Beiträge aus 2009

ist das noch Hummelschutz? Bettina J. 15.04.2009 17:28

Von einer Selbstbesiedelung halte ich nichts, da sich immer Konflikte mit Todesfolge ergeben können. Ich stelle meine Kästen so auf, daß sie nicht so leicht "zu finden" sind und setze meine Hummeln per Hand ein. Dann weiß ich sicher mit welcher Hummelart der Kasten besetzt ist und ich finde auch keine abgestochenen Konkurrentinnen. Entsetzt hat mich die Einführspitze beim Abraham-Kasten! Wie muß die Hummel darin toben!!! Und auf diese Weise kann man erfolgreich einen Kasten belegen? Der Benutzer sollte wenigsten so viel Kreativität besitzen und die Spritze mit einer schwarzen Folie bekleben oder lackieren...
liebe Grüße an die Leser

Re: ist das noch Hummelschutz? Harry 15.04.2009 21:01

Liebe Bettina,

das Du so die Einsetzhilfe von mir verurteilst ist zwar Deine Meinung, jedoch ist es nicht jedermanns Sache Hummeln von Hand einzusetzen.
Ich betone auch immer wieder, das dieser Einsetzvorgang innerhalb kürzester Zeit abgeschlossen sein muss, ohne das die Hummel in Panik gerät. Es soll mehr ein zeigen des Eingangs sein, wenn eine Hummelkönigin in der Nähe des Nistkastens oder im eigenen Garten nach einer Nistgelegenheit sucht. Oft finden die Hummeln ja auch alleine den Eingang, da er auf Erdniveau liegt.
Deine Idee mit dem abkleben ist nicht schlecht, jedoch kann ich dann nicht mehr sehen, das die Hummel kontrolliert in den Eingang läuft ohne sie zu verletzen. Eine tobende Hummel einsetzen hat sowieso keinen Zweck, da sie flüchten wird, sobald sie kann. Übrigens hat nicht jeder so einen großen Garten das er den Nistkasten so verstecken kann das andere Hummeln ihn nicht so leicht finden. Eine Doppelbesetzung sollte vermieden werden und ein Hummelfreund, der sich damit auskennt wird dieses auch vermeiden.
Der Nistkasten dient nicht nur dem Hummelschutz, sondern bringt das Interesse der Menschen an diesen staaten bildenden Insekten näher. Man lernt viel über Hummeln und Aufklärungsarbeit ist ein wichtiger Punkt in unserer Gesellschaft, denn viel zu oft wird aus Unkenntnis ein Hummelnest vernichtet.
Ich finde es gut wie Du mit Hummeln umgehst, aber nicht jeder kann die Methode von Eberhard von Hagen anwenden.

Viele Grüße
Harry

Re: Re: ist das noch Hummelschutz? Bettina 16.04.2009 13:54

Hallo Harry,

hier ist noch eine Bettina, und die handhabt das Einsetzen wiederum etwas anders ;-)))

Man nehme das Innenteil einer Küchenrolle und klebe das eine Ende mit durchsichtiger Folie zu - und fertig ist eine absolut sichere Einsetzhilfe.

Hummeln mag ich auch nicht mit der Hand fangen, egal, wie oft man mir bestätigt, daß sie nicht stechen. Zudem merken sie es recht schnell, wenn man sie fangen will und bis ich unten auf dem Boden bin, war sie stets weg. Also benutze ich einen Kescher und halte die Ecke des Stoffes zusammen, in der die Hummel sitzt. Dann brauche ich nur noch die Pappröhre hineinzustecken. Da die Hummel am anderen Ende der Röhre einen Ausgang vermutet, krabbelt sie sofort hinein und ich konnte das offene Ende mit der Hand verschließen. Am Nistkasten angekommen musste ich dann nur noch nur das 'durchsichtige' Ende mit der Hand verschließen, die Hummel drehte sich danach sofort herum und krabbelte in den Kasten. Ein Sichtfenster ist bei dieser Art des Einsetzens nicht notwendig, denn man hört es deutlich, in welche Richtung die Hummel läuft. Selbst ich als absoluter Anfänger auf diesem Gebiet war überrascht, wie einfach und vor allem wie schnell das ging. Die ganze Aktion incl. Fangen mit dem Kescher dauerte allerhöchstens 30 Sekunden.

