Beiträge aus 2011

Hummel-Arten Leo 11.04.2011 16:22

Hi
Ich war heute unterwegs und wollte Hummeln fangen. Größtenteils gab es nur die weit verbreiteten schwarzen hummeln mit einem orangen Hinterteil. Ich dachte das wären Baumhummeln, doch als ich hier noch mal nachgelesen habe habe ich bemerkt, dass das wohl Steinhummeln waren. Wenn ich die nun ansiedle, muss man da groß was anders machen als mit Erdhummel, die hatte ich nämlich letztes Jahr?

Danke schonmal!

Hummel-Arten Michel Oelschlägel 11.04.2011 17:25

Ich finde es etwas bedenklich, dass mittlerweile die Ansiedlung von Hummeln von Personen durchgeführt wird, welche keine ausreichenden Kenntnisse über die Arten besitzen. Die Sorge ist, dass durch laienhafte Ansiedlungen die Tiere möglicherweise zu Schaden kommen oder auch hinsichtlich des Nistkastens viele Fehler gemacht werden.

Ich denke es ist sinnvoller, sich erst einmal rege in die Thematik einzulesen. Dazu gehört auch die Erkennung von Arten im Feld. Gerade auch was die Einrichtung und Aufstellung eines Nistkastens anbelangt, sollte man sich lieber zu Anfang die Zeit nehmen, sich etwas reinzulesen, um grundlegende Fehler zu vermeiden (Aufstellung des Kastens in der Sonne oder gar die Ansiedlung in diese umgedrehten Tontöpfe in der Erde).

Auch bei Nestkontrollen kann man sehr viel falsch machen, zumal die Tiere sehr unterschiedlich darauf reagieren können (Baumhummeln oder Erdhummeln sind da ja doch etwas verteidigungsbereiter).

Obiges ist nicht nur auf das aktuelle Eröffnungsposting bezogen und soll auch nicht als arrogant oder so aufgefasst werden, sondern schildert nur meine schlichte Beobachtung der Entwicklung im Forum seit einiger Zeit.

Vg,
Michel

Hummel-Arten Angelika L. 11.04.2011 17:49

Ich stimme Dir zu. Aus diesem Grund hat sich schon so manch alter Hase vom Forum verabschiedet.
Es ist zu bedenken, dass es sich um ein geschütztes Tier handelt, es unterliegt der Bundesartenschutzverordnung. Um Hummeln zu fangen, bedarf es einer Ausnahmegenehmigung nach Sachkundenachweis. Hinweise dazu von anderen Forenteilnehmern wurden in der Vergangenheit leider schnell abgewiegelt. Manchmal kann ich mich des Eindruckes nicht erwehren, dass so eine Art "Ansiedlungswettkampf" ausbricht. fg Angelika

Ausnahmegenehmigung mit Sachkundenachweis Dennis 11.04.2011 20:37

Hallo Angelika,

Um Hummeln zu fangen, bedarf es einer Ausnahmegenehmigung nach Sachkundenachweis.

Die Notwendigkeit einer Ausnahmegenehmigung habe ich 1 oder 2 mal an anderer Stelle bereits gelesen, das mit dem Sachkundenachweis bisher noch nie.

Andererseits lese ich auch Aussagen wie (Zitat aus "Naturgemäße Ansiedlung und Haltung von Hummeln in Nistkästen zu Schutz und Vermehrungszwecken" von H.-H. v.Hagen, PDF-Dokument, letzte Seite): "Da es sich bei der beschriebenen Methode insgesamt nur um das „Zeigen" einer schützenden Nistgelegenheit handelt ohne Einsperrung, ist ein Verstoß gegen die bestehenden Naturschutzgesetze nicht gegeben." (Anm.: Bei der beschriebenen Methode handelt es sich um das Fangen und Transportieren einer Hummel per Hand, m.E. nach ist das Fangen und Transportieren einer Hummel per Fangrohr genauso viel oder wenig "ohne Einsperrung").

