Beiträge aus 2009

Eingang zum Nest wurde verschlossen Jens G. 08.07.2009 21:27

Ohne mich in Details zu vertiefen, hier nur die Fakten:

Hummeln haben an drei Stellen eines Backsteinhauses ihren Ein/Ausgang zum Nest.
(drei Seitenwände = drei Nester/Völker?)

Das Haus ist kein Wohnhaus, sondern meine Arbeitsstätte.

Meiner Beobachtung nach, sind es mindestens zwei verschiedene Arten von Hummeln.

Am Montag wurden alle Öffnungen mit Schaum verschlossen!!!
(Ich war heute, Mittwoch, erst wieder arbeiten und habe es somit nicht mitbekommen)

Ich lebe im Bundesland NRW.
(unwichtig?)

Meine Fragen:

Darf man das überhaupt?
Wenn ja, wer darf das und wann?
(Sind Hummeln nicht durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt)

Wenn ich den Schaum morgen wieder entferne, leben die Hummeln noch?
(es sind dann knapp drei Tage)

An welches Amt (Behörde) kann ich mich wenden, um Hilfe zu bekommen?

Ich bitte um schnelle Antwort.

Jens G.

Re: Eingang zum Nest wurde verschlossen Michel 08.07.2009 22:05

Wenn es wirklich Hummeln sind, dann stehen diese unter Naturschutz und ein Zerstören der Niststätten ist strafbar. Am Besten die Naturschutzbehörde informieren, dass diese sich schnellstmöglich darum kümmern.

Viele Grüße
Michel

Re: Re: Eingang zum Nest wurde verschlossen Angelika 08.07.2009 22:26
Wenn es wirklich Hummeln sind, dann stehen diese unter Naturschutz und ein Zerstören der Niststätten ist strafbar. Am Besten die Naturschutzbehörde informieren, dass diese sich schnellstmöglich darum kümmern.

Viele Grüße
Michel

Und wenn es Dir möglich ist, schnellstmöglichst den Schaum entfernen. fg Angelika

Re: Re: Re: Eingang zum Nest wurde verschlossen Bago 09.07.2009 08:50

Ich wohne auch in NRW die Hummeln werden hier streng geschützt,
trotzdem gibt es Leute die Hummeln als Plagen bezeichnen.

Am besten den Schaum raus und hoffen, das sie überlebt haben,
setzte dich am besten mit der zuständigen Naturschutzbehörde in Verbindung , diese wird weitere Vorrichtungen treffen.

Gruß Bago

Re: Re: Re: Re: Eingang zum Nest wurde verschlossen Jens G. 09.07.2009 11:20

Vielen Dank an Michel, Angelika und Bago für die schnelle Hilfe.

Um es vorweg zu nehmen: es hatte (leider) alles seine Richtigkeit.

Das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, hat mich an die untere Landschaftsbehörde verwiesen.

Die untere Landschaftsbehörde hat mich an den zuständigen (und von der Stadt beauftragten) Imkermeister weitergeleitet.

Und dieser hat mir dann telefonisch mitgeteilt, dass es, sehr zu seinem Bedauern, in diesem Fall keine andere Lösung gab.

Um die Nester zu verlegen, hätte man die Wände aufstemmen müssen.
Die Nester einfach zu belassen, war hier nicht möglich.
Der ausschlaggebende Punkt war der angrenzende Kindergarten und ein Kinderspielplatz.
Da somit "Gefahr für Leib und Leben" (von Kleinkindern) bestand, blieb ihm nichts anderes übrig, als die Nester zu verschliessen.

Schade.

Nochmals Dank
Jens G.

Re: Re: Re: Re: Re: Eingang zum Nest wurde verschlossen Bago 09.07.2009 12:49

Aber warum waren denn diese Nester eine Gefahr für Kinder, und warum
stört ein Hummelnest in der Hauswand, das hier eine Genehmigung er-
teilt wurde verstehe ich nicht, denn Hummeln tun dem Menschen
garnichts, sofern man die Nester nicht belästigt.

Trotzdem finde ich es gut das du dich so für die Tiere einsetzt.

Gruß Bago

Unvorstellbar! Christian F. 09.07.2009 16:59

Hallo Jens,

Die untere Landschaftsbehörde hat mich an den zuständigen (und von der Stadt beauftragten) Imkermeister weitergeleitet.

