Beiträge aus 2007

Hummelpflanzen an falschen Plätzen Johanna 10.06.2007 18:53

Hallo,

ich muss mal meinen Frust loswerden. Bei uns in der Nähe des Mains blühte die ganze Zeit ein wunderbares Brachlandstück: Königskerzen, mauretanische Malve, Kletten, Natternkopf, junge Fuchsschwänze und was sich halt noch so auf Ödland ansiedelt. Bei jedem Spaziergang hab ich mir vorgenommen, mir so einen Natternkopf-Busch für den Garten auszugraben. Gestern kommen wir hin - alles gemäht, so tief, dass kaum die Blattrosetten noch erkennbar sind. Aber nicht, dass davon Heu gemacht wird, nein - alles auf einen Haufen geschoben, zum Verrotten. Also völlig unnötig, weil das Stück unbearbeitet bleibt und sowieso irgendwas wild aufgehen wird. Das war auch kein Landwirt, das Stück gehört entweder der Stadt oder ist privat. Ökologischer Totalschaden - zumindest für die Insektenwelt.

Wenn man anfängt, sich mit den Hummeln zu beschäftigen, schaut man auch anders in die Umgebung. Und dabei ist mir noch was aufgefallen. Immer öfter sehe ich Verkehrsinseln bepflanzt mit Hummelpflanzen: Kleearten und Salbei sind mir aufgefallen, wahrscheinlich ist es eine Wildblumen-Mischung. Könnte man ja meinen, das wäre ökologisch sinnvoll.
Entpuppt es sich am Ende aber nicht als Insektenfalle durch die häufig beidseitig fahrenden Autos?? Da braucht man sich wundern, wo die ganzen Königinnen bleiben, die erst einen Kasten besiedeln und dann nicht wiederkommen.

Also da müßte irgendwie mehr zur Aufklärung von Stadtverwaltungen beigetragen werden.

Gruß Johanna

Re: Hummelpflanzen an falschen Plätzen Stefan Lennertz 11.06.2007 15:07

So ist das leider Gottes überall. Wenn man sieht wieviel Futterpflanzen ständig vernichtet werden fragt man sich wo der Umweltschutz abgeblieben ist. Jeder redet drüber, aber keiner macht was. Man stelle sich nur vor wieviel Futter übrig bliebe würde bei solchen Aktionen auch nur 1m am Rand stehen bleiben, aber nichts dergleichen.

Zum einen stehen Hummeln unter Naturschutz, Futterpflanzen aber nicht. Die meisten gelten sogar weithin als Unkraut, wie z.B. Klee.

Da passt so einiges nicht zusammen, aber macht ja nix, auf dem Papier existiert er ja, der Naturschutz.

Gruß,
Stefan

Re: Re: Hummelpflanzen an falschen Plätzen Thomas 11.06.2007 15:25

Hallo
Mit der Unwissenheit (Dummheit) in sachen Naturschutz hat man warscheinlich überall zu kämpen, auch bei uns auf nem Dorf.
Die Leute sehen nur noch die Sauberkeit und Ortnung,nicht nur Futterpflanzen werden zu Unkraut dekradiert,ein Schwalbennest am Haus macht nur noch Dreck,einen Frosch im Gartenteich nur noch Lärm ,schon lange keine Freude mehr.Hat man Hummelkästen im Garten wie ich,hat man bei vielen gleich einen Vogel,und so könnte man weiterschreiben warscheinlich ein Buch .
Trotzdem mache ich mit meiner Art Naturschutz weiter,nur nicht aufgeben .
Viele Grüße
Thomas aus Großo.

Artikel im Hessenbauer über Hummeln Johanna 10.06.2007 19:25

Hallo,

In der Zeitung "Hessen-Bauer" Nr. 22 war foglender Artikel mit dem Titel: "Zusätzliche Bestäuber gesucht - Imker kommen auf die Hummel":

Rund 40 Imker haben sich im Frühjahr an der Universität Bonn über die Zucht von Hummeln informiert. Grund sind unter anderem die Supermärkte, die immer früher im Jahr nach Saisonfrüchten wie Erdbeeren verlangen.

Viele Imker verdienen sich ihren Lebensunterhalt nicht nur durch die Produktion von Honig. Sie "verleihen" ihre Völker auch an Landwirte, die so eine Bestäubung ihrer Pflanzen sicher stellen. "Aufgrund veränderter Kundenwünsche produzieren viele Obst- und Gemüsebauern inzwischen aber nicht mehr im Freiland, sondern in Folientunneln oder Gewächshäusern", erklärt Professor Dieter Wittmann vom Fachbereich Ökologie der Kulturlanschaft der Uni Bonn. "Auch die Klimaveränderung trägt dazu bei, da nach Wärmephasen wie in diesem April unverhoffte Frostperioden drohen."

