Beiträge aus 2003

Abgestorben Michel 02.07.2003 18:25

Hallo,
in meinem Wiesenhummelvolk herrscht jetzt gähnende Leere. Bis auf die zahlreichen Wachsmotten! Alle Hummeln sind verstorben oder ausgeflogen, bis auf 3 Jungköniginnen + 2 weitere noch sammelnd Jungköniginnen, die noch zu finden sind, aber sicher auch nur noch für 1-2 Tage. Ich haben aufgrund der Wachsmotten heute das Nest entfernt sowie alle darin befindlichen Mottenlarven vernichtet. Nun sind nur noch einzelne Mottenlarven in der Wolle, welche ich jedoch erst nach dem Abfliegen der letzten Jungköniginnen entfernen werde. Das Nest ist trotz des starken Befalls deieser Plagegeister hoch gut erhalten und dashalb habe ich es nach gründlicher!!! Reinigung präperiert. Interessant ist, dass die letzten Königinnen aufgrund der Nestentfernung ihr Futter von den Sammler-Königinnen folgend erhalten: Die Sammler-Königinnen spucken den Nektar vor eine noch frisch geschlüpfte Jungkönigin, welchen diese dann aufnimmt. Pollen wird dabei einfach vor der Jung-Königin abgestreift. Insgesamt sind unglaubliche 69 Jungköniginnen geboren wurden, etwa nochmal so viele Drohnen und zahlreiche Arbeiterinnen. Daher ist das Ergebnis des Nestes sehr gut und ich hoffe sehr auf einige Rückkehrer. Nun noch folgende Frage: Da die Wiesenhummeln ja scheinbar doch Rückkehrer sind und nächstes Jahr wiederkommen, möchte ich fragen, ob die Rückkehrerin den Nistkasten auch noch dann findet, wenn er 20 cm weiter verschoben werden würde?

Gruß,
Michel

Re: Abgestorben Alex 03.07.2003 08:30

Hallo Michel,

fast 70 Nachkommen aus einem Wiesenhummelvolk, das scheint mir sehr rekordverdächtig!

hoch gut erhalten und dashalb habe ich es nach
gründlicher!!! Reinigung präperiert.

Mich würde interessieren, wie Du das Nest präpariert hast!

ob die Rückkehrerin den Nistkasten auch noch
dann findet, wenn er 20 cm weiter verschoben
werden würde?

Vermutlich ja, da die Rückkehrer sich teilweise nicht mehr so genau erinnern, bzw. im Frühjahr die Umgebung etwas verändert aussieht und sie deshalb ohnehin die ganze Umgebung absuchen.

Allerdings gibt es dann oft auch Geschwistermord, wenn mehrere Jungköniginnen in das Nest zurückkehren wollen.

Ich mache es daher meist so: Ich stelle den Kasten an die GLEICHE Stelle, verschließe aber die Eingänge. Wenn ich nun beobachte daß eine Rückkehrerin versucht den Kasten zu betreten öffne ich ihr den Eingang, sie schlüpft rein, ich mache wieder alles dicht. Dann trage ich den Kasten mitsamt Hummel an einen anderen Standort, öffne den Kasten wieder. Die Jungkönigin merkt sich dann diesen neuen Standort problemlos und die Geschwister finden nicht so ohne weiteres in den gleichen Kasten.

Dies kann man mit mehreren Kästen machen, so daß man gleich mehrere Rückkehrerinnen ansiedeln kann.

Allerdings muß man die Zeit haben und auf die Rückkehrer "warten". Die kommen aber in der Regel ohnehin nicht alle gleichzeitig am selben Tag.

Bei fast 70 Junghummeln hast Du gute Chancen nächstes Jahr viele Kästen zu besiedeln!!

Viel Glück ;)

Alex

Gruß,
Michel
Re: Re: Abgestorben Michel 03.07.2003 16:00

Hallo Alex,

fast 70 Nachkommen aus einem Wiesenhummelvolk, das scheint mir sehr rekordverdächtig!

Ich konnte ebenfalls noch nie so viele Jungköniginnen in einem Nest dieser Art finden. Doch freue ich mich über diese Überraschung sehr.

Mich würde interessieren, wie Du das Nest präpariert hast!

