Beiträge aus 2005

Anlocken von Hummelköniginnen durch gebrauchtes Nestmaterial? Dr. Melanie von Orlow 06.04.2005 21:16

Liebe Hummelgemeinde,
eine Beobachtung lässt in mir den Verdacht keimen, das gebrauchtes Nistmaterial vom Vorjahr förderlich für die passive Besiedlung ist.

Die Beschreibung meiner Beobachtung findet ihr unter

http://www.hymenoptera.de/html/index.php?name=PNphpBB2&file=viewtopic&p=86#86

Jemand Ähnliches erlebt oder schon mal was getestet dazu?

Grüße
Melanie

Re: Anlocken von Hummelköniginnen durch gebrauchtes Nestmaterial? Alex (Bombus-Admin) 07.04.2005 08:56

Hallo Melanie

(den Doktor darf ich weglassen, gell?).
Schön von Dir hier zu hören.

Ich denke schon, daß gebrauchtes Material durch den Duft dazu führt, daß Hummeln sich schneller heimisch fühlen. Schließlich ist es in der Natur oft ja auch so, daß die Rückkehrer am alten Platz siedeln.

Aber ist das sinnvoll? Schließlich befindet sich im alten Material möglicherweise noch zahlreiche Schädlinge???
Was meinst Du?

Alles Gute,

Alex

Re: Re: Anlocken von Hummelköniginnen durch gebrauchtes Nestmaterial? Dirk 07.04.2005 10:09

Hallo Alex,

Aber ist das sinnvoll? Schließlich befindet sich im alten Material möglicherweise noch zahlreiche Schädlinge???

Die gleiche Frage hab ich mir auch schon gestellt. Ich glaube wenn man eine überschaubare Anzahl von Wabenresten in die Nester legt und diese genau auf Schädlinge oder Schimmel untersucht, kann man sich eigentlich sicher sein das man dem neuen Hummelvolk keinen Schaden zufügt. Ich werde nächstes Jahr mal den Versuch starten und bin aufs Ergebnis gespannt.

Gruss Dirk

Re: Re: Re: Anlocken von Hummelköniginnen durch gebrauchtes Nestmaterial? Dr. Melanie von Orlow 07.04.2005 11:14

Meine Idee dazu wäre: einfach ab in den Tiefkühler. Einfach den Winter über bei -18°C halten und das überstehen m.E. die wenigsten Schädlinge. Und zudem bin ich mir auch nicht ganz so sicher, wie umfangreich diese Belastung ist. Von den Milben weiß man, daß sie gezielt zu den jungen Königinnen überwechseln und das Nest damit verlassen.
Denke, daß da nicht mal mehr soviel bleibt und daß das durch so eine Kältebehandlung bestimmt draufgeht. Das Gute aber: Geruchsstoffe, zumeist Lipide und andere Kohlenwasserstoffe, bleiben unter solchen Bedingungen gut erhalten.

Aber Ausprobieren ist angesagt!

Melanie
www.hymenoptera.de

Aggressive Steinhummeln? Cara-Antonietta 07.04.2005 05:47

Ein freundliches Hallo an alle Hummel-Liebhaber,

zu den Hummel-Liebhabern gehöre auch ich, achte bei meiner Garten- und Balkonbepflanzung auch stets auf Hummeltracht-Pflanzen, die immer in Hülle und Fülle sowie Vielfalt vom Frühjahr bis Spätherbst vorhanden sind.

Angst habe ich bisher vor den niedlichen Fliegern nicht gehabt, sie stets gern an und in den Blüten beobachtet und aus nächster Nähe fotografiert.

Meist habe ich bisher Erd- und Gartenhummeln als Besucher gehabt.

Nun fällt mir seit einigen Tagen zum ersten Mal eine sehr große dunkle Hummelart mit rotem Hinterleib auf, die ich dank dieser sowie der Wildbienen-Seite ganz sicher als Steinhummel bezeichnen würde.

Allerdings sind diese Tierchen meist viel mehr damit beschäftigt, den Boden abzufliegen als sich über meine Frühjahrsblüher wie u.a. Krokusse, Hyazinthen und Traubenhyazinthen herzumachen.
Darüberhinaus fliegen sie mich auch an und verfolgen mich regelrecht, wenn ich mich im Garten bewege.

Auf dem Balkon hatte ich gestern eine, die mich sogar in die Wohnung verfolgte und ich hatte große Mühe, die Kleine irgendwie wieder nach draussen zu "befördern", bevor mein Kater die Verfolgung aufnehmen konnte.

Irgendwie scheinen mir diese bisher gesehenen Tierchen auch aggressiv zu sein oder sehe ich das nur so, weil meine bisherigen Hummelbekanntschaften sich alle viel mehr für meine Blüten interessierten als für mich selbst?

