Ein Jahr Zugriffszahlen auf pollenhoeschen.de
Die Hummelsaison ist vorbei, und bevor die nächste anfängt, wollte ich wissen, was hier im vergangenen Jahr eigentlich los war.
Wie viele Leute kommen hier eigentlich vorbei? Die Frage taucht regelmäßig auf, und ich habe sie bisher immer aus dem Bauch beantwortet. Dieser Beitrag holt das nach. Er wertet dreizehn Monate Serverstatistik aus, von August 2025 bis einschließlich August 2026, für pollenhoeschen.de und für die Schwesterseite hummelfoto.de.
Vorweg eine Warnung: Die naheliegende Zahl ist die falsche. Wer Zugriffsstatistiken für bare Münze nimmt, überschätzt sein Publikum um ein Mehrfaches. Warum das so ist, steht weiter unten, und es ist der interessanteste Teil der Auswertung.
Drei Zahlen, die gern verwechselt werden
Jede Statistik dieser Art nennt mehrere Größen, die sich um mehr als eine Zehnerpotenz unterscheiden. Ohne diese Unterscheidung ist jeder Vergleich wertlos.
- Abrufe zählen jede einzelne Datei, die der Server herausgibt. Eine Artikelseite besteht aus dem Text, dem Seitengerüst, den Schriftarten und jedem Bild. Ein einziger Seitenaufruf kann so zwanzig Abrufe und mehr erzeugen.
- Seitenaufrufe zählen nur die Seiten, nicht das Beiwerk. Allerdings gelten dem Zählprogramm auch technische Adressen als Seite, die kein Mensch je zu Gesicht bekommt.
- Besuche fassen alles zusammen, was innerhalb einer halben Stunde von derselben Adresse kommt. Das liegt am nächsten an dem, was man umgangssprachlich einen Besucher nennt.
Ein Jahr in Zahlen
Für pollenhoeschen.de summieren sich die dreizehn Monate auf 41,9 Millionen Abrufe, 20,8 Millionen Seitenaufrufe und 4,0 Millionen Besuche. Der Server hat dabei 1.270 Gigabyte ausgeliefert.
Diese Zahlen schwanken über das Jahr erheblich, und zwar sehr regelmäßig.
Der Jahresverlauf folgt den Hummeln

Die Kurve bildet das Hummeljahr ab. Ab Februar steigen die Zahlen steil an, im März und Mai liegen sie bei mehr als dem Doppelten des Winterniveaus, danach fallen sie über den Sommer wieder ab. Das passt genau zu dem, was die Leute suchen: Im Frühjahr entdecken sie die ersten Königinnen im Garten, sehen Hummelkästen im Baumarkt oder eine erschöpfte Hummel auf dem Gehweg.
Die Bestmarken im Einzelnen. Den stärksten Monat nach Seitenaufrufen stellte der März 2026 mit 2.567.845, den schwächsten der Januar 2026 mit 1.022.259. Zählt man stattdessen Besuche, liegt der Mai 2026 mit 428.248 vorn, das Schlusslicht bildet der August 2025 mit 174.819.
Dass die beiden Bestenlisten unterschiedliche Monate nennen, ist kein Widerspruch, sondern der erste Hinweis auf das eigentliche Thema. Seitenaufrufe und Besuche laufen auseinander, wenn einzelne Besucher sehr viele Seiten abrufen.
Der stärkste und der schwächste Tag
Der besucherstärkste einzelne Tag im ganzen Zeitraum war der 2. Mai 2026, ein Samstag, mit 24.424 Besuchen. Am anderen Ende steht der 25. August 2025, ein Montag, mit 3.393 Besuchen. Zwischen dem stärksten und dem schwächsten Tag liegt also mehr als der Faktor sieben.
Nach Seitenaufrufen sieht die Rangfolge anders aus. Hier führt der 9. März 2026 mit 237.175 Seiten an einem einzigen Tag, das Minimum fällt auf den 22. November 2025 mit 16.349.
Wer da tatsächlich zugreift
Jetzt zu der Einschränkung, die alle bisherigen Zahlen betrifft. Die Serverstatistik zählt jeden Zugriff, gleich ob dahinter ein Mensch sitzt oder ein Programm. Und der weitaus größere Teil sind Programme.
Von den 41,9 Millionen Abrufen entfallen 25,7 Millionen auf Bots, die sich eindeutig als solche zu erkennen geben, das sind 61,4 Prozent. Der mit Abstand größte Einzelposten ist GPTBot, der Datensammler von OpenAI: allein 17,7 Millionen Abrufe oder 42,3 Prozent des gesamten Aufkommens. Dahinter folgen mit großem Abstand AhrefsBot, ClaudeBot, Barkrowler, der Facebook-Sammler und Baiduspider.
Der Anteil hat sich im Lauf des Jahres verschoben. Im August 2025 gingen 28,7 Prozent aller Abrufe auf GPTBot zurück, bis Juni 2026 stieg der Wert auf 52,3 Prozent. Im August 2026 brach er dann auf 3,7 Prozent ein. Eine Sperre habe ich nicht eingerichtet, die Entscheidung lag also bei OpenAI, den Grund kenne ich nicht.
Ein Beweis aus dem Kalender
Man muss den Bot-Kennungen nicht einmal glauben. Die Wochentage verraten dasselbe.

