Beiträge aus 2008

Spätes Mädchen Karin V. 12.10.2008 16:51

Ein schönes Erlebnis hatte ich gestern bei der herbstlichen Arbeit im Garten. Plötzlich ein tiefes Brummen in den Herbstastern und dann habe ich doch tatsächlich eine Erdhummelkönigin beim Nektartanken beobachten können. War schon schön zu beobachten, aber ich fands ganz schön spät im Jahr für die Dame.
Gruss Karin

Re: Spätes Mädchen Christian F. 13.10.2008 22:42
Ein schönes Erlebnis hatte ich gestern bei der herbstlichen Arbeit im Garten. Plötzlich ein tiefes Brummen in den Herbstastern und dann habe ich doch tatsächlich eine Erdhummelkönigin beim Nektartanken beobachten können. War schon schön zu beobachten, aber ich fands ganz schön spät im Jahr für die Dame.
Gruss Karin

Hallo Karin,
eine schöne Schilderung. Unser Borretsch ist im Herbst ein zweites mal aufgegangen. Des öfteren konnte ich ein und dieselbe Königin daran beobachten; auf einmal verschwand sie und seitdem sind (ihre!?!)
Erdhummelarbeiterinnen daran, die jetzt Mitte Oktober noch eisern
Pollen höseln. Wenn man sieht, wie sie am Borretsch schon fleißig sammeln, während der Morgentau noch darangefroren ist, können sie einem schon leid tun, denn letztlich werden sie doch untergehen.

Grüße,
Christian

Re: Re: Spätes Mädchen Michel 17.10.2008 21:48

Hast du eventuell die Möglichkeit, nach dem Nest zu suchen? Also die Tiere durch Fütterung erst anködern und dann schauen, wohin sie abfliegen.

Solche Geschichten zu Winterhummeln gab es schon mehrfach, wobei einige Hummelfreunde die Tiere im Keller über den Winter halten konnten, siehe hier:
Winterhummeln (externer Link, nicht mehr verfügbar)

Viele Grüße
Michel

Re: Re: Re: Spätes Mädchen Christian F. 20.10.2008 12:33

Hallo Michel,
das mit dem Freigehege ist ja wirklich unglaublich...
aber zunächst bin ich jetzt an meinem Studienort und zweitens
würde ich auch so der Natur ihren Lauf lassen.

Beste Grüße,
Christian

Re: ganz spätes mädchen ;) jufffda 20.10.2008 23:19

hallo karin,
ich war heut in einem nachbarort von montabaur (westerwald) unterwegs, als ich an einer mauer (freidhofsmauer) vorbei ging und mir eine RIESIGE erdhummel am kopf vorbei flog.
ich bin zwar neuling und sehr von hummeln begeistert........
aber es war eine königin.
ich wollte irgendwie schauen, ob sie pollen an den hinterbeinen hatte, oder sie evtl. eine "seltene" kuckuckshummel ist??? aber ich glaube, daß sie ja eh nur nektar tankt und keinen pollen mehr sammelt.
leider leider war ich einem sehr sehr wichtigem termin auf der hatz.. sonst hätte ich.....

was ich sagen kann, ist, daß sie sehr sehr groß (laut erinnerung am lineal verglichen, fast 3 cm?) war und sehr gesund ausgesehen hat. kein pollen sichtbar war, aber die hinterbeine waren schon so dick (sammelvorrichtung?) und nicht mit "extragelenk"? wie bei kuckuck?!

laut bildervergleich, sah sie aus wie eine erdhummel!!

ps: sorry für meine unverständliche schreibweise. das ist euphorie bezogen ;)

grüße an alle.... und danke für kommentare,
ciao

Re: Re: ganz spätes mädchen ;) Alex Schlecht (Bombus-Admin) 21.10.2008 14:28

Hallo "juffda",

es kann gut sein daß es eine Königin war. Die sammeln jetzt keinen Pollen mehr (den brauchen sie erst wieder im Frühjahr, um den Nachwuchs hochzufüttern) sondern suchen sich jetzt einen guten Platz zum überwintern.

Alles Gute,

Alex

Re: Re: Re: Wie haben Hummeln Geschlechtsverkehr? Christian F. 13.10.2008 23:12

Hallo Sandra,
Danke für die Blumen !
Im Internet findet sich auch die ein oder andere Publikation
zu Hummeln, in die man reinschnuppern kann, das hilft.

Wenn Du Dich in die Hummelwelt ein bisschen einlesen willst,
empfehle ich Dir: Eberhard von Hagen: Hummeln.
Aber dann musst du damit rechnen, dass du im nächsten Jahr
für deine Brummer einen Kasten aufstellst!

Schöne Grüße,
Christian

Wachsmotten Alex Schlecht (Bombus-Admin) 17.10.2008 18:01

Hallo Leute,
ich wollte Euch auf folgende neue Seite auf bombus.de hinweisen, die Dank der freundlichen Mithilfe von Horst Jäkel entstanden ist:

[link:http://www.bombus.de/wachsmottensperre2008.aspx]

Horst berichtet darin über seine Erfahrungen mit der Wachsmottensperre.

Allen alles Gute,

Alex

Re: Wachsmotten Christian F. 21.10.2008 20:10

Hallo,
Ich hätte zu der Hummelklappe eine Frage. Sie soll ja Wachsmotten abhalten. Aber habt ihr schon einmal daran gedacht, dass die Motten diese Aufstemmen? Prinzipiell würde man diesen Gedanken wohl ablehnen.
1. Haben die Hummeln schon anfängliche Probleme damit, sie müssen den Umgang erst lernen.
2. Ist die Klappe für eine Motto zu schwer.

Aber:
1. Ist das für die Hummeln wohl deswegen ein größeres Problem weil sie sich sehr stark visuell orientieren. Sie würden versuchen eher frontal durch die Tür zu gehen. Für Wachsmotten, die sich rein geruchlich orientieren sieht das aber anders aus. Der stärkste Duft kommt vom Rand der Tür. Und vor allem dort ist er stark, wo die Hummeln ein und ausgehen, also am Winkel! Das heißt die Wachsmotte kommt
-ganz natürlich ihrem Geruchssinn folgend- am Winkel an.

