Beiträge aus 2008

Denk Hummelburg Ingrid 18.05.2008 21:43

Liebe Hummelfreunde,

leider wurde die Hummelburg nicht bezogen. Ich denke, es liegt daran, dass die Polsterwolle feucht wird. Ich habe die Hummelburg trocken aufgestellt. 5 x habe ich kontrolliert, jedesmal war die Polsterwolle klamm. Da mag daran liegen, dass es keinen "Laufgang" gibt. Die Öffnung führt ja direkt ins Nest. So möchte sicher keine Hummel wohnen.

Meine Meinung: Ich halte die Hummelburg als Nistplatz ungeeignet.

1. Sie ist zu klein für manches Hummelvolk.
2. Der kurze Laufgang macht sie nicht gerade attraktiv.
3. Die Polsterwolle wird aufgrund des fehlenden Laufganges feucht.

Was meint Ihr? Wer hat eine Hummelburg und hat bessere Erfahrungen gemacht als ich?

Viele Grüße
Ingrid

Re: Denk Hummelburg Manfred 19.05.2008 09:37

Hallo Ingrid,

ich habe die Hummelburg und sie wurde bisher jedes Jahr von selbst besiedelt (dieses Jahr mal wieder mit einer Erdhummel, trotz der geringen Größe und des sehr kurzen Laufgangs). Wie üblich hat die Erdhummel das Flugloch mit Polsterwolle verstopft, so dass es das beschriebene Feuchtigkeitsproblem gibt. Naturnester sind aber ähnlich feucht. Die Hummeln behelfen sich damit eine feste Wachsschicht um das Nest zu bauen.
Um das Eindringen von Feuchtigkeit vor der Besiedlung zu verhindern, habe ich einen Blumenuntersetzer in die Hummelburg gestellt. In den Untersetzer kommt eine Schicht Kleintierstreu und darauf dann die Polsterwolle. Zur Selbstbesiedelung grabe ich die Hummelburg dann bis zum Flugloch ein.

Gruß aus HH
Manfred

Re: Re: Denk Hummelburg Alexander (Bombus-Admin) 19.05.2008 09:46

Hallo Manfred,

wenn ein Hummelexperte wie Du eine Hummelburg "betreibt", mache ich mir keine Sorgen. Du weisst Die ja - wie beschrieben - zu helfen und weisst worauf es ankommt.

Stellt sich aber ein Laie die Burg in den Garten, dann ist das Scheitern der Hummel (sollte sie denn einziehen) vorprogrammiert.

Leider richtet sich die Hummelburg aber genau an die Laien, die "der Natur was Gutes tun" wollen. Und damit aber Schaden anrichten...

Alles Gute,

Alex

Re: Denk Hummelburg Alexander (Bombus-Admin) 19.05.2008 09:44

Hallo Ingrid,

ich habe die Hummelburg seit letztem Jahr. Sie schaut wirklich sehr schön aus - ist aber auch meiner Meinung nach nicht als Hummelnistkasten geeignet. Schon gar nicht für einen Laien.

Darum habe ich mich auch dagegen entschieden, die Hummelburg über bombus.de zu verkaufen. Ich bin am überlegen, ob ich nicht einen Artikel schreibe "Ungeeignete Nisthilfen". Auslöser war der Film mit Harry Abraham (Gartenzeit oder so ähnlich). Neben Harrys High-Tec-Nistkasten wurde dann zum Schluß vom Fernsehteam noch die Blumentopf-Methode vorgestellt - welch ein Graus!

Und in diesem "Ungeeignete Nisthilfen"-Artikel würde ich auch die Hummelburg mit aufführen.

Meine Erfahrungen:
sie wurde nicht bezogen (was gut ist). Die Kuppel verrutscht sehr leicht. Wenn man versehentlich dagegen stößt (z.B. mit dem Rasenmäher), dann wäre das für die Hummeln ein mittleres Erdbeben.

Der Eingangsbereich ist ungeeignet, da ein Laufgang fehlt und sich dadurch der Nestbereich fast im freien befindet.

Die mitgelieferte Menge an "Wolle/Watte" ist zum einen wegen der geringen Menge ungeeignet, zum anderen scheint mir dieses Material selbst nicht besonders geeignet zu sein.

Fazit: ich lasse die Hummelburg weiterhin im Garten stehen weil sie schön ist (erinnert mich an ein Hobbit-Haus), aber eine Hummel wird darin niemal wohnen. Vielleicht mal eine Maus?

Alex

Re: Re: Denk Hummelburg Ingrid 19.05.2008 16:05

Haqllo Alex,

ixh stimme Dir voll zu, die Hummelburg sieht schön aus, aber als Nisthilfe halte ich sie aus den genannten Gründen ebenfalls für nicht geeignet. Auch den Blumenuntersetzer als TIP von Manfred habe ich ebenfalls verwandt - trotzdem, ich bin nicht überzeugt!

Auch ich lasse sie im Garten stehen - als Zierde. Besiedelt wurde sie bisher nicht.

Meine beiden Schwegler-Nistkästen und der Hitec-Nistkasten von Harry sind aber besiedelt und alle drei Völker entwickeln sich sehr gut. Da ich schon Wachsmotten habe fliegen sehen, habe ich ein Auge auf die Völker und kontrolliert. Bis jetzt schauts gut aus.

Nächstes Jahr werde ich einen vierten Nistkasten - von Harry - dazukaufen - der ist sehr gut!!

