Beiträge aus 2005

Hummeln und Hitchcock Jens 19.06.2005 09:36

Liebe Hummelfreunde,
Ich weiß nicht mehr was ich machen soll und möchte nicht zu Killermitteln greifen.

Wir ziehen gerade in ein Haus ein, das auf der einen Seite mit Schiefer- oder Eternitplatten oder so verkleidet ist. Offensichtlich ist am unteren Ende der Eingang zu einem Hummelnest. Vorgestern spielte meine Tochter im Garten, etwa 2-3 Meter vom Nest entfernt, als sie plötzlich direkt von einer Hummel im Gesicht attackiert und in den Hals gebissen oder gestochen wurde. Das Gleiche ist uns heute wieder passiert. Diesmal wurde einen Freundin(Erwachsene) direkt über dem Auge gestochen oder gebissen. Mehrere Leute, die im Garten waren wurden ebenfalls attackiert.
Wir sind keine Leute, die Hummeln zum ersten Mal begegnen, aber alle hatten nach dieser Attacke eher den Eindruck in einem Film von Hitchcock mitzuspielen. Diese Attacken erinnern doch sehr an "Die Vögel". Oder ist das für Hummeln normal? ich habe so etwas noch nie erlebt, auch nicht bei Bienen und bin auf dem Land mit ner Bienenzucht aufgewachsen. Danke für Eure Antwort und beste Grüße

Jens

Re: Hummeln und Hitchcock Michel M 19.06.2005 10:37

Hallo Jens,

die Schiderung ist in der Tat ungewöhnlich. Hummeln verteidigen eigentlich ausschließlich ihr Nest und reagieren normalerweise nur bei Erschütterung des Nestes oder Manipulation am Nesteingang. Es gibt zwar auch bei den Hummeln unterschiedlich aggressive Arten, aber normalerweise ist ein Sicherheitsabstand von einem Meter mehr als ausreichend um Mißverständnisse zu vermeiden. Als mögliche Erklärung habe ich nur, daß sich im Garten weitere Hummelnester befinden, z.B. in Erdlöchern, die Sie noch nicht entdeckt haben. Das familiäre Zusammenleben mit Hummeln gestaltet sich normalerweise völlig unproblematisch, da zudem kein Interesse an gefüllten Kuchentellern oder süßlich verklebten Kindermündern besteht.

Re: Re: Hummeln und Hitchcock Jens 29.06.2005 22:46

Hallo Michel,

vielen Dank fpür deine Antwort und an dieser Selle auch ganz lieben Dank an alle, die sich meiner Frage angenommen haben. Wir hatten mit dem umzug sehr viel Streß, deshalb akann ich auch erst jetzt antworten.
Frieden ist eingekehrt!!! Das liegt vor allem an deiner antwort Michel. Als wir die Sachen ins Haus räumten, blieb uns kein anderer Weg als ca. 80 cm am Nest vorbei zu laufen. Das taten sechs leute innerhalb einer halben stunde im akkord. da würd ich mich auch als Mensch gestört fühlen. Das muß die hummeln aufgebracht haben. Meine tochter hat wohl einen stich bekommen, weil sie zu lange zu nah am Nest spielte.
Seit deiner Info mit dem meter Sicherheitsabstand ist hier alles ruhig. Wir sitzen neben dem Hummelnest und "koexistieren friedlich".
Alles ist gut und das ohne Chemie, aber mit Hilfe eures Forums.
Vielen dank Dir und allen, die sich um mein Anliegen gekümmert haben.
Beste Grüße

jens

Re: Hummeln und Hitchcock Stefan Lennertz 19.06.2005 19:16

Das wäre wohl das erste Mal das so etwas passiert.

Ich denke das sollte man sich mal anschauen. Am besten von einem der sich mit Hummeln auskennt.

Wo befindet sich euer Haus? Vielleicht gibt es ja einen Experten in euerer Nähe?