Daher meine Frage: Wie ist die rechtliche Lage?
Benötigt man eine Ausnahmegenehmigung? Wo kann diese ein interessierter Hummelfreund beantragen? Was ist an deren Erwerb geknüpft?
Und wie legt man einen Sachkundenachweis ab? Ich selbst bin kein studierter Biologe (nicht mal ein unstudierter ...), sondern ein ... ja, Hummelfreund halt ... nicht mehr, nicht weniger. Im Prinzip auf einer Stufe mit einem Vogelliebhaber, der Nistkästen für bestimmte Arten aufstellt, die er besonders mag und über die er sich in div. Literatur Wissen im Selbststudium angeeignet hat, ohne aber je die Weihen eines Ornithologen erreicht oder auch nur angestrebt zu haben.

Nicht vergessen lassen an dieser Stelle möchte ich auch, dass ich nur das Wohl der Hummeln im Auge habe - wie alle hier sicherlich - und natürlich die Freunde an den Tierchen.

Viele Grüße,
Dennis

Ausnahmegenehmigung mit Sachkundenachweis Angelika L. 12.04.2011 10:58
Andererseits lese ich auch Aussagen wie (Zitat aus "Naturgemäße Ansiedlung und Haltung von Hummeln in Nistkästen zu Schutz und Vermehrungszwecken" von H.-H. v.Hagen, PDF-Dokument, letzte Seite): "Da es sich bei der beschriebenen Methode insgesamt nur um das „Zeigen" einer schützenden Nistgelegenheit handelt ohne Einsperrung, ist ein Verstoß gegen die bestehenden Naturschutzgesetze nicht gegeben." (Anm.: Bei der beschriebenen Methode handelt es sich um das Fangen und Transportieren einer Hummel per Hand, m.E. nach ist das Fangen und Transportieren einer Hummel per Fangrohr genauso viel oder wenig "ohne Einsperrung").

Die persönliche Einschätzung von Herrn von Hagen, den ich überaus schätze, ändert nichts an der Gesetzeslage. Die Gesetzeslage m u ß jeder Hummelfreund einfach kennen, - und vieles mehr - bevor er/sie sich an den Hummelschutz macht.

Benötigt man eine Ausnahmegenehmigung? Wo kann diese ein interessierter Hummelfreund beantragen? Was ist an deren Erwerb geknüpft?

Eine Ausnahmegenehmigung bekommt man beim jeweils zuständigen Umweltamt oder bei der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde. Hier muß man seine Sachkunde nachweisen. Entweder wird man vom zuständigen Sachbearbeiter befragt - wenn er Ahnung hat - oder man hat ein Zertifikat.

Und wie legt man einen Sachkundenachweis ab? Ich selbst bin kein studierter Biologe (nicht mal ein unstudierter ...), sondern ein ... ja, Hummelfreund halt ... nicht mehr, nicht weniger. Im Prinzip auf einer Stufe mit einem Vogelliebhaber, der Nistkästen für bestimmte Arten aufstellt, die er besonders mag und über die er sich in div. Literatur Wissen im Selbststudium angeeignet hat, ohne aber je die Weihen eines Ornithologen erreicht oder auch nur angestrebt zu haben.

Ja, ich bin auch keine Biologin. Ich habe viele Seminare besucht und Zertifikate "gesammelt", "tausend" Bücher gelesen und gebe mittlerweile über den NABU selbst Seminare, bin ehrenamtliche Insektenbeauftragte hier im Kreis und siedele die geschützten Arten um.
Auch als Hummelfreund ist es möglich, eine entsprechende, auf Hummelschutz eingeschränkte Ausnahmegenehmigung zu erhalten.

Nicht vergessen lassen an dieser Stelle möchte ich auch, dass ich nur das Wohl der Hummeln im Auge habe - wie alle hier sicherlich - und natürlich die Freunde an den Tierchen.

So habe ich schließlich auch einmal angefangen. Aber ich war und bin der Meinung: Erst lernen, dann Hummelschutz und dazu sollten auch die gesetzlichen Voraussetzungen beachtet werden. Wie wir hier alle wissen, gehören Hummeln, solitäre Bienen und Hornissen nicht umsonst zu den geschützten Arten.

fg Angelika

Viele Grüße,
Dennis
Ausnahmegenehmigung mit Sachkundenachweis Christian 12.04.2011 13:30

Hi Angelika,
weißt Du ob es die Bundesländer unterschiedlich handhaben. Gerade wir Bayern haben ja gerne ne Extrawurst. Also, wenns das Recht gibt, beachten möcht ich es schon.
Wollte bei uns ne Genehmigung zum Hornissenumsetzen (hatte auch Experten die mich unterstützt hätten und ein Diplom in Forstwissenschaft). das war ne Odysee. Am Ende darf ichs wenn ich bei Jedem Volk nachfrage, was ich ja eh müsste. Dagegen hat die Feuerwehr eine einfache Vorgehensweise bei Hornissen, was jeder weiß und toleriert. Da fällts einem schwer alles genau zu nehmen.
Aber irgendwer muss ja damit anfangen.