Sollte ich aber Recht haben, kann es zu Stichen kommen und kann ich das irgendwie verhindern?

Liebe Grüße,

Cara-Antonietta

Re: Aggressive Steinhummeln? Alex (Bombus-Admin) 07.04.2005 08:53

Hallo Cara-Antonietta,

keine Angst, die Hummeln werden bald Interesse an Deinen Blüten haben. Jetzt suchen sie erst einmal einen Platz, um ein Nest zu gründen. Dabei sind die Kleinen durchaus sehr neugierig und untersuchen alles, ob es sich für ein Nest eignet. Dabei kann es schon vorkommen, daß sie auch ins Haus fliegen.

Diese Phase wird in einigen Wochen abgeschlossen sein, dann haben sie nur noch Interesse an Deinen blüten.

Hummeln können zwar stechen, tun dies aber nur im Notfall. Also wenn Du ein Nest bedrohst oder eine Hummel (unbeabsichtigt) drückst. Einen "fliegenden Angriff" unternehmen sie nur, wenn Du das Nest bedrohen würdest.

Ein Hummelstich ist nicht schlimmer als ein Bienenstich - eigentlich sogar ein bischen weniger schlimm, weil die Hummel den Stachel wieder rauszieht. Daher kommt weniger Gift in die Haut. Ein Hummelstich ist relativ harmlos - es sei denn man ist alergisch oder wird im Hals etc. gestochen.

Stiche kühlt man erst einmal - dann kann man mit homöopathischen Mittelchen (Aspis) was dagegen tun.

Meine Hummelstiche (in 7 Jahren wurde ich genau 2mal gestochen) vergingen jedoch stets ohne Behandlung- hat nur ein wenig lästig gejuckt.

Alles Gute,

Alex

Re: Re: Aggressive Steinhummeln? Cara-Antonietta 08.04.2005 14:29

Hallo Alex, Stefan und Susanne,

vielen lieben Dank für Eure Antworten!

Hatte mir das eigentlich auch schon gedacht, mit der Suche für den Nestbau, aber sicherheitshalber mal hier nachgefragt, und bin nun auch deutlich beruhigt :-)

Werde also weiter machen mit den Aussaaten meiner Hummeltracht-Sommerblüher und auf ein Hummel-reiches Jahr, egal ob Stein- oder andere Hummeln, hoffen :-)

Nochmals vielen Dank und einen ganz lieben hummeligen Gruß

von

Cara-Antonietta

Re: Re: Aggressive Steinhummeln? Jens Heuwinkel 17.06.2005 22:05

Hallo Alex,

ich habe gerade Deine Antwort auf Caras Brief gelesen und habe ein paar Fragen. Ich weiß nämlich nicht mehr was ich machen soll und möchte nicht zu Killermitteln greifen.

Wir ziehen gerade in ein Haus ein, das auf der einen Seite mit Schieferplatten oder so verkleidet ist. Offensichtlich ist am unteren Ende der Eingang zu einem Hummelnest. Vorgestern spielte meine Tochter im Garten, etwa 2-3 Meter vom Nest entfernt, als sie plötzlich direkt von einer Hummel im gesicht attackiert und in den Hals gebissen oder gestochen wurde. Das Gleiche ist uns heute wieder passiert. Diesmal wurde einen Freundin(Erwachsene) direkt über dem Auge gestochen oder gebissen. Mehrere Leute, die im Garten waren wurden attackiert.
Wir sind keine Leute, die Hummeln zum ersten Mal begegnen, aber alle hatten nach dieser Attacke eher den Eindruck in einem Film von Hitchcock mitzuspielen. Diese attacken erinnern doch sehr an "Die Vögel". Oder ist das für Hummeln normal? ich habe so etwas noch nie erlebt, auch nicht bei Bienen und bin auf dem Land mit ner Bienenzucht aufgewachsen. Danke für Deine Antwort und beste Grüße

Jens

Re: Aggressive Steinhummeln? Stefan Lennertz 07.04.2005 12:37

Schönen Gruß,

von Agressivität kann man auch bei den Steinhummeln nicht sprechen, dass kann ich aus Erfahrung sagen.
Generell ist mir an ihrem Verhalten nicht der geringste Unterschied zu den von Dir ebenfalls beschriebenen Hummelarten aufgefallen.

Wahrscheinlicher ist eher das dieses Verhalten auf die eigenarten bei der Nestsuche zurückzuführen sind.