Haarlack nutze ich für das Präperieren aller Nester, ob von Hummeln oder Wespen. Dadurch werden Bakterien weitesgehend entfernt, welche später das Nest noch zerstören könnten. Auch werden vor allem Wespennnester stabiler. Aber vorsicht: Bei Wespennester sparsam mit dem Spray umgehen, da sonst das Wespenpapier nachdunkelt.

Danke für deine ausführliche Auskünfte. Ich werde nächstes Jahr noch zusätzliche Nistkästen aufstellen, welche dann von den Rückkehrern vielleicht ebenfalls besetzt werden.
Bilder vom diesjährigen Nest werde ich noch nachreichen.

Viele Grüße,
Michel

Re: Abgestorben Susanne 03.07.2003 10:19

69 Jungköniginnen geboren wurden, etwa nochmal so viele Drohnen und zahlreiche Arbeiterinnen. >

hallo Michel, wie kann man so genau feststellen, wieviele Einzeltiere es jeweils sind? Ich hab auch versucht zu zählen, aber ich sehe ja nie alle gleichzeitig, dafür manche öfters beim rein- und rausfliegen. Zählst du die im Stock oder draußen?
Herzliche Grüße
Susanne

Re: Re: Zählen Michel 03.07.2003 15:49

Hallo Susanne,

hallo Michel, wie kann man so genau feststellen, wieviele Einzeltiere es jeweils sind? Ich hab auch versucht zu zählen, aber ich sehe ja nie alle gleichzeitig, dafür manche öfters beim rein- und rausfliegen.

Ich zähle die Hummeln niemals einzeln, dass wäre wirklich zu aufwendig. Nach dem absterben des Volkes erkennt man an der Zellengröße, wie viele Königinnen, Arbeiterinnen und Drohnen schlüpften. Vor allem dieses Jahr waren die Jungköniginnen besonders groß und daher fallen diese Zellen deutlich auf. Manchmal, vor allem bei kleinen Jung-Königinnen fallen diese Zellen nicht so sehr auf und es wird schwierig, zu bestimmen, was sich darin entwickelte. Immerhin habe ich auch bei jeder Nistkastenkontrolle Photos gemacht (bald zu sehen), und immer 7 Tage später erneut kontrolliert. Dabei findet man auch raus, aus welchem Zellkomplex die jeweilige Kaste schlüpft.

Was für eine Hummelart hast du eigentlich in deinem Nistkasten?

Viele Grüße und viel Glück mit deinem Volk,
Michel

Re: Re: Re: Zählen susanne 04.07.2003 13:59

hallo Michel, danke für die Zählinfo.

Was für eine Hummelart hast du eigentlich in deinem Nistkasten?

Najaaaa, entweder Ackerhummeln oder Baumhummeln.
Für letztere spricht der eher weisse Po, für erstere dass sie sich recht friedlich verhalten wenn ich reinschaue (sie surren schon ein wenig rum, werden aber nicht richtig aggressiv) und dass der Kasten am Boden steht.

Ich finde mich gerade erst ins Hummelbestimmen ein und habe es noch etwas schwer, zumal die Damen und Herren ja nie ruhig sitzen bleiben. Irritierend war für mich auch, dass ich mir ziemlich sicher bin, dass "meine" Hummeln bei Nestbeginn anders aussahen. Da hatten sie gelbe Streifen, glaub ich. Jetzt sind aber alle eindeutig rostbraun,schwarz und grauweiß und tragen eifrig Pollen und Honig ein.
In meinem Garten gibt es als Blütengäste mehrere verschiedene Hummelarten, so übe ich also weiter und wenn das Nest leer ist, kann ich dann ja sehen ob es Pollenstorer oder Pocketmaker sind ....und neu gelernt: natürlich wieviele Königinnen es gab.
Grüße von susanne

Re: Re: Re: Re: Zählen Michel 05.07.2003 14:11

Hallo Susanne,

Noch was zu deiner Frage:

Irritierend war für mich auch, dass ich mir ziemlich sicher bin, dass "meine" Hummeln bei Nestbeginn anders aussahen. Da hatten sie gelbe Streifen, glaub ich. Jetzt sind aber alle eindeutig rostbraun,schwarz und grauweiß und tragen eifrig Pollen und Honig ein.