Viele Grüße
Ingrid

Alex
Re: Denk Hummelburg Torsten 19.05.2008 14:24

Hallo,

zuerst möchte ich sagen das ich selber keine Hummelburg besitze, jedoch 5 Nistkästen und daher keine Erfahrung mit einer Hummelburg habe, möchte aber trotzdem meinen Senf dazu geben.

Aus meiner Sicht ist jeder Nistplatz der zusätzlich geschaffen wird von Nutzen für die Hummeln, da es sowie so zu wenig Nistmöglichkeiten gibt bzw. zu viele in gefährdeten Gebieten (z.b.: Wegränder die von der Gemeinde gepflegt werden oder unbebaute Grundstücke wo dann Gebaut wird.)
Nicht jeder Naturliebhaber der sich entscheidet einen kleinen Beitrag in seinem Garten zu leisten ist bereit diesen "Aufwand" zu treiben wie wir es tun. Sicher ist es nicht das optimale, doch für viele ist es der erste praktische Kontakt mit diesem Thema und vielleicht der Einstieg für eine besseren Schutz und somit auf dem richtigen Weg!
Ausserdem sind natürliche Nistplätze auch natürlichen Gefahren ausgliefert wie Sturzregen und kleinen Überschwemmungen usw..
Ich glaube auch nicht das ein Grasbüschel für eine Ackerhummel trockener ist als die Hummelburg und wird auch oft als Nistplatz akzeptiert bzw. wurde heuer mein Schwegler Igelhaus von einer Ackerhummel als Nistplatz ausgewählt. Dort ist der Eingang noch viel größer und Laufgang ist auch keiner vorhanden aber es ist sicher vor Regen.

Ich bin auch davon überzeugt, dass jede Königin die das Glück hat in einem Nistkasten ein Nest zu gründen eine bessere Ausgangsituation hat als jede die es in freier Natur tut. Und diese Tatsache alleine ist schon hilfe genung und wer mehr macht verbessert die Situation noch mehr.

Auf jedemfall wünsche allen viel Glück bei der Hummelhilfe! Und viel Freude beim beobachten.

Liebe Grüße

Torsten

Re: Re: Denk Hummelburg Alexander Schlecht (Bombus.de-Admin) 19.05.2008 16:13

Hallo Torsten,

danke für Deinen Beitrag.

Allerdings bin ich teilweise anderer Ansicht. Ich denke: lieber keinen Nistplatz schaffen als einen falschen. Und alles, was natürlich ist, ist besser als künstlich geschaffenes.

Lieber lasse ich eine Hummel im Mausloch, als daß ich sie im Nistkasten hätte. Das ist Natur!

Und die Hummelburg halte ich für den falschen Weg, weil damit möglicherweise Hummeln zwar zur Ansiedlung gebracht werden, sich aber leider in diesem künstlichen, suboptimalen Umfeld jedoch nicht entwickeln können.

Und ein Naturnest im Grasbüschel verträgt Feuchtigkeit besser als nasse Polsterwolle in der Hummelburg. Im Grasbüschel kann der Wind wieder trocknen - in der Hummelburg nicht.
Du schreibst:

Ausserdem sind natürliche Nistplätze auch natürlichen Gefahren
ausgliefert wie Sturzregen und kleinen Überschwemmungen usw..

Ja, aber das sind - wie Du sagst - natürliche Gefahren. Die Hummelburg ist eine unnatürliche Gefahr - so wie alle ungeeigneten Nistplätze. (z.B. Blumentopf-Methode etc.).

Und wer der Natur was gutes tun will, der solls auch richtig tun. Ein "bischen" richtig gibts nicht. Entweder "gscheid" oder "gar need".
Und wer einen Nistkasten aufstellen will, sich aber nicht drum kümmern mag - der soll's entweder bleiben lassen oder sich wenigstens einen "richtigen" Nistkasten anschaffen. Es gibt so viele wesentlich bessere Nistkästen als die erwähnte Burg.

Alles Gute,

Alex

aktueller Stand Frank-BS 19.05.2008 07:31

Aus meinen angesiedelten Königinnen (Maximalstand: sieben) haben sich letztlich drei vitale Völker mit Arbeiterinnen entwickelt: ein Erdhummelvolk und zwei Wiesenhummelvölker.

Bei den Erdhummeln ist schon die 3. Arbeiterinnen-Generation aktiv. Bei Wiesenhummelvolk-1 sollte sie demnächst auch ausfliegen.

Video (870kb):
Erdhummelarbeiterin der 3. Generation (fast schon Normalgröße) fliegt sich ein, während eine Arbeiterin der Vorgänger-Generation (deutlich kleiner) zurückkehrt. (externer Link, nicht mehr verfügbar)

Gruß
Frank.
www.hornissenschutz-bs.de (externer Link, nicht mehr verfügbar)

Re: aktueller Stand Manfred 19.05.2008 09:52

Bei mir sind von den fünf selbst angesiedelten Königinnen vier Völker hervorgegangen (je zwei Garten- und Erdhummelstaaten), wobei ja ein Volk leider seine Königin kurz nach dem Schlupf der ersten Arbeiterinnen im Kampf mit einer Nacktschnecke verloren hat.

Gruß aus HH
Manfred

Re: aktueller Stand Ingrid 19.05.2008 16:12

Hallo Frank,

von meinen drei Königinnen haben sich drei ebenso starke Völker entwickelt. Bislang kein Ausfall - Gott sei Dank.

Durch den Temperaturabfall - aktuell heute Mittag 15° / nachts etwa
8° - fliegen die Wachsmotten zurzeit nicht so stark wie in den vergangenen Tagen.

