Archiv der Kategorie: Meine Hummeln 2026
Heimische Sandbienen
Im Frühling tauchen die ersten Insekten oft schon sehr früh auf – manchmal sogar im Februar oder März, wenn die Temperaturen über etwa 10 °C steigen. Viele von ihnen haben den Winter als erwachsene Tiere, Larven oder Puppen überstanden und werden bei Wärme wieder aktiv.
Allein in Deutschland leben über 560 Wildbienenarten, und eine der größten Gruppen darunter sind die Sandbienen. Sie sind für unsere Natur sehr wichtig, weil sie viele Pflanzen bestäuben.
Was sind Sandbienen?
Sandbienen gehören zur Gattung Andrena. In Deutschland gibt es davon über 100 verschiedene Arten. Sie gehören zu den Wildbienen, also Bienen, die keinen Honig produzieren und nicht in großen Staaten leben.
Die meisten Sandbienen leben allein, deshalb nennt man sie auch solitäre Bienen. Jede weibliche Sandbiene baut ihr eigenes Nest und kümmert sich selbst um ihren Nachwuchs.
Aussehen
Sandbienen sehen auf den ersten Blick ähnlich aus wie Honigbienen, sind aber überwiegend etwas kleiner. Je nach Art sind sie etwa 5 bis 15 Millimeter groß. Typische Merkmale sind:
- ein dicht behaarter Körper
- oft helle Haarbinden am Hinterleib
- Weibchen haben Pollenbürsten an den Hinterbeinen, an denen sie Pollen transportieren
Durch ihre Haare können sie besonders gut Pollen sammeln.
Lebensraum
Sandbienen leben, wie der Name schon sagt, im Boden. Sie bevorzugen:
- sandige oder lockere Erde
- sonnige Stellen
- offene Flächen wie Wiesen, Gärten, Parks oder Wegränder
Das Weibchen gräbt mit seinen Mundwerkzeugen und Beinen einen kleinen Gang in den Boden, der bis zu 60 Zentimeter tief sein kann. In diesem Gang legt sie mehrere Brutzellen an.
Fortpflanzung und Lebensweise
Im Frühjahr schlüpfen die erwachsenen Sandbienen aus ihren Nestern. Die Männchen erscheinen größtenteils zuerst und warten auf die Weibchen. Nach der Paarung beginnt das Weibchen mit dem Nestbau. In jede Brutzelle legt sie:
- ein Ei
- eine Mischung aus Pollen und Nektar als Nahrung
Danach verschließt sie die Zelle. Die Larve schlüpft aus dem Ei, frisst den Vorrat und entwickelt sich weiter. Die junge Biene bleibt meist bis zum nächsten Frühjahr im Boden, bevor sie schlüpft.
Nahrung
Sandbienen ernähren sich hauptsächlich von Nektar und Pollen. Viele Arten fliegen besonders früh im Jahr und besuchen deshalb Frühblüher, zum Beispiel:
- Weiden
- Obstbäume
- Löwenzahn
- Krokusse
Einige Sandbienenarten sind spezialisiert. Das bedeutet, sie sammeln Pollen nur von bestimmten Pflanzenarten.
Bedeutung für die Natur
Sandbienen sind sehr wichtige Bestäuber. Wenn sie Blüten besuchen, bleibt Pollen an ihren Haaren hängen und wird zur nächsten Pflanze transportiert. Dadurch helfen sie bei der Bestäubung von Wildpflanzen und Nutzpflanzen, zum Beispiel:
- Obstbäume
- Beerensträucher
- viele Wiesenpflanzen
Ohne Bestäuber wie Sandbienen würden viele Pflanzen weniger Früchte bilden.
Gefahren für Sandbienen
Viele Sandbienenarten sind heute gefährdet. Das liegt vor allem an:
- Versiegelten Flächen wie Straßen oder Parkplätzen
- intensiver Landwirtschaft
- Pestiziden
- zu wenig Blühpflanzen
Auch sehr gepflegte Gärten mit Rasen und wenigen Blumen bieten ihnen kaum Nahrung.
Wie kann man Sandbienen helfen?
Jeder kann etwas tun, um Sandbienen zu unterstützen. Zum Beispiel:
- Blühpflanzen im Garten oder auf dem Balkon pflanzen
- Frühblüher wachsen lassen
- kleine offene Bodenstellen im Garten lassen
- keine Pestizide verwenden
Sandbienen sind übrigens sehr friedlich und stechen fast nie.
