Beiträge aus 2012

Erdhummelarbeiterin übernachtet in Blüte Bulli 13.05.2012 11:32

Diese Nacht hat anscheinend eine Erdhummelarbeiterin in einer Blüte des Rhododendrons übernachtet.
Es sind schon über 11 Grad und Hummeln, Bienen sowie Wespen fliegen.
Nur das süße Erdhummelchen sitzt noch in der trichterförmigen Blüte.
Mit der Unterseite zur Nektarquelle hin und dem Fell der kalten Luft entgegen.

Die Nacht war sehr kalt. Themperaturen um die null Grad waren angekündigt. Wie kalt es wirklich war, kann ich nicht sagen.

Die Erdhummel bewegt sich schon, aber so richtig will sie nicht.
Vielleicht hat sie sich nur bewegt, weil sie mich gerochen hat (habe immer das Gefühl als ob Erdhummeln mich riechen könnten).
Naja, vielleicht wäre es anders, wenn sie die Blüte schon von der Sonne beschienen wäre.

Ist das normal, dass Hummeln, die draußen übernachteten, so spät am Tage noch inaktiv sind oder ist Hummelken in problematischem Zustand?

Bulli

Erdhummelarbeiterin übernachtet in Blüte Karin C. 13.05.2012 18:37

Hallo Gil, habe das Verhalten bei mir im Garten schon öfters beobachten können.Allerdings auch nur bei den Erdhummeln. Die saßen dort teilweise bis in den Mittag hinein in einer Blüte-meistens Helianthum.

Gruss Karin

Erdhummelarbeiterin übernachtet in Blüte Bulli 13.05.2012 22:38

Hallo Karin,

Danke, dass du deine Erfahrungen geschrieben hast und neeee, Gil bin ich nicht, obwohl ich mich vor Jahrzehnten ein paar Orte weiter von Gils Wohnort mal herum trieb.

Vermutlich war es bei der Erdhummel hier genau so wie bei Dir, denn als ich um zwei Uhr mittags nachschaute, saß die Erdhummelarbeiterin nicht mehr in der Blüte.

Es stehen hier zwar auch Korbblütler herum, aber die werden bisher von den Hummeln allenfalls im Vorbeiflug mal angesehen.

Belegtes Übernachtungszimmer:
[img:http://195.230.108.202/cache/b_5/avatare/tn_bullierdhummelschlaeftinbluete.jpg]
Leider kann man nicht gut sehen, wie sehr sie sich in die Blüte hinein gequetscht hatte.

Viele Grüße

Bulli

BT-Brühe Haltbarkeit? Fienchen 16.05.2012 23:52

Hallo,

mit meinem ersten Einsatz von BT ergibt sich für mich die Frage, ob die "Brühe" einige Tage/Wochen haltbar ist. Oder muss das jedes Mal neu angesetzt werden?
Denn eigentlich folgen ja meist weitere Behandlungen.
Leider hab ich dazu nix gefunden.
Wie handhabt ihr das?

Gruß Fienchen

BT-Brühe Haltbarkeit? Harry 17.05.2012 00:14

Hallo,
laut Haltbarkeitshinweis muss die angesetzte Spritzbrühe sofort verbraucht werden. Sollte eine Nachbehandlung nötig sein, muss die Brühe frisch aufbereitet werden. Es genügt ein halbes Gramm BT auf einen halben Liter Wasser.

Danke! (ohne Text) Fienchen 17.05.2012 01:22

(leerer Beitrag)

bombus lapidarius and bombus terrestris gil bonnez 17.05.2012 07:14

Hello bumblebee friends,You now that my queen is missing in my bomus lapidarius nest,So I thought that I can put the brood from the bombus lapidarius in the bombus terrestris nest,is this possible?
best regards:gil bonnez

Gils Frage auf Deutsch Helena 17.05.2012 10:16

Hi Gil let me translate your question. Some of the guys here do not speak english and I will also translate their answers if they prefer to answer in german.

Gil hat seine Steinhummelqueen verloren und fragt nun, ob er die Brut mitsamt den verbliebenen Arbeiterinnen einer Erdhummelkönigin mit noch jungem Nest und wenigen Arbeiterinnen – aber viel neuer Brut – unterjubeln kann?

Wer nicht englisch schreibt, kann ja auf Deutsch antworten und ich werde es ihm übersetzen...

