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Baumhummel-Arbeiterin?

Ansicht von 15 Beiträgen - 1 bis 15 (von insgesamt 16)
  • Autor
    Beiträge
  • #58675 Antworten
    Hinrich
    Forenmitglied
    Buchtip:

    Moin zusammen, ich bin neu hier und darf mich kurz vorstellen: Nachdem meine Naturbegeisterung viele Jahre lang kaum noch zur Geltung gekommen war, hat sie sich jetzt umso eindrücklicher zurückgemeldet. Ich hatte schon immer einen Schwerpunkt auf den Insekten liegen, jetzt fokussiere ich mich auf Wildbienen und bei diesen besonders auf Hummeln. Ich lebe mit meiner Familie in Bremen.

    Und nun zu meiner Frage: Eine kleine, praktisch ganz schwarze Hummel taucht ab und zu in unserem Garten auf. Etwas heller sind nur die Haare an den Tergitenden. Leider ist mir bisher noch kein richtig gutes Foto von ihr gelungen; auch als ich sie mal kurz in ein leeres Marmeladenglas sperrte (und mir dabei einen Stich einhandelte), ist nichts Scharfes dabei herausgekommen. Man kann aber auf einem dieser Bilder die Kopfform erahnen. Wenn ich davon ausgehe, dass ich im geschlossenen Siedlungsbereich normalerweise nur den sechs oder sieben häufigen Arten begegne, kommt eigentlich nur die Baumhummel infrage. Das Tier ist kaum länger als 10 mm, daher wohl eine Arbeiterin. Wie ist Eure Meinung dazu?

    Viele Grüße, Hinrich

    Attachments:
    #58683 Antworten
    Frederik
    Forenmitglied

    Hallo und herzlich Willkommen erstmal!

    Das ist keine Hummel, sondern ein Weibchen der Frühlings-Pelzbiene (Anthophora plumipes). Von dieser Art gibt es helle Exemplare (die sehr häufige Variante) und dunkle Exemplare (seltener). Bei dir ist es ein dunkles Exemplar.

    Ich habe mal gelesen, dass von 20 Frühlings-Pelzbienen Weibchen, 19 der hellen Farbvariante angehören. Es braucht also ein bischen Glück, um ein dunkles Exemplar zu sehen…

    Viele Grüße, Frederik

    #58684 Antworten
    Hinrich
    Forenmitglied
    Beitragsersteller

    Na, da war ich ja auf einem ganz falschen Dampfer. Besten Dank, Frederik – auch für den Willkommensgruß.

    Viele Grüße, Hinrich

     

    #58702 Antworten
    janfo
    Forenmitglied

    Herzlich Willkommen Hinrich,

    Ja, Frederik hat recht. Ich habe auch dieses Jahr auch mit Freude ein solches Exemplar im Garten beobachten können. Wusste auch vor diesem Jahr nicht, dass es schwarze Weibchen der Frühlings-Pelzbiene gibt. Habe auch Videoaufnahmen gemacht kannst du dir (hier ab minute 4:41) bei Interesse ansehen.

    Die halten sich bevorzugt an Taubnesseln auf, aber auch sehr gern zum Beispiel am Lungenkraut wie auf deinem Foto, eine tolle Pflanze übrigens.

    Hast du schon ein Hummelhaus oder Pläne eins aufzustellen?

    Einen Garten bei dem du noch Pflanzideen brauchst? Hier geben dir sicher viele einen guten Rat wenn du Fragen hast :ja:

    lg Jan

    #58704 Antworten
    Hummelfreund2004
    Forenmitglied

    Moin @Hinrich Böder.

    Ich lebe auch in bremen genauergesagt in sebaldsbrück und hier kommen die sogar recht heufig vor. Ich dachte bis zu diesem beitrag das es 2 verschiedene Arten sind, und habe die Dunle form immer als heüfiger empfunden.

    LG: :)

    #58714 Antworten
    Frederik
    Forenmitglied

    @Hummelfreund2004

    Kann schon sein, dass die dunkle Variant regional häufig ist. Bei mir im Garten habe ich z. B. drei helle und zwei dunkle Weibchen der Frühlings-Pelzbiene :)

    @Janfo

    Bei mir sind sie, neben den von dir genannten Pflanzen, auch noch gern an den Schlüsselblumen und besonders an unseren riesigen Gundermannbeständen.

