Bombus albopleuralis
Diese Hummel gilt erst seit 2015 als eigene Art. Und ihr Entdecker schreibt sieben Jahre später selbst, dass man sie von ihrer nächsten Verwandten ohne genetische Daten nicht zuverlässig unterscheiden kann.
Heinrich Friese führte den Namen 1916 ein, allerdings nur als Abart einer anderen Hummel. Owen Richards beschrieb dieselben Tiere 1931 noch einmal unter einem neuen Namen. Bohuslav Tkalců legte 1974 eine Königin aus Frieses Material als Namensträgerin fest, sie liegt im Museum für Naturkunde in Berlin.
Ein Name, der 100 Jahre lang falsch verwendet wurde
Bis vor Kurzem liefen diese Tiere unter dem Namen Bombus trifasciatus. Vier Arbeiten führen sie so: Paul Williams in seinem Werk über die Hummeln des Kaschmir-Himalaya von 1991, eine Arbeit über die Hummeln Nepals von 2009, eine über die Hummeln des nepalesischen Himalaya von 2010 und das indische Standardwerk von 2015.
Bemerkenswert daran ist, dass Williams zu den Autoren gehört, die den Fehler später selbst aufgedeckt haben. Es ging nicht um Nachlässigkeit, sondern darum, dass die Merkmale ohne genetische Daten nicht ausreichen.
Zwei Aufspaltungen in drei Jahren
Der Weg zur heutigen Art verlief in zwei Schritten. 2012 trennten Heather Hines und Paul Williams anhand von DNA-Daten Bombus montivagus von Bombus trifasciatus ab. 2015 spalteten Huang Jiaxing und seine Mitarbeiter, ebenfalls über DNA, Bombus albopleuralis von Bombus montivagus ab.
Fortlaufende Auswertungen von COI-Abschnitten stützen alle drei als getrennte Arten. Der Bestimmungsführer von 2022 schreibt dazu zwei Sätze, die man sich merken sollte: Die Unterscheidung sei mit den derzeit verfügbaren Angaben schwierig und unzuverlässig, und das Verständnis der beiden Arten im Himalaya werde sich wahrscheinlich erheblich ändern, sobald mehr Daten vorliegen.
Woran man es dennoch versuchen kann
Drei Merkmale nennt der Führer für die Weibchen. Der Kopfschild ist dicht und grob punktiert, besonders im unteren Teil, bei der Verwechslungsart dagegen spärlich und fein. Vorn in der Mitte des dritten Hinterleibsrings stehen einige gelbe Haare, die dort sonst fehlen. Und das erste Glied des Mittelbeintarsus läuft hinten in einen spitzen Winkel von weniger als 45 Grad aus, der als schmaler Dorn vorsteht.
Königinnen messen 16 bis 19 Millimeter, Arbeiterinnen 11 bis 16, Männchen 15 bis 16.
Lange Zungen, enge Blütenwahl
Die Art gehört zur Untergattung Megabombus. Zu ihr zählen die langzüngigsten Hummeln der Welt, und viele ihrer Arten sind auf einen engen Kreis zweiseitig symmetrischer Blüten festgelegt. Die Nester liegen meist unterirdisch, die Larven wachsen gemeinsam in Wachstaschen heran, und die Männchen fliegen feste, mit Duftstoffen markierte Bahnen ab.
Was offen bleibt
Zum Lebensraum heißt es, die Art scheine in tief und mittelhoch gelegenen Wäldern häufig zu sein, doch müsse die Artzugehörigkeit der Belege erst bestätigt werden. Das Verbreitungsgebiet reicht weit über den Himalaya bis nach Nordburma.
Ein Nest dieser Art ist nicht beschrieben, eine Volksstärke nicht bekannt, ein Nestjahr nicht dokumentiert und eine Liste der besuchten Blüten nicht veröffentlicht. Solange die Bestimmung an genetischen Daten hängt, lässt sich auch keine Beobachtung im Gelände sicher dieser Art zuordnen. Damit steht diese Hummel an einem Punkt, an dem zuerst die Taxonomie weiterkommen muss, bevor die Biologie anfangen kann.
Quellen
- Williams P.H. 2022. The Bumblebees of the Himalaya. An Identification Guide. Abc Taxa 21, CEBioS und Königlich Belgisches Institut für Naturwissenschaften, Brüssel. Frei abrufbar über abctaxa.naturalsciences.be
- Hines H.M. & Williams P.H. 2012. Mimetic colour pattern evolution in the highly polymorphic Bombus trifasciatus (Hymenoptera: Apidae) species complex and its comimics. Zoological Journal of the Linnean Society 166: 805 bis 826
- Huang J.-X., An J.-D., Wu J. & Williams P.H. 2015. Extreme food-plant specialisation in Megabombus bumblebees as a product of long tongues combined with short nesting seasons. PLoS ONE 10 (8): e0132358. Frei abrufbar über journals.plos.org
- Friese H. 1916. Über einige neue Hummelformen. Bombus 1916: 107 bis 110
- Richards O.W. 1931. A new species of Indian humble-bee in the collection of the British Museum (Hymenoptera, Bombidae). Annals and Magazine of Natural History Serie 10, 8: 529 bis 533
- Williams P.H., Ito M., Matsumura T. & Kudo I. 2010. The bumblebees of the Nepal Himalaya (Hymenoptera: Apidae). Insecta Matsumurana 66: 115 bis 151
- Foto: Dinesh Sharma (dineshs), Beobachtung vom 04.05.2025, Dudhli, Himachal Pradesh 171003, India. inaturalist.org/observations/278457063, Lizenz CC BY-NC 4.0, creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0, unverändert