Und dieser hat mir dann telefonisch mitgeteilt, dass es, sehr zu seinem Bedauern, in diesem Fall keine andere Lösung gab.

Um die Nester zu verlegen, hätte man die Wände aufstemmen müssen.
Die Nester einfach zu belassen, war hier nicht möglich.
Der ausschlaggebende Punkt war der angrenzende Kindergarten und ein Kinderspielplatz.
Da somit "Gefahr für Leib und Leben" (von Kleinkindern) bestand, blieb ihm nichts anderes übrig, als die Nester zu verschliessen.

Ich glaube es nicht. Ein Imkereimeister hat also allen Ernstes die Einfluglöcher verspachtelt, weil ein Kindergarten angrenzt? Ich kann das nicht fassen. Das ist so unglaublich blöd. Kannst du mir an meine E-mail Adresse den Namen und die Telefonnummer des Imkereimeisters schicken und vielleicht den Namen der Naturschutzbehörde (bzw. den Bereich für den sie zuständig ist)?

Das war absolut unnötig. Für die Kinder besteht keinerlei Gefahr.

Das sagt einfach mal wieder alles über Imker aus.

Grüße,
Christian

Re: Unvorstellbar! Manfred 10.07.2009 08:33

Aus meiner eigenen Beratererfahrung heraus würde ich mit Urteilen per Ferndiagnose sehr vorsichtig sein. Ob es eine Gefährdung der Kinder gegeben hat oder nicht, konnte nur vor Ort beurteilt werden.
Ich möchte auch zu bedenken geben, dass der Imker bei einer Fehleinschätzung zur Verantwortung gezogen werden kann, d.h. wenn ein Kind gestochen wird, muss er nachweisen richtig gehandelt zu haben.

Gruß aus HH
Manfred

Re: Unvorstellbar! Angelika 10.07.2009 09:58

Mir scheint, Du hast eine Imkerneurose. :-)

Das Handeln des Imkermeisters zeugt von mangelnder Sachkenntnis. Hier scheint eine Fortbildung vonnöten zu sein, ähnlich wie beim kürzlich im NDR vorgeführten "Umsiedler". Und mir scheint, auch dem Sachbearbeiter der
zuständigen Behörde würde eine entsprechende Fortbildung gut tun.
fg Angelika

Re: Re: Unvorstellbar! Christian F. 11.07.2009 16:20

Hallo,
Angelika, wenn Du ihn wirklich fortbildest muss man sich ja keine Sorgen mehr machen ;).

Manfred, klar ist es schwer eine Situation aus der Ferne zu beurteilen, aber wenn der Eingang in einer Außenwand ist, kann gar keine -Gefahr- bestehen. Es gibt doch positive Erfahrungen von Hornissennestern in Kindergärten und Schulen. Davon abgesehen, wo steht das mit der Haftung?

Grüße,
Christian

Re: Re: Re: Unvorstellbar! Manfred 13.07.2009 09:31

Hallo Christian,

da formaljuristisch ein Dienstleistungsvertrag zustande kommt, greifen §§ 820 ff BGB.

Gruß aus HH
Manfred

Re: Re: Re: Re: Unvorstellbar! Christian F. 13.07.2009 10:31

Hallo,

da formaljuristisch ein Dienstleistungsvertrag zustande kommt

Welche Dienstleistung sollte das sein? Die "die Hornissen/Hummeln-stechen-nicht-Dienstleistung?" Ich glaube hier gehst du falsch.
Dann wäre jede Beratertätigkeit unmöglich. Wildtiere sind für sich selbst verantwortlich.

Grüße,
Christian

Re: Re: Re: Re: Re: Eingang zum Nest wurde verschlossen Angelika 10.07.2009 10:03

Hallo Jens, bitte teile auch mir das entsprechende Amt und den Namen des zuständigen Imkermeisters mit.
Ich organisiere gerade ein weiteres Fortbildungsseminar für Umsiedler, Berater und Kammerjäger zum Thema für den 13.3.2010 und denke, auch "Deine" Probanden sollten eine Einladung dazu erhalten. fg Angelika

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Eingang zum Nest wurde verschlossen Bago 10.07.2009 18:10

Ihr habt recht , dieser Imker ist nicht aufgeklärt.