Christian

Ausnahmegenehmigung mit Sachkundenachweis Michel 12.04.2011 14:42

Hallo,

es gibt wohl auch auf Länderebene Unterschiede, aber ich denke das überall eine Sondergenehmigung für das Ansiedeln, Umsiedeln und die Kontrolle von Hummeln oder eben Hornissen notwendig ist, auch in Bayern.

In Sachsen ist die Genehmigung bei der unteren Naturschutzbehörde zu beantragen, welche nach Prüfung der Sachkompetenz die Genehmigung erteilt (ist befristet und muss alle paar Jahre verlängert werden).

Viele Grüße
Michel

Ausnahmegenehmigung mit Sachkundenachweis Angelika L. 12.04.2011 14:51
Hi Angelika,
weißt Du ob es die Bundesländer unterschiedlich handhaben. Gerade wir Bayern haben ja gerne ne Extrawurst. Also, wenns das Recht gibt, beachten möcht ich es schon.
Wollte bei uns ne Genehmigung zum Hornissenumsetzen (hatte auch Experten die mich unterstützt hätten und ein Diplom in Forstwissenschaft). das war ne Odysee. Am Ende darf ichs wenn ich bei Jedem Volk nachfrage, was ich ja eh müsste. Dagegen hat die Feuerwehr eine einfache Vorgehensweise bei Hornissen, was jeder weiß und toleriert. Da fällts einem schwer alles genau zu nehmen.
Aber irgendwer muss ja damit anfangen.

Christian

Wie es in Bayern genau aussieht, weiß ich nicht. Aber ich kenne jemanden aus Bayern, welcher ebenfalls im Hornissenschutz tätig ist. Schau Dir doch einmal seine Internetseite an und setze Dich mit ihm in Verbindung:
www.hornissenberater.de. Auch ich muß bei jedem Hornissenvolk in unserem Kreis nachfragen. Im Nachbarkreis muß ich nur einmal jährlich eine Meldung machen. Du siehst, es wird unterschiedlich gehandhabt.
fg Angelika

Ausnahmegenehmigung mit Sachkundenachweis Harry 12.04.2011 20:30

Hallo,

auch hier im Rheinland wird eine Umsetzung ganz unterschiedlich gehandhabt. Manche Behörden erteilen grundsätzlich keine Genehmigung zum umsetzen. Es kommt immer auf den "Sachbearbeiter" an, in wie weit er sich mit der Problematik auseinandersetzt. Feuerwehren packen dieses Thema bei uns garnicht an, obwohl die allgemeine Meinung in der Bevölkerung vorherrscht: Im Notfall die Feuerwehr rufen.
Richtig ist, dass hier auch keine Pauschalgenehmigungen an qualifizierte Umsetzer ausgegeben werden. Jede Umsiedlung muss einzeln beantragt und genehmigt werden.

Harry

Hummel-Arten Christian 11.04.2011 19:10

Hi,
geb Dir auch recht, natürlich, denn Hummeln sind ja in jedem Fall Lebewesen mit ihren Bedürfnissen. Was aber auch wichtig ist, dass Leute ohne Erfahrung hier fragen.
Es ist nämlich so, dass 99% aller Leute, denen ich von meiner Leidenschaft für Hummeln erzähle den Kopf schütteln. "Das Sinnloseste was ich je gehört habe" hat mir in der letzten Woche jemand gesagt.
Deshalb freu ich mich über jeden, der nen Kasten für die Hummeln aufstellt und die entsprechenden Blumen pflanzt.
Wenn dann jemand mit wenig oder ohne Ahnung hier nachfrägt, isses doch besser, als wenn er einfach so drauf los macht. Deshalb ist ein Forum wie dieses auch so wichtig und es ist schade, wenn sich die Profis heraushalten. Wer soll denn die Neuanfänger anleiten, oder die beraten die plötzlich Hummeln als Untermieter haben?

