Bombus infirmus

Diese Hummel ähnelt zwei Arten, die einander selbst zum Verwechseln gleichen und ohne Genabschnitte kaum zu trennen sind. Und sie gehört nicht einmal zu deren Untergattung. Bombus infirmus steht bei den Pyrobombus-Arten, ihre Doppelgänger gehören zur Verwandtschaft der Erdhummeln.

Bohuslav Tkalců beschrieb die Art 1968 nach einem Männchen aus dem Naturkundemuseum London. In derselben Arbeit führte er eine Unterart ein, diesmal nach einer Arbeiterin.

Ein Fußglied und zwei Punktfelder

Für die Weibchen nennt der Bestimmungsführer von 2022 drei Merkmale, die zusammengenommen die Trennung erlauben. Der Hinterrand des ersten Fußglieds am Hinterbein ist nur schwach gebogen, während er bei den Vergleichsarten deutlich gekrümmt ist. Und sowohl die Fläche zwischen Punktauge und Facettenauge als auch der Kopfschild tragen weit auseinanderstehende große Punkte mit breiten glatten Flächen dazwischen.

Bei den Männchen entscheidet die Form des Penisdeckels, dessen Kopf eine einfache, von oben nach unten abgeflachte, nach innen gebogene Sichel bildet.

info hummelDass eine Art einer ganz anderen Untergattung so stark ähnelt, ist bei Hummeln kein Zufall. In vielen Gebirgen tragen mehrere nicht verwandte Arten dasselbe Farbmuster, weil Fressfeinde ein einmal gelerntes Warnmuster meiden.

Maße und Lebensraum

Königinnen messen 15 bis 16 Millimeter, Arbeiterinnen 10 bis 12, Männchen 10 bis 13. Die Zunge ist kurz, entsprechend werden flache Blüten angeflogen.

Die Art lebt im östlichen Himalaya und im Osten des Hochlands von Tibet und Qinghai. Ihr Kernlebensraum ist der obere Bergwald und das blütenreiche Grasland der subalpinen Stufe darüber. Häufig ist sie dort nicht.

Kurze Sommer, kleine Völker

Die Untergattung Pyrobombus ist an kurze Vegetationszeiten angepasst. Die Völker bleiben meist klein und schließen ihre Entwicklung schon im früheren Teil des Sommers ab. Nester liegen unterirdisch, an der Oberfläche oder in Hohlräumen über dem Boden. Ältere Larven wachsen einzeln in getrennten Zellen heran. Die Männchen fliegen feste, mit Duftstoffen markierte Bahnen ab.

Was fehlt

Für Bombus infirmus selbst ist keiner dieser Punkte überprüft. Es gibt kein beschriebenes Nest, keine Angabe zur Volksstärke, keinen dokumentierten Nestjahresablauf, keine beobachtete Paarung und keine Liste besuchter Blüten. Ein Bestandstrend liegt nicht vor.

Im östlichen Himalaya und auf dem tibetischen Hochland gibt es keine Arbeitsgruppe, die Hummelnester sucht, und keine über Jahre laufende Kartierung. Bei dieser Art kommt die Bestimmungsfrage hinzu: Solange sie sich von zwei Arten einer anderen Untergattung nur an Feinheiten der Punktierung trennen lässt, ordnet eine Feldbeobachtung das Tier nur mit Vorbehalt zu.

Quellen

  • Williams P.H. 2022. The Bumblebees of the Himalaya. An Identification Guide. Abc Taxa 21, CEBioS und Königlich Belgisches Institut für Naturwissenschaften, Brüssel. Frei abrufbar über abctaxa.naturalsciences.be
  • Tkalců B. 1968. Neue Arten der Unterfamilie Bombinae der paläarktischen Region (Hymenoptera, Apoidea). Sborník entomologického oddelení Národního musea v Praze 65: 21 bis 51
  • Williams P.H., Tang Y., Yao J. & Cameron S. 2009. The bumblebees of Sichuan (Hymenoptera: Apidae, Bombini). Systematics and Biodiversity 7: 101 bis 190
  • Williams P.H. 1991. The bumble bees of the Kashmir Himalaya (Hymenoptera: Apidae, Bombini). Bulletin of the British Museum (Natural History) (Entomology) 60: 1 bis 204
  • Williams P.H. 2008. Do the parasitic Psithyrus resemble their host bumblebees in colour pattern? Apidologie 39: 637 bis 649

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