten Blick etwa geschönt, ist ja schließlich ein Werbe-Video. Würd mich aber trotzdem was die alten Hasen hier darüber denken, fehlen von Hummelklappe, innerer Karton, Belüftung usw. erstmal außenvorgelassen.

    #41398 Antworten
    Stefan
    Admin

    Vielen Dank, sehr interessant!

    Ich kann mir gut vorstellen, dass dieser Schlitz die Hummelköniginnen magisch anzieht. Das kann ich mir sogar sehr gut vorstellen.

    Auf dem Kopf umgedreht mit Loch nach unten wäre wohl noch besser? Dann müsste man das Ding aber eingraben…

    Man müsste in unseren Breiten das Ganze dann nur noch von vorne verschließen können, wenn die Königin mal angesiedelt ist (mit Hummelklappe). Geht ja nur um die Selbstansiedlung bei dieser Konstruktion.

    Alles andere (Innenkarton, Anzuchtdeckel usw.) kann man ja noch integrieren, wenn man will.

    Ich denke das ist einen Versuch wert!

    #41401 Antworten
    petersberg
    Forenmitglied

    Ich habe mir das Teil angeschaut.
    Klar der Schlitz würde schon eine gewisse Anziehungskraft haben.
    Er ist aber auch eine Autobahn für Ameisen und Wachsmotten.
    Bin aber für was neues offen und werde da wie Stefan noch mal drüber nachdenken.

    :kaffee:

    #41402 Antworten
    TiGo
    Forenmitglied
    Beitragsersteller

    @Stefan Oh ja umdrehen und eingraben :ja: das ist ne gute Idee.

    Zum Verschließen der Spalte könnte man in Richtung traditionelle Imkerei gucken, die haben doch auch so Einsätze um wenn nötig den Einflugspalt auf ein Loch zu verkleinern. :? Setzt man jetzt noch ein Klötzchen mit Klappe vor dieses Loch könnte es schon fast für den Zweck hier reichen.

    #41406 Antworten
    Stefan
    Admin

    Ja, der Schlitz müsste so gebaut werden, dass er wie ein Vorbau funktioniert, also leicht verschließbar.

    Man kann das aber auch auf vorhandene Hummelhäuser adaptieren und mit diesem flachen Trichter am Einlaufschlauch experimentieren. Das finde ich sinnvoller. Ist ja nur zur leichteren Selbstansiedlung, danach kann man das Ganze entfernen und ne Klappe drauf machen.

    So muss man nur den Trichter bauen und das Hummelhaus bleibt wie es ist. Bei Hummelhäusern mit externem Einlaufschlauch sehr leicht umzusetzen.

    Ein Experiment wäre es Wert.

    #41414 Antworten
    Luc

    Wenn man einen halbverwilderten Garten hat, kann man das nur bestätigen, wie die Hummeln suchen. Ich für meinen Teil richte bei bodenebenen Eingängen der (Halb)versenkten Hummelbeuten auch immer so eine Art natürlichen Trichter vor dem Eingang her. Erfahrungsgemäss suchen sie erst mal halbdunklere Stellen ab, um eben dort am hinteren Ende weiterzusuchen. Bei dieser Eingangs-Präparation sind bei mir die Besiedlungsquoten bei nahe 100%. Deshalb brauch ich auch die Röhre zum aktiven ansiedeln nicht. Und man kann später bei Besiedlung den Eingangsbereich wieder so verändern, dass er für andere suchende Hummeln unattraktiver wird, was bei dem Kasten-Typ vom Link nicht möglich ist.

    Aber die Link-Idee selbst hat es in sich :ja:

    Nur würde ich diesen Kastentyp nicht unbedingt dort aufstellen, wo über Jahre hinweg stets Hummelvölker siedeln, wie eben bei allen Hummelfreunden dieses Forums. Je beständiger dort Hummel siedeln, desto grösser auch die Wahrscheinlichkeit, dass eben deren natürlichen Feinde u. Parasiten dort anwesend sind. Bei den aufwendigen Schutzvorrichtungen aber , die man bei den Beuten der Hummelliebhabern sieht, wird das eher hinfällig sein.

    So meine jahrelange Erfahrung.

    #41416 Antworten
    Martin
    Forenmitglied

    Spannendes Design. Bedenkt bei der Bewertung unbedingt, dass Hummeln in Neuseeland nicht heimisch sind, sondern erst vor 140 Jahren zur Bestäubung von Klee eingeführt wurden. Es fehlt also dort sowohl an natürlichen Feinden und bspw. auch an den meisten Säugetieren, deren Nester sie in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet häufig nutzen. Das könnte den Erfolg der dortigen Nistkästen auch erklären.

