Beiträge aus 2013

Späte Ansiedlung! Chris 18.05.2013 22:41

Habe heute noch eine Baumhummel ansiedeln können! Entdeckte die Königin in meiner Bienenhütte auf Nistplatzsuche. Schöner Orientierungsflug, dann sah ich ich sie noch einige Male zum Hummelhotel auf einem morschen Kirschbaumstumpf zurückkehren. Ist das überhaupt möglich, jetzt zu dieser Jahreszeit hier in Oberösterreich auf 420 Höhe über Meer? Jedenfalls ein kleiner Trost, weil es bei mir extrem viele Ausfälle gab - von 9 Hummelvölkern existieren nur noch 3! Die Saison hätte bei uns gut begonnen mit heuer sehr vielen Ackerhummelköniginnen. Beste Grüße! Chris

Späte Ansiedlung! Luc 20.05.2013 11:53

Ich sah gestern noch eine intensiv suchende Steinhummelkönigin an der klassischen Suchstelle Solitärbienenhaus u. Scheiterhaufen. Hier hatte ich 4 lapidarius 'eingeröhrt' u. 3 davon sind geblieben. Leider hatte ich die Röhre nicht bei Hand. Seehöhe 555m, Klima tiefmontan.
Alle 9 angesiedelten Königinnen sind noch da, an 3 gibt's fliegenden Nachwuchs. (1Stein/2Erdhummel)
2 Ackerhummeln u. 1 Grashummel(?) waren Selbstansiedler.

Luc

Späte Ansiedlung! Chris 21.05.2013 22:27

Servus Luc! Die vor 4 Tagen angesiedelte Baumhummel scheint ihre späte Nestgründung mit besonderem Tempo aufholen zu wollen. Sah die Königin heute oft ausfliegen und nach wenigen Minuten bereits mit Pollen zurückkehren. Die beiden Ackerhummelvölker und das Gartenhummelvolk haben bereits seit Tagen Nachwuchs. An meiner 2. Wohnadresse sind 4 Königinnen (3 Ackerhu., 1 Steinhu.) verschwunden - exakt zu jener Zeit, als die Landwirte um uns mehrere Tage "wie wild" gemäht haben. Seit dieser Zeit sehe ich so gut wie keine Hummel mehr auf unseren zahlreichen Nektarpflanzen. Als Kleinimker mit viel Idealismus kann ich mir lebhaft vorstellen, welches Gemetzel auch an den Sammlerbienen angerichtet wurde - mit dem Unterschied und dem kleinen Trost, dass sich das mit der Königin im sicheren Stock wieder ausgleichen wird. Traurig, aber "meine" Hummeln am Stadtrand sich wohl sicherer als hier... Super, dass es in Deinem Garten so vielen Hummeln offensichtlich gut geht - Grüße vom oö. Hausruckviertel! Chris

Späte Ansiedlung! Christian 22.05.2013 11:21

Hi Chris,
wie kann es sein, dass durchs mähen die Hummeln verschwinden? Weil du von Gemetzel schreibst. Gemäht wird doch mit Messerbalken, da können die Insekten doch rechtzeitig abfliegen. Dass sie weg sind, weil kein Blütenangebot mehr besteht das ist klar. Gerade dann müssten die doch auf den wenigen Blütenpflanzen zu sehen sein. Oder?
Die verschwundenen Königinnen: Sind die aus Deinen Kästen, oder hast Du die beim Sammeln beobachtet?

Bei mir gibts auch sehr wenig Hummeln. Es kamen wenige Arbeiterinnen aus der ersten Generation hervor. Dunkle Erdhummel hatte gestern noch zwei oder drei Arbeiterinnen, da füttere ich sogar nach. Glaube die wurden von ner Kuckuckshummel befallen.
Ackerhummel hat jetzt drei, die Königin bleibt im Stock. Meine andere Ackerhummel wurde irgendwann von einer Baumhummel verdrängt, da fliegt momentan noch die 1te Generation und die Königin aus.

Aber bitte erklärs mir als Laien mal, wie beim Mähen der Wiese die Bienen und Hummeln zugrunde gehen.

Christian

Späte Ansiedlung! Luc 22.05.2013 15:58
Hi Chris,
wie kann es sein, dass durchs mähen die Hummeln verschwinden? Weil du von Gemetzel schreibst. Gemäht wird doch mit Messerbalken, da können die Insekten doch rechtzeitig abfliegen. Dass sie weg sind, weil kein Blütenangebot mehr besteht das ist klar. Gerade dann müssten die doch auf den wenigen Blütenpflanzen zu sehen sein. Oder?
Die verschwundenen Königinnen: Sind die aus Deinen Kästen, oder hast Du die beim Sammeln beobachtet?

Bei mir gibts auch sehr wenig Hummeln. Es kamen wenige Arbeiterinnen aus der ersten Generation hervor. Dunkle Erdhummel hatte gestern noch zwei oder drei Arbeiterinnen, da füttere ich sogar nach. Glaube die wurden von ner Kuckuckshummel befallen.
Ackerhummel hat jetzt drei, die Königin bleibt im Stock. Meine andere Ackerhummel wurde irgendwann von einer Baumhummel verdrängt, da fliegt momentan noch die 1te Generation und die Königin aus.

Aber bitte erklärs mir als Laien mal, wie beim Mähen der Wiese die Bienen und Hummeln zugrunde gehen.

Christian

Hallo Christian,

scheinbar lebst Du in einer Siedlung mit keinen grösseren Wiesen rundum, die von den Landwirten als Silage-Flächen genutzt werden. Hier fährt ein grosser schneller Traktor mit einem o. zwei Mähwerken dran, rationell über die Gras/Blütenfläche. Dass ist nicht wie früher der Balkenmäher mit diesem einem Messer dran, sondern wie bei einer Fräse, an der sich Messer dran befinden. Wie bei einem Rasenmäher, aber jedes Gerät ist mind. 2Meter breit.
Stell dir vor, Du fährst mit einem Riesen-Rasenmäher mit 4 Meter Arbeitsbreite mit 25 km/h in die Wiese rein, an der sich alle 10 Meter die noch alleinversorgende Königin auf der Blüte befindet. Sie hat keine Chance, bei dieser Geschwindigkeit noch rechtzeitig abzufliegen.
Bei einem Messerbalken fällt das Gras samt Königin nur um, und das Insekt kann sich wieder in Sicherheit bringen.
Genau diesen ersten Mähzeitpunkt des Jahres fürchte ich am meisten, denn nur 5 Meter neben meinen Hummelkästen befindet sich eine solche Wiese.
Da heisst es hoffen, dass entweder die Hummel im Kasten oder sich auf anderen Stellen befinden.
Bei mir haben glücklicherweise alle anwesenden Königinnen dieses 'Gemetzel' überlebt.
Ab dem zweitem Schnitt im Juni ist die Alte ohnehin nur mehr im Nest, u. das Gröbste überstanden.
In Blütenreichen Siedlungen sind die Hummeln deshalb besser aufgehoben, als in der Intensivlandwirtschaft.
Nach dem grossflächigem Gras-Siloschnitt ist deshalb hier ziemlich tote Hose, auch weil die Felder daneben Unkrautfrei sind.
Wer viel Glück hat nennt einen Biobauer seinen Nachbarn. Hier ist das ganze Hummeljahr über irgendwas zu finden, aber auch diese verzichten ungern auf das notwendige Silagefutter.

