Beiträge aus 2012

Auszählen des Nestes / Fragen Fienchen 13.07.2012 14:13

Hallo,

noch ist es zu früh aber:

wenn das Nest verwaist ist, wie gut stehen die Chancen, dass es so gut erhalten ist, dass man etwas auszählen kann?
Hab hier schon merhmals genaue Zahlen zu Geschlechtstieren gesehen. Ich als Laie kann das vermutlich nicht.
Vielleicht kann ich dann Fotos hier einstellen und der eine oder andere "Profi" schaut mal drauf?

Anfangs dachte ich, ich hab nur wenige Geschlechtstiere. Doch mitlerweile hoffe ich, dass es doch einige mehr sein könnten. Heut ergab mein 20-min-Vormittagsgucken immerhin 3 Orientierungsflüge von Königinnen und 2 Abflüge von Drohnen. Und das seit 2. Juli (Drohnen sogar noch früher). Und die meisten Abglüge sehe ich ja gar nicht aufgrund Abwesenheit.

Wetter ist allerdings totale Sch.... / Regen, 18 Grad am Tag. Und das noch 4 Tage lang :-(

Auszählen des Nestes / Fragen Michel 23.07.2012 12:15

Hallo,

mit Fotos kann man den Erfolg eines Nestes nur schwer beurteilen, da es ja ein Haufenbau ist und man mit einem Bild vom Nest nicht die unteren Wabenbereiche sieht.

Zur Bilanzierung muss man das Nest Schicht für Schicht auseinander nehmen. Dann zählt man alle Kokons, die man findet und unterscheidet dabei zwischen offen und ungeschlüpft, also abgestorben. Während Drohnen und Arbeiterinnenkokons kaum zu unterscheiden sind, fallen gerade bei Erdhummel oder Steinhummel die Königinnenkokons deutlich auf, da sie viel größer sind. Auch deren Zahl kann man durch Auszählung ermitteln.

Am Ende kann man die Gesamtzahl an Kokons (geschlüpft/ ungeschlüpft) und die Zahl der Königinnenkokons (geschlüpft/ ungeschlüpft) nutzen, um den Erfolg seiner Kolonie beurteilen zu können.

Vg,
Michel

Auszählen des Nestes / Fragen /WACHSMOTTEN :-( Fienchen 23.07.2012 13:06
Hallo,

mit Fotos kann man den Erfolg eines Nestes nur schwer beurteilen, da es ja ein Haufenbau ist und man mit einem Bild vom Nest nicht die unteren Wabenbereiche sieht.

Zur Bilanzierung muss man das Nest Schicht für Schicht auseinander nehmen. Dann zählt man alle Kokons, die man findet und unterscheidet dabei zwischen offen und ungeschlüpft, also abgestorben. Während Drohnen und Arbeiterinnenkokons kaum zu unterscheiden sind, fallen gerade bei Erdhummel oder Steinhummel die Königinnenkokons deutlich auf, da sie viel größer sind. Auch deren Zahl kann man durch Auszählung ermitteln.

Am Ende kann man die Gesamtzahl an Kokons (geschlüpft/ ungeschlüpft) und die Zahl der Königinnenkokons (geschlüpft/ ungeschlüpft) nutzen, um den Erfolg seiner Kolonie beurteilen zu können.

Vg,
Michel

Hallo Michel,

ok, das leuchtet ein.
Vermutlich gibts eh nicht viel auszuzählen. Hab grade bei der Grobkontrolle eine Wachsmottenlarve gesehen. Das erklärt den Rückgang des Flugverkehrs.
Kann ich jetzt noch irgendwas tun? Hätte noch Einstreu und bissl Polsterwolle da. Leider habe ich keinen sauberen 2. Nistkasten.
Vermutlich ist das Nest/bzw. was ich davon retten würde aber schon so kontaminiert, dass ein Umsetzen in frisches Material nix mehr brächte?
Die verbliebenen Jungköniginnen fliegen jetzt weg? Oder lassen die sich auch mit einspinnen?

Schade.

Gruß Fienchen

Auszählen des Nestes / Fragen /WACHSMOTTEN :-( Michel 23.07.2012 13:53

Würde mit BT behandeln, damit kann man auch stärker befallene Völker noch retten. Gründliche Nestkontrollen mind. im Wochenabstand helfen, frühzeitig Wachsmottenbefall zu erkennen - wobei eben Wochenfrist manchmal schon zu lang ist. Kann das nur empfehlen, sich da ran zu trauen und die Waben regellmäßig anzuschauen. Einerseits bietet es schöne Einblicke ins Hummelnest, andererseits ist es eine gute Wachsmottenkontrolle.

Wie stark der Befall ist, ist aus der Ferne eh schwer einzuschätzen. Am besten mal einen Blick auf die Waben werfen und wenn es noch intakte Brutbereiche gibt, eine Behandlung mit BT durchführen.

Vg,
Michel

Auszählen des Nestes / Fragen /WACHSMOTTEN :-( Fienchén 30.07.2012 10:59
Würde mit BT behandeln, damit kann man auch stärker befallene Völker noch retten. Gründliche Nestkontrollen mind. im Wochenabstand helfen, frühzeitig Wachsmottenbefall zu erkennen - wobei eben Wochenfrist manchmal schon zu lang ist. Kann das nur empfehlen, sich da ran zu trauen und die Waben regellmäßig anzuschauen. Einerseits bietet es schöne Einblicke ins Hummelnest, andererseits ist es eine gute Wachsmottenkontrolle.

Wie stark der Befall ist, ist aus der Ferne eh schwer einzuschätzen. Am besten mal einen Blick auf die Waben werfen und wenn es noch intakte Brutbereiche gibt, eine Behandlung mit BT durchführen.

Vg,
Michel

Habe nochmal mit BT behandelt, aber eher dürftig denn die Hummis waren so aggressiv wie noch nie.
Dazu sammle ich 3-4mal am Tag die Larven ab, welche sich oberhalb der Polsterwolle einspinnen wollen. Die Larven gehen dann an die Waldameisen im angrenzenden Park. die sind ganz wild auf die fetten Larven :-)

Heut sah ich wieder zwei Königinnen abfliegen. Also trotz Befall und extrem geringem Flugverkehr tut sich noch ein bisschen was.

Hoffe, dass bald Schluss ist, denn ich will so langsam auch den Kasten reinigen und "einmotten". doch noch ist ehftiges Brummen zu hören beim Rütteln.