2. Wachmotten sind laut einigen Erfahrungsberichten
[A: http://freenet-homepage.de/Dornschwanzagamen/page10f7c418131.html
B: http://www.dghtserver.de/foren/archive/index.php?t-47960.html
die zwei Beiträge von "Spirale"
ich hab nur 5 min im Internet gesucht es gibt sicher noch mehr]
wahre "Ausbruchskünstler". Es gibt besagte Leute, die diese züchten
und die schildern, dass Mottenlarven/Motten eine große Kraft zeigen.
Wenn sie Deckel hochheben können kommen sie auch locker durch eine Klappe!

Grüße,
Christian

Re: Re: Wachsmotten Juergen 21.10.2008 21:02
Hallo,
Ich hätte zu der Hummelklappe eine Frage. Sie soll ja Wachsmotten abhalten. Aber habt ihr schon einmal daran gedacht, dass die Motten diese Aufstemmen? Prinzipiell würde man diesen Gedanken wohl ablehnen.
1. Haben die Hummeln schon anfängliche Probleme damit, sie müssen den Umgang erst lernen.
2. Ist die Klappe für eine Motto zu schwer.

Aber:
1. Ist das für die Hummeln wohl deswegen ein größeres Problem weil sie sich sehr stark visuell orientieren. Sie würden versuchen eher frontal durch die Tür zu gehen. Für Wachsmotten, die sich rein geruchlich orientieren sieht das aber anders aus. Der stärkste Duft kommt vom Rand der Tür. Und vor allem dort ist er stark, wo die Hummeln ein und ausgehen, also am Winkel! Das heißt die Wachsmotte kommt
-ganz natürlich ihrem Geruchssinn folgend- am Winkel an.

2. Wachmotten sind laut einigen Erfahrungsberichten
[A: http://freenet-homepage.de/Dornschwanzagamen/page10f7c418131.html
B: http://www.dghtserver.de/foren/archive/index.php?t-47960.html
die zwei Beiträge von "Spirale"
ich hab nur 5 min im Internet gesucht es gibt sicher noch mehr]
wahre "Ausbruchskünstler". Es gibt besagte Leute, die diese züchten
und die schildern, dass Mottenlarven/Motten eine große Kraft zeigen.
Wenn sie Deckel hochheben können kommen sie auch locker durch eine Klappe!

Grüße,
Christian

Hallo Christian,

Ich hatte schon einmal einen Beitrag zu diesem Thema geschrieben im Februar dieses Jahres, doch leider sind alle Beiträge von Januar bis August verschwunden.
Hier nochmal meinen Beitrag zur Wachsmotte.

Hallo Hummelfreunde

Die Wachsmotte wird durch den Duft der aus den Hummelkästen strömt angelockt. Da sind wir uns bestimmt alle einig!

Ich bin der Meinung, dass die Wachsmotte den Weg findet in die Hummelkästen, hat verschiedene Ursache:

1. Es stehen sehr viele Hummelkästen sehr dicht beieinander und dadurch vermehrten ausströmenden Duft.

2. Das Einlaufloch ist nicht gesichert mit einer gut verschließenden Hummelklappe. Oder das Einlaufloch in der Hummelklappe geht nach oben, oder nur gerade. Die Hummeln schleppen Nistmaterial und Kot heraus und verkleben die Hummelklappe, damit kann die Hummelklappe nicht immer exakt schließen. Das Loch muss immer schräg nach unten gehen! Durch die damit hervorgerufene Öffnung kann die Wachsmotte eindringen. Wie eine Hummelklappe aussehen könnte, ist anzusehen unter -- www.hummelfreund.de --.

3. Weiterhin bin ich der Meinung, dass die Hummeln selbst einen Teil dazu Beitrag, das im Hummelnest die gefräßigen Wachsmottenlarven sich befinden. Die Wachsmotte legt in der Nähe vom Eingang Ihre Eier ab, angelockt durch den ausströmenden Duft. Die Hummel schleppen die Eier, oder die schon geschlüpften Larven, beim vorbeikommen einfach durch abstreifen, (hervorgerufen durch Ihre Behaarung) mit in Ihr Nest!! Sollten die Eier oder die Larven auch nur wenige mm geschafft haben in den Eingang zum Hummelkasten zu kommen, ist der Weg frei für die Wachsmotte. Nicht nur die Wachsmotte, sondern auch die Larven der Wachsmotte sind Duftgelenkt. Die Larven können schon Meter zurücklegen, um an Ihr Ziel zu gelangen! Wer es nicht glaubt, kann sich ja mal mit Züchtern die speziell die Wachsmotte züchten unterhalten, oder im Internet nachschauen.

Es grüsst Euch
Jürgen

Re: Re: Re: Wachsmotten Juergen 21.10.2008 21:19
Hallo,
Ich hätte zu der Hummelklappe eine Frage. Sie soll ja Wachsmotten abhalten. Aber habt ihr schon einmal daran gedacht, dass die Motten diese Aufstemmen? Prinzipiell würde man diesen Gedanken wohl ablehnen.
1. Haben die Hummeln schon anfängliche Probleme damit, sie müssen den Umgang erst lernen.
2. Ist die Klappe für eine Motto zu schwer.

Aber:
1. Ist das für die Hummeln wohl deswegen ein größeres Problem weil sie sich sehr stark visuell orientieren. Sie würden versuchen eher frontal durch die Tür zu gehen. Für Wachsmotten, die sich rein geruchlich orientieren sieht das aber anders aus. Der stärkste Duft kommt vom Rand der Tür. Und vor allem dort ist er stark, wo die Hummeln ein und ausgehen, also am Winkel! Das heißt die Wachsmotte kommt
-ganz natürlich ihrem Geruchssinn folgend- am Winkel an.

2. Wachmotten sind laut einigen Erfahrungsberichten
[A: http://freenet-homepage.de/Dornschwanzagamen/page10f7c418131.html
B: http://www.dghtserver.de/foren/archive/index.php?t-47960.html
die zwei Beiträge von "Spirale"
ich hab nur 5 min im Internet gesucht es gibt sicher noch mehr]
wahre "Ausbruchskünstler". Es gibt besagte Leute, die diese züchten
und die schildern, dass Mottenlarven/Motten eine große Kraft zeigen.
Wenn sie Deckel hochheben können kommen sie auch locker durch eine Klappe!

Grüße,
Christian



Hallo Christian,

Ich hatte schon einmal einen Beitrag zu diesem Thema geschrieben im Februar dieses Jahres, doch leider sind alle Beiträge von Januar bis August verschwunden.
Hier nochmal meinen Beitrag zur Wachsmotte.