Fazit
Sandbienen sind eine wichtige Gruppe der Wildbienen. Sie leben vorwiegend allein, sammeln Pollen und Nektar und bestäuben viele Pflanzen. Obwohl sie für unsere Natur sehr wichtig sind, sind viele Arten bedroht. Deshalb ist es wichtig, ihre Lebensräume zu schützen.
Frühblühende Pflanzen – wichtige Nahrung für Insekten
Nach dem Winter finden Bienen, Hummeln und andere Insekten oft nur sehr wenig Nahrung. Deshalb sind frühblühende Pflanzen und Sträucher besonders wichtig, weil sie schon sehr früh im Jahr Pollen und Nektar liefern.
Zu den früh blühenden Sträuchern gehört zum Beispiel die Hasel. Sie blüht bereits von Januar bis März und produziert sehr viel Pollen, den frühe Wildbienen für ihre Nahrung und für ihren Nachwuchs brauchen. Auch die Mahonie blüht schon im späten Winter oder frühen Frühling. Ihre gelben Blüten enthalten viel Nektar und Pollen und werden von vielen Insekten besucht.
Ein weiterer wichtiger Strauch ist die Kornelkirsche, die schon ab Februar mit vielen gelben Blüten blüht und dadurch viele Insekten anlockt. Besonders bedeutend für Bienen ist auch die Salweide. Sie gehört zu den wichtigsten Nahrungsquellen im Frühling, weil ihre Blüten sehr viel Pollen und Nektar enthalten.
Weitere früh blühende Sträucher sind zum Beispiel die Schlehe, die im Frühling viele weiße Blüten bildet, die Schneeforsythie, der stark duftende Seidelbast, der Winterjasmin und der Winterschneeball, der teilweise schon im Winter blüht.
Neben Sträuchern gibt es auch viele Frühblüher unter den Blumen. Ein bekanntes Beispiel ist das Schneeglöckchen, das von Februar bis März blüht. Seine Samen werden von Ameisen verbreitet. Auch der Elfen-Krokus blüht sehr früh und ist eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten.
Zu den ersten Blüten des Jahres gehört außerdem der Winterling, der oft schon im Januar aus dem Boden kommt. Später folgen Pflanzen wie die Traubenhyazinthe, der Finger-Lerchensporn und das gelbe Windröschen, die vielen Insekten Nahrung bieten.
Weitere bekannte Frühblüher sind zum Beispiel Buschwindröschen, Huflattich, Leberblümchen, Märzenbecher, Narzissen, Schlüsselblumen und der Blaustern.
10 früh blühende Sträucher für hungrige Hummeln
Frühblühende Sträucher sind für Bienen besonders wichtig, weil sie nach dem Winter eine der ersten Nahrungsquellen darstellen.
- Hasel (Corylus avellana)
Blüht von Januar bis März und liefert viel Pollen für frühe Wildbienen. - Mahonie (Mahonia aquifolium)
Blüht von Februar/März bis Mai und bietet viel Nektar und Pollen. - Kornelkirsche (Cornus mas)
Blüht ab Februar und ist durch ihre vielen gelben Blüten eine wichtige Nektarquelle für Insekten. - Salweide (Salix caprea)
Von März bis Mai eine der wichtigsten Pflanzen für Bienen, da sie sehr viel Pollen und Nektar hat. - Schlehe (Prunus spinosa)
Blüht im März und April mit vielen weißen Blüten und liefert besonders viel Pollen. - Schneeforsythie (Abeliophyllum distichum)
Blüht früh im Jahr und bietet vor allem viel Nektar. - Schneeheide (Erica carnea)
Blüht von Januar/Februar bis März und liefert viel Nektar und Pollen. - Seidelbast (Daphne mezereum)
Blüht von Februar bis April, ist eine wichtige Nahrungsquelle, aber sehr giftig. - Winterjasmin (Jasminum nudiflorum)
Blüht teilweise schon ab Dezember und liefert früh Nektar und Pollen. - Winterschneeball (Viburnum bodnantense)
Blüht im Winter und spendet vor allem Nektar für frühe Insekten.
Warum man trotz erster Frühlingstage mit der Gartenarbeit jetzt noch warten sollte
Viele Insekten nutzen zur Überwinterung hohle oder markhaltige Pflanzenstängel, zum Beispiel von Brombeeren, Holunder oder Königskerzen. Das weiche Pflanzenmark bietet ihnen Wärme, während der harte Teil der Pflanze sie vor Feinden schützt. Auch Larven, Puppen und Königinnen können dort überwintern. Deshalb sollten Gartenbesitzer trockene Pflanzenstängel im Winter nicht sofort abschneiden.