Viele Grüße
Ingrid

aktueller Stand bei mir Michel 19.05.2008 22:33

Auch bei mir sieht es derzeit sehr gut aus. 4 der 5 Koniginnen haben nun Arbeiterinnen:

Dunkle Erdhummel: seit 10. Mai Nachwuchs, 5-6 Arbeiterinnen, 2 Generation am Wochenende

Steinhummel 1 (Hornissenkasten): seit 14. Mai Nachwuchs, 7-10 Arbeiterinnen, aber recht klein

Steinhummel 2: seit gestern Nachwuchs, 5-6 Arbeiterinnen

Wiesenhummel: seit gestern Nachwuchs, 5-6 Arbeiterinnen, klein

Die Ackerhummelkönigin dürfte am Wochenende auch den ersten Nachwuchs haben. Nun mache ich mir nur noch etwas sorgen um Kuckuckshummeln. Bei der Erdhummel habe ich den Eingang verengt, da diese wohl sowieso nicht mehr ausfliegt bzw. die Versorgung durch die Arbeiterinnen gut funktioniert. Die anderen Königinnen fliegen teilweise noch. Bei Steinhummel 2 ist eine Wachsmottensperre (Klappe/ 2-Tunnelsystem) angebracht, was auch nicht so einfach von Kuckuckshummeln überwunden werden sollte.

Noch ein Wort zu den Erdhummeln. Diese verhalten sich bei Kontrollen ausgesprochen ruhig. Anscheinend hängt das mit den regelmäßigen Nest-Kontrollen zusammen. Es scheint, als ob sich die Tiere an die Kontrollen gut gewöhnen. Ich konnte das auch bei Baumhummeln im Jahre 2006 beobachten. Bei den regelmäßigen Kontrollen flogen einige Arbeiterinnen zwar auf (Imkeranzug war also ganz nützlich), aber sonst blieb die 200 Individuen starke Kolonie doch ziemlich ruhig. Zudem konnte man sich stets unmittelbar im Nestbereich aufhalten, es gab keine der nachgesagten Attacken...

Eine Frage am Rande: Bei der Abwesenheit der Königin kühlt die Brut doch recht schnell aus. Messungen aus verschiedenen Quellen hatten ja ergeben, das die Luft um die Brutwabe herum bei den Sammelflügen teils auf Außentemperaturniveau abfällt. Demnach scheint die Brut wohl kurzfristig sogar Temperaturen < 10 °C gut zu überstehen, gerade bei Erdhummeln, welche ja bei Temperaturen knapp über den Gefrierpunkt noch fliegen können. Wenn da die Luft im Nest auch auf 4-5 °C abkühlt, ist auch bei der Brutwabentemperatur maximal noch mit 10 °C zu rechnen. Beeinträchtigen solche Temperaturen nur die Entwicklungsdauer? Ab wann sterben die Larven eigentlich oder sind "geschädigt"?

Viele Grüße
Michel

Re: aktueller Stand bei mir Manfred 20.05.2008 17:31

Hallo Michel,

deine Erfahrungen mit den Erdhummeln kann ich nicht bestätigen. Obwohl mein eines Nest erst ca. 60 Arbeiterinnen hat, gehen die sofort zum Angriff über. (Ich kontrolliere aber auch erst dann, wenn Arbeiterinnen vorhanden sind.)
Bei den Gartenhummeln ist eine Kontrolle nicht mehr möglich, da die aufgrund der nächtlichen Kälte (letzte Nacht gab es wieder Bodenfrost) das gesamte Nest mit einer dicken Wachsschicht umgeben haben, die ich nicht zerstören möchte.
Seit heute gibt es auch bei der Erdhummel in der Hummelburg erste Arbeiterinnen, so spät war es bei Erdhummeln noch nie gewesen.
Interessant ist auch die Entwicklungszeit von der Annahme des Nistplatzes bis zum Ausflug der ersten Arbeiterinnen.
Gartenhummel: Bei allen drei Nestern 22 Tage;
Erdhummel: Nest 1: 25 oder 26 Tage; Nest 2: 27 Tage;
Ackerhummel: Nest 1: 23 Tage, Nest 2: 25 Tage.

Gruß aus HH
Manfred

Re: aktueller Stand Stefan Lennertz 21.05.2008 10:48

Hallo Frank,

aus meinen vier Völkern haben sich zwei aktive entwickelt, ein Wiesen- und einmal Erdhummelvolk. Alle waren selbstangesiedelt, einmal unter der Treppe, einmal Wiese, zweimal Nistgelegenheit. Das Nest unter der Treppe und eines aus der Nistgelegenheit haben sich weiterentwickelt.

Gruß,
Stefan

Ackerhummel doch noch da! Stefan Lennertz 21.05.2008 11:11

Die Ackerhummel aus Nistgelegenheit2 fliegt doch noch ein und aus, hatte sie allerdings seit 1Woche nicht mehr gesehen, und auch keinen Nachwuchs. Hoffentlich schafft sie es!

Was tun: Altnest vom Vorjahr wurde neu bezogen Alexander (Bombus-Admin) 19.05.2008 09:52

Hallo Hummelfreunde,

was würdet ihr in meinem Fall tun? Durch Schlamperei (ich gestehe) habe ich einen Nistkasten vom Vorjahr nicht gereinigt. Es befindet sich noch die alte Polsterwolle sowie alte Waben der Steinhummel darin. Wachsmotten, die zum Schluß einfielen, habe ich nicht mehr bekämpft, wohl aber die verpuppten Larven entfernt.