Gruss Luc

Späte Ansiedlung! Chris 22.05.2013 20:27
Hi Chris,
wie kann es sein, dass durchs mähen die Hummeln verschwinden? Weil du von Gemetzel schreibst. Gemäht wird doch mit Messerbalken, da können die Insekten doch rechtzeitig abfliegen. Dass sie weg sind, weil kein Blütenangebot mehr besteht das ist klar. Gerade dann müssten die doch auf den wenigen Blütenpflanzen zu sehen sein. Oder?
Die verschwundenen Königinnen: Sind die aus Deinen Kästen, oder hast Du die beim Sammeln beobachtet?

Bei mir gibts auch sehr wenig Hummeln. Es kamen wenige Arbeiterinnen aus der ersten Generation hervor. Dunkle Erdhummel hatte gestern noch zwei oder drei Arbeiterinnen, da füttere ich sogar nach. Glaube die wurden von ner Kuckuckshummel befallen.
Ackerhummel hat jetzt drei, die Königin bleibt im Stock. Meine andere Ackerhummel wurde irgendwann von einer Baumhummel verdrängt, da fliegt momentan noch die 1te Generation und die Königin aus.

Aber bitte erklärs mir als Laien mal, wie beim Mähen der Wiese die Bienen und Hummeln zugrunde gehen.

Christian



Hallo Christian,

scheinbar lebst Du in einer Siedlung mit keinen grösseren Wiesen rundum, die von den Landwirten als Silage-Flächen genutzt werden. Hier fährt ein grosser schneller Traktor mit einem o. zwei Mähwerken dran, rationell über die Gras/Blütenfläche. Dass ist nicht wie früher der Balkenmäher mit diesem einem Messer dran, sondern wie bei einer Fräse, an der sich Messer dran befinden. Wie bei einem Rasenmäher, aber jedes Gerät ist mind. 2Meter breit.
Stell dir vor, Du fährst mit einem Riesen-Rasenmäher mit 4 Meter Arbeitsbreite mit 25 km/h in die Wiese rein, an der sich alle 10 Meter die noch alleinversorgende Königin auf der Blüte befindet. Sie hat keine Chance, bei dieser Geschwindigkeit noch rechtzeitig abzufliegen.
Bei einem Messerbalken fällt das Gras samt Königin nur um, und das Insekt kann sich wieder in Sicherheit bringen.
Genau diesen ersten Mähzeitpunkt des Jahres fürchte ich am meisten, denn nur 5 Meter neben meinen Hummelkästen befindet sich eine solche Wiese.
Da heisst es hoffen, dass entweder die Hummel im Kasten oder sich auf anderen Stellen befinden.
Bei mir haben glücklicherweise alle anwesenden Königinnen dieses 'Gemetzel' überlebt.
Ab dem zweitem Schnitt im Juni ist die Alte ohnehin nur mehr im Nest, u. das Gröbste überstanden.
In Blütenreichen Siedlungen sind die Hummeln deshalb besser aufgehoben, als in der Intensivlandwirtschaft.
Nach dem grossflächigem Gras-Siloschnitt ist deshalb hier ziemlich tote Hose, auch weil die Felder daneben Unkrautfrei sind.
Wer viel Glück hat nennt einen Biobauer seinen Nachbarn. Hier ist das ganze Hummeljahr über irgendwas zu finden, aber auch diese verzichten ungern auf das notwendige Silagefutter.

Gruss Luc

Hallo Christian!

Den Ausführungen von Luc ist nichts hinzuzufügen, ich danke Luc dafür - exakt so lief/läuft es hier ab!
Noch einmal: Alle 4 Hummelvölker (3 Ackerhummelköniginnen, 1 Steinhummelkönigin) sind verschwunden. Bei der Steinhummel bin ich allerdings sicher, dass sie das Hummelhotel deshalb verlassen hat, weil es am Standort zu sehr der Sonne ausgesetzt war. Das konnte ich beobachten. Werde nächstes Jahr besonders darauf achten, dass das nicht mehr passiert - man lernt nie aus! Beste Grüße, 6 km vom Attersee entfernt! Chris

Späte Ansiedlung! Christian 23.05.2013 10:01

Hi Chris,
so wie Du es schreibst kenne ichs gar nicht. Is ja ein Alptraum. Die Sache mit dem Mähbalken wohl ein Stück Nostalgie in meinem Kopf.
ja, ich lebe jetzt im Waldecker Land. Hier ists stellenweise so bergig, dass nur kleinere Flächen, oder das Edertal so intensiv bewirtschaftet werden können. Vorher in Mittelfranken: da ist eh alles Mais und Raps zur Energiegewinnung. Hummeln gabs im Garten erst nach der Rapsblüte. Die Wiese ist oft ne Quecken Monokultur.
Wo ich jetzt wohne gibts viele alte Hecken, überall die weiße Taubnessel, auf den Wiesen Blütenpflanzen, in der Stadt - wohl wegen Geldmangel - etliche ungepflegte Flächen und auf der Autowindschutzscheibe Insekten. Kein Vergleich zu dem früheren Wohnort.

Dann viel Erfolg noch mit Deinen Hummeln. Ist bei Dir ja ein echter Beitrag zum Artenschutz, egal welche Art von Hummel.

Gruß
Christian

Späte Ansiedlung! Bulli 25.05.2013 21:07
Hier fährt ein grosser schneller Traktor mit einem o. zwei Mähwerken dran, rationell über die Gras/Blütenfläche.

