Wir tun was für Bienen 2020

wir-tun-was-fuer-bienenBereits im fünften Jahr findet der beliebte Pflanzwettbewerb „Wir tun was für Bienen“ statt. Die Initiative „Deutschland summt!” lädt wieder ein, kleine und große Flächen bienenfreundlich und naturnah zu gestalten. Seit dem 1. April ist die Registrierung zum Wettbewerb freigeschaltet. Jetzt heißt es: An die Schaufeln, fertig, los … und in der aktuellen Lage positive Wirkungen entfalten!

Die Gartensaison ist da und mit ihr viele Möglichkeiten, (Wild-)bienen & Co. zu unterstützen. Zum Beispiel kann jede und jeder triste Flächen in ein Blütenmeer verwandeln. Neuen  Lebensraum und Nahrungsangebote für die Bestäuberinsekten zu schaffen ist immens wichtig. Dr. Corinna Hölzer, Gründerin von Deutschland summt! und Initiatorin des Pflanzwettbewerbs ruft daher alle auf: „Macht trotz Corona-Krise mit! Ich freue mich über jeden noch so kleinen Beitrag und kann schon jetzt versichern: Beim Gärtnernentstehen große Glücksgefühle. Ich möchte alle motivieren, uns zu unterstützen!“

Teilnahmebedingungen gelockert

Distel-MauerbieneBienen- und Naturfreunde finden unter www.wir-tun-was-fuer-bienen.de Details zum Wettbewerb. Wer teilnehmen möchte, reicht vom 1. April bis zum 31. Juli 2020 Fotos und Berichte zu seiner Aktion ein. Die Stiftung für Mensch und Umwelt, Trägerin des Wettbewerbs, hat nun die Teilnahmebedingungen gelockert: Gartenfreunde nehmen nun in allen acht Kategorien als Einzelperson (anstatt als Gruppe) teil. Davon ausgenommen sind Personen aus dem gleichen Haushalt; sie dürfen als Gruppe gemeinsam pflanzen. Es winken Geldpreise im Wert von bis zu 400 Euro.

Mitmachen, so gut es in diesen Zeiten geht!

Katrin Heinzel, Kleingärtnerin aus Berlin, geht als leuchtendes Vorbild voraus. Sie gewann vor zwei Jahren einen ersten Preis und sagt: „Die Freude bei der Arbeit am gemeinsamen Pflanzprojekt und an den entstandenen Flächen hat uns auch als Gemeinschaft gestärkt und viele andere gemeinsame Projekt-Ideen nach sich gezogen. Wir begehen seit Gewinn des Wettbewerbs auch jedes Jahr zusammen unser „Bienenfest“, bei dem wir die neuen Projekte des Jahres vorstellen und gemeinsam feiern.“ Als Meistermalerin bei der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM) hat sie gerade sogar maßgeblich bei einer brandneuen Sonderedition von Coffee-to-go-Tassen mit Wildbienen-Motiven mitgewirkt. „Aus dem Verkaufserlös jedes KPM To-go Bechers der Edition Wildbienen kommen 20 € dem 1Artenschutz zugute.“, wie KMP auf seiner Webseite schreibt. Heinzels Kreativität kennt keine Grenzen.

Jetzt vermehrt digitale Medien nutzen

Gemeine-PelzbieneDie 7-köpfige Jury bewertet Neupflanzungen und Umgestaltungen, wobei sie ein besonderes Augenmerk auf die Verwendung heimischer Pflanzenarten legt. Weitere Punkte vergibt sie für das Anlegen von Strukturen, wie Trockenmauern. Auch die „Strahlkraft“ der Projekte beurteilt sie. Natürlich laufen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit dieses Mal unter anderen (Corona)Vorzeichen. Mit Kreativität können die digitalen Medien aber helfen, Menschen zusammenzubringen, obwohl sie nacheinander, und nicht gemeinsam wie bei den vorherigen Wettbewerben, neue Naturräume auf ausgewählten Flächen schaffen!

Über die Initiative:

Unter dem Dach von Deutschland summt!, eine Initiative der Stiftung für Mensch und Umwelt, sind inzwischen 32 Städte und Landkreise vernetzt. Sie schafft seit dem Jahr 2010 viel Aufmerksamkeit für Bienen und Stadtnatur. Am Beispiel der Wild- und Honigbienen ist es möglich, den Menschen den Rückgang der biologischen Vielfalt vor Augen zu führen. Die Initiative möchte Menschen inspirieren, mobilisieren und anregen, selbst aktiv zu werden. Es ist dringend notwendig, heimische Bienenarten wie Hosenbiene und Seidenbiene zu schützen. Von den ursprünglich 585 Wildbienenarten sind bereits 39 ausgestorben. Der Pflanzwettbewerb 2019 in Zahlen: Mehr als 250 Gruppen, insgesamt 3.300 Aktive, 18 Gewinner in sieben Kategorien und eine bepflanzte Fläche von 50 Hektar (fast 70 Fußballfelder). Mehr über die Initiative unter: www.deutschland-summt.de

Über die Stiftung für Mensch und Umwelt:

SandbieneDie Stiftung für Mensch und Umwelt ist eine gemeinnützige, private Stiftung mit Sitz in Berlin. Sie ist eine unselbstständige Körperschaft, aber operativ tätig. Rechtlich befindet sie sich in „Treuhänderschaft“ des Umweltforums für Aktion und Zusammenarbeit e.V. (Berlin). Die Stiftung wurde im Jahr 2010 von Dr. Corinna Hölzer und Cornelis Hemmer gegründet und ist operativ tätig, realisiert also eigene Projekte. Zweck der Stiftung ist der Schutz der Umwelt
und Natur, besonders seiner natürlichen Ökosysteme mit ihrer biologischen Vielfalt und ihren natürlichen Ressourcen als Grundlage allen Lebens. Bekannt ist sie vor allem durch Deutschland summt!. Mehr über die Stiftung unter: www.stiftung-mensch-umwelt.de

stiftung für mensch und umwelt

Quellen

Pressemitteilung “Bundesweiter Pflanzwettbewerb bringt Positives zur Corona-Krise
Sandbiene © Hans-Jürgen Sessner
Gemeine Pelzbiene © Hans-Jürgen Sessner
Distel-Mauerbiene © Hans-Jürgen Sessner

Hummelhaus überwachen

Die Hummelsaison hat endlich begonnen. Die ersten Hummelköniginnen sind bereits in ihrem typischen Suchflug unterwegs auf der Suche nach einem Nistplatz. Hat man ein Hummelhaus aufgestellt kommt automatisch bald die Frage ob denn schon eine Hummelkönigin eingezogen ist oder noch nicht. Hummelköniginnen lassen sich oft die ersten Tage ziemlich wenig blicken, zu sehr sind sie mit dem Beginn des Nestbaus beschäftigt. Und wer nicht die Zeit oder die Muse hat den halben Tag vor dem Hummelhaus auszuharren und auf die Königin zu warten, der denkt sich Tricks aus.

Die Mehlprobe

Hier wird etwas Mehl glatt vor den Eingang des Hummelhauses gestrichen. Fußspuren geben Auskunft über die Mieterin.

Der Zahnstochertest

Beim Zahnstochertest wird vereinfacht gesagt ein Zahnstocher vor den Eingang gestellt. Eine Königin die in das Hummelhaus hinein oder heraus will räumt diesen weg.

Ein altes Smartphone

Hier im Hummelforum hatte mich Michael Wyraz vor kurzem auf eine APP hingewiesen von der ich gerade ziemlich begeistert bin.

Ich habe gestern Abend mal die “IP Webcam” von Pavel Khlebovich mit einem ausgedienten Handy ausprobiert, das funktioniert wirklich sehr gut. Auch die Bewegungserkennung klappt nach erstem Begutachten schon ohne weitere Einstellungen sehr zufriedenstellend. Deshalb habe ich den heutige Feiertag und das schöne Wetter ausgenutzt und mich mal etwas mehr mit dieser praktischen Spielerei beschäftigt. Und wer mich kennt der weis wie sehr ich solche Spielereien mag. So viel musste ich mich gar nicht beschäftigen, denn eigentlich ist alles bereits eingestellt. Nur die Bewegungserkennung muss man extra aktivieren.

Danke für den Tip! Gibt es ganz normal kostenlos im Play Store für Android-Handys. Keine Ahnung ob es so etwas auch für das Apfel-Kästchen gibt.

Was macht das Ding? Du stellst das Handy mit der eingeschalteten App vor das Hummelhaus und filmst den Eingang. Bewegt sich etwas, wird das wahlweise als Foto oder Videoaufzeichnung gespeichert. Und nur das. Du kannst Dir also am Abend in Ruhe ansehen ob sich etwas am Eingang vom Hummelhaus getan hat und musst nicht andauernd vor dem Hummelhaus warten oder Stunden lange Filme sichten.

Mit einem zweiten Handy oder Tablet bzw. PC kannst Du Dir zusätzlich das Ganze sogar als Livestream ansehen. Voraussetzung ist natürlich WLAN im Bereich der beiden Geräte.

Tolle Sache, völlig kostenlos. Aber ein bisschen Technikbegeisterung sollte man dazu schon haben. Man könnte über die Portfreigabe des Routers sogar ins Internet streamen, alles kein Problem. Die Werbung ist unaufdringlich und eine Vollversion ohne Werbung kostet nicht viel.
Hier mal meine ersten Versuche, teilweise ist die Beschriftung auf dem Kopf. Egal, zur Kontrolle ob ein Hummelhaus belegt ist reicht es allemal!

 

Bombus melanopygus

Hummeln aus aller Welt

Bombus melanopygus, im Deutschen als Schwarzschwänzige Hummel bezeichnet, kommt ausschließlich im Westen Nordamerikas vor. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Alaska und British Columbia im Norden bis nach Baja California im Süden und erstreckt sich vom Pazifik ostwärts bis in die Rocky Mountains. Die Art wurde 1848 von William Nylander beschrieben und zählt zur Familie der Apidae.

Bombus melanopygus  Bombus melanopygus  black-tailed bumble bee

Auffällig ist ein ausgeprägter Farbdimorphismus innerhalb der Art. Tiere aus nördlichen Populationen, etwa in Oregon, British Columbia und den Rocky Mountains, tragen auf dem zweiten und dritten Hinterleibssegment rötlich braune Haare und wurden früher als eigene Form Bombus melanopygus melanopygus bezeichnet. Populationen aus Kalifornien und dem südlichen Oregon zeigen an derselben Stelle schwarze Behaarung und galten lange als eigene Art unter dem Namen Bombus edwardsii. Genetische und morphometrische Untersuchungen haben gezeigt, dass beide Formen zur selben Art gehören und lediglich unterschiedliche Farbausprägungen darstellen. Der Name Bombus edwardsii gilt seither als Synonym.

info hummelFür die rötliche beziehungsweise schwarze Färbung ist ein einziges Gen namens Abdominal-B verantwortlich, das normalerweise als sogenanntes Hox-Gen ganze Körpersegmente einer Larve anlegt. Bei Bombus melanopygus wirkt eine veränderte Steuerregion dieses Gens erst sehr spät in der Larvenentwicklung und beeinflusst dadurch gezielt nur die Farbe mittlerer Hinterleibssegmente, ohne sonstige Auswirkungen auf den Körperbau. Forscher der Pennsylvania State University wiesen dies 2019 nach und zeigten zugleich, dass nahe verwandte Hummelarten mit ähnlichem Farbwechsel diesen offenbar über andere genetische Wege erreichen.