Gruß Bago

Re: Re: Re: Re: Re: Eingang zum Nest wurde verschlossen Harry 10.07.2009 10:08

Hallo Jens,

leider sitzen in der unteren Landschaftsbehörde oft "Schreibtischtäter" die die Verantwortung gerne einem Imker übergeben. Wenn dieser Imker nun zufällig keine Ahnung von Naturschutz hat und sich nur mit seinen Bienen auskennt kommen solche Fehlentscheidungen zu stande.
Es war auf keinen Fall richtig die Einfluglöcher der Hummeln zu verschießen. Hier müsste der Imker nochmal nachgeschult werden, damit er auf dem neusten Stand ist und nicht wiederholt solche unfachlichen Lösungen ausführt.

Gruß Harry

Steinhummel-Bestand (geht zurück) Bago 10.07.2009 08:52

Im Internet konnte ich lesen , das der Steinhummel-Bestand zurück
geht, dies wäre ein starker Rückfall für unsere Bestäubung, denn
ich sehe gerade jetzt Steinhummeln ,( vor alllen Dingen viele Drohnen),
aber noch keine Jungköniginnen.
Wenn dies wirklich passieren sollte wäre dies ein enormer Rückschlag für
die Natur .

Ich werde nächstes Jahr versuchen auch noch die Steinhummel
anzusiedeln,
denn dieses Jahr ist sie noch häufig.
Hoffe das der Bestand nicht rückläufig wird!!!

Vielleicht gibt es nächstes Jahr mal mehr Steinhummeln.

Gruß Bago

Re: Steinhummel-Bestand (geht zurück) Timo 12.07.2009 11:56

Hallo Bago,

den Steinhummel-Rückgang kann ich bei mir nur teilweise bestätigen: im Frühjahr konnte ich zwar nur 15 Jungköniginnen antreffen, aber gerade jetzt sehe ich sehr viele Steinhummelarbeiterinnen in allen Größen auf den Kleearten sitzen.

Bei meinem Steinhummelvolk sieht es aber düster aus:
Ein Drohn konnte ich abfliegen sehen, dann kam der Einbruch...
Nur noch sehr wenige Arbeiterinnen fliegen aus und es gibt keine Königinnen, zudem hat sich eine Ameisenkolonie im Kasten niedergelassen, die den Hummeln wohl sehr zu schaffen machen, aber ich habe keine Möglichkeit, an den Kasten ranzukommen, weil er unterirdisch eingegraben ist...

Hoffe auf viele Jungköniginnen aus den anderen Völkern

Gruß
Timo

Re: Re: Steinhummel-Bestand (geht zurück) Bago 12.07.2009 12:58

Ich verwend auch einen unterirdischen Kasten doch an den kommt man
dran , denn der ist nur teilweise eingegraben.
Das man garnicht dran kommt ist nicht gut hast du nur unterirdische
Kästen und wie viele?
Solche Nistkästen sind leider nicht sehr gut, ich habe den Vorbau bei
einem Kasten sehr Erdnah angebracht wird sich zeigen , ob er von selbst
besiedelt wirdm, es ist ein Nistkastentyp ,der von mir entwickelt wurde.

Ich sehe hier auch Steinhummel-Arbeiterinnen un Drohnen an Blüten,
denn in der Nähe befindet sich ein Naturnest.

Gruß Bago

Re: Re: Re: Steinhummel-Bestand (geht zurück) Timo 12.07.2009 18:33

Das man garnicht dran kommt ist nicht gut hast du nur unterirdische

Kästen und wie viele?

Hallo Bago,

ich kann dich beruhigen, denn ich habe nur einen Nistkasten dieser Art.
Leider lässt sich bei meinem Nistkasten nichts machen, da ich ihn erst dieses Jahr "aufgetunt" habe. Du musst wissen, auch ich probiere ständig andere Variationen von Nistkästen aus, die ich selbst entwerfe, wenn ich denn Zeit habe:
Dieser Kasten, allerdings mein einzigster unterirdischer, war letzten Herbst total mit Schimmel überzogen (zum Glück war kein Hummelvolk drin) und so musste ich für dieses Jahr was tun.
Ich habe den langen Laufgang in komplizierter Weise umgebaut und zahlreiche Maßnahmen unternommen, ihn wasserdicht zu bekommen. Die abschließende Maßnahme war eben, dass ich ihn in eine Plastiktüte gestopft habe, wodurch ich aber keinen Zugriff mehr aufs Nest haben könnte.
Ich hab mich schlussendlich für die Plastiktüte entschieden, denn was bringt mir der Blick auf ein schimmelüberzogenes Hummelnest, dass dann am Ende doch eingeht?...