Hallo Hummelfreunde

Die Wachsmotte wird durch den Duft der aus den Hummelkästen strömt angelockt. Da sind wir uns bestimmt alle einig!

Ich bin der Meinung, dass die Wachsmotte den Weg findet in die Hummelkästen, hat verschiedene Ursache:

1. Es stehen sehr viele Hummelkästen sehr dicht beieinander und dadurch vermehrten ausströmenden Duft.

2. Das Einlaufloch ist nicht gesichert mit einer gut verschließenden Hummelklappe. Oder das Einlaufloch in der Hummelklappe geht nach oben, oder nur gerade. Die Hummeln schleppen Nistmaterial und Kot heraus und verkleben die Hummelklappe, damit kann die Hummelklappe nicht immer exakt schließen. Das Loch muss immer schräg nach unten gehen! Durch die damit hervorgerufene Öffnung kann die Wachsmotte eindringen. Wie eine Hummelklappe aussehen könnte, ist anzusehen unter -- www.hummelfreund.com --.

3. Weiterhin bin ich der Meinung, dass die Hummeln selbst einen Teil dazu Beitrag, das im Hummelnest die gefräßigen Wachsmottenlarven sich befinden. Die Wachsmotte legt in der Nähe vom Eingang Ihre Eier ab, angelockt durch den ausströmenden Duft. Die Hummel schleppen die Eier, oder die schon geschlüpften Larven, beim vorbeikommen einfach durch abstreifen, (hervorgerufen durch Ihre Behaarung) mit in Ihr Nest!! Sollten die Eier oder die Larven auch nur wenige mm geschafft haben in den Eingang zum Hummelkasten zu kommen, ist der Weg frei für die Wachsmotte. Nicht nur die Wachsmotte, sondern auch die Larven der Wachsmotte sind Duftgelenkt. Die Larven können schon Meter zurücklegen, um an Ihr Ziel zu gelangen! Wer es nicht glaubt, kann sich ja mal mit Züchtern die speziell die Wachsmotte züchten unterhalten, oder im Internet nachschauen.

Es grüsst Euch
Jürgen
Re: Re: Re: Wachsmotten Manfred 22.10.2008 07:43

Hallo Jürgen,

dass die Wachsmottenlarven ebenfalls duftgelenkt sind, kann ich nicht bestätigen. In einem Versuchsbaubau mit einem Nestteil und einer Unterlage aus Vlies sind darauf ausgesetzte junge Wachswmottenlarven relativ gleichmäßig in alle Richtungen ausgeschärmt, einige haben das Nestteil eher zufällig gefunden und. Dabei spielte es keine Rolle ob es hell oder dunkel (IR-Licht) war. Allerdings waren die Larven sofort bestrebt sich in eine Deckung zu bewegen. Mit der Zeit (nach über einer Nacht!) sind dann bis auf wenige Ausnahmen alle Larven am Nestteil angekommen, dies aber eindeutig planlos.
Frisch geschlüpfte Larven werden vor der ersten Nahrungsaufnahme auch keine großen Strecken zurücklegen können, da der Energievorrat des Dottersacks dafür viel zu klein ist.

Gruß aus HH
Manfred

3. Weiterhin bin ich der Meinung, dass die Hummeln selbst einen Teil dazu Beitrag, das im Hummelnest die gefräßigen Wachsmottenlarven sich befinden. Die Wachsmotte legt in der Nähe vom Eingang Ihre Eier ab, angelockt durch den ausströmenden Duft. Die Hummel schleppen die Eier, oder die schon geschlüpften Larven, beim vorbeikommen einfach durch abstreifen, (hervorgerufen durch Ihre Behaarung) mit in Ihr Nest!! Sollten die Eier oder die Larven auch nur wenige mm geschafft haben in den Eingang zum Hummelkasten zu kommen, ist der Weg frei für die Wachsmotte. Nicht nur die Wachsmotte, sondern auch die Larven der Wachsmotte sind Duftgelenkt. Die Larven können schon Meter zurücklegen, um an Ihr Ziel zu gelangen! Wer es nicht glaubt, kann sich ja mal mit Züchtern die speziell die Wachsmotte züchten unterhalten, oder im Internet nachschauen.

Es grüsst Euch
Jürgen
Re: Re: Re: Wachsmotten Alexander (Bombus-Admin) 22.10.2008 09:21

Hallo Jürgen,

Ich hatte schon einmal einen Beitrag zu diesem Thema geschrieben im
Februar dieses Jahres, doch leider sind alle Beiträge von Januar bis
August verschwunden.

Die Beiträge sind nicht "verschwunden" sondern ganz einfach auf die nächste Seite gewandert. Du brauchst nur oben mit dem Link "nächste Seite" zu blättern :-)

Du wirst feststellen, daß die Beiträge bis ins Jahr 2004 zurück noch vorhanden sind...

Alex

Re: Re: Wachsmotten Horst 22.10.2008 12:21

Hallo Christian F.,
wie ich in meinen Bericht geschrieben habe, wurden in den Nisträumen keine Wachsmotten angetroffen, jedoch in einigen Nestern eine geringe Anzahl von Wachsmottenlarven, die kaum einen Einfluß auf die Volkentwicklung genommen haben (vermutlich Eiablage außerhalb des Nistraumes). Es ist auch unwahrscheinlich, dass Wachsmotten die relativ schweren und dichtschließenden Klappen anheben können. Mir ist nicht bekannt, dass jemand beweisen kann, wie die Wachsmotten die neuartigen Klappen (seit 2004 gefertigt)anheben können.
Bisher wurden nur Hypothesen aufgestellt.
Ich werde weiterhin die Klappen testen.

Grüße
Horst

Re: Re: Re: Wachsmotten Christian F. 22.10.2008 14:56
Es ist auch unwahrscheinlich, dass Wachsmotten die relativ schweren >und dichtschließenden Klappen anheben können. Mir ist nicht bekannt, >dass jemand beweisen kann, wie die Wachsmotten die neuartigen...

wenn Du Dir die Links angeschaut hättest, die ich gepostet habe, dann hättest Du lesen können wie Wachsmotten aus "sicheren" Behältnissen entwichen sind, indem sie die relativ schweren Deckel hochgehoben und sich durchgedrückt haben.
Ich könnte es mir zumindest vorstellen... Es ist ja nur eine Idee, um zum Beispiel die fast-Zerstörung des einen Gartenhummelnestes zu erklären. Keine Kritik am Prinzip Klappe insgesamt. Ich dachte mir nur vielleicht kann man sie unter dieser Hinsicht weiterentwicklen. Also mit einem Gitter kombinieren. Dann würden die Wachsmutten womöglich eher da hingehen, als an die Tür und etwaige Eier würden nicht von den Hummeln selbst eingeschleppt.

