Antwort auf: Warme Winter

#67289
AvatarBulli
Forenmitglied

    Hallo @Martha,

    in einem anderen Forum hatte ich ein bisschen mehr zu den Schnecken geschrieben. In einem Jahr war ich locker 80 Nächte im Garten unterwegs und habe in einem Jahr fast fünfstellig gesammelt.

    Dabei habe ich mich natürlich nur auf schädliche Schnecken konzentriert.
    – Spanische Wegschnecken (Arion vulgaris)

    Es waren auch mal ein paar von denen dabei, die im Garten nichts großes anstellen:
    – Gartenwegschnecken (Arion hortensis)(nur ca. 25 mm lang)
    – Gewöhnliche Garten-Wegschnecke (Arion distinctus) (Schillert schön)
    – Gewächshaus-Ackerschnecke (Deroceras invadens) (Nur am Komposthaufen, braucht Wärme)

    Man kann sie nachts beim Fressen erwischen und dann lernt man schnell, dass es nur ein paar nervige Arten sind, die den Schaden anrichten. Meist werden unschuldige Schnecken verteufelt. Habe die Spanische schon in 1,40 Metern Höhe an Fingerhüten gefunden. Auch “Fällarbeiten” an Stengeln scheinen auf ihr Konto zu gehen, obwohl die hiesigen Mäuse auch an Stengeln hoch klettern.

    Der Rest der Schnecken interessiert nicht und machte auch nur ca. 4 % der Population aus. Die meisten Gehäuseschnecken hier sind sowieso reine Algenvertilger und lieben veralgte Objekte aus Beton oder Zement. Weinbergschnecken hatte ich in dem einem Jahr nur zwei. Die habe ich umgesetzt.

    Sammeltipp: Wenn es um 17 oder 18 Uhr aufhört zu regnen, lohnt es sich zwischen 22:00 Uhr (Frühling) bzw. 23:00 Uhr (Sommer) und 2:00 Uhr zu sammeln. Ich habe immer so lange gemacht, bis ich auf einer Runde keine Schnecke mehr gefunden habe.

    Im Jahr danach wurde mit der chemischen Keule angefangen. Ich habe sofort gemerkt, in welchem Areal mit der Chemie gearbeitet wurde. Außerdem scheinen sich die hiesigen Mäuse für die Körner zu interessieren. Im Umkreis von aktiven Mauslöchern sind die Körner schnell weg. Also soooo schlimm kann das Zeug nicht sein. Die Reviere der Gehäuseschnecken werden natürlich nicht “bekornt”. Das wäre sinnlos. Die sollen weiter ihre Algen abraspeln. Es geht nur um die Pflanzen, die von Spanischer Wegschnecke und Gartenschnecke verwüstet werden.

    Ich glaube nicht, dass die Spanische Wegschnecke von Vögeln oder Igeln gefressen werden. Dafür braucht’s Laufgänse, wenn ich richtig informiert bin. Bei der Gartenwegschnecke könnte ich es mir noch vorstellen, weil die hier immer zahlreich im Mulch unter den Bäumen vorhanden sind, wo die Amseln ständig herum hüpfen. Sie erreichen nie wirklich übermäßige Populationen. Aber einen Kopfsalat kriegen sie trotzdem klein.

    @Manfred HH

    hier ist im Februar fast die doppelte Menge Regen gefallen wie im Monatsdurchschnitt.

    @all

    Inzwischen blüht die Azalee wunderschön rosa. Und jetzt kommt Nachtfrost. Ich versuche sie mit Decken und einer Laterne am blühen zu halten. Normalerweise stellt sie die Nektarproduktion nach einem Nachtfrost ein. Das Infrarotthermometer zeigte -4 bis -7 Grad auf den Decken, wohingegen ein normales Thermometer nur -2 Grad zeigte. Keine Ahnung, was das wieder bedeutet.

    Unten auf dem ersten Bild seht ihr vier Pflanzen von Digitalis purpurea. Zwei kleine wurden im Winter komplett aufgefressen (unten-mitte und unten rechts), die Große hat nur noch die Blattrippen (mitte) und die Mittelgroße versucht es mit einem Neuaustrieb (unten links). Keine wird dieses Jahr blühen.

    Auf dem zweiten Bild ist eine ehemals sehr üppige Pflanze, von der ich einen oder zwei 2 Meter Stengel erwartete.

    Das dritte Bild zeigt vermutlich die Spur eines Yetis im Gras mit Raureif. *grins*

    PS:
    Mäuse lieben Schneckenkorn als Beifutter. Ein tolles Lockmittel für Mausefallen.

    Foto/Video: