Ameisensperre
Ein Hummelhaus kann einfach mit seinen vier Füßen auf den Boden gestellt werden. Dass diese bodennahe Aufstellung Nachteile haben kann, bemerkt man oft im Mai und Juni, wenn Ameisen den Honig im Inneren riechen und zu Hunderten versuchen, in das Hummelhaus einzudringen. Sie huschen selbst in komplett dichte Hummelhäuser durch die Hummelklappe hindurch. Hat es auch nur eine Ameise geschafft, befinden sich eine Stunde später bereits Dutzende Ameisen im Hummelnest, die sofort beginnen, den von den Hummeln mühsam gesammelten Honig zu stehlen. Die Ameisen stauen sich dann an der Hummelklappe. Hummelarbeiterinnen, die von ihren Ausflügen mit Pollen und Nektar zurückkommen, trauen sich nicht mehr ins Nest und fliegen wieder davon.
Deshalb ist es sinnvoll, von vornherein eine Ameisensperre einzuplanen. Diese besteht ganz einfach aus Wasser. Später, im Laufe des Hummeljahres, sollte man regelmäßig kontrollieren, ob abgebrochene Zweige, Äste oder größer gewordene Stauden das Hummelhaus berühren und dadurch wieder Brücken für die Ameisen entstehen.
Als idealer Standfuß haben sich bei mir handelsübliche KG-Rohre mit 125 mm Durchmesser bewährt. Diese gibt es in jedem Baumarkt als Abwasserrohre. Sie werden in größeren Durchmessern auch gerne für Punktfundamente von z. B. Gartenhäusern oder Carports verwendet, eingegraben und ausbetoniert.
Für einen stabilen Stand benötigt man beim Hummelhaus in der Regel keinen Beton. Schaden würde er allerdings auch nicht. Je nachdem, wie hoch das Hummelhaus später angebracht werden soll, rechnet man zu dieser Höhe noch etwa 40 cm hinzu, die eingegraben werden. Hierzu gräbt man am Standort des Hummelhauses ein etwa 40 Zentimeter tiefes und zwei Spaten breites Loch. Anschließend steckt man das KG-Rohr in das Loch. Durch Drehen und Drücken lässt es sich bereits provisorisch fixieren. Auch ein paar Schläge mit einem schweren Hammer erhöhen die Standfestigkeit. Das Rohr sollte dabei jedoch unbedingt mit einem Holzscheit aus Weichholz oder einer ähnlichen Zulage geschützt werden. Andernfalls besteht Splittergefahr. Anschließend richtet man das Rohr gerade aus. Manche schaffen das nach Augenmaß, andere verwenden dafür eine Wasserwaage. Das Rohr sollte möglichst senkrecht stehen (das sieht einfach schöner aus, den Hummeln und auch den Ameisen ist es völlig egal).
Nun wird das Loch wieder mit dem Aushub verfüllt. Nach jeder Schaufel Erde sollte der Boden rund um das Rohr verdichtet werden, zum Beispiel indem man die lockere Erde mit den Schuhen fest antritt. So arbeitet man sich weiter vor, bis das Loch vollständig verfüllt ist und das Rohr senkrecht und stabil aus dem Boden ragt. Im Laufe der Monate wird die Konstruktion immer stabiler, denn Regen und Wurzelwerk verdichten den Boden zusätzlich. Jetzt kann die Ameisensperre aufgesteckt werden.
An meinen Hummelhäusern befindet sich unten eine KG-Muffe. Diese passt mit ihrer Dichtung genau auf das KG-Rohr, das aus dem Boden ragt. Die Dichtung und das obere Ende des KG-Rohres sollten vorher mit etwas Gleitmittel, z. B. Silikonspray, Vaseline oder auch Salatöl, bestrichen werden. Dann lässt sich alles leichter zusammenstecken. Nun steht das Hummelhaus stabil und ist vor Eindringlingen geschützt. Die Ameisensperre kann sogleich mit Wasser befüllt werden.
Alternative Ameisensperren
Ohne eingebaute Ameisensperre muss bei Ameisenbefall schnell gehandelt werden. Die Lösung ist ganz einfach. Das Hummelhaus wird in eine Schale mit Wasser gestellt. So haben die Ameisen keine Chance mehr. Zusätzlich wird ihnen in ein bis zwei Metern Entfernung etwas Zuckerwasser angeboten. Der Geruch lenkt sie vom Hummelhaus weg.
Bewerte “Ein Hummelhaus aufstellen”
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Stefan aktualisiert.
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