    #58719 Antworten
    Hinrich
    Forenmitglied
    Beitragsersteller

    Moin zusammen,

    @Jan: Auch Dir vielen Dank. Deine Videoaufnahmen gefallen mir sehr gut, besonders die Zeitlupe-Sequenzen. Ein Hummelhaus habe ich noch nicht, steht aber auf der Agenda. Im Moment stehen allerdings Blühpflanzen im Vordergrund (Flächen vorbereiten und Aussat von verschiedenen Kleearten, Acker-Glockenblume, Natternkopf, Wiesen-Flockenblume und andere mehr). Die Samen sind teilweise schon da, der Rest zumindest bestellt. Und dann fehlt eigentlich nur noch ein feucht-warmes Frühjahr…

    @Hummelfreund2004: Ich wohne in Grolland und habe den Park links der Weser direkt in der Nachbarschaft. Hier gibt es immer viel zu beobachten.

    Viele Grüße, Hinrich

     

    #58721 Antworten
    janfo
    Forenmitglied

    Hallo Hinrich,

    Vielen Dank für das Feedback zu den Videos, freut mich dass es dir gefällt!

    Die Reihenfolge ist richtig, erst Pflanzen dann Hummeln :) Deine Pflanzenauswahl (Klee, Glockenblumen, Natternkopf, Flockenblume) ist auch sehr gut, wenn du sie noch nicht hast würde ich dir noch die Acker-Witwenblume empfehlen eine meiner Lieblingspflanzen sät sich auch selber aus, wenn die Samen nicht vorher von Vögeln gefressen werden ;) Sie zeichnet sich durch eine besonders lange Blütezeit aus und lockt allerlei Insekten an, da der Nektar auch kurzrüsseligen Insekten zugänglich ist.

    Und dann natürlich im Herbst noch jede Menge Frühblüher pflanzen :blume: auch Taubnesseln sind gut. Aber wenn ich das Lungenkraut sehe, hast du bestimmt schon einiges.

     

    #58723 Antworten
    Hinrich
    Forenmitglied
    Beitragsersteller

    Danke, Jan, für die Tipps! Einiges ist schon da, aber der Garten hat auf jeden Fall noch eine Menge Entwicklungspotenzial.

    #58725 Antworten
    janfo
    Forenmitglied

    Du kannst ja mal schreiben was du für Boden- und Lichtverhältnisse hast, und ob du eher Stauden, einjährige oder Sträucher/Bäume pflanzen willst dann kann man noch genauere Pflanzvorschläge machen ;)

    #58761 Antworten
    Hinrich
    Forenmitglied
    Beitragsersteller

    Zu unserem Garten: Unsere Vorbesitzer hatten ein ganz anderes Gartenideal als wir. Als wir das Haus vor acht Jahren kauften, fanden wir allein 14 (!) Rhododendren vor, dazu eine Anzahl Azaleen und einige halbwüchsige Koniferen an den Grundstücksgrenzen. Alles ordentlich, sauber und geometrisch. Löwenzahn haben die alten Leute mit dem Messer ausgestochen; die drei Gloria-Giftspritzen, die ich in der Garage fand, habe ich schnell entsorgt. Die einzigen einheimischen Gewächse waren ein Apfelbaum, ein Johannisbeerstrauch und ein großer Eibenbusch (wenn das Attribut heimisch bei Zuchtformen überhaupt angebracht ist).  – Von der früheren Gartengestaltung ist mittlerweile nicht mehr viel übrig. Wir haben neue Obstbäume und Sträucher gepflanzt, wobei wir keine Puristen sind – wir haben neben Schlehe, Hundsrose, Weißdorn und weiteren einheimischen Arten auch Exoten.

    Weil nun die meisten Bäume und Sträucher noch recht klein sind, lassen sie viel Sonne durch. Der Boden ist allerdings nicht optimal. Die Siedlung steht auf Auelehm, der ist im Winter matschig und im Sommer steinhart und rissig. Um ihn einigermaßen bearbeiten zu können, muss man das kurze Zeitfenster dazwischen abpassen. Tiere haben es da auch schwer. Für Wildbienen plane ich deshalb auch ein Sandarium. Positiver Nebeneffekt: Weder Maulwürfe noch Wühlmäuse buddeln bei uns herum. Letztes Jahr haben wir unseren Boden von einem Labor analysieren lassen. Die wichtigsten Ergebnisse: Der Boden ist nährstoffarm und sauer. Die Nährstoffarmut ist für Wildblumen ja meist kein Problem, die Säure aber durchaus. Wir kalken deshalb, und die für die Wildblumen vorgesehenen Flächen lockere ich auf, indem ich Sand untermische.

