Beiträge aus 2009

Goulson: bumblebees Christian F. 05.02.2009 15:46

Tja bei so viel reißender Nachfrage nach einer Rezension kann ich ja nun nicht anders ;).

Dave Goulson bumblebees behaviour and ecology 2003

Die Internetseite des Autors:
http://www.sbes.stir.ac.uk/people/goulson.html

Dave Goulson hat ein Buch -wie der Titel besagt- über das Verhalten und die „Ökologie“ von Hummeln geschrieben.
Es hat 15 Kapitel und in dieser Ordnung beschreibe ich es.
Im ersten Kapitel wird recht ausführlich auf ca. 10 Seiten der Lebenszyklus der H. dargestellt.
Viel oder fast alles kennen wir aus dem deutschsprachigen Klassiker von E. v. Hagen. Aber die Darstellung Goulsons finde ich recht gut:
„Bumblebees can be divided into two groups according to the way the larvae are fed. In so-called „pocket makers“ (Section Odontobombus Krüger) fresh pollen is forced into one or two pockets on the underside of the growing brood clump, forming a cushion beneath the larvae on which they graze. The larvae continue to feed collectivle. In the later stages of larval development, the queen pierces holes in the wax cap over the clump and regurgiates [würgt hoch] a mix of pollen and nectar onto the larvae...“ (S.5 Anm. in Klammern von mir) Das ganze ist mit anschaulichen Grafiken versehen.

Kapitel 2: Thermoregulation
In diesem Kapitel wird sehr gut erklärt wie Hummeln sich aufwärmen, dass sie eben nur bedingt „wechselwarm“ sind. Dabei gibt es zwei konkurrierende Modelle. Das des Muskelzitterns, dessen bloße Existenz man mit einem wirklich tollen Experiment auch nachweisen konnte; und eines, das auf einem Enzym fußt, welches man in unterschiedlichen Hummelarten in unterschiedlicher Konzentration nachweisen und deren charakteristischen Blütenbesuch-verhalten zuordnen konnte.
Was letztlich ausschlaggebend ist und ob es vielleicht einfach eine Kombination aus beidem ist lässt er offen.

Kapitel 3: Caste Determination
Im dritten Kapitel geht er auf die Kasteneinteilung der Hummeln ein. Hier ist die Wissenschaft noch nicht sehr weit. Es gibt einige Spekulationen darüber wie und wann sich denn nun Jungköniginnen statt Arbeiterinnen entwickeln.

Kapitel 4: Finding a mate
Hier wird beschrieben wie die Hummelmännchen zu ihren Weibchen kommen. Dass es eben dieses Verhalten der „Duftbahnen“ gibt (,die auch der Mensch riechen kann), die manche Drohnen anlegen und dann regelmäßig abfliegen. Er spekuliert, dass diese auch die Hummelköniginnen anlocken, kann aber selbst nur belegen, dass andere Männchen darauf reagieren (Auch Stein schreibt in seiner Doktorarbeit genau das. Durch diese Bahnen werden seltsamerweise scheinbar nur Männchen angelockt.) Er stellt auch ein paar Mechanismen vor, mit denen Inzucht verhindert werden soll und erläutert die Vor- und Nachteile von Mon- und Polyandrie.

Kapitel 5: Natural enemies
Dieser Teil ist den natürlichen Feinden gewidment. Es ruht vor allem auf den Arbeiten Schmid-Hempels.

Kapitel 6: Foraging economics
Hier werden Gedanken darüber angestellt, wie effektiv eine Hummel denn beim Blütenbesuch arbeiten muss.

Kapitel 7: Foraging range
In diesem Kapitel findet sich zum Beispiel der noch nicht ganz erfolgreiche Versuch die Reichweite der Hummeln beim Blütenbesuch mit „harmonic radar“ zu bestimmen. (Dafür bekommen die Hummeln kleine Antennen aufgesetzt.)

Kapitel 8: Exploitation of patchy resources
Wie meistern Hummeln die Verteilung ihrer Blüten auf viele kleine Flächen?