Nun wollte ich - viel zu spät - das Nest entsorgen. Erst als ich schon einen Teil herausgenommen habe kam mir eine Baumhummel entgegen. Überraschend friedlich, ohne ein Geräusch zu machen. Sie zupfte ein wenig an der Einstreu und der Wolle herum.

Ich ließ natürlich sofort von meinem Treiben ab und habe den Kasten geschlossen. Jetzt, einige Tage später, ist die Hummel immer noch da, offenbar habe ich das Nest zum Glück nicht zerstört.

Doch da die Hummel im alten Nestmaterial einnistet, wird sie wohl vermutlich Probleme mit Parasiten und Wachsmotten bekommen.

Ich habe vor abzuwarten, bis sich das Volk entwickelt hat, und dann das Nest in einen frischen Karton umzusiedeln (und am selben Platz belassen).

Oder habt ihr eine bessere Idee?

Alex

Re: Was tun: Altnest vom Vorjahr wurde neu bezogen Angelika L. 19.05.2008 10:23
Ich würde sofort mit BT behandeln und das Nest erstmal so lassen. Grüße, Angelika
Re: Re: Was tun: Altnest vom Vorjahr wurde neu bezogen Harry 19.05.2008 12:20

Hallo Alex,
würde es genauso machen wie Angelika vorgeschlagen hat, denn selbst nach dem Umsetzen musst Du mit BT behandeln. Baumhummeln werden ja fast zu 100% von Wachsmotten befallen. Alte Vogelnester sind ja auch nicht sauberer :-)
Gruß Harry

Re: Was tun: Altnest vom Vorjahr wurde neu bezogen Andreas 20.05.2008 20:16

Hallo Alex,

ich würde es etwas umständlicher machen als die zuvor genannten Vorgehensweisen.
Ich würde ein Rotlicht nehmen (das medizinische Gerät) und würde die Hummel nachts bei Rotlichbeleuchtung in einen anderen Kasten umsetzen. Natürlich nur das unmittelbare Nest. Auf die Behandlung mit BT würde ich dann verzichten.
Die Baumhummelkönigin sollte sich nach meinen Erfahrungen sehr schnell an die neuen Bedingungen und evtl. den neuen Standort gewöhnen.
Die Erfahrung, die Harry mit den Wachsmotten gemacht hat, kann ich nicht bestätigen.
Letztes Jahr hatte ich ein kräftiges Baumhummelvolk. Eines Tages war die Sperre (nach Horst Jäkel) ausgehängt. Als ich sie wieder einhängen wollte, war die Gegenwehr so heftig, dass ich verzichtete. Das Volk hatte bis zum Ende keinen Wachsmottenbefall im Gegensatz zu einem Steinhummelvolk mit kompletter Sperre bis zum Ende.

Gruß und viel Erfolg
Andreas

Hummelseminar Christian F. 19.05.2008 19:26

Hallo,
Ich wollte fragen, ob es solche Hummelseminare, wie die von
Dr. Melanie von Orlow auch in Süddeutschland gibt. Berlin (Ich komme aus Bayern) ist mir dann doch zu weit.

Wie man ein bedrohtes Nest umsiedelt, kann man wohl nur schwer aus einem Buch lernen... und einer Erlaubnis dafür bedarf es ja auch...

Grüße,
Christian

Re: Hummelseminar Angelika L. 20.05.2008 10:41

Mach es so wie ich: selbst die Initiative ergreifen und Organisator werden. Gute Werbung machen, dann kommen die Teilnehmer. Grüße, Angelika

Re: Re: Hummelseminar Christian F. 20.05.2008 18:58
Mach es so wie ich: selbst die Initiative ergreifen und Organisator werden. Gute Werbung machen, dann kommen die Teilnehmer. Grüße, Angelika

Hallo Angelika,
Das hört sich interessant an. Prinzipiell kann ich mir das gut vorstellen.
An wen hast du dich bezüglich des Vortrags gewandt?

Schöne Grüße,
Christian

Re: Re: Re: Hummelseminar Harry 20.05.2008 22:02

Hallo Christian,
es ist wirklich schade, das so wenige Hummelseminare angeboten werden.
Vergangenes Jahr hatte ich das Vergnügen an einem Seminar von Angelika teilnehmen zu dürfen. Die Vortragenden Melanie von Orlow und Peter Tauchert haben den Kurs sehr spannend und informativ gehalten. Er war für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen interessant. Imker informierten sich, um auch einen Einblick in die Lebensweise und Gefährdung der Hummeln zu bekommen. Schädlingsbekämpfer holten sich Informationen, wie sie komplette Völker umsiedeln können, anstatt die Giftspritze zu benutzen.
Selbst aus Bayern kamen Hummel- und Wespeninteressierte und scheuten den sechs Stunden langen Weg nicht um dieses Seminar zu besuchen.
Hummelbegeisterte Menschen sind eben immer noch Exoten und meist nur durch Foren wie zB. Bombus.de organisiert. Der Austausch von Informationen ist hier ein bequemer Weg, ersetzt aber oft nicht den persönlichen Kontakt. Der Naturschutzbund NABU bietet einem Unterstützung an, wenn man eine Arbeitsgruppe "Hymenoptera" auf die Beine stellen möchte. Vielleicht ist das ein Weg für Dich, Deinem Hobby und der Begeisterung für Hummeln Schwung zu geben.

Gruß Harry

Re: Re: Re: Re: Hummelseminar Angelika L. 21.05.2008 09:51
So hat Harry freundlicherweise schon alle Fragen beantwortet :-), sollte Melanie nicht können, kann ich noch Frau Dr. Pia Aumeier von der Ruhruniversität Bochum empfehlen. Grüße, Angelika
Re: Re: Re: Re: Hummelseminar Christian F. 22.05.2008 19:59

Hallo Harry,
Danke für deine Ausführungen, das ermuntert einen da mal nachzufragen. Vielleicht kann ich ja etwas organisieren ;) .