Jetzt kamen eben die Ameisen und ich weigere mich ehrlich gesagt ein Pestizid am Eingang gegen die Ameisen einzusetzten, denn das kann widerum auch den Hummeln nicht gut tun.

Viele Grüße
Timo

Re: Re: Re: Re: Steinhummel-Bestand (geht zurück) Michel 12.07.2009 20:21

Für gesunde starke Kolonien sind Ameisen keine Gefahr, die Hummeln halten Ameisen von den Brutwaben fern. Nur Massenauftreten am Eingang in Folge einer Fütterung ist problematisch.

Teils bringen Ameisen bei mir ihre Brut in Bereiche der Nistkästen (Zwischenraum zwischen Holz- und Betondeckel beim Schwegler beispielsweise), dabei gab es nie Probleme zwischen Ameise und Hummel. Im Gegenteil, ich konnte beobachten, wie Ameisen kleine Wachsmottenraupen zu fangen versuchen, vielleicht haben sie sogar einen kleinen Nutzen diesbezüglich.

Wie gesagt, bei gesunden Nestern stellen Ameisen keine Gefahr dar.

Viele Grüße
Michel

Re: Re: Re: Re: Re: Steinhummel-Bestand (geht zurück) Manfred 13.07.2009 09:21

Ich kann Michels Beobachtungen nur bestätigen. Ameisen helfen gegen Wachsmotten und werden in einem gesunden Nest von den Hummeln nicht geduldet.

Gruß aus HH
Manfred

Eigenartige Beobachtung Michel 10.07.2009 19:39

Hallo zusammen,

bei der heutigen Nestkontrolle viel mir auf, das bei beiden Erdhummelkolonien, speziell aber bei einer eine größere Anzahl toter Jungköniginnen zu finden war. 12 tote Jungköniginnen lagen auf der Polsterwolle oder nahe des Eingangsbereichs. Anatomisch waren sie in Ordnung, auch die Nestkontrollen zeigten gut entwickelte Kolonien, keine Parasiten oder sonst was.

Pflanzenschutzmittel als Ursache sind wohl auszuschließen, da es dann auch Arbeiterinnen erwischen würde, auch Infektionen oder ähnliches unterscheiden nicht zwischen Königin und Arbeiterin.

Die Nestumgebung ist recht verkotet und teils verschimmelt, aber die Nester selbst in Ordnung. Habe zwar die Kotecken heute etwas gereinigt und mit neuem Material aufgefüllt, aber denke nicht, das deswegen die Jungköniginnen gestorben sind (in den letzten Jahren ist das auch nicht passiert).

Königinnen haben aber einen höheren Stoffwechsel, ob eventuell Nahrungsmangel herrscht, von dem gerade die Jungköniginnen besonders betroffen sind? Die Arbeiterinnen fliegen weit weniger stark als in den letzten Wochen, aber die Volkstärke ist weiterhin ähnlich. Einzelne nektargefüllte Tönnchen gibt es zwar, aber es sah mal weit aus besser aus, was die Vorratshaltung anging.
Ich habe heute zugefüttert, die Arbeiterinnen haben sich regelrecht auf das dargebotene Futter gestürzt. Zwar blüht in der Umgebung einiges, aber die Kleewiesen sind vielerorts gemäht worden und eventuell reichen die Nahrungsmengen momentan nicht für die starken Kolonien aus.

Hat jemand noch andere Ideen, woran das liegen kann?
Es gibt noch viel Kokons von Jungköniginnen, also da wird noch eine Menge folgen und die bisherigen Verluste sollten auch nicht weiter problematisch sein, insofern dieses Sterben nicht weitergeht.

Viele Grüße
Michel

Re: Eigenartige Beobachtung Bago 11.07.2009 08:18

Hallo Michel,

ich glaube weniger ,das die Jungköniginnen an Nahrungsmangel gestorben sind , denn in deinem Garten blüht ja nach deiner Aussage viel.
Vielleicht haben die Jungköniginnen andere Pflanzen oder sie sind auf einem
Feld um sich dort zu paaren gestoßen jenes mit Insektizied behandelt war.

