Heidehummel (Bombus jonellus)

Die Heidehummel (Bombus jonellus) besiedelt fast ganz Europa, mit einem Schwerpunkt in Nordeuropa. Selbst auf Island kommt sie vor, im Mittelmeerraum fehlt sie dagegen fast vollständig. Die Nominatform, Bombus jonellus jonellus, bewohnt weite Teile Mitteleuropas und die Britischen Inseln. In den Alpen fliegt stattdessen die Unterart Bombus jonellus martes. Erstbeschrieben wurde die Art 1802 von William Kirby, die Gebirgsform benannte Adolph Gerstäcker 1869. Über Europa hinaus reicht das Verbreitungsgebiet bis zur russischen Pazifikküste und schließt Kamtschatka sowie die Kurilen ein.

Als Lebensraum bevorzugt die Heidehummel offene Landschaften: Moore, Sandheiden und Bergheiden zählen zu ihren wichtigsten Habitaten, ergänzt durch lichte Gehölzbestände im Gebirge.

Die Grundfärbung ist schwarz. Je eine gelbe Binde zieht sich über das Pronotum am vorderen Rand des Thorax, über das Scutellum am hinteren Rand sowie über das erste Tergit des Hinterleibs. Die Tergite vier bis sechs sind weißlich behaart. Damit ähnelt die Heidehummel in der Färbung stark der Gartenhummel (Bombus hortorum) und lässt sich auch mit der Feldhummel (Bombus ruderatus), der Semenov-Hummel (Bombus semenoviellus) und der Tonerdhummel (Bombus argillaceus) verwechseln.

Ein verlässliches Unterscheidungsmerkmal zur Gartenhummel liefert der Kopf: Er ist bei der Heidehummel kurz, während die Gartenhummel ein auffällig langes Gesicht besitzt. Bei den Drohnen kommt ein weiteres Merkmal hinzu: Ihre Gesichtsbehaarung ist hellgelb gefärbt, bei der Gartenhummel dagegen dunkler.

   

Königinnen Arbeiterinnen Drohnen
Körperlänge 15–18 mm 9–14 mm 11–14 mm
Flügelspannweite 27–32 mm 18–26 mm 23–27 mm
Rüssellänge 9,5–11 mm ca. 7,5 mm 6–7 mm
Flugzeit Ende März bis Mitte April Anfang April bis Anfang September Ende Juli bis Mitte September
info hummelUnter den heimischen Hummelarten ist die Heidehummel die einzige, die in langen, warmen Sommern regelmäßig eine zweite Generation im selben Jahr hervorbringt. Die überwinterten Königinnen gründen dann ein erstes Volk, dessen im Sommer geschlüpfte Jungköniginnen unter günstigen Bedingungen sofort ein zweites Nest anlegen, statt in die Winterruhe zu gehen.

Nistweise und Volksentwicklung

Die Heidehummel nistet sowohl oberirdisch als auch unterirdisch. Oberirdisch bezieht sie verlassene Vogelnester oder alte Eichhörnchenkobel, unterirdisch legt sie ihr Nest unter Moospolstern oder in leerstehenden Mäusenestern an. Als Nestbezieherin nutzt sie vorhandene Hohlräume, sie baut aber auch selbst. Bei der Anlage der Brutzellen zählt sie zu den Pollenstorern.

Die überwinterten Königinnen erwachen ab Ende März, spätestens Mitte April aus der Diapause und beginnen mit der Nestgründung. Die ersten Arbeiterinnen schlüpfen ab Anfang April. Bis Ende Juli wächst das Volk, dann verändert sich die Brut: Statt weiterer Arbeiterinnen schlüpfen nun Jungköniginnen und Drohnen. Ende September sterben die Nester ab. Heidehummelvölker bleiben klein, sie umfassen bis zu 120 Tiere.

Nahrungspflanzen

Nektar deckt den Energiebedarf der erwachsenen Tiere, die Larven werden mit Pollen versorgt. Insgesamt gilt die Heidehummel als polylektisch, sie besucht also Blüten aus vielen verschiedenen Pflanzenfamilien. In weiten Teilen ihres Verbreitungsgebiets zeigt sie dennoch eine Vorliebe für Heidekrautgewächse wie die Besenheide (Calluna vulgaris). Zur Blütezeit der Heidelbeere lässt sie sich häufig dicht mit Pollen beladen bei ihren Sammelflügen beobachten.

Kuckuckshummeln als Brutparasiten

Als Wirtsart wird die Heidehummel vermutlich von der Gelben Alpenkuckuckshummel (Bombus flavidus) heimgesucht, möglicherweise auch von der Wald-Kuckuckshummel (Bombus sylvestris).

Namensgebung: Heidehummel oder Sandhummel

Ein einheitlicher deutscher Name hat sich für Bombus jonellus bislang nicht durchgesetzt. Paul Westrich bezeichnet die Art in seinem Werk über die Wildbienen Baden-Württembergs als Sandhummel. Eberhard von Hagen verwendet in seinem Hummelbuch dagegen Heidehummel für Bombus jonellus und reserviert den Namen Sandhummel für eine andere, seltenere Art, Bombus veteranus. Wer sich auf die wissenschaftliche Bezeichnung stützt, umgeht diese Verwechslungsgefahr.

Gefährdung

Die Rote Liste stuft die Heidehummel in Deutschland in die Kategorie 3 ein, sie gilt damit als gefährdet.

Quellen

  • Hans-Jürgen Martin, Johann Neumayer: Hummel-Arten – Bombus jonellus, wildbienen.de, https://www.wildbienen.de/b-jonell.htm
  • Bombus jonellus, Wildbienenwelt.de – Wildbienen-Finder, https://www.wildbienenwelt.de/Wildbienen-bestimmen/Wildbienen-Finder/article-6516077-190818/bombus-jonellus-.html
  • Heidehummel, nearBees-Blog, https://www.nearbees.de/blog/heidehummel

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    Stef KK
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      Die Drohnen der Heidehummel sind außerdem leicht anhand der hellgelben Gesichtsbehaarung von denen der Gartenhummel zu unterscheiden.- (vgl. Foto: 31.05.26, Weissensee)

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