Gruß Fienchen

Auszählen des Nestes / Fragen /WACHSMOTTEN :-( Christian 01.08.2012 09:37

Hi Fienchen,
die Larven die sich einspinnen wollen haben ihren Fraß beendet. Ein bisschen BT dürfte schon genügen, aber wenn sich Tiere bereits einspinnen wollen, dann musst Du davon ausgehen dass bereits große Larven in der Wabe sind, die müssen sich erstmal infizieren und erkranken. So lange fressen die und die fressen schnell!

Es hilft da nur ne Radikalkur. Kasten wegstellen, die abfliegen Hummeln sind dann suchend am alten Standort des Kastens. Alles außer gesunder Brut vom Nest entfernen. Und mit neuer Streu den Kasten belegen.

Bei meinen Erdhummeln waren noch ca. 15 Arbeiterinnen da, die Queen bereits tot. Ich hab ne Wabe (Steinhummel)mit Honig gefüllt und in den Schwegler mit neuer Streu gelegt. Die Arbeiterinnen haben sich dort versammelt. Was daraus wird, weiß ich nicht. Komme erst wieder im Oktober in meine neue Heimat. Diese Arbeit ging aber nur mit nem Stechschutz.

Aber Deiner Hummeln sind in der Entwicklung ja schon sehr weit! Vielleicht ist kaum mehr Brut da, die gefährtet ist?

Ja, die Larven sind ein Leckerbissen. Bei mir bekommen die die Singvögel. Nur heuer nicht, ich hab Streu und altes Nest verbrannt, In dem dichten Larvengespinnst auf Jagd zu gehen, war mir denn doch zu mühsam.

Gruß
Christian

Auszählen des Nestes / Fragen werner und heike 29.07.2012 12:43
Hallo,Wir ,haben Boden Hummeln im Garten und wollen die schnell los werden ,Wer will die haben oder kann uns Helfen?Bitte um Schnelle hilfe. Raum Bergheim Rommerskirchen.

mit Fotos kann man den Erfolg eines Nestes nur schwer beurteilen, da es ja ein Haufenbau ist und man mit einem Bild vom Nest nicht die unteren Wabenbereiche sieht.

Zur Bilanzierung muss man das Nest Schicht für Schicht auseinander nehmen. Dann zählt man alle Kokons, die man findet und unterscheidet dabei zwischen offen und ungeschlüpft, also abgestorben. Während Drohnen und Arbeiterinnenkokons kaum zu unterscheiden sind, fallen gerade bei Erdhummel oder Steinhummel die Königinnenkokons deutlich auf, da sie viel größer sind. Auch deren Zahl kann man durch Auszählung ermitteln.

Am Ende kann man die Gesamtzahl an Kokons (geschlüpft/ ungeschlüpft) und die Zahl der Königinnenkokons (geschlüpft/ ungeschlüpft) nutzen, um den Erfolg seiner Kolonie beurteilen zu können.

Vg,
Michel
Dringende Umsiedlung von Hummeln in Bergheim Bulli 30.07.2012 01:46
Hallo,
Wir ,haben Boden Hummeln im Garten und wollen die schnell los werden ,
Wer will die haben oder kann uns Helfen?
Bitte um Schnelle hilfe. Raum Bergheim Rommerskirchen.

Hallo werner und heike,

wenn sich hier keiner meldet, gibt es in der Datenbank für Umsiedlungen einige Anbieter für Umsiedlungen von Hummeln im Bereich Großraum Köln oder Erft.

Umsiedler Raum Köln (externer Link, nicht mehr verfügbar)

Viele Grüße

Bulli

PS: Ich habe mal die Themenüberschrift aussagefähiger gemacht.

Neues Hummelnest Christine 15.07.2012 16:50

Hallo Zusammen
Bisher hatte ich von Hummeln nur so viel Ahnung, als dass ich sie sehr possierlich und nett anzuschaun fand. Dann sah ich heuer im Frühjahr eine große längliche Hummel am Boden meiner Terrasse sitzen.
Dieser ist aus Lärche oder sibirischer Fichte, also wetterfest und schwimmend auf Lager verlegt. Zwischen den Holzbohlen ist ein Abstand von ca. 1 cm. Die Terrasse liegt auf der Südseite und ist mit einer Pergola überdacht und möbliert. Also wie eine geschützte Sommerküche.
Aber zurück zur Hummel. Da es ziemlich kühl war, machte ich mir Sorgen um die Hummel und auch um nicht versehentlich auf sie zu treten, nahm ich sie von dort weg und setzte sie in die Sonne zum Wärmen. Sie krabbelte dann nach einiger Zeit die Mauer entlang hoch und siehe da, plötzlich flog sie weg.
Ich hab mir weiter keine Gedanken gemacht und nach einigen Tagen war da, an fast der gleichen Fundstelle am Boden wieder eine Hummel, aber eine etwas rundlichere und nicht so lange. In gewissen zeitlichen Abständen verschwand sie unter dem Holzboden kam wieder hervor und flog weg.
Die Stelle ist zur Hausseite hin und dort steht eine Kommode unter dieser scheinbar die Hummel lebt.
Und aus einer wurden 4 dann 5 und 6. Erst gestern sahen wir wieder eine ganz Kleine sitzen, erst bewegungslos, ohne Pollen an den Beinchen. Nach einiger Aufwärm- oder Trocknungszeit ? flog sie dann weg. Meine Vermutung, eine ganz frisch geschlüpfte? Sie ist auch deutlich von den anderen zu unterscheiden, da diese um einiges größer sind.
Jetzt hab ich dann heute mal in Wiki ein bißchen über Hummeln nachgelesen und bin so auf dieses Forum gestossen.
Vermutlich handelt es sich um Erd- Feld- oder Gartenhummeln, da der Hinterleib weißlich ist. Die Streifen sind eher bernsteinfarben.
Nachdem ich jetzt weiß, dass der gesamte Staat im Herbst stirbt, bis auf die Jungköniginnen, die aus dem Nest ausfliegen und nicht zurückkehren jetzt meine Frage: Besteht die Aussicht, dass dieses Nest nächstes Jahr wieder belegt wird oder suchen sich die Jungköniginnen immer neue Nester aus?
Schade wäre das schon, denn kaum erkannt was wir da haben, erfahren wir schon den Verlust wenn das Nest im Herbst verlassen wird.
Danke für Eure Antwort
Christine

Neues Hummelnest Martin 15.07.2012 19:18

Hallo und Glückwunsch zu deinen Untermietern.

Das haben wir wirklich nicht oft, dass sich hier Leute melden, die sich über ein Hummelnest freuen. Schön! Wie du weißt, wird das Volk irgendwann in den nächsten Wochen oder Monaten absterben. Es ist aber gut möglich, dass die Jungköniginnen im nächsten Jahr wieder an dieser Stelle oder in der näheren Umgebung nach einem Nistplatz suchen. Es wird angenommen, dass sie sich dafür sogar den Standort ihres Mutternestes einprägen. Einige hier haben positive Erfahrungen mit sogenannten "Rückkehrerinnen", bei Völkern die im Nistkasten gehalten wurden.