Deine Ansprüche sind hoch und absolut richtig. Und ich finde wir sollten jeden so beraten, dass er auch dahin kommt.

Christian

Anfängerfragen Dennis 11.04.2011 20:44

Stimme da einfach mal Christian zu, auch ich finde es besser, wenn ein Anfänger drauflosfrägt, auch wenn es ganz grundlegende Fragen sind.

"Lieber einmal zuviel gefragt, als einmal zu wenig" sage ich immer - auch wenn mir bewusst ist, dass es auch Menschen gibt, die genau das nicht so sehen. So ist halt jeder Mensch anders.

@ Leo:
Wo genau du wissensmäßig mit den Hummeln stehst, kann ich natürlich jetzt nicht abschätzen, aber eine gewisse Erfahrung scheinst du ja zu haben.

Einem Anfänger würde ich zu Beginn erstmal zur Lektüre raten, hier das Buch von E. v.Hagen (Hummeln - bestimmen, ansiedeln, vermehren, schützen). Auch sehr gut und etwas aktueller ist das PDF-Dokument von H.-H. v.Hagen (Naturgemäße Ansiedlung und Haltung von Hummeln in Nistkästen zu Schutz und Vermehrungszwecken). Damit weißt du eigentlich in meinen Augen auch schon das meiste, was es zu Hummeln - speziell deren Haltung - zu wissen gibt.

So habe ich auch angefangen letztes Jahr, dieses Jahr ist jetzt mein erstes, in dem ich 3 Nistkästen aufgestellt habe. Und fühle mich so gut vorbereitet auf was da kommen mag.

Und für alles "Unvorbereitete": Hilft dir jemand hier im Forum sicher. ;)

Viele Grüße
Dennis

Anfängerfragen -PDF? Veit 12.04.2011 10:34

Hallo Dennis,

wo gibt es denn das u.g. "PDF-Dokument von H.-H. v.Hagen"? Ich hab mal ge-googelt, konnte aber nix finden.
Kannst du da mal einen Link posten?

Grüsse
Veit

...
Auch sehr gut und etwas aktueller ist das PDF-Dokument von H.-H. v.Hagen (Naturgemäße Ansiedlung und Haltung von Hummeln in Nistkästen zu Schutz und Vermehrungszwecken). ...

Anfängerfragen -PDF? Dennis 12.04.2011 21:03

Hallo Veit,

das Dokument habe ich so zum Runterladen auch nirgendwo im Internet gefunden, mir wurde es auch nur zugeschickt (eine HTML-Version findest du auf http://www.harry-abraham.homepage.t-online.de/).

Ich war so frei, dir das PDF-Dokument an deine hier im Forum angegebene Email-Adresse zu schicken - ich hoffe, das war auch eine richtige Adresse. ;)

Viele Grüße
Dennis

Anfängerfragen -PDF? Alex 13.04.2011 10:44

Hallo Dennis,
kannst Du mir das Dokument auch mailen?

Danke!

Anfängerfragen -PDF? Dennis 13.04.2011 19:46

Hallo Alex,

kannst Du mir das Dokument auch mailen?

Sicher!
Das Dokument ist laut dem letzten Satz auch explizit dazu gedacht, es an andere Hummelfreunde weiterzugeben.

Habe es dir soeben zugemailt.

Viele Grüße
Dennis

Anfängerfragen -PDF? Martin 13.04.2011 20:32

Bei hornissen-hummeln.de (externer Link, nicht mehr verfügbar) gibt es das ganze als Word Dokument. "Kompendium der Hummelhaltung".

Wenn "Anfänger" Fragen haben Fienchen 12.04.2011 10:14

... geht doch bitte sachlich ohne wie Oberlehrer zu klingen darauf ein!!!

Hier sind doch nun wirklich nur Hummelfreunde unterwegs.

