Beiträge aus 2011

Ist das ein Steinhummeldrohn? Fienchen 10.08.2011 14:13

[img:http://www.bildercache.de/bild/20110810-140807-436.jpg]

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[img:http://www.bildercache.de/minibild/20110810-141118-817.jpg]

Solche hatte ich recht viele. Nur ganz selten habe ich mal eine Königin dieser Art gesehen. Sind Drohnen bei den Steinhummeln um so vieles kleiner als ihre Königinnen?

Ist das ein Steinhummeldrohn? Helena 10.08.2011 19:01
Solche hatte ich recht viele. Nur ganz selten habe ich mal eine Königin dieser Art gesehen. Sind Drohnen bei den Steinhummeln um so vieles kleiner als ihre Königinnen?

Ein Drohn ist es sicher, nur ob es ein Steinhummeldrohn ist... bin nicht so sicher – meine Steinhummeldrohne waren auf dem Hinterteil gänzlich schwarz mit dem roten Popo und hatten einen zitronengelben Kragen und ebensolche Haare im Gesicht. Und ja, sie sind etwa gleich gross wie eine durchschnittliche Arbeiterin; also deutlich kleiner als die Königinnen.

Ist das ein Steinhummeldrohn? Erkki 16.09.2011 21:57

Hallo,

Dies kann eine Felsenkuckuckshummel (Bombus rupestris) Drohne werden.

Viele Grüße
Erkki

Haben Hummeldrohnen Stachel? Fienchen 11.08.2011 05:07

Mir ist als hätte ich mal gehört, dass Bienendrohnen keinen Stachel besitzen. Ist das bei Hummeln ebenso?

Haben Hummeldrohnen Stachel? - Ja. Dennis 11.08.2011 16:57
Mir ist als hätte ich mal gehört, dass Bienendrohnen keinen Stachel besitzen. Ist das bei Hummeln ebenso?

Ja, ist bei Hummeln genauso.
Der Stachel ist Teil des Geschlechtsorgans der weiblichen Hummel/Biene/Wespe und entsprechend auch nur bei Weibchen (Arbeiterinnen u. Königinnen) vorhanden. Ursprünglich war der Stachel ein Legestachel (zur Eiablage), der sich im Laufe der Evolution in einen Wehr-/Giftstachel umgebildet hat.

Viele Grüße
Dennis

Haben Hummeldrohnen Stachel? - Ja. Helena 11.08.2011 18:48

Nichts desto trotz tun die Drohnen dennoch so, als hätten sie einen Stachel und verwenden die gleichen Drohgesten wie die Weibchen (könnte ja sein, dass der Angreifer das nicht weiss ;-)) Zur Geschlechtsbestimmung kann man dieses Verhalten also nicht verwenden.

Ist ja spannend. Fienchen 11.08.2011 22:18

Na, dann kann ich ja beim nächsten schlappen/kältestarren Hummeldrohn mal mutig sein und ihn auf die Hand nehmen.
Und wenns doch sticht, wars kein Drohn und ich bin wieder feige :-)

Danke für die Antworten.

Ist ja spannend. Martin 12.08.2011 17:57

Es kommt noch besser. Volucella bombylans, eine den Hummeln täuschend ähnlich sehende Schwebfliege, soll auch das Beinchen heben in typischer Hummel-Verteidigungspose. Und da haben nicht mal die Weibchen einen Stachel. :-)

PS: Bin das nur ich oder hält sonst noch jemand den Betreff von Dennis Antwort unglücklich gewählt. ;-)

Haben Hummeldrohnen Stachel? - NEIN! Dennis 13.08.2011 15:23
PS: Bin das nur ich oder hält sonst noch jemand den Betreff von Dennis Antwort unglücklich gewählt. ;-)

Oh verdammt, Martin, du hast recht. ^^
Ein "Nein" wäre hier besser am Platz gewesen - das "Ja" bezog sich auf den ersten Satz meiner Antwort bzw. die Formulierung der Frage ...

Hoffentlich liest das hier nicht meine ehemalige Deutschlehrerin. ;)

Viele Grüße
Dennis

Hummelart ??? Christoph B 14.08.2011 11:09

Guten Morgen!

Von einem Freund bekam ich folgendes Bild einer Hummel. Was könnte das sein, hab sie noch nie gesehen? Danke fürs Bestimmen! Gruß Christoph B

[img:http://www.abload.de/image.php?img=dsc_0103-1epqs.jpg]

Hummelart ??? Christoph B 14.08.2011 11:10
Guten Morgen!

Von einem Freund bekam ich folgendes Bild einer Hummel. Was könnte das sein, hab sie noch nie gesehen? Danke fürs Bestimmen! Gruß Christoph B

[img:http://www.abload.de/image.php?img=dsc_0103-1epqs.jpg]

Sorry, krieg das Bild nicht angezeigt.

Hummelart ??? mit Bild !!!!! Christoph B 14.08.2011 11:14

So, jetzt klappt es - ich mach das nicht alle Tage...

[img:http://www.abload.de/img/dsc_0103-1epqs.jpg]

Fundort wäre auch nicht schlecht.. Martin 14.08.2011 12:45

Fundort wäre auch interessant.
Falls Süddeutschland mit Höhenangabe, ansonsten reicht Bundesland.

So, jetzt klappt es - ich mach das nicht alle Tage...

[img:http://www.abload.de/img/dsc_0103-1epqs.jpg]
Fundort Christoph B 14.08.2011 21:12

Fundort: Das Photo wurde in Gammertingen auf der Schwäb. Alb gemacht. Ich schätze die Höhe so auf 600 - 700 m über Normalnull.
Gruß Christoph B.

Fundort Martin 15.08.2011 16:44

Dann ist es wohl ein Drohn von Bombus veteranus oder Bombus humilis.
Tippe auf Sandhummel, aber aus der Perspektive kann ichs nicht sicher sagen...