Bestimmungsmerkmale

Königinnen erreichen eine Körperlänge von etwa 16 bis 19 Millimetern, Arbeiterinnen liegen bei rund 10 bis 16 Millimetern und Männchen bei etwa 11 bis 14 Millimetern. Kopf und Vorderteil des Thorax sind gelb behaart, zwischen den Flügelansätzen verläuft ein schwarzes Band. Die Hinterschiene der Weibchen ist konkav geformt und trägt das Sammelkörbchen für Pollen, dessen Fransenhaare schwarz gefärbt sind. Das erste Hinterleibssegment ist gelb, das vierte und fünfte tragen bei beiden Farbformen schwarze, mitunter mit Gelb durchsetzte Behaarung. Die Zunge ist im Vergleich zu anderen Hummelarten mittellang, wodurch die Art sowohl flache als auch etwas tiefere Blütenkelche erreichen kann, ohne dabei auf eine dieser Blütenformen spezialisiert zu sein.

Lebensraum und Nistverhalten

Bombus melanopygus besiedelt ein breites Spektrum an Lebensräumen, darunter Gärten, Wiesen, Grasland und Wälder, aber auch landwirtschaftlich genutzte und städtische Flächen. Sie gehört zu den wenigen Hummelarten, die regelmäßig noch in San Francisco beobachtet werden. Die Nester legt die Art meist unterirdisch in verlassenen Nagerbauten an, gelegentlich auch oberirdisch in dichtem Gras oder in Hohlräumen an Gebäuden. Jede Kolonie geht auf eine einzelne überwinterte Königin zurück, die im zeitigen Frühjahr mit der Anlage des Nestes beginnt. Bombus melanopygus zählt zu den früh im Jahr aktiven Hummelarten und beginnt vergleichsweise zeitig mit der Nestgründung und der Produktion von Männchen. Am Ende der Saison löst sich die Kolonie auf, lediglich begattete Jungköniginnen überwintern und gründen im folgenden Jahr neue Nester.

Nahrungspflanzen

Die Art besucht eine große Bandbreite an Blütenpflanzen und gilt als nicht auf bestimmte Pflanzenfamilien spezialisiert. Zu den regelmäßig genutzten Gattungen zählen Manzanitas, Ceanothus, Goldbüsche, Wilder Buchweizen, Lupinen, Bartfäden, Rhododendren, Weiden, Salbeiarten und Klee. Dieses breite Nahrungsspektrum erlaubt es der Art, in sehr unterschiedlichen Vegetationstypen entlang ihres großen Verbreitungsgebiets Kolonien zu gründen.

Parasiten und Gefährdung

Bombus melanopygus dient als Wirt der Buckelfliege Apocephalus borealis. Die Fliege legt ihre Eier im Hinterleib der Hummel ab, die Larven entwickeln sich dort und verlassen den toten Wirt schließlich als Puppen. Nach Einschätzung der Weltnaturschutzunion gilt die Art insgesamt als nicht gefährdet und wird als Least Concern eingestuft. In Kalifornien ist sie weiterhin verbreitet, wobei Untersuchungen auf Verschiebungen innerhalb des dortigen Verbreitungsgebiets hinweisen. Wie viele nordamerikanische Hummelarten steht sie unter dem allgemeinen Druck von Lebensraumverlust, Pestizideinsatz und Klimawandel.

Quellen

  • Discover Life / R. Thorp (1983): Bumble Bees and Cuckoo Bumble Bees of California, Bestimmungsmerkmale zu Bombus melanopygus und B. edwardsii, https://www.discoverlife.org/mp/20q?search=Bombus+melanopygus
  • California Conservation Genomics Project (CCGP): Bombus melanopygus (Black-tailed Bumble Bee), https://www.ccgproject.org/species/bombus-melanopygus-black-tailed-bumble-bee
  • Owen, R. E., Whidden, T. L., Plowright, R. C. (2010): Genetic and morphometric evidence for the conspecific status of the bumble bees, Bombus melanopygus and Bombus edwardsii, Journal of Insect Science 10(1), 109
  • Tian, L. et al. (2019): Tinkering outside the Hox: A homeotic shift late in development drives mimetic color variation in a bumblebee, PNAS, referiert nach bienen-nachrichten.de, https://bienen-nachrichten.de/2020/wie-hummel-zu-ihren-streifen-kamen/690
  • Jackson, J. M. et al. (2022): Mito nuclear discordance at a mimicry color transition zone in bumble bee Bombus melanopygus, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8717287/
  • sdnativebees (Tumblr): Bombus melanopygus, black tailed bumble bee, Feldbeobachtungen zur Nistbiologie, https://www.tumblr.com/sdnativebees/118449952786/
  • discoverlife.org
  • discoverlife.org
  • discoverlife.org
  • newscientist.com

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Hummelfreunde und Tüfteleien aus Tschechien

Ich habe im Netz eigentlich nach ganz etwas anderem gesucht und bin dann ganz zufällig in einem tschechischen Hummelforum hängen geblieben. Auch in der Tschechei macht man sich viele Gedanken wie man nicht nur bessere Lebensbedingungen für Hummeln und andere Wildbienen schaffen kann, sondern tüftelt auch eifrig an Optimierungen und Variationen von Hummelhäusern herum.