Zum Thema aktiv Ansiedeln (Zufüttern, Wachsmotten bekämpfen usw.) haben doch auch Profis hier ganz unterschiedliche Standpunkte.
Ich persönlich finde es sehr mutig von einem "Anfänger" Hummeln zu fangen und ihnen eine Nistmöglichkeit zu zeigen - denn etwas anderes ist es ja nicht, die Hummel bleibt frei in der Entscheidung. Ich persönlich traue mich das leider nicht :-( Dabei suchen die Königinnen oft nur 10-15m von meinem Nistkasten entfernt.

Bin froh hier lesen und fragen zu können. Einige Arten kann ich auch schon unterscheiden. Lese regelmäßig die Beitrage hier und anderswo und das ist echt aufschlussreich.

Also meine Bitte an Euch Profis >>> GEDULD mit uns.

Wenn sich alle Wissenden zurückhalten ist wohl keiner Hummel mit geholfen!!!

Gruß Fienchen.

Wenn "Anfänger" Fragen haben Angelika L. 12.04.2011 11:04
... geht doch bitte sachlich ohne wie Oberlehrer zu klingen darauf ein!!!

Hier sind doch nun wirklich nur Hummelfreunde unterwegs.

Zum Thema aktiv Ansiedeln (Zufüttern, Wachsmotten bekämpfen usw.) haben doch auch Profis hier ganz unterschiedliche Standpunkte.
Ich persönlich finde es sehr mutig von einem "Anfänger" Hummeln zu fangen und ihnen eine Nistmöglichkeit zu zeigen - denn etwas anderes ist es ja nicht, die Hummel bleibt frei in der Entscheidung. Ich persönlich traue mich das leider nicht :-( Dabei suchen die Königinnen oft nur 10-15m von meinem Nistkasten entfernt.

Bin froh hier lesen und fragen zu können. Einige Arten kann ich auch schon unterscheiden. Lese regelmäßig die Beitrage hier und anderswo und das ist echt aufschlussreich.

Also meine Bitte an Euch Profis >>> GEDULD mit uns.

Wenn sich alle Wissenden zurückhalten ist wohl keiner Hummel mit geholfen!!!

Gruß Fienchen.

Du hast sachliche Beiträge gelesen. Sachliche Kritik und Hinweise auf gesetzliche Grundlagen ist keineswegs oberlehrerhaft.
Natürlich haben die "Profis" Geduld. Was mir z. B. aber nicht gefällt, ist dieser Ansiedelungswettkampf, der sich entwickelt hat. Es liest sich manchmal so. als wolle einer den anderen übertrumpfen.

fg Angelika

Zum Wettkampf Christian 12.04.2011 13:35

Hi Angelika,
glaube das siehtst Du richtig. Gut dass Du es ansprichst. Heuer hab ich "nur" Acker und Wiesenhummeln, da vergleiche ich automatisch mit den Ansiedlungen anderer. Da kommt (fast) ne Wettkampfstimmung auf. Das ist wirklich doof. Werde versuchen das abzuschalten
Christian

Hummel-Arten Christian 11.04.2011 18:53

Hi,
"unterwegs zum Hummelnfangen" klingt ja echt derb. Geh das Ganze doch bitte etwas denzent an. Liest Du die anderen Beiträge? Dadurch müssten sich Deine Fragen doch beantworten.
Bleib bitte vorerst noch bei einem Kasten bis Du mehr Erfahrung hast. Es kann natürlich sein dass Du mehr Ahnung hast, Du hattest doch im letzten Jahr Hummeln, oder? Dann mußt Du aber ausführlicher schreiben, sonst sind solche Anfragen ein kleiner Schocker.

Gruß
Christian

Wettkampf Stimmung Torsten 12.04.2011 14:25

Hallo,

möchte dazu auch meinen Senf abgeben. bis zu einem gewissen grad kann ich diesen " wettkampf" nachvollziehen. denn man beschäftig sich mit diesem thema, möchte was gut tun und investiert viel viel zeit und liebe in die sache und Kästen. jetzt kann ich verstehen das der wunsch die Kästen zu voll zu besetzen da ist.

Somit ist es für mich nachvollziehbar das man auch seine erfolge feiern möchte und anderen mitteilen möchte, besonders am anfang hat man dieses bedürfnis und da man in seiner nachbarschaft und freundeskreis eher alsleicht verrückt angesehen wird, kann man das halt nur hier im forum tun.