Weitere Winterquartiere sind Laubhaufen, offene Bodenstellen oder Gänge im Boden. Dort verstecken sich zum Beispiel Hummeln und Wildbienen. Auch unter altem Gras können sich Insekten eingegraben haben.
Weitere Winterquartiere sind z. B. Baumrinden, Mauerspalten oder Holz.
Aus diesem Grund sollte man den Garten nach dem Winter nicht sofort aufräumen, den Boden bedecken oder stark umgraben. Wenn man wartet, bis es wärmer wird, haben die Insekten Zeit, ihre Winterruhe zu beenden.
Deshalb gilt: Erst, wenn auch in der Nacht die Temperaturen wieder zweistellig sind, hatten alle Insekten genug Zeit ihr Winterquartier zu verlassen.
Bewerte diese Seite
Hummeln entscheiden flexibel bei der Futtersuche
Im Alltag müssen auch Tiere ständig Entscheidungen treffen – zum Beispiel, wenn sie nach Nahrung suchen. Dabei verlassen sie sich oft nicht nur auf ein einzelnes Signal, sondern auf mehrere Hinweise gleichzeitig. Diese unterschiedlichen Informationen ergänzen sich und helfen den Tieren, bessere und genauere Entscheidungen zu treffen.
Genau dieses Verhalten untersuchten Forscher der Universität Konstanz und der Universität Würzburg in einer Studie mit Hummeln der Art Bombus terrestris (Erdhummel). Die Insekten wurden in eine Futtersuchaufgabe geschickt, bei der sie verschiedene visuelle Merkmale wahrnehmen konnten, ähnlich wie bei echten Blüten in der Natur. Den Hummeln wurden Kombinationen aus Farben und Formen oder Mustern präsentiert. Einige Farben waren dabei leicht voneinander zu unterscheiden, andere deutlich schwieriger.
Es zeigte sich ein interessantes Muster: Wenn die Farben sehr gut unterscheidbar waren, konzentrierten sich die Hummeln ausschließlich auf diese Farbinformation. Formen oder Muster spielten für ihre Entscheidung keine Rolle und wurden auch nicht zusätzlich erlernt. Anders sah es aus, wenn die Farben schwer zu unterscheiden waren. In diesem Fall nutzten die Hummeln mehrere Hinweise gleichzeitig und lernten sowohl die Farbe als auch Form oder Muster der Blüten.
Die Ergebnisse zeigen, dass Hummeln ihre Lernstrategie flexibel anpassen können. Je nachdem, wie leicht ein Hinweis zu erkennen ist, entscheiden sie, ob es sich lohnt, zusätzliche Informationen zu lernen. Auf diese Weise können sie die Zeit, die sie ins Lernen investieren, und die Genauigkeit ihrer Entscheidungen in Einklang bringen. Unterschiede im Lernverlauf deuten außerdem darauf hin, dass ein sogenannter „Blocking“-Mechanismus dabei eine Rolle spielen könnte und den Wechsel zwischen diesen Strategien ermöglicht.
Link zur Studie: Bees flexibly adjust decision strategies to information content in a foraging task
Mehr zum Thema: Hummeln sind effiziente Entscheider
Bewerte diese Seite
Der Feldrittersporn ist die Blume des Jahres 2026
Der Feldrittersporn ist eine Ackerwildpflanze. Diese Pflanzen entwickelten sich über Jahrhunderte zusammen mit dem Ackerbau und prägten lange Zeit unsere Kulturlandschaft. Durch moderne Agrarpraktiken wie intensive Düngung, Herbizideinsatz, hohe Saatdichte und häufiges Pflügen verschwinden sie leider zunehmend.
Früher erblühten seine blau-violetten Blüten mit dem typischen Sporn oft zwischen Getreidehalmen und boten Wildbienen und Schmetterlingen von Mai bis September Nahrung. Aber heutzutage ist dieser Anblick selten geworden. Die Loki Schmidt Stiftung wählt den Feldrittersporn (Consolida regalis) zur 47. „Blume des Jahres“ und macht damit auf den dramatischen Rückgang der Artenvielfalt in Agrarlandschaften aufmerksam.
Der Feldrittersporn bietet Hummeln und anderen langrüsseligen Wildbienen eine essenzielle Nahrungsquelle, da sie auf derartige Pflanzen angewiesen sind.
Quellen
Loki-Schmidt-Stiftung
Bild: Hectonichus, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