Gruß,
Stefan

Re: Hummeln und Hitchcock Wilhelm 19.06.2005 20:22

Hallo Jens
bei diesen agressiven Hummeln handelt es sich bestimmt um Baumhummeln die jetzt kurz vor ihrem Höhepunkt sind. Das heist, dass die Jungköniginnen bald erscheinen werden, und da haben diese Völker Wächter am Eingang die jeden angreifen der zu nahe am Eingang vorbei kommt ja sie attackieren sogar die eigenen Arbeiterinnen die vom Pollensammeln zurückkommen und ins Nest zurück wollen. Ein Umsiedeln des Nestes jetzt kurz vor dem Höhepunkt wäre nicht empfehlenswert da auch der Aufwand recht groß werden könnte (entfernen eines Teiles der Hausverkleidung) Versucht doch noch ein paar Tage den Bereich des Nestes zu meiden, denn die Baumhummeln sind sehr schnell in ihrer Entwicklung und nach dem Abflug der Jungköniginnen ist alles schnell vorbei.Ich würde mich sehr freuen wenn ihr das Nest noch ein paar Tage tolerieren könntet.
Viele Grüße Wilhelm

Re: Hummeln und Hitchcock susanne 20.06.2005 13:13
Hallo Jens,

das hört sich wirklich merkwürdig und gerade dadurch natürlich auch zunächst bedrohlich an. Bei drückender schwüler Wetterlage kann die ganze Insektenwelt ein wenig "zickig" werden. Aber das alleine kann eigentlich kein Grund sein.
War der zweite Stich denn an derselben Stelle im Garten oder irgendwo anders?
Wenn es an der derselben Stelle war, würde sich ja anbieten, ein zweites Nest anzunehmen, dessen Sicherheitsabstand unbeabsichtigt unterschritten wurde. Dafür müssten es aber eigentlich auch schon Baumhummeln sein. Bei den anderen Arten kann man ja meist direkt vorm Nest sitzen und die fliegen einfach um einen herum, solange man sich nicht gerade draufsetzt ;-).

Wenn die Stiche in unterschiedlichen Gartenbereichen vorkamen, fällt mir eigentlich gar nix mehr dazu ein.
Tschuldige, wenn ich das frage, aber seid ihr sicher, dass es sich um Hummeln handelt? Beschreib doch bitte mal, wie die aussehen, also Farbe, Streifen, sonstiges.

Du schreibst "gebissen oder gestochen". Das erkennt man eigentlich sehr eindeutig. Gebissen ist bei Hummeln nur so ein kleiner Knabberer, so als würde man mit dem Fingernagel gekniffen. Das passiert, wenn man sie in der Hand hält und sie zwar raus aber nicht stechen wollen.
Gestochen tut weh wie bei einer Wespe und wird auch, je nach persönlicher Veranlagung, genauso rot und dick, weil das Tier etwas Gift injiziert.

Herzliche Grüße
Susanne

Hummeln und Wespen im Rolladenkasten Bill von Bern 20.06.2005 21:04

Im Rolladenkasten des Küchenfensters habe ich offenbar ein Hummelnest.
Darauf habe ich mich eigentlich gefreut. Die Hummeln sind vornehmlich schwarz, mit einem orange-roten Hintern. Sind das vielleicht Steinhummeln?

Was mir sorgen macht, ist, dass ich schon dreimal beobachtet habe, wie Wespen das gleiche Eingangsloch verwendet haben. (Ich verstehe nicht, wieso beide Insekt-Sorten immer in dieses "Loch" einfliegen - sie haben ja einen langen Schlitz, wo sie ein- und austreten können.)

Können Hummel und Wespen im gleichen Nestraum koexistieren? Oder werden die Wespen (hoffentlich) von den Hummeln vertrieben?

Ich möchte wirklich keine lästige Wespen in der Küche, möche aber die Hummeln nicht töten.

Hat jemand einen Rat?