Kapitel 9: Choice of flower species
Einige Informationen darüber für welche Blüten sich die H. beim Suchflug entscheiden.
Das richtet sich auch nach dem Untergrund. Einige Blüten lassen sich bei bestimmten Hintergrundfarben nicht so gut erkennen. Andere sind einfach vergleichsweise schwer zu handhaben

Kapitel 10: Intraspecific flower choices
Inwieweit kommunizieren Pflanzen mit den Hummeln (innerhalb der Art der Pflanze).
Und für was für Blüten entscheiden sich die H. innerhalb einer Pflanzenart?
(Die Blüten von Beinwell und Lungenkraut verfärben sich zum Beispiel im Alter: Kann man das als Kommunikation deuten?)

Kapitel 11: Communication during foraging
H. kommunizieren miteinander beim Blütenbesuch. Sie lassen Markierungen an den Blüten, die von den Besuchern nach ihnen genutzt werden können.

Kaptitel 12:Competition in bumblebee communities
Wie weit geht die Konkurrenz innerhalb der Gattung Bombus? Gibt es einen starken Einnischungsdruck auf die verschiedenen Arten? Auch Abhängigkeiten in Bezug auf Anpassung auf das Terrain und andere Faktoren, zwischen den Hummelarten werden besprochen.

Kapitel 13:Bumblebees as pollinators
Welche Rolle spielen H. als Bestäuber, sowohl in der Landwirtschaft wie auch in der Wildnis.

Kapitel 14: Conservation
Hier versucht er Antworten auf die Fragen zu finden, wie man H. unterstützen kann; weshalb manche Arten doch noch so häufig sind.

Kapitel 15: Bumblebees abroad
Welchen Einfluss haben Hummeln auf Ökosysteme in denen sie nicht ursprünglich vorhanden waren. (In diese Ökosysteme wurden eigentlich auch immer Hummelpflanzen eingeführt.)

Insgesamt ist das Buch wirklich lesenswert. Man erfährt einiges neues und das Englisch ist meistens nicht zu schwer. Ich hoffe ich habe ein wenig neugierig gemacht und ermuntert es zu lesen. Ich habe dabei natürlich nicht alles augezählt (aufzählen können), was er so mitteilt.

Grüße,
Christian

Re: Goulson: bumblebees Martin 08.02.2009 21:12

Danke für die Review. Wie viele andere Hummelbücher auch, leider sehr teuer.
Man kann aber bei Google schmökern.

Google Books (externer Link, nicht mehr verfügbar)

Nistkästen zu Hummeln Bodile 08.02.2009 13:18

Guten tag,
Ich werde einen Nistkasten für Hummeln mit einer alten Struktur.
Ich wollte sehen, ob die Wolle der Schafe ist für den Innen-als Ersatz für polsterwolle?
Hier ist meine Struktur im Bild:
http://i68.servimg.com/u/f68/12/38/51/71/hummel10.jpg

Mit besten Grüßen.
Odile de France

Re: Nistkästen zu Hummeln Martin 08.02.2009 21:05
Guten tag,
Ich werde einen Nistkasten für Hummeln mit einer alten Struktur.
Ich wollte sehen, ob die Wolle der Schafe ist für den Innen-als Ersatz für polsterwolle?
Hier ist meine Struktur im Bild:
http://i68.servimg.com/u/f68/12/38/51/71/hummel10.jpg

Mit besten Grüßen.
Odile de France

Eine Hummelhütte! :) Hübsch.
War der Nistkasten schon einmal besiedelt oder ist er ganz neu?

Ich denke schon, dass Schafwolle funktionieren müsste. Was denken die anderen?

Re: Re: Nistkästen zu Hummeln Christian F. 08.02.2009 22:47

Ich habe einmal gelesen, dass sie nicht so gut geeignet sein soll.
Andererseits auch das Gegenteil. Die Dame hat mich angeschrieben und ich habe sie an eine deutschen Seite vermittelt, die Polsterwolle versendet.