Für nächstes Jahr möchte ich mir 2 Schwelger-Nistkästen kaufen und dieses Bild mit dem Dach (externer Link, nicht mehr verfügbar) hat mir besonders gut gefallen. Allerdings wird mein Dach nicht ganz so steil werden, denn ich möchte es begrünen. In meinem Garten habe ich bereits ein 'Insektenhotel' für Solitärbienen und auf dem Dach wachsen nebst diversen Sedum-Arten sogar einige 🖼 Bild nicht mehr verfügbar (ehemals: „winterharte Kakteen“)

Gruß
Bettina

Re: Re: Re: ist das noch Hummelschutz? Harry 16.04.2009 18:39

Noch eine liebe Bettina :-)

mit der Küchenrolle ist es auch eine gute Idee und so wie Du es beschreibst funktioniert es auch prima.
Ich kenne auch sehr wenige Leute die die Hummeln mit der Hand fangen, zumal das Einsetzen in den Kasten aus der Hand doch sehr viel Übung braucht.
Und da Deine Aktionen in 30 Sekunden erledigt sind halte ich sie auch für praktikabel.
Ein Hummelhaus mit Dachbegrünung sieht bestimmt prima aus.
An einem Wildbienenstand habe ich nun auch 2 Tage gearbeitet. Er wird nach Vorlage der Wildbienenwand des NABU auf Gut Sunder in Niedersachsen gebaut. Steht an 9. Stelle in diesem Link.
http://www.tierundnatur.de/wildbienen/wbs-bsta.htm
Bis eine Wildbienenwand richtig besiedelt ist, dauert es schon ein paar Jahre.
Wünsche Dir viel Erfolg bei Deinem Vorhaben.

Viele Grüße
Harry

Re: Re: ist das noch Hummelschutz? bernde 16.04.2009 23:03

Hallo Harry, liebe Hummelfreunde,
da ich nicht gerade Klavierspielerhände habe ist mir ein Einsetzen von Hand nicht gegeben. So habe ich mir eine Einsetzhilfe selbst gebaut. Sie besteht aus einem Rohr zirka 14 cm lang. Dieses Rohr habe ich aus etwas dickerer Klarsichtfolie um ein Stück Besenstiel gerollt und mit transparentem Klebeband verklebt. Ein zweites Rohr aus undurchsichtiger Pappe 10 cm lang sitzt über dem durchsichtigen Rohr und kann hin und her verschoben werden. Am hinterem Ende sitzt der Stößel (Besenstiel), den ich mit weichem Stoff, so genannte Möbeldecke überstülpt habe. Dieses Material sieht aus wie Polsterwolle und ermöglicht ein gefühlvolles Bewegen des Stößels. Wenn nun eine Hummel ein von mir gestochenes Loch inspiziert, setze ich das Rohr am Loch an. Damit ich sehen kann wenn die Hummel ins Rohr läuft ist das undurchsichtige Rohr nach hinten geschoben. Ist die Hummel im Rohr schiebe ich dieses Rohr nach vorn, damit hinten Licht einfällt und ich sehen kann wenn die Hummel hinten angekommen ist. Ist dieses der Fall, stülpe ich vorn eine Kappe auf das durchsichtige Rohr und schiebe das undurchsichtige auf Anschlag bis zur Kappe vor. Gleichzeitig schiebe ich die Hummel mittels Stößel in den abgedunkelten Raum um sie so zum Kasten zu transportieren. Am Kasten angekommen lasse ich wieder hinten Licht ein und locke die Hummel so in den hinteren Teil des Rohres. Wenn ich sie hinten sehe, kann ich vorn die Kappe entfernen und das Rohr am Kasteneingang ansetzen. Nun schiebe ich die Hummel mit dem Stößel gefühlvoll in den Laufgang zum Kasteninneren. Den Stößel halte ich noch zirka 10 Sekunden in dieser Position bevor ich ihn entferne und das Eingangsloch mit Polsterwolle verschließe. Nach maximal 4 Minuten entferne ich auch diese, schließe den Schieber des Vorbaus und harre nun der Dinge die da kommen. Für mich ist dieses immer ein äußerst spannender Moment. Diesen Vorgang mit Worten zu schildern klingt sicherlich für den Einen oder Anderen kompliziert, ich habe aber auf diese Weise alle Gefahrenmomente für die Hummel ausgeschaltet, da ich immer weiß wo sie sich befindet. Da ich grundsätzlich nur Hummeln in unmittelbarer Nähe des Kastens aufnehme liegen Sekunden zwischen Loch in der Wiese und Einsetzen in den Kasten. Ich sehe somit den Hummelschutz, der mir ganz besonders am Herzen liegt, nicht in Frage gestellt. Ich habe schon Hummeln erlebt, denen mein Kasten nicht zusagte, die nach Abfliegen ihren Suchflug unmittelbar vor den Kasten fortsetzen und sogar wieder eines meiner Löcher anflogen. Ein Beweis dafür dass sie in keiner Weise beunruhigt waren. Im Übrigen Harry, hast Du in Deinem Beitrag für mich die richtigen Worte gefunden. Auch gebe ich Bettina J. recht, wenn sie eher zum aktiven Einsetzen, der besseren Übersicht wegen, tendiert. Leider ist mir dieses Jahr auch ein Fehler unterlaufen, der zum Glück ohne negative Folgen blieb. Ein hölzerner Vorbauschieber war bei der Überwinterung im Keller so ausgetrocknet, das er zu leichtgängig wurde und durch Wind oder auch durch eine Katze leicht geöffnet wurde. Diese Gelegenheit nutzte eine Baumhummel, von mir unbemerkt, zur Selbstbesiedlung. Als ich in diesen Kasten eine Erdhummel einsetzte und den Schieber wieder völlig schloss kam nach Abfliegen der Erdhummel besagte Baumhummel und wollte durch den leicht offen stehenden Schieber in den Kasten bis sie den eigentlichen Eingang fand. Die Erdhummel flog an diesem Tag nur noch ein oder zweimal den Kasten an bis sie der Erstbezieherin das Nest überließ. Ein weiterer Nachteil der Selbstbesiedlung – ich weiß nun nicht wie lange der Kasten schon belegt ist.
Für heute wünsche ich allen Hummelfreunden eine gute Nacht.