Best Dank, Bill

Re: Hummeln und Wespen im Rolladenkasten Stefan Lennertz 20.06.2005 22:50

Der Beschreibung nach zu Urteilen sollten das in der Tat Steinhummeln sein, obwohl ein Rolladenkasten ein eher ungewöhnlicher Ort für so ein Nest ist. Das sich Hummeln und Wespen Vertragen muß auch nicht unbedingt sein.

Ein erster Schritt wäre ein Fliegengitter vor dem Fenster, dann kämen zumindest keine Insekten durch das Küchenfenster.

Gruß,
Stefan

Im Rolladenkasten des Küchenfensters habe ich offenbar ein Hummelnest.
Darauf habe ich mich eigentlich gefreut. Die Hummeln sind vornehmlich schwarz, mit einem orange-roten Hintern. Sind das vielleicht Steinhummeln?

Was mir sorgen macht, ist, dass ich schon dreimal beobachtet habe, wie Wespen das gleiche Eingangsloch verwendet haben. (Ich verstehe nicht, wieso beide Insekt-Sorten immer in dieses "Loch" einfliegen - sie haben ja einen langen Schlitz, wo sie ein- und austreten können.)

Können Hummel und Wespen im gleichen Nestraum koexistieren? Oder werden die Wespen (hoffentlich) von den Hummeln vertrieben?

Ich möchte wirklich keine lästige Wespen in der Küche, möche aber die Hummeln nicht töten.

Hat jemand einen Rat?

Best Dank, Bill
Faule Hummeln Manfred 21.06.2005 07:56

Hier eine interessante Beobachtung:
Ich kontrolliere bei meinen Ackerhummeln regelmäßig die Flugzeiten. Jetzt wo das Wetter gut und warm ist und noch einiermaßen Tracht verfügbar ist, fangen die Arbeiterinnen an zu bummeln. Das fängt damit an, dass sie die Sammeltätigkeit erst gegen 6:00 Uhr aufnehmen und und spätestens um 21:00 Uhr beenden. Weiterhin dauern die Trachtflüge bis zu 2 Stunden. Ich habe den Eindruck, als ob die Sammlerinnen wesentlich mehr Nahrung beschaffen könnten als benötigt wird und daher nicht so intensiv gesammelt wird.

Gruß aus HH
Manfred

Re: Faule Hummeln susanne 21.06.2005 10:12
Hallo Manfred,

Deiner schönen Beobachtung von der "Sommerfrische" der Hummeln kann ich noch hinzufügen, dass ich mich seit ein paar Tagen wundere, dass viele Hummeln nicht so konzentriert arbeiten. Bei den mehrblütigen Pflanzen wie Lupine, Fingerhut etc. suchen die ja sonst ganz sorgfältig von unten nach oben eine Blüte nach der anderen ab. Derzeit wird mal eine Blüte besucht, dann die zweite, ein kleiner rundflug, dann drei Blüten an der nachbarstaude, kleiner Rundflug, Staude 3 m weiter, kleiner Rundflug, zurück zur ersten und ordentlich sammeln, kleiner rundflug .......
Es sieht nicht so richtig mühsam aus ;-)
Hummelige Grüße
Susanne

Re: Re: Faule Hummeln Angelika L. 21.06.2005 16:44
Schön, daß bei euch überhaupt gesammelt wird. Mehrere verschiedene Trachtpflanzen blühen in unserem Garten und da sammelt nichts! Ab und an verirrt sich eine einzelne Ackerhummel. :-(

Ich glaube zu wissen, weshalb die Baumhummeln in unserer Hausverkleidung dieses Jahr kümmern. Ich sehe keine Arbeiterinnen mehr fliegen, aber einige Königinnen, die aus der Ferne, - sie sitzen ziemlich weit oben - wie Kuckuckshummeln aussehen, das Abdomen scheint gekrümmt zu sein. Grüße, Angelika L.