Dies wäre eine Möglichkeit doch es könnte ja auch noch andere Ur-
sachen möglich sein .

Ich hoffe ich konnte dir wenigstens ein bisschen weiter helfen.

Gruß Bago

Re: Re: Eigenartige Beobachtung Michel 11.07.2009 19:04

Insektizide schließe ich aus, da dabei vor allem auch die Arbeiterinnen betroffen wären, und da gibt es gar keine Ausfälle.

Auch sind Erdhummeln eher Massentrachtsammler, welche sich nicht so schnell auf andere Trachten umstellen wie beispielsweise Ackerhummeln. Fällt eine solche Massentracht weg, leiden gerade die kurzrüssligen Arten sehr. Und die kleineren, noch vorhandenen Trachtquellen sind natürlich auch für ein kleines Ackerhummelvolk ausreichend, aber 2 starke Erdhummelnester mit 180-200 Arbeiterinnen brauchen da schon mehr Nahrungquellen.

Ich bin mittlerweile fast sicher, dass es bei mir Nahrungsmangel war. Seit ich gestern zufüttere, fliegen die Hummeln wieder sehr vital, auch die Jungköniginnen, welche teilweise von ihren Flügen zurückkehren und sich ebenso am dargebotenen Futter nähren, ein Hinweis, dass die draußen wenig finden. Auch wie massiv sich die Arbeiterinnen auf das Fütter stürzen deutet auf einen eher ausgehungerten Zustand hin. Mittlerweile haben die beiden Kolonien 240 ml Zuckerlösung ins Nest eingetragen. Auch wird nun wieder vermehrt Pollen eingetragen.

Auffallend war auch, dass seit dem die Wiesen vor einigen Tagen hier gemäht wurden, die Sammelflüge deutlich länger waren als zuvor, auch ein Indiz für keine gute Nahrungssituation.

Ich werde morgen nochmal massiv Zufüttern und dann die Fütterung erstmal wieder einstellen und hoffen, dass der Klee sich wieder soweit erholt hat, dass die Tiere wieder selbstständig zurecht kommen.

Viele Grüße
Michel

Re: Eigenartige Beobachtung Angelika G. 11.07.2009 11:59
Hallo zusammen,

bei der heutigen Nestkontrolle viel mir auf, das bei beiden Erdhummelkolonien, speziell aber bei einer eine größere Anzahl toter Jungköniginnen zu finden war. 12 tote Jungköniginnen lagen auf der Polsterwolle oder nahe des Eingangsbereichs. Anatomisch waren sie in Ordnung, auch die Nestkontrollen zeigten gut entwickelte Kolonien, keine Parasiten oder sonst was.

Pflanzenschutzmittel als Ursache sind wohl auszuschließen, da es dann auch Arbeiterinnen erwischen würde, auch Infektionen oder ähnliches unterscheiden nicht zwischen Königin und Arbeiterin.

Die Nestumgebung ist recht verkotet und teils verschimmelt, aber die Nester selbst in Ordnung. Habe zwar die Kotecken heute etwas gereinigt und mit neuem Material aufgefüllt, aber denke nicht, das deswegen die Jungköniginnen gestorben sind (in den letzten Jahren ist das auch nicht passiert).

Königinnen haben aber einen höheren Stoffwechsel, ob eventuell Nahrungsmangel herrscht, von dem gerade die Jungköniginnen besonders betroffen sind? Die Arbeiterinnen fliegen weit weniger stark als in den letzten Wochen, aber die Volkstärke ist weiterhin ähnlich. Einzelne nektargefüllte Tönnchen gibt es zwar, aber es sah mal weit aus besser aus, was die Vorratshaltung anging.
Ich habe heute zugefüttert, die Arbeiterinnen haben sich regelrecht auf das dargebotene Futter gestürzt. Zwar blüht in der Umgebung einiges, aber die Kleewiesen sind vielerorts gemäht worden und eventuell reichen die Nahrungsmengen momentan nicht für die starken Kolonien aus.