Wachsmottenbekämpfung Chris267 27.08.2011 15:51

Habe/hatte heuer 10 Hummelvölker in meinen Gärten. Leider auch Verluste durch Wachsmotten. Vielleicht ziehen diese Schädlinge auch meine Bienenvölker an?! Leider hatte das Pflanzen von Lavendelstöcken vor den Hummelkästen tw. keinen Erfolg. Nun hab ich mir für nächstes Jahr überlegt, event. Bienenwachs als Köder in Fallen neben den Hummelkästen zu geben, um damit die Motten zu fangen. Aber vielleicht lockt man da erst recht diese Schmarotzer an. Hat jemand eine Meinung dazu?

Wachsmottenbekämpfung Dennis 27.08.2011 16:32

Hallo Chris,

Nun hab ich mir für nächstes Jahr überlegt, event. Bienenwachs als Köder in Fallen neben
den Hummelkästen zu geben, um damit die Motten zu fangen. Aber vielleicht lockt man da
erst recht diese Schmarotzer an. Hat jemand eine Meinung dazu?

Eine Meinung habe ich dazu, einen Expertenrat aber nicht (da sollen die Erfahrenen hier an die Front).

Aber für mich klingt diese Bienenwachsköderfalle genauso wie der Rat, Nacktschnecken im Garten in mit Bier gefüllte Gläser zu locken ... der Effekt der Sache ist (neben einer riesen Sauerei mit den ertrunkenen Schnecken), dass du dir nur sämtliche Nacktschnecken der Umgebung in den Garten lockst.

Ich habe übrigens in meinem Kleingarten auch 2 Bienenvölker stehen, meine beiden Hummelvölker waren aber nicht von Wachsmotten befallen.
Vergleichswerte: Garten ca. 400 qm groß, auf dieser Fläche: 2 Bienenvölker, 2 Erdhummelvölker (inzwischen abgestorben), 1 Volk "Mittlere Wespe" (am absterben).

Verwendest du eine Hummelklappe am Eingang? (Ich habe dies getan).

Viele Grüße
Dennis

Wachsmottenbekämpfung Chris267 28.08.2011 20:42

Danke Dennis!

Der Vergleich mit den Schneckenfallen ist einleuchtend und gut. Ich denke, das mit dem "Wachsköder" lass ich lieber. Hummelklappen habe ich noch nie verwendet, das ist mir doch momentan noch zu unnatürlich. In meinen Gärten haben sich heuer 5 Acker-, 3 Wiesenhummelvölker (davon 1 durch Kuckuckshummel okupiert) sowie 1 Erd- und 1 Steinhummelvolk angesiedelt. Außerdem sind Hornissen in einem speziellen Kasten vor der Bienenhütte (6 Völker) eingezogen (vor ca. 1 Monat aus einem Meisenkasten übersiedelt). In meinem Garten mit vielen Kleinteichen, Hecken, "Wildkräutern" herrscht Wildnis und die Insekten finden ein Paradies vor. Probleme gibt´s mit den Nachbarn wegen der zahlreichen "drüsigen Springkrautpflanzen", deren Samen auch die sterilen Gärten nebenan "bespringen", aber sie sind eben ein wahres Hummelparadies! Hattest Du die Erdhummeln in speziellen Hummelkästen selber angesiedelt, machtest Du regelmäßig Kontrollen? Meine kamen leider zu spät, aber dauernd Eingriffe ins Brutnest halte ich auch nicht für gut. Nächstes Jahr werde ich viel getrocknetes Lavendelheu verwenden... Beste Grüße! Chris

Hallo Chris,

Nun hab ich mir für nächstes Jahr überlegt, event. Bienenwachs als Köder in Fallen neben
den Hummelkästen zu geben, um damit die Motten zu fangen. Aber vielleicht lockt man da
erst recht diese Schmarotzer an. Hat jemand eine Meinung dazu?

Eine Meinung habe ich dazu, einen Expertenrat aber nicht (da sollen die Erfahrenen hier an die Front).

Aber für mich klingt diese Bienenwachsköderfalle genauso wie der Rat, Nacktschnecken im Garten in mit Bier gefüllte Gläser zu locken ... der Effekt der Sache ist (neben einer riesen Sauerei mit den ertrunkenen Schnecken), dass du dir nur sämtliche Nacktschnecken der Umgebung in den Garten lockst.

Ich habe übrigens in meinem Kleingarten auch 2 Bienenvölker stehen, meine beiden Hummelvölker waren aber nicht von Wachsmotten befallen.
Vergleichswerte: Garten ca. 400 qm groß, auf dieser Fläche: 2 Bienenvölker, 2 Erdhummelvölker (inzwischen abgestorben), 1 Volk "Mittlere Wespe" (am absterben).

Verwendest du eine Hummelklappe am Eingang? (Ich habe dies getan).

Viele Grüße
Dennis
Wachsmottenbekämpfung Martin 28.08.2011 21:27
Hummelklappen [..] zu unnatürlich. [...]
dauernd Eingriffe ins Brutnest halte ich auch nicht für gut.

Oh, sowas liest man hier selten. :-)

Wir hattens hier schon mal davon: Hornissen im Garten könnten potentiell auch zur Wachsmottenbekämpfung taugen. Wie gut weiß man allerdings auch nicht so genau. Wäre daher sicher interessant, wenn du in einem Jahr mal früher Hornissen hast, ob du dann trotzdem Wachsmotten kriegst.

Probleme gibt´s mit den Nachbarn wegen der zahlreichen "drüsigen Springkrautpflanzen", deren Samen auch die >sterilen Gärten nebenan "bespringen", aber sie sind eben ein wahres Hummelparadies!

Vielleicht solltest du deinen Nachbarn etwas entgegenkommen und einen Großteil der verblühten Springkrautblüten vor der Samenreife entfernen. Mach ich z.B. bei den flugsamenden Disteln.

Springkraut ist natürlich ein noch speziellerer Fall, weil ein unerwünschter Neophyt.

Wachsmottenbekämpfung Chris267 30.08.2011 22:01

Hallo Martin!