Re: Re: Re: ist das noch Hummelschutz? Harry 17.04.2009 08:03

Hallo Bernde

vielen Dank für den interessanten Beitrag. So einen Einsetzvorgang zu beschreiben ist wirklich etwas kompliziert, aber wenn man es selbst schon einmal gemacht hat, kann man die beschriebenen Schritte gut nachvollziehen. Weiterhin viel Erfolg.

Gruß Harry

Re: Re: Re: ist das noch Hummelschutz? Bettina J. 17.04.2009 14:15

Vielen Dank für die vielen Meinungen und Berichte, die nach meinen kritischen Zeilen vom 15.04. hier zu lesen sind. Besonders die detailierten Beschreibungen von Bettina und Bernd über ihre selbst gebauten Einsetzhilfen haben mir gefallen und werden den hier mitlesenden Einsteigern und Anfängern eine wertvolle Hilfe sein. Vor vielen Jahren kauften sich sehr flüchtige Bekannte von mir einen Schwegler-Kasten und waren entsetzt, als sie die Hummel mit bloßen Händen fangen sollten. Später saß die Königin dann im Marmeladenglas und die Leute wußten nicht mehr weiter....
Jetzt möchte ich noch kurz beschreiben, wie ich kontrolliere, ob die Königin noch regelmäßig ein- und ausfliegt. Eine Mehlspur ist ja nicht sehr verlässlich und das Nest zu durchwühlen ist auch nicht immer angebracht - die Königin hat anderes zu tun, als ständig ihr Nest wieder zurecht zu zupfen. Ich stelle sehr kleine Ästchen oder Halme diagonal in das Einflugloch, bzw. direkt hinter die Mottenklappe. Die Hummel rennt das kleine Hinderniss einfach um und stört sich nicht weiter daran.
lg
Bettina J.

Re: Re: Re: Re: ist das noch Hummelschutz? Christian F. 17.04.2009 15:00
Eine Mehlspur ist ja nicht sehr verlässlich

wieso?
Ich finde sie sehr verlässlich.