Auch ich versuche auch alle meine Kästen voll zu bekommen,und am besten mit den unterschiedlichensten Arten, um nicht eine art besonders zu fördern sonden ein gewisses gleichgewicht zu halten. wenn es mir egal wäre, ob meine kästen voll oder leer wären, brauchte ich auch keine kästen auf zu stellen.

ich gehe grundsätzlich mal davon aus das jemand der sich die mühe macht und zeit investiert um kästen zu bauen, oder geld investiert um diese zu kaufen. sich auch mit dem thema natur und schutz von tieren
bewusst ist und damit auch das nötige feingefühlt mitbringt.

Anfängerfehle hat auch jeder profi und alt eingestandene Hummelprofi gemacht.

LG

Torsten

Zwei Hummeln im Kasten Christian 11.04.2011 18:45

Hi,
vor zwei Tagen hat doch tatsächlich eine Wiesenhummel ein Nest neben dem der Ackerhummel (im Schwegler) gegründet. Material ist Moos mit Vorgelnest und zwar reichlich. Beide Queens fliegen aus und ein.
Mit der Hand hab ich kurz am Nistmaterial gerüttelt und hab Prostestsummen in zwei Brummtönen gehört.

Vermutlich kommts irgendwann zum Stechen, oder? Würdet ihr die Völker trennen? Ne Fusion auf natürlichem Weg - nach dem Tod einer Königin - ist ja nicht möglich, weil die Larven unterschiedlich mit Pollen versorgt werden.

Christian

Zwei Hummeln im Kasten Helena 11.04.2011 20:27

Ich hab zwar keine Erfahrung damit, aber diese beiden Arten bilden ja beide eher kleine Völker, oder?
So rein hypotetisch, in freier Natur reicht doch gerade der Ackerhummel oftmals auch ein Heuknäuel o.ä., vielleicht kommen die beiden ja auch so miteinander aus? Kann es nicht sein, dass die beiden auch in freier Natur in unmittelbarer Umgebung zueinander Nester haben?

Mich interessieren schon auch die Antworten der Profis, aber wenn die Königinnen sich hätten bekämpfen wollen, dann wäre das sicher doch schon längst passiert? Nur hat der Schwegler ja nur eine Einlauföhre (Mottenklappe?), aber wenn die Königinnen miteinander auskommen, dann kommen doch auch ihre Arbeiterinenn miteinander aus?

Zwei Hummeln im Kasten Christian 12.04.2011 13:16

Dachte auch schon, dass ein Nebeneinander möglich sein könnte, eben weil die Nester so klein sind. ich warte einfach bis es Arbeiterinnen gibt und versuche dann ne Trennwand einzubauen.
Bisher hatte ich gleichzeitig mit Hummeln eine Wespe bei Dkl Erdhummel da hatte die Hummel das komplette Nest nach fünf Tagen zerkaut.
Und ne Hornisse bei Steinhummel. Da haben die Hummelarbeiterinnen die Wabe zerlegt, längst vor dem Schlupf der Horni Arbeiterinnen.
Deshalb kann ich mir das Nebeneinander schwer vorstellen. Ich versuchs und lasse die Nester drinnen, is ja nicht so, dass eine der Arten bedroht sind.

Christian

Zwei Hummeln im Kasten Helena 12.04.2011 21:07

Na ja eine Hornisse ist ja auch keine Hummel... aber zwei Hummeln? Interessant, dass die Hummeln die Hornissenwaben zerstört haben, hätte jetzt eher umgekehrt einen Kampf zwischen Hornisse und Hummel erwartet....
Hast Du denn das Trennschied vom Schwegler schon entfernt? Denke, das könnte evtl. nötig sein, um beiden genügend Raum zu geben.

Zwei Hummeln im Kasten Christian 13.04.2011 13:03
Na ja eine Hornisse ist ja auch keine Hummel... aber zwei Hummeln? Interessant, dass die Hummeln die Hornissenwaben zerstört haben, hätte jetzt eher umgekehrt einen Kampf zwischen Hornisse und Hummel erwartet....
Hast Du denn das Trennschied vom Schwegler schon entfernt? Denke, das könnte evtl. nötig sein, um beiden genügend Raum zu geben.
Bilder Christian 13.04.2011 16:56

Hi,
hier mal zwei Bilder, ich denk schon dass die Steinhummeln die Waabe zerstört haben
[img:http://www.pictureupload.de/originals/59610/130411165210_sonstige_horni2.jpg]
und
[img:http://www.pictureupload.de/originals/59610/130411165211_sonstige_shun1.jpg]

die sind allerdings von 2008!
Christian

Bilder Helena 13.04.2011 21:18

Komisch, mir zeigts die Fotos grad nicht an?