Wenn du Freude an den Hummeln hast, kannst du vielleicht auch über den Bau oder Kauf eines Nistkastens nachdenken. Du kannst im Spätherbst auch gucken, wo das Nest denn genau war. Wenn du rankommst, könntest du die alten Waben entfernen und bei Bedarf neues Nistmaterial in den Hohlraum geben.

Gruß,
Martin

Neues Hummelnest Christine 15.07.2012 20:26

Hallo Martin
Danke für deine Antwort und die positive Aussicht, dass die Hummeln nächstes Jahr vielleicht wieder kommen. Ich muss sagen, das war bisher die angenehmste und netteste Insektenart, die sich in meiner Sommerküche wohlgefühlt hat. Abgesehen von den 8-beinigen, sowie Wespen über Erdbienen macht mir das weniger Spass, denn die Nisten in den Rollokästen und verursachen nicht nur Schmutz sondern beschädigen dadurch auch die Bausubstanz. Und stechen könnten sie auch. Zumindest die Wespen, das hab ich schon leidvoll erfahren. Deshalb war ich auch Anfangs etwas verhalten mit meiner Freude über die Hummeln. Dachte mir, na wer weiß, wenn das erst mal mehr werden, ist das vielleicht nicht mehr so schön. Aber bisher haben sich die "neuen Untermieter" sehr anständig verhalten. Ich kann sicher versuchen den Nistplatz im Herbst, wenn dann Ruhe ist im Nest, ausfindig zu machen. Wobei ich sicher nicht den Boden demontieren werde, da gibt es allerdings daneben einen Lichtschacht, da kann ich mal reinschaun.
Jedenfalls war auch ich sehr erstaunt, dass es ein Hummelforum, also richtig spezialisierte Hummelliebhaber gibt. Aber eigentlich auch kein Wunder, so nett wie sie zu beobachten sind.
Vor ca. 2 - 3 Wochen ist (glaube ich wenigstens) eine Jungkönigin ausgeflogen. Es ist also reger Betrieb in unserem Nest. Und fleißig sind sie wirklich, von Beginn der Morgendämmerung bis zu Abenddämmerung. Manche wirken ein wenig desorientiert was den "Einstieg" ins Untergeschoss anbelangt. Da haben nicht alle den gleichen Plan.
Was denkst du, wieviele Hummeln werden da wohl drinnen sein. Wir beobachten zur Zeit ca. 6 Hummeln die ganztägig zur "Arbeit" fliegen (inklusive der kleinen von gestern). Ich habe nachgelesen, dass die Gartenhummeln ca. 50 - 120 Tiere in ihrem Nest beherbergen. Aber das kann ich garnicht glauben, dass das bei uns auch soviele sind.
Jedenfalls sind sie wirklich nett zu beobachten. Ich bin schon gespannt was noch alles passieren wird.
Grüße Christine

Hummelkasten LUC 21.07.2012 14:20

Hallo zusammen,
möchte den Hummelstand vergrössern, sprich ich baue mir noch einige Behausungen dazu. Bei den Belüftungsöffnungen bringe ich dazu feines Gitter an. Jedoch sind die herkömmlichen Fliegengitter relativ grobmaschig. Ich denke da an Maschendurchmesser mit max. 0,5 mm. Finde jedoch im Handel u. auch im Netz keine entsprechende Meterware. Könntet Ihr Händler-bzw. Adressen nennen, mit Metallgaze-Angebot.
Pollenschutzgitter ist mir doch etwas zu fein.
Besten Dank für ev. Angaben.

mfg LUC

Hummelkasten Helena 21.07.2012 15:12

Ich fände die herkömmlichen Fliegengitter von der Maschenweite her eigentlich ausreichend, nur könnten sie von Hummeln, Wespen etc. durchgenagt werden. Daher würde ich einfach ein altes Spritzschubsieb aus der Küche nehmen (die man über die Bratpfanne legt), die sind aus engmaschigem Metallgeflecht und genau richtig für diesen Zweck.

Wachsmotten werden – vorausgesetzt, das Hummelvolk lebt dann innen in einer Kartonkiste – nicht durch diese Maschen versuchen, Eier abzulegen. Sie orientieren sich nach dem Duft und werden daher eher über den normalen Eingang einzudringen versuchen, wo der Duft am stärksten ist. Daher ist eine Wachsmottenklappe zu empfehlen (plus zusätzliches Belüftung, da die Klappe die Luftzufuhr über den Eingang unterbindet)

Wenn Du noch mehr Inputs für den Bau eines Hummelhotels suchst, guck mal bei Hummelfreund.com (externer Link, nicht mehr verfügbar) vorbei. Wir haben die Kästen nach Jürgens Anleitung gebaut und lediglich den fertigen Vorbau inkl. Klappe und Belüftung dort bestellt.

Hummelkasten LUC 21.07.2012 15:47
Ich fände die herkömmlichen Fliegengitter von der Maschenweite her eigentlich ausreichend, nur könnten sie von Hummeln, Wespen etc. durchgenagt werden. Daher würde ich einfach ein altes Spritzschubsieb aus der Küche nehmen (die man über die Bratpfanne legt), die sind aus engmaschigem Metallgeflecht und genau richtig für diesen Zweck.

Wachsmotten werden – vorausgesetzt, das Hummelvolk lebt dann innen in einer Kartonkiste – nicht durch diese Maschen versuchen, Eier abzulegen. Sie orientieren sich nach dem Duft und werden daher eher über den normalen Eingang einzudringen versuchen, wo der Duft am stärksten ist. Daher ist eine Wachsmottenklappe zu empfehlen (plus zusätzliches Belüftung, da die Klappe die Luftzufuhr über den Eingang unterbindet)

Wenn Du noch mehr Inputs für den Bau eines Hummelhotels suchst, guck mal bei Hummelfreund.com (externer Link, nicht mehr verfügbar) vorbei. Wir haben die Kästen nach Jürgens Anleitung gebaut und lediglich den fertigen Vorbau inkl. Klappe und Belüftung dort bestellt.

Werte Helena,
ich habe durchaus Erfahrung im Nistkastenbau. Wenn man verschiedene Foren durchsieht, hat man den Überblick wer welche Bauart bevorzugt. Teils werden Plastikkisten mit Abdeckung verwendet, Hummelklappe dran u. mit Riffelrohren mit dem Innenkasten verbunden. Das Material spielt da keine Rolle, der Zweck muss gegeben sein. Auch ich verwende u.a. solche Kisten mit Erfolg. Auch die komplette Klappenkonstruktion mach ich mir selber.