Bienen haben in künstlichen Umgebungen Probleme mit der Orientierung: "Viele finden nicht in den Stock zurück, sondern irren durch den Folientunnel, bis sie verenden", erklärt Wittmann. So können ganze Völker binnen kurzer Zeit erheblichen Schaden nehmen. Hummeln finden sich dagegen unter Glas oder Folie besser zurecht. Auch Verluste sind besser zu verkraften, da die Völker im Gegensatz zu Bienen auch in freier Wildbahn nur ein Jahr überdauern.
Daher setzen viele Landwirte inzwischen Zuchthummeln aus Holland oder Belgien ein. "Dabei handelt es sich aber nicht um regionale Rassen, sondern gewissermaßen um einen Europa-Mix", betont Widmann. Damit droht eine Verfälschung der Artenvielfalt, die aus ökologischer Sicht nicht zu begrüßen ist. Daher wolle man mit dem Weiterbildungsangebot entsprechendes Know-how vermitteln.

Universität Bonn"

-----------------------------------

Na, da wundere ich mich:

- Kein Wort, dass Hummeln geschützt sind.

- Kein Wort, dass es auch wilde Hummeln gibt, die für die Bestäubung außerhalb der Folientunnels nützlich sind.

- Offenbar darf man Hummeln zu Bestäubungszwecken selbst züchten??? (Züchten ist das gezielte Anpaaren von Tieren zur Rasseverbesserung, im Gegensatz zum Vermehren, was der Natur einfach ihren Lauf lässt. Züchten bedeutet, dass der Züchter sowohl die Königin als auch die Drohnen aussucht und nur die Paarung der erwünschten Tiere zulässt und wahrscheinlich die begattete Königin dann auch unter Aufsicht überwintert.)

Und das offenbar mit unseren Wildhummeln, damit in Zukunft keine Faunenverfälschung möglich ist. Und wir machen uns Sorgen, ob es erlaubt ist, beim Ansiedeln der Kästen nachzuhelfen.

Im übrigen finde ich es schade, dass nirgends auf eine der Hummelinfoseiten im Internet verwiesen wurde.

Gruß Johanna

Zuchthummeln Unbekannt 10.06.2007 23:22

Johanna,
Die Verwendung von gewerblich gezüchteten Hummeln ist nichts Neues und scheint sich noch auszuweiten. Wir Naturfreunde sehen das gar nicht gern. Die produzierenden Betriebe halten sich bedeckt, was Informationen über die Art angeht. Es wird behauptet, daß die Zuchtvölker nur in geschlossenen Räumen Verwendung finden, aber man kann sich leicht vorstellen, daß doch so einige freikommen und sich mit den herkömmlichen Arten mischen. Vielleicht ist das auch der Grund, warum auch gute Kenner jetzt gelegentlich Schwierigkeiten haben, vorgefundene Hummeln zu bestimmen.

Gruß Hans

Re: Zuchthummeln Johanna 11.06.2007 07:39
Hallo Hans,

ja, von der gewerblichen Züchtung für Gartenbaubetriebe und der Gefahr der Artenvermischung habe ich schon gelesen, aber bisher nur in Holland und Belgien.

Aber nach dem Artikel scheint ja die Uni Bonn Anleitungen zur Zucht in Deutschland zu geben, damit eben einheimische Hummeln gezüchtet werden. Und darüber wundere ich mich wegen dem Naturschutz, dem die Hummeln ja hier unterliegen.

Gruß Johanna

Re: Re: Zuchthummeln Alexander (Bombus-Admin) 11.06.2007 08:23

Hallo Johanna,

siehe auch folgenden Artikel:

[link:http://bombus.de/nutzhummeln.aspx "Nutzhummeln" gefährden heimische Arten]

Alles Gute,

Alex

Re: Re: Re: Zuchthummeln Johanna 11.06.2007 08:39
Hallo Alex,

Danke für den Hinweis. Den Artikel hatte ich schon gelesen.