Grüße,
Christian

Re: Re: Re: Re: Wachsmotten Horst 22.10.2008 15:53

Hallo Christian F.,
hier liegt offensichtlich ein Mißverständnis vor. Bei der Wachsmottenzucht (hier das Entweichen aus den Behältnissen) handelt es sich um die Wachsmottenlarven (fälschlicherweise Raupen genannt) und nicht um die Falter!
Bei Google (Wachsmottenzucht) geht es immer nur um die Larven zur Fütterung der Terrarientiere.
Unbestritten ist, dass die Wachsmottenlarven sich durch viele Materialien fressen und Deckel anheben.
Die Klappen sollen einzig und allein das Eindringen von Faltern (Wachsmotten) in die Hummelnisträume verhindern.

Grüße
Horst

Re: Re: Re: Re: Re: Wachsmotten Christian F. 22.10.2008 18:09

oh je ok:
"Wachsmotten und Bienenlarven" schrieb meine erste Quelle und:
"Achtung bei den Wachsmotten! Sie sind wahre Ausbruchskünstler..."

dabei hätte es "Wachsmotten- und Bienenlarven" heißen müssen.
Gut ok :) du hast recht.

Grüße,
Christian

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Wachsmotten Horst 22.10.2008 19:51

Hallo Christian F.,
auch mir passieren Fehler, denn Wachsmottenlarven sind die Raupen der Wachsmotte (da Zünsler=Kleinschmetterling).

Grüße
Horst

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Wachsmotten Norbert W 24.10.2008 07:38

HAllo Horst;

Mit Interesse habe ich deinen Bericht über die Klappen gelesen. Ich habe heuer einen Totalverlust durch Wachsmotten erlitten (bei nur 2 Völkern!) Daher habe ich bereits Klappen für nächstes Jahr angefertigt.
Da gibt es übrigens eine sehr gute neue Hummelseite: http://www.hummelfreund.com/ mit ausgezeichneten Anleitungen und aussergewöhnlichen Tischlerarbeiten und jeder Menge nützlicher links.

Für mich erhebt sich die Frage wie die Motten in deine Kästen trotz Klappe gelangt sind? Das muß ja nicht notwendigerweise durch die Klappen geschehen sein. Gibt es bei dir Lüftungsgitter? wenn ja womit sind diese abgedeckt? Wie ist der Deckel gegen "Schlitze" gesichert.
Du erwähnst eine Abdeckung mit Fliegengitter. Diese haben gewöhnlich eine Maschenweite von 1mm oder mehr.

Ich habe für mein Abdeckungen heuer ein Lochblech mit 1mm verwendet und schlechte Erfahrungen damit gemacht. Ameisen und Milben sind mühelos ein und aus gegangen. Wenn Wachsmotten Eier vor die Lüftungsgitter (Geruch!) legen; können auch die Larven hinein. Ich habe mir für nächstes Jahr eine feine Metallgaze (Maschenweite 0,5mm; Drahtstärke 0,2mm; offenen Fläche >50%) besorgt. Ich hoffe damit auch die Larven abhalten zu können.

Ich habe im übrigen kurz nach der Klappe einen Vorraum mit einer Metallgaze angebracht. Eigentlich um die Durchlüftung des Nestes zu gewährleisten. Mit der geschlossenen Klappe ist die Hauptluftzufuhr ja unterbrochen. Ein Gedanke der in diesem Diskussionsfaden geäußert wurde gefällt mir: Durch das Gitter werden Motten von der Klappe abgelenkt. Vielleicht gibt das zusätzlichen Schutz. Ich werde nächstes Jahr vorraussichtlich 3 Nester mit Klappen und Lüftung haben. Ich werde entsprechend berichten.

Auf der Seite www.hummelzucht.at habe ich Fotos eingestellt.

schönen Gruß;

Norbert W.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Wachsmotten Horst 24.10.2008 12:33

Hallo Norbert W.,
die Klappen von Hummelfreund sind eine gute handwerkliche Arbeit, basierend auf der Entwicklung von Armin Krenz und Harry Abraham.
Übrigens sind bei mir in den Hummelnisträumen, die zusätzlich mit Fliegengaze abgedeckt wurden, keine Wachsmotten angetroffen worden, sondern lediglich Larven!
Meine Hummelkästen sind völlig abgedichtet, lediglich mit 2 je 40 mm großen Lüftungen (Gitter -Teesieb- 0,6 mm) versehen.
Durchlüftungsprobleme entstehen nicht (keine Probleme während der Hitzeperiode).
In Österreich wurde vor mehreren Jahren (Aichhorn 1975) ein Versuch der Wachsmottenabwehr mit Schläuchen und Kaminzugeffekt durch geführt, jedoch nur mit befriedendem Erfolg.
Der Hummelnestgeruch ist ja nicht nur am Eingang wahrzunehmen.

Grüße
Horst

Milben Christian F. 22.10.2008 15:28

Hallo,
Ich habe gerade in dem Buch "Parasites in Social Inscts" von
Paul Schmidt-Hempel gelesen und darin stand folgendes
zu Milben:
"For example, Schousboe (1987) noted a negative relationship between mite infections (Parasitellus) and the presence of the nematode Sphaerualria, and concluded that this indicates a beneficial effect of the mite." (S. 63)
Also scheinen bestimmte Milben, deren eigenes Überleben ja von dem der Überwinternden Hummekönigin abhängt, die Königin vor den tödlichen
Sphaerularia Nematoden zu schützen.
Er schreibt weiter, dass es auch Milben, wenn auch nicht speziell an bombus, gibt, die ihre Wirte vor Bakterien und Pilzen schützen.
Andererseit wird aber auch erwähnt, dass es auf diesem Gebiet noch keine klaren Beweise gibt.