Eine solche Veränderung ist durchaus möglich. Wenn z. Bsp eine Erdhummel ihr Nest gründete und nach der Eiablage verstarb und zufälligerweise eine neue Königin (z.Bsp. eine Baumhummel) dazukam, welche sich auch diesen Nistkasten anschaute um gegenbenenfalls darin ein Nest zu geründen, dabei aber auf die verlassenen Waben stößt (die neue Königin erkennt an der Nesttemperatur und natürlich an der Fütterung der Larven, dass das Nest nicht mehr versorgt wird), kann es sein, das sie das Nest adoptiert, also die bereits gelegten Eier, sofern sie noch leben, als die ihren betrachtet. Diese Erdhummellarven werden also von einer Baumhummelkönigin aufgezogen, wobei die Eredhummelarbeiterinnen irgendwann schlüpfen und dann beim weiteren Aufbau der Baumhummelvolkes helfen. Die Erdhumnmelarbeiterinnen sterben jedoch nach einigen Wochen altersbedingt ab, während sich aus den mittlerweile gelegten Eier Baumhummeln entwickeln und somit irgendwann nur noch Baumhummeln im Nest zu finden sind.

Das selbe kann passieren, wenn eine Königin, die ihr Nest verloren hat, oder kein geeigneten Nistplatz fand, ein anderes gleichartigen oder anderartiges Nest übernimmt. Dabei achten die vagabundierenden Nestbesetzerinnen nur darauf, dass das zu übernehmende Nest auch zu der ihr gehörenden Pollenlagergruppe gehört (Pollenstorer, Pocketmaker). Nur in den seltensten Fällen nimmt eine solche Königin auch ein Nest einer anderen Pollenlagergruppe an.

Viele Grüße,
Michel

Re: Re: Re: Re: Re: Zählen susanne 06.07.2003 21:37

hallo Michel,
danke für die Erklärung zur Änderung der Hummelart, dann hatte ich im Frühjahr vielleicht doch keine Halluzinationen. Schade nur, dass ich die mögliche "Adoption" nicht bewußter mitgekriegt habe.

Ich weis jetzt sicher, dass es Baumhummeln sind, oder (fast) waren. Ich habe tote Jungköniginnen gefunden und sicher bestimmen können. Außerdem quittieren sie meine bisherigen Versuche, sie von Wachsmottenlarven zu befreien mit energischem Widerstand, ganz artgemäß also, nur leider unpassend.
Deine Hummeln hatten doch auch Wachsmotten, oder? Ich bin für Tips und Hilfe dankbar (siehe Beitrag Plagegeister), es sieht echt schlimm aus.
Grüße Susanne

Re: Re: Re: Re: Re: Zählen Manfred 07.07.2003 13:28

Hallo Michel,

gibt es überhaupt einen belgten Fal, dass ein bestehendes Nest von einer Königin der anderen Pollenspeicherart übernommen worden ist. Von der Logik ger müssten die LArven der neuen Könign aufgrund der falschen Fütterungsweise doch eigentlich verhungern.

Gruß
Manfred

PS: Nachtrag zu meinen Gartenhummeln: Nach der Einschätzung von Melanie (ich hatte ihr eine Foto geschickt) ist das Nest von einer Jungkönigin reaktiviert worden. Bin gespannt was Ende der Woche aus den Kokons schlüpft.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Zählen Michel 07.07.2003 14:44

Hallo Manfred,

Laut Eberhard von Hagen übernehmen manchmal Ackerhummelköniginnen Wiesenhummelnester. Wiesenhummeln sind ja Pollenstorer und Ackerhummel Pocketmaker. Deshalb scheint es manchmal doch zu funktionieren. Wahrscheinlich können sich einige Arten auf ihre "eroberten" Larven umstellen.

Interesant ist der Verlauf deines Gartenhummelnestes. Meine Wiesenhummeln sind fast völlig abgestorben, haben abergroße Mengen Jungköniginnen (ca 60-70) hervorgebracht.