Gruß Johanna

Re: Re: Re: Zuchthummeln Manfred 11.06.2007 16:43

Hallo Alex,

die Zuchthummeln gibt es mittlerweile durchweg mit Königin. Ich habe mich mal intensiver mit einen Zücher unterhalten, da ich für ein Experiment welche brauchte. In Deutschland wird ausschließlich bombus terrestris angeboten.
Ein wesentliche Zuchtziele sind die Vergrößerung der Volkstärke und ein schnelleres Wachstum der Völker.
Ich persönlich denke, dass die Zuchthummeln damit kein größeres Risiko als standortfremde Pflanzen darstellen. (Bei uns hat es eine Verschiebung des Artenspektrums hin zur Ackerhummeln gegeben, woran das drüsige Springkraut einen wesentlichen Anteil gehabt haben dürfte).

Gruß aus HH
Manfred

Re: Artikel im Hessenbauer über Hummeln Elke 11.06.2007 09:15

Hallo Johanna!
Davon habe ich auch schon gehört.
Man kann wohl mehrere Varianten kaufen: Volk mit Königin oder kleines Volk bestehend aus Arbeiterinnen ohne Königin.
Im letzteren Fall können natürlich noch Drohnen entweichen.

Andererseits kann man dann natürlich sicher sein, dass die durch Hummeln bestäubten Pflanzen nicht übermäßig mit Pestiziden eingenebelt wurden.

Gruß
Elke

Re: Re: Artikel im Hessenbauer über Hummeln Johanna 11.06.2007 09:26
Hallo Elke
Man kann wohl mehrere Varianten kaufen: Volk mit Königin oder kleines Volk bestehend aus Arbeiterinnen ohne Königin.
Im letzteren Fall können natürlich noch Drohnen entweichen.

Das wunderte mich auch, dass man Völker ohne Königin verkauft. Ich hatte es bisher so verstanden, dass die Königin das Volk durch Hormonabsonderung zusammenhält??

Andererseits kann man dann natürlich sicher sein, dass die durch Hummeln bestäubten Pflanzen nicht übermäßig mit Pestiziden eingenebelt wurden.

Guter Aspekt, dann hätte die ganze Sache ja noch was wirklich Positives. Man müßte halt nur einheimische Hummelarten dafür gewinnen.

Johanna

Aggressivität durch Hitze? Elke 10.06.2007 19:51

Schon viel habe ich über die berüchtigte Aggressivität der Baumhummeln gelesen, aber das nicht ganz ernst genommen, da ich früher am Balkon in der Hauswand jahrelang Nester hatte und wir sind blendend miteinander ausgekommen.

Dieses Jahr habe ich mich also in Sicherheit gefühlt, als sich eine Baumhummelkönigin für meinen Schweglerkasten interessierte.

Bis heute war auch alles kein Problem - den Nistkasten inspiziere ich schon seit 2 Wochen nicht mehr, weil sie mich dann gleich anpöbeln.

Heute saßen wir schon eine halbe Stunde unbehelligt in der Nähe des Kasten herum, als mich eine meiner Baumhummeln nach mehreren Runden Umkreisens plötzlich in die Schläfe sticht - ziemlich schmerzhaft an der Stelle, kann ich euch sagen. :-(
(Wenn die Nachbarn demnächst auch gestochen werden, bin ich dran...)

Resultiert diese Aggressivität aus der Hitze momentan - oder gibt es bald Königinnen - oder waren meine bisherigen Erfahrungen mit sehr friedlichen Baumhummeln nicht repräsentativ?

Vielen Dank im Voraus - bin für jeden Hinweis dankbar.

VG
Elke

Re: Aggressivität durch Hitze? A. Bohm 10.06.2007 21:51

Hallo Elke,
ich kann Deine Beobachtungen voll bestätigen. Ich habe in diesem Jahr zum 1.-mal eine Baumhummelvolk (selbstangesiedelt). Es ist schon sehr stark und die ersten Jungköniginnen fliegen bereits. Bei meinen anderen Völkern (Erdhummeln, Wiesenhummeln, Steinhummeln) muss ich keinen Sicherheitsabstand einhalten. Aber bei den Baumhummeln ist das erforderlich. Die sind irgendwie hyperaktiv im Vergleich zu den anderen Hummeln. Bei den Baumhummeln geht alles schneller und sieht hektischer aus. Selbst wenn ich -unabhängig vom Wetter- in 4 m Entfernung vom Nest stehe, werde ich andauernd umschwirrt und "untersucht". Ich glaube, ich wurde nur noch nicht gestochen, weil ich mich dann ganz ruhig verhalte. Da meine beiden Kinder (das Jüngste ist 2 Jahre alt) wohl nicht ruhig bleiben würden, habe ich zum ersten mal - und ich "halte" schon mehrere Jahre Hummeln- einen Zaun um den Baumhummelkasten (er steht in ca. 80 cm Höhe) aufgestellt. Nur so kann ich vermeiden, dass meine Kinder zu nahe kommen und gestochen werden.
Trotzdem freue ich mich über die m. E. schönen Baumhummeln.

