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Die Winter – Schwebfliege

  • Dieses Thema hat 36 Antworten und 4 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 8 Monaten von Martha.
Ansicht von 15 Beiträgen - 1 bis 15 (von insgesamt 37)
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    Beiträge
  • #51610 Antworten
    Martha
    Forenmitglied
    Buchtip:

    Mitten im Winter, wenn das Leben im Garten zu ruhen scheint, lassen sich an warmen Tagen gelegentlich Schwebfliegen (Episyrphus balteatus) beobachten. Mit ihrem gelb-schwarz gestreiften Hinterleib erinnern sie auf den ersten Blick an kleine Wespen.

    Bei den mitunter in der kalten Jahreszeit aktiven Schwebfliegen handelt es sich um befruchtete Weibchen. Im Frühjahr legen die Winter – Schwebfliegen ihre Eier. Bei warmem Wetter schlüpfen die Maden schon nach zwei Tagen und beginnen augenblicklich zu fressen – es sind Blattläuse, die sie vertilgen.

    Als ausgewachsenes Tier werden die Fliegen zu Vegetariern. Dann ernähren sie sich von Pollen und Nektar und tragen damit auch zur Bestäubung von Nutz- und Zierpflanzen bei.

    Langzeitstudien haben gezeigt, dass auch die Bestände, von denen ca 450 Arten leben, vielerorts regelrecht zusammengebrochen sind. Der Verzicht auf Insektizide würde helfen, auch dieses nützliche Insekt zu schützen.

     

     

     

    #51611 Antworten
    Katrin
    Forenmitglied

    Hallo Martha, gibt es überhaupt noch Insekten, die nicht vom Aussterben bedroht sind?! Das ist alles sehr traurig. :cry:  Trotzdem habe ich die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, dass der Mensch sich noch besinnt!

    Sind das auf meinem Foto vielleicht die Schwebfliegen, die du meinst? Das Foto ist allerdings im Juli entstanden. Dass diese Insekten schon im Winter fliegen, wusste ich bis dato nicht. Da werde ich zukünftig drauf achten. :winken:

    Liebe Grüße, Katrin

    Attachments:
    #51613 Antworten
    Martha
    Forenmitglied
    Beitragsersteller

    Hallo Katrin! Tolles Foto! Aber leider muss ich passen, da muss ein Fachmann/frau her, um diese genau zu bestimmen. Nur die befruchteten Weibchen fliegen gelegentlich bis November.

    ……dass der Mensch sich noch besinnt! Eine gute Frage. Ich denke, die Natur wird immer überlegen sein! Sie schlägt zurück. :maul:

     

    #51614 Antworten
    Martha
    Forenmitglied
    Beitragsersteller

    Hallo Katrin!

    Attachments:
    #51616 Antworten
    janfo
    Forenmitglied

    Das auf dem Foto ist die Hainschwebfliege eine der häufigsten Arten in Europa. Also: es gibt noch ein paar Insekten die (noch) nicht vom Aussterben bedroht sind.

    Wir Menschen sind Teil der Natur, insofern ist es eigentlich widersinnig eine Grenze zwischen uns und der Natur zu ziehen. Wir sind aus der Natur hervorgegangen, und sind daher auch abhängig von der Natur. Insofern wird die Natur “zurückschlagen” indem wir uns selbst ins Knie schießen. Die Natur gibt uns alles was wir brauchen.

    Ich bin ja noch optimistisch, dass duch technologischen Fortschritt und späte Einsicht eine Umkehr möglich ist. Wir sägen schließlich auf dem Ast, auf dem wir sitzen. Das wird früher oder später deutlich klar werden. Die Frage ist nur wieviele Tier- und Pflanzenarten bis dahin verloren sind und wie lebenswert unsere Welt noch ist. Dennoch ist die Natur sehr regenerationsfreudig und selbst nach größten Katastrophen (Meteoriteneinschläge, Vulkanausbrüche, Klimaextreme etc.) zeigt die Frühgeschichte der Erde, dass die Natur sich immer wieder regeneriert und Artenreicher wird – bis zum nächsten Massenausterben. Insofern habe ich weniger Sorge um die Natur, als darum, dass die Menschheit ein Paradies verlieren könnte und zukünftige Generationen – wenn überhaupt- in einer nicht so lebenswerten Welt leben werden.