Grüße,
Christian

Re: Re: Re: Nistkästen zu Hummeln Johanna 12.02.2009 14:58
Hallo

Ich glaube, Polsterwolle ist wirklich besser. Ich habe mal eine Königin freischneiden müssen, die durch einen Faden am Bein an der Schafwolle gefesselt war. Einige Fasern der Schafwolle, die sich wohl am Bein angeheftet hatten, waren durch das panische Hin- und Herwinden der Königin zu einem festen Faden in Nähfadenstärke verdreht. Ich bin nur das nur durch das wütende Dauerbrummen der Königin drauf aufmerksam geworden.

Ich nehme seither keine Schafwolle mehr.

Freundl.Grüße Johanna

Re: Re: Re: Re: Nistkästen zu Hummeln Christian F. 13.02.2009 11:02
Ich nehme seither keine Schafwolle mehr.

Danke Johanna für deiner Erfahrung.

Grüße,
Christian

Re: Re: Nistkästen zu Hummeln Bodile. 09.02.2009 11:51

Hallo!
Danke für Ihre Antworten!
Der Nistkasten war bevölkert von Bienen.
Es ist von 1969 !

Odile de France

Guten tag,
Ich werde einen Nistkasten für Hummeln mit einer alten Struktur.
Ich wollte sehen, ob die Wolle der Schafe ist für den Innen-als Ersatz für polsterwolle?
Hier ist meine Struktur im Bild:
http://i68.servimg.com/u/f68/12/38/51/71/hummel10.jpg

Mit besten Grüßen.
Odile de France

Eine Hummelhütte! :) Hübsch.
War der Nistkasten schon einmal besiedelt oder ist er ganz neu?

Ich denke schon, dass Schafwolle funktionieren müsste. Was denken die anderen?
Fotos von Nistkästen für Hummeln. Bodile 08.02.2009 13:31

Haben Sie Ihre Fotos von Nistkästen für Hummeln?
Wenn Sie möchten, können Sie mir an meine E-Mail-Adresse.
Viele danke!
Odile de France

Re: Fotos von Nistkästen für Hummeln. Bodile 08.02.2009 13:50
Haben Sie Ihre Fotos von Nistkästen für Hummeln?
Wenn Sie möchten, können Sie mir an meine E-Mail-Adresse.
Viele danke!
Odile de France

Mein Garten:
http://andre.emmanuel.free.fr/phpBB2/viewtopic.php?t=898

Apisticus-Tag 09 in Münster Angelika 09.02.2009 19:24

War jemand da?
Ich habe mir den Vortrag von JJM van der Steen (Plant Research International Universität Wageningen, Niederlande) "Hummeln züchten und Hummeln schützen) angehört. Zunächst hat er die Biologie der Hummel angeschnitten und ging dann über zur Hummelzucht, Bestäubung und zum Schluß zum Hummelschutz. Letzteres erschöpfte sich in Hinweisen auf das Artensterben und den Hinweisen zu Trachtpflanzen.