Die Sorge ist die, dass wenn die Motte ihre Eier ausserhalb des Kastens ablegt, die schlüpfenden Raupen durch das zu grobmaschige Gaze durchschlüpfen. Deshalb mein Begehr nach feinster Metall/Alugaze. Die Meterware müsste auch deutlich günstiger im Preis sein als die Manufaktur-Ware aus der Küchenabteilung. Ich mache ja am Aussenkasten mind.2 grössere Belüftungslöcher dran, und als Zusatzsicherung über dem Innenkasten auch.
Zudem gebe ich in den Innenkasten diverse Aroma-Utensilien rein: Lavendel, Thuja, ätherische Essenzen usw.
Hauptsache ist, je näher ich ans Hummelnest komme, umsomehr muss der Kasten nach Destillatfabrik stinken.
Bloss nicht nach Hummelnest. Bloss die lauernden Fliegen (von Dir schon erwähnt ) lassen sich davon nicht abschrecken.
Vielleicht orientieren sie nach Gehör.

mfg LUC

Hummelkasten Bulli 21.07.2012 22:10

Über dein Problem habe ich mir auch schon Gedanken gemacht.

Bisher komme ich nur auf eine zweischichtige Variante, um auch die frisch gelegten Wachsmottenlarven abzuhalten.
Ein Metallgitter außen und ein Glasfasergitter als innere zweite Schicht.

Das Metallgitter aus einer engmaschigen Metallgaze käme aus einem speziellen Pfannenspritzschutz und hat ca. 2 Schuss und 2 Kettfäden pro cm^2 (müsste das noch einmal genau messen, was einer lichten Maschenweite von ca. 0,4 mm entspricht.
Wachsmottenlarven, die einen Durchmesser von ca. 0,2 mm haben, können da durch, genau so wie Milben.

Als inneres Gitter dann eine mindestens doppelt so große Fläche aus Glasfasergewebe, wie es von dem Anbieter für Styropor-Hummelnistkästen in der Bestellliste angeboten wird. Etwa 20 Schuss und Kettfäden pro mm^2, also eine lichte Maschenweite von weit unter 0,1 mm.
Ich glaube kaum, dass Wachsmottenlarven oder Milben die Glasfäden durchbeißen können.
Vermutlich handelt es sich dabei um dünne Glasfasermatten aus der GFK-Herstellung (siehe Flugzeugmodellbau).

Das Prinzip dahinter ist, dass große Tiere mit starken Beißwerkzeugen durch das Metallgitter abgehalten werden und die Tiere, die durch das Metallgitter kommen können, zu kleine Beißwerkzeuge haben um das Glasfasergewebe durchzubeißen.

Wachsmottenlarven haben gezeigt, dass sie sich durch Frischhaltedosen fressen können ... aber da waren sie schon zwei Millimeter dick oder sogar mehr.

Eventuell ist es nötig das innere Gitter durch ein grobmaschigeres drittes Gitter zusätzlich gegen Beschädigungen durch Handling (Nistmaterialien einbringen, Kasten säubern) oder im Nistkasten gefangene Ohrenkneifer zu schützen.

Diesen speziellen Spritzschutz für Pfannen sah ich vor kurzem noch auf einem Wühltisch für 5 Euro ... bei Kaufland glaube ich. Zumindest sah alles ... auch die Metallgaze ... so aus wie bei mir. Die nutzbare Metallgaze-Fläche ist ca. 20 cm im Durchmesser und aus Edelstahl. Das dürfte für zwei Nistkästen reichen, wenn du es gut in das Holz einlässt und befestigst.

Mehr kann ich dir nicht helfen. Alle anderen Metallgeflechte, Streckmetalle oder Lochbleche haben größere Lochdurchmesser.

Grüße

Bulli

PS:
Ich sehe noch mal genau nach den Maßen und Lochgrößen.

Hummelkasten Harry 21.07.2012 22:49

Meiner Meinung nach legen Wachsmotten ihre Eier nicht außerhalb des Nestinnenraums ab. Die Eier brauchen die Nestwärme um überhaupt schlüpfen zu können. Versuche mit Aurum Insektenleim am Rand der Gitterinnenseite aufgebracht, zeigten keine Minilarven aus Wachsmotteneiern auf dem Klebestreifen.
Der Nachweis das die Larven von Wachsmotten von außen ins Nest kriechen ist noch nicht erbracht.
Anderseits ist bei einer zu engen Maschendichte der Luftaustausch nicht mehr gegeben und die Stauwärme wird zu groß.
Wer schon mal unter einem Moskitonetz geschlafen hat, weiß wie gering die Wärmeabfuhr ist.

Hummelkasten Bulli 21.07.2012 23:43

Hallo LUC,

das Metallnetz im No-Name-Bratpfannenspritzschutz ist genau 16,5 Zentimeter im Durchmesser.
Es ist gewebtes Material aus runden Edelstahldrähten.
20 Drähte auf 1 cm, also mittlerer Drahtabstand 0,05 mm.
Drahtdicke ca. 0,18 mm.
Quadratische Öffnung zwischen den Drähten mit einer Kantenlänge von ca. 0,32 mm.
Diagonale der Öffnung 0,45 mm.

Darum nehme ich an, dass Weichtiere bis zu einem Durchmesser von bis zu 0,6 mm die Masche passieren können.

Auf der Seite von Harry habe ich noch einmal nachgesehen.
http://www.das-hummelhaus.de/Preisliste.html
Sein Glasfasergewebe hat leider nur ebenso viele Fasern pro Zentimeter wie oben gennantes Metallgewebe.

Ich schrieb vorher von einer zehnfachen Faserdichte. Das stimmt also nicht.
Also ... vermutlich wird bei den Glasfasergeweben aus dem GFK-Formenbau eine Faserdichte dabei sein, die passt, oder die Lösung mit den Klebefallen von der Seite nutzen, die Helena schon genannt hat.

Dichtere Filtergewebe verstopfen leider sehr leicht durch Staubpartikel. Darum vielleicht doch eher auf Klebefallen setzen.