In dem Hummelforum kann sich jeder registrieren, dazu muss die Frage “Welcher Fluss fließt durch Prag?” beantwortet werden. Die Antwort ist übrigens “Vltava”, der tschechische Name für “Moldau”.

Bevor ich zum tschechischen Hummelforum komme möchte ich Euch aber auch noch die Seite

cmelaciplus.cz (Google-Übersetzung auf Deutsch)

ans Herz legen. Dort versucht man alles über Hummeln in Tschechien zusammen zu tragen. Es gibt sogar ganze Internet-Shops mit Hummel-Zubehör, z. B. Heizungen, Hummelklappen oder ganze Hummelhäuser, so ausführlich habe ich das hierzulande noch nicht gesehen:

chov-cmelaku.cz (Google Übersetzung auf Deutsch)

Der Grund, warum ich das alles hier so ausführlich schreibe ist, weil ich Tüftler so faszinierend finde. Und Tüftler findet man in diesem tschechischen Hummelforum mehr als genügend. Hier ein paar Tüfteleien, alle von einem einzigen tschechischen Hummelfreund als Beispiel:

Hummelklappe aus Gaze

Hummelklappe aus GazeHat den Vorteil, dass man sich nicht um die Belüftung bei geschlossener Klappe sorgen muss. Tolle Idee!

Man sieht auf dem Foto auch gut, dass auch in Tschechien das hier so beliebte Elektro-Lehrrohr als Laufgang verwendet wird.

Elektrische Hühner-Hummelklappe

Hühner-HummelklappeJeder Hobby-Hühnerhalter hat so etwas: Der Eingang vom Hühnerhaus öffnet sich automatisch bei Sonnenaufgang und schließt sich wieder wenn die Sonne untergegangen ist, damit die Hühner vor Füchsen und Mardern geschützt sind.

Das selbe hat hier jemand für Hummeln zum Schutz vor Wachsmotten gebaut die ja auch so gut wie immer in der Nacht in ein Hummelhaus eindringen. Sehr eindrucksvoll mit einfachsten Mitteln, mich faszinieren solche Spielereien.

cmelaciplus  cmelaciplus

Auch sieht man sich hier eine Art Insektenfalle. In das Glasröhrchen am Eingang werden Parasiten wie Fliegen und ähnliches gelockt, sie bleiben darin kleben. So ganz verstehe ich dieses Patent noch nicht, aber es scheint zu funktionieren.

Unterirdische Hummelhäuser mit Belüftungskamin

cmelaciplusEine unterirdische Reihenhaussiedlung für Hummeln mit Belüftungskamin. Alles selbst gebaut von der Dränage über die Gehäuse bis zur Hummelklappe.

Das Ganze wird zum Schluss mit Erde bedeckt, bepflanzt und nur noch die Eingänge und Kamine bleiben sichtbar. Eine schöne Umsetzung unterirdischer Hummel-Nistgelegenheiten.

cmelaciplus  cmelaciplus  cmelaciplus  cmelaciplus


cmelaci-forum.cz

Das Tschechische Hummelforum findet man hier:
cmelaci-forum.cz (Google-Übersetzung auf Deutsch)

Ein schöner Blick über den Tellerrand wie ich finde. Viel Spaß beim stöbern!

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Das Hummeljahr – kurz erklärt

Hummeln gehören zu den wichtigsten Bestäubern. Einige Pflanzen, wie z.B. Tomaten, werden fast ausschließlich von Hummeln bestäubt. Obst und Gemüse profitieren von der speziellen Vibrationsbestäubung der Hummeln, dadurch erhalten wir besonders viele und große Früchte. Hummeln fliegen schon ab 2 °C, während andere Insekten noch in Winterstarre sind. Der Arbeitstag der Hummeln dauert bis zu 18 Stunden, in dieser Zeit fliegt jede Arbeiterin ca. 1000 Blüten an.

Das Hummeljahr

Ausführlich erklärt: Das Hummeljahr

Winterschlaf

Wenn es im Frühjahr wärmer wird, erwacht die im Vorjahr begattete Königin aus dem Winterschlaf. Jetzt braucht sie viel Nektar und Pollen, um sich zu stärken. Das Hummeljahr beginnt.

Nestgründung

Hat sie ein Nest gefunden, baut sie die erste Brutwabe mit ca. 8 Eiern und einen Topf für den Honig. Sie fliegt immer wieder kurz aus, um Vorräte zu sammeln, verbringt aber die meiste Zeit mit Brüten und Eierlegen.

Erste Arbeiterinnen

Die ersten Arbeiterinnen schlüpfen und übernehmen das Nektar- und Pollensammeln. Die Königin bleibt ab jetzt für den Rest ihres Lebens im Nest.

Das Hummelvolk wächst, Königinnen schlüpfen

Der Hummelstaat wächst, die Arbeiterinnen fliegen aus oder kümmern sich um die Brutwaben. Die Königin legt immer mehr Eier in immer kürzeren Abständen. Höhepunkt im Hummeljahr: Es schlüpfen neue Königinnen und auch Männchen.

Das Hummelvolk stirbt ab

Die alte Königin und die Arbeiterinnen sterben ab.

