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Feindliche Übernahmen

Ansicht von 15 Beiträgen - 1 bis 15 (von insgesamt 28)
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    Beiträge
  • #57022 Antworten
    Manfred HH
    Forenmitglied
    Buchtip:

    Bei mir scheint es dieses Jahr ein Überangebot an zurückkehrenden Gartenhummeln zu geben. So hat zunächst eine Gartenhummelkönigin die seit Ende März nistende Wiesenhummel aus dem Kasten vertrieben (die Wiesenhummel ist noch einige Male zurückgekehrt, hat des dann aber aufgeben) und am folgenden Tag sah die Gartenhummelkönigin irgendwie verändert aus. Im Kasten lag dann auch eine tot Gartenhummelkönigin.  Die Usurpatorin ist offenbar von einer stärkeren Rivalen getötet worden.

    Mal sehen, ob die Gartenhummel das Nest übernommen oder ein neues Nest gegründet hat. Bei einer Nestübernahme stellt sich natürlich die Frage, wie die Brutpflege funktioniert, da ja Wiesenhummeln und Gartenhummeln unterschiedlichen Brutpflegetypen angehören.

     

    #57024 Antworten
    Martha
    Forenmitglied

    @Manfred    Die Usurpation ist wirklich widerrechtlich, die müsste vor Gericht gezogen werden… :lol:

    Nein, Spass beiseite – es ist spannend, was mit dem ursprünglichen Nest von der Wiesenhumel  passiert?

    #57093 Antworten
    Sonja
    Forenmitglied

    Hallo Manfred, darf ich fragen wo in etwa du in HH wohnst? Hier bei mir in HH-Sasel / Berne habe ich dieses Jahr noch keine Gartenhummel gesehen. Auch die letzten Jahre war es hier mit Gartenhummeln sehr mau. :cry:

    #57115 Antworten
    Manfred HH
    Forenmitglied
    Beitragsersteller

    In Meiendorf, in der Nähe vom Stellauer Tunneltal; also gar nicht so weit von dir weg.

    #57117 Antworten
    gingillinos
    Forenmitglied

    Interessant. Ich bin immer wieder verwundert wie das alles so in der Natur passiert. Von einem Überangebot von Hummelköniginnen kann ich noch nicht sprechen und hoffe das ich dieses Jahr gut durch komme. Voriges Jahr hatte ich auch 11 Hummeln die sich gekloppt haben :god:

     

    #57192 Antworten
    Martin
    Forenmitglied

    Irgendwer – ich weiß nicht mehr, ob von Hagen selbst oder einfach nur jemand im alten bombus Forum – hat mal geschrieben, Nestübernahmen (also mit Brut oder Arbeiterinnen) zwischen Pollenstorern und Pocketmakern würden nur in eine Richtung funktionieren. Leider erinnere ich mich nicht mehr in welche. :ups:

    Generell natürlich ein spannendes Thema. Vielleicht will @Stefan oder jemand anderes diesem Themenkomplex (von kämpfenden Königinnen, Nestübernahmen und Doppeltbelegungen) einen eigenen Artikel widmen. Wir haben in diesem Jahr hier einiges spannendes Material dazu, z.B. die Filmaufnahmen von Berta Bommel oder das eindrückliche Bild, der in sich verkeilten Königinnen, von dpskernie.

    Gruß,
    Martin

    #57200 Antworten
    Stefan
    Admin

    Hallo Martin!

    Das ist eine sehr gute Idee als Ergänzung zu den bereits bestehenden Themen der Hummelansiedlung.