Grüße,
Christian

Re: Re: Re: Re: Re: ist das noch Hummelschutz? Ronsum 18.04.2009 10:00

Hallo Bettina,
1. eine mehlspur finde ich auch optimal
2. stöckchen werden vom wind auch schon mal umgelegt, da sie nur locker liegen und keine genaue kontrolle sind.
3. von durchwühlen war nie die rede, sondern nur die wolle kurz bewegen ob ein warnsummton zu hören ist.
4. die klappe kommt erst zum einsatz, wenn die ersten arbeiterinnen fliegen.
deine einsetzmethode interessiert mich. Kannst du sie nicht mal von jemandem fotografieren lassen, damit man mal ein paar bilder sieht?

gruss ronald

Re: Re: Re: Re: Re: Re: ist das noch Hummelschutz? Horst 18.04.2009 19:27

Hallo Ronsum,
warum kommt die Klappe erst bei den ersten Arbeiterinnen zum Einsatz?
Seit Jahren benutze ich beide Klappensysteme (Doppelklappe und Einlochklappe) und schließe die Klappen sobald sich die Königin eingewöhnt hat. Ich warte nicht bis die ersten Arbeiterinnen fliegen.

Grüße
Horst

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: ist das noch Hummelschutz? Christian F. 19.04.2009 09:20
Hallo Ronsum,
warum kommt die Klappe erst bei den ersten Arbeiterinnen zum Einsatz?
Seit Jahren benutze ich beide Klappensysteme (Doppelklappe und Einlochklappe) und schließe die Klappen sobald sich die Königin eingewöhnt hat. Ich warte nicht bis die ersten Arbeiterinnen fliegen.

Grüße
Horst

Hallo Horst,
was verstehst du unter eingewöhnt? Vielleicht kann man so einige Stechereien verhindern.

Grüße,
Christian

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: ist das noch Hummelschutz? Horst 19.04.2009 11:40

Hallo Christian F.,
als Eingewöhnungszeit kann man 5 - 6 Tage annehmen und wenn die Königin Pollen einträgt.

Grüße
Horst

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: ist das noch Hummelschutz? Bettina J. 19.04.2009 15:36

Ich benutze die Zweiweg-Mottenklappe, die Armin Krenz entwickelt hat.
Er rät auch, die Klappe innerhalb einer Woche, nachdem die Königin eingestzt wurde schrittweise zu schließen.
Unter www.arminkrenz.de gibt es die Anleitung mit Bilder und Video.
Gruß
Bettina J.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: ist das noch Hummelschutz? Ronsum 19.04.2009 19:34

Von einem vorzeitigen einsetzen der klappe halte ich nichts. Evtl. sucht die königin sich ein anderes nest. Außerdem besteht keine gefahr für das nest. Warum also gleich zu machen?

gruß ronald

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: ist das noch Hummelschutz? Horst 19.04.2009 19:45

Hallo Ronsum,
jeder darf die Klappen so einsetzen wie er möchte und Erfahrung sammeln muß auch jeder selbst!
Meine Erfahrung mit den Klappen (sowohl Doppelklappen als auch Einlochklappen) sind nur positiv. Seit mehr als 5 Jahren hat noch nie eine Hummelkönigin das Nest verlassen, obwohl ich die Klappen immer nach 5 - 6 Tagen schließe.

Grüße
Horst

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: ist das noch Hummelschutz? Ronsum 19.04.2009 19:29

Hallo Horst
weil wachsmotten sich nach dem geruch orientieren und ein hummelnest mit nur einer königin für wachsmotten noch nicht "erschnüffelt" werden.

gruß ronsum

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: ist das noch Hummelschutz? Michel 20.04.2009 00:09

Hallo,

ich schließe die Klappe, wenn ich aktiv ansiedle, oft gleich. Die Königinnen kamen bisher stets damit klar, auch wenn anfangs etwas gesucht wurde. Bisher wurde deswegen noch kein Nest bei mir verlassen bzw. aufgegeben.

Viele Grüße
Michel

Re: ist das noch Hummelschutz? jürgen 16.04.2009 16:34

salut,
nun ja, man kann leider ncihts machen, wenn sich doch eine zweite königin in das bereits gemachte nest verirrt. passierte mir heuer auch zum ersten mal. egal ob eigenansiedlung oder einsatz in den kasten.

lg,
jürgen

Tote Hummeln Mirko 16.04.2009 22:21

Heute habe ich zwei tote Hummeln im Friedhof entdeckt und auf meinem Balkon saß eine Erdhummel und war "erstarrt" bzw. bewegte sich nur langsam, summte/brummte und konnte oder wollte nicht fliegen.