Klebefallen hinter Lufteinlass:
http://www.hummelfreund.com/basteltipps/hummelpensionsvorbau-modell-2-mit-anleitung-und-bauplan/

Klebefallen vor Luftauslass:
http://www.hummelfreund.com/basteltipps/hummelpension-mit-varianten-zur-entl%C3%BCftung-einlaufr%C3%B6hren-arretierung-und-klappenhalter
http://www.hummelfreund.com/basteltipps/reparatur-umbau-von-schwegler-nistkasten/

Viele Grüße

Bulli

PS:
Hallo Harry ... da haben wir uns verpasst. :-)

Hummelkasten LUC 24.07.2012 20:07

Hallo zusammen,

Besten Dank für Eure aufschlussreichen Kommentare. Ein paar Spezialisten gibt es überall. Die Spritzgitter gibt es bei uns nicht überall, bin noch am Suchen.
Dass das Wachsmottenei eine gewisse Mindestwärme braucht, ist mir neu. Es beruhigt zumindest.
Dass mit dem Klebefallentrick praktizier ich ähnlich, verwende dafür den Leim für die Obstbäume.

mfg LUC

Fernsehbericht zur Wachsmottenklappe Bulli 22.07.2012 21:20

Hallo zusammen,

am Samstag stellte das Magazin hessenschau den Hummelfreund Gustav Ehrhardt als Erfinder der Wachsmottenklappe vor.

Der über achtzigjährige aus Kelkheim bei Frankfurt betreut auch in diesem Jahr seine 35 Hummelnistkästen. Alle mit seiner selbst entwickelten Wachsmottenklappe.

Und wirklich, die Wachsmottenklappe sieht anders aus.
Viel schräger, teilweise abgeklebt, nur ein Sichtschlitz, als glattes Plättchen ausgeführt und mit Kuhle im Holzklotz an der unteren Kante des Plättchens.

Gustav Ehrhardt leitete anscheinend Anfang des Monats eine praxisorientierte Lehrveranstaltung zum Thema Hummeln und Bienen beim HGON.

Außerdem vertreibt er seine selbst gezimmerten Hummelnistkästen.

Es ist schön, dass Massenmedien, auch wenn es sich "nur" um ein drittes Programm handelt, das Thema Hummelschutz aufgreifen und positiv belegt herüber bringen.

Bei mir wirft der Bericht die Frage auf - entschuldigt meinen Zweifel an der Darstellung in den Medien - ist er der Vater der Idee mit den Wachsmottenklappen oder geht er mit seiner Variante nur einen anderen Weg?
Ist er vielleicht bekannt aus einschlägigen Büchern über Hummeln?

Vielen Dank im voraus

Bulli

Quellen:

Lehrveranstaltung zum Thema Hummeln (bereits am 01.07.):
HGON - Veranstaltungskalender 2012 (externer Link, nicht mehr verfügbar)

Artikel in der Frankfurter Rundschau (12.07.):
fr-online (externer Link, nicht mehr verfügbar)

Fernsehbeitrag in der hessenschau (3 Minuten, hr-fernsehen am 21.07.):
HRonline (externer Link, nicht mehr verfügbar)
HRonline (externer Link, nicht mehr verfügbar)
ARD-Mediathek (externer Link, nicht mehr verfügbar)

Fernsehbericht zur Wachsmottenklappe Harry 22.07.2012 22:16

Leider stimmt es nicht, dass er der Erfinder der Wachsmottenklappe ist. Seine Wachsmottenklappen sind eine Copy wie sie 2005 Armin Krenz gebaut hatte. Armin Krenz wohnte in einem Nachbarort von mir und wir haben uns oft besucht und über verschiedene Konstruktionsmöglichkeiten ausgetauscht. Anfangs probierten wir die Zweiklappenlösung und haben sie als zu kompliziert wieder verworfen. Armin verfolgte die Lösung die Gustav Erhardt aus Kelkheim von ihm kopiert hat.
Allgemein hat sich dann aber die von mir entworfene Klappe durchgesetzt, die von vielen Hummelfreunden angewandt wird.
Auf die Idee sind wir erst gekommen, weil Eberhard von Hagen das Hummeleinflugloch abends immer verstopfte und morgens wieder aufmachte damit keine Wachsmotten reinkamen. Diese Arbeit wollten wir uns sparen und so entstand die Wachsmottenklappe 2005. Der WDR drehte 2008 bei mir einen Film über die Wachsmottenklappe samt Hummelnistkasten.

Gruß Harry

Fernsehbericht zur Wachsmottenklappe Bulli 24.07.2012 00:00

Hallo Harry,

danke für die Erleuterung.
Die Klappe hat wirklich alle Merkmale der Klappe von Armin Krenz. Ich fand die Neigung des Plättchens bei G. Ehrhardt im Gegensatz dazu aber noch weniger steil. Kann aber auch nur ein subjektiver Eindruck sein.

Habe mich zum Thema Wachsmottenklappe ... wie ich lernte auch ... Hummelklappe ... durch das WWW gelesen.
Auf Deiner Seite und der von Armin Krenz war die Entwicklungsarbeit vom langen Lauftunnel mit Lüftungslöchern vor dem Nesteingang bis zur heutigen Lösung schön zu sehen.

Interessant fand ich die Kamera im Kasten von Herrn Krenz.
Mit nur einem Kasten so viele Versuche zu machen war bestimmt eine interessante Aufgabe.
Möchte nicht wissen, was sich die Hummeln bei den vielen Umbauten gedacht haben. ;-)
So ist das, wenn man tüftelt.

Viele Grüße

Bulli

Fernsehbericht zur Wachsmottenklappe Horst 23.07.2012 14:38

Hallo Bulli,
die Idee mit Hummelklappen hatte offensichtlich Armin Krenz!
Die Hummelklappen wurden jedoch von mehreren Hummelfreunden immer weiterentwickelt.
Leider ist es so, dass die Hummelklappe keine 100-prozentige Sicherheit gegen Wachsmotten ist.
Auch wer die Klappen einsetzt, hat immer wieder Wachsmottenbefall.

Grüße
Horst

Fernsehbericht zur Wachsmottenklappe derferdi 24.07.2012 00:11

Einen Gruß an euch.
Ich lese hier oft mit. Hummelkästen habe ich, alle mit Klappe. Die Bauanleitung fand ich im Internet und dabei auch sehr oft den Namen Armin Krenz. Zu den Hummelklappen und der Idee dazu, finden sich auf dieser, von Armin Krenz hinterlassen Seite Informationen. Er schreibt:
"Diese Seite widme ich Herrn Josef Beil Herr Beil aus Reichenschwand ist für mich der Urvater mechanischer Mottensperren aller Art"
http://www.arminkrenz.de/mottenvorhang.htm
Gruß
derFerdi

Fernsehbericht zur Wachsmottenklappe Harry 24.07.2012 15:37

Urvater der mechanischen Wachsmottensperren hört sich gewaltig an, doch beschränkte sich die Klappe von Herrn Josef Beil auf eine von Hand betätigte Klappe die aus einem Gitter bestand, welche er abends zuklappte. Die Hummeln konnten sie dann morgens von alleine öffnen. Dieser Vorgang ist auch so von Armin Krenz beschrieben worden.
Die Klappe wurde von Herrn Beil auch nicht weiterentwickelt. Herr Beil benutzt heute die von mir weiterentwickelte Kunststoffklappe.