Damit wird aber deutlich, dass Milben bei Hummeln nicht als Feind betrachtet werden dürfen. Das ganze ist einfach komplizierter.
Irgendwo, leider habe ich die Quelle vergessen, habe ich auch gelesen, dass in der kommerziellen Hummelzucht Milben zugesetzt werden.

Grüße,
Christian

Re: Milben Horst 22.10.2008 19:56

Hallo Christian,
im Buch "Hummeln brauchen blühendes Land" wird auch auf Milben hingewiesen, die für die Gesundheit der überwinternden Hummelkönigin wichtig sind. Leider kann ich wohl als Laie nicht erkennen, welche Milben die gutartigen sind, da sich manches Getier im Hummelnest aufhält.

Grüße
Horst

Re: Milben Alexander (Bombus-Admin) 23.10.2008 09:12

Hallo Christian,

danke für die interessanten Infos.

Damit wird aber deutlich, dass Milben bei Hummeln nicht als Feind
betrachtet werden dürfen. Das ganze ist einfach komplizierter.

Was ist in der Natur schon so einfach wie es auf den ersten Blick scheint? Eigentlich nichts :-)

Für Hummelfreunde kann es nur heissen: Milben lassen wo und wie sie sind. Wenn sie schädlich sind, dann hat die Natur eben zugeschlagen. Natürliche Auslese.

Bei den Wachsmotten ist es anders, die sind eindeutig schädlich und daher ist es ok sie von den Nestern fernzuhalten.

Vielleicht wird man eines Tages die wahre Bedeutung der Milben herausfinden. Hoffen wir, daß es dann noch Hummeln geben wird.

Irgendwo, leider habe ich die Quelle vergessen, habe ich auch gelesen,
dass in der kommerziellen Hummelzucht Milben zugesetzt werden.

Das wurde hier schon mal gepostet. Ein Link liegt mir dazu aber auch nicht vor...

Danke für Deine interessanten Beiträge,

Alex

Re: Re: Milben Juergen 23.10.2008 20:50
Hallo Christian,

danke für die interessanten Infos.

Damit wird aber deutlich, dass Milben bei Hummeln nicht als Feind
betrachtet werden dürfen. Das ganze ist einfach komplizierter.

Was ist in der Natur schon so einfach wie es auf den ersten Blick scheint? Eigentlich nichts :-)

Für Hummelfreunde kann es nur heissen: Milben lassen wo und wie sie sind. Wenn sie schädlich sind, dann hat die Natur eben zugeschlagen. Natürliche Auslese.

Bei den Wachsmotten ist es anders, die sind eindeutig schädlich und daher ist es ok sie von den Nestern fernzuhalten.

Vielleicht wird man eines Tages die wahre Bedeutung der Milben herausfinden. Hoffen wir, daß es dann noch Hummeln geben wird.

Irgendwo, leider habe ich die Quelle vergessen, habe ich auch gelesen,
dass in der kommerziellen Hummelzucht Milben zugesetzt werden.

Das wurde hier schon mal gepostet. Ein Link liegt mir dazu aber auch nicht vor...

Danke für Deine interessanten Beiträge,

Alex

Hallo,

Ja mit den Milben ist es so eine Sache, eines ist aber auch klar, die Milben saugen an den Hummeln, denn die Milben wollen leben! Nach neuesten Untersuchungen, so habe ich gelesen, sind sie auch Überträger von Vieren und damit Überträger von Krankheiten! Dies ist ja auch von Zecken bekannt. Dies bitte ich Euch bei Euren Überlegungen, ob die Milben nützlich sind oder nicht, mit einzubeziehen. Ich glaube von den Milben geht eine große Gefahr aus und sie werden unterschätzt!

Es grüsst Euch
Jürgen

Re: Re: Re: Milben Horst 24.10.2008 11:20

Hallo Jürgen,
Du liest offensichtlich die Seiten aus Austria.
Leider sind es dort hauptsächlich Hypothesen.

Grüße
Horst

Re: Re: Re: Milben Christian F. 24.10.2008 13:54
Ja mit den Milben ist es so eine Sache, eines ist aber auch klar, die Milben saugen an den Hummeln, denn die Milben wollen leben!

Nach neuesten Untersuchungen, so habe ich gelesen, sind sie auch Überträger von Vieren und damit Überträger von Krankheiten!

Zunächst ein mal wäre ich für die Quelle der "neuesten Untersuchungen" dankbar. Desweiteren:
Es gibt unzählige Arten von Milben. Das ist etwa so wie wenn du sagen würdest. "Hey Leute esst bloß keine Pilze. Es ist nämlich so dass die alle giftig sind! Denn überlegt mal!!! Wenn die gut schmecken würden und nicht giftig wären, wie könnten die denn dann überleben?
Die würden doch alle aufgegessen!"

Überhaupt ist deine Aussage suggestiv. Milben leben von vielen verschiedenen Dingen. Manche zum Beispiel von Hautschuppen des Menschen, andere von Bakterien, andere von Pilzen, wieder andere von Kot und nicht zuletzt natürlich auch welche die Nektar und Pollen von den Hummeln nehmen. Du siehst das ist ein gigantisches Spektrum. Darüber hinaus gibt es das Prinzip der Phorese. Die Milben, die auf der Hummel sind, lassen sich einfach tragen,
zum nächsten Nest, was sie dort machen ist eben ganz unterschiedlich.
ein weiteres Zitat von Schmid-Hempel:
"It is not always clear what the mites are actually doing. Some bumblebee mites are phoretic in the sense that they disembark from their carrier, the spring queen, when she has established a new colony. The mites will then live on pollen or other food available in the nest...
but the effects are probably benign."
übersetzt: "Es ist nicht immer klar was die Milben wohl wirklich machen.
Manche Hummelmilben sind phoretisch in der Hinsicht dass sie die Hummel verlassen wenn ihr Träger, die überwinterte Altkönigin, eine neue Kolonie gegründet hat [und sie saugen nicht an ihr]
Die Milben werden von Pollen, oder anderer Nahrung, die im Nest verfügbar ist, leben...
aber die Einwirkungen sind wahrscheinlich gutartig."
(Anmerkung in eckigen Klammern von mir)

Dies ist ja auch von Zecken bekannt.

Genau. Dann sei vorsichtig, dass die Milben nicht die Schlafkrankheit übertragen, das kennt man ja von den Mücken... ;)

Ich glaube von den Milben geht eine große Gefahr aus und sie werden unterschätzt!