Ich habe sie nun in einen leeren Nistkasten gesetzt und hoffe, dass ich nicht mehrere tote Hummeln entdecke

Mirko

Re: Tote Hummeln jürgen 16.04.2009 22:58

salut,
soetwas hab ich auch schon ein paar mal gehabt, ...oder im pool gelandete hummeln. hab sie mir sodann auf die hand gesetzt und es schien als behage die wärme der handinnenfläche. ... mit zuckerwasser aufgepäppelt und nach kurzer zeit flugen sie wieder ;-)

lg

Könnte das eine Hummelkönigin gewesen sein? VeitM 16.04.2009 23:53

Nachdem ich heute den "Dachboden" meiner Gartenlaube neu und relativ dicht (um Wespen möglichst kein Quartier zu bieten, da sie sich in Laufe des Sommers zur Plage entwickeln) verschlossen hatte, flog eine ziemlich große Hummel eine ganze Weile ständig um die Stelle herum, wo vor meiner Aktion noch ein Spalt war. Ich habe auf dem Boden der mit Mineralwolle ausgelegt ist, Holz eingelagert. Ich habe schon befürchtet, daß es sich um eine Königin handeln könnte, die ihr Nest sucht. Schließlich fand sie dann doch noch einen Eingang, der ca. den Durchmesser eines Bleistifts hat. Ich habe die Stelle noch ca 2 min beobachtet, doch die Hummel kam nicht wieder heraus. Nun hoffe ich, daß sie ihr Nest gefungen hat. Dieses Erlebnis hat mich dazu veranlaßt, nun endlich einen bzw. mehrere Nistkasten zu bauen, um mehr Hummeln in meinem Garten anzusiedeln. Es ist für mich in jedem Frühjahr ein Erlebnis, wenn sich die Hummeln bei fast Eiseskälte auf den ersten Blüten tummeln. Meine Frage: Könnte das eine Königin gewesen sein und welche Chansen hat sie? Ich werde die Situation in der nächsten Zeit beobachten.

Re: Könnte das eine Hummelkönigin gewesen sein? Manfred 17.04.2009 07:31

Hallo Veit,

wenn die Größe stimmt, war es eine Hummelkönigin. Dem Ort nach wahrscheinlich eine Baumhummel. Sieh einfach einmal unter http://www.wildbienen.de/b-hypnor.htm nach, ob es sich um ein solches Tier handelt.
Die Chancen, dass sich ein Nest entwicklet sind recht gut, wenn die Königin nicht bis zum Erscheinen der ersten Arbeiterinnen verloren geht.
Die Einflugöffnung lässt du am besten wie sie ist.

Gruß aus HH
Manfred

Re: Re: Könnte das eine Hummelkönigin gewesen sein? VeitM 03.06.2009 15:10

Hallo Manfred,
erst mal herzlichen Dank für die Antwort und den Link. Inzwischen herrscht über meinem Kopf reges Treiben. Die Hummeln fliegen mit reicher Pollenernte in ihr Nest. Ich beobachte täglich "meine" Hummeln und freue mich, wie sie sich an Blüten im Garten weiden.

Gruß aus Cottbus

Veit

Ameisen Karin B 17.04.2009 12:13

Es könnte sein, dass es mir gelungen ist, eine Steinhummel in meinem Nistkasten anzusiedeln - nachdem ich sie ähnlich wie Bettina es empfiehlt letzte Woche mittels eines Klorolleninneren eingesetzt hatte, zeigte sie einen schönen Orientierungsflug und am nächsten Abend sah ich sie mit Pollenhöschen in den Kasten kommen. Seitdem habe ich sie nicht mehr gesehen, was aber nichts heißt, denn ich hatte kaum Zeit, den Kasten zu beobachten. Da es nun kalt geworden ist, wollte ich der Hummel mit Fruchtzuckerlösung helfen und stellte einen vollen Legobaustein ihr vor die Tür im Vorbau. Heute morgen wollte ich ihn gegen einen neuen austauschen, da fand ich den alten mit Ameisen bevölkert, die wohl die ganze Zuckerlösung weggelutscht hatten. Ich hoffe, dass für die Hummel noch was übrig bleibt. Aber vor allem interessiert mich, ob es das Nest gefährdet, wenn die Ameisen da herumlaufen, zumal in der Phase der Nestgründung. Ob man lieber nicht zufüttert, um das Anlocken zu verhindern oder die Ameisen in Kauf nimmt, damit die Hummel eine Chance hat, etwas Zuckerwasser zu bekommen.