Wünsche dir viel Glück mit deinem Volk,
Michel

ohne Titel barbara 02.07.2003 18:46

Hallo,auch ich habe ein hummelnest ueber mein schlafzimmerfenster da

Hummelnest in der Hauswand barbara 02.07.2003 18:58

Hallo also nochmal ich habe wohl jedes Jahr ein nest oder noch mehr.
Abgesehen von den vielen Vogelnestern haben wir dieses Jahr noch ein H.nest leztes jahr wahren dort Wespen, ich habe so langsam die nase voll von den Biestern,ich kann nie das Schlafzimmerfenster offnen und ich dachte es gebe nur eine art von Hummel aber jetzt bin ich schlauer.
Aber um welche Sorte es sich hier handelt weiss ich nicht aber sie sind sehrrrrrr dick.
So das war es ich hoffe sie werden im Herbst verschwinden und dann machen wir das loch zu.
Barbara

Re: Hummelnest in der Hauswand Alex 03.07.2003 08:33

Hallo Barbara,

ich kann Dich gut verstehen. Ich hatte leichtsinnigerweise einmal einen Pappnistkasten vor meinem Schlafzimmerfenster auf dem Balkon plaziert. Seither weiß ich, welchen Lärm Hummeln bei Nacht erzeugen!!

ich kann nie das Schlafzimmerfenster offnen

Hier hilft aber ein einfaches Fliegengitter, das nicht nur Hummeln fernhält sondern auch gleich noch lästige Stechmücken. Ich könnte ohne Fliegengitter gar nicht mehr schlafen :)

So das war es ich hoffe sie werden im Herbst
verschwinden und dann machen wir das loch zu.

Keine Angst, es dürfte bald vorbei sein. Es ist aber sehr lieb von Dir, daß Du den Hummeln eine Chance gibst und wartest, bis sie von selber verduften ;)

Alles Gute,

Alex

Motten, Maden und Co Susanne 03.07.2003 10:41

Hallo allerseits,
die Mottenmaden und -puppen in meinem Kasten werden immer mehr.
Soll ich die Wolle rausnehmen? Oder muss ich sonst irgendwas tun?

Ich bin sicher, dass es keine Wachsmotten sind sondern wahrscheinlich Kleidermotten, erwachsene Tiere habe ich jedoch noch nicht gesehen. Die Puppen sind dunkelbraun, die Maden sehr weiß und der Kopf ist auch hell und nur ganz gering abgesetzt.
Ich weis nicht ob die Hummeln sie dahin verfrachten, sie scheinen sich jedoch in dem ungefüllten vorderen Teil des Kastens zu sammeln, wo sie nichts zu beißen haben. Nicht besonders pfiffig also. Sonst sitzen sie ausschließlich in der Polsterwolle, nicht am/im Wachs.

Neuerdings erscheinen Ohrenkneifer zwischen den Maden und Puppen vor der Trennwand, sind das Fressfeinde oder suchen die nur ein Dach überm Kopf?

Ich hoffe, ihr könnt mir weiter helfen,
Grüße von Susanne

Re: Motten, Maden und Co Alex 03.07.2003 12:20

Hallo Susanne,

tja, so ganz hört sich das nicht nach Wachsmotten an....

Du könntest versuchen das Raupenspritzmittel von Neudorf anzuwenden; es ist für Hummeln völlig ungefährlich und Raupen (auch Wachsmotten-Larven) sterben nach 2-3 Tagen.

Ob sie eine Gefahr für Hummeln sind läßt sich von der Ferne schwer sagen. Wenn Sie aber NICHT im Nest vorkommen sollten sie relativ ungefährlich sein. Allerdings bleiben Wachsmotten tief im Nest verborgen, so daß man den Fraßschaden erst bemerkt, wenn es fast zu spät ist.

Kannst Du mal ein Foto von den Tierchen machen? Vielleicht kann jemand hier im Forum die Maden identifizieren...

Alles Gute,

Alex

Re: Motten, Maden und Co Manfred 03.07.2003 18:54

Hallo Susanne,

bei mir sind im abgestorbenen Teil des Nestes auch Maden so wie Du sie beschreibst. Ich bin mir auch sicher, dass es keine Wachsmottenlarven sind, da Neudorffs Raupenspritzmittel keine Wirkung zeigt.