Auch wenn das drüsige Springkraut ein Neophyt ist, halte ich es doch für wichtig und für durchaus sinnvoll, es im Garten begrenzt wachsen zu lassen. Hab heute wieder über dutzende Hummeln, vor allem Acker- und Erdhummeln, staunen und mich erfreuen können. Wüsste nicht, von welchen Pflanzen "meine" Hummeln derzeit Nahrung fänden, so ausgeräumt wie die Landschaft in meiner Umgebung ist. Auch Steinhummelköniginnen (diese Art kommt bei uns selten vor) laben sich mit dem Nektar, bevor sie sich zur Winterruhe begeben.
Deinen Rat, die Samen des Springkrauts vor der Reife zu entfernen, beherzige ich auch im jeden Jahr, aber es unmöglich alle rechtzeitig zu erwischen. Die Pflanze scheint sogar mitzudenken: Sie wächst höher als alle Säulenthujen, um sich drüber der Grenze auszubreiten. Aber mittlerweile habe ich mit meinem Hummelschutzgedanken auch schon einige Nachbarn angesteckt...
Dass aber jedes Jahr wieder Wachsmotten einige Hummelnester zerstören, ärgert mich sehr. Seltsam, dass eigentlich nie Ackerhummeln betroffen sind. Das erhärtet Deine Theorie des fast alljährlich im Garten befindlichen Hornissenvolkes, denn dieses ist mit Sicherheit schon stark entwickelt, wenn die späte Hummelart sich auch rascher vermehrt.
Von heuer 10 Hummelvölkern existieren nur mehr 3 starke Ackerhummelvölker rund um meine 7 kleinen Gartenteiche. Grüße! Chris

Hummelklappe, Häufigkeit Nistkastenkontrollen Dennis 29.08.2011 20:24

Hallo Chris!

Hummelklappen habe ich noch nie verwendet, das ist mir doch momentan noch zu
unnatürlich.

Ich hatte mit den Hummelklappen keine Probleme, die dicken Brummer sind recht schlau und kommen nach ein paar Versuchen alle gut rein in den Kasten.
Von daher kann ich eine solche Klappe uneingeschränkt empfehlen.

In meinem Garten mit vielen Kleinteichen, Hecken, "Wildkräutern" herrscht Wildnis und
die Insekten finden ein Paradies vor. Probleme gibt´s mit den Nachbarn wegen der
zahlreichen "drüsigen Springkrautpflanzen", deren Samen auch die sterilen Gärten
nebenan "bespringen", aber sie sind eben ein wahres Hummelparadies!

Hatte bisher Glück, in diesem Jahr hat sich noch kein Gartennachbar beschwert, obwohl ich auch einige "Wildkräuter" ausgesät habe, z.B. war in einer Saatgutmischung Löwenzahn und Rotklee drin (letzterer ist z.Zt. bei den Ackerhummeln sehr beliebt), die Kapuzinerkresseblüten werden bevorzugt von Gartenhummeln beflogen, da kann man auch sehr gut (wenn das Licht günstig steht) sehen, wie lange deren Rüssel eigentlich sind, sehr interessant!

Hattest Du die Erdhummeln in speziellen Hummelkästen selber angesiedelt, machtest Du
regelmäßig Kontrollen? Meine kamen leider zu spät, aber dauernd Eingriffe ins Brutnest
halte ich auch nicht für gut.

Ja, die Erdhummeln habe ich selbst angesiedelt; die beiden Königinnen stammten aus meinem Garten bzw. der unmittelbaren Umgebung, da konnte ich im Frühjahr weit mehr suchende Königinnen sehen als ich ihnen hätte ein Heim anbieten können.
Regelmäßige Kontrollen habe ich gemacht, allerdings in relativ großen Zeitabständen von i.d.R. 2 Wochen (nie weniger, aber wetterbedingt warens auch mal 3 Wochen).
[Nestkontrolle heißt bei mir, dass ich die Nistkugel geöffnet habe.]
Öfter wollte ich die Tierchen nicht stören, aber gleichzeitig hatte ich so die Volksentwicklung gut im Blick und hätte auch bei evtl. Wachsmottenbefall noch gegensteuern können.
Die Häufigkeit der Nestkontrollen ist aber eine ziemliche Geschmackssache, so schreibt v.Hagen in seinem Buch von 2-3x die Woche (finde ich zuviel), die meisten hier gucken glaube ich 1x die Woche nach.

Viele Grüße
Dennis

Hummelklappe, Häufigkeit Nistkastenkontrollen Christian 30.08.2011 10:13

Hi Dennis,
kurz ne Frage zur Kapuzinerkresse. Du schreibst, dass Du dort die Gartenhummel beobachtest. Bei mir ists so: diese Pflanze kommt erst so richtig, wenn keine Gartenhummeln mehr fliegen. Also ab Mitte Juli. Seit Mitte August fliegt interessanterweise noch eine Gartenhummel herum, die geht auch zu den Zucchinis. Mein anderer Langfrüssler (Ackerhummel) zeigt kein Interesse an dieser Pflanze. D.h. sie ist riesig mit zahllosen Blüten, aber erfüllt mehr Dekozwecke, als dass sie ne Bereicherung für die nektarsuchenden Insekten wäre.
Meine Frage: wie ist es bei Dir mit Insektenbesuch bei der Kapuzinerkresse?

Gruß
Christian

Kapuzinerkresse Dennis 30.08.2011 17:58
kurz ne Frage zur Kapuzinerkresse. Du schreibst, dass Du dort die Gartenhummel beobachtest.
Bei mir ists so: diese Pflanze kommt erst so richtig, wenn keine Gartenhummeln mehr fliegen.
Also ab Mitte Juli. Seit Mitte August fliegt interessanterweise noch eine Gartenhummel herum, die
geht auch zu den Zucchinis. Mein anderer Langfrüssler (Ackerhummel) zeigt kein Interesse an
dieser Pflanze. D.h. sie ist riesig mit zahllosen Blüten, aber erfüllt mehr Dekozwecke, als dass sie
ne Bereicherung für die nektarsuchenden Insekten wäre.
Meine Frage: wie ist es bei Dir mit Insektenbesuch bei der Kapuzinerkresse?