Laut seinem Vortrag werden die kurzrüsseligen Hummelarten zur Hummelzucht verwendet, vorzugsweise Bombus terrestris, die Erdhummel. In den Niederlanden und Belgien werden nach seinem Vortrag jährlich 100000 und in den Niederlanden alleine 60.000 Hummelvölker gezüchtet und verkauft.
Nach dem Vortrag bestand die Möglichkeit der Fragenstellung und freien Diskussion. Ich habe mich zu Wort gemeldet, um eine kritische Anmerkung zu machen. So habe ich darauf hingewiesen, dass nicht verhindert werden könnte, dass Jungköniginnen und Drohnen aus den Gewächshäusern entweichen und so die langrüsseligen Hummelarten und auch andere kurzr. Arten durch dieses "Überangebot" einer Art benachteiligt würden, zumal die Langrüssler ja später erscheinen und dass die Hummelzucht daher in meinen Augen nicht zum Artenschutz beitrage, sondern genau das Gegenteil bewirken würde.
Herr van der Steen bestätigte mir, dass man um dieses Problem auch wisse, da die kurzr. Arten (seine Erklärung zu den anderen Teilnehmern)
ja früher brüten würden.
Leider wurde das Mikrofon schon zum nächsten Fragesteller weitergereicht, sodass ich ihm so antworten mußte. Ich wollte wissen wie er - oder man - denn mit diesem Wissen umginge.
Darauf er: Wir hier in Holland empfehlen, die Völker nach zwei Monaten zu entfernen und abzutöten.
Leider war ich dann mundtod, da der Moderator die nächste Frage zuließ.
Bei uns geschützte Hummeln werden kommerziell ausgeschlachtet und dann einfach abgetötet.
Ich war doch sehr betroffen. Es ist nur der Biß einer Ameise: Aber ich kaufe für meine Familie keine Tomaten mehr aus Holland oder Belgien.
Vorher war ein Vortrag über die Bestäubungsimkerei, bei der die Bienenvölker auch sehr zu leiden haben, aber darauf möchte ich jetzt hier nicht eingehen.
Der Apisticus-Tag ist auch für Nichtimker empfehlenswert, zumindest, um einen tieferen Einblick zu bekommen.
Grüße, Angelika

Re: Apisticus-Tag 09 in Münster Alex (Bombus-Admin) 10.02.2009 10:40

Hallo Angelika,

das war ja sehr interessant! Danke für Deine Darstellung hier im Forum.

Erst züchten und dann abtöten - Mann oh Mann, starker Tobak.
Anstatt die heimischen Arten zu stärken und zu schützen lieber ein großes Geschäft daraus machen. Aber klar - welche "normale" Hummel würde schon gerne in ein Gewächshaus fliegen?

Der Mensch kommerzialisiert alles so lange, bis es nicht mehr geht. Leider nähern wir uns diesem Punkt immer mehr und letztlich wird dann wirklich "nix mehr gehen". Aber dann ist es zu spät.

Alex

Re: Re: Apisticus-Tag 09 in Münster Enzo 10.02.2009 15:51

Hallo,
interessanter Beitrag. Das ist wirklich erschütternd zu hören. Unsereiner versucht sich in der Ansiedlung & Hege und an anderer Stelle werden die Völker gnadenlos abgefackelt. Was ich als juristischer Laie nicht verstehe ist, wie Hummeln, die gemäß Bundesartenschutzgesetz zu den besonders geschützten Tierarten gehören und somit einem Besitz- und Vermarktungsverbot unterliegen dennoch für den kommerziellen Gemüseanbau in Gewächshäusern gezüchtet werden dürfen. Weiss das jemand?

Gruß Enzo

Re: Apisticus-Tag 09 in Münster Harry 10.02.2009 20:26

Hallo Angelika,
da sträuben sich einem die Nackenhaare, wenn man so etwas über die industrielle Nutzung von Hummeln hört. Zum Einmal- und Wegwerfgebrauch.
Welches Gefahrenpotential da auf die Artenvielfalt losgelassen wird, ist nicht abzuschätzen, denn vermutlich werden die Züchter auch versuchen domestizierende Rassen zu züchten die spezielle Pflanzen bestäuben. Massenzucht verdrängt immer eine andere Art und Krankheiten werden sich schneller ausbreiten.
Es ist eine Frage der Einstellung und mit unserem Arten- und Naturschutzgedanken nicht in Einklang zu bringen.
Kritisches hinterfragen war bei der Veranstaltung wohl garnicht erwartet und gewünscht worden.

Vielen Dank für Deinen Bericht Angelika
Gruß Harry

Re: Re: Apisticus-Tag 09 in Münster Christian F. 11.02.2009 09:51
zum Einmal- und Wegwerfgebrauch.

Welches Gefahrenpotential da auf die Artenvielfalt losgelassen wird, ist nicht abzuschätzen, denn vermutlich werden die Züchter auch versuchen domestizierende Rassen zu züchten die spezielle Pflanzen bestäuben.