Gruß,
Stefan

Re: Aggressive Steinhummeln? susanne 07.04.2005 13:05
Hallo Cara-Antonietta,

in meinem Garten suchen die Steinhummeln bevorzugt an Plätzen mit Steinen, an Mauern etc. nach einem Neststandort. Vielleicht suchen Sie bei Dir deswegen den Balkonboden ab. Eine Verfolgung von Personen hatte ich hier bisher nicht, sie sind wahrscheinlich einfach nur neugierig gewesen, anders kann ich es mir nicht erklären. Wenn sie dich hätte stechen wollen, hättest Du das sicher gemerkt.
Ich hatte letztes Jahr ein Steinhummelnest und habe öfters am offenen Nest gearbeitet. Sie waren selbst dabei sehr friedlich.
Grüße Susanne

Re: Aggressive Steinhummeln? Moni 09.04.2005 19:09

Hallo Cara,
du musst keine Angst haben. Ich habe so eine Hummel selbst schon einmal beobachtet und weiß, dass sie nichts tut.

Viele Grüße,
Moni

So viele Erdhummeln... Marcus 07.04.2005 11:47

... und keine findet unseren Nistkasten!
Nachdem mein Schatzi schon immer begeistert Hummeln beobachtet, habe ich im letzten Jahr einen Hummelkasten gebastelt (Bombus.de und hymenoptera.de haben mir sehr bei meinem Vorhaben geholfen - an dieser Stelle ein dickes DANKE an die Admins für die Bereitstellung all dieser wertvollen Informationen).

Der Kasten ist nun aufgestellt und bereit für eine Königin. In den Letzten 2 Wochen suchten auch irre viele Erdhummelköniginnen mit kreisenden Tiefflügen nach geeigneten Nistgelegenheiten - eine wollte sich sogar in eine Ritze zwischen zwei Platten unserer Terrasse quetschen, obwohl diese nur ca. halb so breit war wie sie selbst - überall im Steingarten und in der näheren Umgebung wird gesucht.
Nur der Nistkasten wird nicht gefunden. So manche Hummel kam schon sehr nahe an den Eingang heran, aber eben nicht hinein.
Ich habe zwar gelesen, daß man Sie vorsichtig einfangen könnte, wenn sie in diese "pseudo-" Löcher krabbeln und wieder herauskommen, aber das traue ich mir ehrlich gesagt nicht, weshalb ich lieber auf unser Glück vertraue, daß sich doch mal eine in den Kasten verirrt und ihn ganz toll findet.

Habt Ihr vielleicht noch Tips, was ich machen könnte, um es den Lady's schmackhafter zu machen?

PS: Ich finde das immer irrsinnig komisch, wenn die Hummeln mich untersuchen, ob nicht doch irgendwo an dem dicken Ding da vor sich etwas "reinkrabbelmäßiges" versteckt.

Viele Grüße aus Hamburg
Marcus

Re: So viele Erdhummeln... susanne 07.04.2005 13:13
Hallo Markus,

Du kannst die große Klappe vorne offen lassen und das Loch noch mit schwarzer Farbe (z.B. Wachsmalkreide) umranden. Dann sieht es mäusemäßiger aus.
Ich habe auch gute Erfahrungen mit etwas Mäusestreu gemacht. Letztes Jahr war in einem Kasten zunächst eine Mäusefamilie eingezogen. Nach der Zwangsräumung haben die Hummeln diesen Kasten sofort selbst gefunden, obwohl nur ein kleines Seitenloch offen war.
Benutzte Mäusestreu bekommst Du in Tierhandlungen, die Mäuse verkaufen, Du brauchst nur eine kleine Hand voll Streu.

Und ansonsten, trau Dich ruhig, eine zu fangen, für die Hummel ist das viel dramatischer als für Dich. Wie mans richtig macht ist ja bei den von Dir genannten Hotlines supergut beschrieben.

Viel Erfolg,
Susanne

hatte was vergessen .... susanne 07.04.2005 13:16
Leg ein Brettchen oder einen Stein vor dem Eingang schräg vom Boden aus an. Wenn sie über den Boden im Schwirrflug suchend unterwegs sind werden sie sanft nach oben geleitet, vor den superdunklen, nach Mäusestreu duftenden Eingang, welche Hummel würde dann noch widerstehen......
Hummeln in Blüten Macilg 07.04.2005 12:15

Hallo und guten Tag,

vor ca. 4 Wochen haben wir in unserem Garten Hummeln beobachtet, die sich für etwa eine Woche in Krokusblüten ein Nachtlager suchten. Wir haben davon auch Fotografien gemacht. Bestünde hier Interesse an den Fotos? Ich würde sie der website dann als .jpg zukommen lassen.