Viele Grüße aus Schleswig-Holstein,
Andreas B.

tote Hummeln im Tunneleingang Alexandra Szügyi 10.06.2007 20:07

Liebe Hummelfreunde!
Wir haben eine Königin mit ihrem kleinen Nest in unserem Balkontrog gefunden. Da sie dort in einem Plastiksack genistet hat, haben wir ihr einen AbrahamKasten gebauten und sie bei Nacht umgesiedelt. Das war etwa Mitte April. Seit dem gedeiht das Volk sehr schön. Vor einigen Tagen haben wir zwei tote Hummeln aus dem Eingangsbereich entfernt und heute wieder eine. Ich habe im vereinzelnt Milben gesehen, die sind aber wirklich selten. Auch tote Maden lagen schon unter dem Einflugloch. Ich kann mir aber keinen Reim auf die toten Hummeln machen. Da sie Steinhummeln sind, genau so wie das Volk, kann ich nicht mal feststellen, ob es sich um Eindringlinge handelt. Kann es sein,daß die Lebenszeit der ersten Arbeiterinnen um ist? P.S. Die toten Tiere hatten keine Höschen.

Re: tote Hummeln im Tunneleingang Manfred 11.06.2007 07:54

Hallo Alexandra,

die toten Larven sind von den Arbeiterinnen aus dem Nest geworfen worden. Dies kann verschiedene Gründe haben. Am Wahrscheinlichsten ist derzeit eine Überhitzung im Nest oder dass die Aufzucht von Königinnen beginnt und es ein "gemischtes" Gelege aus Königinnen- und Arbeiteirnnenlarven gegeben hat. In diesem Fall werden teilweise die Arbeiteirnnenlarven des Geleges hinausgeworfen.
Bei Steinhummeln lebt die erste Generation Sammlerinnen meist nicht länger als 3 Wochen. Solange das Nest intakt ist, werden alle toten Tiere aus dem Nest entfernt, meist allerdings nicht aus dem Eingang geworfen. Du solltest das im Auge behalten. Eindringlinge der gleichen aRt kommen normalerweis nicht vor, es sei denn es sind Hummeln die ihr Nest verloren haben. Diese "erbetteln" sich mit vel Tracht aber den Einlass und werden in der Regel akzeptiert.

Gruß aus HH
Manfred

Re: Re: tote Hummeln im Tunneleingang Alexandra 11.06.2007 10:03
Hallo Alexandra,

die toten Larven sind von den Arbeiterinnen aus dem Nest geworfen worden. Dies kann verschiedene Gründe haben. Am Wahrscheinlichsten ist derzeit eine Überhitzung im Nest oder dass die Aufzucht von Königinnen beginnt und es ein "gemischtes" Gelege aus Königinnen- und Arbeiteirnnenlarven gegeben hat. In diesem Fall werden teilweise die Arbeiteirnnenlarven des Geleges hinausgeworfen.
Bei Steinhummeln lebt die erste Generation Sammlerinnen meist nicht länger als 3 Wochen. Solange das Nest intakt ist, werden alle toten Tiere aus dem Nest entfernt, meist allerdings nicht aus dem Eingang geworfen. Du solltest das im Auge behalten. Eindringlinge der gleichen aRt kommen normalerweis nicht vor, es sei denn es sind Hummeln die ihr Nest verloren haben. Diese "erbetteln" sich mit vel Tracht aber den Einlass und werden in der Regel akzeptiert.

Gruß aus HH
Manfred

Danke für die Antwort. Wir sind tatsächlich glückliche Hummelerstbesitzer, und das in der Stadt. Ich habe die gestrige Hummel aus dem Eingangsbereich entfernt. Sie hat noch geatmet (der Hinterleib hat sich bewegt), war aber ansonsten gelähmt. Darum habe ich mit einen Angriff spekuliert. Das Nest ist tatsächlich sehr warm. Am Nachmittag sind es 33 Grad, trotz Isolierung und guter Lüftung. Wie hoch darf die Temperatur werden? Ich habe verschiedene Meinungen gehört.