Da ist halt die wissenschaftliche Meinung aus dem Jahre 1998 anders.
(Schmid-Hempel ist Spezialist für Parasitologie und beschäftigt sich nach eigener Aussage viel mit der Dunklen Erdhummel, was aber natürlich nicht heißt soll dass der Weisheit letzter Schluss ist...)

Hier eine Bibliographie aus dem Jahre 2004:
http://insects.ummz.lsa.umich.edu/beemites/Literature.htm

Ich hab noch einen anderen Artikel (als den zitierten) aus dem Jahre 1997 gefunden. Ich komme aber im Moment nicht ran...

Grüße,
Christian

PS: Da du jetzt offenbar eine eigene Homepage hast, die Norbert W. schon sehr mag, der auch www.humml*ucht.at unheimlich toll findet, solltest du bedenken, dass du vielleicht andere Leute mit unbedachten Aussagen einschüchtern könntest. Wenn ein Vater oder eine Mutter Hummeln im Garten hat und sich dann im Internet informiert,ob die vielleicht ihren Kindern schaden könnten, werden sie -vielleicht- auf deine Seite stoßen und wenn sie da lesen, dass Hummeln "gefährliche" Milben haben, die Bo***se übertragen (Im Übrigen wird die von Bakterien verursacht nicht von Viren; ich bin nach wie vor auf die Quelle der "neuesten Untersuchungen" gespannt...).
Egal wie du das an dieser Stelle auch meinst. Naturferne Leute sind halt nunmal bei sowas sehr irrational und können das nicht einschätzen, was dazu führen kann, dass sie für nichts und wieder nichts das Nest zerstören.

Re: Re: Re: Re: Milben Alex Schlecht (Bombus-Admin) 26.10.2008 21:13

Danke Christian für diesen überaus interessanten Beitrag!

Alex

Schade Norbert W 27.10.2008 07:51

?

Das Motto dieser Seiten ist doch Gleichgesinnte zusammenzuführen und Hilfesuchenden zu helfen. Das Schöne daran ist doch, daß sich der Bogen von den Experten, die im besten Fall sogar ausbildungsmäßig und beruflich mit dem Thema zu tun haben, bis hin zu den enthusiastischen Neueinsteigern spannt, die mit Interesse alles Gesagte hinterfragen. Ich sehe neue Hypothesen als Herausforderung für die Experten, diese zu entkräften; was ja im ersten Teil des Beitrages wunderbar gelungen ist. Dann hätte jeder etwas gelernt. Im besten Falle ergeben sich durch die naiven Fragen/Meinungen eines Neulings (das beziehe ich jetzt mal auf mich) neue Gesichtspunkte und damit neue Erkenntnisse.
Schade, daß man dann wieder in die Niederungen der "Menscheleien" zurrückfallen muß und Betreiber und Leser anderer Seiten in ein Eck stellt und dafür noch von allen Seiten Beifall erntet.
Ich bin erst in meinem 2. Hummeljahr und habe mit Begeisterung alle Hummelseiten im Netz besucht und kritisch gelesen; und auf jeder habe ich etwas Nützliches mitnehmen können.

Norbert W. (Austria)

Re: Schade Alexander (Bombus-Admin) 27.10.2008 10:53

Hallo Norbert,

es stimmt, das Motto dieses Forums ist es Hummelfreunde zusammenzuführen. Und das Ziel ist es, etwas GUTES für die Hummeln zu bewirken.

Es geht hier nicht darum Betreiber anderer Hummelseiten "in ein Eck" zu stellen oder Konkurrenz denken zu fördern. Wir sind alle verbunden durch das Interesse an der Hummel.

ABER:
Es gibt bzw. gab hier auch Leute, die hanebüchene Theorien zum besten gegeben haben und dazu aufforderten, diese Theorien auch anzuwenden.

Da dieses Forum sich vor allem an Anfänger richtet, wäre es fatal gewesen, diese Theorien hier weiterhin stehen zu lassen. Ich will nicht, daß sich jemand seinen ersten Nistkasten in den Garten stellt und dann mit seinem Hummelvolk mit Ameisensäure oder ähnlichem herumexperimentiert. Das ist weder was für Anfänger, noch etwas für Fortgeschrittene, die im Interesse der Hummeln handeln.

Das mag -vielleicht- was für Forscher sein. Aber dann sollte das Umfeld stimmen und auch wirkliche Wissenschaft dahinter stehen. Selbsternannte Experten fallen für mich nicht darunter.

Gerade im Hinblilck auf die Milben hast Du da ein sehr intensiv diskutiertes Thema angesprochen. Leider hat es damals auch sehr "gemenschelt" und der Ton im Forum war etwas rauh, was jedoch im wesentlichen von einer Person aus Österreich ausging.

Daher hast Du vielleicht einen Nerv getroffen und die Reaktionen erscheinen dir zu intensiv - kenn man die Vorgeschichte, ist es jedoch verständlich.

Im übrigen hat Dir Christian ja eine fachlich sehr gute Antwort gegeben, wie ich finde. Und an ein wenig Sticheleien - insbesondere mit dem vorgenannten Hintergrund - muß man im Internet schon mal vertragen können...

Alex

Re: Re: Schade Christian F. 27.10.2008 13:50

Hallo Alex,
Danke für deinen schlichtenden Beitrag.