Schöne Grüße,
Christian

Neuer Hummelkasten Thomas 19.05.2008 20:41

Hallo,Wollt fragen bis zu welcher Jahreszeit es sich lohnt einen Hummelkasten zu plazieren. Bin nun mal ein blutiger Anfänger :-) und der Kasten ist auch jetzt erst fertig geworden.

Gruß Thomas

Re: Neuer Hummelkasten Andreas 20.05.2008 20:18

Hallo Thomas,

in dem Jahr wirds wohl nix mehr werden. So kannst Du aber stressfrei das nächste Jahr abwarten.
Da solltest Du dann ab Mitte März ein wachsames Auge auf nestsuchende Hummelköniginnen haben !

Gruß Andreas

Re: Re: Neuer Hummelkasten einstein 21.05.2008 11:29

Hallo Andreas!
Mit heuer könnte es schon noch was werden, dazu müß0test aber über 800 m Seehöhe hinauf, denn ich besiedele auch noch Ende Mai Kästen.
Die Arten, welche bei uns fliegen sind ja in größeren Höhen erst viel später an der Reihe.
Weis ja nicht wo Du wohnst, aber in den Alpen in Bayern oder im Harz - speziell am Brocken könnten schon noch genug Hummeln fliegen und auf ein Nest warten.
Also es geht immer noch!!!!
Gruß Albert

www.hummelzucht.at

Re: Re: Re: Neuer Hummelkasten Thomas 21.05.2008 19:15
Hallo Andreas!
Mit heuer könnte es schon noch was werden, dazu müß0test aber über 800 m Seehöhe hinauf, denn ich besiedele auch noch Ende Mai Kästen.
Die Arten, welche bei uns fliegen sind ja in größeren Höhen erst viel später an der Reihe.
Weis ja nicht wo Du wohnst, aber in den Alpen in Bayern oder im Harz - speziell am Brocken könnten schon noch genug Hummeln fliegen und auf ein Nest warten.
Also es geht immer noch!!!!
Gruß Albert

Also hier im Westfälischen hat sich ein aufstellen somit erübrigt? Ansonsten erst nächstes Jahr,ok....die kolonie im Meisenkasten ist prima am gedeihen,Grund genug für weiteres planen.....
Gruß Thomas

www.hummelzucht.at
Selbstbesiedlung sehr erfolgreich! Stefan Lennertz 22.05.2008 15:32

Hallo liebe Hummelfreunde,

ich würde mel gerne euere Meinung zum Thema Ansiedeln hören.

Ich selber habe noch nie ein Nest besiedelt, zum einen weil ich sehr wenig Zeit habe, zum andern weil ich es nicht für unbedingt Notwendig halte. Gerade Anfänger können hier einiges falsch machen, Hummeln verletzen, Nistgelegenheiten falsch aufbauen, oder Hummeln fangen die gar nicht auf Nistplatzsuche sind. Mal davon abgesehen das es Kindern schwer zu vermitteln ist warum sie keine fangen sollten, wenn man selber es auch macht.

Desweiteren ist es ja auch nicht das Ziel sich zum Nistplatzhilfen- und Ansiedel- Experten zu entwickeln, sondern seine Umgebung so zu gestalten, bzw. sich entwickeln lassen, das die Tiere ohne unser zutun Nistplätze und Futter finden. Nistgelegenheiten sehe ich da bei mir eher als Ergänzung, oder zum beobachten. Ein Garten in dem man nur Hummeln in Nistkästen, aber keine selbsangesiedelten findet solte eigentlich nicht das Ziel sein.

Aktuelle Bilanz:
3 Nester in Nistgelegenheiten (alles Einfachnistkästen von Armin Krenz ; WebAdresse: http://www.arminkrenz.de/hummeln.html )

2 Nester am Hang (den ich genau dafür vorgesehen habe)

1 Nest unter der Treppe.

je 2x Wiesenhummel, Ackerhummel und Erdhummel.

wobei eigentlich nur Wiesen- und Ackerhummeln die Nistgelegenheiten in Selbsansiedlung annehmen (seit ca. 4 Jahren)

Für Euere Ansichten wäre ich sehr dankbar!
Gruß,

Stefan

Re: Selbstbesiedlung sehr erfolgreich! Alexander Schlecht (Bombus.de-Admin) 22.05.2008 16:41

Hallo Stefan,

was soll man dem noch hinzufügen außer: Du hast vollkommen recht!

Wer mit Gewalt Nistkästen besiedelt (um vielleicht auch noch damit anzugeben) hat irgendwas nicht richtig verstanden. Und die "aktive" Ansiedlung birgt genau die Gefahren, die Du beschrieben hast.

Ich habe in diesem Jahr auch keine Hummel aktiv angesiedelt, scheine aber trotzdem zwei Völker zu haben. Es mag einen zwar schmerzen, wenn man keinen Nistkasten hat, den man hüten kann. Aber wenn Hummeln in der Natur gute Nistmöglichkeiten finden sind diese 1000mal besser als jeder Nistkasten. Und das mit oder ohne Wachsmotte...

Der beste "Nistkasten", den man aufstellen kann, ist ein naturbelassener Garten...

Alex

Danke für die vielen Antworten! Stefan Lennertz 23.05.2008 21:39

Hallo Hummelfreunde,
über die vielen Antworten bin ich sehr froh.