Hummeln unterm Dach Hermann 11.06.2007 08:07

Hi Leute,

vor ca. 10 Tagen haben Bauarbeiten auf meinem Balkon angefangen für einen Wintergarten. Bei der Gelegenheit haben sich Hummel in einem Spalt angesiedelt. Ich wohne im Stockwerk unter dem Dachstockwerk. Im Prinzip würde mich das ja nicht stören da die kleinen Viecher ja eigentlich recht friedlich sind. Das Problem ist nur das der Wintergarten in den nächsten 1-2 Wochen dort eingebaut wird und somit wird der Spalt versiegelt. Jetzt meine Frage, gibt es ein Mittel mit dem ich die Viecher da irgentwie rauskriegen?

Wenn mir die Wohnung gehören würde, würde ich ja auch warten mit dem Aufstellen des Wintergartens bis der SOmmer vorbei ist, aber mir gehört ja die Wohnung nicht.... :-(

Danke für eure Tips.
Hermann

Re: Hummeln unterm Dach Chris 11.06.2007 13:53

Hallo Hermann,

deine Situation hört sich leider verzwickt an. Es ist vermutlich nicht möglich, an das Nest zu kommen, ohne Teile des Hauses zu beschädigen, die nicht im Zuge des Anbaus ohnehin geöffnet werden. Eine Methode, die Hummeln zum freiwilligen Auszug zu "überreden" gibt es nicht, da die Königin eisern bei ihren Waben bleibt. Vielleicht hat der Bauherr ja ein Einsehen und verschiebt das ganze, bzw spart die Nestöffnung aus. Du solltest versuchen, die genaue Art zu bestimmen. Hier auf bombus.de und auf wildbienen.de gibt es Bestimmungshilfen und Bilder verschiedener Hummelarten. Der hochgelegene Standort des Nestes lässt die Baumhummel vermuten (Bombus hypnorum). Sie sind an der Brust braun - manchmal ein sehr dunkles Braun - und am Hinterleib weiß. Grundfarbe schwarz. Ich habe keine Erfahrung mit Baumhummeln, aber hier gibt es einige Hummelfreunde, die dir sagen können, wann das Nest sich aufzulösen beginnt. Vielleicht kannst Du dann als Argument beim Bauherrn einbringen, dass es nur noch wenige Wochen dauert, bis die (übrigens unter Naturschutz stehenden) Hummeln weg sind.

Viel Glück dabei, Chris

Re: Hummeln unterm Dach Hermann 12.06.2007 07:59

Hi Chris,

man müsste die Holzverkleidung, die gerade erst frisch draufgemacht worden ist, abmontieren um wieder an das Nest zu kommen. Hab hier ein kurzes Video :-)
http://www.myvideo.de/watch/1666760

Ich werde mal mit der Hausverwaltung/Vermieterin sprechen...
und evtl. mit einem Berater.

Ansonsten versuch ich mal zu bestimmen welche Art das ist...
Wenn jemand einen Tip hat wann die in etwa wieder ausziehen wäre das super.

Danke Chris!
Grüsse,
Hermann

Hallo Hermann,

deine Situation hört sich leider verzwickt an. Es ist vermutlich nicht möglich, an das Nest zu kommen, ohne Teile des Hauses zu beschädigen, die nicht im Zuge des Anbaus ohnehin geöffnet werden. Eine Methode, die Hummeln zum freiwilligen Auszug zu "überreden" gibt es nicht, da die Königin eisern bei ihren Waben bleibt. Vielleicht hat der Bauherr ja ein Einsehen und verschiebt das ganze, bzw spart die Nestöffnung aus. Du solltest versuchen, die genaue Art zu bestimmen. Hier auf bombus.de und auf wildbienen.de gibt es Bestimmungshilfen und Bilder verschiedener Hummelarten. Der hochgelegene Standort des Nestes lässt die Baumhummel vermuten (Bombus hypnorum). Sie sind an der Brust braun - manchmal ein sehr dunkles Braun - und am Hinterleib weiß. Grundfarbe schwarz. Ich habe keine Erfahrung mit Baumhummeln, aber hier gibt es einige Hummelfreunde, die dir sagen können, wann das Nest sich aufzulösen beginnt. Vielleicht kannst Du dann als Argument beim Bauherrn einbringen, dass es nur noch wenige Wochen dauert, bis die (übrigens unter Naturschutz stehenden) Hummeln weg sind.