    #41418 Antworten
    TiGo
    Forenmitglied
    Beitragsersteller

    Ich hab jetzt nicht nach geschaut aber würde doch stark vermuten, dass zumindest Kaninchen absichtlich und Ratten unabsichtlich dort von den ersten Europäern eingeführt wurden. Das Muster zieht sich durch praktisch jede ehemalige Kolonie.

    #41421 Antworten
    Martha
    Forenmitglied

    @Luc  Deinen Bericht fand ich Klasse. Erwiesen ist, dass Erdlöcher für eine Selbstansiedlung immer noch die Beliebtesten sind und auch die natürlichste Art. Das zeigen nun Deine Erfahrungen. Echt nachahmungswert! :bravo:

    #41537 Antworten
    Manfred HH
    Forenmitglied

    Meines Wissens gibt es die Hummelwachsmotte nicht in Neuseeland.

    Daher ist dieses Hummelhaus wohl für Neuseeland geeignet, nicht aber für Deutschland.

    @ Martin: Eine dort zur Bestäubung eingeschleppte Hummelart ist in Großbritannien zwischenzeitlich ausgestorben und soll jetzt mit einem aufwändigen Wiederansiedlungsprojekt aus Neuseeland dorthin zurück geholt werden.

     

    #41538 Antworten
    TiGo
    Forenmitglied
    Beitragsersteller

    @Manfred meinst du die Erdbauhummel?

    Das letzte was ich zu dem Projekt gelesen habe ist, dass die Forscher die Wiederansiedlung aus Neuseeland aufgegeben haben. Zum einen aus Logistikgründen und zum anderen weil ursprünglich nur sehr wenige Königinnen der Erdbauhummel(waren glaub ich zwei aber nagel mich da nicht drauf fest) leidet die Population in Neuseeland schwer unter Inzucht.

    Darum hat man sich entschieden Königinnen aus Schweden zur Wiederansiedlung einzuführen, da diese genetisch besser geeignet waren als die ursprünglich britischen Neuseelandhummeln(DNA ähnelt sehr denen aus Museumssammlungen).

    #41541 Antworten
    Martin
    Forenmitglied

    Ja, es war die Erdbauhummel und ich habe das subterraneus Projekt von Anfang an sehr genau verfolgt. Die haben Neuseeland bereits nach zwei Jahren aufgegeben, in erster Linie wahrscheinlich, weil ihnen zwischenzeitlich die schwedischen subterraneus auf dem Silbertablett angeboten wurden. Kann man in Goulsons Buch nachlesen. Von 2012 bis 2016 wurden dann insgesamt über 400 Königinnen in Schweden gefangen und nach einer Quarantäne mit Gesundheitscheck wurden gut die Hälfte davon in England freigelassen. Es hat wohl nicht funktioniert, alle angeblichen Sichtungen von Arbeiterinnen entpuppten sich nach Überprüfung als fehlbestimmte Gartenhummeln.

    Es wunderte mich ehrlich gesagt nicht. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass die ganze Prozedur, speziell die Quarantäne, spurlos an den Königinnen vorübergeht. Da sind die Königinnen schon mehrere Tage in Schweden unterwegs, dann werden sie nach England gebracht, untersucht und zwei Wochen im Kühlschrank gehalten, bevor sie freigelassen werden. Haben sie dann überhaupt noch Lust, die Fähigkeit und die Zeit erfolgreich ein Nest zu gründen?

    Leider ist alles was wir über “Stimmungen” usw. durch deutschsprachige Autoren wissen im englischsprachigen Raum überhaupt nicht bekannt, wie auch generell fremdsprachige Literatur über Hummeln kaum Beachtung findet.

    #41543 Antworten
    Martha
    Forenmitglied

    @Martin

    im englischsprachigen Raum überhaupt nicht bekannt….

    Dave Goulson, ein angesehener Hummelforscher, hat seine Bücher aber alle in English verfasst! :)

    #44675 Antworten
    osmia
    Forenmitglied

    Hallo Leute,

    wie sieht es mit dem Neuseeland-Kasten aus.

    Hat jemand von euch den Kasten nachgebaut und im Einsatz?

    Nach 3 erfolglosen Jahren (mit dem “Standart-Hummelkasten”) greift man nach jedem Strohhalm :lol: Ich musste ihn einfach aus Holzresten nachbauen.

    Wie es aussieht ist er auch besiedelt worden. Hin und wieder kann ich eine Königin ein oder ausfliegen sehen. :hurra:

    #44678 Antworten
    Stefan
    Admin

    Herzlichen Glückwunsch!

    Das ist doch eine tolle Nachricht!

    Ich bin neugierig und weis dass sicher nicht nur mich Fotos interessieren würden… :pfeif:

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Antwort auf: Hummelhaus aus Neuseeland
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