Hat jemand noch andere Ideen, woran das liegen kann?
Es gibt noch viel Kokons von Jungköniginnen, also da wird noch eine Menge folgen und die bisherigen Verluste sollten auch nicht weiter problematisch sein, insofern dieses Sterben nicht weitergeht.

Viele Grüße
Michel

Hallo,

ich beobachte ähnliches,leider.Die Erdhummeln klammern sich seit einigen Tagen an dem Ehrenpreis (Veronica) fest.Sie sind sehr träge.
In meinem erworbenen Nest sind noch 2 Jungkönigiginnen.Seit gestern finden sich die ca 8-10 Arbeiterinnen nicht mehr an der Futterstelle ein.
Die jungen Königinnen sind sich selbst überlassen.Die 40 m lange Reihe
mit Stockmalven müßte noch genug Pollen spenden,aber die vielen Pflanzen der Bienenweide sind verblüht und die niedrigen Temperaturen
tun ihnen ebenfalls nicht gut.
Die Ackerhummeln entwickeln sich bis jetzt prächtig,füttere aber ebenfalls zu.

Viele Grüße
Angelika G.

Re: Re: Eigenartige Beobachtung Bago 11.07.2009 18:46

Angelika ,
ich glaube auch , dass das wechselhafte Wetter den Hummeln zu schaffen macht, bei mir gibt es auch kaum noch Arbeiterinnen, ich
habe beobachtet das gelegentlich noch eine Jungkönigin wiederkehrt,
habe auch Stockmalven, wo vor allen Dingen Acker- und Erdhummeln
Pollen sammeln.
Meine Erdhummelnester sterben so langsam aber wirklich ab, nächstes
Jahr werde ich auch versuchen Ackerhummeln anzusiedeln.

Bin schon auf nächstes Jahr gespannt, denn das Hummeljahr war ehr gut
-mittelmäßig.
->das wechselhafte Wetter im Mai brachte viele Erdhummelnester in
Schwierigkeiten, habe seit der ersten Brut bis Anfang Juni zu gefüttert.

Jeglich sammeln nur noch die Ackerhummeln Pollen, bei denen sind aber
auch schon einzelnde Jungköniginnen in der Natur unterwegs.

Ich kann nur hoffen , das die Hummeln bei diesem Wetter viele Jung-
königinnen für nächstes Jahr hervorgebracht haben.

Problem ist wahrscheinlich
-> Nahrungsmangel

Gruß Bago

Re: Eigenartige Beobachtung Manfred 11.07.2009 20:09

Hallo Michel,

so etwas ist mir noch nicht untergekommen. Ich würde mir ein totes Tier einmal unter dem Mikroskop ansehen, vielleicht sind dort ja Veränderungen erkennbar. Lässt sich Überhitzung als Todesursache ausschließen?
Bei mir ist dieses Jahr auch der Wurm drin. Das schwächere Erdhummelnest hat nur Psydoköniginnen hervorgebracht (die Tiere sahen wie Königinnen aus, sind aber zusammen mit "normalen" Arbeiterinnen geschlüpft, können daher physiologisch keine Königinnen sein. Beim starken Nest sind Anfang vergangener Woche nochmals ca. 30 Arbeiterinnen hinzugekommen, eigentlich viel zu spät da die Blüte der Silberlinden beginnt. Es ist dort aber noch einige Brut vorhanden und die Zahl der Trachtflüge liegt noch immer deutlich über 100 pro Stunde. Ich hoffe, dass es dort noch Jungköniginnen geben wird.

Gruß aus HH
Manfred

Re: Re: Eigenartige Beobachtung Michel 11.07.2009 20:32

Habe ich bisher auch nicht beobachtet, dass nur die Königinnen sterben. Die Tiere zeigten keine Auffälligkeiten, Überhitzung ist ebenso auszuschließen, wobei ja da gerade die Brut, speziell die Larven am empfindlichsten sind. Denke aber fast wirklich, dass es ein Nahrungsproblem momentan ist, zumindest deutet einiges darauf hin.

Brut von Geschlechtstieren gibt es reichlich noch in meinen Nestern, das eine Erdhummelnest zieht auch einige Drohnen auf (kleinere Kokons zumindest auch vorhanden), das 2. fast nur Königinnen.

Bin gespannt wie es weitergeht. Bisher ist die Saison trotz oft kaltem und nassem Wetter ganz gut verlaufen.