Das war eine Imkerveranstaltung. Die machen genau das, was du da
geschrieben hast hobby- und berufsmäßig.
(bitte nicht persönlich nehmen Angelika!)
Die Honigbiene ist für die auch nur ein Wegwerfprodukt.

Mich würde nur die rechtliche Situation interessieren!

Grüße,
Christian

Re: Re: Re: Apisticus-Tag 09 in Münster Angelika 11.02.2009 11:26

Die machen genau das, was du da

geschrieben hast hobby- und berufsmäßig.
(bitte nicht persönlich nehmen Angelika!)
Die Honigbiene ist für die auch nur ein Wegwerfprodukt.

Nein, ich nehme es nicht persönlich, ich fühle mich auch nicht angesprochen :-)
Aber Deine Aussage ist arg pauschal. Das mag vielleicht für manche kommerzielle Bienenhaltung zutreffen. Aber nicht für die kleinen Hobbyimker, die wir hier in Deutschland überwiegend haben. Diese hegen und pflegen ihre Bienen und für verlorene Völker wird auch manche Träne vergossen. Natürlich mag es auch hier schwarze Schafe geben.
Aber so pauschaliert ist Dein Hinweis einfach nicht hinnehmbar.
fg Angelika

Re: Re: Re: Re: Apisticus-Tag 09 in Münster Christian F. 11.02.2009 14:39
Aber so pauschaliert ist Dein Hinweis einfach nicht hinnehmbar.
fg Angelika

Ich erinnere mich noch gut, wie das Bienensterben durch ein Saatgutmittel durch BayerCropScience stattgefunden hat. Als da einige Millionen geflossen sind haben sich die Verbände schon richtig dafür entschuldigt, dass sie überhaupt protestiert hatten.
Wenn ein Imker den Tod seiner Bienen akzeptiert, wenn er dafür Geld, bekommt zeigt er wie skrupellos er ist. Wenn die Imker Anstand gehabt hätten, hätten sie unvermindert weiterdemonstriert, weil sie den Tod ihrer Bienen nicht hinnehmen. Dagegen hat man erklärt "man könne sich ja jetzt neue Königinnen kaufen" (nach der Zeit habe ich leider die Quelle vergessen aber es war ein "Streitführer" der Imker, ein offizieller Funktionär)
Damit unterscheiden sich die Imker nicht mehr viel von denen, die für ihre Gewächshäuser Hummeln (nach-)bestellen wenn die alten kaputt gegangen sind.
Dass es Imker gibt die anders sind glaube ich gerne (und bitte wieder nicht persönlich nehmen). Die Reaktion und der Mangel an Kritik bei diesem Vortrag, von dem zu erzählt hast, schlagen aber doch in die gleiche Kerbe wie ich...

Grüße,
Christian

Re: Re: Re: Re: Re: Apisticus-Tag 09 in Münster Angelika 11.02.2009 16:10
So schau einmal in das entsprechende Forum bei landlive.de hinein. Da wirst Du eines Besseren gelehrt. Niemand akzeptiert dort das Sterben seiner Völker, wo hast Du das nur her?

Die Nichtreaktion der Imker ist in der Unwissenheit um die Hummel begründet. Wenn ich mit anderen Imkern über die Hummel spreche, erlebe ich immer wieder, dass sie zwar über Honigbienen Bescheid wissen, aber nicht über die anderen Stechimmen. Nun, zumindest in meinem Verein hat sich daran jetzt etwas geändert. :-)
fg Angelika

Re: Re: Apisticus-Tag 09 in Münster Angelika 11.02.2009 11:21
Kritisches hinterfragen war bei der Veranstaltung wohl garnicht erwartet und gewünscht worden.