Zuviel Polsterwolle? Fienchen 19.05.2012 13:51

Hallo,
heute wolkig 24 Grad. Flugverkehr so lala.
Bei kurzer Nachschau habe ich gesehen, dass eine Hummel auf der Polsterwolle saß und gefechelt hat.
Das ging so mind. 10 min.
Kasten steht im Schatten. Was soll das in den nächsten Tagen werden? Da sind 27 Grad und sonnig angesagt.
Kann ich mit Entnahme von Polsterwolle Besserung schaffen? Oder ist das ganz normales Verhalten. So heiss kanns ja noch nicht sein. Das Nest ist auch noch nicht allzu groß (2. Generation). Schätzungsweise 4-8 Areiterinnen.
Vom Lüftungsloch hinten hab ich auch bereits die Abdeckung weggenommen.

Was sind Eure Erfahrungen dazu?

Gruß Fienchen

Zuviel Polsterwolle? Christian 19.05.2012 14:09

Zuviel Wolle das Problem kenn ich gar nicht. Die Hummelvölker wühlen ab einer gewissen Stärke das Material kompletto um, bzw. fertigen ne Schicht über der Wachshülle. Kleinere Völker haben kein Hitzeproblem.
Finde es auch seltsam, dass deine Hummel fächelt.
Warum entnimmst nicht etwas Material? Wenn das Tier aufhört, dann war es wirklich die Ursache

Christian

Zuviel Polsterwolle? Fienchen 19.05.2012 17:54

ja, ich wundere mich auch. Allerdings hab ich echt viel Wolle drinne. Ehe ich mich ans Nest vorgearbeitet habe, muss ich schon mehrere Schichten abtun. Die Königin hat das Nest echt hinten tief unten in der Ecke gemacht. Hab schon bissl entnommen. Morgen nochmal beobachten.

Ach und Christian, wenn ich richtig deute, hast Du doch auch was für Kuckuke übrig...
Hier fliegt momentan ein echt großes Exemplar rum. Falls sie mein Nest entdeckt, kann ich´s eh nicht ändern. Aber nun meine Frage: Wenn die ein Nest übernehmen, legen die dann gleich Königinnenbrut an? Oder gibts von denen auch erst Arbeiterinnen?

Danke, Fienchen

Zuviel Polsterwolle? Dennis 19.05.2012 19:53

Hallo Fienchen,

ich antworte mal, auch wenn ich nicht angesprochen wurde. ;)
Der springende Punkt bei Kuckuckshummeln ist gerade, dass sie keine Arbeiterinnen haben. Die Kuckuckshummel sucht ein bereits bestehendes Nest, verjagt, tötet oder unterwirfst die bisherige Königin und nimmt ihre Stelle ein, d.h. die Arbeiterinnen der alten Königin versorgen dann die Brut der Kuckuckshummel.
Bei Kuckuckshummeln gibt es nur (Voll-)Weibchen, d.h. fertile Weibchen und Drohnen. Arbeiterinnen (infertile Weibchen) gibt es bei den Kuckuckshummeln nicht, deswegen gibt es auch keine Kuckuckshummelkönigin, sondern lediglich Kuckuckshummelweibchen.
Wird das Nest von der Kuckuckshummel übernommen, werden nur noch Kuckuckshummelweibchen und -männchen produziert, die Arbeiterinnenanzahl bleibt konstant bzw. schrumpft mit der Zeit (Tod der Arbeiterinnen), da die Kuckuckshummel ja keine Arbeiterinnen erzeugen kann.

Viele Grüße
Dennis

oh, interessant. Danke! (ohne Text) Fienchen 19.05.2012 20:06
Hallo Fienchen,

ich antworte mal, auch wenn ich nicht angesprochen wurde. ;)
Der springende Punkt bei Kuckuckshummeln ist gerade, dass sie keine Arbeiterinnen haben. Die Kuckuckshummel sucht ein bereits bestehendes Nest, verjagt, tötet oder unterwirfst die bisherige Königin und nimmt ihre Stelle ein, d.h. die Arbeiterinnen der alten Königin versorgen dann die Brut der Kuckuckshummel.
Bei Kuckuckshummeln gibt es nur (Voll-)Weibchen, d.h. fertile Weibchen und Drohnen. Arbeiterinnen (infertile Weibchen) gibt es bei den Kuckuckshummeln nicht, deswegen gibt es auch keine Kuckuckshummelkönigin, sondern lediglich Kuckuckshummelweibchen.
Wird das Nest von der Kuckuckshummel übernommen, werden nur noch Kuckuckshummelweibchen und -männchen produziert, die Arbeiterinnenanzahl bleibt konstant bzw. schrumpft mit der Zeit (Tod der Arbeiterinnen), da die Kuckuckshummel ja keine Arbeiterinnen erzeugen kann.

