Antwort auf: Die Wachsmotte
- DE 41363
- 61 m
@Makki
Nein, so wird Bt. nicht angewandt. Hier eine etwas ausführlichere Erklärung, ehe Missverständnisse entstehen:
Wenn eine Hummelkönigin einen Nistkasten bezieht, richtet sie sich erst einmal in und mit dem vorhandenen Material (Einstreu, trockenes Moos, feines Gras, Kapok) ein, indem sie Nistmaterial umschichtet oder anders platziert. Sie schafft eine für sich geeignete Stelle/Kuhle, wo ihr erstes Nektartönnchen und ihr erstes Eigelege Platz finden. Hierbei hinterlässt sie ihren Hummelgeruch, u.a. auch in Form von Kot, im Material.
Die ersten und alle nachfolgenden Arbeiterinnen führen die anfängliche Arbeit der Königin im Zuge der Nesterweiterung fort. Es wird fortlaufend Material umgeschichtet, um Platz für weitere Vorräte und Kokons zu schaffen, u.a. auch unterschiedliche Zugänge zum eigentlichen Nest. Dabei wird der immer intensiver werdende Hummelgeruch durch den abgesetzten Kot innerhalb des Nistkartons verstärkt und vom Nistmaterial angenommen. Letztendlich “duftet” das gesamte Nistmaterial nach Hummeln.
Behandelt man nun ein durch Wachsmotten gefährdetes Nest rechtzeitig vor Erscheinen der Wachsmotten mit Bt. (Bacillus thuringiensis aizawai, im Handel geführt z.B. unter “Substral Naturen Bio Zünsler-und Raupenfrei Xentari”, 8 Portionstütchen mit ganz feinem Pulver), ob nun gespritzt oder als feines Pulver breitflächig über und ins Nistmaterial gestreut, können die Hummel-Arbeiterinnen das Bt. durch ihre Aktivitäten und mit ihren Füßchen im gesamten Nest verteilen und es dadurch schützen. Bt. sollte alle 10 Tage angewandt werden. Auf der Laufstraße kann es zusätzlich eingesetzt werden.
Wachsmotten mit ihrem sehr sensiblen Geruchssinn werden durch den Hummelnestduft angelockt, um ihre Eier dann möglich nahe dieser Geruchsquelle abzulegen. Die geschlüpften Larven folgen ebenfalls ihrem Geruchssinn und versuchen, so schnell wie möglich an den Ursprung dieser Quelle, die für sie Nahrung bedeutet, zu kommen, wobei sie ein beachtliches Tempo vorlegen.
Da Wachsmottenlarven Tag und Nacht äußerst gefräßig sind und meistens als Erstes auf das mit Hummelduft “durchtränkte” (und mit Bt. behandelte) Nistmaterial treffen, das als durchaus verlockende Nahrung erscheint, wird sich hier auch zuerst bedient. Aber das eigentliche Ziel, nämlich das Hummelnest, wird von diesen gefräßigen Larven meistens gar nicht erst erreicht, denn Bt. entfaltet vorher durch das gefressene Nistmaterial seine Schadwirkung auf die Wachsmottenlarven.
@HP
Ab der 2. Generation der Sammlerinnen ist üblicherweise der Hummelgeruch intensiver, egal, wie viel Zeit zwischen der 1. und 2. Generation liegt.
Die Wachsmottenlarven im Ganzen an Vögel zu verfüttern, ist keine gute Idee, denn sie werden sich sofort eine dunkle Stelle suchen, wo sie in Sicherheit sind, und sie sind verdammt schnell. Besser vorher einmal mit dem Cutter durchschneiden, dann freuen sich die Vögel auch noch.