Hallo Christian,

bisher habe ich an der Kapuzinerkresse, seit sie blüht, auch nur Gartenhummeln beobachten können. Andere Hummeln haben sich für sie nicht interessiert (weder Ackerhummeln als Langrüssler, noch z.B. die Erdhummeln mittels Blüteneinbruch). Auch andere Insekten waren nicht dran, auch meine Honigbienen lasse die Kapuzinerkresse links liegen.

Primär handelte es sich bei den Kapuzinerkresse-besuchenden Gartenhummeln übrigens um Königinnen.

Eine Königin kommt sogar regelmäßig zu Besuch. Das weiß ich daher, da sie einen beschädigten Flügel hat, beim Flug leichte Schlagseite zeigt, relativ groß ist und wohl aufgrund ihrer Flügelbeschädigung einen deutlich tiefen Brumm-/Summ-Ton erzeugt. Sie sehe ich immer nur an der Kapuzinerkresse. Ob sie wohl trotz der Flügelbeschädigung eine Chance hat im nächsten Jahr, ein Nest zu gründen? Für sie hätte ich auf jeden Fall einen Nistkasten. :)

Ackerhummeln sehe ich nie an der Kapuzinerkresse, sie haben es mehr auf meinen Rotklee abgesehen.

Viele Grüße
Dennis

Hummelklappe, Häufigkeit Nistkastenkontrollen Chris267 30.08.2011 22:21

Servus Dennis!

Ich hatte mit den Hummelklappen keine Probleme, die dicken Brummer sind recht schlau und kommen nach ein paar Versuchen alle gut rein in den Kasten.
Von daher kann ich eine solche Klappe uneingeschränkt empfehlen.

Weiß nicht recht, ob ich mir das zutraue, Hummelklappen zu bauen und zu verwenden - schlimm, wenn sie nicht funktionieren und die Hummeln ein- oder ausgesperrt bleiben. Bin nämlich nicht immer zu Hause und könnte dementsprechend nicht alle Tage nachsehen.
Vermute aber auch, dass ich es mit meinen Hummelkästen den Motten zu leicht mache einzudringen, denn das Flugloch ist viel zu groß. Bei meinem Schwegler-Holzbetonkasten ist es vergleichsweise mikrig. Habe mir vorgenommen, die Fluglöcher meiner Kästen genau so einzuengen. Dann bleibt die Hoffnung, dass die Motten den Eingang nicht so lecht finden.

Hatte bisher Glück, in diesem Jahr hat sich noch kein Gartennachbar beschwert, obwohl ich auch einige "Wildkräuter" ausgesät habe, z.B. war in einer Saatgutmischung Löwenzahn und Rotklee drin (letzterer ist z.Zt. bei den Ackerhummeln sehr beliebt), die Kapuzinerkresseblüten werden bevorzugt von Gartenhummeln beflogen, da kann man auch sehr gut (wenn das Licht günstig steht) sehen, wie lange deren Rüssel eigentlich sind, sehr interessant!

Finde gut, dass Du Wildkräuter extra im Garten pflanzt. Ein gutes Beispiel wäre auch "Bienenfreund". Bei mir gibt´s viele Himbeeren und - wie beschrieben - allerhand Heckenpflanzen. Bin nämlich kein Freund des Zufütterns von Hummeln und hab das noch nie gemacht. Über meine Vorliebe zum Neophyt drüs. Springkraut hab ich Martin vorhin länger geantwortet...

Ja, die Erdhummeln habe ich selbst angesiedelt; die beiden Königinnen stammten aus meinem Garten bzw. der unmittelbaren Umgebung, da konnte ich im Frühjahr weit mehr suchende Königinnen sehen als ich ihnen hätte ein Heim anbieten können.

War total stolz, dass sich bei mir heuer selbständig eine riesige Erdhummelkönigin angesiedelt hat. Dementsprechend enttäuscht war ich über den tödlichen Mottenbefall Ende Juli.

Regelmäßige Kontrollen habe ich gemacht, allerdings in relativ großen Zeitabständen von i.d.R. 2 Wochen (nie weniger, aber wetterbedingt warens auch mal 3 Wochen).
[Nestkontrolle heißt bei mir, dass ich die Nistkugel geöffnet habe.]
Öfter wollte ich die Tierchen nicht stören, aber gleichzeitig hatte ich so die Volksentwicklung gut im Blick und hätte auch bei evtl. Wachsmottenbefall noch gegensteuern können.
Die Häufigkeit der Nestkontrollen ist aber eine ziemliche Geschmackssache, so schreibt v.Hagen in seinem Buch von 2-3x die Woche (finde ich zuviel), die meisten hier gucken glaube ich 1x die Woche nach.

Kontrollen zu machen, davor hab ich Angst, dass ich dann doch Mottenbefall feststelle und nicht recht weiß, wie ich handeln soll. Übersiedeln oder das Nestmaterial austauschen ist doch ziemlich aufwändig. Witzig ist, dass ich im Vorjahr einmal ein Baumhummelnest unter meiner Bettdecke - habe 2 Wohnsitze und bin daher selten in meinem Haus - entdeckt habe. Gott sei Dank rechtzeitig! Die Übersiedlung gelang mir beim 2. Versuch. Das Volk entwickelte sich prächtig.

Beste Grüße! Chris

Hummelklappe, Häufigkeit Nistkastenkontrollen Dennis 02.09.2011 19:36

Hallo Chris!

Weiß nicht recht, ob ich mir das zutraue, Hummelklappen zu bauen und zu verwenden - schlimm,
wenn sie nicht funktionieren und die Hummeln ein- oder ausgesperrt bleiben. Bin nämlich nicht
immer zu Hause und könnte dementsprechend nicht alle Tage nachsehen.