    Das ist also die Situation bei uns.

    #58764 Antworten
    janfo
    Forenmitglied

    Ich verstehe, die Vorbesitzer haben also versucht gegen die Natur anzukämpfen statt sich an dem zu erfreuen was von allein wächst. Gegen die Natur ankämpfen macht nie Sinn. Noch weniger mit Gift und dergleichen.

    Schön, dass ihr da eine andere Herangehensweise habt, Schlehe, Weißdorn, Hundsrose sind ja schonmal Top Pflanzen! Ich sehe du triffst auf jeden fall die richtige Auswahl. Auch sehr gute Schmetterlingspflanzen (vor allem die Schlehe)

    Wenn das Grundstück groß genug ist würde ich noch eine Salweide empfehlen (männliche haben Pollen und Nektar, weibliche nur Nektar davon dann aber etwas mehr) Das ist der wichtigste Frühblüher im Jahr und auch neben der Schlehe eine sehr wichtige Futterpflanze für Schmetterlinge.

    Ein Sandarium ist auch eine sehr gute Idee, ich hatte dazu auch mal einen Thread erstellt wenn du noch Anregungen brauchst

    Sandarium

    Habt ihr schon Blaubeeren gepflanzt? Die Blüten sind auch sehr beliebt und die Blaubeeren brauchen sauren Boden. So kann man sich mit den Bodenverhältnissen auch ein bisschen anfreunden (Und hat selbst etwas zu naschen).

    Aber ja, um eine Bodenaufbesserung wirst du für die meisten Pflanzen nicht drumherum kommen, wenn du einen Kompost angelegt hast, kannst du mit Kompost den Boden lockerer machen und aufnahme-/speicherfähiger für Wasser. Sand, feinkörnigen Kies und Kalk untermischen ist auch gut. Nährstoffarm ist gar nicht das große Problem zumindest für eine blütenreiche Wiese. Stauden brauchen da oft schon mehr Nährstoffe. Die meiste Vielfalt findet sich aber auf nährstoffarmen Standorten.

    Mähst du den Rasen/die Wiese?

    Eine Empfehlung von mir wäre noch einfach mal wachsen zu lassen (1x im Jahr mähen/sensen). Anhand der Pflanzen kann man auch den Boden einschätzen und sehen was gut wächst. Wahrscheinlich habt ihr schon ein paar wilde Bereiche ich lese heraus dass du schon Ahnung von dem hast was du tust/pflanzt.

    #58777 Antworten
    Hinrich
    Forenmitglied
    Beitragsersteller

    Wir haben auch eine Weide im Garten, aber ich muss zugeben, ich habe mir noch keine Gedanken gemacht, von welcher Art sie ist. An sich ist das Grundstück groß genug; vielleicht lässt sich noch eine Salweide unterbringen. Ja, und das mit den Blaubeeren ist auch ein guter Tipp, das haben wir sowieso schon mal angedacht, aber eher aus kulinarischen Gründen.

    Komposterde bringt doch Nährstoffe ein, da ist das doch bei Pflanzen, die kargen Boden bevorzugen, eher kontraproduktiv.  Wahrscheinlich müssen wir einfach ausprobieren und ggf. nachsteuern, wenn die Pflanzen kümmern sollten.

    Den Rasen lassen wir auf einem kleineren Teilstück den Sommer über stehen, das machen wir seit zwei, drei Jahren so. Die Grashüpfer freut es. Hummeln und andere Insekten hatte ich dabei bisher nicht im Blick, aber da man oberirdisch nistenden Hummelarten mit einer verfilzten Grasdecke etwas Gutes tun kann, werde ich bei den Sträuchern einen Bereich vorhalten, den ich gar nicht mehr mähen werde. Mal sehen, was dann passiert.

    Alles in allem bin ich noch Anfänger, habe mir zwar schon einiges angelesen, aber noch nicht besonders viel Praxis. Da bin ich für Tipps wie die Deinen auf alle Fälle dankbar.

    #58779 Antworten
    Senta
    Forenmitglied

    Ringelblumen oder borretsch verbessern auch den Boden, vielleicht wäre dass auch noch eine Idee

    #58780 Antworten
    Hinrich
    Forenmitglied
    Beitragsersteller

    Ah, interessant, danke für diesen Tipp!

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