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Flächendeckende Erfassung von Hummeln als Langzeitprojekt

Dieses Thema enthält 11 Antworten und 6 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Thilo vor 3 Monate, 4 Wochen.

Ansicht von 12 Beiträgen - 1 bis 12 (von insgesamt 12)
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    Beiträge
  • #25895 Antwort

    Kai
    Forenmitglied

    Ich beschäftige mich beruflich und in der Freizeit mit Fledermäusen.

    2013 wurde vom NABU ein Projekt namens BatMap initiiert. Ziel des Projekts ist ein Fledermaus-Informationssystem auf Kartenbasis (http://www.batmap.de). Das Projekt beschränkt sich auf die Regionen Niedersachsen und Bremen.

    In Bezug auf Hummeln gab es vom NABU ein kleineres Projekt, dessen Ergebnisse hier zu sehen sind: https://www.zobodat.at/pdf/Ampulex_8_0024-0039.pdf

    Bei BatMap arbeiten ausschließlich Fachleute, die dies in ihrer Freizeit machen, beruflich aber in Gutachter- und Planungsbüros arbeiten und sich dort mit Fledemäusen beschäftigen. Von diesen Leuten gibt es aufgrund der Bedeutung von Fledermäusen in der Eingriffsplanung natürlich ungleich mehr als im Bereich Hummeln. Auch fließen teilweise die beruflich gesammelten Daten in BatMap ein.

    Die Anforderungen an die Bestimmung von Fledermäusen ist recht hoch, da die Tiere u.a. auch bioakustisch erfasst werden, was den Zugang zu einem solchen Forum ausschließlich für Fachleute rechtfertigt. Hummeln hingegen lassen sich optisch ansprechen, fotografieren und dann im Zweifelsfalle zur Nachbestimmung in einem Forum einreichen .

    Edit: Eine Bestimmung kann für den Hummelfreund hauptsächlich wohl nur über die Färbung erfolgen. Eine Genehmigung zum Fang und sogar Tötung zwecks Bestimmung scheidet offenkundig aus. Dass so nicht jede Art zweifelsfrei bestimmt werden kann, müsste hingenommen und auch so im Datenbestand vermerkt werden.

    Ähnlich wie bei BatMap müssten auch sogenannte Leitplanken definiert werden, welche vorschreiben, welche Anforderungen an eine Meldung gestellt werden (zum Beispiel könnte man formulieren, dass jede Meldung von einer bestimmten Anzahl anderer (qualifizierter) Mitglieder reviewed und freigegeben werden muss).

    Um mal ein Stimmungsbild zu bekommen: Was haltet ihr grundsätzlich von einem GIS-basiertem (GeoInformationsSystem) Hummelmeldesystem? Könntet ihr euch vorstellen in Urlaub und Freizeit gezielt nach Hummeln zu suchen und diese einzumelden oder liegt euer Schwerpunkt doch eher auf der Bereitstellung von Hummelkästen und Trachtpflanzen?

    #25897 Antwort
    Detter
    Detter
    Forenmitglied

    Ich bin mit den 3 Hummelvölkern und den Trachtpflanzen ausgelastet. Außerdem unterstütze ich noch Kollegen und Freunde bei der Aufstellung von Hummelkästen und mache manchmal eine Führung (auf dem Balkon) mit dem benachbarten Kindergarten. Es soll bei mir ein Hobby, im Bereich Naturschutz, bleiben, weswegen ich auch nicht alle lateinischen Namen pauke.  :sat:   :zwinker:

    #25902 Antwort
    Stefan
    Stefan
    Admin

    Würde ich sehr gerne, jedoch fehlt die Zeit…

    #25904 Antwort

    Thilo

    Hallo detter,

    das mit dem kindergarten ist ja so toll

    :-). Sind deine kids gerade dort oder bist da da hingegangen und hast gesagt??? Was sagst du ihnen? Ich hab hier auch einen kindergarten in der nähe und überlege, für nächstes jahr… die idee finde ich klasse. Begeistert man kinder dafür ist später alles gut.

