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Hummel-Verluste durch Sammelflüge

  • Dieses Thema hat 10 Antworten und 6 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 1 Woche, 2 Tage von MarthaMartha.
Ansicht von 11 Beiträgen - 1 bis 11 (von insgesamt 11)
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  • #47232 Antworten
    Marylou
    Forenmitglied
    Buchtip:

    Gezählt wurden die Aus- und Einflüge der Sammlerinnen eines Ackerhummelvolkes (Selbstansiedlung in einem Gubisch-Hummelkasten) an 3 Tagen für 3 bzw. 4 Stunden ab dem ersten Morgenausflug.

    Von 18 Ausflügen zählte ich innerhalb der ersten Stunde lediglich 6 Einflüge. In der zweiten Stunde erfolgten 11 Ausflüge und 9 Einflüge. (Es sah so aus, als ob die Hummeln im Nest nach einer gewissen Zeitspanne merken, dass zu wenig Sammlerinnen zurückkehren und deshalb zusätzliche Arbeiterinnen zum Sammeln rausschicken.) In der dritten Stunde dann 14 Ausflüge und 15 Einflüge. Ergibt ein Minus von 13 Hummeln innerhalb von 3 Stunden.

    Sicherheitshalber am nächsten Tag nochmal gezählt, wieder von Sammelbeginn an. Stunde 1: 11 Ausflüge, 11 Einflüge. Stunde 2: 13 Ausflüge, 13 Einflüge. Stunde 3: 12 Ausflüge, 12 Einflüge. Stunde 4: 15 Ausflüge, 12 Einflüge. Ich habe noch weitere 10 Minuten gewartet, leider ergebnislos. Ergibt ein Minus von 3 Hummeln innerhalb von 4 Stunden.

    Zum Vergleich habe ich eine frühere Zählung herangezogen, auch durchgehend gezählt ab dem ersten Morgenflug. Stunde 1: 11 Ausflüge, 6 Einflüge. Stunde 2: 10 Ausflüge, 10 Einflüge. Stunde 3: 14 Ausflüge, 14 Einflüge. Stunde 4: 10 Ausflüge, 11 Einflüge. Ergibt ein Minus von 4 Hummeln innerhalb von 4 Stunden.

    Es gibt sicher die eine oder andere vagabundierende Sammlerin, aber es lässt sich – wenn es „normal“ läuft – auch eine ausgesprochene Ausgewogenheit zwischen den Aus- und Einflügen erkennen, sodass ich die nicht zurückkehrenden Hummeln als Verlust betrachte. Und der Verlust bezieht sich lediglich auf eine Zeitspanne von 3 bzw. 4 Stunden an den jeweiligen Tagen. Gemessen an einer so kleinen Volksstärke wie bei Ackerhummeln oder überhaupt klein bleibenden Hummelvölkern ist das fatal.

    Stellt sich die Frage, wie hoch der Verlust durch die Sammelflüge pro Tag für ein Hummelvolk ist.

    #47236 Antworten
    osmia
    Forenmitglied

    Hi marylou,

    das ist ein spannendes Thema.

    Eventuell sind nicht alle Hummeln abhanden gekommen. Ich habe letzten mal einen Artikel gelesen, das manche Arbeiterinnen in andere Nester abwandern…

    Vielleicht ist das da auch der Fall

    Spiegel.de

    #47247 Antworten
    Budmaster
    Forenmitglied

    sehr interesant so eine zählung

    #47281 Antworten
    Marylou
    Forenmitglied
    Beitragsersteller

    @osmia Danke für den Link! Die Studie war mir bisher nicht bekannt.
    Ob sich das Studienergebnis pauschal auf alle Hummelarten umlegen lässt, sei dahingestellt. Bei größeren Völkern könnte ich mir das durchaus schon vorstellen, da einzelne Abwanderungen nicht ins Gewicht fallen würden. Bei kleineren Völkern, wo es vergleichsweise viel weniger Arbeiterinnen/Sammlerinnen gibt, müsste die Königin quasi fast von vorne anfangen, schon allein deshalb, da mit den verbleibenden Arbeiterinnen/Sammlerinnen für die vorhandenen Larven ausreichend Vorräte herangeschafft werden müssen.

    Dennoch bezweifele ich, dass von den 18 Arbeiterinnen, die an dem einem Morgen innerhalb von höchstens fünf Minuten ausflogen, sich 12 direkt und spontan dazu entschlossen haben, in fremde Nester abzuwandern. Eher tippe ich auf Vögel, von denen es hier (ländlich) viele gibt. Das gilt ebenso für die weiteren Verluste innerhalb der jeweils wenigen Stunden der Zählung an den anderen Tagen.

    Normalerweise würde ich, wie üblich, irgendwann tagsüber 20 Minuten zählen und der Hummelverlust wäre gar nicht großartig aufgefallen. Es wird ein- und ausgeflogen – Friede, Freude, Eierkuchen, wie man so schön sagt. Dass dem leider nicht so ist, habe ich durch die zeitlich etwas längeren Zählungen festgestellt.

    Interessant wäre, ob jemand hier aus dem Forum schon mal längere Zählungen mit welchem Ergebnis durchgeführt hat oder demnächst mal durchführen will.