Paarungszeit im Hummeljahr

Die neuen Königinnen und Drohnen fliegen zum Hochzeitsflug.

Die neue Königin gräbt sich ein

Nach der Paarung sterben die Männchen, die neuen Königinnen begeben sich in den Winterschlaf.

Quellen

Vielen Dank an Sarah Adelmann, NABU-Südbaden
Graphiken: Frederike Nielsen

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Fazit Steinhummelnest 2019

krokusBald geht die Hummelsaison 2020 los, endlich liegt der (sehr milde) Winter in den letzten Zügen. Die ersten Krokusse sind schon aufgegangen, Schneeglöckchen blühen um die Wette und am Haselnussstrauch interessieren sich die ersten Wildbienen bereits für Blütenstaub. Ich finde ja immer dass man den Frühling auch riechen kann.

Und da im Hummelforum hier schon die ersten Hummelköniginnen gesichtet wurden, war es heute auch für mich an der Zeit sich um die Hummel-Nistkästen zu kümmern.

Im vergangenen Hummeljahr hatte ich mehrere Steinhummelnester, faul wie ich bin habe ich erst jetzt zur Hummelsaison 2020 die letzten Hummelhäuser der vergangenen Saison ausgeräumt und dabei ein wirklich schönes Steinhummelnest vorgefunden. Dieses will ich Euch nicht vorenthalten. Ziemlich unscheinbar im Nistmaterial eingegraben befindet sich die Nestkugel der Steinhummeln. Die Nestkugel (schwerergewichtiger als man vermutet) kann sehr leicht aus dem überschüssigen Nistmaterial herausgehoben werden. Am Rand liegt noch die tote Altkönigin, auf dem ersten Foto oben links.

hummelhaus  nistkasten steinhummel  humnmelhaus steinhummelnest

Steinhummel-typisch ist das Nest mit einem Wachsdeckel bedeckt der ganz einfach zu entfernen ist und das eigentliche Hummelnest frei legt. Jetzt sieht man die verschiedenen Stockwerke, völlig Chaotisch gebaut, mit Waben und Nektartöpfchen.

wachsdecke steinhummel  nest der steinhummel  steinhummelnest

Das Nest hatte ca. 15 cm Durchmesser und sorgte für so einige Jungköniginnen und Drohnen. Jetzt musste es Platz machen für ein neues Hummenest.

Wespennest im Hummelhaus

baumhummelnestIch habe heute die letzten Hummelhäuser vom vergangenen Jahr ausgeräumt. Eines davon war mit Baumhummeln belegt und zusätzlich hatte dort eine Wespe ihr Zuhause gefunden. Ein Wespennest im Hummelhaus also. Beide benutzten gemeinsam den Eingang zum Nistkasten, auch die Wespen kamen mit der Hummelklappe gut klar.

Das ging eine Zeit lang ganz gut. Ehrlich gesagt dachte ich dass hier die Baumhummeln dominieren würden, die relativ kleine Wespe hätte keine Chance. Doch es kam genau anders. Die Wespe setzte sich durch, das Baumhummelvolk ging ein und am Ende des Sommers blieb nur noch ein leeres, kunstvolles Wespennest über.

wespen hummelhaus wespennest im hummelhaus  wespennest

Ob sich die Baumhummeln ohne Wespen besser entwickelt hätten kann ich nicht sagen. Ein Wespennest im Hummelhaus ist übrigens gar nicht so selten. Sogar für Hornissen sind die Hohlräume eines Hummel-Nistkastens interessant:

Leider wurde damals nichts aus dem Hornissennest. Hornissen sind – eben so wie Wespen – dafür bekannt auch mal einfach den Nistplatz aufzugeben.

Wildbiene des Jahres 2020

Das Kuratorium „Wildbiene des Jahres“ hat für 2020 eine Biene gewählt, die sich durch eine für Mitteleuropa einzigartige Lebensweise auszeichnet. Während Wildbienen für ihre Larven üblicherweise einen Futterproviant aus Pollen und Nektar in ihr Nest eintragen, sammelt die Auen-Schenkelbiene (Macropis europaea) Pflanzenöle und vermengt sie mit Pollen zu einem „Ölkuchen“. Der Energiegehalt von Öl ist größer als beim zuckerhaltigen Nektar. Als ölspendende Pflanzen dienen den Schenkelbienen hierzulande Gilbweiderich-Arten (Lysimachia), die häufig an Bachufern und Grabenrändern vorkommen (Gewöhnlicher Gilbweiderich, Pfennigkraut). Der Punkt-Gilbweiderich ist in Gärten als Zierpflanze verbreitet. Auf der Suche nach dem Pflanzenöl kommt die Auen-Schenkelbiene somit auch in unsere Gärten. Ein noch häufigerer Gast ist hier die sehr ähnliche Schwesterart, die Wald-Schenkelbiene (Macropis fulvipes). Die Bienen brauchen allerdings als schnell verfügbaren „Treibstoff“ stets auch Nektar, den sie sich in unterschiedlichen Blüten holen – zumeist in der Nähe der Ölpflanzen. Die Schenkelbienen brauchen also ein vielfältiges Blütenangebot.In den Tropen kommen Öl sammelnde Wildbienen im Gegensatz zu unseren Breiten in mehreren Arten vor.