Viele Grüße
Michel

Re: Re: Eigenartige Beobachtung Bago 12.07.2009 09:09

Hallo Manfred,

Dieses Jahr ist kein Erdhummel-Jahr bei meinen Völkern gab es viele
Arbeiterinnen, am meisten bei der Hellen Erdhummel ca.220, dies ist
für eine Helle Erdhummel sehr viel, aber es gab hier nicht viele Jungköniginnen.
Das andere Nest der Hellen Erdhummel hatte gut 180 Arbeiterinnen,
aber sehr wenige Jungköniginnen.
Das Nest der Dunklen Erdhummel hatte gut 200 Arbeitrinnen, dar ab und zu noch eine mit Pollen kommt und es wohl doch noch ab und zu ein
paar neue Jungköniginnen gibt hat das Nest ca.100 hervorgebracht.

Gruß Bago

Hervorragende Bilanz bei den Wiesenhummeln Michel 11.07.2009 19:10

Meine Wiesenhummeln sind mittlerweile am Ende, die kleine schwache Kolonie ist seit längerem abgestorben, die starke Kolonie besteht nur noch aus 3-4 Arbeiterinnen, 3 Jungköniginnen und der Altkönigin (die immer noch lebt).

Heute habe ich wegen Wachsmottenbefall die intakten letzten Waben und die Insassen nochmals umgebettet. Der Großteil des Nestes war nicht mehr verwendbar (überall kleine Larven der Kleinen Wachsmotte), gab mir aber die Möglichkeit, die Anzahl der Königinnenkokons mal auszuzählen.

Ich hatte erst um die 100 Jungköniginnen vermutet, tatsächlich gab es aber 191 Jungköniginnenkokons, eine verblüffende Zahl für die Wiesenhummel. In den letzten Jahren hatte ich meist nur 30-40 Jungköniginnen, einmal auch 80 Jungköniginnen pro Nest. Die diesjährige Entwicklung schlägt damit alle meine bisherigen Erfolge bei dieser Art. 6 Wochen lang flogen Jungköniginnen bei diesem Nest, und auch weiterhin fliegen die letzten Jungköniginnen.

Viele Grüße
Michel

Re: Hervorragende Bilanz bei den Wiesenhummeln Bago 12.07.2009 09:03
Meine Wiesenhummeln sind mittlerweile am Ende, die kleine schwache Kolonie ist seit längerem abgestorben, die starke Kolonie besteht nur noch aus 3-4 Arbeiterinnen, 3 Jungköniginnen und der Altkönigin (die immer noch lebt).

Heute habe ich wegen Wachsmottenbefall die intakten letzten Waben und die Insassen nochmals umgebettet. Der Großteil des Nestes war nicht mehr verwendbar (überall kleine Larven der Kleinen Wachsmotte), gab mir aber die Möglichkeit, die Anzahl der Königinnenkokons mal auszuzählen.

Ich hatte erst um die 100 Jungköniginnen vermutet, tatsächlich gab es aber 191 Jungköniginnenkokons, eine verblüffende Zahl für die Wiesenhummel. In den letzten Jahren hatte ich meist nur 30-40 Jungköniginnen, einmal auch 80 Jungköniginnen pro Nest. Die diesjährige Entwicklung schlägt damit alle meine bisherigen Erfolge bei dieser Art. 6 Wochen lang flogen Jungköniginnen bei diesem Nest, und auch weiterhin fliegen die letzten Jungköniginnen.

Viele Grüße
Michel

Ich hatte noch nie Wiesenhummel, nächstes Jahr werde ich versuchen sie anzusiedeln, aber 191 Jungköniginnen ist ja mehr , als größte Stärke
von 50-120, so steht es im Buch von E. von Hagen.

Gruß Bago

Re: Re: Hervorragende Bilanz bei den Wiesenhummeln Michel 12.07.2009 20:17

Die Jungköniginnen sind auch in einem Zeitraum von 6 Wochen geflogen, dabei bleiben sie ja nach der Paarung auch nur einige Tage im Nest, bevor sie es verlassen (zum Anfressen einer Fettreserve). Es leben also nicht alle 191 Jungköniginnen zeitgleich im Nest, das wäre auch von der Versorgung her schwierig.