    #47285 Antworten
    heiner

    hallo marylou,

    ich dokomentiere seit der ansiedlung der königin alle ein u ausflüge.

    weil ich ein programm zur zählung der volkgröße entwickeln möchte.

    um im vorfeld zu sehen wie ich das anstellen kann und durch eine permanenten aufzeichnung mittels kameras, kann ich im nachhinein die aus u einflüge in zeitraffer feststellen.

    ich habe die gleiche feststellung gemacht das täglich ein paar abhanden kommen.

    denke aber das die natur diesen umstand einkalkuliert hat

    lg :kaffee:

     

    #47287 Antworten
    Martin
    Forenmitglied

    Spannende Frage. Verluste wird es geben, die Frage ist in welcher Höhe. Wirklich klären lässt es sich nur, wenn man die Arbeiterinnen individuell markiert, um das zu überprüfen.

    #47305 Antworten
    Marylou
    Forenmitglied
    Beitragsersteller

    @heiner Kompliment! Mit einer solchen Herangehensweise sind das natürlich ideale Voraussetzungen für Zählungen und Programmentwicklung. Besonders der Zeitraffer ist dann enorm hilfreich für die Zählung.

    Ich hatte hier trotz täglich kurzem Blick (war definitiv zu kurz!) auf meine vier leeren Kästen im Frühjahr gar nicht mitbekommen, dass sich eine Ackerhummel in einem Kasten angesiedelt hatte. Es ist eine Erstbesiedlung, und da keine suchenden Königinnen mehr unterwegs waren, hatte ich nicht mehr damit gerechnet. Für mich ist das noch Neuland mit Hummeln im Kasten, da letztes Jahr hier in der Region gravierender Hummelschwund herrschte, und davor das Jahr hatte ich noch keine Kästen.

    Hast Du zwischendurch schon mal feststellen können, wie viele Sammlerinnen seit der Königin-Ansiedlung bisher abhandengekommen sind? Sind die Verluste eher morgens oder abends? Gibt es sonstige Abweichungen oder Auffälligkeiten?
    Welche Hummelart nistet bei Dir? (Sorry für die Frage, habe ich sicher schon gelesen, aber nicht im Kopf behalten:ups:.)

    @Martin Ich sehe mich schon jede Hummel nummerieren:lol:. Nein, quatsch, natürlich nicht. Aber bei einem klein bleibenden Volk haben die Verluste sicher spürbarere Auswirkungen als bei einem großen Volk, wo evtl. auch noch wenig Verluste zu verzeichnen sind.
    Dann wird neben dem Sammelradius auch noch die Sammelumgebung eine Rolle spielen, ob sich dort viele Feinde der Hummeln finden oder eher weniger.
    Vielleicht ist auch eine gewisse Hummelkörpergröße für z.B. Vögel auf Futtersuche ein Anreiz, leichte Beute machen zu können; eine kleine Acker-, Wiesen-, Gartenhummel ist da sicher willkommen.
    Bleiben manche Völker vielleicht deswegen so klein, weil die Verluste von Sammlerinnen ganz bestimmter Hummelarten einfach zu hoch sind (egal, durch welche Umstände, aber trachtenreiche Sammelgebiete vorausgesetzt)?

    #47679 Antworten
    Marylou
    Forenmitglied
    Beitragsersteller

    Ich schubse das mal hoch. Vielleicht kommen doch noch Antworten …

    #48048 Antworten
    TF-HH
    Forenmitglied

    Es gibt für Wildbienen von der Uni Würzburg ein Projekt welches sich mit Nahrungsmangel bei Wildbienen beschäfigte – nennt sich Fitnesstreß bei Wildbienen auch im Bezug auf Klimawandel

    Schon max. 72 Stunden ohne richtige Nahrungsversorgung führen zu Dezimierung und absterben

    Und Hummeln speichern keine Energie, Die brauchen immer etwas.

    Wenn junge Nester schon Verluste im Grundstock haben (egal wodurch); die Erst-Hummeln sind ja die welche später für die Brut und den Nestbau verantwortlich sind, reduziert sich die Arbeitsverteilung bis zum Nestende ja. Das führt dann wahrscheinlich auch zu einem früheren Verschleiß der Arbeiterschaft.

    Gerade deshalb ist es ja wichtig eine möglichst große Vielfalt an Blühendem über das Ganze Jahr anzubieten.

    Ist wie bei uns. Eine Firma kann nur dann sich vergrößern wenn auch Arbeitskräfte zur Verfügung stehen.

    Ansonsten kommt der Burnout …

     

     

     

     

     

     

     

     

    #48076 Antworten
    Marylou
    Forenmitglied
    Beitragsersteller

    @TF-HH Danke für Deine Ausführungen. Natürlich ist Trachtenmangel ein riesiges Problem, aber meine Frage sprach die Verlustrate bei täglichen Sammelflügen an – bei NICHT vorhandenem Trachtenmangel. Also wieviele Sammlerinnen dann pro Tag bei welcher Hummelart verloren gehen.

    Besonders in der Aufzuchtphase ihrer Jungen dürften die Vögel eine Rolle spielen, da sie ihren Nachwuchs ja versorgen müssen. Dann sind körperlich kleinere Hummeln als Leckerbissen im Flug gefangen gerade richtig.  In ländlichen Gegenden wie hier, wo es viele Vögel gibt (Nachbargrundstück leer, verwildert, einige große Laubbäume und viele Nester), kann das dann zum Problem für ein kleines Hummelvolk werden. Ich mag übrigens Vögel sehr – nicht dass das falsch verstanden wird.

    #48094 Antworten
    Martha
    Forenmitglied

    Es gibt heute so winzige Kameras, die den Flug einer Hummelkönigin aufzeichnet….. :haha::haha::lachtot:

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Antwort auf: Hummel-Verluste durch Sammelflüge
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