    Es ist und sollte Aufgabe einer jeden Generation sein, unsere Umwelt zu schützen und intakt an die nächsten Generationen weiterzugeben. Es muss in die Köpfe, dass das Leben (und die Lebensqualität) der Menschen unmittelbar mit dem Wohlergehen der Natur zu tun hat. Ich schätze wir müssen erst durch eine große Krise gehen, vielleicht nicht mehr zu unserer Lebzeit. Ich bleibe dennoch optimistisch, der Mensch ist eine erstaunlich Innovationsfreudige und Anpassungsfähige Art. Ich hoffe auch lernwillig – besser früh als spät.

    #51620 Antworten
    Martha
    Forenmitglied
    Beitragsersteller

    @janfo   Interessant geschrieben und ich denke, vieles hat seine Richtigkeit.
    Die Natur braucht uns nicht, letztendlich sind wir der Natur egal, sie würde recht gut ohne Menschen auskommen.

    Wie Du aber schreibst, sollte es die Aufgabe der Menschheit sein, die Umwelt zu schützen. Aber tut sie das? Bekannt ist, dass mehr als 300 Säugetierarten ausgestorben sind. In 96% der Fälle waren Menschen und nicht natürliche Klimaveränderungen für das Aussterben verantwortlich.

    Sokrates beschrieb es als ein Phänomen, das Handeln wider besseres Wissen. Obwohl der Mensch weiss, was er tun sollte und auch könnte, handelt er anders, vielleicht einfach darum, weil etwas bestimmtes bequemer ist.

     

     

    #51621 Antworten
    janfo
    Forenmitglied

    Ich denke, dass Menschen auch eine Bereicherung für die Natur sein können. Wie andere Säugetiere auch, sind/waren wir z.B. Samenverbreiter nicht umsonst locken uns die Früchte mit ihrer schmackhaften Umhüllung. Wir sind ein Teil der Natur und somit nicht davon zu trennen. Das Problem ist, dass wir einen weitaus größeren Einfluss auf unser Ökosystem ausüben als andere Tierarten. Wir formen die Welt um, die Nähr- und Rohstoffe werden weltweit verteilt, Ökosysteme geraten aus ihren Fugen und neue Ökosysteme (z.B. Großstädte) entstehen. Nicht umsonst sind sich Wissenschaftler weitgehend einig, dass ein neues Erdzeitalter angebrochen ist: Das Anthropozän.

    Es ist auch eine Frage wie weit man Natur definiert, ist sie auf unseren Planeten beschränkt? Ich denke nicht. Letztlich leben wir auf einem Staubkorn im unermesslich großen Universum. Ich denke es gibt viele Welten die Leben hervorgebracht haben, ob wir jemals von anderen Lebensformen erfahren ist fraglich, da die Entfernungen so unglaublich groß sind.

    Das Bestreben der Menschheit sollte darin liegen, die Fülle, die uns die Natur schenkt nachhaltig zu nutzen. Ich denke, auch für das menschliche Wohlbefinden ist es unerlässlich eine intakte und vor lebendigkeit strotzende Natur um uns herum zu haben. Eine Welt ohne Hummeln oder andere Insekten möchte ich mir nicht vorstellen. Es ist unsere Aufgabe – und die Forenteilnehmer sind glänzende Beispiele – auch im Interesse der Menschheit und zukünftiger Generationen die Umwelt zu erhalten und wenn möglich die Lebendigkeit zu fördern. Letztlich profitieren wir davon, wenn wir dank Bestäuberleistungen leckere Früchte essen können, durch viele verschiedene Organismen die Humusschicht aufgebaut wird von der wir leben, das Wasser und die Luft gereinigt wird, Sauerstoff entsteht etc. all diese Dienstleistungen der Natur werden als selbstverständlich erachtet – bis man es so weit getrieben hat dass das System nicht mehr funktioniert. Ich hoffe dazu wird es nicht kommen. Und wenn- dann wird es unser Untergang sein – aber die Natur wird sich weiter entwickeln.

