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Zerstörtes Hummelnest notgedrungen ohne Waben umgebettet

  • Dieses Thema hat 8 Antworten und 3 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 1 Monat von AvatarPelzflieger.
Ansicht von 9 Beiträgen - 1 bis 9 (von insgesamt 9)
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  • #50528 Antworten
    Marylou
    Forenmitglied
    Buchtip:

    Auf dem Nachbargrundstück, das seit Jahrzehnten brachliegt, stürzte vor einigen Jahren ein sehr großer Baum um und blieb dann so dort liegen. Das Grundstück wird nun seit einigen Wochen vom neuen Eigentümer abschnittsweise per Hand gerodet und aufgeräumt.

    Da mir dort einige weiße Taubnesseln aufgefallen waren, fragte ich heute den Nachbarn, ob ich sie für meine Hummeln ausgraben dürfte. Die Tage zuvor hatten wir uns bereits ausgiebig über Hummeln unterhalten. Er bejahte also, und ich ging mit meinen Utensilien herüber.

    Unweit der Taubnesseln fielen mir mehrere Ackerhummeln auf, die suchend über dem Boden kreisten und schließlich auf ein kleines, loses Wurzelgeflecht (viele feine Wurzeln mit minimal Erde dran) zusteuerten, wo sie nach und nach unterkrochen. Andere Ackerhummeln suchten immer noch im Umkreis. Ein weiteres Stück Wurzelgeflecht lag in unmittelbarer Nähe, das ich zum ersten dazulegte. Beim vorsichtigen Anheben des ersten Wurzelgeflechts hatten sich dort inzwischen ca. 10 – 12 Ackerhummeln versammelt.

    In dem Abschnitt wurde inzwischen viel altes Gehölz und Erde bewegt. Der Nachbar war sehr bestürzt wegen der unabsichtlichen Zerstörung eines Hummelnestes, sagte aber auch, dass ihm Hummelwaben bzw. ein Nest bestimmt aufgefallen wären, er aber nichts in der Richtung gesehen hätte. Auch meine ausgiebige Suche ergab leider nichts.

    Also erstmal nur Innenkarton genommen (war glücklicherweise schon vorbereitet fürs nächste Jahr) und gefüllt mit Kleintierstreu, trockenem Gras, Moos, Kapok. Mulde reingedrückt und Einlaufröhre eingesteckt. Dann die beiden Wurzelgeflechte zusammen mit etwas Erde schnell in den Nistkasten hineingelegt. Das musste deshalb schnell gehen, da die Hummeln sich nicht in den Wurzelgeflechten, sondern darunter auf der Erde versammelt hatten, daher ist jetzt etwas Erde mit im Nistkarton. Anschließend noch den perforierten, lichtdichten Kartondeckel drauf. Uff!!! Danach noch kurz einen Legostein mit Zuckerlösung ins Nistmaterial gestellt. Der Nistkarton blieb bis Sonnenuntergang an dieser Stelle stehen.

    Eingefangen habe ich nach und nach weitere 12 Ackerhummeln – suchend und anschließend krabbelnd am Boden, behutsam aufgesammelt mit Einsetzspritze -, die artig in den Einlaufschlauch gelaufen sind. Einige Zeit später krabbelte wieder eine aus dem Einlaufschlauch heraus, machte einen Orientierungsflug und kam dann tatsächlich wieder. Auf weitere suchende Ackerhummeln habe ich bis Sonnenuntergang gewartet, es kam aber keine mehr. Alle Hummeln sind ansonsten im Nistkarton geblieben.
    Anschließend den Einlaufschlauch mit weichem Schwammstück verschlossen. Nistkarton zu mir herübergetragen und in den Hummelkasten gestellt, fixiert, alles passt. Ungehaltenes Brummen aus dem Nistkarton kam auch noch. Zum Schluss noch einen zweiten Legostein mit Zuckerlösung in den Vorbau gestellt, Schwammstück aus Einlaufschlauch raus, Vorbauklappe zu. Die Wachsmottenklappe ist geschlossen. Ich hoffe, dass sie es schnell lernen.

    Ob die Königin dabei ist, kann ich nicht sagen. Ich habe flüchtig zwei größere Ackerhummeln mit Glatze gesehen, das können aber auch große Arbeiterinnen gewesen sein.

    Schlecht ist, dass gar keine Waben da sind, aber zumindest zwei Legosteine mit Zuckerlösung.

    Morgen gucke ich, ob an dieser Stelle auf dem Nachbargrundstück noch weitere suchende Hummeln sind.

    Da ich das erstmalig gemacht habe: Habe ich etwas vergessen? Worauf muss ich morgen achten?

    #50529 Antworten
    Martha
    Forenmitglied

    @Marylou   Eine rührende Geschichte, die traurig endet. Ich glaube eher an einen nächtlichen Besucher dem die Waben als Leckerei geschmeckt haben. Darum die vergebliche Suche danach.

    Letzte Saison erlebte ich in etwa dasselbe, als ein Ackerhummelnest in einem Mooshügel des nachts zerstört wurde – viele suchende Hummeln aber keine Waben. Ich vermutete einen Igel als „Attentäter“. Seither decke ich die Mooshügel mit Gitter ab.

    Deine ganze Mühe ist sehr lobenswert und berührend! :bravo: Dank Deiner Fütterung müssen die Hummelchen trotz des Verlustes keinen Hunger leiden.