Grüße
MacIlg

Nistkasten Harry 08.04.2005 08:25

Hallo Hummelfreunde,
habe dieses Jahr zum ersten mal versucht einen längeren Zugang zum Nestinneren zu bauen. Das heisst die Distanz vom Eingang bis zum Nestinneren beträgt gut einen Meter. Meisst hat man ja nicht so viel Platz und so hab ich dieses flexible Elektrorillenrohr in schwarz, um den Innenkasten herumgelenkt, dann durch die Wachsmottenfalle zur Anflugplattform.
Die Einsetzversuche der dunklen Erdhummel hat bei 4 Kästen direkt beim ersten mal geklappt. In den vergangenen Jahren klappte es erst beim vierten oder fünften Versuch.
Vielleicht an dieser Stelle nochmal ein Hinweis für Hummelfreunde, die sich mit der Handfangmethode auch nicht anfreunden können.
Seit ca. 25 Jahren fange ich die Hummeln bei der Nestsuche mit einem Glas ein und setze sie von oben in den Nistkasten. Das ganze sollte aber nicht länger als zwei Minuten dauern. Es ist Stressfreier für mich und für die Hummel und der Erfolg der Ansiedlung hat bis jetzt immer geklappt. Die Baumhummeln finden jedes Jahr alleine zurück und brauchen keine Hilfestellung.
Ich hab den Eindruck das es dieses Jahr besonders viele Hummelkönigen gibt.
Wünsche allen Hummelfreunden ein interessantes Hummeljahr :-))

Re: Nistkasten Alex (Bombus-Admin) 08.04.2005 10:22

Hallo Harry,

schön von Dir zu hören!

Wenn ich recht verstehe dann setzt Du die Hummel direkt von oben in die Polsterwolle?

Wie stellst Du dann bei einem so langen Zugangsweg sicher, daß die Hummel auch wieder herausfindet?

Und was für eine Wachsmottensperre verwendest Du?

Ich fange die Hummeln seit über 10 Jahren mit folgender Methode:

Ich verwende eine Pappröhre, wie Sie beim Schwegler Nistmaterial dabei ist - aber es geht auch jede andere, stabile Röhre. Das eine Ende ist mit durchsichtiger Folie verschlossen. Finde ich eine Hummel auf Nestsuche, die sich gerade am Boden befindet, stülpe ich vorsichtig die Röhre über sie - ggfs. mit den Händen eine Art Trichter bildend. So fällt das Licht nur noch durch die Röhre auf die Hummel und wenn sie den untersuchten Platz verlassen will marschiert sie unweigerlich auf das Ende der Röhre zu und wird von der Folie gestoppt.

Nun verschließe ich schnell das andere Ende mit Moos - die Hummel ist gefangen. Beim Transport zum Nitkasten verdunkle ich das Ende mit der Folie, damit die Hummel keine Panik bekommt.

Am Nistkasten lasse ich wieder Licht rein - die Hummel bleibt an der Folie. Ich kann nun in Ruhe das Moos entfernen, das nun offene Ende der Röhre an den Nistkasten halten. Der einzige Ausweg ist jetzt also in das Inntere des Nistkasten. Nun verdunkle ich das Ende mit der Folie wieder.

Alles was ich jetzt noch brauche ist Geduld! Die Hummel wird mit der Zeit einen anderen Ausgang suchen und so ins Innere des Nistkasten krabbeln. Sicherheitshalber entferne ich nach einiger Zeit die Folie und schiebe langsam mit Moos nach, bis sicher ist, daß keine Hummel mehr in der Röhre ist.

Dann entferne ich die Röhre, damit die Hummel wieder ins Freie kann. Meistens klappt die Ansiedelung auf diese Weise recht gut und nach 10-15 Minuten kehrt die Hummel aus dem Nistkasten zurück.

Nur wenn die Hummel beim fangen beunruhigt wurde kommt es nicht zur Besiedelung.

Soweit meine Methode. Ich finde sie kommt der natürlichen Ansiedelung ziemlich nahe....

Alles Gute,

Alex

Nistkasten Harry 08.04.2005 12:27

Hallo Alex,
ja ich setze sie direkt von oben auf die Polsterwolle. Die Glasränder sind ja sehr glatt und sie rutscht ja automatisch nach unten. Wenn sie einmal Kontakt mit der Polsterwolle hatte, bleibt sie auch ruhig drauf sitzen. Es gehört ein bisschen Übung dazu. Alles andere dauert meiner Erfahrung nach zu lange. Aber ganz ängstliche können ja auch das kleine Glas fürs erste mit drin lassen und es entfernen wenn die Hummel das Nest verlässt.
Hab auch Deine Methode des Einsetzens öfter probiert…… leider war das für die Hummeln immer stressiger und die Fluchtversuche viel öfter.

Ich glaube auch von Dir gelesen zu haben, dass Du ca. 10 Versuche benötigst bis es klappt.
Oder hab ich das falsch in Erinnerung?
Aber ich glaube hier sollte jeder selbst seine Erfahrungen sammeln.