Den Eindruck hatte ich leider auch. Im Gegenteil, der Reaktion nach, schien man überrascht zu sein, dass da eine Imkerin saß, welche Ahnung von Hummeln hat. Ich glaube, die anwesenden Imker haben garnicht so recht verstanden, was da eigentlich für eine Aussage gemacht wurde. Ansonsten hätten sich dazu doch viel mehr äußern müssen.

fg Angelika

Probleme mit dem Forum Alex (Bombus-Admin) 11.02.2009 10:09

Hallo,

möglicherweise werden hier im Forum Postings verspätet dargestellt. Durch einen Fehler - den ich erst später beheben kann - kann es sein, daß gepostete Beiträge "verschwinden".

Aber keine Angst, die Beiträge sind gespeichert und werden von mir wieder sichtbar geschaltet.

Der Fehler wird so schnell wie möglich behoben...

Alex

Geht wieder! Alex Schlecht (Bombus-Admin) 11.02.2009 20:42

So, jetzt müssts wieder klappen...

Re: Geht wieder! Christian F. 12.02.2009 11:18
So, jetzt müssts wieder klappen...

Flotter service hier :).

Können Hummeln hören? Karin Bohnert 12.02.2009 13:36

Liebe Hummelfreunde,
vielleicht ist das eine dumme Frage und längst geklärt, aber letzthin fiel mir ein, ob Hummeln überhaupt hören können. Manche Insekten können das ja, kommunizieren mit Geräuschen und Zirpen. Weiß jemand, ob Hummeln das auch machen? Hören sie ihr Gebrumm? Erkennen sie sich daran?
Danke! Karin

Re: Können Hummeln hören? Harry 12.02.2009 14:43

Hallo Karin,

Prof. Dr. Wolfgang H. Kirchner Verhaltensbiologie und Didaktik der Biologie an der Universität in Bochum hat mit seinem Forschungsteam 2004 Versuche gemacht ob Hummeln hören können.
Die Forscher haben Töne verschiedener Frequenzen per Lautsprecher in das Hummelnest eingespielt und die Reaktionen der Hummeln verfolgt. Bei bestimmten Frequenzen zuckten die Hummeln zurück und hoben das Mittelbein, was eine Drohgebärde bedeutete.
Also kann man wohl davon ausgehen das Hummeln hören können.

Gruß Harry

Re: Re: Können Hummeln hören? Karin Bohnert 12.02.2009 17:42

Super! Herzlichen Dank!
Gruß, Karin

Hallo Karin,

Prof. Dr. Wolfgang H. Kirchner Verhaltensbiologie und Didaktik der Biologie an der Universität in Bochum hat mit seinem Forschungsteam 2004 Versuche gemacht ob Hummeln hören können.
Die Forscher haben Töne verschiedener Frequenzen per Lautsprecher in das Hummelnest eingespielt und die Reaktionen der Hummeln verfolgt. Bei bestimmten Frequenzen zuckten die Hummeln zurück und hoben das Mittelbein, was eine Drohgebärde bedeutete.
Also kann man wohl davon ausgehen das Hummeln hören können.

Gruß Harry
Re: Re: Re: Können Hummeln hören? jufffda 10.03.2009 22:43

Hallo, schau mal hier

http://www.scinexx.de/dossier-detail-178-7.html

Jufffda

Re: Re: Re: Re: Können Hummeln hören? Karin Bohnert 13.03.2009 13:38

Super interessant! Danke für den Tip!
Karin

Hallo, schau mal hier


http://www.scinexx.de/dossier-detail-178-7.html




Jufffda
Frage Gottfried 13.02.2009 18:54

Habe in den letzten Tagen meine Hummelkäste für die neue Saison fertig gemacht.In den alten Nestern waren teilweise noch gute Waben mit Necktar drin, In einigen haben die Wachsmotten gehaust. Werde die Waben nun mal in 2 Kartons geben und in der Nähe meines Hummelstandes
anfang Mai aufstellen.Nun zu meiner Frage: weiss jemand ob man so vielleicht die Wachsmotten von dem Hummelstand weg locken kann ??
Mit frdl. Gruss Gottfried.