Re: Ameisen Alex (Bombus-Admin) 17.04.2009 12:19

In der Anfangsphase füttere ich nie zu, da zum einen die Königinnen sehr heikel sind. D.h. sie nehmen Zuckerwasser nur zögerlich an. Zum anderen ist die Gefahr, daß Ameisen die Königin vertreiben natürlich sehr groß, wenn Ameisen in großen Mengen angelockt werden.

Ich würde nicht mehr zufüttern, bis die ersten Arbeiterinnen da sind.

Noch ein Tipp:
Ameisensperre (externer Link, nicht mehr verfügbar)

Alex

Re: Re: Ameisen Karin B 17.04.2009 12:48

Danke. Dann lasse ich das und hoffe auf besseres Wetter und darauf, dass die Steinhummel überhaupt noch da ist!

Hummelnester im Garten Hummelkaiser 18.04.2009 09:58

Hallo, alle zusammen!

Ich bin durch Zufall auf diese Seite gestoßen und hffe, dass mir jemand ein paar Fragen beantworten kann. Ich habe in meinem Hausgarten ein neues Staudenbeet angelegt und hierfür ein Stück Rasen umgegraben. Als ich damit fertig war und meine Pflänzchen eingesetzt hatte, dauerte es nicht lange und ich hatte mehrere Hummelnester im frisch angelegten Beet. Genauso ist es mir mit dem Gemüsebeet ergangen. Egal an welcher Stelle ich grabe - sofort nisten sich Hummeln ein. Mittlerweile sind es so viele, dass ich mich kaum noch in die Nähe wage, ebenso meine Kinder. Will ich gießen, muss ich mit regelrechten Attacken rechnen (die fliegen mich dann zielgerichtet an "schluck" - bin allergisch ...). Neben dem Wasseranschluss habe ich auf umgegrabener Stelle einen großen Kübel platziert, auch unter diesem bauen die Hummeln jetzt eifrig ein neues Nest. (Sagt man bei Hummeln überhaupt Nest :o) ??). Was mach' ich denn nur?? Ich kann doch nicht den Garten aufgeben, nur weil er voll mit Hummeln ist. Hatte als Alleinerziehende mit 2 kleinen Kindern auch vor, den Garten als Urlaubsersatz zu nutzen, jetzt sehe ich schwarz (bzw. schwarz-rotbraun). Kann ich denn gefahrlos meine Beete pflegen? Lassen die Hummeln sich umsiedeln? Und wenn ja, wer macht das?? Möchte jemand welche adoptieren? :o) Hilfe - es werden wirklich so langsam viiieeeele... Liebe Grüße, Hummelkaiser

Re: Hummelnester im Garten Harry 18.04.2009 16:36

Hallo Hummelkaiser,
es sind garantiert keine Hummeln. Es könnten Solitärbienen sein. Welche Art es ist, ist ohne Foto und Beschreibung schwer auszumachen.
Da Wildbienen (Solitärbienen)von sich aus nie angreifen, kann man sich völlig gefahrlos selbst in großen Nestansammlungen aufhalten, wo Tausende von Weibchen dicht beieinander nisten. Ob sie dort nisten oder nur Nistmaterial (Erde /Lehm) holen um ihre Kammern zu bauen müsste man beobachten.
Im Moment fliegen von den Hummelsorten fast nur Königinnen die Einzelgänger sind und sofort die Flucht ergreifen wenn man zB. eine schnelle Handbewegung in ihrer unmitelbaren Nähe macht.
Da Du keinen Wohnort angegeben hast, kann man schlecht sagen ob jemand in der Nähe wohnt der sich das mal anschauen kann.