Viele Grüße
Dennis
Kuckuckshummel in Baumhummelnest Christoph B. 21.05.2012 22:15

Hallo zusammen,
heute konnte ich zusehen, wie eine Kuckuckshummel in den Kasten mit der Baumhummel eingedrungen ist. Die geschlossene Mottenklappe war kein Hindernis! Eine Stunde lang hoffte ich, dass sie wieder herauskäme. Sie hat wohl das Nest "übernommen". Die erst wenigen Arbeiterinnen flogen weiter ein und aus, keine erhöhte Nervosität. Auffällig war ein lautes anhaltendes Brummen aus dem Kasten. Ich habe diese Kuckuckshummel schon früher bei Besuchen am Kasteneingang beobachtet, sie ist aber nur einmal rein und gleich wieder raus. Das Nest war wohl noch nicht "reif" für die Übernahme.
Wer hat Erfahrung mit derlei Dingen? Wie häufig kommt es zur Tötung, wie oft zur Koexistenz mit der Königin?
Ins Nest schauen traue ich mich nicht, da ich keine Schutzkleidung habe.
Viele Grüße von Christoph

Kuckuckshummel in Baumhummelnest Ronald 22.05.2012 07:06

Die 35,--€ solltest du investieren.

Viele Grüße Ron

Kuckuckshummel in Baumhummelnest Helena 22.05.2012 11:01

Es kann nur eine Königin geben. Die alte Königin wird in den meisten Fällen totgestochen, da Kuckucke stärker gepanzert sind und einen kräftigeren Stachel haben. Selten wird er durch die Arbeiterinnen getötet oder verjagt...

Ich würde einen Kuckuck abfangen und ein paar Kilometer entfernt freilassen, da ich mein Volk nicht verlieren will - hab nur eins. Dafür ist's bei Dir wohl zu spät...

Kuckuckshummel in Baumhummelnest Torsten 22.05.2012 15:59

Hallo,

ich hätte eine allgemeine Frage zu den Kuckkuckshummel. Bei mir flogen in der letzten Woche 4 Felsenkuckkuckshummeln herrum. Alle echt Schlachtschiffe, groß, glänzend und ein echt fetter sound, wenn man das so sagen kann. Alle
suchten am Boden nach Nestern, so wie die Königinnen im Frühjahr. Eine habe ich gefangen und etwas weiter weg wieder
frei gelassen. naja aber nun zu meiner Frage an alle!

Bei mir suchten diese am Boden und liesen meine Nistkästen in ruhe. Zumindestens in der Zeit wo ich sie beobachten konnte. Welche Erfahrungen habt ihr im allgemeinen mit Kuckkuckshummeln gemacht und wie erkennt man ob ein Nest
übernommen wurde. Abgesehen von einer toten Königin und vielen Arbeiterinnen im Kasten. Verändert sich das Verhalten
der Arbeiterinnen?

Wie sind eure Erfahrungen?

Schöne Grüße

Torsten

Meine Erfahrungen Christian 22.05.2012 16:12

Hi,
im letzten jahr waren meine Wiesenhummeln befallen. Null verändertes Verhalten. allerdings sticht die Waldkuckuckshummel die Wirtskönigin nicht tod. Beide starben an altersschwäche (verließen flugunfähig den Kasten). Es gab zumindest Drohnen bei er Wiesenhummel.

In diesem Jahr war eine Felsenkuckuckshummel bei meiner Steinhummel. Auch hier wurde die Wirtskönigin nicht todgestochen. Der Kuckuck verließ das Nest nach 2 Tagen. (Sie Beitrag)

Ich lasse die Kuckucke, bzw setzte sie sogar ein. Sind ja auch Hummeln. Habe aber wieder sechs Völker, anders als bei Helena.

Christian

Meine Erfahrungen Helena 22.05.2012 20:41

Ich persönlich bin gegen das aktive Einsetzen von Kuckuckshummeln. Deren Nachwuchs merkt sich ebenfalls den Standort ihres Geburtsnestes und nächstes Jahr hat man u.U. noch mehr Kuckucke, ausser man hat den Platz, alle Hummelpensionen umzuquartieren...
Zu allem Überfluss sind die dann sogar mit der Mottenklappe vertraut! Ich mit meinen 2 oder nächstes Jahr vielleicht 3 Völkern habe keine Nester «übrig», soll sich der Kuckuck in der freien Natur umschauen.