    Ehrlich gesagt wollte ich Dich schon länger mal fragen ob Du Lust hast einen Artikel für Pollenhöschen.de zu verfassen. Es wird im deutschprachigen Raum nur wenige geben die Dir fachlich das Wasser reichen können, es würde mich jedenfalls sehr freuen. Gerne auch zu anderen Themen! Und ich denke mit diesem Wunsch bin ich hier ganz gewiss nicht alleine! :ja:

    Grüße Stefan

    #57217 Antworten
    Martha
    Forenmitglied

    Dieser Vorschlag würde das Forum zusätzlich sehr bereichern…… :bravo:

    #57221 Antworten
    Manfred HH
    Forenmitglied
    Beitragsersteller

    @Martin

    Wenn die Übernahme nur in eine Richtung funktioniert, müsste es von Pollenstorer zu Pocketmaker (bei mir also die richtige Richtung) sein. Wenn eine Pocketmakerlarve aktiv gefüttert wird, wird sie das Futter wohl fressen. Der umgekehrte Fall, wo die Larve aktive Fütterung erwartet, ihr das Futter aber nur passiv angeboten wird dürfte dann schwierig sein.

    #57326 Antworten
    Martin
    Forenmitglied

    Ja, nur so macht es eigentlich Sinn, sofern die Larven die aktive Fütterung tatsächlich annehmen. Wie weit war denn das pratorum Nest? Denn darauf kommt es ja dann auch an, falls es bei der Übernahme noch Larven zu versorgen gab. Bin gespannt, was du so berichten wirst!

    Generell sollten wir unbedingt mal Daten dazu sammeln. Wie oft kommt es zu Kämpfen, wie oft zu Übernahmen, zwischen bzw. bei welchen Arten, wie erfolgreich sind solche Nester bzw. Königinnen dann, und so weiter und so fort. Ich denke, da könnte man noch einiges neues erfahren.

    @Stefan @Martha Über das Thema sollte dann aber schon jemand schreiben, der das selbst erlebt und eigene Erfahrungswerte hat. Da haben mir hier sicher einige etwas voraus. Mit anderen Worten: So war das nicht gedacht, andere sollen die Arbeit haben und nicht ich. :mrgreen:

    #57329 Antworten
    Marylou
    Forenmitglied

    Ich werde zwar auch keinen Bericht darüber schreiben, aber hier mal die Kurzfassung: Selbstansiedlung einer Ackerhummel, vermutlich Rückkehrerin. Nach einigen Tagen Nestübernahme durch Erdhummel. Ackerhummel bleibt hartnäckig, fliegt immer wieder rein. Zweite Ackerhummel (wahrscheinlich auch Rückkehrerin) kommt dazu. Beide bedrängen Erdhummel. Dritte Ackerhummel taucht auf und macht mit. Erdhummel vertrieben. Dritte Ackerhummel sucht sich einen anderen Nistplatz (wenn richtig beobachtet, jetzt im Holzstapel). Einige Tage fliegen beide verbliebene Ackerhummeln aus und ein. Legostein schon vorher im Vorbau. Legostein eines Tages unberührt, 2. und 3. Tag ebenfalls. Nochmal gewartet. Nest geöffnet. Keine Ackerhummeln zu sehen. Ein volles Nektartöpfchen gefunden und rausgenommen. Nistmaterial wieder eingerichtet. Neubesiedlung durch Steinhummel, die einen 1A Orientierungsflug hingelegt hat und vor Freude direkt ein paar Mal raus und sofort wieder einflog. Noch ist sie da …

    #57333 Antworten
    Stefan
    Admin

    Danke Martin, ein paar ungeordnete Gedanken dazu:

    Zur Übernahme wird es schwierig sein seriös etwas zu schreiben, Regeln und Gemeinsamkeiten aneinanderzureihen. Man weis ja nie wer die “alte” und wer die “neue” Hummel im Haus ist. Und man kann nie sagen ob die “alte” Hummel vertrieben wurde oder einfach nur verschollen ist. Und es könnte immer eine dritte Hummel im Spiel sein die keiner auf dem Schirm hat.

    Sicher ist, dass Hummelnester mit vielen Übernahmen tendenziell viel schwächer sind und oft keine Geschlechtstiere hervor bringen. Diese Erfahrung habe nicht nur ich gemacht. Erklärt sich auch mit geschwächten Königinnen nach den Kämpfen. Genauer nachgedacht hatte ich noch nie große Nester nach offensichtlichen Übernahmen/Verteidigungen.