Bilder Helena 14.04.2011 09:41

Ah jetzt sehe ich die Fotos.
Wie ging das denn mit den Steinhummeln aus? Wurde das denen nicht zu eng im Vogelhaus?

Steinhummelnest Christian 14.04.2011 21:43

Tja, da kamen dann die Motten. Drei Stück an der Zahl. Die habe ich gekillt, die Wabe extra gelegt, neues Nistmatreial rein und dann zurück in den Kasten. Kein Problem bei den friedlichen Steinhummeln. Es half nix. Wollte die Tiere ja nicht ständig stören und Kontrollen im Vogelkasten sind sehr schwer. Also, nach fünf Wochen war die Wabe weg und 20 fette Mottenlarven im Deckel des Kastens.

Weil im Vogelnest ein Vogelskelett war, geh ich davon aus, dass die Hummel die Blaumeise vor Beendung der Kückenaufzucht vertrieben hat. Also habens vier Tierarten im Kasten versucht und alle sind gescheidert. Die Mottenlarven hab ich an die Elstern verfüttert.

Christian.

Steinhummelnest Helena 15.04.2011 22:00
Tja, da kamen dann die Motten. Drei Stück an der Zahl. Die habe ich gekillt, die Wabe extra gelegt, neues Nistmatreial rein und dann zurück in den Kasten. Kein Problem bei den friedlichen Steinhummeln. Es half nix. Wollte die Tiere ja nicht ständig stören und Kontrollen im Vogelkasten sind sehr schwer. Also, nach fünf Wochen war die Wabe weg und 20 fette Mottenlarven im Deckel des Kastens.

Weil im Vogelnest ein Vogelskelett war, geh ich davon aus, dass die Hummel die Blaumeise vor Beendung der Kückenaufzucht vertrieben hat. Also habens vier Tierarten im Kasten versucht und alle sind gescheidert. Die Mottenlarven hab ich an die Elstern verfüttert.

Muss nicht zwingend so sein, bei meinem Blaumeisenpaar ist letztes Jahr das Weibchen nach Eiablage verschollen, es war ein Jammer, 11 Eier zu entsorgen (das Männchen brütet nicht!). Wenn einem Elternteil was während der Jungenaufzucht etwas zustösst, kann das auch den Tod der Jungen bedeuten (Füttern tun schon beide). Stirbt ein Junges während der Fütterung, wird es von den Eltern im Normalfall aus dem Nistkasten entfernt... Sind ja normalerweise noch viele andere da (bis zu 14 Eier kann der kleine Vogel legen!!)

Hummeln sind bei einem Vogelnistkasten einfach nicht gut aufgehoben. Vielleicht hättest Du die Steinhummel besser in einen ordentlichen Nistkasten umsetzen sollen?!

Ganglänge zum Hummelnest Fredi 12.04.2011 22:32

Liebe Hummelfreunde,
am vergangenen Samstag habe ich eine Steinhummel in einen Kasten eingesetzt, der ein zirka 15 cm langes Einlaufrohr hat. Nach etwa 5 Minuten kam sie heraus und setzte sofort neben dem Kasten ihren Suchflug fort. Ich verfolgte sie quer durch den Garten, bis sie zurück in Kastennähe kam und ich sie abermals in einem von mir gestochenem Erdloch fangen konnte. Nun setzte ich sie in meinen größten Kasten der eine 40 cm lange Einlaufröhre hat. Nach 12 Minuten kam sie heraus, drehte sich auf dm Anflugbrettchen um und begann einen kurzen, mehr halbherzigen Orientierungsflug. Ich war mir unschlüssig, ob sie den Kasten annahm.
Doch am Nachmittag desselben Tages sah ich sie den Kasten anfliegen. Nun meine Frage: welche Hummelarten bevorzugen kurze und welche lange Gänge zum Nestraum und bei welcher Hummelart ist die Länge untergeordnet?
Fredi

Ganglänge zum Hummelnest Christian 13.04.2011 13:07

Hi Fredi,
kann ich nicht sagen. Denke die Röhrenlänge tut nix zur Sache. Ich hatte ne Steinhummel und ne Gartenhummel im Vogelkasten. Hab den Verdacht dass das Nistmaterial viel entscheidender ist.
Hab heuer keinen Ansiedlungserfolg bei nur Moos gehabt. Dann ein Stück Vogelnest (Schuppen der Kücken und Rehhaare) dazu und es wurde akzeptiert. Dennoch sind die Queens da sehr wählerisch.