Also sicherstellen das die Hummeln wieder raus finden ist halt nur durch Beobachtung möglich. Hatte erst auch Bedenken, aber die Hummeln sind so clever, das bis jetzt keine drin geblieben ist.
Als Wachsmottensperre benutze ich die 30° doppelte Schrägsitzklappe. Allerdings nicht wie bei Armin Krenz mit einem Scharnier, sondern hängt die Klappe einfach an zwei gebogenen Stiften, so das keine Reibung und Schwergängigkeit entsteht.

Es fallen einem ja immer wieder Verbesserungen und Neuerungen ein. Ganz wichtig ist wohl die Belüftung, damit sich kein Schwitzwasser und Schimmel bildet. Dieses trifft besonders bei Nisthilfen im Erdreich zu, aber auch für nachgebaute Schwegler Kästen. In den Deckel des Innenkastens schneide ich ein 100mm rundes Loch und klebe Metallgaze rein, so das Feuchtigkeit gut entweichen kann. Anfangs muss es natürlich abgedeckt sein. Kunststoffgaze wird von den Hummeln durchgebissen und ist nicht so gut geeignet. Voriges Jahr hab ich beobachtet das Wachsmotten durch den Nestgeruch angelockt und auf der Gaze rumkrabbelten. Werde dieses Jahr einen Klebering um dieses Lüftungsloch legen, mal sehen wie viele Wachsmotten fest hängen, denn ich weiß nicht, ob sie auch Eier an der Gaze ablegen können. Jaja die lieben Wachsmotten :-)) …was macht man nicht alles damit die Hummelnester nicht zerstört werden.
Viele Grüße
Harry

Re: Nistkasten Alex (Bombus-Admin) 08.04.2005 13:01

Nochmal ein Hallo an Harry,

ich denke auch, daß jeder "seine" Methode finden muß. Auch das Fangen von Hand hat schon einmal recht gut geklappt - wobei es mir dabei stets recht schwer fällt, die Hummel dann in den Kasten zu setzen.

Es stimmt, früher habe ich von 10 Fänge nur eine erfolgreich angesiedelt - mittlerweile schaut die Quote besser aus. Heuer hat's gleich beim erstenmal geklappt! Das liegt vermutlich an der Folie die ich früher nicht verwendet habe. Da war es ganz dunkel und die Hummel war beim einsetzen in den Kasten oft schwups wieder weg. Aber auch die Übung im Laufe der Jahre wird das ihrige dazu beitragen.

Dein langer Eingangs-Weg sieht vermutlich so ähnlich aus wie in Horst's neuer Wachsmottensperre (externer Link, nicht mehr verfügbar)beschrieben aus. Wenn ich mehr Zeit zum basteln hätte...

Ja, die Wachsmotten... Wenn Du mal eine interessante Abwehrmethode erfunden hast melde Dich bitte :)

Alles Gute,

Alex

Re: Re: Nistkasten Michel 09.04.2005 22:47

Ich benutze immer die "Handfangmethode" und habe damit eine recht gute Quote. Zudem kann man so die Tiere auch nicht verletzen (das würde man sofort merken :-)

@Alex: Hat sich deine Steinhummel schon wieder bei dir eingefunden?
War heute ja wirkliches Mistwetter draußen. Nur einige kälteresistentere Arten wie Erdhummeln oder meine Wiesenhummel haben sich rausgetraut, um Nektar einzutragen. Da ja mittlerweile auch Brut vorhanden ist, haben diese Königinnen wohl auch keine andere Wahl.

Viele Grüße
Michel

Re: Re: Re: Nistkasten Alex (Bombus-Admin) 11.04.2005 17:41

Hallo Michel,

ja, die Steinhummel ist wieder zurückgekommen! Allerdings ist bei uns auch ein echtes Sauwetter und ich habe nichts mehr von ihr zu sehen bekommen. Ich hoffe sie übersteht den Kälteeinbruch gut...

Servus,

Alex

Sc Achim 08.04.2005 15:46

(leerer Beitrag)

Sc Achim 08.04.2005 15:46

(leerer Beitrag)

Was fressen Hummeln? Achim 08.04.2005 15:51

Hallo, ich bin neu hier und habe seit Tagen vor meinem Fenster im ersten Stock mehrere Hummeln. Jetzt habe ich gerade (15.30 Uhr) eine sehr große Hummel in meinem Zimmer gefunden, die allerdings sehr schwach ist. Ich setzte sie vors Fenster, aber sie fliegt nicht weg. Dann habe ich sie gerade bei uns auf dem Rasen abgesetzt, dort ist sie seit 15 Minuten immer noch an der selben Stelle. Ist es vielleicht schon zu kalt für die Hummel, oder sollte ich ihr etwas zu fressen geben? Falls ja was? Bis bald
Achim ( AchimHehemann@gmx.de )

Re: Was fressen Hummeln? Stefan Lennertz 09.04.2005 13:41

Hallo,
grundsätzlich kann man Hummeln in kalten Tagen wie diesen Zuckerlösung zum Aufpeppeln geben. 1/3 Fruchtzucker, Zucker, und lauwarmes Wasser zum aufösen. Nimm die Hummel über das Blatt auf dem sie gerade sitzt in die Hand, einen Tropfen Lösung daneben, und abwarten. Sie wird ihn finden und aufnehmen. Evtl. fliegt sie dann ab. Falls nicht, setze sie wieder zurück auf eine Blüte, wenn möglich etwas geschützt vor Regen und Wind.