Einen Gruß an euch.
Ich lese hier oft mit. Hummelkästen habe ich, alle mit Klappe. Die Bauanleitung fand ich im Internet und dabei auch sehr oft den Namen Armin Krenz. Zu den Hummelklappen und der Idee dazu, finden sich auf dieser, von Armin Krenz hinterlassen Seite Informationen. Er schreibt:
"Diese Seite widme ich Herrn Josef Beil Herr Beil aus Reichenschwand ist für mich der Urvater mechanischer Mottensperren aller Art"
http://www.arminkrenz.de/mottenvorhang.htm
Gruß
derFerdi
Fernsehbericht zur Wachsmottenklappe Bulli 24.07.2012 01:08

Hallo Horst,

ja, das Thema Wachsmotten ist eher deprimierend.
Wenn man liest, wo die Wachsmotten überall ihre Eier ablegen, ist es schon ein kleines Wunder wenn es nur wenige ins Nest schaffen.

Dass viele Hummelfreunde die Wachsmottenklappe weiter entwickeln zeigt, dass es noch Optimierungsbedarf bei der Hummelhaltung gibt.

Viele Grüße

Bulli

Fernsehbericht zur Wachsmottenklappe Helena 24.07.2012 16:49

Klar gibt es keine hunderprozentige Garantie, aber wenn die Klappe es schafft, den Befall nach hinten zu schieben, wenn erst Geschlechtstiere fliegen, hat sie ihren Zweck schon mehr als erfüllt. Die Motte will ihre Eier ins Nest legen, nur dort können die Eier von der Nestwärme ausgebrütet werden. Und eine oder zwei Raupen im Nest würden das Volk nicht zum Absterben bringen, das passiert nur, wenn es ein Mottenweibchen ganz ins Nest schafft. Und dafür muss die Klappe offengestanden oder sonst eine undichte Stelle anderswo im Hummelhaus bestanden haben...

Fernsehbericht zur Wachsmottenklappe Harry 24.07.2012 17:10

Genau meine Meinung....dem ist nichts hinzuzufügen.

Gruß Harry

Fernsehbericht zur Wachsmottenklappe Wilhelm 24.07.2012 22:17
Genau meine Meinung....dem ist nichts hinzuzufügen.

Gruß Harry

Hallo zusammen

ich kenne H. Beil persönlich und bewundere seine Engagement schon einige Jahre, von ihm habe ich die Idee der Fluglochverengung die selbst E. Von Hagen noch heute benutzt und auch von ihm erhalten hatt. H.Beil;s Mottenklappe bestand aus einem Fliegengitter ca.20 mm breit und zu einem rechten Winkel hochgebogen mit einer Schenkellänge ca. 15 x 15 mm das er abends vor das Flugloch gestellt hat. Morgens haben die Hummeln dieses Teil einfach beiseite geschoben und konnten so wieder ein und aus fliegen. Armin Krenz meinte wohl mit "Urvater" wohl das Herr Beil als erster den Gedanken hatte das Flugloch Aktiv zu schützen. Herr Beil ist 80 Jahre alt und hat keinen Zugang zum Internet und hat von mir die Entwicklung der Mottenklappe weitergeleitet bekommen worauf er sich eine weitere Detail Variante gebaut hat die selbst die möglichkeit bietet eine Fluglochverengung anzuschließen die gegen ein Eindringen der Kuckuckshummeln eingesetzt wird. Hier noch ein paar Bilder:
[img:http://www.bildercache.de/minibild/20120724-194903-881.jpg]

[img:http://www.bildercache.de/minibild/20120724-195635-335.jpg]

[img:http://www.bildercache.de/minibild/20120724-205510-314.jpg]

Herr Beil hat einige Vorbauten mit einer Plexiglasplatte ausgestattet mit dem Egebniss das die Hummelwächter sich in die Röhre zurückgezogen haben und auch kein Verkoten mehr im Vorbau stattfindet das habe ich selbst ausprobiert und bei den Steinhummeln (Schweinis) ist jetzt immer schön trocken. Auch macht er versuche mit einem Abluftkamin wie es Herr Krenz schon beschrieben hat. Ein 60er Kunststoff Abwasserrohr direkt aus dem Dach des Hummelnistksten mit einem 90° Bogen den er mit Fliegendraht abgesichert hat. Auf meinen Hinweis hin das die Wachsmotten die Eier am Fliegendraht ablegen würden hat er gemeint das er dieses mit der Lupe kontrolieren würde und diese dann entfernt.

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Grüße Wilhelm

Entwicklungen zur Wachsmottenklappe, Lochverengung, Plexiglasvorbau, Lüftungsrohr Bulli 28.07.2012 22:56

Hallo Wilhelm,

Du berichtest von interessanten Entwicklungen. Vielen Dank.

Verkanten diese Wachsmottenklappen überhaupt noch?
Sieht so aus, als ob die Variante von Herrn Beil sehr präzise gefertigt werden müsste. Das schafft bestimmt nicht jeder Hummelfreund.

Die Lochverengung gleich mit anzubauen ist schon interessant.

Wie wird diese filigran wirkende Konstruktion denn überhaupt an den Kasten gebaut, damit sie nicht sofort wegfliegt?
Ich könnte mir vorstellen, dass da ein Magnet auf der Rückseite eingelassen ist, der die Hummelklapp mit Lochverengung an ihrer Position hält.

Bleibt nur noch den Vorraum und den Laufgang sauber zu halten, damit die Klappe nicht so stark verkleben kann. Ich glaube nämlich nicht an sooo schmutzige Hummeln.
Dazu ist die Plexiglasklappe eine interessante Variante.
Harry löst das Problem mit langen Laufgängen.
STB-Control bietet den Hummeln in ihren Kästen einen eigenen Kotraum, neben dem Nistraum. Dafür fehlt aber der Vorraum.

Gibt es Erfahrungen mit speziellen Koträumen in Hummelnistkästen?
Ich frage mal in einem eigenen Thread.

Ein Rohr auf dem Deckel der Hummelnistkästen ist ein interessanter Versuch von Herrn Josef Beil.
Ist da auch ein Mottenraupenwassergraben mit Spüli drin, wie bei Herrn Armin Krenz?