Habe mir gerade mal die Daten vom Big M 500 angesehen. Eine riesige selbstfahrende Mähmaschine (Krone (externer Link, nicht mehr verfügbar)).
Der hat nicht nur ein Scheibenmähwerk, sondern auch einen Aufbereiter (schlägt auf die Halme und zerstört die äußere Wachsschutzschicht der Halme). Danach geht der Grasschnitt noch durch einen Tunnel mit Förderschnecke zur Schwadbildung. Das ganze System ist über 13 Meter breit und funktioniert bis zu imposanten 20 km/h.
Technisch gesehen ist es eine tolle Sache.
Brauchen bloß noch die Hummeln ein bionisches Upgrade. ;-)

Späte Ansiedlung! Luc 26.05.2013 10:55

Es scheint die (Blumen)-Wiese generell keine Zukunft mehr zu haben.
Der Konsument will seine Nahrung billig beim Diskonter abholen zu wollen, u. die Produktion hat eben ihren Preis.
Und was keine landwirtschaftliche Fläche ist, soll gefälligst gepflegt ausschauen. Man will schliesslich in einer schönen Umgebung wohnen.
Altgrasflächen, Löwenzahnverseuchte Rasenflächen, weg damit.
Man sehe sich das gekaufte Produkt auf den Kassen der Gartencenter näher an, 99% haben mit Umweltschutz wenig im Sinn.

Späte Ansiedlung! Christian 27.05.2013 11:13

Was es in Bayern natürlich gibt: große Flächen mit eingesäten Wildkräutern, mit einer wirklich sehr schönen Vielfalt. Die seh ich hier nicht. Also schon sortiert: Hier der Mais, dort die Wildkräuter.

Späte Ansiedlung! Christian 27.05.2013 11:11

Das heißt, den Kühen bleibt es erspart die Mahlzeit wieder zu käuen.

Späte Ansiedlung! Luc 27.05.2013 17:00
Das heißt, den Kühen bleibt es erspart die Mahlzeit wieder zu käuen.

Christian, wieso bleibt es ihnen erspart?

Ob Heu, Gras o. Silofutter, einige Zeit nach dem Fressen kommt das Futter aus dem Pansen wieder hoch, u. wird nochmals durchgekaut. Wir hatten früher selbst einige Kühe, u. kenne die Zeronomie zur Genüge.
Ich glaub, alle Paarhufer sind Wiederkäuer, Einhufer wie das Ross aber nicht.

Luc

Späte Ansiedlung! Bulli 28.05.2013 01:43
Das heißt, den Kühen bleibt es erspart die Mahlzeit wieder zu käuen.
nach dem Fressen kommt das Futter aus dem Pansen wieder hoch, u. wird nochmals durchgekaut.

Hallo Luc,

vermutlich meinte Christian, dass die Kühe nicht mehr Widerkäuen müssen weil Aufbereiter und Förderschnecke der erwähnten selbstfahrenden Mähmaschine die Halme ja schon so gut wie vorkaut.

Hallo Christian,

mit dem aufschlagen der Wachsschicht wird die Schutzschicht gegen das Austrocknen der Pflanze zerstört. Das lässt die Halme und stengel schneller trocknen, wenn das Grünzeug auf dem Feld zum trocknen ausgebreitet liegt. "Auf Schwad" wird das geschnittene Grünzeug gelegt, wenn Regen oder eine Nacht mit Taubildung erwartet werden. Am Morgen oder nach dem Regen wartet man noch bis der Boden trocken ist und dann wird das Grünzeug mit einem Heuwender wieder zum trocknen ausgebreitet.
Je schneller das Grünzeug trocknet, um so weniger häufig muss man es abends wieder auf Schwad legen und am nächsten Morgen wieder ausbreiten.
Die Schnittgutnachbehandlung hat also eher was damit zu tun den Arbeitsaufwand (Kosten) zu verringern und der Schimmelbildung im Heuballen vorzubeugen, als den Kühen das Widerkäuen abzugewöhnen.

Es kann sein, dass die Grünzeugbehandlung bei der Ernte die spätere Nährstoffgewinnung im Kuhmagen verbessert. Sollte dem so sein, würden Kühe weniger Grünzeug benötigen oder bei gleicher Nahrungsaufnahme schneller Gewicht zulegen?
Vielleicht gärt die Silage mit dem geschlagenen Grünzeug schneller?
Die letzten beiden Punkte kommen mir logisch vor, ich weiß aber nicht ob es wirklich so ist.

Späte Ansiedlung! Christian 28.05.2013 11:09

Ja, es war ja nur ein Scherz. Aber es gibt ja nichts was es nicht gibt. Und könnte ja auch negativ für diese Tiere sein, wenn die Arbeit des Zerkleinerns wegfällt.
Egal is ja auch ein Hummel- und Küheforum. Dennoch hast Du mir ein paar Dinge erklärt die ich noch nicht wusste. Manchmal lernt man so nebenbei was Neues.
Christian

Zuckerlösung zufüttern Pitt 21.05.2013 11:32

Frage an die Hummelspezialisten,
in diesem, wettermäßig absolut bescheidenem "Frühjahr/Sommer", reicht das Nahrungsangebot für die Hummeln eigentlich aus, oder sollte man mit etwas Zuckerlösung zufüttern? Wenn ja, in welchem Verhältnis wird die Lösung angerührt?
Gruß Pitt

Zuckerlösung zufüttern Pitt 21.05.2013 11:57
Frage an die Hummelspezialisten,
in diesem, wettermäßig absolut bescheidenem "Frühjahr/Sommer", reicht das Nahrungsangebot für die Hummeln eigentlich aus, oder sollte man mit etwas Zuckerlösung zufüttern? Wenn ja, in welchem Verhältnis wird die Lösung angerührt?
Gruß Pitt

Erst denken, dann handeln.
Habe eben in der Historie nachgesehen, es gibt bereits genug Infos zum Zufüttern etc.
Gruß Pitt

Ackerhummel fliegt bei 4,2 Grad Roland 24.05.2013 14:37

Hallo,
so ein verrücktes Wetter, heute hat es 14 cm geschneit und gerade habe ich gesehen, wie eine Ackerhummelkönigin bei gerade mal 4 Grad in ihr Nestquartier zurückgekommen ist...

LG
Roland aus Südtirol

Ackerhummel fliegt bei 4,2 Grad Frank-BS 24.05.2013 18:39

Uuuuh, Schnee und nur 4,2° C ... :-(

Da können wir uns ja noch glücklich schätzen, mit unseren Temperaturen. Die letzte Nacht waren es allerdings auch nur 4-5° C, momentan 13°C (18.30 Uhr). Und am WE wird es wohl eher kühler.