Viel Glück dabei, Chris
Re: Hummeln unterm Dach Unbekannt 11.06.2007 17:26

Hermann,
man könnte evtl. den jetzigen Eingang zu einer Stelle verlegen, wo der Flugbetrieb weiterlaufen kann. Man nimmt dazu ein Rohr, z.B. Isolierrohr für Elektroinstallation ( ca 20 mm D ). Die Länge kann ruhig mehr als 1m betragen.
Vielleicht gibt es Hilfe von Beratern, siehe :
http://www.hymenoptera.de/

Gruß Hans

Re: Re: Hummeln unterm Dach Hermann 12.06.2007 07:47

ob das mit dem Rohr praktikabel ist weiß ich nicht den es geht hier um einen Wintergarten (im Prinzip Fenster) der normalerweise komplett abgedichtet werden muss.
Ist aber im Prinzip ne gute Idee. Wenn ichs alleine nicht hinkriege werde ich mal versuchen Kontakt mit einem Berater aufzunehmen.

Vielen Dank.
Hermann

Umsiedlung schwyter Kurt 11.06.2007 13:09

Hallo Liebe Hummelfreunde

Wir haben bei uns im Storenkasten ein Hummelnest . Stört uns zwar nicht
aber wir wissen auch nicht wie gross das ein Nest resp. eine Hummel-
population werden kann. Kann uns da jemand Helfen ?

Re: Umsiedlung Chris 11.06.2007 13:26

Hallo Kurt,

die Größe eines Nestes ist stark unterschiedlich von Art zu Art. Bitte beschreibe deshalb wie die Tiere aussehen, z.B. ob sie gelbe Streifen tragen oder ein weißes Hinterteil haben. Gerne kannst Du auch ein Foto hier hineinstellen. Der Nistplatz hört sich typisch für die Baumhummel Bombus hypnorum an. Sie haben einen braunen bis schwarzen Thorax (Brust) und sind am Hinterteil weiß. Als Individuenzahl sind im Internet 80-400 Tiere angegeben, das Nest kann also recht groß werden.
Unabhängig von der Hummelart bleibt das Nest nur noch bis zum Spätsommer bestehen, da Hummeln nicht im Nest überwintern. Wenn eine erneute Ansiedlung im nächsten Sommer von dir nicht gewünscht wird, solltest Du im Herbst das Zugangsloch zum Kasten verschließen.

Gruß, Chris

Re: Re: Umsiedlung schwyter Kurt 12.06.2007 15:20
Hallo Kurt,

die Größe eines Nestes ist stark unterschiedlich von Art zu Art. Bitte beschreibe deshalb wie die Tiere aussehen, z.B. ob sie gelbe Streifen tragen oder ein weißes Hinterteil haben. Gerne kannst Du auch ein Foto hier hineinstellen. Der Nistplatz hört sich typisch für die Baumhummel Bombus hypnorum an. Sie haben einen braunen bis schwarzen Thorax (Brust) und sind am Hinterteil weiß. Als Individuenzahl sind im Internet 80-400 Tiere angegeben, das Nest kann also recht groß werden.
Unabhängig von der Hummelart bleibt das Nest nur noch bis zum Spätsommer bestehen, da Hummeln nicht im Nest überwintern. Wenn eine erneute Ansiedlung im nächsten Sommer von dir nicht gewünscht wird, solltest Du im Herbst das Zugangsloch zum Kasten verschließen.

Gruß, Chris

Vielen Dank Chris das reicht mir schon , zu Wissen das sie nicht hier
überwintern .
Gruss Kurt

schwarze hummel doreen hübl 11.06.2007 19:22

Hallo Leute, ich habe da mal eine Frage, da mir das Netz keine Hilfe bietet.
Dieses Jahr ist mir zum ersten Mal eine Hummel aufgefallen, die absolut schwarz ist. Sie schimmert auch ganz dolle!! Ist etwa so groß wie eine Hornisse, fliegt aber ganz normal Blumen an und ist auch wie jede andere Hummel ruhig und langsam. Wir haben davon 2 Stück im Garten, kann mir irgend jemand sagen wie diese Hummeln heißen, würde mich echt freuen!!
Danke Doreen

Re: schwarze hummel Angelika L. 11.06.2007 19:45
Gib mal das Stichwort Holzbiene ein. Grüße, Angelika
Hummelverhalten Antje 11.06.2007 21:01

Unter unser unfertigen Dachverkleidung haben sich Hummeln eingenistet. Wir haben diese nun fertiggestellt, den Hummeln aber ein Einflugsloch gelassen. Seitdem sitzt jeden Abend eine Hummel davor und vibriert sehr stark mit ihren Flügeln. Was bewirkt sie damit? Kommt eine andere Hummel angeflogen, krabbelt sie kurz zur Seite und lässt sie rein.

Außerdem kann ich nicht recht festlegen, um welche Art es sich handelt. Am ehesten noch Baumhummel, aber die rotbraune Brust fehlt, die ist auch eher schwarz.Oder gibt es bei den Baumhummeln auch noch Unterarten?