Um die Wildbiene des Jahres 2020 zu beobachten, lohnt es sich, ab Ende Juni an Beständen des Gilbweiderichs nach den Tieren Ausschau zu halten. Vor allem die Männchen mit auffällig gelben Gesichtern fliegen hektisch um die Blütenstände, um Weibchen zu begatten. Diese tragen an ihren Hinterbeinen eine krümelige Masse aus Pollen und Öl, die sie als Larvenvorrat in ihr Nest transportieren. Oft legen die Weibchen ihre Erdnester in der Nähe der Nahrungspflanzen an, die auf feuchten Böden wachsen. Dabei nutzen sie das Pflanzenöl zusätzlich zur Imprägnierung der Nestwände und schützen die Brut dadurch gegen Feuchtigkeit und die Gefahr der Schimmelbildung.

In den Nestern unserer beiden Macropis-Arten legt regelmäßig eine attraktiv gefärbte Wildbiene ihre Eier ab, die selbst keine Larvenvorräte sammelt, sondern sich quasi den „Bienenfleiß“ der Schenkelbienen zunutze macht. Diese Schmuckbiene (Epeoloides coecutiens) zeigt somit die Lebensweise eines Kuckucks, sie ist ein Brutschmarotzer. Immerhin leben rund ein Viertel unserer Wildbienenarten als Kuckucksbienen, oftmals mit sehr enger Bindung an bestimmte Wirtsbienen. Die Schmuckbiene schmarotzt ausschließlich bei der Auen- und der Wald-Schenkelbiene.

Beide Schenkelbienen-Arten sind trotz ihrer großen Abhängigkeit von den Ölpflanzen derzeit bei uns nicht gefährdet. Wir können sie durch das Angebot von Gilbweiderich in unseren Gärten unterstützen. Wichtig ist di e behutsame Pflege von Gräben und Bachufern, das heißt ein Mähen der Ufervegetation im Sommer ver-bietet sich, um nicht die Nahrungsgrundlage der Schenkelbienen sowie vieler anderer Blütenbesucher zu zerstören.

Hintergrund

Das Kuratorium „Wildbiene des Jahres“ wählt seit 2013 jährlich eine besonders interessante Wildbienenart aus, um an ihrem Beispiel die spannende Welt dieser Tiere bekannter zu machen. Zugleich soll die Wildbiene des Jahres dazu ermuntern, „in die Natur“ zu gehen und das Tier in seinem Lebensraum aufzusuchen. Damit wirkt die Initiative auch im Sinne einer Wissenschaft für alle (citizen science) und bringt mehr Klarheit über das aktuelle Vorkommen der Wildbiene des Jahres.

Das Kuratorium „Wildbiene des Jahres“ ist beim Arbeitskreis Wildbienen-Kataster angesiedelt, einer Sektion des Entomologischen Vereins Stuttgart 1869 e.V

Wildbiene des Jahres

Die Flyer zu den Wildbienen der Jahre 2013 bis 2020 können unter der Homepage des Wildbienen-Katasters heruntergeladen werden.

Quelle der Pressemitteilung/Bildquelle

wildbienen-kataster.de

Bombus fervidus

Hummeln aus aller Welt

Bombus fervidus, im Englischen golden northern bumble bee genannt, zählt zu den mittelgroßen bis großen Hummelarten Nordamerikas. Königinnen erreichen eine Länge von 18 bis 21 Millimetern, Arbeiterinnen bleiben mit 11 bis 17 Millimetern deutlich kleiner. Kopf und Scheitel tragen schwarze Behaarung. Der Brustabschnitt und die ersten vier Hinterleibssegmente sind durchgehend gelb gefärbt, zwischen den Flügelansätzen verläuft ein schmales schwarzes Band. Das fünfte Hinterleibssegment ist wieder schwarz, die Flügel wirken dunkel bis rauchgrau.

Bombus fervidusDiese Kombination aus vier gelben Hinterleibssegmenten, schwarzem Kopf und größtenteils gelben Seitenteilen des Brustabschnitts erlaubt im Osten Nordamerikas eine recht zuverlässige Bestimmung im Feld. Schwieriger wird es im Westen des Kontinents bei der Abgrenzung zu Bombus californicus. Beide Formen bilden einen taxonomisch ungeklärten Artenkomplex. In Gebieten, in denen ihre Vorkommen sich überlappen, zeigen einzelne Tiere jeweils das Farbmuster der anderen Art, sodass eine Bestimmung allein nach der Behaarung nicht zuverlässig möglich ist. Genetische Untersuchungen weisen zwei getrennte Linien nach, die sich nach heutigem Kenntnisstand vor weniger als einer Million Jahren auseinanderentwickelt haben, ohne dass bislang ein verlässliches äußeres Unterscheidungsmerkmal gefunden wurde. Auch mit Bombus pensylvanicus, deren Männchen ähnlich gefärbt sind, und mit Bombus auricomus kann es zu Verwechslungen kommen.

Nistplatz und Nestbau

Bombus fervidusAnders als die meisten anderen Hummelarten legt die Königin von Bombus fervidus ihr Nest bevorzugt oberflächlich an, seltener unterirdisch. Als Standort dienen offene, grasbewachsene Flächen wie Wiesen, Waldlichtungen oder Straßenränder. Das Baumaterial besteht aus einer lockeren Masse trockenen Grases, die mit Vogelkot vermischt ist. Beides scheinen die Tiere selbst zusammenzutragen und zu einem Polster anzuordnen. Innerhalb dieses Polsters legt die Königin die ersten Wachszellen an und errichtet einen Honigtopf, in dem sie bei kühlem Frühjahrswetter Nektarreserven speichert, bevor die ersten Arbeiterinnen schlüpfen.