Ansiedeln halte ich für o.K. soweit es mit Bedacht durchgeführt wird, so wie es bei den Teilnehmern an der Diskussion sicherlich der Fall ist. Sollte es wie bei Bernd oder Angelika ( kenne die Umgebung ja auch ganz gut ;-) mit der Ansiedlung ansonsten nicht klappen, bleibt einem Hummelfan fast nichts anderes übrig.

Es gibt wohl nichts depriemierenderes als das Erlebnis nach Hause zu kommen, und keine Hummeln an den Blumen bzw. auf Futtersuche zu finden. So wie es bei mir letztes Jahr der Fall war, da hatte ich nur Wiesenhummeln, und ab Juli war nichts mehr da.

Aber es ist mir nicht genug selber Hummeln zu haben, ich will das sie in jeder Siedlung, in Städten und Dörfern, auf Wiesen und Äckern ganz selbstverständlich ein Zuhause finden. Ich möchte das die Tiere ganz selbsverständlich um uns herumfliegen und ihren Job machen können, um uns Menschen mit Obst, Gemüse und Kräutern zu versorgen. Leider entfernen wir uns im Moment eher von diesem Ziel, als sich ihm zu nähern.

Es ist beeindruckend wie meine Nisthilfen und mein kleines Grundstück dazu beigetragen haben den Hummeln und der Natur auf die Sprünge zu helfen, ganze sieben Hummelnester zähle ich zur Zeit. Garten- und Steinhummeln gibt es bei mir allerdings gar nicht mehr. Nistgelegenheiten sind nur eine Übergangslösung um das schlimmste zu verhindern, oder zumindest herauszuzögern, aber keine Lösung. Ohne das man seinen Garten umgestaltet, und den Unterschied zwischen Verwahrlost und Naturnah an den Man bringt, haben wir nichts erreicht.

Gruß und Danke,
Stefan

Re: Danke für die vielen Antworten! Angelika L. 23.05.2008 23:20

( kenne die Umgebung ja auch ganz gut ;-)
Hallo Stefan, da hat sich aber einiges verändert! :-) Schnapp´Deine Familie und komm mal auf einen Kaffee :-), Grüße Angelika
PS
Hier im Wipperführter Raum scheint es keine Stein- und Gartenhummeln mehr zu geben. In fünf/sechs Jahren ist mir nur von jeder Art je einmal eine Königin begegnet.

Re: Selbstbesiedlung sehr erfolgreich! Manfred 22.05.2008 17:35

Hallo Stefan,

bei mir hat es bisher auch immer mit der Selbstbesiedlung geklappt, nachhelfen musste ich noch nie. Hin und wieder gibt es auch Naturnester. Diese entwickeln sich in der Regel aber schlechter als die Nester in den Nistkästen.
Wenn der Garten für Hummeln ansprechend gestaltet ist und die Nistgelegenheiten an den richtigen Stellen angeboten werden, kommen die Brummer schon von selber. Wenn Nistgelegenheiten nie genutzt werden, sollten sich die Leute erste einmal über die Bedürfnisse der Hummeln richtig informieren und sie in der Natur und in ihrem Garten genau beobachten anstatt welche einzufangen und aktiv anzusiedeln. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass bei unsachgemäßer aktiver Ansiedlung auch bereits bestehende Nester zumindest beeinträchtigt wenn nicht vernichtet werden, da falsche Königinnen eingefangen werden.
In meinen Vorträgen kommt daher auch das Thema aktive Ansiedlung nicht vor.

Gruß aus HH
Manfred

Re: Selbstbesiedlung sehr erfolgreich! Martin 22.05.2008 19:55

Ich bin da absolut deiner Meinung. Wenn ich da manchmal lese, wie Leute hier Hummeln regelrecht jagen, um ihnen eine vermeintlich sichere Bleibe aufzudrängen, kann ich nur den Kopf schütteln.

Wenn ich Trachtpflanzen in den Garten setze, fange ich doch auch keine Hummeln und zwinge sie, die anzufliegen.

Entweder sie finden es von selbst und nehmen es an oder irgendwas stimmt mit dem Angebot nicht.

Natürlich kann ich es nachvollziehen, dass man als Hummelschützer auch unbedingt ein eigenes Volk im Garten haben will oder die Art, die einem bisher noch fehlte und dann mit Fangnetz und abgesägter Spritze auf Jagd geht. Aber man sollte dann mal nachdenken, für wen man das eigentlich alles macht. Für die Tiere oder sich selbst?