Welcher Hummelexperte kann mir weiterhelfen?

Gruß Antje

Re: Hummelverhalten Unbekannt 12.06.2007 02:02

In dieser Nisthöhe sind es wahrscheinlich Baumhummeln. Die Hummel am Eingang versucht die Nesttemperatur durch Fächeln zu senken.

Gruß Hans

Welche Hummelart?? Denise 12.06.2007 15:24

Hallo,

wir haben eine Wohnung über zwei Ebenen mit Südpaterre, also quasi Erdgeschoss und "Keller". Unser Schlafzimmer liegt unten und vor dem Fenster ist ein schräger Wall, mit Efeu bewachsen.
Ich habe vor ein paar Tagen festgestellt, dass ein Hummelbau hinter dem Efeu, also wohl zwischen den Steinen im Erdreich, "errichtet" wurde, da immer wieder einige Hummeln im Grün verschwinden. Wohin, kann ich nicht erkennen.

Kann ich davon ausgehen, dass es sich um eine Erdhummel handelt? Oder leben auch andere Hummelarten in Erdlöchern?

Danke und bester Gruß!

Re: Welche Hummelart?? Chris 12.06.2007 18:17

Hallo Denise,

viele Hummelarten nisten in der Erde, z.B, in einem verlassenen Mäusebau. Am besten kann man Hummeln durch ihr Farbkleid unterscheiden. Die vier hier vorkommenden Erdhummelarten haben zwei gelbe Streifen und der Hinterleib ist weiß. Sie gehören zu den häufigsten Hummeln in Deutschland. Eine weitere verbreitete Art ist die Steinhummel. Sie ist ganz schwarz mit rotem Hinterleib.

Hier gibt es gute Bilder von Hummeln:

www.bombus.de/Arten.aspx
www.wildbienen.de/harten.htm

Gruß, Chris

Re: Re: Welche Hummelart?? Denise 13.06.2007 08:15

Hallo,

danke für die Antwort.
Habe mich gestern Abend mal auf die Lauer gelegt und die Hummeln beobachtet. Es sind höchstwahrscheinlich Helle oder Dunkle Erdhummeln. So genau konnt ichs dann doch nicht sehen.
Anscheinend ist "unser" Hummelvolk auch nicht sehr groß, da z.T. recht viel Zeit zwischen dem Ein- und Ausflug der Tiere vergeht. Bei Bienen kennt man das ja ganz anders.

Lieben Gruß

Re: Re: Re: Welche Hummelart?? Manfred 13.06.2007 08:43

Hallo Chris,

groß ist relativ. Ein Hummelvolk ist bereits groß, wenn es pro Minute mehr als 2 Ein- und Ausflüge gibt. Selbst Erdhummeln mit den größten Völkern kommen auf max. 600 Tiere, gegenüber max. 70-80.000 bei Bienen.

Gruß aus HH
Manfred

Re: Re: Re: Re: Welche Hummelart?? Manfred 13.06.2007 08:44

Sorry, ich meinte natürlich Denise.

Armin - unser Daniel Düsentrieb - ist nicht mehr Alex Schlecht (Bombus-Admin) 12.06.2007 18:00

Liebe Hummelfreunde,

völlig überraschend habe ich heute eine traurige Nachricht per Post erhalten:

Armin Krenz, unser "Daniel Düsentrieb", der so viele gute Erfindungen, Anregungen und Ideen für den Schutz unserer Hummeln hatte ist letzten Sonntag verstorben...

[img:http://www.bombus.dE/img/whoiswho/armin_krenz.jpg|left|Armin Krenz]

Lieber Armin,

wie auch immer es dort aussehen mag wo Du jetzt bist - ich bin mir sicher, daß es für Dich dort ganz viele Hummeln gibt!
Ob Zweiwege-Mottenklappe, Larvensperre, Motten-Blendsperre, Wachsmotten-Falle mit Kleber oder Hummel-Videos - Deine Ideen werden weiterleben. Viele Hummelfreunde haben und werden davon profitieren.

Armin, Dein Erfindungsgeist wird uns - und vor allem den Hummmeln - sehr fehlen.

Mach's gut Armin!!!

Alex
www.bombus.de

Re: Armin - unser Daniel Düsentrieb - ist nicht mehr Stefan Lennertz 12.06.2007 18:35

Mag seinen Nistkasten Marke Blumentopf sehr, er wird bei mir sehr gut angenommen.
Den hat man schnell mal aufgestellt, womit ich vielen Bekannten schnell zu Ihrem eigenen Nest verhelfen konnte.