Viele Grüße
Harry

Re: Re: Hummelnester im Garten Hummelkaiser 18.04.2009 16:53

Hallo Harry,

das klingt ja so, als würden dann noch mehr kommen. Wohne in PLZ 67117. Falls es Bienen sind: kommen die jedes Jahr wieder oder ist das irgendwann vorbei? Danke auf jedenfall für die Antwort - ich suche jetzt mal bei Wikipedia etc. nach den Bienen. Falls ich ein Foto machen kann, stelle ich es gerne mal zur Verfügung ;o) Allerdings haben wir hier gerade Dauerregen, da ist natürlich keines der unbekanntes Flugobjekte in Sicht...

Liebe Grüße!!

Re: Re: Re: Hummelnester im Garten Hummelkaiser 18.04.2009 16:59

Mir fällt gerade noch'was ein: welche Art (Hummel/Biene ...) belagert gerne die Stopper von den Rollläden und verschließt diese mit Sand/Erde ö.ä.? Die Flieger in meinen Beeten sehen den Rollladenbesetzern zumindest sehr ähnlich :o) Grüße!

... mir ist noch 'was eingefallen ... Hummelkaiser 18.04.2009 17:09

... es verschwinden ziemlich viele der Hummeln/Bienen im gleichen Loch. Solitärbienen sind doch Einzelgänger, oder täuscht der Name? Jetzt aber: schönes Wochenende wünsche ich mit - hoffentlich - bald wieder Sonnenschein!!!

Re: ... mir ist noch 'was eingefallen ... Horst 18.04.2009 19:33

Hallo Hummelkaiser,
schau doch einmal bei "www.Wildbienen.info" nach.
Es gibt auch Wildbienen, die teils sozial leben.
Grüße
Horst

Re: Re: Re: Hummelnester im Garten Hans777 18.04.2009 19:42

Hummelkaiser,
Du hast wahrscheinlich Mauerbienen, Osmia (cornuta oder bicornis) an den Rolläden.
In der Erde wird es sich um Sandbienen ( Andrena sp. ) handeln.
Beide sind nur wenige Wochen aktiv, dann ist Ruhe.

Gruß Hans

Re: Hummelnester im Garten Wolfgang 18.04.2009 20:34

Hallo Hummelkaiser,
guck 'mal weiter unten bei Wolfgang vom 13.04 , da wirst Du fündig.
Wolfgang

Wildbienen leben gefährlich........ Bettina 18.04.2009 21:17

..... wenn sie versuchen, in einen Hummelkasten einzudringen.

Letzte Woche beobachtete ich wieder einmal die Wildbienen, die in Massen meinen alten hölzernen Gartentisch umschwirren. Immer wieder sehe ich welche, die in die Bohrlöcher der Schrauben krabbeln. Auch am Dach des Hummelkastens sind einige Vertiefungen, die sorgfältigst von den Bienen untersucht wurden. Eine Biene fand dann auch den Eingang des Kastens, landete auf dem Brettchen und verschwand sofort im Inneren.

Herauskommen sah ich sie allerdings nicht und als ich einen Tag später den Schieber des Vorbaus öffnete, fand ich die tote Biene dort liegen, über und über mit Blütenstaub bedeckt. So traurig es für die Wildbiene ist - die Hummelkönigin scheint ihr neues Domizil mit allen Kräften zu verteidigen.

Re: Wildbienen leben gefährlich........ Harry 18.04.2009 22:32

Hallo Bettina,
interessante Geschichte. Habe es leider umgekehrt erlebt. Eine Wildbiene, konnte sie nicht genau bestimmen, hat das Einflugloch zum Hummelkasten einfach zugemauert. Anscheinend hatte die brütende Hummelkönigin davon nichts gemerkt.

Gruß Harry

Re: Re: Wildbienen leben gefährlich........ Frank-BS 21.04.2009 10:26

Das zugemauerte Flugloch ist ja bemerkenswert!

Ich finde auch manchmal tote Wildbienen, die von der Hummel-Königin anscheinend getötet wurden. Manchmal finden die Wildbienen aber auch einfach nicht wieder heraus.

Es gibt aber auch Beispiele, wo die Wildbienen ungestört ein paar Brutkammern oben im Kasten anlegen. Das alles funktioniert aber nur, solange die Königin noch allein ist und Begegnungen im Einlaufkanal eher selten sind.