Re: Selbstbesiedlung sehr erfolgreich! Bernd 22.05.2008 20:37

Hallo Stefan,
ich habe vier Eigenbau-Hummelkästen aus Holz im Einsatz. Zwei in meinem Garten am Stadtrand und zwei im Garten hinterm Wohnhaus. Im Stadtrandgarten hoffe ich immer auf Selbstansiedlung, da ich hier zur Gartenarbeit bin und dadurch wenig Zeit für die Hummeln habe. In diesem Jahr sind beide Kästen leer geblieben, obwohl sie an bewährten Stellen stehen. Seit gestern blüht hier ein Beet Büschelschön und ich habe noch keine Hummel daran gesehen. Im Hausgarten habe ich die zwei einzigen nestsuchenden Jungköniginnen, die ich überhaupt auf meiner kleinen Wiese unterm Kirschbaum bisher in diesem Jahr sah mit „Gewalt“ wie es Alex bezeichnet, in meine beiden Kästen eingesetzt. Beide haben sich meinem Zwang unterworfen und haben die gebotenen Nistmöglichkeiten angenommen. Mittlerweile fliegt aus beiden Kästen die erste Generation zur Arbeit aus. Für mich sind diese beiden Kästen wie für einen Zierfischfreund sein Aquarium. Sie stehen in unmittelbarer Nähe zu meiner Gartenschaukel, von da aus treibe ich mit einem Fläschchen Bier in der Hand meine Beobachtungen. Ich gebe auch mit meinen Hummeln an. Jeder Gast bekommt sie von mir gezeigt und jeder hört sich dann auch gern meine Ausführungen über das Leben der Hummeln und deren Gefährdungen in heutiger Zeit an. Größtes Staunen setzt ein, wenn ein kleines Hummelchen die geschlossene Mottenklappe meistert und in den Kasten gelangt. Hier erkenne ich immer wieder wieviel Unwissenheit über dieses Thema herrscht. Jedenfalls schreibe ich mir auf meine Fahne, dass ich so schon viel Aufklärung in meinen Bekanntenkreis gebracht habe. Natürlich ist mir bewusst, dass ein Nistkasten und sei er auch noch so perfekt gebaut (wie meine) immer etwas unnatürliches darstellt. Ohne negative Wettereinflüsse, vor ihren Feinden der Wachsmotte weitgehend geschützt kann hier auch eine schwache Königin ein großes Volk gründen. Die natürliche Selektion ist hier außer Kraft gesetzt. Und dennoch erfüllt es mich mit Freude, wenn ein Hummelvolk in einem meiner Kästen zu Höhepunkt gelangt und es fliegen Jungköniginnen für das kommende Jahr aus. Die Überwinterung bringt dann auch für sie eine natürliche Auswahl.
Gruß Bernd

Re: Selbstbesiedlung sehr erfolgreich! Christian F. 22.05.2008 21:15
Wer mit Gewalt Nistkästen besiedelt

Es kommt darauf an was genau du meinst. Es gibt tatsächlich jemanden, der in diesem Forum ab und zu vorbeischaut und dessen Methoden ich verachtenswert finde. Was er unter "aktiv" Ansiedeln versteht ist tatsächlich Gewalt und niederträchtig. Wenn man seine Ausführungen liest vergeht einem fast die Lust an der eigenen Arbeit die man reinsteckt...
Aber wenn man eine Hummel auf vernünftige Art und Weise fängt, sich an die Regeln, wie die von Eberhard von Hagen hält und ihr seinen Kasten zeigt, den man gebaut hat, ist das beim besten Willen keine "Gewalt". Aber du hast recht 4 Minuten wird sie gegen ihren eigenen Willen festgehalten. (Wobei man das auch nicht direkt sagen kann da sie bei mir eigentlich freiwillig in das Röhrchen im Kasten krabbelt und ich sie nie schieben muss. Sie geht gerne... und allein das macht schon Spaß es zu sehen.)

Grüße,
Christian

Re: Selbstbesiedlung sehr erfolgreich! Angelika L. 22.05.2008 23:05
Hallo,

auch ich raufe mir in letzter Zeit oft die Haare, wenn ich so manchen Beitrag hier lese. Ich biete ca. zehn Nistgelegenheiten für Hummeln an, manchmal siedele ich aktiv an und freu mich, wenn`s klappt. Ansonsten gibt es in unserem Garten nur noch Trachtpflanzen, der ganze Garten brummt und summt, viele Wildpflanzen wachsen hier und es gibt wilde Ecken, trotzdem ist unser Garten schön. An vielen Stellen habe ich Solitärbienennistplätze aufgegestellt oder gehängt, dazu seit letztem Jahr noch die Honigbienen plus Kästen für Hornissen. In jeder freien Minute bin ich draußen und schaue und staune und lausche. Für mich sind die gepflegten Gärten in der Umgebung steril und tot. Und das ist das eigentliche Dilemma der Insekten, welcher Art auch immer.
Deshalb mache ich Öffentlichkeitsarbeit und das Interesse und Verständnis der Mitmenschen wächst. Manchmal beginnt das Gespräch einfach aufgrund von Ängsten und endet mit Verständnis und hat dann auch hoffentlich Folgen. Öffnet Eure Hummelgärten und bietet eine Exkursion an, dann erreicht ihr sicher so manchen Naturfreund oder auch Leute, die es dann werden wollen. Grüße, Horni

Re: Re: Selbstbesiedlung sehr erfolgreich! Bernd 23.05.2008 13:15

Hallo Angelika,
vermutlich raufst Du Dir u.a. wegen meinem Beitrag die Haare weil ich von Gewalt beim Ansiedeln schreibe und das ich mit meinen Hummeln angebe. Gewalt hatte ich absichtlich in Anführungsstriche gesetzt. Denn jeder der ein Herz für Hummeln entdeckt hat wird wissen, dass hier mit Gewalt überhaupt nichts geht. Wenn ich eine Hummel in einen meiner Kästen setze, so lasse ich sie keine 2 m davon entfernt in ein von mir gefertigtes spezielles Röhrchen laufen. Dieses Röhrchen ist aus durchsichtiger Folie und hat ein zweites Röhrchen aus schwarzer Pappe darüber. Das Pappröhrchen ist auf dem Folienröhrchen verschiebbar, so dass ich die Position der Hummel darin genau bestimmen kann, da sie immer zum Hellen hin will. Ein solcher Einsetzvorgang dauert maximal 10 Sekunden und die Hummel ist im Kasten. Und glaubt mir bitte, sobald auch nur die geringste Verletzungsgefahr für eine Königin besteh, lasse ich ab von ihr. Verantwortungsbewusstes Handeln ist die Voraussetzung gerade im Umgang mit so sensiblen Insekten wie es die Hummeln nun einmal sind. Wenn ich schreibe, dass ich mit meinen Hummeln auch angebe, dann meine ich doch nur, dass ich jeden Interessierten und auch Nichtinteressierten den Flugverkehr an meinen Kästen zeige, um so gleichzeitig viele Fragen über die Lebensweise dieser Insekten beantworten zu können. Jeder, der meine Erläuterungen verfolgte, ob Kind oder Erwachsener, wird das Insekt Hummel fortan in der Natur bewusster und mit aufgeschlossenen Augen begegnen. Ich sehe darin auch einen Beitrag zum Hummelschutz.
Gruß Bernd