Meine Steinhummeln kommen aber klar und auch die Ackerhummeln in der Umgebung kommen bisher gut über die Runden. Selbst meine Wespe (Vespula vulgaris) trotzt bisher dem schlechten Wetter. Die baut eine Schicht Außenhülle nach der anderen. Zwiebelprinzip :-)

Gruß,
Frank.
Wespenblog (externer Link, nicht mehr verfügbar)

Ackerhummel fliegt bei 4,2 Grad Roland 24.05.2013 20:51
Uuuuh, Schnee und nur 4,2° C ... :-(

Da können wir uns ja noch glücklich schätzen, mit unseren Temperaturen. Die letzte Nacht waren es allerdings auch nur 4-5° C, momentan 13°C (18.30 Uhr). Und am WE wird es wohl eher kühler.

Meine Steinhummeln kommen aber klar und auch die Ackerhummeln in der Umgebung kommen bisher gut über die Runden. Selbst meine Wespe (Vespula vulgaris) trotzt bisher dem schlechten Wetter. Die baut eine Schicht Außenhülle nach der anderen. Zwiebelprinzip :-)

Gruß,
Frank.
Wespenblog (externer Link, nicht mehr verfügbar)

Hallo,
und diese Nacht könnte es sogar Frost geben, wenn es heiter bleibt, arme Hummeln!

Roland

VIDEO: Baumhummelvolk nach genau 5 Wochen KiGaZw 24.05.2013 19:31

Heute ist es genau 5 Wochen her, dass sich eine Baumhummelkönigin selbst einen Hummelkasten ausgesucht hat.

Trotz Nieselregen und 9 Grad Kälte ist ganz schön was los an der Hummelklappe (externer Link, nicht mehr verfügbar).

Ich habe nun bei 10 Hummelhäusern Nachwuchs.

Grüße KiGaZw

Korrekter Link zum Video KiGaZw 24.05.2013 19:32

http://www.datenerror.de/bombus/2013/05/viedo-baumhummeln-nach-5-wochen/

VIDEO: Baumhummelvolk nach genau 5 Wochen Roland 24.05.2013 20:49
Heute ist es genau 5 Wochen her, dass sich eine Baumhummelkönigin selbst einen Hummelkasten ausgesucht hat.

Trotz Nieselregen und 9 Grad Kälte ist ganz schön was los an der Hummelklappe (externer Link, nicht mehr verfügbar).

Ich habe nun bei 10 Hummelhäusern Nachwuchs.

Grüße KiGaZw

Hallo,
bei uns in Südtirol gibt es wohl keine Baumhummeln, habe leider noch nie eine gesehen.
LG
Roland

VIDEO: Baumhummelvolk nach genau 5 Wochen KiGaZw 24.05.2013 21:24

Hallo Roland!

Sicher gibt es bei Dir dafür andere Arten die hier nicht verbreitet sind.

Baumhummeln finde ich interessant, relativ leicht und gut in Hummelhäusern anzusiedeln (siedeln sich sehr gerne selbst an), aber auch etwas aggressiver als andere Arten. Ein ausgewachsenes Baumhummelnest zu öffnen ist Adrenalin pur, denn die Baumhummeln greifen an und versuchen zu stechen.

Ich hatte letzes Jahr ein Baumhummelvolk mit Wächterinnen vor dem Eingang die einen verfolgten wenn man nur zwei Meter entfernt vorbei ging. Sie verfolgen einen durch den halben Garten (Bin aber noch nie gestochen worden. Gestochen hat mich mal eine Ackerhummel, weil ich sie aus versehen "angeschnauft" habe...).

Außerdem sind Baumhummeln gute Rückkehrerinnen und auffallend geschickt an der Hummelklappe.

VIDEO: Baumhummelvolk nach genau 5 Wochen Roland 24.05.2013 21:36
Hallo Roland!

Sicher gibt es bei Dir dafür andere Arten die hier nicht verbreitet sind.

Baumhummeln finde ich interessant, relativ leicht und gut in Hummelhäusern anzusiedeln (siedeln sich sehr gerne selbst an), aber auch etwas aggressiver als andere Arten. Ein ausgewachsenes Baumhummelnest zu öffnen ist Adrenalin pur, denn die Baumhummeln greifen an und versuchen zu stechen.

Ich hatte letzes Jahr ein Baumhummelvolk mit Wächterinnen vor dem Eingang die einen verfolgten wenn man nur zwei Meter entfernt vorbei ging. Sie verfolgen einen durch den halben Garten (Bin aber noch nie gestochen worden. Gestochen hat mich mal eine Ackerhummel, weil ich sie aus versehen "angeschnauft" habe...).

Außerdem sind Baumhummeln gute Rückkehrerinnen und auffallend geschickt an der Hummelklappe.

Hallo,
dann wird eine Wachsmottenkontrolle im Baumhummelnest eine schwierige Aufgabe sein...
Heuer haben die Hummeln es bei uns besonders schwer, bei soviel Regen und anhaltender Kälte, es könnte viele Ausfälle geben, ich hoffe es kommt nicht soweit... aber einige Arten habe ich heuer bis jetzt noch nicht mal gesehen (Wiesenhummeln, Steinhummeln), das kann nichts Gutes heißen!

LG
Roland

VIDEO: Baumhummelvolk nach genau 5 Wochen KiGaZw 24.05.2013 22:08

Hallo Roland!

Ja, da hatte ich letztes Jahr so ein "Erlebnis" mal aufgeschrieben (externer Link, nicht mehr verfügbar):

http://www.datenerror.de/bombus/2012/06/aggressive-baumhummeln/

Auch wir haben hier ein furchtbares Wetter. Und es sind weiterhin Nachtfröste angesagt.

Wegen der Artenvielfalt mache ich mir eher weniger Sorgen. Gab es vor 2 Jahren fast ausschließlich Ackerhummeln, gab es letztes Jahr überhaupt keine Ackerhummeln in meinem Garten. Dafür viele Baum- und Steinhummeln. Sonst nichts. Dieses -jahr sind wieder alle hier heimischen Arten da, jedes Jahr ist anders.

VIDEO: Baumhummelvolk nach genau 5 Wochen Bulli 26.05.2013 10:04

Hallo KiGaZw,

toll, das Video. Es animiert mich gleich zu ein paar technischen Fragen.

Die Hummelklappe scheint schlecht auf den Drähten zu rutschen und irgendwie erscheint sie uneben oder verbeult. Ist das immer so? Was könnte man verändern, damit die Vorgänge besser ablaufen?

Die hellen Baumhummeln sehen nett aus. Hier sind sie dunkelbraun oder schwarz auf der Brust.

Wie kann ich verstehen, dass eine Baumhummel am Legostein saugt und Pollenpakete an den Beinen hat, aber anscheinend ohne in das Nest zu gehen wieder abfliegt? Eine Besucherin von woanders, die sich den Umgang mit dem Legostein abgeguckt hat?
Warum ist der Legostein in Tarnfarben gestrichen? Bringt das den entscheidenden Schritt bei der Honigbienenabwehr?