    Wenn man in großen Zeiträumen denkt, ist bisher so gut wie jedes Tier und jede Pflanze ausgestorben oder hat sich weiterentwickelt. Es ist ein ständiger Fluss, ein ständiger Wandel. Das Leben wird sich weiterhin durchsetzen bis die Sonne irgendwann ihrem Ende entgegengeht und das Leben auf der Erde unmöglich macht. Dies wird aber nicht das Ende des Lebens im Universum sein.

    Ich bin der Ansicht, dass wir durch ein tiefes Tal der Entbehrungen gehen werden müssen, wenn die Ressourcen aufgebraucht oder verunreinigt sind. Es wird einen Rückschritt geben, doch daraus wird eine nachhaltige Form des Lebens für Menschen erwachsen. Über welche Zeiträume wir sprechen und ob es die Menschheit noch geben wird um eine 2. Chance nutzen zu können bleibt Spekulation.

    Nur ein paar Gedanken. Vielleicht inspirierend. Entschuldigung wenn es abdriftet, aber im entfernten Sinne hat es auch mit Schwebfliegen zu tun :ja:

    #51623 Antworten
    Martha
    Forenmitglied
    Beitragsersteller

    @janfo   Höchst interessanter Beitrag. Von der Schwebfliege zum neuen Erdzeitalter, dem Anthropozän. Das heisst: Zeitalter des Menschen – das menschlich gemachte Neue.
    Zur Zeit sind wir aber noch fleissig damit beschäftigt, unseren Planeten auszubeuten, wir verbrauchen, verschwenden, verheizen, vermüllen und vergiften unsere eigene Zukunft bis nichts mehr geht. In ferner Zukunft hat die Menschheit es dann geschafft. Alles öde und leer. Dann haben wir ja noch das Raumschiff ? “Starship”………

    Nein, freuen wir uns noch über unsere Hummeln ?, solange es sie noch gibt, über eine immer noch vielfältige Pflanzenwelt, fast jeder kann seinen Beitrag leisten und diese auf kleinem Raum fördern, so wie es hier von allen Hummelfreunden gemacht wird. :hummel: :hummel: :hummel:

     

     

     

     

     

     

    #51626 Antworten
    Katrin
    Forenmitglied

    Hallo Martha und janfo, danke für das Foto, die Artbestimmung und die umfangreichen interessanten Ausführungen! :bravo:  Die Natur kommt ohne uns klar und das Leben findet seinen Weg. Das steht fest. Die Frage ist nur, wie es mit der Menschheit weitergeht, mit wie wenig Natur sie überleben kann und ob das Leben dann noch lebenswert ist. Deshalb genieße ich jede Minute, die ich in unserer Natur verbringen darf und :hummel: :hummel: , Schmetterling Schmetterling , :biene: :biene: , … beobachten kann.

    Liebe Grüße, Katrin

    #51627 Antworten
    janfo
    Forenmitglied

    Ich bin der Überzeugung, dass es im Bewusstsein der meisten Menschen (leider längst nicht aller) angekommen ist, dass wir mit der Natur wesentlich schonender umgehen müssen. Ich sehe da auch die Regierungen in der Verantwortung gewisse Umweltschädliche Praktiken/Herstellungsmethoden/Produkte zu verbieten. Es ist aber einfacher gesagt als getan.

    Letztlich kommt es auf jeden einzelnen an, daher ist es so schön wenn es engagierte Menschen wie hier für die Hummeln gibt. Ich glaube die meisten wissen nur noch nicht, dass Umweltschutz auch Spass machen kann und eine wahre Bereicherung ist. Und dass man auch auf wenig Fläche viel bewirken kann. Aber ich sehe, dass es langsam ein Umdenken gibt. Leider nur sehr langsam und die Umweltzerstörungen Weltweit stimmen traurig. Aber man sollte sich den Mut etwas anzupacken und die Zuversicht, dass es besser wird nicht nehmen lassen.

    Ich tue etwas für unsere heimische Flora und Fauna, wenn auch im kleinen Rahmen im eigenen Garten. Es gibt mir Freude, Zufriedenheit und Glück. Ich freue mich, jedes Jahr neue Entdeckungen machen zu dürfen und viel zu lernen und zu staunen. Wir leben in einer spannenden Zeit, einer Zeit der Entscheidungen. Wir haben noch alle Möglichkeiten, noch lässt sich vieles Retten. Und gemeinsam können wir schon viel bewirken.

