Bombus atripes

Bombus atripes ist eine der auffälligsten Hummeln Chinas: Bruststück und die Hinterleibsringe eins bis fünf sind vollständig orangerot behaart, nur die Thoraxseiten und der sechste Ring sind schwarz. Keine andere Hummel Sichuans sieht so aus.

Frederick Smith beschrieb sie 1852 nach einer Arbeiterin aus Zhejiang. Der Name bedeutet Schwarzfuß.

Groß und selten zugleich

Bombus atripesEs ist eine große Art. Königinnen messen 22 bis 23 Millimeter, Arbeiterinnen 16 bis 18, das einzige beschriebene Männchen aus Zhejiang 19 Millimeter. Beim Männchen sind auch die Ringe sechs und sieben orangerot.

Für die Bearbeitung der Hummeln Sichuans von 2009 lagen aus der gesamten Provinz vier Königinnen und zwei Arbeiterinnen vor, gesammelt zwischen 300 und 900 Metern. Ein Männchen aus Sichuan war nicht dabei.

info hummelGroße Weibchen dieser Art tragen auf dem sechsten Hinterleibsring einen kräftigen Höcker mit einem Längskiel. Dieses Merkmal fehlt kleineren Arbeiterinnen. Es tritt bei mehreren großen ostasiatischen Hummeln auf und ist an die Körpergröße gebunden, nicht an die Art.

Ein weites Gebiet, wenige Tiere

Belegt ist die Art aus Sichuan, Hubei, Anhui, Jiangsu, Yunnan, Guizhou, Guangxi, Hunan, Jiangxi, Fujian und Zhejiang. Für Hainan gibt es eine Angabe mit Fragezeichen, die auf Tkalců 1968 zurückgeht.

Das ist fast der gesamte Süden und Osten Chinas. Dennoch stuft die Bearbeitung von 2009 die Art in Sichuan als selten ein, in den tiefen Lagen des Sichuan-Beckens und der umgebenden Vorberge, mit mittellanger Flugzeit über das Jahr.

Eine Tieflandart

Die Höhenangaben von 300 bis 900 Metern machen Bombus atripes zu einer der am tiefsten lebenden Hummeln Sichuans. Sie fliegt dort, wo in China die Landwirtschaft am intensivsten und die Bevölkerungsdichte am höchsten ist.

Für eine Hummel ist das die riskanteste Kombination. Hochgebirgsarten haben zumindest theoretisch Rückzugsräume in unzugänglichen Lagen. Eine Art, die auf 300 bis 900 Metern in der Ebene lebt, hat diese Möglichkeit nicht.

Auch hier: keine Blüte notiert

Die Art wird als langrüsselig eingestuft. Zu den Nahrungspflanzen steht der Eintrag “keine Nachweise”. Kein Nest ist beschrieben, es gibt keine Angabe zur Volksstärke, keinen dokumentierten Jahresablauf und keine beobachtete Paarung.

Bei sechs untersuchten Tieren aus Sichuan lässt sich zur Häufigkeit in dieser Provinz kaum etwas sagen. Aus den östlichen Provinzen, wo die Art beschrieben wurde und wo mehr Material existieren dürfte, liegt keine vergleichbare Auswertung vor.

Was aus dem Bau folgt

Die Art gehört in der vereinfachten Gliederung von 2008 zur erweiterten Untergattung Thoracobombus und dort zur atripes-Gruppe. Ihre Männchen tragen ein Merkmal, das sie von allen anderen Hummeln trennt: Der innere Fortsatz am Genitalglied ist in zwei lange, fast gerade Dornen geteilt, die im rechten Winkel zueinander stehen.

Für die Bestimmung im Gelände hilft das wenig, weil Männchen selten gesammelt werden. Für die Zuordnung von Museumsmaterial ist es dagegen eindeutig.

Quellen

  • Williams P.H., Tang Y., Yao J. & Cameron S. 2009. The bumblebees of Sichuan (Hymenoptera: Apidae, Bombini). Systematics and Biodiversity 7: 101 bis 190
  • Williams P.H., Cameron S.A., Hines H.M., Cederberg B. & Rasmont P. 2008. A simplified subgeneric classification of the bumblebees (genus Bombus). Apidologie 39: 46 bis 74
  • Williams P.H. 1998. An annotated checklist of bumble bees with an analysis of patterns of description. Bulletin of the Natural History Museum, London (Entomology) 67: 79 bis 152
  • Williams P.H. et al. 2026. Evolutionary tree for all bumblebee species world-wide estimated by combining information from fast-evolving genes, slow-evolving genes, and genomic data (Apidae, Bombus). Insects 17: 540
  • Foto: Serica_qfs (serica_qfs), Beobachtung vom 26.09.2025, 中国湖北省武汉市江夏区. inaturalist.org/observations/317532038, Lizenz CC BY-NC 4.0, creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0, unverändert

Bewerte diesen Beitrag

Keine Bewertungen bisher