Gruß
Frank.
beekarma - das tagebuch 2009 (externer Link, nicht mehr verfügbar)

riesige Hummel Janka 20.04.2009 11:55

Hallo,
vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen. Seit einigen Tage beobachte ich, wie eine grosse (ca. 3 - 3.5 cm) Hummel bei uns auf der Terrasse in die Rollokasten fliegt. Solch eine Grosse Hummel habe ich noch nie gesehen. Sie ist fast schwarz und am unteren Ende etwas grau und sie hat einen dicken kompackten Körper. Mich würde interessieren, was für eine Art das sein könnte. Foto habe ich leider noch nicht machen können.
Baut sich die Hummel jetzt dort ein Nest? Sollte man etwas dagegen unternehmen? Das Roll benutzen wir eigentlich nicht. Aber auch wenn ich es hoch und runter mache, fliegt die Hummel nicht wieder raus. Es scheint dort irgendwo eine Nische zu geben, wo sie sich sicher fühlt und eigentlich will ich sie auch nicht unbedingt stören.

Vielen Dank für eure Hilfe.

Re: riesige Hummel Harry 20.04.2009 12:14

Kann es sein das es eine Holzbiene ist?
Schau mal unter
http://www.bombus.de/nichthummel.aspx

Gruß Harry

Re: Re: riesige Hummel Janka 20.04.2009 13:02
Kann es sein das es eine Holzbiene ist?
Schau mal unter
http://www.bombus.de/nichthummel.aspx

Gruß Harry

Danke das habe ich schon gemacht, ist nach dem Bild aber nicht.
Gruss Jana

Re: Re: Re: riesige Hummel Angelika 20.04.2009 14:43

Wenn es nicht die blaue Holzbiene ist, bist Du Dir bei der Größenangabe sicher? Geht die Beschreibung etwas genauer? Z.B. Körperform, ist der Hinterleib etwas gekrümmt und spitzer als bei normalen Hummeln?
fg Angelika

Re: Re: Re: Re: riesige Hummel Hans777 20.04.2009 21:13

Janka,
eine Holzbiene wird nicht in einen Rolladenkasten schlüpfen. Es könnte sich um eine Baumhummelkönigin handeln. Die wäre aber höchstens etwa 25 mm lang. Um eine Ansiedlung zu verhindern müßtest Du die den Zugang zum Kasten versperren, wenn die Hummel ausgeflogen ist.

Gruß Hans

Re: Re: Re: Re: Re: riesige Hummel Janka 21.04.2009 18:02
Janka,
eine Holzbiene wird nicht in einen Rolladenkasten schlüpfen. Es könnte sich um eine Baumhummelkönigin handeln. Die wäre aber höchstens etwa 25 mm lang. Um eine Ansiedlung zu verhindern müßtest Du die den Zugang zum Kasten versperren, wenn die Hummel ausgeflogen ist.

Gruß Hans

Hallo und Danke für die Information.
Ich habe sie jetzt gestern noch etwas genauer gesehen und sie hat doch auch einen orangenen Streifen und sieht einer Baumhummel ähnlich. Mein Freund meinte dann auch, dass sie wohl eher 2,5 cm gross sein. Kann es für uns problematisch werden, wenn wir sie nisten lassen? Gestern hat sie uns doch ernergisch umkreist und auch wenn mir das nichts macht, so ist es für sie vielleicht Stress und mein Freund findet es auch nicht gerade toll. Ausserdem erwarten wir im Juni Nachwuchs, mit dem man vielleicht auch mal auf der Terrasse ist.

Gruss Jana

Re: riesige Hummel Hans777 21.04.2009 19:06

Janka,
wenn sie einen orangenen Streifen hat, ist es keine Baumhummel. Baumhummeln sind weniger friedlich als andere Arten. Wenn Du Dich entschließt, sie nisten zu lassen, darf der Rolladen bis zum Herbst nicht mehr bewegt werden. Bauschäden sind nicht zu befürchten.
Am besten einen Berater hinzuziehen:
http://www.hymenoptera.de/html/beraterdatenbank

Gruß Hans

Re: Re: Re: Re: Re: Re: riesige Hummel Angelika 22.04.2009 10:30

Baumhummeln haben einen bräunlichen Rücken und einen weißen Popo.
Sie sind wehrhafter als andere Hummelarten. Allerdings nisten bei uns seit Jahren Baumhummeln in der Hausverkleidung und wir sitzen direkt daneben. Es gab bisher nie Probleme. Der Flugweg sollte nicht verstellt werden.

fg Angelika