Gruß
Manfred

Re: Motten, Maden und Co Armin Krenz (Neuss) 03.07.2003 19:11

Hallo Susanne,
Deine Schilderungen decken sich haargenau mit meinen Beobachtungen. Hier haben sich Schmeißfliegen vermehrt, die sich vom Hummelkot ernähren und sich dann zur Verpuppung in ruhigere Gefilde zurückziehen. Den Hummeln entsteht kein Schaden daraus.

Lege ein paar Puppen in einen verschlossenen Glasbehälter und im nächsten Frühjahr hast Du dort ein paar Fliegen herumsausen.

Gruß Armin

Hallo Armin! Alex 03.07.2003 21:00

Hallo Armin,

schön Dich endlich im "neuen" Forum zu sehen! Ich habe schon befürchtet Du kommst nicht mehr weil Dir das Forum nicht mehr gefällt ;)

Alles Gute,

Alex

Re: Re: Motten, Maden und Co susanne 04.07.2003 13:28

Hallo Armin,
danke für die beruhigende Nachricht. Ich werd mir ein paar Puppen fürs Glas rausholen und die restlichen Tierchen dann erstmal lassen wo sie sind. Im Herbst kann ich sie ja beim aufräumen für den Igel auskippen.
Gruß
Susanne

Frage Rahor 03.07.2003 16:49

Hallo,
Ich habe eine Frage bezüglich Hummeln!
Wollte wissen ob sie beißen oder Stechen.

MfG rahor

Re: Frage Alex 03.07.2003 17:14

Hallo Rahor,

schau doch bitte mal unter diesem Link:

http://www.bombus.de/cgi-bin/bombus.exe/showpage?fragen#1

Hier findest Du eine ausführliche Antwort ;)

Alles Gute,

Alex

Nest umsetzen Angelika 04.07.2003 09:40

(leerer Beitrag)

Re: Nest umsetzen Angelika 04.07.2003 09:50

Hallo, wir haben unsere Umsetzungsaktion abgebrochen. Nachdem wir die Verschalung und die Schafwolle entfernt hatten, waren immer noch keine Hummeln zu sehen. Wir stellten fest, daß die Hummeln um die Hausecke unterhalb der Schafwolle im Styropor oder dahinter nisten. Dazu hätten wir noch Erdreich entfernen müssen und das wäre eine ziemlich aufwendige Aktion geworden. So haben wir beschlossen, daß wir die Hummeln lassen, wo sie sind und ihnen ein
Flugloch lassen und das an dieser Stelle besonders vorsichtig gearbeitet wird. Ich frage mich nur, wie die Hummeln dort Platz gefunden haben, denn der Styropor liegt fest auf der Wand an. Ich werde jetzt jeden Tag den Spalt, in dem das Einflugloch ist, etwas verkleinern, damit die Lücke nicht zu groß ist. Im Herbst wird die Stelle dann geschlossen.
Interessant war, daß der Imker mit einem Gerät Rauch erzeugte. Er meinte, das würde die Tiere ruhig stellen. Grüße, Angelika.

Re: Re: Nest umsetzen Alex 04.07.2003 13:16

Hallo Angelika,

schade, daß sich die Umsetzung so schwierig gestaltet hat! Aber lange wirds ja nicht mehr dauern...

Interessant war, daß der Imker mit einem Gerät
Rauch erzeugte. Er meinte, das würde die Tiere
ruhig stellen.

Das mag zwar bei Bienen stimmen, bei Hummeln bewirkt Rauch jedoch das Gegenteil: sie werden dadurch alarmiert und aggresiver als ohne Rauch.

Alles Gute,

Alex

Re: Re: Re: Nest umsetzen Angelika 04.07.2003 22:25

Danke euch!

Re: Re: Nest umsetzen Melanie 04.07.2003 19:15

Tja, Rauch wirkt bei Honigbienen ganz gut - als natürlicher Baumhöhlenbewohner fürchten diese Insekten den Waldbrand als natürlicher Feind. Sie brausen und beginnen, sich auf die Honigvorräte zu stürzen. Bei extremen Raucheinsatz kann man sie so sogar in die Flucht schlagen...