Re: Frage Hans777 13.02.2009 21:34

Gottfried,

ich gebe zu bedenken, dass mehr "Hummelduft" auch möglicherweise mehr Wachsmotten aus der weiteren Umgebung anzieht.

Gruss Hans

Habe in den letzten Tagen meine Hummelkäste für die neue Saison fertig gemacht.In den alten Nestern waren teilweise noch gute Waben mit Necktar drin, In einigen haben die Wachsmotten gehaust. Werde die Waben nun mal in 2 Kartons geben und in der Nähe meines Hummelstandes
anfang Mai aufstellen.Nun zu meiner Frage: weiss jemand ob man so vielleicht die Wachsmotten von dem Hummelstand weg locken kann ??
Mit frdl. Gruss Gottfried.
Hummelklappe Bodile 13.02.2009 19:20

Guten Abend,
Neben der Tür gegen Motten, wozu dient Teint Farbe schwarz, dass ich gesehen habe, auf einige Nistkästen? Es ist wirklich ein Anti Motten oder eine Beihilfe für die Hummeln?
Danke
Odile

Re: Hummelklappe Harry 14.02.2009 11:17

Hallo Odile,
der automatische Übersetzer vom französischen ins deutsche hat schon seine Tücken, aber ich glaube zu verstehen, was Du meinst.
Eigentlich hat die schwarze Farbe nur den Zweck im Anfangsstadium der Nestsuche als Loch wahrgenommen zu werden. Später orientieren sich die Hummeln zwar auch optisch um den Nesteingang zu finden, jedoch direkt am Eingang sind die Pheromonmarkierungen der Wegweiser ins Nest wie Du an diesem Bild erkennen kannst.

http://www.harry-abraham.homepage.t-online.de/Bilder%20Nistkastenbeschreibung/Wachsmottensperre%20gross.JPG

Obwohl der Eingang als dunkles schwarzes Loch in das Nest führt, wollen die Hummeln dort rein wo sie auch rausgekommen sind. Pheromone sind die Wegweise die ins Nest führen.

Hoffentlich kann Dein Internetübersetzer den Text in einigermaßen verständlichem französisch rüberbringen.

Viele Grüße
Harry

Hummeln Andreas 15.02.2009 22:52

Hallo !
Immer wieder im Frühjahr beobachte ich Hummeln, vielleicht sind es auch Bienen,wie sie an der Jalousie unseres Balkons,runde Öffnungen mit einer gelb aussehenden , cremigen Flüssigkeit ausfüllen und verschließen.

Was und warum machen die Insekten dies und aus was besteht die Flüssigkeit ???

Im voraus besten Dank für die Antworten.

Re: Hummeln Hans777 15.02.2009 23:02

Andreas,
das sind einzeln lebende Wildbienen ( Osmia sp.), die ein Nektar-Pollengemisch eintragen, darauf ein Ei legen und dann den Eingang mit Lehm verschliessen. (Mauerbienen)

Gruss Hans

Hallo !
Immer wieder im Frühjahr beobachte ich Hummeln, vielleicht sind es auch Bienen,wie sie an der Jalousie unseres Balkons,runde Öffnungen mit einer gelb aussehenden , cremigen Flüssigkeit ausfüllen und verschließen.

Was und warum machen die Insekten dies und aus was besteht die Flüssigkeit ???

Im voraus besten Dank für die Antworten.
Re: Hummeln Wolfgang 16.02.2009 01:31

Hallo Andreas,
guckst Du hier:
http://www.wildbienen.de/
und hier
http://www.arthropods.de/storiesHymenoptera.htm
Das sind sehr informative Seiten.
Wolfgang

Re: Hummeln Horst 16.02.2009 09:14

Hallo Andreas,
schau doch auch einmal bei "www.Wildbienen.info" nach.