Da gibts einen einfachen Trick: Da du die Hummelklappe sicher anbaust, bevor du den Kasten besiedelst, probiere einfach mit deinem Finger ein paar Mal aus, ob du die Klappe von außen ohne spürbaren Kraftaufwand hochheben kannst und ob du die Klappe von innen ebenfalls ohne spürbaren Kraftaufwand aufdrücken kannst. Richte dabei dein besonderes Augenmerk darauf, dass sich die Klappe auch nirgendwo verhaken bzw. verklemmen kann (z.B. mit der Kastenaußenwand). So habe ich es gemacht, die Hummeln habens dann auch hingekriegt.

Finde gut, dass Du Wildkräuter extra im Garten pflanzt. Ein gutes Beispiel wäre auch
"Bienenfreund". Bei mir gibt´s viele Himbeeren und - wie beschrieben - allerhand
Heckenpflanzen. Bin nämlich kein Freund des Zufütterns von Hummeln und hab das noch nie
gemacht. Über meine Vorliebe zum Neophyt drüs. Springkraut hab ich Martin vorhin länger
geantwortet...

Bienenfreund habe ich auch viel gesät, im Juni war der aber eher ein Hummelfreund, so sehr wurde er von ihnen belagert. Genauso waren die Hummeln ganz wild auf Stockrosen sowie wilden Majoran. Inzwischen werden diese Pflanzen aber fast nur noch von Bienen beflogen, Hummeln sehe ich nur noch vereinzelt Erd-, Garten- und Ackerhummeln, meine beiden Kästen sind leer (bis auf einen, dort lebt hartnäckig noch eine Arbeiter- oder jetzt eher Rentnerin).

Kontrollen zu machen, davor hab ich Angst, dass ich dann doch Mottenbefall feststelle und nicht
recht weiß, wie ich handeln soll. Übersiedeln oder das Nestmaterial austauschen ist doch ziemlich
aufwändig. Witzig ist, dass ich im Vorjahr einmal ein Baumhummelnest unter meiner Bettdecke -

Ja, vor dem Mottenbefall graut es mir auch jedesmal, wenn ich den Kasten aufmache. Dieses Jahr hatte ich allerdings Glück gehabt, kein Mottenbefall. Falls doch welcher festzustellen ist, dann würde ich aber mit BT behandeln (z.B. im Produkt "Raupenfrei" von "Neudorff" oder "B401" im Imkereifachhandel), wegen genauer Dosierung, könnte hier jemand mit mehr Erfahrung das Chris bitte nochmal erläutern?

Viele Grüße
Dennis

Schädlinge Christian 03.09.2011 14:58

Hi,
heute hab ich bei meinen Ackerhummeln Larven entdeckt, die eine Puppenwiege zerstört haben. erstmal ein Bild vom 22 August: [img:http://www.pictureupload.de/originals/59610/260811124059_sonstige_22_aug.jpg]
dann von heute, 3 September
[img:http://www.pictureupload.de/originals/59610/030911144504_sonstige_03_sept.jpg] der Zerfallist zu sehen, aber normal. Viele Geschlechtstiere sind geschlüpft. Die Jungköniginnen sind rechts oben unter dem streu versammelt z.T abgetaucht. Links hab ich durchlöcherte Puppenwiegen bemerkt. z.T waren die Zellen total zerfressen.
[img:http://www.pictureupload.de/originals/59610/030911144505_sonstige_img_0026k.jpg]
und
[img:http://www.pictureupload.de/originals/59610/030911144505_sonstige_img_0027k.jpg]

Wisst ihr welche Tiere das sind? Ich meine es sind Käferlarven, oder doch ne kleinere Mottenart? Die echten Beine sind nach dem Kopf. Hinten haben sie ein Paar von diesen Pseudobeinen. Von einem Gespinst, wie bei der Wachsmotte, ist nichts zu sehen. Im letzten Jahr waren diese Tiere auch bei meiner Wiesenhummel, aber erst nach dem Schlupf der Geschlechstiere. Da haben sie sich vom Pollen ernährt, den die restlichen Arbeiterinnen noch sammelten. Also vermute ich, dass diese Tiere erst später im Jahr auftreten.

Christian

Schädlinge Martin 09.09.2011 15:27
[img:http://www.pictureupload.de/originals/59610/030911144505_sonstige_img_0026k.jpg]
und
[img:http://www.pictureupload.de/originals/59610/030911144505_sonstige_img_0027k.jpg]

Schau dir mal die Larven von Antherophagus nigricornis (Zeichnung) (externer Link, nicht mehr verfügbar) und der Mehlmotte (externer Link, nicht mehr verfügbar) an. Vielleicht ist da was dabei.

Eine nette tabellarische Übersicht bekannter Hummelschädlinge gibt's hier (externer Link, nicht mehr verfügbar), entnommen aus SCHMID-HEMPEL 2001.

Erstmal Danke Christian 10.09.2011 16:12

Danke für die links. Evtl könnte es die Dörrobstmotte sein. Einige von ihnen hatte ich im Kasten, allerdings fehlen die Fäden. Am besten isses ich überwintere einige der Tiere und schau mal was da hervorgeht.
Das Nest hatte heute noch wenige Arbeiterinnen und eine Jungkönigin.

Christian

Entwicklung Nistkasten gg. Naturnest Dennis 04.09.2011 13:24

Hallo,

könnt ihr die Beobachtung bestätigen, dass Hummelnester in Nistkästen sich schneller entwickeln als Naturnester?

Grund für diese meine Frage ist, dass seit ungefähr Mitte August meine beiden Erdhummelnester abgestorben sind (nur noch in einem Nest hält sich hartnäckig eine letzte Arbeiterin).
Gut, dachte ich mir, ist die Erdhummelsaison halt vorbei - bei euch anderen hier im Forum waren die Erdhummelnester dieses Jahres ja auch schon vorbei, wie ich gelesen habe.

Allerdings sehe ich seit letzter Woche wieder vermehrt Erdhummeln in meinem Garten - hauptsächlich Jungköniginnen (aber heute sogar eine höselnde Arbeiterin). In meinen beiden Kästen sind die Jungköniginnen längst ausgeflogen.

Daher meine Frage: Sind die "künstlichen Nester" den "natürlichen" in der Entwicklung (meist) voraus?