Meine Erfahrungen Dennis 22.05.2012 21:24

Hallo,

Kuckuckshummeln stechen die Wirtshummelkönigin nicht zwangsläufig tod. Goulson schreibt in seinem Buch, dass es durchaus nicht selten ist, dass sich die Wirtskönigin unterwirft und sich dann wie eine normale Arbeiterin verhält.
Tritt so eine Situation auf, so könnte man die Kuckuckshummel aus dem Nest fangen und einige km entfernt wieder aussetzen. Ich vermute, dann würde die unterworfene Wirtskönigin wieder ihren angestammten Platz einnehmen und das Nest wäre gerettet. Zumindest so meine Theorie, hat das wer schon mal ausprobieren können?

Glücklich bin ich mit der aktiven Einsetzerei von Kuckuckshummeln auch nicht. Aus dem Grunde, wie es Helena sagte: Wenn die Kuckuckshummeln dann noch die Klappe beherrschen, dann ist die auch - salopp gesagt - fürn Arsch als Kuckuckshummelschutz.

Ich habe auch mal eine Kuckuckshummel im Garten bemerkt, sie suchte intensiv meine Fanglöcher ab und ansonsten wie eine Königin über den Boden im Zickzackflug. Denke, ein Hummelkasten liegt für eine Kuckuckshummel einfach "über dem Radar", in der Höhe der Einfluglöcher sucht sie nicht nach Nestern.

Viele Grüße
Dennis

Meine Erfahrungen Torsten 23.05.2012 09:32

Hallo,

meine frage mit dem Verhalten der Arbeiter kommt daher. Ich kontrolliere meine Kästen aber ein Steinhummelnest
würde ich nicht die Polsterwolle aufreisen um direkt an das Nest zu kommen ist mir einfach zu gefährlich.
Daher war meine Frage ob es noch andere Indikatoren gibt, wie eben das verhalten der Arbeiterinnen um fest zu stellen ob eine Kuckkuckshummel im Kasten ist.

Persönlich, würde ich die Kuckkuckshummel gewähren lassen, da Sie meines erachtens auch ein Teil des Kreislaufes ist. Aber darüber freuen das ein Kuck ausgrechnet einen Nistkasten von mir aufsucht, sicher nicht!

Übrigens: Ich hatte schon vor Jahren mal einen Beitrag geschrieben das ich Kaffeesud als Wachsmottenabwehr verwende.
Ich kann bis jetzt folgendes sagen: Die Jahre in denen ich den Kaffeesud im Vorbau und im Kasten verteilt habe, hatte ich keine bis sehr wenig Wachsmottenbefall bzw. erst wenn das Nest am absterben war. In den Jahren 2010 und 2011 habe ich überhaubt nicht mit Kaffee gearbeitet und der Befall war bei allen 7 Kästen enorm. Heuer arbeite ich wieder mit Kaffee mal sehen wie es heuer wird.

Ich bin mal guter Dinge!

Schöne Grüße

Torsten

Kaffeesud Christian 23.05.2012 13:11
Hi Torsten,

ne Frage zum Kaffeesud. Meinst Du den Kaffee aus dem Kaffeefilter, den Satz?
Wenn man aus dem Kaffe nen Sud macht ist das eigentlich der Kaffee, oder ist es esspressomäßig?

Würde das gerne mal ausprobieren

Christian

Kaffeesud Torsten 23.05.2012 16:04

Hallo Christian!

Ja, da hast du recht, ich meinte den Kaffeesatz! Da habe ich mich falsch audgedrückt.

Denn Kaffeesatz lasse ich tocknen und gebe ihn erst wenn die ersten Arbeiterinnen fliegen auf und in den Vorbau
so das die Hummel darüberlaufen müßen. Etwas später zweite Generation gebe ich den SATZ ;-) auch in den Kasten und
auf die Polsterwolle. Natürlich tausche ich den Satz am und im Vorbau regelmäßig aus bzw. gebe was frisches dazu!

Eigentlich spare ich nicht mit dem Satz sondern gib ihn schon ordentlich drauf und hinein. Es soll ja den Nestgeruch
überdecken. Mehr ist es nicht!

Die Hummeln selber stört der Geruch anscheinen nicht.