    5 freunden von mir habe ich jetzt auch schon hummelkästen aufgeschwatzt. Erstmal hieß es wozu, die finden doch selbst was…

    Aber das argument, dass das die vögel doch auch tun, aber jeder kasten trotzdem eine zusätzliche erleichterung sein kann – und man mit den knuffigen tierchen viel freude haben kann, haben sie überzeugt :happy:

    #25905 Antwort

    Martin
    Forenmitglied

    So etwas schwebt mir (und einem anderen Mitglied aus dem ehemaligen Hummelforum) schon seit Jahren vor. Hatte mir sogar QGis installiert und fertige Lösungen (z.B. indicia.org.uk, UK ist Vorreiter auf dem Gebiet) angesehen. Allein, mir selbst fehlt die Motivation. Und jetzt kommt eh noch die DSGVO als bürokratisches Hindernis dazu.

    Hummeln sind so eine schwierige Gattung, dass ich mich da auch nicht auf die Bestimmung von Laien verlassen wollen würde. Denn dann kann man es meiner Meinung nach auch gleich bleiben lassen, wenn man irgendeinen wissenschaftlichen Anspruch hat bzw. ernst genommen werden will. Das endet sonst wie bei naturgucker, wo z.B. fast ausgestorbene Hummelarten angeblich mitten in Köln vorkommen sollen und trotzdem ohne irgendeinen Beleg akzeptiert werden.

    Andere Länder machen es bereits vor, wie es geht. Sie lassen “Citizen Scientists” Bilder einer Hummel hochladen und anschließend wird diese von Experten bestimmt.

    Hier wie es meiner Meinung nach ablaufen sollte:

    1. User lädt intern Bilder hoch und gibt den Fundort an bzw. dieser wird aus den EXIF-Daten gelesen und muss nur vom User bestätigt werden.
    2. Bilder werden auf Tauglichkeit überprüft (z.B. unscharfe Bilder direkt abgelehnt), im Idealfall natürlich durch einen Algorithmus. :D
    3. Aus einem Pool von Experten werden zwei ausgesucht, passend bspw. zur Region (Plausibilität! Regionale Farbvarianten.). Oder im Falle einer Gebirgshummel natürlich bevorzugt jemand, der sich sehr gut mit alpinen Arten auskennt.
    4. Die zwei Experten bekommen die Bilder angezeigt und geben unabhängig voneinander (blind – also jeweils ohne zu sehen, was andere bereits dazu gesagt haben) ihre Bestimmung ab oder lehnen die Hummel als unbestimmbar ab.
    5. Algorithmus überprüft ob beide Experten einer Meinung sind. Wenn ja, wird die Hummel als bestimmt markiert und öffentlich sichtbar aufgenommen. Wenn nicht gilt die Hummel als unbestimmbar und wird abgelehnt.
    6. Bilder werden archiviert, um jede Bestimmung auch in Zukunft überprüfbar zu machen.

    Diese Art Vier-Augen-Prinzip mag übertrieben erscheinen, stellt aber sicher, dass jedes Tier genau untersucht wird und wirklich nur eindeutige Belege akzeptiert werden. Ich halte mich gewiss nicht für einen Experten, aber selbst nach zehn Jahren unterlaufen mir da noch Fehler oder werde ich von einer seltsamen Farbvariante genarrt. Und das ist bei den eigenen Bildern. Fremde Bilder erhöhen meiner Erfahrung nach den Schwierigkeitsgrad spürbar. Mir fällt es dann deutlich schwerer die Merkmale einzuordnen.

    Leider fehlt es im deutschsprachigen Raum einfach an Experten, die Hummeln sicher von Bildern bestimmen können. Deswegen wird das nicht machbar sein. Auch sind viele Arten nur auf wirklich scharfen Bildern aus verschiedenen bzw. bestimmten Perspektiven zu erkennen. Das werden die wenigsten (Smartphones) wohl liefern können oder wollen. Da werden auch einige schnell frustriert aufgeben, wenn sie nur “irgendeine Kuckuckshummel” als Antwort bekommen.

    Ein gutes Vorbild ist auch kerbtier.de.

    So und jetzt warte ich genüsslich auf Lucs undiplomatisch bissigen Kommentar. ;)

    #25906 Antwort
    Detter
    Detter
    Forenmitglied

    Hallo Thilo, ich brauchte 3 Legosteine (Fütterung) und da habe ich ein Tauschgeschäft angeboten. Ich bekomme die Legosteine und die Rasselbande bekommt etwas über Hummeln und Insekten erzählt. Jetzt haben die Kids und die Erzieher keine so große Angst mehr vor Hornissen und Wespen. Der Kindergarten ist auf dem Nachbargrundstück. Die Erzieher überlegen sogar einen eigenen Hummelkasten aufzustellen, müssen aber die Eltern befragen und die rechtliche Lage checken (Haftung).  :-)