Gruß,
Stefan

Re: Was fressen Hummeln? Moni 09.04.2005 19:12

Hallo Achim,

du musst den Hummeln folgende Zuckerlösung geben.
1 Teil Zucker
1 Teil Fruchtzucker
1,5 Teile Wasser

das kannst du dann in einen Legostein füllen.
Bei mir hat es aber auch mit einer Hyazinthe gereicht. Ich habe mir einen Besen genommen (bin selbst noch nicht so erfahren) und habe sie dadrauf krabbeln lassen. Damit habe ich sie auf eine Hyazinthe befördert. Später ist sie dann weggeflogen.

Viele Grüße,
Moni

Hummelkasten Wolfgang-R 09.04.2005 17:21

Hallo Hummelfreunde,
bin eurer Empfehlung nachgekommen und habe mir einen Hummelnistkasten bei bienenhotel.de bestellt.
Bin nur gespannt, ob das Aufstellen für dieses Jahr noch rechtzeitig...
Die Pendelklappe gg. die Wachsmotte werde ich mir jedenfalls mal einbauen.
Viele Grüße
Wolfgang Rutkies

Re: Hummelkasten Alex (Bombus-Admin) 09.04.2005 19:58

Hallo Wolfgang,

keine Angst, es kommen noch die "späten Hummelarten". Zumindest hier in Oberbayern waren bisher nur Erdhummeln unterwegs und vereinzelt Steinhummeln.

Eine Wiesen oder Ackerhummel habe ich z.B. noch gar nicht gesehen. Es wird also schon noch klappen mit der Ansiedelung, wenn der Kasten bald kommt.

Viel Freunde damit,

Alex

Hummelansiedlungen Johann Wiedl 09.04.2005 19:04

Insgesamt 13 Nistkästen sind bis jetzt bei mir im Hausgarten und zwei Aussenstellen besetzt. Dunkle und Helle Erdhummeln, 1 Baumhummel, 1 Ackerhummel, eine Wiesenhummel und eine Steinhummel sind die Mieter. Fünf Königinnen haben sich selbst angesiedelt. Durch das schlechte Wetter der letzten Tage läßt die Ansiedlung der Steinhummeln zu wünschen übrig.

Hans Wiedl 46446 Emmerich am Niederrhein

Blumen im Nistkasten Moni 09.04.2005 19:13

(leerer Beitrag)

Schnee und Ausflüge Michel 09.04.2005 20:07

Trotz der heutigen Temperaturen von gerade mal 1 °C (und Schneefall) flog meine Wiesenhummel immer wieder zu kurzen Sammelflügen aus. Sie ist jedoch jedesmal schon nach wenigen Minuten wieder zurückgekehrt. Anscheinend ist bereits Brut vorhanden, die gewärmt werden muss. Durch das kalte Wetter ist bisher noch keine Steinhummelkönigin vom Vorjahr zu mir zurückgekommen. Aber nächste Woche soll es ja wieder schöner werden, bis 15 °C. Dann werden sicher auch meine Steinhummeln wieder ihre Nistkästen beziehen.

Viele Güße
Michel

Re: Schnee und Ausflüge Moni 11.04.2005 16:30

Hallo Michel,

das mit der Wiesenhummel ist ja schön. Ich hoffe für dich, dass auch ein paar Steinhummeln kommen. Ìn welchem Bundesland lebst du denn?

Viele Grüße,
Moni

Re: Re: Schnee und Ausflüge Alex (Bombus-Admin) 11.04.2005 17:45

Hallo Moni,

Michel ist ein echter Sachse:

über Michel (externer Link, nicht mehr verfügbar)

Alles Gute,

Alex

Polsterwolle und Huskyfell (Unterwolle) socky 10.04.2005 15:21

Im letzten Jahr hatte ich in diesem Forum gefragt, ob jemand Erfahrungen mit Huskyunterwolle zur Nestauspolsterung gemacht hat. Es hatte sich keiner gemeldet. Ich habe es in diesem Jahr ausprobiert. Mit der Unterwolle, die schön fein und nicht sehr fettig ist, habe ich drei Schweglernistkästen ausgepolstert. Die Abdeckung des Nestes habe ich mit der üblichen Polsterwolle vorgenommen. Ein voller Erfolg. Alle Nistkästen sind besiedelt und meine Nachbarn, die Huskyhalter, freuen sich über meine Bürstaktivitäten.