Christian

Ganglänge zum Hummelnest Helena 13.04.2011 14:50

Ich habe dieses Jahr mal nur Kapok drin und beiden Königinnen scheint es zu gefallen. Ich persönlich finde das Material auch extrem kuschelig, kein Wunder, gibts den auch als Bettinhalt für den Menschen (für Veganer z.B.).

Ganglänge zum Hummelnest Fienchen 13.04.2011 22:58

Hallo Fredi,
laut Harry Abraham bevorzugen z.B. Stein- und Erdhummeln lange Gänge (würde ja zum Verhalten "Deiner Hummel" passen)
und Acker-Wiesen und Baumhummeln eher kurze Laufgänge.
Habe das auch anderswo schon so gelesen. Doch wie bei Allem gibts sicher Ausnahmen der Regel :-)

Gruß Fienchen

Ganglänge zum Hummelnest Michel 13.04.2011 23:37

Das kann ich so nicht bestätigen. Konnte Erdhummeln auch bereits bei kurzen Gängen erfolgreich ansiedeln (selbst ohne wirklichen Laufgang), Ackerhummeln auch bei längeren Gängen. Wichtiger ist wohl der Nistplatz an sich (Material und Co). Habe mal ein Naturnest (Steinhummel) gehabt, welches umgesetzt werden musste, dass einen 4 m langen Laufgang hatte (und dennoch von einigen Wachsmottenlarven befallen war). Andererseits bauen Steinhummeln manchmal auch in Vogelkästen ohne Laufgang...

Viele Grüße
Michel

Ganglänge zum Hummelnest Torsten 15.04.2011 19:31

Hallo Fredi!

Auch ich habe Erdhummeln und Steinhummeln, in kurzen Gängen
erfolgreich ansiedeln können. Glaube auch das es eher am Nistmaterial
und der passenden Stimmung der Hummel liegen könnte.

Eine Grundausstattung meiner Nistkästen sind Pferdehaare die ich mir
besorge. Und es funktioniert eigentlich sehr gut.

Mir ist aufgefallen, das wenn der Gang kurz bis sehr kurz (5cm) sind.
steht sehr schnell eine Wächterin beim Eingang, in erster Linie bei der
Erdhummel.

Lg

Torsten

Ganglänge zum Hummelnest Harry 15.04.2011 22:26

Die Ganglänge ist nicht zwingend bindend, welche Hummelart den Nistkasten besiedelt. Erdhummeln suchen natürlich nach Mauselöchern, die lange Gänge haben, denn der Nestgeruch ist bei so starken Völkern schon recht verräterisch um von Wachsmotten entdeckt zu werden. Ackerhummeln bilden kleine Völker und begnügen sich oft mit einem Grasbüschel und haben also kurze Wege zu ihrem Nestinneren. Der Nestgeruch ist dementsprechend schwächer.
Bei Nistkästen mit langem Laufgang wird die Wachsmottenklappe nicht so zugekotet wie beim kurzen Laufgang, die öfter gereinigt werden muss, damit sie einwandfrei schließt. Die Kotstellen sind bei langen Laufgängen eher im inneren der Kastenecken.
Bei ihrer Bautätigkeit, transportieren Hummeln in Nistkästen mit kurzen Laufgängen, oft Polsterwolle bis zur Klappe, die dann nicht mehr einwandfrei schließt. Alles nicht so schlimm, man muss die Kästen nur nicht sich selbst überlassen, sondern ab und zu auch ein Auge drauf haben. Jede Hummelart hat ihre Eigenart, aber Regeln ob kurzer oder langer Laufgang für eine Volk, kann man nicht mit Bestimmtheit sagen.