Ein ausgewachsenes Volk kann 100 bis 200 Arbeiterinnen umfassen, eine für Hummeln vergleichsweise große Koloniegröße.

info hummelArbeiterinnen von Bombus fervidus verteidigen ihr Nest gegen eindringende Schmarotzerhummeln der Gattung Psithyrus mit einer ungewöhnlichen Taktik: Sie übergießen die Eindringlinge mit Honig und schränken so deren Bewegungsfähigkeit ein.

Verteidigungsverhalten

Störungen am Nest lösen bei Bombus fervidus eine ausgeprägte Reaktion aus. Eine frühe Studie zum Nistverhalten der Art beschreibt sie als äußerst angriffslustig bei der Nestverteidigung; Angreifer wurden dabei über mehrere hundert Meter verfolgt. Neben der Verfolgung nutzen die Arbeiterinnen das Übergießen mit Honig gegen eindringende Psithyrus-Weibchen, insbesondere gegen die auf Bombus fervidus spezialisierte Art Bombus insularis. In einer Untersuchung in Kanada wurden zudem zwei Psithyrus-Weibchen in Nestern von Bombus fervidus gefunden, ohne dass daraus Nachkommen hervorgingen; zwei Königinnen fielen dort stattdessen der parasitischen Fliege Physocephala texana zum Opfer.

Nahrungssuche

Bombus fervidusBombus fervidus gehört zu den langrüsseligen Hummelarten und kann dadurch auch Blüten mit tiefen Kronröhren nutzen, die für kurzrüsselige Arten unzugänglich bleiben. Zu den regelmäßig besuchten Pflanzengattungen zählen Geißblatt (Lonicera), Kratzdisteln (Cirsium), Klee (Trifolium), Bartfaden (Penstemon), Blutweiderich (Lythrum) und Wicken (Vicia). Insgesamt wurden Besuche an mehr als 20 Pflanzengattungen dokumentiert, darunter auch Goldruten und Heidelbeeren. Damit übernimmt die Art eine Rolle als Bestäuberin sowohl in naturnahen Lebensräumen als auch in der Landwirtschaft, insbesondere bei Kulturen, die auf Vibrationsbestäubung angewiesen sind.

Bestandsentwicklung

Die Internationale Union für die Erhaltung der Natur (IUCN) stuft Bombus fervidus als gefährdet (vulnerable) ein. In weiten Teilen des ursprünglichen Verbreitungsgebiets sind die Bestände zurückgegangen; als Hauptursache gilt der Verlust von Lebensraum durch die Intensivierung der Landwirtschaft. In Vermont etwa wird die Art inzwischen als selten eingestuft und möglicherweise weiter rückläufig, während sie in anderen Teilen des Nordostens der USA noch vergleichsweise häufig beobachtet wird. Programme wie der California Bumble Bee Atlas erfassen die Bestände mithilfe von Bürgerwissenschaft, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Quellen

  • Montana Field Guide, Montana Natural Heritage Program: Golden Northern Bumble Bee — Bombus fervidus, https://fieldguide.mt.gov/speciesDetail.aspx?elcode=IIHYM24580 (unter anderem mit Bezug auf Koch et al. 2018, Phylogeny and population genetic analyses reveals cryptic speciation in the Bombus fervidus species complex, PLOS One 13(11): e0207080)
  • BeeSpotter, University of Illinois: Bombus fervidus, https://beespotter.org/topics/bio/Bombus/fervidus/index.html (unter anderem mit Bezug auf Medler, J. T. & Carney, D. W., 1963)
  • Animal Diversity Web, University of Michigan: Bombus fervidus, https://animaldiversity.org/accounts/Bombus_fervidus/
  • bugswithmike.com: Bombus fervidus (golden northern bumble bee), https://bugswithmike.com/guide/arthropoda/hexapoda/insecta/hymenoptera/apidae/apinae/bombini/bombus/fervidus
  • Discover Life: Bombus fervidus, https://www.discoverlife.org/20/q?search=Bombus+fervidus (unter anderem mit Bezug auf Hobbs, G. A., 1966a, und Laverty, T. M. & Harder, L. D., 1988, The Bumble Bees of Eastern Canada, Canadian Entomologist 120: 965-987)
  • Vermont Atlas of Life, Vermont Center for Ecostudies: Bombus fervidus, https://val.vtecostudies.org/projects/bumble-bee-atlas/bombus-fervidus/
  • Illinois Department of Natural Resources: golden northern bumble bee, https://dnr.illinois.gov/education/wildaboutpages/wildaboutinvertebrates/wildaboutnativebees/family-apidae/wabwgoldennorthernbumblebee.html
  • Bild: discoverlife.org
  • Bild: discoverlife.org
  • Bild: discoverlife.org

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Bombus consobrinus

Hummeln aus aller Welt

Bombus consobrinusBombus consobrinus gehört zu den Hummelarten, deren Verbreitungsgebiet sich fast ausschließlich mit dem einer einzigen Futterpflanzengattung deckt. In Nordeuropa liegt ihr Kernareal zwischen dem 59. und dem 69. Breitengrad und folgt damit dem Vorkommen des Nördlichen Eisenhuts, Aconitum septentrionale. Weiter östlich reicht das Vorkommen bis in die Gegend von Saratow an der Wolga, also bis etwa zum 51. Breitengrad. Von dort zieht sich das Areal durch ganz Sibirien bis nach Kamtschatka, in die Mongolei, in die chinesische Provinz Gansu, in die Mandschurei, nach Korea und nach Japan. Historische Nachweise gibt es außerdem aus Ungarn. In Mitteleuropa fehlt die Art; auch im deutschen Alpenraum ist sie nicht heimisch.

