Antwort auf: Hummelsaison 2023

#77225
AvatarBernhard
Forenmitglied

    Im Landkreis Karlsruhe bin ich in den letzten Wochen oft draußen auf den Wiesen gewesen, um zu sehen, welche Arten man so antrifft. Es sind, wie ihr wisst, immer mal kalt-nasse windige Tage dazwischen. Auf den Feldern bei mir gibt es einen 30 m breiten Blühstreifen, dort zeigen sich bisher nur purpurrote Taubnesseln und Löwenzahnblüten. Klee und anderes bereitet sich erst auf die Blüte vor. Dafür gibt es dort jede Menge Mauselöcher. Bisher habe ich dort dunkle Erdhummeln, Steinhummeln und Bunthummeln (Bombus sylvarum) getroffen. Gestern auch die erste und einzige Ackerhummel. Wenn man das Tempo rausnimmt und dort etwas rumsteht oder langsam über die benachbarte Wiese schlendert, ist es mir schon mehrfach passiert, dass eine Hummel angeflogen kommt und sich zielgenau ins Gras stürzt. Wenn man dort schaut, ist ein Mauseloch zu sehen. Seit kurzem gibt es auch Arbeiterinnen, die wegen ihrer geringen Größe auffallen. Wenn bald die ganzen Blüten von Klee usw aufgehen, hoffe ich auch die Wiesen- und Ackerhummeln wieder zu treffen, die dort letztes Jahr waren. Im Bruchwald auf Morchelsuche sind mir an windigen Tagen „gefühlt“ mehr Hummeln begegnet als auf freiem Feld.

    Heute Morgen um 8.09 hat Bombus terrestris die Mottenklappe bei kühlen 1 bis 2 Grad Celsius aufgestemmt und ist zum ersten Ausflug aufgebrochen. Raureif auf dem Dach des anliegenden Gartenhäuschens. Nach ca. 20 Minuten im Sonnenschein war sie dann wieder da und ich habe meinen letzten Schluck Kaffee ausgetrunken. Zu dieser Zeit zeigte der Temperatursensor im Kasten noch 1,7 Grad Celsius an. Nächste Woche Sonntag sollten die ersten Arbeiterinnen ca. 3 Wochen nach Nestgründung auftreten. Mal sehen, ob diese Angabe, die ich von Paul Westrich aus dem Buch „die Wildbienen Deutschlands“ habe, zutrifft. :hammer:

    Leute, schönes Wochenende!

    Foto/Video: