Bombus eximius
Bombus eximius zählt zu den größten Hummelarten überhaupt. Königinnen erreichen eine Körperlänge von 28 bis 29 Millimetern, Arbeiterinnen bringen es auf 14 bis 19 Millimeter, Drohnen auf 18 bis 19 Millimeter. Der Thorax trägt schwarze Behaarung. An den mittleren und hinteren Schienen sowie am ersten Fußglied der Hinterbeine wechselt die Farbe ins Orange, in älterer Literatur auch als „gelblichrot” beschrieben.
Die Zeichnung des Hinterleibs schwankt je nach Herkunftsgebiet erheblich. Tiere aus dem Himalaya zeigen auf den Tergiten zwei bis vier meist schwarze Behaarung, während die Segmente fünf und sechs orange oder ebenfalls schwarz gefärbt sein können. In Südchina und Südostasien überwiegt an den Tergiten zwei und drei Schwarz, die Segmente vier bis sechs sind dagegen orange behaart. Populationen aus Taiwan können auf den Tergiten zwei bis sechs fast durchgehend orange Behaarung zeigen. Diese Formenvielfalt erschwerte lange die Zuordnung einzelner Fundtiere zu einer einheitlichen Art.
Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit Bombus flavescens, einer nahe verwandten Art aus der Verwandtschaft von Bombus pratorum, die ein sehr ähnliches Farbmuster zeigt. Taxonomen ziehen deshalb zusätzlich den Abstand zwischen Facettenauge und Mandibel heran, der bei Bombus eximius das 0,9 bis 1,0-fache der Mandibelbreite beträgt.
Verbreitung und Lebensraum
Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über weite Teile Süd, Ost und Südostasiens: vom Himalaya über Myanmar, Thailand und Vietnam bis in die chinesischen Provinzen Yunnan, Xizang, Sichuan, Fujian, Jiangxi, Guangdong, Guangxi und Guizhou, außerdem nach Taiwan, Hongkong und Japan. Die Art besiedelt schattige Bergwälder in mittleren Höhenlagen, häufig zwischen 1000 und rund 2300 Metern, in laubabwerfenden bis halbimmergrünen Wäldern.
Nahrungspflanzen
Am Doi Inthanon, dem höchsten Berg Nordthailands, wurden Arbeiterinnen bereits beim Sammeln an Johanniskrautgewächsen (Hypericum hookerianum), an der als „Som Pae” bekannten Heidelbeerverwandten Vaccinium exaristatum, an Rubus chevalieri und an Saurauia napaulensis beobachtet.
Blütenmimikry und Orchideenbestäubung
Besondere Aufmerksamkeit erhielt Bombus eximius durch eine Studie aus dem nordthailändischen Bergland von Kjellsson, Rasmussen und Dupuy aus dem Jahr 1985. Die Hummel bestäubt dort den Rhododendron Rhododendron lyi, dessen Blüten reichlich Nektar bieten. Zwei Orchideenarten, Dendrobium infundibulum und Cymbidium insigne, ähneln den Rhododendronblüten in Form und Farbe, bieten anfliegenden Hummeln jedoch weder Nektar noch verwertbaren Pollen. Beide Orchideen blühen zur gleichen Zeit am gleichen Standort wie das Vorbild. Die Ähnlichkeit reicht aus, damit Hummeln die Blüten anfliegen, obwohl diese keine Belohnung liefern.
Die Pollenpakete der beiden Orchideenarten setzen sich an unterschiedlichen Körperstellen der Hummel fest: bei Dendrobium infundibulum am Thorax, bei Cymbidium insigne am Hinterleib. Auf diese Weise vermischen sich die Pollenmassen der beiden Arten nicht. Weil Bombus eximius die nektarlosen Blüten vergleichsweise selten anfliegt, bleibt die Fruchtansatzrate niedrig, bei Dendrobium infundibulum besonders ausgeprägt. Eine lange Blühdauer gleicht den seltenen Bestäuberbesuch teilweise aus.
Taxonomische Einordnung
Der britische Entomologe Frederick Smith beschrieb die Art 1852. Wegen der auffälligen Beinfärbung stellte Skorikov sie 1923 zusammen mit der nah verwandten Bombus rufipes in eine eigene Untergattung, Rufipedibombus. Genetische Untersuchungen mehrerer Gene durch Cameron und Kollegen belegten 2007 jedoch eine enge Verwandtschaft zur Untergattung Melanobombus, zu der unter anderem die europäische Steinhummel Bombus lapidarius zählt. Williams und Kollegen führten Rufipedibombus 2008 deshalb mit Melanobombus zusammen. Zum Nistverhalten von Bombus eximius liegen bislang keine veröffentlichten Beobachtungen vor.
Schutzstatus
Eine Einstufung durch die Internationale Naturschutzunion IUCN liegt für Bombus eximius bisher nicht vor. Über den Bestand der Art gibt es kaum systematische Daten, obwohl in großen Teilen ihres Verbreitungsgebiets Wälder gerodet werden, sich die Landnutzung verändert und Pestizide verstärkt zum Einsatz kommen.
Quellen
- Chawatat Thanoosing, Paul Williams: Bumblebees of the World Blog Series #8: Bombus eximius, Bumblebee Conservation Trust, bumblebeeconservation.org/bumblebees-of-the-world-blog-series-8-bombus-eximius
- Kjellsson, G., Rasmussen, F. N., Dupuy, D. (1985): Pollination of Dendrobium infundibulum, Cymbidium insigne (Orchidaceae) and Rhododendron lyi (Ericaceae) by Bombus eximius (Apidae) in Thailand: A possible case of floral mimicry. Journal of Tropical Ecology, Band 1, Heft 4, S. 289–302
- Williams, P. H., Tang, Y., Yao, J., Cameron, S. (2009): The bumblebees of Sichuan (Hymenoptera: Apidae, Bombini). Systematics and Biodiversity, Band 7, S. 101–190
- Williams, P. H. u. a.: A simplified subgeneric classification of the bumblebees (genus Bombus), researchgate.net/publication/240204723
- GBIF: Bombus eximius Smith, 1852, gbif.org/species/168220863
- Smithsonian Gardens: Dendrobium infundibulum, gardens.si.edu/collections/explore/object/ofeo-sg_2018-0934A
- Ray Cannon: A big black, beautiful bumblebee!, rcannon992.com, 2018
- inaturalist.org
- inaturalist.org
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Stefan aktualisiert.
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