Antwort auf: Post von Bertram Münker

#92573
BertramBertram
Forenmitglied

    Gestern, an diesem so sonnigen und wunderbar warmen Spätsommertag, konnte ich noch einige Ackerhummeln (aus einem meiner Kästen) an den Blüten des Mönchspfeffers beobachten, während an den Blüten der Roten Heckenkirsche nicht nur eine letzte Gartenhummel, sondern auch zwei Taubenschwänzchen sich ihren Nektar einverleibten. Immer wieder schön zu sehen, wie die Gartenhummel sich anklammert und trotz ihres zwei Zentimeter langen Rüssels auch noch den Kopf in die Röhrenblüten stecken muss (faszinierend im Gegenlicht), das  Taubenschwänzchen aber (der “Kolibri unter den Schmetterlingen”) wegen seines noch längeren Rüssels vor der Blüte im Schwirrflug in der Luft stehenbleiben kann.

    Auch im Kleinwalsertal sah ich vor kurzem ein Taubenschwänzchen an einem Sommerflieder. Was mich an eine seltsame Beobachtung erinnerte: In etwa 1000 Metern Höhe sah ich auf dem Wanderweg eine offensichtlich flugunfähige Bunte Hummel herumkriechen. Ich setzte sie auf einen bemoosten Felsen – und augenblicklich versuchte sie hektisch sich einzugraben (also wohl eine Jungkönigin mit Drang ins Winterquartier), was aber wegen der dünnen Moosschicht und dem Felsen darunter nicht gelingen konnte. Beim näherem Hinsehen hatte ich zwischen den Äderchen auf den Flügeln, dann auch auf dem Thorax, merkwürdige weißliche Flecken entdeckt, eine Art Ausschlag (oder waren es Ablagerungen oder Ablösungen?) – möglicherweise die Ursache der Flugunfähigkeit.

    Vielleicht hast du ja, Stefan, als versierter Hummelexperte, vielleicht ein anderer Fachmann oder eine Fachfrau bei pollenhöschen.de eine Erklärung für diese Krankheit (vermute ich); ich habe jedenfalls trotz eifrigen Nachforschens nichts darüber gefunden.

    Gruß Bertram

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