Antwort auf: Zuchthummeln
- DE 39624
- 38 m ü. NHN
Ein Hallo an Luc und alle anderen Beitragsschreiber,
sehr schön, dass mein Beitrag zu Zuchthummeln eine so kontroverse Diskussion ausgelöst hat. Auch wenn´s, so wie Luc schreibt, eins auf die Schnauze gibt. Ich habe mich vorher ausgiebig belesen zu dieser Thematik. Im Endeffekt muss ich sagen, dass ich fast genau so schlau wie vorher bin. Erst hatte ich mit einem Aufschrei im Forum gerechnet, wie ich mich überhaupt mit so einem Gedanken befassen kann. Aber es haben sich sowohl Befürworter als auch Gegner meiner geplanten Aktion gefunden.
Ja Christine, in den „Zuchtanstalten“ raubt man den Jungköniginnen die Diapause. Sie werden nach Bedarf aus der Kühlung geholt, auf Substrat/Styropor gesetzt und gefüttert. Dann beginnen sie in kleinen Kunststoff-kistchen ihr Volk zu gründen; genau wie in anderer Massentierhaltung.
Vor dem Versand werden sie dann ziemlich robust in die späteren Versandkartons umgetopft und ab geht´s zum Kunden.
Es ist wirklich nicht toll, was da so abläuft. Allen Tierschützern stößt das sauer auf. Aber das Raubtier Mensch will immer mehr, koste es was es wolle.
Luc, Deine Formulierung “Das Wissen um die heimische Biodiversität ist bei mind. 99% der Konsumenten gleich -> null”, möchte ich so extrem nicht stehen lassen. Meiner Meinung nach werden immer mehr Menschen für Ökologie sensibilisiert. Nur darf man keine Wunder erwarten, denn im Leben gibt eben nicht nur schwarz oder weiß.
Ich wohne in direkter Nachbarschaft des großen Truppenübungsplatzes Altmark. Es gibt immer wieder Demo´s gegen die Nutzung der Letzlinger Heide. Aber mal ehrlich: Wo und wie sollen Soldaten ausgebildet werden? Aber das ist ein völlig anderes Thema- keines für´s Hummelforum.
Nochmal zurück zu meinem Thema.
Das Gartenbauunternehmen lässt nach dem Ende der Tomatensaison, also Ende September/Anfang Oktober, alle noch vorhandenen Hummelkästen vor die Gewächshäuser stellen. Meist sind ja zu diesem Zeitpunkt die Völker durch. Es fliegen dann die Jungköniginnen ab und suchen sich einen Platz zur Überwinterung.
Genau hier möchte ich eingreifen. Klar, das Thema Krankheiten/Pilze ist nicht wegzudiskutieren.
NUR: die Brummer gelangen sowieso in die Umwelt und dann können sie auch ebenso gut hier den Winter verbringen. Wir wohnen sehr ländlich und ich gehe davon aus, dass im kommenden Jahr sehr zur Freude der Nachbarn viele Hummeln ihren Job in unseren Gärten erledigen werden.
Platz für neue Nistkästen habe ich genug.
Ein ähnlicher Fall:
Ich habe auch in diesem Jahr in allen meiner Kästen das Nistmaterial mit Bt gegen Wachsmottenbefall bestäubt. Habe in der vergangenen Saison beste Erfahrungen damit gemacht.
Auch hierüber streiten sich die Gemüter. Befürchtungen, dass die Hummeln den Wirkstoff auf die Blüten übertragen und das Bt damit auf andere Insekten schädlich wirkt, sind grundsätzlich richtig. Aber das würde ja auch der Fall sein, wenn die Nester erst bei Befall behandelt werden; nur zeitversetzt. Mir aber ist es wichtig, dass ich nicht immerzu die Nester umkrempeln muss. Das stört die Hummeln nur unnötig. Die erforderlich Feuchtigkeit, die das Bt-Pulver erst wirksam macht, produzieren die Hummeln im Nest selber.
Bin aber noch in der Testphase, denn nach einer Saison gibt es noch keine aussagekräftigen Resultate.
LG