Grüße

Torsten

Meine Erfahrungen Bernde 23.05.2012 09:38

Hallo Helena, hallo Christian, hallo Hummelfreunde,
schon am 09.05.12 in einer Antwort auf Christians Einsetzen einer Rupestris vertrat ich die gleiche Meinung. Mit welcher Hartnäckigkeit eine Kuckuckshummel vorgeht konnte ich erst gestern beobachten. Nachdem drei Steinhummeln, davon eine Selbstansiedlerin, nicht zu einer Volksgründung in den Kästen hinter meinem Haus kamen, freute ich mich über eine Rückkehrerin in einen Kasten in meinem Garten am Stadtrand. Allerdings musste sie eine vorher eingezogene Baumhummel vertreiben. Ich nahm mir also die Zeit, um nach den Kästen zu schauen. In einem flog die erste Generation einer Erdhummel und hatte keinerlei Probleme mit der hier eingebauten Zweiklappensperre. Im zweiten Kasten war noch immer die Steinhummelkönigin am Aus und Einfliegen. Die Mottenklappe war etwa 4 mm noch geöffnet. Nun „verdunkelte sich der Himmel“ (Spaß) und eine riesige Felsenkuckuckshummel flog schnurstracks auf das Landebrettchen am Eingang zum Kasten. Sofort wischte ich sie mit dem Finger vom Eingang weg, worauf sie empört und hastig abflog. Aber nur um eine kleine Runde zu drehen, um erneut einen Anlauf zu nehmen. Dieses Mal gab ich ihr mit meinem Taschentuch einen Schlenker, worauf sie im Gras einen Purzelbaum schlug und davonflog. Nun war längere Zeit Ruhe und ich begann mich zu ärgern, weil ich nicht besonnener reagiert hatte. Sogleich holte ich aus der Gartenlaube ein kleines Glas mit Polsterwolle und begab mich wieder auf Wachposten, denn ich konnte mir nicht vorstellen, dass ich den dreisten Kuckuck für immer vergrämt hatte. Nun verschloss ich die Klappe komplett und wartete.
Nach gut 20 Minuten kam die Steinhummelkönigin und hatte nur wenig Mühe mit der nun vollständig verschlossenen Klappe. Wie von der Rupestris aufgelauert, kam diese erneut und versuchte ebenfalls die Klappe zu öffnen, doch in diesem Moment war ich mit meinem Abfangglas zu Stelle und macht auf der Heimfahrt einen größeren Umweg, um sie in sicherer Entfernung wieder frei zu lassen. Es war schon ein eindrucksvolles und sicher auch wehrhaftes Tier, welches mir beim verlasse des Glases faßt ins Gesicht flog.
Viele Grüße Bernde

Meine Erfahrungen Christoph B. 24.05.2012 09:39

Hallo zusammen,
hab alles mit Interesse gelesen. Hier einige meiner Beobachtungen: Habe ja eine Norwegische Kuckuckshummel in meinem Baumhummelnest. Sie war sehr hartnäckig. Sie hat schon früh den Kasten immer wieder beobachtet, da war die Klappe nur wenig offen, als Schutz gegen Doppelbelegung. sie ging auch in den Kasten, hat geprüft und kam wieder raus. Die später verschlossene Klappe war dann bei der Nestübernahme absolut kein Hindernis. Die Klappe mag die Chancen verringern, aber sicher ist es nicht. Bei all diesen "Tricks" verändert man nur die Wahrscheinlichkeit, dass etwas Erwünschtes passiert.
Kuckuckshummeln suchen sehr intensiv am Boden, aber manche auch an Wänden, im Efeu etc. Also auch da gibt es keine Sicherheit. So wurde ja auch mein Baumhummelkasten entdeckt.
Aktiv Kuckucke einsetzen würde ich nicht. Mir scheint es eh genügend Kuckucke zu geben.
Gestern entdeckte ich an dem Baumhummelkasten eine weitere Norwegische Kuckuckshummel (am Lüftungsgitter). Ob es eine weitere war oder die, die das Nest übernommen hatte - keine Ahnung. Hab sie dann weggefangen und weit weg (8 km) wieder fliegen lassen - für alle Fälle...
So viel für heute. Viele Grüße
Christoph