Hummeln sind jedoch annuale Völker, die vor allem erdnah nisten...denen fehlt eine derartige Reaktion gänzlich; da hat Alex recht. Das bringt nicht viel...tja, vielleicht sollte er sich mal mit einem erfahrenen Umsiedler unterhalten. Aber bei einem Nest an der Lage ist es wirklich das Beste, es da zu lassen, wo es ist...
Aber prima, daß er es überhaupt probiert hat !

Melanie

hilfe - alle plagegeister auf einmal susanne 06.07.2003 21:19

hallo, mein anfängerglück hat sich in Leid verwandelt. Heute habe ich zwei tote bis halbtote Jungköniginnen meines Baumhummelvolkes gefunden, eine total vermilbt. Dann habe ich das Nest geöffnet und durfte auch noch in Wachsmottengespinste schauen. Etliche Hummeln sind tot, es leben aber noch einige Arbeiterinnen und ich habe 5 Jungköniginnen gesehen, die ziemlich lethargisch auf dem Nest rumkrabbeln.Um das Nest zu retten, müsste ich es wahrscheinlich auseinander nehmen und die noch intakten Waben abbrechen. Dazu sind die noch fitten Hummeln aber denn doch zu aggressiv und ich hab Angst was falsch zu machen.
Hilft spritzen und wie komme ich in Hannover an das Zeug schnell ran?
Grüße von Susanne

Re: hilfe - alle plagegeister auf einmal Alex 06.07.2003 22:08

Hallo Susanne,

ohje, diese sch.. Wachsmotten....

Das "Neudorf Raupenspritzmittel" bekommst Du in jedem Gartencenter; es wirkt nach dem sprühen innerhalb 2-3 Tage.

Viel Glück,

Alex

Re: Re: hilfe - alle plagegeister auf einmal Ballthasar 06.07.2003 23:19

B. Thuringiensis wirkt primär als Vorbeugung.Sind einmal Motten drin, ist es besser, das Nest auseinanderzunehmen und neu zu gestalten. Bei Baumhummeln ist trotz des desolaten Nestzustandes eine Imkerausrüstung empfehlenswert.

Re: Re: Re: hilfe - alle plagegeister auf einmal Alex 07.07.2003 09:01

Hallo Balthasar,

ist der Bacillus wirklich als Vorbeugung geeignet? Er stirbt ja nach relativ kurzer Zeit ab.

Mein Wiesenhummelvolk hatte ich vor ca. 1 Monat auch mit B. Thuringiensis behandelt. Trotzdem sind nun Wachsmottenlarven am Werk. Hätte der Bacillus überlebt, würden die Wachsmotten ja jetzt auch absterben.

Meiner Meinung nach ist das Mittel vorwiegend für den akuten Notfall geeignet. Natürlich ist das auseinandernehmen des Nestes die bessere vorgehensweise, doch das ist nicht jedermanns Sache, noch dazu bei Baumhummeln.

Was meinst Du dazu?

Alex

Re: Re: Re: Re: hilfe - alle plagegeister auf einmal susanne 07.07.2003 09:57

Hallo Alex,
danke für die schnelle Antwort (auch an alle anderen).
Ich werde heute versuchen das Spritzmittel zu besorgen und mich heute nachmittag /abend ans werk machen. Ich dachte mir, es sei vielleicht gut, den Nistkasten auszuleeren, komplett neu mit Nistmaterial zu bestücken, die schlimmsten Mottenherde abzubrechen und die restlichen Waben zu besprühen und neu reinzusetzen.
Ich weis nicht, ob ich das schaffe, wills aber probieren. Ich werde mir auch ein paar Lederhandschuhe besorgen und mich gut in dicke Sachen einpacken. Eine Imkerausrüstung habe ich leider nicht.

Hast Du, (habt ihr alle) ein paar praktische Tips, wie ich das Unterfangen am besten über die Bühne kriege? Insbesondere für das Abteilen der Waben?
Ach ja, und meinst Du, es bringt wirklich was?

Nächstes Jahr baue ich eine Pendelklappe ein, soviel ist sicher!!!