Grüße
Horst

Hummeln - Wetterfeste Besucher Christian F. 19.02.2009 21:49

Hallo,

http://www.alpenverein.at/portal/Home/Downloads/Bergauf_3_07/Neumayer_Hummeln.pdf

Der Link führt zu einer pdf von Dr.J. Neumayer

auch interessant:
http://www.zobodat.at/D/runD/D/cacheD/personen_details.php?nr=852

Grüße,
Christian

unterstützung uwe j. 23.02.2009 19:22

hallo
suche,liebe hummelfreunde raum kiel die mir helfen ein hummelvolk anzusiedeln hatte letztes jahr kein erfolg

auf eine antwort freue ich mich sehr

uwe

Re: unterstützung Harry 24.02.2009 12:44

Hallo Uwe,
Hummeln lassen sich verhältnismäßig einfach ansiedeln, wenn das Umfeld stimmt. Anfang März wenn die Temperaturen mal ein paar Tage über 15 °C gehen, werden die Hummeln aus ihrem Winterschlaf erwachen und sich nach einer Woche Nahrungsaufnahme einen Nistplatz suchen. Dieses ist die beste Zeit einen Nistkasten so herzurichten, das es den Hummeln auch gefällt. Den Eingang würde ich Mauseloch ähnlich gestalten, denn die Königinnen untersuchen fast jedes Erdloch und jede Erdspalte. Falls Du in einem Umfeld wohnst wo in den Gärten oder Feldern nicht viel an Nahrung zu holen ist, sieht es schlecht aus. Salweiden sind mit die erste Hummelnahrung. In einer Nahrungswüste haben es die Hummeln schwer und eine Ansiedlung wird nicht gelingen.
Milbenfreie Tönnchen aus dem Vorjahr als Bauanreiz wären nicht schlecht.
Mit Polsterwolle, die trocken und zu einer kleine Höhle geformt ist, sind die meisten Königinnen zufrieden.

Viele Grüße
Harry

Ab wann Erwachen die Hummelkönginnen aus dem Winterschaf Alex 28.02.2009 11:29

Hallo,

passend zu den bevor stehend milderen Tagen stellt sich die Frage bei welcher Witterung die Hummelköniginnen aus dem Winterschlaf erwachen.
In zahlreichen Büchern ist ja zu lesen das bei einigen Arten schon Ende Februar/ Anfang März damit zu rechnen ist.

Gibt es hierfür bestimmte Faktoren??

Viele Grüße

Alex

Re: Ab wann Erwachen die Hummelkönginnen aus dem Winterschaf Harry 28.02.2009 19:58

Hallo Alex der Zweite :-)
zwei Beiträge vorher hatte ich schon mal beschrieben, welches die Faktoren sind. Das sind in erster Linie die Temperaturen. Drei Tage an einem Stück über 15 °C und die Hummeln kommen aus ihren Winterschlaf. Es mag hier und da Abweichungen geben, aber die Richtung stimmt. Wir hier im Rheinland sind da etwas begünstigt und den ersten Tag über 15 °C erwarten wir morgen am 28. Februar.

Gruß Harry

Re: Re: Ab wann Erwachen die Hummelkönginnen aus dem Winterschaf Manfred 02.03.2009 07:40

Hallo Harry,

die Lufttemperatur ist für das Ende der Diapause nur bedingt maßgebend. Die Erdtemperatur muss in der Überwinterungstiefe eine gewisse Höhe erreicht haben damit die Hummel erwacht. Hierfür ist die mittlere Tagestemperatur wichtiger als die Hösttemperatur (Fautregel zur Ermittlung der mittleren Tagestemperatur: (T-max + T-min + 2* T 21:00Uhr / 4)). Die Höhe der Aufwachtemperatur ist von Art zu Art unterschiedlich, am niedrigsten liegt sie von den gängien Arten bei der Dunklen Erdhummel - ich glaube mal etwas von 6-8°C gelesen zu haben -, am höchsten bei der Ackerhummel). Möglicherweise spielt auch der Luftdruck noch eine Rolle, aber das ist noch nicht endgültig nachgewiesen.

Gruß aus dem noch hummelosen HH
Manfred