Die Volkstärke, welche zu einem bestimmten Zeitpunkt gezählt wurde, lag maximal bei etwa 90-100 Tieren, davon 50-60 Arbeiterinnen.

Viele Grüße
Michel

Bestimmung Christian 13.07.2009 18:22

Hi
http://www.pictureupload.de/13_Juli-gid33988.html

Könnt ihr euch mal das Insekt ansehen? Die Bilder sind leider etwas unscharf, wegen der Vergrößerung. Fliegt bei der Dunklen Erdhummel ein und aus, das Abdomen ist fast kahl. Was ist das? Kuckuckshummel? Alte Arbeiterin mit Glatze?
Dachte zuerst an nen Drohn, aber die sind doch nicht kahl, oder?
Allerdings ist der Flug von dem Tier recht träg. Der Hinterleib hängt dabei nach unten.

Jungköniginnen fliegen auch schon herum. Füttere seit einer Woche zu, was dem Volk nen Kick gegeben hat.

Christian

Re: Bestimmung Bago 13.07.2009 19:17

Also Christian es sieht nach einer Arbeiterin aus , doch auf einem
Bild hat sie so aus wie ne Gartenhummel,
doch es wird sich um eine Arbeiterin der Dunklen Erdhummeln handeln.
Ein Drohn ist bei der Dunklen Erdhummel schwer mit Arbeiterinnen
zu unterscheiden.

Gruß Bago

Re: Re: Bestimmung Christian 14.07.2009 12:35

Dann ists sicher ne Arbeiterin der Dunklen Erdhummel. Die fliegen meinen Rittersporn (endlich) auch an, wie die Gartenhummeln. Nur, dass die Gartenhummeln den Nektar so holen, wie gedacht. Die Erdhummeln dagegen knappern den Sporn auf. Und das macht die besagte Hummel.

Christian

Re: Re: Re: Bestimmung Manfred 14.07.2009 13:42

Der Rüssel der Erdhummel ist für den Sporn zu kurz, daher der Blüteneinbruch.

Dass die Tiere die Haare verlieren kommt vor, muss aber nicht zwingend sein. Bei den jetzt ausfliegenden keinen Sammlerinnen handelt es sich meist nicht um "echte" Stockhummeln sondern um Tiere, die schon einmal Sammlerinnen gewesen waren und dann in den Innendienst gewechselt haben. Dies passiert vor allen bei den Pollenstorerarten, wenn nach 2-3 Generationen genug größere Sammlerinnen vorhanden sind.

Gruß aus HH
Manfred

Re: Re: Re: Re: Bestimmung Bago 14.07.2009 16:58

Ja das stimmt bei mir fliegen auch noch Tiere bei meinem Dunklen
Erdhummelvolk der 2. Brut ,diese haben sonst Innendienst geleistet.

Gruß Bago

Re: Bestimmung Wilhelm 13.07.2009 21:08

Hallo Christian
ich tippe auf eine kleine Stockhummel (Arbeiterin) die jetzt nochmal raus muss um die Versorgung der Jungköniginnen zu gewährleisten.
Gruß Wilhelm

Hi
http://www.pictureupload.de/13_Juli-gid33988.html

Könnt ihr euch mal das Insekt ansehen? Die Bilder sind leider etwas unscharf, wegen der Vergrößerung. Fliegt bei der Dunklen Erdhummel ein und aus, das Abdomen ist fast kahl. Was ist das? Kuckuckshummel? Alte Arbeiterin mit Glatze?
Dachte zuerst an nen Drohn, aber die sind doch nicht kahl, oder?
Allerdings ist der Flug von dem Tier recht träg. Der Hinterleib hängt dabei nach unten.

Jungköniginnen fliegen auch schon herum. Füttere seit einer Woche zu, was dem Volk nen Kick gegeben hat.

Christian
Re: Re: Bestimmung Christian 14.07.2009 12:32

Da nochmal nachgefragt: Verlieren die Stockhummeln ihre schwarzen Haare am Abdomen?
Ich hab mal genau beobachtet: Von der Sorte mit kahlem Abdomen gibts jede Größe, Hummeln aus jeder Generation. Die schwirren ganz hektisch herum, wenns kein Zuckerwasser mehr gibt. Andere Hummeln ignorieren das Zusatzfutter total.

Christian