Bei zwei Nistkästen weiß ich allerdings noch nicht, wer da wohnt. Habe gerade eben erst festgestellt, dass sie vergeben sind.

In einem meiner Schweglerkästen kämpfe ich seit 1,5 Wochen mit einer uneinsichtigen Spitzmaus. Kaum hatte ich das Nest hergerichtet, war sie über Nacht drin und hat erhebliche Umgestaltungen vorgenommen. Ich war es leid und hatte den Schieber bis auf einen kleinen Schlitz geschlossen. Habe gerade festgestellt, dass sie den inzwischen wohl wieder aufgeschoben hat. Wollte sie gerade mal wieder zum Umzug bewegen und habe den Kasten geöffnet. Totales "Möbelchaos" drin und Mäusedreck, roch auch unangenehm. Allerdings, als ich am Nest rüttelte, um sie zu verscheuchen, sirrte es heftig. Ich habe keine Ahnung, ob da jetzt beide drin wohnen. Habe den Kasten sofort wieder geschlossen und die Schieberöffnung wieder verkleinert. Das zeigt mir aber auch, dass so toll das Nest anscheinend auch nicht aussehen muss, um besiedelt zu werden.

Neben zwei unbekannten Bewohnern habe ich noch eine Wiesenhummel im Schweglerkasten und eine Steinhummel im Vogelnistkasten. Beide haben sich ohne meine Hilfe angesiedelt. Allerdings bin ich von der Steinhummel im Vogelnistkasten nicht sehr begeistert, das dürfte eng werden.

MfG

Gaby

Re: Polsterwolle und Huskyfell (Unterwolle) Balthasar 10.04.2005 17:54

herzliche Gratulation! Bekannte von mir haben auch guten Ansiedlungserfolg mit Pferdehaaren!

Eine Hummel und eine Spitzmaus in einem Kasten geht nicht gut. Spitzmäuse fressen Hummeln, Hummelstich für Spitzmäuse ist tötlich! Wie das wohl ausgehen mag?
L.G. Balthasar

Re: Polsterwolle und Huskyfell (Unterwolle) Moni 11.04.2005 16:33

Hallo socky,
herzlichen Glückwunsch! Wie heißt denn der Hasky von deinen Nachbarn? Ich interrissiere mich halt auch sehr für Hunde. Ist er leicht zu halten? Schwer erziehbar? Kümmerst du/sie dich manchmal um ihn? Ich würde mich über eine Antwort freuen, da ich mir bald selbst einen Hund zulegen möchte.

Viele Grüße,
Moni

Grüße in dieRunde Lothar Haag-Schäfer 12.04.2005 08:53

Hallo zusammen. Die ersten wärmeren Frühlingstage mit Hummelflügen.Plötzlich begann die Hummeln mich zu interessieren. Durch Zufall (und nach gezielter Suche ) bin ich auf die Homepage von Alex gestoßen, mit dem ich mich schon ausgetauscht habe. Ich grüße Euch alle, und ich denke, daß ich gelegentlich mit meinen Laienfragen im Forum auftauche.

Gleich die erste Frage: Ich habe einen Hummelkasten gebaut, den ich nach Rücksprache mit Alex noch ein bißchen umstricken muß. Mein Kasten steht in Westrichtung in leichtem Halbschatten.Gibt es bevorzugte Aufstellplätze?
Höhe, Himmelsrichtung ?

Alex, danke für alles.

Grüße
LOTHAR (Großrosseln bei Saarbrücken; ganz nahe der französischen Grenze)

Re: Grüße in dieRunde susanne 12.04.2005 10:23
Hallo Lothar,

Halbschatten ist schon gut, wichtig ist, dass die Mittagssonne nicht drauffällt, denn das größte Problem für die Hummeln ist im Sommer die Überhitzungsgefahr.
Ähnlich wie Vögel lieben Hummeln einen Eingang Richtung Ost oder Südost. Der Sonnenaufgang wird so wahrscheinlich besser wahrgenommen oder vielleicht mögen die Mädels auch einfach morgens die lahmen Glieder in die Sonne halten bevor es ans Nektarsammeln geht.
Zur Aufstellhöhe gibt es hier im Forum unterschiedliche Ansichten. Viele stellen die Kästen etwas erhöht auf, auf Getränkekistenhöhe etwa. Ich hab das probiert und finde es optisch im Garten nicht so gelungen. Außerdem haben meine Hummeln die Kästen leichter rein gefunden, wenn sie direkt auf dem Boden stehen. Ich habe allerdings auch unverwüstliche Schweglerkästen.
Grüße
Susanne

hummel torsten 12.04.2005 10:36

hallo,

komme aus wien und habe meinen hummelkasten heuer das erstemal aufgestellt und vor zwei wochen erfolgreich eine hummelkönigin eingesetzt. sie dürfte auch schon mit der brutpflege begonnen haben da ihre ausflüge seltener geworden sind.