Je weiter östlich man kommt, desto lockerer wird die Bindung an Eisenhut. Während die Hummel in Fennoskandinavien und im europäischen Norden Russlands nahezu ausschließlich auf Aconitum septentrionale angewiesen ist, wurden im sibirischen und ostasiatischen Teil des Verbreitungsgebiets auch Vorkommen ohne nennenswerte Eisenhutbestände dokumentiert.

Merkmale

Bombus consobrinusBombus consobrinus zählt innerhalb der Untergattung Megabombus zu den großen Arten. Thorax und der vordere Teil des Hinterleibs sind orange gefärbt, gefolgt von einer schwarzen Querbinde. Die Spitze des Hinterleibs ist grau. Diese Farbfolge, orange, schwarz, grau, unterscheidet die Art von den meisten anderen mitteleuropäischen Hummeln mit ähnlicher Grundfärbung und erleichtert die Bestimmung im Feld, sofern man sich im Verbreitungsgebiet der Art befindet. Charakteristisch ist außerdem der lange Rüssel, mit dem die Hummel den Grund der tief verborgenen Nektarien im Eisenhut erreicht.

info hummelInnerhalb der Untergattung Megabombus hat sich eine derart enge Bindung an eine einzige Futterpflanze nach heutigem Kenntnisstand nur zweimal unabhängig entwickelt, bei Bombus consobrinus und bei der noch strenger spezialisierten Bombus gerstaeckeri. Eine aktuelle Hypothese führt diese Extremspezialisierung auf das Zusammentreffen von langem Rüssel und kurzer Vegetationsperiode in nördlichen beziehungsweise gebirgigen Lagen zurück: Bleibt für den gesamten Nestzyklus nur ein enges Zeitfenster, lohnt sich die Ausrichtung auf eine einzige, verlässlich reich blühende Pflanze offenbar besonders. Die nächste bekannte Verwandte von Bombus consobrinus, die erst kürzlich beschriebene Art Bombus koreanus aus Ostasien, ist dagegen deutlich weniger wählerisch und besucht mehrere Futterpflanzen.

Enge Bindung an den Eisenhut

Bombus consobrinusWo Aconitum septentrionale wächst, bestreitet Bombus consobrinus während dessen Blütezeit nahezu ihre gesamte Pollenversorgung von dieser einen Pflanze. Untersuchungen zur Nahrungssuche norwegischer Populationen zeigten, dass die Hummel in der Hauptblütezeit des Eisenhuts nahezu den gesamten Pollen, rund 99 Prozent, von dieser Pflanze einträgt. Nur vor und nach der Blütezeit des Eisenhuts weicht sie auf andere Blüten aus. Diese Vorliebe gilt in der Fachliteratur als oligolektisch, also auf eine eng begrenzte Gruppe von Futterpflanzen beschränkt, wobei die Bindung in Nordeuropa deutlich strikter ausfällt als im Osten des Verbreitungsgebiets.

Der lange Rüssel erlaubt es der Hummel, die tief im Helm der Eisenhutblüte verborgenen Nektarien auf regulärem Weg zu erreichen und dabei die Staubblätter und Narben zu berühren. Andere, kurzrüsselige Hummelarten, die gelegentlich ebenfalls am Eisenhut Nektar suchen, beißen dagegen häufig ein Loch von außen in die Blütenhülle und gelangen so an den Nektar, ohne die Blüte zu bestäuben. Bombus consobrinus zählt damit zu den wenigen legitimen, also regulär bestäubenden Besuchern dieser giftigen Pflanze.

Rolle bei der Bestäubung

Vergleichende Untersuchungen an Aconitum septentrionale haben die Bestäubungsleistung von Bombus consobrinus jener mehrerer generalistisch sammelnder Hummelarten gegenübergestellt, die dieselben Blüten ebenfalls besuchen. Dabei entnahmen Arbeiterinnen und Königinnen des spezialisierten Bombus consobrinus pro Blütenbesuch ähnlich viel Pollen wie die Arbeiterinnen der Generalisten, benötigten dafür aber deutlich weniger Zeit. In der Folge erzielte die spezialisierte Art pro Zeiteinheit einen höheren Nettoenergiegewinn als die Generalisten. Königinnen von Bombus consobrinus entnahmen dabei je Besuch weniger Pollen als Arbeiterinnen, obwohl die Besuchsdauer bei beiden Kasten vergleichbar war.

Quellen

  • Rasmont, P. & Iserbyt, S. (2014): Bombus Latreille, 1802. Atlas of the European Bees – STEP project, Université de Mons, http://www.atlashymenoptera.net/page.aspx?id=169
  • Potapov, G. & Kolosova, Y. (2021): Bombus (Megabombus) consobrinus Dahlbom, 1832 in the European North of Russia: its distribution and foraging preference. Fauna Norvegica 41: 27–33, https://doi.org/10.5324/fn.v41i0.3903
  • Mjelde, A. (1983): The foraging strategy of Bombus consobrinus (Hymenoptera, Apidae). Acta Entomologica Fennica 42: 51–56
  • Laverty, T. M. & Plowright, R. C. (1988): Flower handling by bumblebees: a comparison of specialists and generalists. Animal
  • Behaviour 36(3): 733–740
  • Forschungsbeitrag zur Evolution extremer Futterpflanzenspezialisierung bei Megabombus-Hummeln (Kombination aus langem Rüssel und kurzer Nistsaison), ResearchGate-Publikation zu Bombus koreanus und verwandten Megabombus-Arten

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