Gerade sind es draußen 8 Grad mit Landregen. Dennoch sah ich zwei Baumhummeln an den Rhododendren. Einer von ihnen scheint es aber doch zu nass gewesen zu sein. Sie flog nach dem ersten Versuch in einer Blüte an einen (nassen) Ast und dann anscheinend zurück ins Nest. Verrückt.

Viele Grüße

VIDEO: Baumhummelvolk nach genau 5 Wochen KiGaZw 30.05.2013 17:52

Hallo!

"Die Hummelklappe scheint schlecht auf den Drähten zu rutschen und irgendwie erscheint sie uneben oder verbeult. Ist das immer so? Was könnte man verändern, damit die Vorgänge besser ablaufen?"

--> Das täuscht, sie ist nur schmutzig und von innen etwas mit Pollen verklebt. Die Klappe putze ich alle paar Tage mal. Das sind noch meine alten Hummelklappen, die neueren sind aus festerem Material (0,8mm).

"Die hellen Baumhummeln sehen nett aus. Hier sind sie dunkelbraun oder schwarz auf der Brust."

--> Ja, das sind hellere, ich habe aber auch um einiges dunklere in einem anderen Nest.

"Wie kann ich verstehen, dass eine Baumhummel am Legostein saugt und Pollenpakete an den Beinen hat, aber anscheinend ohne in das Nest zu gehen wieder abfliegt? Eine Besucherin von woanders, die sich den Umgang mit dem Legostein abgeguckt hat?"

--> Ja kann sein, habe ja mehrere Baumhummeln. Der Legostein stand am Eingang, weil dieses alte Hummelhaus keinen Vorbau hat. Inzwischen stehen da keine Legosteine mehr vor dem Eingang, ich benutze inzwischen mein Futterhaus.

"Warum ist der Legostein in Tarnfarben gestrichen? Bringt das den entscheidenden Schritt bei der Honigbienenabwehr?"

--> Nö, das ist einfach ein schwarzer Legostein, der ist nicht angemalt oder ähnliches. Die Farbe ist den Hummeln übrigens egal. Honigbienen habe ich schon Wochen nicht mehr gesehen, weil es zu kalt ist.

Gerade sind es draußen 8 Grad mit Landregen. Dennoch sah ich zwei Baumhummeln an den Rhododendren. Einer von ihnen scheint es aber doch zu nass gewesen zu sein. Sie flog nach dem ersten Versuch in einer Blüte an einen (nassen) Ast und dann anscheinend zurück ins Nest. Verrückt.

--> Hier regnet es auch seit Tagen durch, dazu ist es auch noch kalt. Trotzdem ist reger Flugverkehr bei fast allen Nestern.

Fremde Baumhummel trinkt. Christian 02.06.2013 17:53

Hab bei meinen Ackerhummeln zugefüttert. dazu lege ich ja nen gefüllte Getränkeflaschenverschluß in den Kasten, auf oder neben die Nistkugel. Bei ner Kontrolle fand ich vier Baumhummeln von nebenan eben im Ackerhummelkasten an der Futterstelle, während die Ackerhummel sie ignoriert haben. Baumhummeln scheinen da ein gutes Gespür für Futterquellen zu haben.

Fremde Baumhummel trinkt. kigazw 02.06.2013 18:09

Habe ich selbst zwar noch nie erlebt, denn ich verwende ja mein Futterhaus (externer Link, nicht mehr verfügbar). Die Legosteine auf dem Anflugbrett dienten in den ersten Tagen nur dazu, dass die Hummeln sich diese "Blüte" schneller einprägen können.

Trotzdem sind die Baumhummeln allgemein die geschicktesten, das habe ich auch schon beobachten dürfen.

Grüße

KiGaZw

ein Kasten zwei Hummeln mit Nachwuchs fienchen 25.05.2013 08:40

Hallo,
hatte kurz schonmal geschrieben, dass einer meiner 3 Kästen mit einer Steinhummel und einer Ackerhummel belegt ist.

Bei der Steinhummel fliegt seit 1 Woche Nachwuchs. Die Ackerhummelkönigin hatte ich bis Vorgestern auch noch ab und an gesehen.

Gestern nun habe ich einen Orientierungsflug einer Ackerhummelarbeiterin beobachten können.

Nun haben also beide Königinnen Nachwuchs. Ich hatte gedacht ein solches Problem würde durch die zwei oder durch die Umwelt sich schneller lösen :-( > Fehlanzeige.

Eigentlich ist der Kasten nicht allzu groß. Nachdem ich im letzten Jahr dort ein Steinhummelvolk drin hatte, habe ich ihn aber für diese Saison vergrößert. Wenn Ackerhummelnester ja recht klein bleiben, könnts vielleicht klappen?

Erkennen die Arbeiterinnen sich nicht als unterschiedliche Art, weil sie eventuell durch den langen Aufenthalt im gleichen Kasten gleich riechen?

Komisch das Ganze! Aber spannend!

Wenn mir jede Nestöffnung nicht unangenehm wäre, würde ich vielleicht mal nachschauen ob die vielleicht gemeinsam Brüten oder sich in entgegensetzte Ecken verkrochen haben.

Gruß Bettina

ein Kasten zwei Hummeln mit Nachwuchs Luc 25.05.2013 10:57
Hallo,
hatte kurz schonmal geschrieben, dass einer meiner 3 Kästen mit einer Steinhummel und einer Ackerhummel belegt ist.

Bei der Steinhummel fliegt seit 1 Woche Nachwuchs. Die Ackerhummelkönigin hatte ich bis Vorgestern auch noch ab und an gesehen.

Gestern nun habe ich einen Orientierungsflug einer Ackerhummelarbeiterin beobachten können.

Nun haben also beide Königinnen Nachwuchs. Ich hatte gedacht ein solches Problem würde durch die zwei oder durch die Umwelt sich schneller lösen :-( > Fehlanzeige.

Eigentlich ist der Kasten nicht allzu groß. Nachdem ich im letzten Jahr dort ein Steinhummelvolk drin hatte, habe ich ihn aber für diese Saison vergrößert. Wenn Ackerhummelnester ja recht klein bleiben, könnts vielleicht klappen?

Interessante Story, halte uns bitte auf dem Laufenden!

Ich kann es mir nicht vorstellen, dass das bis zum Ende gutgehen soll, weil ja Steinhummelnester doch recht Raumausfüllend werden.

Luc

Erkennen die Arbeiterinnen sich nicht als unterschiedliche Art, weil sie eventuell durch den langen Aufenthalt im gleichen Kasten gleich riechen?