Über dreizehn Monate gemittelt liegt der schwächste Wochentag bei 9.930 Besuchen, der stärkste bei 10.374. Der Unterschied zwischen Montag und Samstag beträgt keine fünf Prozent.
Menschliches Leseverhalten sieht anders aus. Bei einem Freizeitthema wie Hummeln wäre am Wochenende und abends deutlich mehr los als am Dienstagvormittag, und ein Gartenthema müsste bei schönem Wetter einbrechen. Eine derart glatte Kurve entsteht nur, wenn Maschinen rund um die Uhr gleichmäßig durcharbeiten. Sie überdecken das menschliche Muster fast vollständig.
Was hinter der Sperre bleibt
Damit ist die ehrliche Antwort auf die Eingangsfrage: Ich weiß es nicht genau. Aus dieser Statistik lässt sich die Zahl der menschlichen Leser nicht sauber herausrechnen, und jede Schätzung wäre geraten. Sicher ist nur die Richtung. Die echte Leserzahl liegt erheblich unter den 4,0 Millionen Besuchen, und der Abstand ist im Frühjahr größer als im Winter, weil die Bots dann besonders aktiv waren.
Belastbar bleiben trotzdem zwei Aussagen. Erstens ist das saisonale Muster echt: Auch wenn man die erkennbaren Bots komplett abzieht, bleibt der März mit 2,4 Millionen verbleibenden Abrufen weit über dem November mit 531.000. Zweitens stimmen die Größenverhältnisse zwischen den Seiten, weil beide unter denselben Bedingungen gemessen werden.
Die kleine Schwester hummelfoto.de

hummelfoto.de kommt in denselben dreizehn Monaten auf 1,67 Millionen Abrufe, 1,12 Millionen Seitenaufrufe und 418.354 Besuche bei 15,2 Gigabyte Datenvolumen. Gemessen an den Abrufen ist sie damit rund 25 mal kleiner als pollenhoeschen.de.
Ihr Jahresverlauf ist ein anderer. Wo die Hauptseite im Frühjahr explodiert, bleibt die Fotoseite das ganze Jahr über bemerkenswert gleichmäßig, und ihr bester Monat ist der Juli 2026 mit 47.857 Besuchen. Am schwächsten lief der November 2025 mit 21.729. Der stärkste Einzeltag war der 14. August 2026 mit 4.151 Besuchen, der schwächste der 23. November 2025 mit 406.
Auffällig ist noch etwas anderes: Der Bot-Anteil liegt hier bei 46,8 Prozent statt 61,4, und GPTBot machte nur 7,5 Prozent aus. Eine reine Bildersammlung ist für Textsammler offenbar weniger interessant.
Was ich daraus mitnehme
Die Seite wird gelesen, und zwar deutlich mehr im Frühjahr als im Winter. Das war zu erwarten und ist jetzt belegt. Überrascht hat mich das Ausmaß des maschinellen Anteils. Dass ein einzelner Datensammler zeitweise jeden zweiten Abruf verursacht, war mir vor dieser Auswertung nicht klar.
Für den Betrieb hat das eine sehr praktische Folge. Die Last, die den Server im Frühjahr an seine Grenzen bringt, stammt zu einem guten Teil nicht von Lesern, sondern von Programmen. Das ist eine andere Baustelle als mehr Speicher oder ein schnellerer Server, und ich werde mir das vor der nächsten Saison genauer ansehen.
Quellen
- Aufrufstatistik pollenhoeschen.de und hummelfoto.de, erzeugt mit Webalizer Xtended (RB30) auf Grundlage der Apache-Logdateien des Webspace. Ausgewertet wurden die Monatsberichte August 2025 bis August 2026, abgerufen am 11. September 2026.
- Die Zuordnung der automatischen Zugriffe beruht auf den Kennungen, die die Programme beim Abruf selbst übermitteln, etwa GPTBot mit dem Verweis auf openai.com/gptbot oder AhrefsBot mit dem Verweis auf ahrefs.com/robot. Programme, die sich als normaler Browser ausgeben, sind darin nicht enthalten, der tatsächliche Anteil liegt also höher als der genannte.