Schade das der Mann gestorben ist.

Gruß, Stefan

Re: Armin - unser Daniel Düsentrieb - ist nicht mehr Johanna 12.06.2007 19:10
Hallo,

ich habe gerne auf seiner Homepage gestöbert - der Mann war ein Multitalent und an vielen Sachen interessiert. Die Erinnerung an ihn wird bei Leuten wie mir, die ihn persönlich nicht kannten, mit seinen Bauanleitungen weiterleben.

Ich habe früher meinem kleinen Sohn gesagt, wenn er wieder mal eine Häuschenschnecke gerettet hatte: "Wenn du mal als alter Mann stirbst, werden im Himmel tausende von Schnecken warten und zum Herrgott sagen: Der hat mich mal gerettet.

Deshalb haben mich Alex´ Worte für Armin Krenz sehr berührt. Wenn es sowas gibt, werden es bei Armin Krenz werden es sicher auch tausende von Hummelvölkern sein, die für ihn sprechen.

Johanna

Re: Armin - unser Daniel Düsentrieb - ist nicht mehr Frank (BS) 12.06.2007 19:44

Armin Krenz war ein Hummelenthusiast!

Er war sehr innovativ, wenn es darum ging, für die Hummeln etwas Neues zu entwickeln - speziell was Ansiedlung, Nisthilfen und Pflege betrifft.

Er hat einiges bewegt ...

Frank

Re: Armin - unser Daniel Düsentrieb - ist nicht mehr Manfred 12.06.2007 20:52

Armin Ideen waren immer innovativ und kreativ. Er wird fehlen.
Nachdem ich die Nachricht gelesen habe ist auch die Freude über eine gerade im Garten gemachte Entdeckung getrübt - der Nestgründung einer veränderlichen Hummel.

Armin mach´s gut, deine Ideen werden uns an dich erinnern.

Manfred

Re: Armin - unser Daniel Düsentrieb - ist nicht mehr Harry 12.06.2007 22:59

Das es nun so schnell geht, habe ich nicht gedacht. Wir hatten in seiner schweren Zeit mehreren e-mail Kontakte und er verfolgte dieses Forum immer mit großem Interesse ohne in letzter Zeit selber Beiträge zu schreiben. Zum Glück durfte ich ihn vor zwei Jahren persönlich kennenlernen. Er hatte tolle Ideen und wusste sehr viel über Wachsmotten, die den Hummeln ans Fell bzw. ans Nest wollten. Wir experementierten beide mit Wachsmottenklappen und tauschten unsere Erfahrungen aus. Er war ein echter Daniel Düsentrieb, denn kaum hatte er eine Idee umgesetzt, war schon die nächste da.
Er war noch voller Ideen und Hoffnung, aber ihm blieb nicht die Zeit sie umzusetzen.

Harry Abraham

Re: Armin - unser Daniel Düsentrieb - ist nicht mehr Harald 12.06.2007 23:48

Hallo,

ich habe schon im zweiten Jahr seine Mottenklappe Variante 6 im Einsatz, die Armin für mich angefertigt hat.

Schade, er hat mir alle Fragen immer beantworten können und Mottenlarven gab es seitdem auch nicht mehr. Die Erdhummeln danken es ihm!

Seine Ideen leben aber weiter:
http://www.arminkrenz.de/
unter "Hummeln" und "Entwicklung der Zweiweg-Mottenklappe"

Grüsse
Harald

Re: Armin - unser Daniel Düsentrieb - ist nicht mehr Angelika L. 13.06.2007 11:30

Diese Nachricht macht mich sehr betroffen. Ich hatte vor Weihnachten den letzten, sehr netten, Kontakt, er hatte mir zwei Wachsmottenklappen geschenkt. Ich habe nicht gewußt, dass er krank ist. Ohne Worte, Angelika

Re: Armin - unser Daniel Düsentrieb - ist nicht mehr Ingrid 14.06.2007 18:32

Ich bin traurig, denn die Hummeln haben nun einen Freund auf Erden weniger ....

Er wird vielen Hummelfreunden fehlen ....

Ingrid

Re: Armin - unser Daniel Düsentrieb - ist nicht mehr Marcel 15.06.2007 21:34

Lieber Armin ich werde dich und deine tollen Erfindungen vermissen. Du fehlst allen hier schon jetzt. Diese Nachricht macht mich tief betroffen. Wir werden deine Ideen weiter leben lassen und dich als Naturfreund in Erinnerung halten.

Marcel