Komisch das Ganze! Aber spannend!

Wenn mir jede Nestöffnung nicht unangenehm wäre, würde ich vielleicht mal nachschauen ob die vielleicht gemeinsam Brüten oder sich in entgegensetzte Ecken verkrochen haben.

Gruß Bettina
ein Kasten zwei Hummeln mit Nachwuchs Fienchen 25.05.2013 19:15

Hallo Luc, Hallo Manfred,

ja ich werde beobachten und berichten.

@Manfred
ja mal schauen, wenn es in 2-3 Tagen mit Wetter besser aussieht ob ich den Pappeversuch starte.

Da muss ich aber auch mutig genug zu sein.

Meine Steinis vom letzten Jahr (und es ist ja jetzt ne Rückkehrerin im Kasten) waren echte Anfängerhummeln, also friedlich. Dennoch bin ich ungern ans Nest gegangen, musste aber 3 x BT behandeln, weil keine Mottenklappe dran war. Die habe ich dieses Jahr extra nachgerüstet.

Musste bei meinen deiden anderen Kästen (Erdhummeln) gestern den Anzuchtkasten entfernen. Da war mir auch mulmig.

Gruß Betina

ein Kasten zwei Hummeln mit Nachwuchs Luc 25.05.2013 20:43

Und weil ich heute Abend einen besetzten Erdhummelkasten Strategiehalber umstelle, denke ich bei Betina an folgendes:
Wenn die Nestkugel beider Ladies bekannt ist, würde ich den Bereich der Ackerhummel samt Bewohner in einen neuen Kasten umsiedeln. Ev. dann diesen Kasten in mindestens 2km entfernt für wenige Tage aufstellen, u. dann wieder zu Hause endgültig stationieren. Mit dem 'ausser Sichtweite bringen' , fliegt der Bewohner sicher nicht an den alten Standort zurück, u. gewöhnt sich an seine neue Behausung.
Das Umsiedeln aber nur über Nacht vornehmen.

Luc

Fernsehbeitrag - Bienen in Not - im ORF - Neonikotinoidproblematik Bulli 25.05.2013 21:47

Eine Zusammenfassung mit Kommentaren

Am Schauplatz - Beitrag: Bienen in Not - ORF2 - 16.05.2013 - ca. 21:05 Uhr - 37:22 min

Es geht um die Unverträglichkeit von Neonikotinoiden und Bestäubern.

Die Reportage arbeitet die Vergangenheit auf. Wem was passiert ist und unter welchen Umständen das passierte.

Es kommen direkt betroffene Bauern und Imker zu Wort.
Interviews mit Pressesprechern, mit Funktionären von Dachverbänden bzw mit Forschern als Repräsentanten zusammenfassender Studien in Auftrag gegeben von diversen Lobbyisten wurden weitgehend vermieden.
Die Wirkung der Giftgruppe auf Wildbienen/Hummeln wird nur, von den Erfahrungen mit Honigbienen ausgehend, approximiert.

Schnell wird klar, dass die traditionellen technischen Lösungen zur Aussaat von Maiskörnern - die Saatmaschinen - nicht für die neonikotinoid-gebeizten Körner geeignet sind. Zudem ist die Technik so kompliziert anzuwenden, dass die Aussaaten von den Bauern nicht fehlerfrei durchgeführt werden können.
Immer noch landen gebeizte Körner sichtbar auf der Bodenoberfläche.
Von der Abgabe neonikotinoidbelasteter Aerosole durch die Saatmaschinen ganz abgesehen. Zumindest für dieses Problem wurden bienenfreundliche Lösungen gefunden.

Ob wirklich alle im Boden befindlichen Körner in der Tiefe landen, in der sie landen müssten, kann heute und wird auch in Zukunft niemand garantieren.

Die Reportage zeigt außerdem, dass die heute geltende Regel "Die Menge macht das Gift" als Grundlage des standardisierten Beobachtungszeitraums von nur wenigen Stunden für die Beurteilung der Neonikotinoide nicht ausreichend ist.
Der interviewte Neonikotinoid-Hersteller lehnt Forschungsergebnisse die unter der Voraussetzung nicht standardisierter (weil verlängerter) Beobachtungszeiträume gewonnen wurden, grundsätzlich ab.
Allerdings wirbt der gleiche Herseller mit der Langzeitwirkung von diesen Neonikotinoiden, wenn es um Fliegen im Kuhstall oder um Termiten geht.
Nicht nur ein unlogischer Widerspruch, der von den österreichischen Filmemachern aufgedeckt wird.
Letztendlich ist es einer an Neonikotinoidvergiftung sterbenden Wildbienenart egal, ob sie während des gesetzlichen Beobachtungszeitraums an Neonikotinoiden stirbt.

Auf der anderen Seite ist es natürlich logisch, dass die Industrie ein Gift entwickelt, an denen ganze Bienenstöcke auch noch lange nach dem gesetzlichen Beobachtungszeitraum sterben können.
Die Ingenieure werden ja speziell dafür ausgebildet Grenzen einzuhalten, aber dennoch neue Produkte möglich zu machen. Wenn eine Beschränkung besteht, muss man nur noch Wege finden, um sie legal umgehen zu können. Die Forscher, die für Neonikotinoide verantwortlich sind, haben ihren Job wirklich gut gemacht. Da kann man nicht meckern. Neonikotinoide sind anscheinend der Königsweg um die Intention des Gesetzgebers hinter den gesetzlichen Bestimmungen für die Zulassung zu umgehen.

Ein weiterer unlogischer Widerspruch zu den Verlautbarungen seitens des Neonikotinoidherstellers ist, dass eine traditionelle Fruchtfolge nachweislich dem Maiswurzelbohrer keine Chance lässt. Der Einsatz von Neonikotinoiden auf Feldern mit Fruchtfolge erscheint dadurch nicht sinnhaft. So ein Schadinsekt überwindet noch nicht einmal einen Meter zum nächsten Maisfeld, sondern bleibt dort wo es die Pflanzen im Vorjahr befallen hat. Und wenn ein Bauer doch keine Fruchtfolge einhalten will, kann man auf den Maiswurzelbohrer spezialisierte Nematoden einsetzen. Einfach dort ausbringen, wo im Vorjahr Mais stand und gut ist. Neonikotinoide braucht es nicht.

Die Werbestrategie des Herstellers bessert inzwischen nach und stellt die Wirkung auf alle möglichen an Pflanzen saugenden und Pflanzenteile fressende Schadinsekten in den Vordergrund.