    Sehr interessant dabei: Hast Du 3 Hummelhäuser nebeneinander, dann können 2 davon leer sein. In genau das eine das schon belegt ist wollen alle anderen Königinnen (und auch Kuckuckshummeln). Da hatte ich schon zweistellig tote Königinnen auf dem Nistmaterial (trotz geschlossener Klappe). Ich habe bisher daraus immer die Rückschlüsse gezogen einfach am Ende der Saison die verlassenen Häuser nur grob zu reinigen damit dieser anlockende Duft erhalten bleibt.

    Hierzu hatte ich auch schon mal den Verdacht, dass es sich hierbei vielleicht um Rückkehrerinnen handeln muss. Das kann ich aber sofort wieder ausschließen, wenn 15 tote Steinhummeln in einem Nest liegen, ich aber im Umkreis von 15 Metern im Vorjahr kein Steinhummelnest hatte.

    Um eine Übernahme seriös zu dokumentieren, dazu bräuchte man eine verlässliche Kamera und akribische Sichtung von Filmmaterial. Hat – so denke ich – bisher noch keiner machen können. Die genaueste Kamera die ich bisher gesehen habe ist meine eigene :pfeif: , da 24 Stunden Aufzeichnung per Bewegungserkennung, nur da gab es bisher keine Übernahmeversuche mit Kämpfen oder ähnlichem. Steffens (jimjack) Kamera kann das auch, seine Baumhummelnester waren aber bisher auch von Übernahmeversuchen verschont soweit ich das überblicke.

    Wenn jemand so einen Artikel schreiben würde wäre es entweder ein einmaliger persönlicher Erfahrungsbericht (immer interessant), oder ein “hätte”, “könnte”, “alles ist möglich”-Artikel wie dieser hier soeben von mir. :lol:

    Grüße Stefan

    PS: Lieber @Martin: Such Dir ein Thema aus, Deine Kenntnisse über Pflanzen, Wildbienen uvm…

    …es wäre einfach fahrlässig und dumm von mir Dich nicht um einen Artikel zu bitten. :blume:

    #57352 Antworten
    Manfred HH
    Forenmitglied
    Beitragsersteller

    Die Nestgründung war am 31. März, die Übernahme am 16. April, d.h. die erste Brut war bereits verpuppt gewesen. Die ersten Arbeiterinnen müssten bei einer Fortführung der Brut also unter Berücksichtigung der kalten Witterung wohl am oder kurz nach diesem Wochenende erscheinen.

    Bisher hatte ich den Fall einer Übernahme durch eine andere Art erst einmal (von patorum zu hypnorum), das Nest war aber sehr schwach und hat keine Geschlechtstiere hervorgebracht.

    Stefans Beobachtung, dass sich Königinnen tendenziell eher für besiedelte Kästen oder solche wo die Stockmutter verschollen ist interessieren (auch wenn daneben leere Kästen stehen) kann ich bestätigen.

    #57359 Antworten
    Martha
    Forenmitglied

    Um genaue Abläufe von dem “Hummel-Gewusel” dokumentieren zu können, müsste man die Hummeln markieren können. Also ein Ding der Unmöglichkeit. :)

    #57380 Antworten
    Berta Bommel
    Forenmitglied

    @ Martha über das Markieren denke ich auch schon länger nach. Man könnte, wie die Imker, einen Punkt aufkleben, oder mit einem Stift eine Markierung machen oder Farbe an der Klappe auftragen, die sich die Hummel dann beim rauskommen selbst aufträgt. Natürlich sollte die Farbe absolut unschädlich und trotzdem haltbar sein.
    Halte das nicht für Unmöglich.

    Ich persönlich träume ja noch von einer Hochgeschwindigkeitskamera und einer intelligenten Hummelerkenngssoftware. :D

    Ich habe noch einen interessanten Artikel über Usurpation und Adoption fremder Nester durch Hornissenköniginnen gefunden. Bei denen läuft das ähnlich, wenn nicht sogar genauso ab, wie bei den Hummeln. http://www.vespa-crabro.de/usurpation.htm

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