    #25932 Antwort
    Christian
    Christian
    Forenmitglied

    Auch Fledermäuse sind interessante und schützenswerte Tiere. In ca. 10 km Entfernung gibt es eine der größten Populationen einer Art, die mir gerade nicht einfällt, im Dachboden eines Schlosses in Oö. In meine beiden Fledermauskästen wollen keine FM einziehen, statt dessen gab es bereits ein Nest mit Siebenschläfern. Zu unserem Engagement für Hummeln: Bin sicher, dass viele von uns immer und überall mit “offenen Augen” durch die Natur gehen und z.B. auch im Urlaub auf das Vorkommen bestimmter Hummelarten achten – schrieb darüber vorhin in einem anderem Beitrag. Diese Beobachtungen für Interessierte zugänglich zu machen, ist natürlich aufwändig und schwierig. Beste Grüße aus Oberösterreich! Christian

    #25964 Antwort
    Luc
    Luc

    Zitat @martin:

    So und jetzt warte ich genüsslich auf Lucs undiplomatisch bissigen Kommentar. ;)

    :angel: dem kann ich nicht allzuviel anfügen. Einem Profi wie Dich  kann man nix vormachen :zwinker:

    Ich für meinem Teil bin da als Österreicher auf folgender Seite schon gut bedient:

    https://www.naturbeobachtung.at/platform/mo/nabeat/bombus/home.do?doHome

     

    Auf pollenhöschen gehts ja fast nur um die Hummelhaltung am Haus.  Der Tunnelblick hier ist auf die Dauer fast nicht auszuhalten :zwinker:  Aus dem Grunde sehe ich hier auch nur sporadisch rein.

    Wie es mit der flächendeckenden Erfassun der Hummeln in Deutschland bestellt ist, weiss ich allerdings nicht.

    Mehrer Projekte sind ja überregional glaub ich doch am Laufen …

     

    VG  Luc

     

     

    #26099 Antwort

    Thilo

    Hallo detter :-) ,

    Ohhh. Das mit den kids ist ja so toll :-) . Und so eine gute tat, wo wirklich so viele angst davor haben.

    Ein guter freund von mir zb ist eigentlich laissez faire biologe, alles natur, alles ok. Hat aber jetzt 2 kinder und eine irrationale angst vor wespen, hornissen, bienen und co -könnten die kinder ja stechen.

    Da versuche ich seit 5 monaten -bislang völlig erfolglos- die angst zu nehmen… jede wespe muss dort eines grausamen todes sterben.

    Ohhh, wie cool, dass die sogar planen, einen hummi kasten anzuschaffen :-) , wie mega :-)

    Wenn du noch legos brauchst, schick ich dir welche mit :-)

    #26100 Antwort

    Thilo

    Ich glaube, fledermäusen kann man ja nur durch den moment des beobachtens nahe sein, aber hummis kann man ja sogar ein haus bieten und sie dabei beobachten, darum ist der natur-beobachtungsschritt emotional dabei ein ‘etwas weniger rückschritt’, weil ja noch ‘mehr’ geht..

     

    So eine untersuchung fände ich mega. Wenn sie allerdings nicht zum selbstbeglückenden selbstzweck werden sollte – sondern wirken sollte, zb in dem etwa ein vermuteter und beobachteter rückgang gemeinden zum aussähen von blumenmischungen aktivieren, grünflächenämter hummikästenbaupläne ausgeben sollten, wollte ich den kurzen weg anregen: das könnte man auch so bei den ämtern anfragen.

     

    -ich habe zb vor kurzem bei mir angefragt, wie es mit blumenmischungen aussieht. -leider vollkommen erfolglos. Zeitlos schick und wenig arbeitsintensiv und stets erfolgsgekrönt sei allein kurz geschnittenes rasengrün, hat man mir geantwortet…

     

     

    #26225 Antwort

    Thilo

    Vielleicht habe ich gerade auch im moment bei diesem thema zu sehr das emotionale momentum ‘ohhh, liebe, knuffige tiere’, um dieses thema im moment aus dem kühlen, sachlichen, naturwissenschaftlichen blickwinkel (den man ja wiederum auch mit herz verfolgen kann) betrachten zu können…

    #26226 Antwort

    Thilo

    Und ich habe natürlich keine ahnung. Ich kannte bis zu diesem jahr nur erdhummeln, jetzt noch baumhummeln und steinhummeln…

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