Das Prinzip finde ich auf jeden Fall interessant für den Sommer.
Wie ich das verstehe, wird mit dem Rohr ein hoher Hummelkasten simuliert, ohne massiv zu wirken. Der Druckunterschied müsste an den Lüftungsgittern dadurch größer werden, was einen höheren Luftstrom zur Folge haben dürfte. Aber auf die Lüftungslöcher im eigentlichen Kasten wird er nicht verzichten können.
Besonders in den windstillen Nächten nach den heißen Tagesstunden, wo sich dann kein Lüftchen rührt, wird das Lüftungsrohr sicherlich angenehme Luftbewegung in das Nest bringen.

An heißen Tagen, wenn Nesttemperatur und Außentemperatur annähernd gleich sind ... kommt der Luftstrom allerdings zum erliegen. Dann kann man nur auf den Wind hoffen, der in das abgeknickte Ende des Rohres hinein bläst oder auf die Querlüftung in den Hummelkästen.

Viele Grüße
Bulli

Entwicklungen zur Wachsmottenklappe, Lochverengung, Plexiglasvorbau, Lüftungsrohr Wilhelm 29.07.2012 12:27

Hallo Bulli

Ein Verkanten ist nicht möglich da die Klappe mit einer Achse zwangsgeführt wird.

Sieht so aus, als ob die Variante von Herrn Beil sehr präzise gefertigt werden müsste. Das schafft bestimmt nicht jeder Hummelfreund

Ja da muss präzise garbeitet werden (passgenau einschleifen)

Befestigt wird die Klappe mit einem Doppelseitigem Klebeband

Ich glaube nämlich nicht an sooo schmutzige Hummeln.
Da hast du aber noch keine Erfahrung mit den Steinhummeln vor allem wenn es drausen viel regnet wird es besonders schlimm da habe ich immer ein bis zwei lagen von den Bierdeckeln reingelegt um die Feuchtigkeit etwas zu mindern die die Hummeln hinterlassen.

Harry löst das Problem mit langen Laufgängen.

Nistkästen mit langen Laufgänge hat Ambros Aichhorn schon beschrieben, da habe ich Kopien von der Universitäts-Bibliotek Freiburg im Breisgau vorliegen aus dem Werk "Beitrag zur Hummelzucht und zur Biologie von Bombus mendax" Von Ambros Aichhorn
Von einen Kotraum ist in den Foren noch nichts geschrieben worden aber einen Versuch wäre das allemal wert.
Das Rohr auf dem Deckel des Nistkastens wirkt wie ein Kamin der etwas die Luft vom Vorbau und unteren Lüftungs-öffnungen nehmen soll und nach oben abführen. Ich habe seitlich Kamine angebaut und sehe ofters mal eine Hummel an den oberen Entlüftungen suchen. Eine Kamineffekt kann nur durch Temperaturunterschied zustandekommen oder eventuell durch das ventilieren der Hummeln auf der Wolle. Herr Beil nutzt die Kamine ohne Wassergraben.

Gruß Wilhelm

Ambros Aichhorn "Beitrag zur Hummelzucht" Lüftungsrohr Wilhelm 29.07.2012 17:13

Hallo habe dies gerade gefunden. Der Beitrag beginnt im unteren Drittel der Ersten Seite

Beitrag zur Hummelzuchtund zur Biologie von Bombus Mendax

http://www.landesmuseum.at/pdf_frei_remote/HdN_7_0013-0029.pdf

Gruß Wilhelm
Ambros Aichhorn "Beitrag zur Hummelzucht" Lüftungsrohr LUC 29.07.2012 21:35
Hallo habe dies gerade gefunden. Der Beitrag beginnt im unteren Drittel der Ersten Seite


Beitrag zur Hummelzuchtund zur Biologie von Bombus Mendax

http://www.landesmuseum.at/pdf_frei_remote/HdN_7_0013-0029.pdf


Gruß Wilhelm

Servus Wilhelm,
besten Dank für diesen Hinweis. Musste sofort dem nachgehen. Nachdem ich nächstes Jahr meine Völkeranzahl erweitern möchte, kann ich die geschenkten kleinen Bienenbeuten entsprechend umbauen.

mfg LUC

Entwicklungen zur Wachsmottenklappe, Lochverengung, Plexiglasvorbau, Lüftungsrohr Bulli 04.08.2012 07:39

Hallo Wilhelm,

Danke für den Link.
Habe mir die Seiten sofort durchgelesen ... und oftmals gestaunt.
Danach habe ich noch mal die Ausarbeitung "Ansiedlung" von E. v. Hagen gelesen.
Danach noch dies und das ... und dann war schon viel Zeit vergangen. :-)

Befestigt wird die Klappe mit einem Doppelseitigem Klebeband

Vermutlich muss die Dicke des Kebebandes bei der Klappenkonstruktion berücksichtigt werden, damit keine großen Spalten entstehen.

Ich glaube nämlich nicht an sooo schmutzige Hummeln.
Da hast du aber noch keine Erfahrung mit den Steinhummeln vor allem
wenn es drausen viel regnet wird es besonders schlimm

Ja, stimmt. Allerdings weiß ich schon, dass Hummeln sich trocknen, indem sie die Feuchtigkeit aus den Haaren zum Abdomenende kämmen, mit dem Abdomen langsam über den Boden schleifen und eine feuchte Spur hinterlassen. Der Boden kann dann nicht saugfähig genug sein.

Zum Thema Verkotung und Abfallgrube hatte ich mir schon überlegt ob es nicht sinnvoll wäre für den Vorraum eine Art Spaltboden mit 3 Millimeter Spalten zu konstruieren unter dem eine Auffangschale oder irgendetwas saugfähiges liegt. Wenn die Auffangschale eine eigene Klappe bekäme, könnte sie gegen eine neue ausgetauscht werden, ohne gleich den Boden des Vorraums auswechseln zu müssen und so die im Vorraum herum laufenden Hummeln zu stören. Keine Ahnung wie praktikabel das ist. Auch in Hinblick auf Parasiten, die sich in den Spalten bzw darunter verstecken könnten. Allerdings könnte man an den Wänden unter dem Spaltboden, also um die Auffangschale herum Raupenleim streichen. Keine Ahnung, ob so ein Spaltboden funktionieren würde. Sauber wie nach dem Einlegen eines neuen Bierdeckels wird ein Spaltboden bestimmt nie sein. Und aufquellen wird er vermutlich auch.

Ich dachte auch schon mal an eine Laufröhre mit umlaufenden Spalten, durch die Kot usw in Auffangtaschen herunter fallen könnte. Allerdings wären dies dann aufwendige Wegwerfartikel und die Hummeln stopfen gerne die Röhren mit Nistmaterial zu.