Liebe Grüße
Susanne

Re: Re: Re: Re: Re: hilfe - alle plagegeister auf einmal Manfred 07.07.2003 13:19

Hallo Susanne,

wenn es im Nest keine Larven, Kokons und Altkönigin mehr gibt, hat die Behandlung keinen Sinn mehr. Die Volksentwicklung der Baumhummeln ist um diese Zeit weitgehend abgeschlossen und die letzten Jungköniginnen werden die Wachsmotten schon überleben. Besser ist es dann, nach dem Abflug der Jungköniginnen das ganze Nest zu vernichten.
Hinsichtlich der Milben gibt es nur die Möglichkeit diese mit einer Pinzette von den Tieren abzusammeln, wobei das nur bei den Jungköniginnen lohnt.

Viele Grüße
Manfred

Re: Re: Re: Re: Re: Re: hilfe - alle plagegeister auf einmal Michel 07.07.2003 14:53

Hallo Susanne,

ich schieße mich der Meinung der anderen an. Da mein Wiesenhummelnest fast abgestorben waren, konnte ich leicht das Nest herausnehmen und intakte Wabenteile in einen weiteren Kasten umsetzten. Die Jungköniginnen und die wenigen noch vorhandenen Arbeiterinnen habe ich ebenfalls umquartiert. Die Altkönigin war zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr am Leben. Glücklicherweise waren die Wachsmotten damit beschäftigt, die Nesthülle aus Wachs aufzufressen und somit konnte ich fast das ganze Nest retten. Nächstes Jahr werde ich die Gittertunnelsperre an beiden Nistkästen anbringen, um so hoffentlich frei von diesen Plagegeistern zu sein.

Beim Neueinquartieren den Nestes muss darauf geachtet werden, wirklich keine Wachsmotten ausversehen mit umzusetzten und den Kasten mit gleichem Aussehen! wieder an der gleichen Stelle! aufzustellen.

Gruß,
Michel

Bacillus thuringiensis Melanie 07.07.2003 16:05

Hallo,
das ist echt Pech aber ich denke,-jetzt bringt das Retten nicht mehr viel. Die Saison ist für Baumhummeln einfach fast vorbei.

Aber um meinen Senf noch dazu zu geben:

Besser ist es, regelmäßig vorzubeugen. Ich behandele meine Völker ab etwa Mai einmal im Monat mit Btx (Bacills thurigiensis oder eben "Neudorffs Raupenspritzmittel") wie unter www.hymenoptera.de beschrieben und habe seither nie wieder ein Volk an die Motte verloren.

Wenn ich Völker umsetze, sind oft vollkommen versponnene Baumhummelvölker darunter. Wenn noch ausreichend Brut oder gar die Königin noch da ist, behandele ich das sofort mit Btx. Das Mittel wirkt nur gegen fressende Raupen der Motte aber in allen Altersklassen - von kaum sichbar bis hin zu der fast schon verpuppungsreifen Raupe.
Die sterben innerhalb weniger Tage ab und das Volk bleibt durch das Wachsrecycling eine Weile geschützt. Das Mittel wirkt also sowohl akut als auch vorbeugend (wobei letzteres von Volksgröße, Aktivität und Nestbaudynamik abhängt).

Grüße
Melanie

Re: Bacillus thuringiensis Alex 08.07.2003 08:53

Hallo Melanie,

danke für Deinen "Senf" :)

Der Bacillus scheint also doch recht kurzlebig zu sein, was eine regelmäßige Anwendung erfordert.

Ich habe meine Wiesenhummeln am 14.06. besprüht (siehe Tagebuch (externer Link, nicht mehr verfügbar).
Aber bereits am 04.07, also nicht mal 3 Wochen später, mußte ich einen Wachsmottenbefall feststellen!!

Obwohl das Volk schon abstirbt habe ich gegen die Mistviecher behandelt; diesmal allerdings nicht sprühend sondern mit einem feinen Pinsel tupfend. Mir kam das etwas schonender vor.

Was denkst Du, wie lange überlebt der Bacillus nachdem er in das Volk eingebracht wurde?

Gibt es denn keine Möglichkeit, daß die Hummeln selbst den Bacillus reintragen? Sozusagen mit einem Schwamm vor dem Eingang oder sowas??