    #50530 Antworten
    Christian
    Forenmitglied

    @ Marylou – schöne Geschichte, erinnert mich an meine Umsiedelungsaktion eines Steinhummelnests vor einigen Wochen. Da waren allerdings Waben vorhanden. Vielleicht gibt es bei Deinem Volk noch Brut, wenn das Wetter noch länger warm bleibt. Ackerhummeln fliegen ja bis zum November, wenn sie Nahrung finden und Du fütterst ja. Interessant wird sein, ob Du die Hummeln nicht immer wieder vom alten Standort holen musst oder ob sich die Arbeiterinnen den neuen bald merken. Viel Glück, beste Grüße! Christian

    Ns.: Mein noch verbliebenes Ackerhummelvolk fliegt gut, bereits viele Jungköniginnen haben den Nistkasten verlassen.

    #50532 Antworten
    Marylou
    Forenmitglied
    Beitragsersteller

    @Martha, @Christian Lieben Dank für Eure Antworten!
    Ich hatte das so ausführlich geschildert, weil ich so etwas noch nie gemacht habe. Deshalb auch meine Fragen, ob ich etwas vergessen habe und worauf ich am nächsten Tag (heute) noch achten muss.

    Nach dem heutigen Tag kann ich glücklicherweise nur Positives berichten.:freu: Am Vormittag konnte ich in Abständen noch 3 suchende Hummeln an besagter Stelle auf dem Nachbargrundstück entdecken und zu den anderen in den Hummelkasten setzen. Die Zuckerlösung im Vorbau war noch unberührt.
    Am frühen Nachmittag versuchte sich die erste Hummel von innen vergeblich an der geschlossenen Wachsmottenklappe. Eine anschließende minimale Öffnung mit einem eingesteckten Haltedraht reichte dann zum Rauskrabbeln, Anflugbrett erkunden und wieder zurück in den Kasten. Die kleine Öffnung der Wachsmottenklappe ermunterte anscheinend weitere Hummeln zum Ausflug, denn als ich wieder mal guckte, kamen gerade zwei Hummeln vom Sammeln zurück. Eine tat sich erst noch etwas schwer, die andere flog aufs Anflugbrett und krabbelte ins Haus, die andere dann schnell hinterher. Es scheint so, als ob die Hummeln ihr neues Zuhause angenommen haben.:)
    Heute Abend war der Legostein im Vorbau zu 1/3 leer. Die Wachsmottenklappe wird zur Eingewöhnung die nächsten Tage tagsüber minimal offengehalten und abends dann geschlossen.

    Erstaunlich ist, dass das jetzige neue Zuhause nur ca. 15 Meter vom alten Nistplatz entfernt steht, getrennt durch eine halbhohe Mauer. Trotz aufmerksamer und öfterer Beobachtung der Hummel-Einsammelstelle auf dem Nachbargrundstück kehrte keine Hummel aus dem Nistkasten an diese Stelle zurück, sondern flog aus dem Hummelkasten und kehrte in diesen auch wieder zurück.

    Anbei noch ein Foto von der Stelle auf dem Nachbargrundstück, wo die Hummeln ihr Ursprungsnest gesucht hatten. Rechts oben sieht man die gewaltige Baumwurzel, von der Wurzelteile und Erde großflächig verteilt wurden.

    Attachments:
    #50534 Antworten
    Martha
    Forenmitglied

    @Marylou   Die sind wirklich spannend, diese Ereignisse. Gespannt bin ich, wie sich das weiter entwickelt ohne Waben. Die wurden anscheinend nicht mehr gefunden. Also wie soll da noch etwas werden? Durch Deine ausführlichen Beschreibungen kann man wieder Neues lernen. Danke! Wird noch interessant 🤔!

    #50535 Antworten
    Marylou
    Forenmitglied
    Beitragsersteller

    @Martha  Ja, ich bin auch gespannt. Die Arbeiterinnen können, genau wie die Königin, Wachstönnchen selbst bauen, indem sie Wachs aus ihrem Hinterleib produzieren und dann entsprechend formen, so meine Kenntnis. Irgendwelche Tönnchen werden sie schon benötigen und bauen, um darin zumindest Nektar für Notzeiten zu sammeln, nehme ich an.
    Damals bei meinem anderen Ackerhummelvolk im Kasten (dem es übrigens bestens geht :freu:) – das ich ebenfalls ohne eine einzige Wabe umbetten musste bei der Wachsmottenlarven-Aktion – haben sich die wenigen Hummeln innerhalb eines einzigen Tages das neue Nistmaterial komplett zurechtgelegt und -gezupft. Der neue Tönnchenbau ging ebenfalls sehr flott. Also bin ich einfach mal zuversichtlich, dass das hier auch klappt.

    #50536 Antworten
    Martha
    Forenmitglied

    @Marylou   Ja, und sollte das den Arbeiterinnen noch gelingen, entwickeln sich „nur noch Drohnen“, nein sorry, „nur noch“ wollte ich eigentlich nicht sagen.😐

    #50537 Antworten
    Christian
    Forenmitglied

    Toll, so spät in der “Hummelsaison” noch soo gute Nachrichten. :-)

    #50552 Antworten
    Pelzflieger

    Dein Bericht ist deshalb interessant, weil er zeigt, dass die Hummeln sich schnell an einen neuen standort ihres Nestes gewöhnen können, auch wenn er nur wenige Meter weit vom alten entfernt ist. Deshalb könnte man im Notfall einen Kasten an einem anderen Ort im Kasten aufstellen. Sehr wahrscheinlich waren die Arbeiterinnen die Du tags darauf gefangen hast auch unter denen, die Du bereits am Vortag eingesammelt hast. Die sind halt zu ihrer alten eingeprägten Position geflogen.

    Die Mottenklappe wäre nicht mehr nötig gewesen. Da besteht um diese Jahreszeit keine Gefahr mehr.

    Wünsch dir noch Erfolg, dass dein Volk noch ein paar Drohnen hervorbringt!

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Antwort auf: Zerstörtes Hummelnest notgedrungen ohne Waben umgebettet
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