jetzt möchte ich im nest nachschauen ob wachsmotten bzw. kuk-hummeln vorhanden sind.wie verhalte ich mich wenn ich den deckel vom nest öffne und mit was muß ich rechnen(angriff).

zu dem möchte ich nächstes jahr einen zweiten kasten aufstellen diese stelle ist in mitten von pfefferminze, da diese recht intensiv duftet würde ich gern wissen ob dieser platz geeignet ist.

danke für eure antworten.

schöne grüsse aus wien

torsten

Re: hummel Angelika L. 12.04.2005 12:13
Hallo Torsten,

auf keinen Fall solltest du den Hummelkasten jetzt schon öffnen. Es könnte sein, daß du die Königin damit verärgerst und sie ihren Nistplatz aufgibt. Wenn überhaupt, dann erst wenn Arbeiterinnen vorhanden sind und die Königin nicht mehr ausfliegt.
Eine Wachsmottengefahr oder eine Gefahr durch Kuckuckshummeln bestehen zur Zeit sicherlich noch nicht, dazu ist es noch zu früh.
Ein Standplatz zwischen Pfefferminz ist durchaus geeignet, er sollte nur schattig bis halbschattig sein.
Grüße, Angelika

Re: hummel susanne 12.04.2005 15:51

Hallo Torsten,
Hummeln lieben Pfefferminze, zumindest die Steinhummeln in meinem Garten.
Wachsmotten und Kuckuckshummeln warten erst ab, bis sich die Einsiedlung im Nest lohnt, also bis auch ausreichend Wachstönnchen bzw. Arbeiterinnen da sind. Das dauert noch ein paar Wochen.
Solltest Du dann eine Kuckuckshummel vorfinden, steht die übrigens genauso unter Schutz wie die ursprünglich eingezogene Hummelkönigin. Also bitte nicht raussetzen, bekämpfen oder gar umbringen.
Kuckuckshummeln sind meiner Meinung nach für einen echten Hummelfreund eine Bereicherung, auch wenn die "Ersthummel" einem vielleicht leid tut.
Viele Kuckuckshummeln sind zudem seltener und gefährdeter als ihre Wirte, auch im Sinne des Artenschutzes stellt sich die Frage einer Bekämpfung also eigentlich gar nicht.
Es sei denn man hat im Kasten eine wirklich vom aussterben bedrohte, sehr seltene Art, die ganz besonderen Schutzes bedarf. Aber das trifft für die üblichen Erd-, Stein-, Acker- & Co. Hummeln sicher nicht zu.
Viel Glück mit Deinem Kasten
Susanne

Re: Re: hummel Dirk 12.04.2005 22:19

Hallo Susanne

Kuckuckshummeln sind meiner Meinung nach für einen echten Hummelfreund eine Bereicherung, auch wenn die "Ersthummel" einem vielleicht leid tut

Da kann ich Dir nur Recht geben, "meine" Steinhummel wurde letztes Jahr von einer Felsenkuckuckshummel erdolcht. Ist zwar nicht so einfach seine Emotionen unter Kontrolle zu halten wenn man die getötete Hummelkönigin im Kasten findet. Aber ich habe mich schnell beruhigt und mich über die imposante Felsenkuckuckshummel als Untermieter erfreut.

Gruss Dirk

Re: hummel torsten 13.04.2005 10:37

hi,

vielen dank für eure antworten, hatte aber nicht vor die kuk-hummeln zu töten.

wie kontrolliert ihr eure kästen (wann, tageszeit?)
darf mann das nest berühren um die kuk-hummeln zu entfernen. und wie geht ihr dabei vor. wie entfernt man die kuk-hummeln, mit einer pinzete?
und wie reagieren die hummel auf diesen einbruch?

danke für eure hilfe!

lg torsten

Nachwuchs Johann Wiedl 12.04.2005 18:45

Bei zwei Erdhummelköniginnen, angesiedelt am 20.03.2005, hat sich Nachwuchs eingestellt.Kräftige Arbeiterinnen sind eifrig auf Nahrungsbeschaffung unterwegs.

Hans Wiedl Emmerich am Niederrhein (NRW)

Re: Nachwuchs Moni 22.04.2005 18:28

Lieber Johann,

ich beglückwünsche dich zu deinem Erfolg mit den Hummeln!

Viele Grüße aus Köln,
Moni