Genau genommen saugen Wildbienen & Co auch 'nur' Pflanzensäfte (Nektar), fressen nur Pflanzenteile (Pollen) und nutzen die Wasserausscheidungen an den grünen Pflanzenteilen zur Kühlung des Nestes.

So gesehen sind Neonikotinoide zur Bekämpfung der Wildbienen sehr gut geeignet.

Außerdem macht der Beitrag klar, dass der von der Landes- und Bundesregierung (Deutschland) geforderte Bodenerosionsschutz tödlich für Insekten ist. Die Herbstbegrünung der Brachflächen (Bodenerosionsverhinderung) nach der Maispflanzenernte mit Blütenpflanzen, führt dazu dass die Blüten die noch viereinhalb Jahre wirksamen Neonikotinoide aus dem Acker regelrecht an die Insekten verteilen.
So töten nicht nur die vergifteten Flüssigkeitsausscheidungen der Maispflanzen, sondern auch die Blüten der Blumen auf den Äckern, auf denen vorher Mais stand. Neonikotinoide wirken nach Herstellerbeteuerungen (in nicht deutschsprachigen Ländern) fünf Jahre lang. Also erst nach fünf Jahren ist ein Feld erstmalig (Neonikotinoid-)giftfrei, wenn man diesen Beteuerungen vertrauen kann.

Das müsste auch direkte Auswirkungen für die Bauern haben, die auf Bio-Landwirtschaft umstellen wollen. Sie müssten nicht nur die vorgeschriebenen zwei Jahre warten, um ihre Produkte als Bio-Produkte verkaufen zu können. Bei Neonikotinoiden ist das eigentlich zu kurz. Eine Umstellung auf Biolandwirtschaft war bisher schon ein finanzielles Wagnis.

Auch wenn Wildbienen und ganze Honigbienenvölker außerhalb des gesetztlich vorgeschriebenen Beobachtungszeitraums an Neonikotinoiden sterben, so sterben sie dennoch.

Interessant ist, dass man den Zeitpunkt des Bienensterbens planen kann. Ausgangspunkt ist dabei die Neonikotinoidkonzentration bei der die Bienen innerhalb des gesetzlichen Zeitraums sterben.
Will man die Bienen erst nach z. B. 10 Tagen sterben lassen, braucht man einfach nur die N.-Konzentration um das 5000-fache zu senken, usw.

Alleinig der Gesetzgeber reglementiert den Beobachtungszeitraum zur Beurteilung der Giftigkeit von Insektiziden.
Die Forscher haben jedenfalls einen guten Job gemacht.
Glückwunsch.
Milliarden nützliche Insekten würden bestimmt gerne gratulieren, wenn sie nicht bereits als "Kollateralschaden" im "Friendly Fire" der Neonikotinoide verstorben wären.

Mitschnitt des Beitrags 'Bienen in Not':
Link (externer Link, nicht mehr verfügbar)

Reaktion von Bayer:
Link (externer Link, nicht mehr verfügbar)

Kollateralschaden = (u. a.) Umweltschäden durch ausgespülte Schadstoffe
Friendly Fire = man beschießt eigene oder verbündete Streitkräfte in einer Kampfsituation

Larvenauswurf Christian 27.05.2013 11:19

Meine Gartenhummeln werfen schon Larven aus. Daher hab ich die Wabe geöffnet. Es ist ein kleines Volk mit großen intensiv fliegen Arbeiterinnen. Auch Vorräte in leeren Waben. Aber keine Larvenwiegen mehr.
Kann es sein, dass die schon in der letzten Phase sind. Nestgründung war doch erst Mitte April.

Ach ja und trotz der Kälte: bei meinen Baumhummeln is ne Wachsmotte drin. Die kleine Version. Das hab ich nicht erwartet, dachte, die Kälte hält das Insekt erstmal ab.
Gruß
Christian

Larvenauswurf Helena 27.05.2013 12:27
Meine Gartenhummeln werfen schon Larven aus. Daher hab ich die Wabe geöffnet. Es ist ein kleines Volk mit großen intensiv fliegen Arbeiterinnen. Auch Vorräte in leeren Waben. Aber keine Larvenwiegen mehr.
Kann es sein, dass die schon in der letzten Phase sind. Nestgründung war doch erst Mitte April.

Hmm... lebt denn die Königin noch? Vielleicht ist sie schwach und so gibt es schon Konkurrenzkämpfe zwischen den (grossen) Arbeiterinnen... Gartenhummeln machen ja auch gar nicht so grosse Völker...
Meine Gartenhummeln fliegen fleissig; die Sammlerinnen sind aber noch relativ klein. Reinschauen kann ich leider nicht (Deckel verklemmt). Scheint aber soweit alles i.O. zu sein, reger Flugverkehr und es hat massig Tracht überall.

Ach ja und trotz der Kälte: bei meinen Baumhummeln is ne Wachsmotte drin. Die kleine Version. Das hab ich nicht erwartet, dachte, die Kälte hält das Insekt erstmal ab.

Hast Du jetzt mit BT behandelt? Die hat ja sicher schon Eier gelegt. Klappe ja/nein?

Heute ist es seit längerem wieder mal sonnig und relativ warm – habe heute eine erste kleine Ackerhummelarbeiterin an meinen grossen Echiums entdeckt – auch die Akeleien werden von ihr besucht. Und auch die Steinhummelkönigin in unserer Trockenmauer hat die lange Regen- und Kältephase offenbar gut überstanden, es fliegen kleine Arbeiterinnen.

was tut ihr gegen Marder / Waschbären? Fienchen 28.05.2013 12:50

Hallo zusammen,

habe wie letztes Jahr auch wieder das Problem, dass nachts ein Marder oder ein Waschbär (beides gibt es hier leider) versucht ans Nest zu kommen. In der letzen Saison hatte ich den Fall 3 x.

Dachte diese jahr mit stabileren Kästen gäbs das Problem nicht. Heut morgen jedoch war die Hummelklappe abgerammelt und lag vorm Kasten. Den kleinen Klappenblock hatte ich mit Gewebeband quasi an den Kasten geklebt.
An die Hummeln selbst ist natürlich kein rankommen, aber so könnten ja auch Motten ins Nest :-(

Da ich hier noch nichts darüber gelesen habe, frage ich mich ob Ihr das Problem überhaupt kennt? einige haben doch sogar Styroporkästen. Die wären für die Krallen ja gar kein Problem!

Gibts da nen Trick?

Hab schon überlegt ein nagelbrett oder Stacheldraht davor auf dem Boden zu platzieren.