Viele Grüße
Dennis

Entwicklung Nistkasten gg. Naturnest Bago 04.09.2011 19:26

Hallo,

in der Regel entwickeln sich Völker in den Nistkästen schneller und besser. Sie sind der Natur ja nicht so hilflos ausgeliefert wie ihre Artgenossen. Außerdem werden die Völker in den Nistkästen weniger von Schädlingen befallen als in der Natur. Deshalb ist der Nistkasteneinsatz auch umstritten, weil man in der Regel nur die sowieso schon häufigen Arten fördert. Die seltenen Arten lassen sich oft nur schwer ansiedeln und halten, mitunter ist es sogar gar nicht von Erfolg gekrönt bei den seltenen Arten in den Nistkästen, dass daraus etwas wird.

Wichtiger sind auf jeden Fall Biotope zu erhalten, in denen sich die Arten ganz natürlich erhalten können. Denn jeder natürliche Nistplatz ist 1000mal besser als ein Nistkasten.

Gruß Alex

Seltene Hummelarten im Kasten Dennis 05.09.2011 12:33

Hallo Alex,

mit den Biotopen hast du sicherlich recht. Mehr als einen 400 qm Garten kann ich den Tierchen aber leider nicht anbieten.

Wobei ich mir auch gut vorstellen kann, dass vom Standpunkt eines einzelnen Hummelvolkes ein Nistkasten sogar die bessere Alternative ist, da er eine geschütztere Umgebung bildet als ein natürliches Nest (z.B. keine Gefahr der Nestzerstörung, zumindest solcher durch Menschen).

Aber seltene Arten ist ein gutes Stichwort, hast du bzw. ein anderer von euch hier im Forum, denn schon mal eine seltene Hummelart beherbergen können (z.B. Wald-, Feld-, Deichhummel o.ä.)?
V.Hagen scheint sie ja seinen Fotos zu urteilen schon alle mal gehabt zu haben, wobei die Fotos natürlich auch noch von Zeiten stammen können, als diese Arten noch häufig waren.

Viele Grüße
Dennis

Seltene Hummelarten im Kasten Bago 05.09.2011 12:58

Hallo,

so viel ich weiß hat Wilhelm Veränderliche und Waldhummeln. Herr v. Hagen hält so viel ich weiß nur noch humilis als seltene Art... Ok, der Rest ist aber auch in Norddeutschland weitgehend verschwunden. Im Süden der Republik sieht das ganze anders aus, da findet man noch deutlich mehr Arten. Wiederum findet man aber im Norden wieder eher cryptarum und magnus, die sind dafür halt im Süden nicht so häufig.

Gruß Alex

Seltene Hummelarten im Kasten Christian 06.09.2011 13:02

Hi Dennis,

ich hab keine 100 m2 Garten. Trotzdem kommen zu mir Veränderliche u.a. Die Erdhummeln fliegen eh zu den Rapsfeldern und später zu den Linden. Die hab ich nur am Mohn.
Zur Entwicklung: Kann ich schwer was sagen. Mein Naturnest (Selbstansiedlung im Bauelement) hab ich, wie geschrieben, vom Wald hierher gebracht. Vor Ort gab es kaum Blüten und während hier im Forum die später gegründeten Nester Geschlechtstiere hervorbrachten, war meines am Eingehen. Durch Zufüttern hat sich das Volk wieder erholt und noch gestern wurde Pollen eingetragen. Das bedeutet, dieses einst Naturnest hat sich langsamer entwickelt als die Nester im Kasten. Und es existiert länger.
Jetzt kommt hinzu, dass in den Gärten das Blütenangebot besteht, dass unsere Maisäcker einfach nicht mehr bieten.

Kästen können kontrolliert werden. Wenn es stimmt, dass Wachsmotten durch Klimawandel und durch die Imker im Bestand gefördert werden, dann haben da gehegte Völker einfach bessere Chancen. Wir können ja auch dafür sorgen, dass die häufigen Arten auch häufig bleiben. zumindest in unserem Umfeld.

Will sagen: es ist schwer zu sagen was besser ist. Ich verfolge die Philosophie, dass wenn wir die Hummeln sich selbst überlassen, dass sie durch menschliche Eingriffe zu sehr bedroht werden. Ich mach einfach das Nötigste, auch das Zufüttern nicht unbedingt. Denke auch ehrlich, dass das Anbieten von Trachtpflanzen noch viel effektiver ist, als meine Nistkästen.

Nebenbei: Bei meinen Steinhummeln sind gestern noch Königinnen geschlüpft. Die wurden aktiv angesiedelt und haben auch sehr lange gehalten. Vielleicht ists doch dran, die Infos zusammen zu tragen und auszuwerten.

Christian

Seltene Hummelarten im Kasten Chris267 14.09.2011 16:41

Servus Namenskollege!

Geb Dir recht, Trachtpflanzenförderung ist Hummelförderung und auch Wildbienen, Bienen und viele andere Insekten (Hornissen) profitieren dabei. Hab sämtliches "Stechvieh" im Garten angesiedelt. Als Imker kenne ich auch das Problem der Wachsmotten und zumindest eines meiner 7 Hummelvölker war heuer befallen und verendete (Erdhummel). Lavendel vor den Fluglöchern zu pflanzen hat nichts genützt, Hummelklappen hab ich nicht an die Kästen angebracht. Nächstes Jahr werde ich die Fluglöcher stark verkleinern, damit die Motten die Nester nicht so leicht finden. Interessant ist, dass Hummelnester im dichten Gras bei meinen Teichen nicht entdeckt wurden - das gäbe es aber dafür mehr Feinde (Igel, ...). Vielleicht haben aber meine Hornissen - Selbstansiedlung in einem entsprechenden Kasten - Schlimmeres verhindert?!
Derzeit existieren bei mir noch 3 Ackerhummelvölker. Die zahlreich fliegenden Hummeln finden bei mir große Flächen mit drüs. Springkraut im Garten. Beneide Dich wegen des Steinhummelnestes - es gelingt mir seit Jahren nicht, diese Hummelart bei mir anzusiedeln. Es gibt in unserer Gegend (Oberösterreich, nähe Attersee) sehr wenige dieser Gattung. Weiter viel Erfolg, beste Grüße! Chris