Re: Re: Re: Selbstbesiedlung sehr erfolgreich! Angelika L. 23.05.2008 23:15
Hallo Bernd, nein, nein, das hast Du ganz falsch verstanden, ich meinte damit nicht Deinen Beitrag, sondern frühere Beiträge hier im Forum, z.B. die Ameisensäurediskussion. Ich denke,Du machst es schon richtig! Und wenn ich Hummeln im Garten habe "strunze" ich auch damit und zeige es den Besuchern samt dazugehörendem Vortrag :-). Grüße, Angelika
Re: Selbstbesiedlung sehr erfolgreich! Klaus 27.05.2008 20:40

Liebe Hummelfreunde,
bisher hatte ich mit Selbstbesiedlung wenig Glück, aber dieses Jahr wurden alle meine drei Schweglernistkästen auf Anhieb selbst besiedelt. Ich dachte schon, ich würde dieses Jahr gar keine Hummel mehr ansiedeln können, weil ich schon die ersten Arbeiterinnen herumfliegen sah. Und dann wurden alle drei Kästen besetzt. Ich fand sogar eine tote Gartenhummelkönigin in einem der Kästen, was auf einen Kampf zwischen rivalisierenden Königinnen hindeutete. Das tat mir sehr leid, weil ich bisher noch kein Gartenhummelvolk hatte.

Wichtig scheinen mir folgende Gesichtspunkte zu sein: Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Hummel den Nistkasten von selbst findet, ist viel größer, als man vielleicht denkt. Zusätzlich kann durch geschickte Maßnahmen der Erfolg noch gesteigert werden: Besonders wichtig scheint mir ein offener Vorbau zu sein, weil dadurch eine dunkle Höhle imitiert wird, durch die Königinnen angelockt werden. Wenn eine Königin erst einmal kurz davor verweilt, hat sie auch schon fast den Eingang entdeckt. Die Kästen sollten nicht zu sehr versteckt oder durch Zweige verdeckt sein, damit die Hummeln sie besser finden. Oft suchen Hummeln unter Dachvorsprüngen nach Nestmöglichkeiten. Wenn man einen alten Schuppen oder ein Gartenhaus hat ergeben sich sehr gute Standorte für einen Hummelstand direkt daneben. Auch scheint die Nähe zum Boden keine große Rolle zu spielen.

Gerade meine Entdeckung mit der toten Gartenhummelkönigin zeigt, dass die Umgebung von den Hummeln förmlich durchsucht wird nach geeigneten Nistmöglichkeiten. Deshalb brauchen wir als Hummelfreund keine Angst haben, keinen Erfolg bei der Ansiedlung zu haben. Außerdem empfiehlt es sich, die wertvolle Zeit besser mit dem Anbau von Trachtpflanzen zu nutzen und den Garten möglichst naturnah zu gestalten, als lange zu warten, bis man eine nestsuchende Königin gefunden hat. Wenn sie mir bei der Arbeit im Garten begegnet, nutze ich jede Chance, sie selber einzusetzen, ansonsten kann ich die Arbeiterinnen im Sommer an den Blüten bestaunen.

Aber man braucht schon Übung, wenn man das Einsetzen mit bloßen Händen machen möchte. Ich kann gar nicht glauben, dass einzelne Hummelfreunde mit Gläsern oder anderen Hilsgeräten zum Erfolg kommen.

Wir wissen, dass Hummeln große Vorbilder sind, von denen man mehr lernen kann, als die meisten glauben.

Viele Grüße
Klaus

Steinhummelnachwuchs Timo 22.05.2008 20:16

Hallo Hummelfreunde,

bei meinem Steinhummelnest 1 von zweien ist seit 2 Tagen Nachwuchs da. Ich schätze die Arbeiterinnen, die ausfliegen, auf 6-7 Tiere. Es freut mich natürlich sehr, dass ich auch dieses Jahr wieder Steinhummeln in meinen Kästen habe.
Jetzt noch eine Frage:
Ich hatte immer Sorgen, dass meine Steinhummelkönigin den Tag, wo die ersten Arbeiterinnen fliegen, nicht überlebt.
Ist das Ausfliegen der Arbeiterinnen jetzt ein Hinweis dafür, dass die Königin lebt?
Viele Grüße aus dem Nordschwarzwald
Timo

Re: Steinhummelnachwuchs Marcel 22.05.2008 23:02

Ja die Königin dürfte jetzt die heiße Phase überstanden haben und kann sich nun aufs Eier legen konzentrieren.

Re: Re: Steinhummelnachwuchs Timo 23.05.2008 13:44
Ja die Königin dürfte jetzt die heiße Phase überstanden haben und kann sich nun aufs Eier legen konzentrieren.

Danke Marcel für deine Einschätzung, da kann
ich ja wirklich beruhigt sein.
Viele Grüße
Timo