Hallo Helena, hallo Christian, hallo Hummelfreunde,
schon am 09.05.12 in einer Antwort auf Christians Einsetzen einer Rupestris vertrat ich die gleiche Meinung. Mit welcher Hartnäckigkeit eine Kuckuckshummel vorgeht konnte ich erst gestern beobachten. Nachdem drei Steinhummeln, davon eine Selbstansiedlerin, nicht zu einer Volksgründung in den Kästen hinter meinem Haus kamen, freute ich mich über eine Rückkehrerin in einen Kasten in meinem Garten am Stadtrand. Allerdings musste sie eine vorher eingezogene Baumhummel vertreiben. Ich nahm mir also die Zeit, um nach den Kästen zu schauen. In einem flog die erste Generation einer Erdhummel und hatte keinerlei Probleme mit der hier eingebauten Zweiklappensperre. Im zweiten Kasten war noch immer die Steinhummelkönigin am Aus und Einfliegen. Die Mottenklappe war etwa 4 mm noch geöffnet. Nun „verdunkelte sich der Himmel“ (Spaß) und eine riesige Felsenkuckuckshummel flog schnurstracks auf das Landebrettchen am Eingang zum Kasten. Sofort wischte ich sie mit dem Finger vom Eingang weg, worauf sie empört und hastig abflog. Aber nur um eine kleine Runde zu drehen, um erneut einen Anlauf zu nehmen. Dieses Mal gab ich ihr mit meinem Taschentuch einen Schlenker, worauf sie im Gras einen Purzelbaum schlug und davonflog. Nun war längere Zeit Ruhe und ich begann mich zu ärgern, weil ich nicht besonnener reagiert hatte. Sogleich holte ich aus der Gartenlaube ein kleines Glas mit Polsterwolle und begab mich wieder auf Wachposten, denn ich konnte mir nicht vorstellen, dass ich den dreisten Kuckuck für immer vergrämt hatte. Nun verschloss ich die Klappe komplett und wartete.
Nach gut 20 Minuten kam die Steinhummelkönigin und hatte nur wenig Mühe mit der nun vollständig verschlossenen Klappe. Wie von der Rupestris aufgelauert, kam diese erneut und versuchte ebenfalls die Klappe zu öffnen, doch in diesem Moment war ich mit meinem Abfangglas zu Stelle und macht auf der Heimfahrt einen größeren Umweg, um sie in sicherer Entfernung wieder frei zu lassen. Es war schon ein eindrucksvolles und sicher auch wehrhaftes Tier, welches mir beim verlasse des Glases faßt ins Gesicht flog.
Viele Grüße Bernde
Ergänzung und eilige Frage Christoph B. 24.05.2012 12:45

Soeben kam die Kuckuckshummel aus dem Baumhummelkasten und flog weg. Also war die am Lüftungsgitter doch eine zweite. Vielleicht kann ich die erste doch noch abfangen. Dummerweise kommt sie mit der Klappe bestens klar. Könnte ich heute Abend - in der Hoffnung, dass die Kuckuckshummel nicht drin ist - den Kasten an eine andere Stelle im Garten bringen, damit der Kuckuck den Kasten nicht mehr findet? Die Arbeiterinnen müssten sich halt neu orientieren. Geht das???

Ergänzung und eilige Frage Helena 24.05.2012 13:25

Lebt die originale Königin denn überhaupt noch? Wenn nicht, dann lieber den Kuckuck als gar keine... Ich würde besser den Kuckuck abfangen und mehrere Kilometer entfernt aussetzen. Ein Umsetzen des Kastens (nachts) geht bei einem etablierten Volk schon, aber wie hier schon gesagt wurde, Kuckucke sind hartnäckig und ich denke, die können ein für sie geeignetes Volk auch riechen.

Ergänzung und eilige Frage Christoph B. 24.05.2012 13:54

Dann muss ich ja ununterbrochen gucken, ob die Kuckuckshummel mal wieder vorbeikommt :-)) Schwieriges Hobby, aber sehr, sehr spannend! Ob die originale Königin noch lebt, weiß ich nicht. (Trau mich nicht wegen Baumhummel und keine Schutzkleidung. Aber wenn die Kuckuckshummel rauskommt, dann war wohl das Nest noch nicht im optimalen Zustand für die Übernahme. Dann müsste die Königin auch noch leben.
Die Kuckucke riechen gut, das hab ich auch schon gehört.
Danke und auch viel schöne Erlebnisse! Christoph

Ergänzung und eilige Frage Helena 24.05.2012 13:59

Wenn Du den Kuckuck wegbringst und die originale Königin ist schon tot, dann wäre das ja noch schlimmer fürs Volk. Vielleicht Zeit für die Anschaffung eines Imkerhutes oder -anzugs? ;-)

Nebeneinander von Kuckuck und Königin Christoph B. 24.05.2012 10:26

Offensichtlich - siehe andere Beiträge - gibt es doch auch das Nebeneinander oder besser die Duldung der Königin. Macht meiner Meinung nach durchaus Sinn: Es gäbe weitere Arbeiterinnen, folglich könnten Königin und Kuckuck mehr Nachkommen erzeugen, beide hätten mehr davon. "Die Natur" tötet ja oft nur, wenn es unausweichlich ist. Mir fehlt nur die Bestätigung, dass in einem vom Kuckuck befallenen Nest auch die noch lebende Königin weiterhin Eier legt und ggf. sogar eigene Drohnen und Jungköniginnen "erzeugen" kann, unter der Kuckuckshummel sozusagen. Gibt es hierzu Untersuchungen o.ä. Ich finde das alles sehr spannend!
Gruß Christoph