Das wäre doch enie Herausforderung für unseren Armin Düsentrieb ;)

Alles Gute,

Alex

Re: Re: Bacillus thuringiensis Melanie 08.07.2003 09:19

Hallo, Alex,
ich denke, das Problem liegt vor allem in der Verteilung des Bt und der Dosis. Die Tierchen recyceln zwar den Wachs, bauen aber auch neu an und damit - so könnte ich mir vorstellen - gibt es auch zunehmend "Inseln" aus nicht-Bt-behandeltem Wachs. Und da können die Larven dann wüten - zwar werden sie dann irgendwann doch draufgehen aber das dauert eben umso länger, je später sie das Zeug aufnehmen. Eigentlich wäre das experimentell einfach festzustellen: man müßte ein Volk einmal großflächig behandeln und dann regelmäßig über die nächsten Wochen Proben nehmen um diese an Wachsmottenlarven zu verfüttern. Wenn sie das irgendwann überleben, reicht die Bt-Menge; bzw. ihre Vitalität nicht mehr aus, um die Larven flach zu legen.
ich habe es immer so in Monatsabstand eingesetzt und das reicht eigentlich - aber ich sprühe immer weil ich so die Verteilung für am besten halte.

Die Idee, das Zeug auf heimkehrende Arbeiterinnen zu sprühen, hatte auch mal wer in den Hymenopteraforen geäußert. Könnte klappen; kein dummer Gedanke. Das müßte man einfach mal ausprobieren ob die Mengen reichen, die die Tiere dann ins Innere des Nestes tragen.

Grüße
Melanie

Re: Re: Re: Bacillus thuringiensis Manfred 09.07.2003 10:45
Die Idee, das Zeug auf heimkehrende Arbeiterinnen zu sprühen, hatte auch mal wer in den Hymenopteraforen geäußert. Könnte klappen; kein dummer Gedanke. Das müßte man einfach mal ausprobieren ob die Mengen reichen, die die Tiere dann ins Innere des Nestes tragen.

Grüße
Melanie

Hallo Melanie,

bei dem Volk, wo ich die Arbeiterinnen eingesprüht hatte, wurde nicht von Wachsmotten befallen. Ob das am Einsprühen gelegen hat oder schlichtweg das Nest von den Plagegeistern nicht gefunden wurde weiß ich nicht.
Gruß
Manfred

Re: Re: Re: Re: Bacillus thuringiensis Melanie 09.07.2003 16:26

Tja, das wird man weiter verfolgen müssen - einfach immer wieder mal ausprobieren und quasi Statistik bertreiben. Anbders wird es kaum zu klären sein. Aber schon mal interessante Beobachtung...

Melanie

plagegeister - Danke und Abschlußbericht Susanne 07.07.2003 23:07

Hallo,
vielen Dank an alle für die schnellen Antworten.

Ich habe mich letztendlich doch entschlossen, das ganze Nest anzugehen. Es war horrormäßig, wieviele Maden da drin saßen.
Im Endeffekt habe ich zwei Arbeiterinnen und vier Jungköniginnen übrig behalten, alle sehr ausgehungert. Das gesamte Nest war hin, keine Wabe ohne Gespinnst, die Biester haben es von unten "aufgerollt". Deswegen hab ich auch so spät was gemerkt.
Das Nest ist entsorgt, den Damen habe ich ein sauberes Quartier (an alter Stelle im gleichen Outfit) für ihre letzten Tage bei mir bereitet und sie mit Zuckerwasser versorgt, dass sie alle gierig geschlürft haben.
Die Arbeiterinnen sind nach der Aktion auch sofort wieder zu Trachtflügen gestartet.

Trotz des geringen Effektes bin ich froh über den Einsatz. Ich hab mich getraut, das Nest richtig frei zulegen. Das wird mir nächstes Jahr helfen, früher damit anzufangen und so ein Desaster zu verhindern.
Es war Klasse die dicken Hummeln am Ende auf der Hand zu haben und sie friedlich schlecken zu sehen.

Naja und meine Nachbarn hatten was zu lachen. Mein selbstgebastelter Imker-Ersatzanzug war echt sehenswert. Ich hab ihn übrigens wirklich gebraucht. Man glaubt gar nicht, was so ein paar eigentlich völlig entkräftete Hummeln giftig werden können.

Gute Nacht allerseits

Susanne