Gruß Bettina

was tut ihr gegen Marder / Waschbären? Luc 28.05.2013 13:19

Hallo Bettina,

hört sich ulkig aber nicht erfreulich an.
Mechanisch könnte es mit einem Käfig funktionieren. Heisst, über den Kasten ein Gitter zu stellen, um ein Eindringen zu vermeiden. Der Maschenabstand sollte aber ein ungehindertes Durchfliegen erlauben.
Bei meinem Solitärbienenstand funktioniert das. Maschendurchmesser ca. 2/3 cm.

Luc

was tut ihr gegen Marder / Waschbären? Bulli 30.05.2013 01:05
Heut morgen jedoch war die Hummelklappe abgerammelt und lag vorm Kasten. Den kleinen
Klappenblock hatte ich mit Gewebeband quasi an den Kasten geklebt.
An die Hummeln selbst ist natürlich kein rankommen, aber so könnten ja auch Motten ins Nest :-(

Zumindest wurde der Klappenblock dadurch nicht zerstört, so dass nicht erst noch Tage vergehen, bis ein neuer Klappenblock besorgt ist.
So gesehen ist es übel, aber es hätte noch schlimmer kommen können.

Einer hat mal einen Erdnistkasten entwickelt bei dem er die Zweiklappen-Wachsmottensperre in ein paar Zentimeter Abstand hinter das Einflugloch eingebaut hat. Er nennt seine Konstruktion 'Pendelklappen', weil sie senkrecht verbaut sind und nicht schräg.
Vermutlich kämpft er auch mit Mardern und Dachsen und hat darum das Klappensystem geschützt eingebaut. In einem anderen Artikel schreibt er jedenfalls, dass er länger mit dem Zweiklappensystem experimentiert hat. Eine genaue Konstruktionszeichnung seiner Aufhängung fehlt allerdings.
Link (externer Link, nicht mehr verfügbar)
Der Einbau im Inneren erhöht vermutlich die Gefahr, dass Nacktschnecken auf oder in der Nähe der Klappe den Tag verschlafen und somit den Eingang blockieren. Auch können Wachsmotten dort vielleicht den Tag verbringen. Keine Ahnung, ob er inzwischen bessere Lösungen gefunden hat.

Ich würde einen großzügig bemessenen widerstandsfähigen Drahtgitterkorb vor den Anflugbereich schrauben. Dann hast du auch gleich einen Schutz gegen Lauerjäger wie Vögel und Katzen. Edelstahl ist zwar teuer, rostet aber nicht. Sinnvoll wäre es vielleicht auch ein engmaschiges stärkeres Gitter vor die Lüftungslöcher zu schrauben, damit das feine Gitter der Lüftungslöcher nicht von Krallen beschädigt werden kann. Ich denke an Streckmetall aus Aluminium (Öffnungen rautenförmig, Baumarkt, ca. 12 Euro pro 1/8 m²).

Irgendwo habe ich ein Foto gesehen, auf dem der Deckel des Nistkastens mit einem Verschluss inklusive Schloss gesichert wurde. Vielleicht ist das sinnvoll, falls die Marder, Waschbären, Dachse oder sonstwelche Tierchen von oben in den Nistkasten wollen.

was tut ihr gegen Marder / Waschbären? Fienchen 30.05.2013 22:45

Seit 3 Nächten war jetzt wieder Ruhe.
Habe einen Strahler mit Bewegungsmelder direkt vor die Kästen gestellt. Der nächtliche Besucher müsste also bei voller Beleuchtung aktiv werden. Vielleicht hilfts als Abschreckung.

Zudem habe ich Kaninchendraht (oder wie man das nennt) auf den Boden vor die Kästen (freischwebend) gelegt. die meisten Pfotentiere scheuen den Gang darauf, weil es für sie einfach extrem unangenehm ist. Vielleicht hilft auch das - Vielleicht auch nicht!

In den Kasten selbst kann definitiv nix kommen. Auch die Lüftungslöcher sind sicher. Es ist halt nur doof wenn die Klappe nachts längere Zeit fehlt/verschoben ist. Denn dann ist der Wachsmottenschutz hinüber.

Gruß Bettina

was tut ihr gegen Marder / Waschbären? Christoph 31.05.2013 10:47

Hallo!
Schon übel! - Ein ganz anderer Ansatz: Mein Auto hat einen Marderschreck, bei dem einige Metallplatten im Motorraum verteilt sind, die bei Berührung einen elektrischen Schlag austeilen. Das mag kein Tier - vgl. Elektrozaun bei Kuhweiden. Die Kühe halten alle einen Mindestabstand ein! Hab so einen Elektrozaun - es ist einfach ein Draht so in 10 cm Abstand über dem Boden - auch mal bei einem Gartenteich gegen Katzen gesehen wegen der Fische. Half prima.
Das Drahtgitter ist für Marder auch nicht angenehm, hilft wohl auch. Sieht man auch öfters unter dem Motorraum bei abgestellten PKWs.
Hoffentlich hast Du bald Ruhe mit der einen oder anderen Methode oder weil das Tier das Interesse verloren hat. Viele Grüße
Christoph

was tut ihr gegen Marder / Waschbären? Wilhelm 31.05.2013 19:57
Hallo Fienchen!

besteht die Möglichkeit über der Klappe eine Schraube oder kleinen Nagel zu montieren,so daß die Klappe nur in die Waagerechte angehoben werden kann so würde sie immer wieder von alleine zufallen eventuell auch bei Windböen könnte sie nicht ganz nach oben gekippt werden.

Gruß Wilhelm

was tut ihr gegen Marder / Waschbären? Fienchen 02.06.2013 11:34

Hallo Christoph, Hallo Wilhelm

also bis heute war erstmal trügerische Ruhe.
Diesen Draht habe ich bei Amazon unter Katzenschreck gefunden. Gar nicht mal so teuer. Das ist dann mein nächster Schritt, wenn´s nochmal Ärger geben sollte.

Das mit der Schraube scheint auch kurzfristig realisierbar > sollte funktionieren.

Allgemein entwickeln sich alle drei Völker prima trotz miesem Regenwetter. Bei den zwei Erdhummeln geht die Entwicklung am schnellsten. Das wird wohl bald heftiges Fluggeschehen geben. Der Nachbar mit seiner Allergie muss dieses Jahr ganz stark sein :-)

Schönen Sonntag wünscht Bettina

was tut ihr gegen Marder / Waschbären? Luc 08.06.2013 14:43

Die beschädigte u. abgerissene Klappe hatte ich heute auch.
Und wenn das 'Verdaungswürstchen' vor dem Eingang zum Missetäter gehört, war es wohl der allgegenwärtige Igel.
Da müsste ein niederer Zaun um 35cm wohl reichen.

Luc