    Der unermessliche Wert der Natur muss erkannt werden, erst dann weiß man wie schützenswert sie ist und wie sehr auch wir von einer intakten Umwelt abhängen. Wir haben noch die Chance, es nicht auf die Harte Tour lernen zu müssen.

    Manchmal frage ich mich, wie es wohl vor 200 Jahren in Deutschland ausgesehen hat, oder vor 2000 Jahren. Wie viele Schmetterlinge, Hummeln und Vögel umherflogen, wieviele Amphibien unterwegs waren. Es muss ein wahres Fest für die Sinne gewesen sein. Bereits um 1900 wurden viele Naturschutzvereine gegründet, bereits damals muss klar gewesen sein, wie die Natur leidet. Das fatale ist, dass man nichts vermisst was man nie gekannt hat. Insofern ist es ein schleichender Prozess, der kaum auffällt und sich über Generationen erstreckt.

    #51628 Antworten
    Martha
    Forenmitglied
    Beitragsersteller

    @Karin @janfo   Ich denke auch, dass wir das geniessen sollen, was noch ist.

    Wirkliches Leben erfahren wir Hier und Jetzt!

    Die Vergangenheit ist schon vorüber und die Zukunft ist noch nicht da.

    Nur im gegenwärtigen Augenblick können wir das Leben wirklich berühren.

    Aber freuen kann ich mich trotzdem auf die neue Hummelsaison mit euch allen. :hummel:

     

    #51629 Antworten
    janfo
    Forenmitglied

    Hallo Martha,

    ich stimme dir voll und ganz zu! Es gilt den Augenblick zu genießen, unsere Zeit.

    Meine Gedanklichen Ausflüge in die Zukunft und Vergangenheit dienen dazu, die Maßstäbe “zurechtzurücken”.

    In 1000 Jahren wird die Welt eine ganz andere Sein als sie es heute ist. Erdgeschichtlich gesehen ist es ein Wimpernschlag. Für die Menschheit ist es eine lange Zeitepoche mit vielen Generationen. Die Natur ist universell und “denkt” nicht in Menschlichen Maßstäben. Das kann man sich immer wieder bewusst machen, wenn man am verzweifeln ist. Das Leben ist ein schöpferisches Spiel, mit zerstörerischen “Zwischensequenzen” und das auch ganz ohne das Zutun des Menschen.

    Wir leben in einer wundervollen Welt, und einer Zeit in der vieles Möglich ist, viel mehr als unsere Vorfahren sich erträumt hätten. Wir dürfen die Welt in all ihrer Pracht genießen, von der kleinen Schwebfliege, bis hin zum größten Tier, was jemals auf der Erde gelebt hat dem Blauwal.

    In diesem Sinne, bleibt immer schön Positiv, und setzt positive Akzente :) Wünsche ein schönes Wochenende!

    #51630 Antworten
    Martha
    Forenmitglied
    Beitragsersteller

    Hallo janfo!

    Schön dargestellt –  Deine Gedanken, da gibt es nichts mehr zuzufügen. :winken:

    #51637 Antworten
    Katrin
    Forenmitglied

    @Matha u. janfo, das habt ihr sehr schön formuliert! Danke! Momentan fliegen zwar keine Insekten umher, dafür tausende von Gänsen. Das ist für mich eine Augen- und Ohrenweide bei diesem trüben und kühlen Herbstwetter. In jeder Jahreszeit gibt es etwas zu entdecken und zu beobachten. Natürlich freue ich mich wie ihr auch schon auf das kommende Frühjahr mit Hummeln & Co. Anbei zwei kleine Videos von heute.

    Einen schönen 2. Advent, Katrin

    #51642 Antworten
    Christian
    Forenmitglied

    @ Katrin – was sind das für Gänse, sind die auf der Durchreise und bleiben sie im Winter in der Gegend? Lb.Gr.! Christian

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Antwort auf: Die Winter – Schwebfliege
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