Nebeneinander von Kuckuck und Königin Torsten 24.05.2012 12:09

Hallo,

Ich denke auch das es keinen Sinn für die Kuckkuckhummel macht die Königin zwangsläufig zu töten. Den wie du
schon gesagt hat gibt es dann keine neuen Arbeiterinnen. Die alten würden wegsterben und keine neuen nach kommen,
die Entwicklung der neuen Kuckkuck Jungköniginnen wäre ja dann gefährtet wenn auf einmal die Versorgung mit
Pollen einbricht oder ausfällt.

Grüße

torsten

Nebeneinander von Kuckuck und Königin Helena 24.05.2012 12:38

Dies höre ich hier jedoch zum ersten Mal. Selbst v. Hagen und in anderer Literatur ist zu lesen, dass der Kuckuck die Königin meistens absticht (bzw. abstechen muss), damit ihn die Arbeiterinnen als neues Oberhaupt akzeptieren. Oder er wird gleich von mehreren Arbeiterinnen attaktiert.
Wenn die alte Königin einfach nur unterdrückt würde, dann täte sie sicher auch keine Eier mehr legen, oder hat das jemand schon mal selber beobachten können? Gemäss den Berichten in der Literatur frisst der Kuckuck die bereits gelegten Eier, denn er braucht ja Platz für die eigenen, kann er doch kein Wachs zur Näpfchenbildung produzieren.
Interessant ist das ganze allemal.

Nebeneinander von Kuckuck und Königin Christoph B. 24.05.2012 12:52

Schau mal nach Kuckuckshummeln unter wildbienen.de und auch bei Wikipedia. Vielleicht gibt es noch mehr Literatur. von Hagen weiß auch nicht alles.... Westrich sieht in seinem neusten Wildbienenbuch manches bei ihm kritisch (was, weiß ich allerdings auch nicht). Es gibt viel zu forschen!

Nebeneinander von Kuckuck und Königin Dennis 24.05.2012 20:54

Von einer eierlegenden Koexistenz von Wirtskönigin und Kuckuck habe ich noch nie gelesen.
Bei Goulson stand nur, dass sich die Wirtskönigin ggf. unterwirft und sich anschließend wie eine normale Arbeiterin verhält ... und die legt keine Eier.

Denke, da ist die Natur recht unerbittlich: Es kann sich nur eine im Nest fortpflanzen ... doppeltes Eierlegen wird da nicht akzeptiert.

Viele Grüße
Dennis

Nebeneinander von Kuckuck und Königin Christoph B. 25.05.2012 08:02

Hallo Dennis,
eine friedliche Koexistenz ist es nicht, aber es kommt wohl schon noch zur Eiablage der Wirtskönigin. Zumindest entnahm ich das dem folgenden Artikel:

http://www.hymenoptera.de/html/kuckuckshummeln

Es scheint ein sehr komplexes Zusammenleben zu sein. Was ist das für ein Buch/Artikel von Goulson?
Und gibt es andere gute Literatur?
Danke und viele Grüße Christoph

Nebeneinander von Kuckuck und Königin Dennis 26.05.2012 12:10

Hallo Christoph,

das Buch heißt schlicht "Bumblebees (externer Link, nicht mehr verfügbar)" und wurde von Dave Goulson, einem englischen Hummelforscher geschrieben, und ist sehr aktuell (von 2009).
Leider gibts das nur auf Englisch. Mit Schulenglisch kann man es aber ganz gut lesen und begreifen, allerdings sollte ein Englischwörterbuch bereitliegen und im Internet dann ggf. englische Fachbegriffe nachschlagen, die das Wörterbuch nicht kennt.

Viele Grüße
Dennis

Nebeneinander von Kuckuck und Königin Christoph B. 26.05.2012 17:32

Hallo Dennis,
herzlichen Dank für die Info. In deutsch scheint es nicht Adäquates zu geben?
Leider hat niemand was zu meinem im Forum beschriebenen Doppelbelegungsproblem (gegenseitige Tötung) geschrieben, das ich nun schon 2-mal hatte. Kann man das verhindern? (In der Natur kann es natürlich auch vorkommen, hab es auch selber mal bei einem Mausloch im Garten beobachtet.
Viele Grüße
Christoph

Wie wird die Nistkugel grösser? KatrinS 22.05.2012 16:22

Hallo zusammen,

ich habe ja ein klitzekleines natürliches Ackerhummel-Nest unter einem viereckigen Blumenkasten. Dieser liegt leicht angekippt auf einer Steinplatte.