An Norbert,
Jetzt einmal ganz unabhängig von der "Webseite aus Austria":
Gerne sei eine Hypothese immer erlaubt. Wenn man
ganz anderer Meinung ist kann man sie ja ignorieren.
Dabei ist es aber das eine, eine Theorie aufzustellen und das andere sie unter Missachtung der wissenschaftlichen und praktischen Erkenntnisse als Wahrheit hinzustellen.
Klar, warum sollte man nicht darüber diskutieren können, ob Milben Hummeln wesentlich schaden.
Wenn jemand trotz allem seine Theorie für richtig hält und glaubt alle anderen seien im Irrtum, bitte.
Es ist aber verkehrt die Hypothese mit suggestiven Aussagen im
Internet zu verbreiten, wie: "die Milben der Hummeln wären mit der Var*oamilbe verwandt". Daraus soll folgen die Hummeln bräuchten gegen die Milben -genau wie bei Va*roa- die Hilfe der Menschen.
Das ist keine faire Diskussion/Information, sondern Manipulation.
Es drängt sich dann der Verdacht auf, es geht der Person weniger um die Hummeln, als vielmehr darum um jeden Preis Anerkennung zu erhalten für die vermeintlich notwendigen Methoden gegen die Milben, darum, von anderen als eine Art "Einstein" gepriesen zu werden, der tolle Geheimmittel gegen Bedrohungen findet, die letztlich nicht existieren mögen.
Im Prinzip wäre ich eher hier der Auffassung so eine Hypthose zu ignorieren. Aber das Kolportieren von Thesen, die dazu führen, dass Hummeln unter Umständen für nichts und wieder nichts Schmerzen zugefügt werden, oder andere Leute sogar Angst vor ihnen bekommen, weil sie Krankheiten auf den Menschen übertragen könnten [wovon man nie irgendetwas gehört hätte], lässt mich dann doch nicht kalt genug.
Wenn sich jemand entschließt gegen das Gesetz, gegen den unmittelbaren Gedanken des Naturfreundes ein Verfahren zu Versuchszwecken anzuwenden, von dem er glaubt er könnte Tieren helfen, muss er es mit seinem Gewissen vereinbaren. Aber zu behaupten, jeder müsste sowas machen, oder er wäre gar ein Idiot, wenn er es nicht täte, kann nicht angehen.

Grüße,
Christian

Re: Re: Re: Re: Milben Christian F. 28.10.2008 18:54

Hallo
Also. Ich habe mir heute den Artikel

Schwarz, H. H., Huck K. 1997. Phoretic mites use flowers to transfer between foraging bumblebees. Insectes Sociaux. 44(4): 303-310.

besorgt und wollte ihn kurz zusammenfassen:

Wir haben ja bisher das Prinzip der Phorese kennengelernt.
Die Milben lassen sich von den Hummeln tragen, sowohl von Arbeiterinnen wie von Königinnen und überwintern mit letzteren.
Dabei hat man sich aber Gedanken gemacht, wie es nun zu genetischem Austausch zwischen den Milben kommen könnte. Wenn die Milben immer bei einer Genlinie von Königinnen bliebe, käme soetwas nicht so recht zu Stande.
Dabei gibt es verschiedene Theorien. Eine ist zum Beispiel, ganz analog zu den Hummeln sozusagen, dass die Milben bei der Paarung von Jungkönigin und Drohn ihren Träger wechseln.
Eine weitere, die als bewiesen angesehen werden kann, ist schlicht und ergreifend, dass Milben an Blüten absteigen und auch wieder aufsteigen.

In ihrem Versuch stellten die Autoren fest, dass Milben, die auf Hummeln vorkommen, wenn sie auf (bestimmten) Blumen ausgesetzt wurden, sehr schnell in die Blüten krabbeln. Viele steigen innerhalb weniger Sekunden
auf eine Hummel auf (~1-3 Sekunden) wenn diese die Blüte besucht.
Die Autoren bemerkten, dass durchschnittlich auf jedem 64. bis 158. Blütenstiel eine Hummel-Milbe war (bei den untersuchten Pflanzen). Dabei ergibt sich, dass durchschnittlich bei jedem Blütenausflug eine Hummel eine fremde Milbe mit nach Hause bringt.
[Allerdings ist das schon sehr grob...]
Bei den Arbeiterinnen fanden sie 4 Milbenarten bei den Königinnen 7.
Dabei orientieren sich diese Arten teilweise (wie zum Beispiel Parasitellus fucorum; auch die Experimente wurden mit dieser Art gemacht.) am Geruch, ob sie aufsteigen sollten oder nicht.

Soweit die Zusammenfassung. Über Schädlichkeit von Milben oder ihrem Nutzen stand nichts in dem Artikel. Ich möchte (nochmal) erwähnen, dass ich niemals sagen würde einzelne Milbenarten könnten Hummelnestern nichts anhaben. Das wäre sehr naiv.

zu Locustacarus buchneri
"By early August, new queen bees have mated, left the nest, and some may have entered diapause at sites several inches below the ground. After the new queen bees leave the nest, few new workers are produced and older workers accumulate more and more mites. The numbers of mites in worker and male bees in August is sufficient to severely injure the bees"
Quelle/Source:
http://insects.ummz.lsa.umich.edu/beemites/species_accounts/Podapolipidae.htm

Eben genannte Milbe wäre zum Beispiel wohl schädlich.

zu Parasitellus talparum
"The exact nature of the association between these mites and their bumblebee hosts is uncertain, although predatory behavior toward acarid mites and other parasitid mites was suggested (Richards and Richards, 1976). If these mites feed preferentially on potentially damaging acarid mites, they may be beneficial to colony health."
Quelle/source:
http://insects.ummz.lsa.umich.edu/beemites/species_accounts/Parasitidae.htm#Parasitellus%20talparum

Diese hier bekämpft womöglich andere Milben(!), die der Kolonie schaden könnten.

Beide Quellen gehen zur Universität von Michigan (USA)
(both sources lead to the university of Michigan (USA))
http://insects.ummz.lsa.umich.edu/beemites/species_accounts/

Grüße,
Christian

Re: Re: Re: Milben Ingrid 29.10.2008 15:47

Hallo Jürgen,

in der Natur ist nicht alles ganz so einfach. Ich denke, dass eine gewisse Symbiose zwischen Milben und Hummlen herrscht, die wir vielleicht nicht erkennen. Zwei meiner Völker hatten Milben! Trotzdem haben sie sich gut entwickelt - trotz erkennbarem Milbenbefall - und eine Vielzahl von Jungköniginnen hervorgebracht. Ich denke, dass nur schwache Hummelvölker unter Milben "leiden", während starke, gesunde Völker kaum beeinträchtigt werden.

Es gibt nun mal verschiedene Denkweisen - positiv wie negativ. Wer letztendlich Recht hat - wer weiß! Die Natur bestimmt die Entwickung des Hummelvolkes. Wenn wir wegen Wachsmotten mal regulierend eingreifen, ist das meiner Meinung nach o.k. Aber wir können nicht alles kontrollieren. Jeder Hummelfreund hatte sicherlich schon mal Nestverlust - aus welchen Gründen auch immer. Das ist halt Natur!
Trotzdem finde ich, dass es wichtig ist, den Hummeln Nistmöglichkeiten anzubieten. Natürliche Nistmöglichkeiten sind aufgrund des zerstörerischen Umweltverhaltens vieler Mitbürger leider zu wenig vorhanden - oft aus Unkenntnis heraus!!