Hi Dennis,

ich hab keine 100 m2 Garten. Trotzdem kommen zu mir Veränderliche u.a. Die Erdhummeln fliegen eh zu den Rapsfeldern und später zu den Linden. Die hab ich nur am Mohn.
Zur Entwicklung: Kann ich schwer was sagen. Mein Naturnest (Selbstansiedlung im Bauelement) hab ich, wie geschrieben, vom Wald hierher gebracht. Vor Ort gab es kaum Blüten und während hier im Forum die später gegründeten Nester Geschlechtstiere hervorbrachten, war meines am Eingehen. Durch Zufüttern hat sich das Volk wieder erholt und noch gestern wurde Pollen eingetragen. Das bedeutet, dieses einst Naturnest hat sich langsamer entwickelt als die Nester im Kasten. Und es existiert länger.
Jetzt kommt hinzu, dass in den Gärten das Blütenangebot besteht, dass unsere Maisäcker einfach nicht mehr bieten.

Kästen können kontrolliert werden. Wenn es stimmt, dass Wachsmotten durch Klimawandel und durch die Imker im Bestand gefördert werden, dann haben da gehegte Völker einfach bessere Chancen. Wir können ja auch dafür sorgen, dass die häufigen Arten auch häufig bleiben. zumindest in unserem Umfeld.

Will sagen: es ist schwer zu sagen was besser ist. Ich verfolge die Philosophie, dass wenn wir die Hummeln sich selbst überlassen, dass sie durch menschliche Eingriffe zu sehr bedroht werden. Ich mach einfach das Nötigste, auch das Zufüttern nicht unbedingt. Denke auch ehrlich, dass das Anbieten von Trachtpflanzen noch viel effektiver ist, als meine Nistkästen.

Nebenbei: Bei meinen Steinhummeln sind gestern noch Königinnen geschlüpft. Die wurden aktiv angesiedelt und haben auch sehr lange gehalten. Vielleicht ists doch dran, die Infos zusammen zu tragen und auszuwerten.

Christian
Entwicklung Nistkasten gg. Naturnest Chris267 14.09.2011 17:07

Servus Dennis!

Nach meinen heurigen Erfahrungen stelle ich fest, dass sich Naturnester in meinem Garten besser entwickelt haben wie jene in Nistkästen. Das betrifft Wiesen- und Ackerhummeln im Gras/Moos bei meinen Gartenteichen. Mein einziges Erdhummelvolk wurde leider von Wachsmotten zerstört, ich sehe aber auch noch viele Hummeln dieser Art an meinem drüs. Springkraut, dem ich viel Raum im Garten gebe. Es ist eine Freude, jedes Jahr eine Rekordzahl an Ackerhummeln (habe 3 intakte starke Völker im Garten) auf diesen Pflanzen sehen zu können. Hab einmal gelesen, dass Erdhummeln weit fliegen, um zu Trachtpflanzen zu kommen, Acker- und Wiesenhummeln suchen Nektar in Nestnähe.
Ich glaube, Du hast einmal geschrieben, dass Gartenhummeln lassen sich auf der Kresse gut beobachten - gibt´s diese Art zu dieser Jahreszeit noch? Konnte nämlich noch Hummeln auf diesen Pflanzen beobachten, meinte aber es handle sich um Erdhummeln. Der Unterschied dieser beiden Hummelarten liegt doch an den gelben Streifen
(Erdhummeln = 2, Gartenhummeln = 3), oder?
Beste Grüße aus Oberösterreich, 7 km nähe Attersee! Chris

Hallo,

könnt ihr die Beobachtung bestätigen, dass Hummelnester in Nistkästen sich schneller entwickeln als Naturnester?

Grund für diese meine Frage ist, dass seit ungefähr Mitte August meine beiden Erdhummelnester abgestorben sind (nur noch in einem Nest hält sich hartnäckig eine letzte Arbeiterin).
Gut, dachte ich mir, ist die Erdhummelsaison halt vorbei - bei euch anderen hier im Forum waren die Erdhummelnester dieses Jahres ja auch schon vorbei, wie ich gelesen habe.

Allerdings sehe ich seit letzter Woche wieder vermehrt Erdhummeln in meinem Garten - hauptsächlich Jungköniginnen (aber heute sogar eine höselnde Arbeiterin). In meinen beiden Kästen sind die Jungköniginnen längst ausgeflogen.

Daher meine Frage: Sind die "künstlichen Nester" den "natürlichen" in der Entwicklung (meist) voraus?

Viele Grüße
Dennis
Bilanz 2011 Bago 11.09.2011 19:14

Hallo,

da das Hummeljahr sich zum Ende neigt, und nur noch ein paar Ackerhummeln das Nest beleben, folgt nun die Bilanz:

Erdhummel-1: Aufzucht von ca. 50 Jungköniginnen, max. Volksstärke 250 Tiere; Nestgründung am 19.3., erste Jungkönigin so um den 1.6.
Erdhummel-2: Aufzucht von ca. 100 Jungköniginnen, max. Volksstärke 300 Tiere, Nestgründung am 22.3., erste Jungköniginnen so um den 10.6.
Erdhummel-3: Aufzucht von 150 Jungköniginnen, max. Volksstärke 200 Tiere, Nestgr. 24.3., erste Jungköniginnen um Mitte Juni
Steinhummel-1: Keine Aufzucht von Königinnen, max. Volks. 60 Tiere, Nestgr. 23.3.
Steinhummel-2: ca. 50 Jungk., max Volks. rund 180 Tiere, Nestgr. am 27.3., erste Jungk. Anfang Juni!!!
Steinhummel-3: ca. 100 Jungk., max. Volks. ca. 200 Tiere, Nestgr. am 27.3., erste Jungk. Mitte Juni
Steinhummel-4: keine Jungköniginnen...
Steinhummel-5: sehr wenige, ca. 20, beide Nestgr. Mitte April, wahrscheinlich zu spät...
Wiesenhummel-1: ca. 80 Jungk., Volks. rund 100 Tiere, Nestgr. am 25.3., erste Jungk. Mitte Mai!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Wiesenhummel-2: ca. 50 Jungk., Volks. rund 100 Tiere, Nestgr. am 26.3., erste Jungk. 11.5.!!!!!!!!!!!!
Wiesenhummel-3: ca. 20 Jungk., 20 nicht geschlüpft, Volks. rund 60 Tiere, Nestgr. am 28.3., erste Jungk. Mitte Mai
Baumhummel-1: Nestgründung so um den 15.3., erste Arbeiterinnen bereits am 7.5., ca. 100 Jungk. (M. Mai)
Baumhummel-2: Nestgründung am 19.3., 100 Jungk. (Mitte Mai)
Baumhummel-3: erfolglos, nur Drohnen, sehr klein das Nest
Ackerhummel-1: Nestgr. 11.4., 25 Jungk. um Mitte August, noch leben ein paar Arbeiterinnen
Gartenhummel-1: erfolglos, genau wie eine weitere Erdhummel

Auffällig ist, dass 4 Nestgründungen um Mitte Aprild eher erfolglos verliefen: Zwei Steinhummel, eine Gartenhummel und eine Ackehrummeln waren dies. Die Ackerhummel zog Jungköniginne, ebenso wie Steinhummel-5, aber sehr wenige. Die andere Steinhummel keine und die Gartenhummel scheiterte bereits während der Nestgründung. Ich habe auch schon letztes Jahr festgestellt, dass aus späten Gründungen meist nichts wird.

Ort: Dortmund
Jahresmittel (zwischen 1994 und 2005): 11,1°C

Ich hoffe Johann kann mit den Daten etwas anfangen.

Gruß Alex

Bilanz 2011 Chris267 14.09.2011 16:24

Gratuliere zu Deinen heurigen Erfolgen! Wenn es auch bei meinen Aktivitäten im Hummelschutz aufwärts geht (heuer 10 Völker), kann ich Deine nur bewundern....

Beste Grüße aus Oberösterreich! Chris

Hallo,

da das Hummeljahr sich zum Ende neigt, und nur noch ein paar Ackerhummeln das Nest beleben, folgt nun die Bilanz:

Erdhummel-1: Aufzucht von ca. 50 Jungköniginnen, max. Volksstärke 250 Tiere; Nestgründung am 19.3., erste Jungkönigin so um den 1.6.
Erdhummel-2: Aufzucht von ca. 100 Jungköniginnen, max. Volksstärke 300 Tiere, Nestgründung am 22.3., erste Jungköniginnen so um den 10.6.
Erdhummel-3: Aufzucht von 150 Jungköniginnen, max. Volksstärke 200 Tiere, Nestgr. 24.3., erste Jungköniginnen um Mitte Juni
Steinhummel-1: Keine Aufzucht von Königinnen, max. Volks. 60 Tiere, Nestgr. 23.3.
Steinhummel-2: ca. 50 Jungk., max Volks. rund 180 Tiere, Nestgr. am 27.3., erste Jungk. Anfang Juni!!!
Steinhummel-3: ca. 100 Jungk., max. Volks. ca. 200 Tiere, Nestgr. am 27.3., erste Jungk. Mitte Juni
Steinhummel-4: keine Jungköniginnen...
Steinhummel-5: sehr wenige, ca. 20, beide Nestgr. Mitte April, wahrscheinlich zu spät...
Wiesenhummel-1: ca. 80 Jungk., Volks. rund 100 Tiere, Nestgr. am 25.3., erste Jungk. Mitte Mai!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Wiesenhummel-2: ca. 50 Jungk., Volks. rund 100 Tiere, Nestgr. am 26.3., erste Jungk. 11.5.!!!!!!!!!!!!
Wiesenhummel-3: ca. 20 Jungk., 20 nicht geschlüpft, Volks. rund 60 Tiere, Nestgr. am 28.3., erste Jungk. Mitte Mai
Baumhummel-1: Nestgründung so um den 15.3., erste Arbeiterinnen bereits am 7.5., ca. 100 Jungk. (M. Mai)
Baumhummel-2: Nestgründung am 19.3., 100 Jungk. (Mitte Mai)
Baumhummel-3: erfolglos, nur Drohnen, sehr klein das Nest
Ackerhummel-1: Nestgr. 11.4., 25 Jungk. um Mitte August, noch leben ein paar Arbeiterinnen
Gartenhummel-1: erfolglos, genau wie eine weitere Erdhummel

Auffällig ist, dass 4 Nestgründungen um Mitte Aprild eher erfolglos verliefen: Zwei Steinhummel, eine Gartenhummel und eine Ackehrummeln waren dies. Die Ackerhummel zog Jungköniginne, ebenso wie Steinhummel-5, aber sehr wenige. Die andere Steinhummel keine und die Gartenhummel scheiterte bereits während der Nestgründung. Ich habe auch schon letztes Jahr festgestellt, dass aus späten Gründungen meist nichts wird.

Ort: Dortmund
Jahresmittel (zwischen 1994 und 2005): 11,1°C

Ich hoffe Johann kann mit den Daten etwas anfangen.

Gruß Alex
Bilanz 2011 Michel 19.09.2011 22:26

Hallo Alexander,

also hat quasi das schwächste der 3 Erdhummelvölker die meisten Jungköniginnen hervorgebracht. Gleiches lässt sich wohl gerade bei Erdhummeln häufiger beobachten, eben das kleinere Völker z.T. mehr Jungköniginnen produzieren als volkstarke Nester. Bei letzteren brechen wohl die Arbeiterinnen eher das Fortpflanzungsmonopol der Königin, sodass quasi ab dem Competition-Point ein nicht unerheblicher Teil der Eier von Arbeiterinnen stammt, weswegen solche Nester oft "drohnenlastig" werden...

Vg,
Michel