Jetzt ist das ja so ein kleines Häufchen, man sieht die kleine anfängliche Nestkugel durchschimmern und aussen herum hat sie Laub gepackt. Seit 4 Tagen fliegt nun eine mini-mini-Arbeiterin und eine zweite, die auch noch recht klein ist, aber etwas grösser als die Mini.

Das kleine Nest liegt direkt auf dem Boden und drum herum ist innerhalb des Blumenkastens natürlich noch viel Platz.
Der Haufen ist insgesamt gerade mal faustgross und die Nistkugel innen an sich ja noch kleiner.

Wie wird das Nest denn nun weiter ausgebaut?
Wird es von innen her "ausgedehnt" und die entstehenden Lücken dann gestopft oder bauen die dann aussen an?

Mfg KatrinS

Wie wird die Nistkugel grösser? Helena 22.05.2012 20:37

Kommt drauf an, was noch an Nistmaterial vorhanden ist, dann würde das Nest immer leicht vergrössert werden. Du könntest Polsterwolle oder anderes, ähnliches Material (Heu, Moos) dazugeben, die Hummeln würden das dann weiter verarbeiten. Ansonsten dürfte das Nest eher klein bleiben, wobei Ackerhummelnester ja immer eher klein bleiben.

Wäre das Nest bei mir zuhause, würde ich es in einen Hummelnistkasten umquartieren, wo genau liegt dieser Blumentopf? Sonnig, schattig, regengeschützt oder der Witterung ausgesetzt?
Für Wachsmotten und andere Feinde (Igel, Marder usw.) ist so ein relativ ungeschütztes Nest jedenfalls leichte Beute.

Wie wird die Nistkugel grösser? KatrinS 22.05.2012 23:59
Wäre das Nest bei mir zuhause, würde ich es in einen Hummelnistkasten umquartieren, wo genau liegt dieser Blumentopf? Sonnig, schattig, >>>regengeschützt oder der Witterung ausgesetzt?
Für Wachsmotten und andere Feinde (Igel, Marder usw.) ist so ein relativ ungeschütztes Nest jedenfalls leichte Beute.

Hallo Helena,

der Kasten liegt mit einer der schmalen Kanten fast direkt an einer Wand meines Gewächshauses.

Es ist auch nur ein kleiner Spalt für die Hummeln zum einfliegen einmal an der Breitseite vorhanden und einmal an der Seite zur Gewächshauswand, dort fliegen die Arbeiterinnen immer ein. Die zweite breite Seite liegt fest am Boden auf. Die zweite schmale Seite liegt direkt auf einem getrockneten Grasbüschel, welches unter dem Kasten weiter geht. Da ist also genug Nistmaterial noch vorhanden. Ausserdem habe ich einen Haufen trockenes Nistmaterial (Gras und Moos) noch direkt davor ausserhalb plaziert.

Der Kasten mit den drum herumliegenden diversen Plastiktöpfen liegt auch noch mal unter zwei alten Gartentischen...ich musste noch eine Holzplatte auf die Tische legen, damit es bei Regen trocken bleibt.

Morgens ganz früh Sonne, ansonsten den ganzen Tag Schatten.

Umquartieren werde ich das Nest auf keinen Fall mehr... vor ein paar Wochen (hatte ich hier auch geschrieben), das ging ja schief...ich hab Glück, dass die Hummel überhaupt noch da ist. Ich hab die Erfahrung auch einfach nicht. Das erste Nest lag ja direkt im Freien sozusagen, also Verbesserung auf ganzer Linie ist es erst mal im Gegensatz zu vorher.

Ich hab einen Pflasterstein auf den Kasten zum Beschweren gelegt. Ich könnte höchstens noch mal eine schwerere Steinplatte so ran legen, dass da wirklich kein Tier das Ding umkippen kann...das ginge, denn es sind sogar zwei übereinander gestülpte Kästen, also stabil genug.

Allerdings sind dort diverse Spinnen im Umkreis zu Hause...2 grosse Hausspinnen und ein paar kleinere...weiss jetzt nicht, ob das eher gut oder schlecht ist.

Marder...ich könnte die Einflugspalten sicher noch so verringern und Steine davor legen, sodass da wirklich kein Tier die Nase reinstecken kann.

mfg
KatrinS