Plexiglasvorbau

Nach langer Suche habe ich einen weiteren Hummelnistkasten wiedergefunden, der eine Plexiglasscheibe am Vorbau verwendet. Es sind die Hummelnistkästen von Franz Schmidlechner. Anscheinend wird sukzessive weiterentwickelt, denn es gibt von diesen Kästen ein paar Fotos im I-Net, die verschiedene Varianten zeigen.
Mit zwei Einwegmottenklappen (senkrecht hängend, im inneren des Vorbaus) oder ohne.
Mit Lochdurchmesserreduktion oder ohne.
Mit abgedecktem Legostein oder mit Vogeltränke für das Zuckerwasser.
Es liegt aber auch irgendwas auf dem Boden des Vorbaus ... sieht aus wie eine Pappe von einem Gemüsekarton.

[www.oekonetz.interactive-design.at__start.php?link=515&nav=1 Hummelparadies]
[heidishabseligkeiten.blogspot.de/2007/09/erntedank.html Bild 2007-09-27]
[www.woche.at/deutsch-goritz/magazin/im-paradies-leben-die-koeniginnen-m532102,36039.html Bild 2011-03-26]

Nistkästen mit langen Laufgänge hat Ambros Aichhorn schon beschrieben

Ja, obwohl ich glaube, dass er da weniger an die Kotecken dachte.
Das Prinzip von Ambros Aichhorn ist interessant. Seine wenig von Wachsmotten belästigten Nester ähneln im Aufbau dem von ihm ausgegrabenen Nest Nr. 1.

Es hat mich ziemlich Zeit gekostet, um zu verstehen, dass es einen großen Unterschied gibt zwischen Aichhorns Konzept der Nistkastenplatzierung an Haken zu dem heute üblichen Konzept der bodennahen bzw im Boden teilversenkten Nistkästen. Vor allem weil es sich auf die Gestaltung des Kamins und der Luftansaugstelle auswirkt.
Das muss ich aber ein anderes Mal ausformulieren.

Kotecke

Ambros Aichhorn schrieb von den Völkern, dass nur eines seine Kotecke etwa 5 cm von der Nistkugel entfernt einrichtete. Bei allen anderen scheint die Kotecke näher am Nest gewesen zu sein. Allerdings hatte keine seier Nisthilfen einen Vorbau, wenn ich mich recht entsinne.

Nochmals Danke.

Viele Grüße

Bulli

Nachtrag - Links Bulli 04.08.2012 07:47

PS: Die Links vom vorstehenden Beitrag klickbar gemacht:

Hummelparadies (externer Link, nicht mehr verfügbar)
Bild 2007-09-27 (externer Link, nicht mehr verfügbar)
Bild 2011-03-26 (externer Link, nicht mehr verfügbar)

Nachtrag - Links Dennis 04.08.2012 15:38
Bild 2011-03-26 (externer Link, nicht mehr verfügbar)

Ui, im zugehörigen Artikel wird sogar "bombus.de" erwähnt.

Frage zum Kamin KiGaZw 29.07.2012 19:11

Hallo Wilhelm!

Vielen Dank für diese Bilder und die Erklärungen dazu. Das ist sehr interessant für mich!

Frage zum Kamin:
Ein Kamineffekt funktioniert ja nur zuverlässig, wenn er auch "Zuluft" bekommt. Wo genau kommt diese Zuluft her? Belüfteter Vorbau?

Ansonsten versorge uns bitte weiter mit diesen wertvollen Informationen, ich werde zur nächsten Saison sicher ein paar Versuche starten.

Ich wäre Dir dankbar für "größere" Bilder an mich, Email: sthe [ät] arcor (Punkt) de

Grüße

KiGaZw, mein Hummeltagebuch (externer Link, nicht mehr verfügbar)

Fernsehbericht zur Wachsmottenklappe Harry 04.08.2012 16:31

Hallo Wilhelm,

Herr Josef Beil baut seine Wachsmottenklappen mit einer Achsenlagerung die sehr präzise gefertigt ist. Er ist schon ein großer Daniel Düsentrieb im Bereich Wachsmottenklappen. Ich konnte mich von seiner Arbeit persönlich überzeugen.
Für den ein oder anderen Hummelfreund ist es vielleicht möglich so etwas nachzubauen. Ohne feinmechanische Fähigkeiten dürfte eine Kopie schwierig werden.
Übrigens ist Herr Beil schon 85 Jahre alt.

Gruß Harry

Beobachtungen im Schatten einer Silberfichte Bernde 24.07.2012 22:15

Jungköniginnen bei dunkler Erdhummel und Steinhummel,
ab heute Nachmittag fliegen in meinem Garten am Stadtrand zeitgleich die ersten Jungköniginnen aus. Es ist eine Freude diesem Treiben aus nächster Nähe zuzusehen. Die großen Steinhummelköniginnen haben noch Übungsrückstand an der Mottenklappe und lassen sich von den zahlreichen Arbeiterinnen gelegentlich helfen. Am Erdhummelkasten ist noch eine Zweiklappensperre montiert, die den Königinnen keinerlei Probleme bereiten. Erstaunlich, dass sie zur Ausgangsklappe ausfliegen und bei der Rückkehr gar nicht erst versuchen über diese Klappe zurück in den Kasten zu gelangen. Sie fliegen zielsicher zur Eingangsklappe nebenan. Ist hier vielleicht eine Duftspur hilfreich, oder wie ist dieses zu erklären? Auch habe ich den Eindruck, dass manche durch übermütige Flugmanöver ihr neues Leben als Prinzessinnen in vollen Zügen genießen. Von meinen insgesamt 6 Kästen hat nur diese eine zwei Klappen. Ich muss feststellen, dass hier durch diese Zweiwegklappen das Ein und Aus besser von statten geht.
Eine weitere Beobachtung konnte ich machen, als ich vor Tagen einen Kasten mit einem vermeintlich abgestorbenen Baumhummelvolk von zu Hause mit in den Garten zur späteren Reinigung nahm. Ebenfalls heute sah ich wie hintereinander zwei Arbeiterinnen aus den Kasten kamen und davonflogen. Und eine ganze Zeit später kam eine Jungkönigin und flog schnurstracks in den Kasten. Schon zu Hause musste ich feststellen, nach dem unzählige Geschlechtstiere aus diesem Kasten hervorgegangen waren, dass scheinbar im Endstadium des Volkes Wachsmotten die Überhand hatten. Dennoch sind noch einzelne Tiere aktiv.
Schönes Wetter und Hummelflug,
davon bekomme ich nicht genug.
Viele Grüße von Bernde