Viele Grüße
Ingrid

Re: Re: Re: Re: Milben Alexander (Bombus-Admin) 31.10.2008 08:33

Hallo Ingrid,
danke für Deinen Beitrag.

in der Natur ist nicht alles ganz so einfach.

Was ist schon einfach im Leben? :-)

des zerstörerischen Umweltverhaltens vieler Mitbürger
...
oft aus Unkenntnis heraus!!

Genau!
Der größte Feind der Hummeln ist weder die Wachsmotte noch die Milbe. Es ist und bleibt der Mensch.
Daher sollte man sich nicht auf die Milben konzentrieren sondern auf die Menschen. Aufklärung und Vorbildfunktion - das ist echter Hummelschutz...

Und nicht, sich über dieses oder jenes zu streiten...

Alex

Re: Re: Re: Re: Re: Milben Ingrid 01.11.2008 13:12

Yes Alex,

und genau da setze ich an und es freut mich immer wieder, das etliche meiner Freunde und Bekannten, die mich besuchen, heute die Bedeutung der Hummeln mit ganz anderen Augen sehen und sich deutlich mehr für Umweltschutz einsetzen (dazu gehört auch der bisher zu sorglose Umgang mit Giften im Garten). Einige sind so überzeugt, dass sie ebenfalls Nisthilfen aufgestellt haben. Nicht zu vergessen, das manche jetzt die Gestaltung ihres Gartens mit ganz anderen Augen betrachten! Das ist doch was, oder?

Gruß Ingrid

Einlaufschlauch max Länge Norbert W 24.10.2008 11:48

Hallo Experten;

Ich überlege nächstes Jahr versuchsweise einen Kasten in einen geschützen Raum unterzubringen zwecks Schutz vor Regen, Kälte und besseren Beobachtung.

Dazu muß ich den Einlaufschlauch durch eine Wand legen. Wie lang darf so ein Schlauch maximal sein um von den Hummeln noch angenommen zu werden?

Danke für die Tips;

Norbert W.

Re: Einlaufschlauch max Länge Wolfgang 24.10.2008 12:22

Hallo Norbert,

guckst Du hier:

http://duengung.com/hummelzucht/board/viewtopic.php?f=3&t=2&p=2#p2

oder hier:
http://duengung.com/hummelzucht/board/viewtopic.php?f=3&t=140#p375

Grüße Wolfgang

Re: Einlaufschlauch max Länge Horst 24.10.2008 12:41

Hallo Norbert W.,
ich habe vor einigen Jahren Eingangsschläuche (ohne Klappen) von ca. 80 cm an meinen Hummelkästen angebracht, um den Nestgeruch von den Kästen eventuell fernzuhalten.
Wachsmottenbefall war trotzdem, daher bin ich davon wieder abgegangen. Ackerhummeln mögen keine langen Schlauchgänge.

Grüße
Horst

heute erdhummel-jungkönigin gesehen jufffda 02.11.2008 21:09

hallo, heute früh beim spazieren, hab ich eine blüte rotklee abgepflückt und meiner frau erklärt, dass nur die hummeln diese pflanze bestäuben kann..... da fragte sie, warum ich sie denn dann abreiße.....und ich erwiderte, es fliegen jetzt keine hummeln mehr, da sie bereits im winterquartier sind.
als wir zurück waren, konnte ich ein wildes treiben von solitärbienen/schwebefliegen? an der südseite der scheune vom küchenfenster aus beobachten...
nach einiger zeit dann das schöne ereigniss, ich habe tatsächlich eine erdhummel gesehen. ich würde sagen jungkönigin, weil sie sehr pelzig und recht groß und sehr sehr schön war. sie war aber recht weislich oder irgendwie heller.fast weises ende, orangenes mittelteil weis-gelbliches vorderteil. tippe mal auf helle erdhummel.
ich habe meinen fototapperat aus dem ca. 5m entfernten schreibtisch geholt und schnell auf tele umgestellt, doch da war sie schon weiter geflogen. ich hab noch gewartet, ob sie nochmal kommt, aber leider nicht :(

achso, das ganze war um 10:50 uhr am sonntag und das küchenfenster-außenthermometer hatte (aber etwas später) 17 °c, im oberwesterwald. wir hatten eine woche vorher bereits autoscheibenfrost !

Re: heute erdhummel-jungkönigin gesehen Hans777 03.11.2008 23:07

jufffda,
daß noch Jungköniginnen unterwegs sind ist nicht ungewöhnlich. Hatte hier auch am Sonntag an einer besonnten Wand eine Erdhummelkönigin, die sich ausgiebig putzte.

Gruß Hans

Ackerhummeln A. Giessler 06.11.2008 13:24

Hallo,

in meinem Ackerhummelkasten ist noch Leben.Am 3.Nov. sind
2 Geschlechtstiere abgeflogen.Nun sind noch 5 "Innendienstmitarbeiter"
zu sehen.

Es grüßt

Angelika G.

Re: Ackerhummeln Christian F. 06.11.2008 14:49
in meinem Ackerhummelkasten ist noch Leben.Am 3.Nov. sind
2 Geschlechtstiere abgeflogen.Nun sind noch 5 "Innendienstmitarbeiter"
zu sehen.

Hallo Angelika,
Hast du sie am Ende mit Zusatzfütterung unterstützt oder haben sie das ganz alleine geschafft?

Grüße
Christian
PS:
An den LBV hab ich ne email geschrieben bzgl. Insektenschutzgruppen aber leider keine Antwort bekommen. Mal schaun...

Re: Re: Ackerhummeln A. Giessler 07.11.2008 17:15
in meinem Ackerhummelkasten ist noch Leben.Am 3.Nov. sind
2 Geschlechtstiere abgeflogen.Nun sind noch 5 "Innendienstmitarbeiter"
zu sehen.


Hallo Angelika,
Hast du sie am Ende mit Zusatzfütterung unterstützt oder haben sie das ganz alleine geschafft?

Grüße
Christian
PS:
An den LBV hab ich ne email geschrieben bzgl. Insektenschutzgruppen aber leider keine Antwort bekommen. Mal schaun...

Hallo Christian,

ich habe sie gefüttert,aber jetzt sind es nur noch 4 und ich glaube,
sie nehmen aus dem Legostein keine Nahrung mehr auf.

Es grüßt Angelika