Bombus baeri

Argentinien hat wenige Hummelarten, und eine davon ist auf den ersten Blick zu erkennen. Bombus baeri trägt einen schwarzen Kopf und einen schwarzen Brustabschnitt, während der Hinterleib orange bis rot behaart ist. Keine andere Art des Landes zeigt diesen Gegensatz.

Beschrieben hat sie der französische Entomologe Joseph Vachal im Jahr 1904. Sie gehört zur Untergattung Coccineobombus.

Eine Art der Yungas

Bombus baeriDas Verbreitungsgebiet reicht vom Süden Perus über Bolivien bis in den Nordwesten Argentiniens. Belegt ist sie aus den peruanischen Regionen Arequipa, Cuzco und Puno, aus den bolivianischen Departements La Paz und Potosí sowie aus den argentinischen Provinzen Catamarca, Jujuy, La Rioja, Salta und Tucumán.

In einer Auswertung der neotropischen Hummelverbreitung bildet Bombus baeri zusammen mit Bombus tucumanus ein eigenes Faunenelement, das nach den Yungas benannt ist. So heißen die feuchten Bergwälder an den Osthängen der Anden, ein schmaler Streifen zwischen dem trockenen Hochland im Westen und dem Tiefland im Osten. Nebel und Steigungsregen halten ihn feucht.

Maße und Färbung

Eine argentinische Arbeit von 2005 hat die Arten des Landes anhand von insgesamt 3111 Belegtieren neu bearbeitet und für jede Art alle drei Kasten vermessen. Bei Bombus baeri ist der Vorderflügel der Königin 16 Millimeter lang, der des Männchens gut 13, der der Arbeiterin knapp 12. Der Hinterleib der Königin misst 10,3 Millimeter in der Breite.

Die Behaarung ist dicht und fein, am längsten an Kopf, Schildchen und Hinterleib. Schwarz sind Kopf und Brustabschnitt, orange bis rötlich die Oberseite des Hinterleibs, wobei die hinteren Segmente meist heller ausfallen. An der Basis des ersten Hinterleibssegments stehen häufig schwarze Haare. Die Flügel sind klar und hell bräunlich getönt.

info hummelDie Rotfärbung schwankt erheblich. Sie reicht von blassem Orange über leuchtendes Orange bis zu kräftigem Rot, und die Mitte des ersten Hinterleibssegments ist entweder kahl oder schwarz behaart. Für die Bestimmung spielt das keine Rolle: In Argentinien gibt es keine zweite Hummel mit dunklem Vorderkörper und rotem Hinterleib.

Ein kleines Artenverzeichnis mit einem Zuwanderer

Die argentinische Hummelfauna ist überschaubar, und in ihrem Bestimmungsschlüssel taucht eine europäische Art auf: Bombus ruderatus, die Feldhummel. Sie wurde vor über hundert Jahren nach Südamerika gebracht und hat sich dort etabliert.

Damit steht Bombus baeri in einer Fauna, in der eingeführte Arten eine Rolle spielen. Ob und wie sich das auf sie auswirkt, ist allerdings nicht untersucht.

Was nicht bekannt ist

Ein Nest von Bombus baeri ist nicht beschrieben. Es fehlen Angaben zur Volksstärke, zur Nistweise, zur Dauer eines Koloniezyklus und zur Frage, ob die Völker in den Yungas ein Jahr überdauern. Eine Zusammenstellung der Trachtpflanzen liegt nicht vor.

Auch eine Höhenspanne in Metern ist nicht publiziert, obwohl die Zuordnung zu den Yungas eine grobe Eingrenzung erlaubt. Und es gibt keine Gefährdungseinstufung, die ich in einer überprüfbaren Quelle finden konnte.

Was vorliegt, ist eine gründliche morphologische Bearbeitung. Das ist mehr, als für viele neotropische Hummeln existiert, und es reicht, um ein Tier sicher zu bestimmen. Über sein Leben sagt es nichts.

Der Grund ist die übliche: Peru, Bolivien und Argentinien haben kein Hummel-Monitoring mit wiederholten Zählungen an festen Strecken, wie es Großbritannien seit den 2000er Jahren betreibt. Die Yungas sind zudem steil, schwer zugänglich und werden zunehmend gerodet. Eine Bestandsentwicklung für eine Art, die auf diesen Waldgürtel beschränkt ist, ließe sich nur mit gezielten Wiederholungsaufnahmen ermitteln, und die gibt es nicht.

Quellen

  • Abrahamovich, A. H., Díaz, N. B. und Lucia, M.: Las especies del género Bombus Latreille en Argentina (Hymenoptera: Apidae): estudio taxonómico y claves para su identificación. Neotropical Entomology 34, 2005 (Bearbeitung anhand von 3111 Belegtieren, Maße aller drei Kasten, Färbung und deren Schwankungsbreite, Bestimmungsmerkmale, Verbreitung in Argentinien, Aufnahme der eingeführten Bombus ruderatus)
  • Abrahamovich, A. H., Díaz, N. B. und Morrone, J. J.: Distributional patterns of the Neotropical and Andean species of the genus Bombus (Hymenoptera: Apidae). Acta Zoológica Mexicana 20, 2004 (Verbreitung von Südperu bis Nordwestargentinien, Zuordnung zum Faunenelement der Yungas gemeinsam mit Bombus tucumanus)
  • Vachal, J.: Erstbeschreibung von Bombus baeri, 1904
  • Foto: consub, Beobachtung vom 27.04.2025, La Paz, BO. inaturalist.org/observations/275791229, Lizenz CC BY-NC 4.0, creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0, unverändert

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