Re: Re: Re: Faule Hummeln susanne 21.06.2005 17:48
>Hallo Angelika,

wow, "eigene" Kuckuckshummeln. Ich habe letztens auch zum ersten Mal bewußt welche gesehen, allerdings nicht in meinem Garten sondern im nahe gelegenen Schulbiologiegarten. Echte Brecher, total beeindruckend. Da hat eine normale Hummelkönigin bestimmt keine großen Chancen, wenn so eine Kampfmaschine sie angeht.
Schade, dass bei Dir sonst nix fliegt. Bei mir ist jetzt in den kühleren Abendstunden immer richtig was los. Besonders meine Fingerhut- und Rittersporn-"Plantagen" scheinen zu erfreuen.
Herzliche Grüße
Susanne

Re: Re: Re: Re: Faule Hummeln Angelika L. 22.06.2005 17:20

Hummelkampfmaschine, herrlich! Da entstand vor meinem geistigen Auge direkt ein entsprechendes Komikabbild...
Aber du hast recht, das sind richtig große Brummer!
lachende Grüße, Angelika

Bezugsquelle für Hummelkästen Josef 21.06.2005 17:48

Hallo,

ich würde mir gerne in den Garten einen Hummelkasten stellen, weil mich diese Tiere seit jeher faszinieren und begeistern. Leider habe ich bislang nirgendwo eine Bezugsquelle für solche Kästen finden können (Ausnahme: Hersteller, der nicht an Einzelpersonen verkauft). Klar, ich könnte mir selbst einen bauen, aber ich bin leider eine handwerkliche Null!

Wo bekommen ich so einen Kasten?

Gruß
Josef

Ooops, steht ja alles auf der Hauptseite Josef 21.06.2005 17:52

Entschuldigt bitte, ich war leider zu blöd, einfach mal die Hauptseite dieses Webangebots zu lesen! Da stehen natürlich schon mehr als genug Adressen. Sorry!

Gruß
Josef

Re: Ooops, steht ja alles auf der Hauptseite Alex (Bombus-Admin, Chiemgau, Bayern) 22.06.2005 11:46

Kein Problem Josef,

und willkommen im Kreise der Hummelfreunde :-))

Alex

Re: Bezugsquelle für Hummelkästen susanne 21.06.2005 17:55
Hallo Josef,

schön, einen weiteren Hummelfan kennen zu lernen.
Für dieses Jahr ist es ja sowieso zu spät für einen Kasten, daher kannst Du Dir Zeit mit der Beschaffung lassen.
Du kannst bei Schwegler einen kaufen oder einen von Christoph Kornmilch (wildbiene.com)bestellen. Die Adressen zur Beschaffung von Kästen und allem möglichen anderen "Hummelkrams" findest Du hier bei bombus über die Startseite.

Wichtig für die Hummeln sind nicht nur Kästen sondern vor allem Trachtpflanzen. Überleg also schon mal, was Du anpflanzen willst, um die Hummeln nächstes Frühjahr anzulocken und den Sommer über zu versorgen. DAS kannst Du nämlich auch schon jetzt bzw. im Herbst tun. Jungköniginnen, die es bei Dir jetzt toll finden, kommen nächstes Frühjahr vielleicht wieder ...

Viel Spaß
Susanne

Nachtrag susanne 21.06.2005 18:01
Ohps, sorry Christoph, ich hab wildbiene mit bienenhotel verwurschtelt, aber bei Alex ist ja alles richtig aufgeführt

Susanne

TV-Tip (Königin für einen Sommer) Christian 21.06.2005 18:31

Hallo,

auf Arte wird morgen 22.06.um 19.00 Uhr der Hummelfilm Königin für einen Sommer gezeigt und am 29.06. um 18.15 Uhr wird er wiederholt.
Mitterlweile kennt glaube ich jeder von euch den Film, aber vielleicht gibt es ja noch jemanden der den Film noch nicht gesehen hat.

Gruß
Christian

Re: TV-Tip (Königin für einen Sommer) Bernd 22.06.2005 20:40

Hallo Christian,
vielen Dank für Deinen Tip. Ich habe schon von diesem Film gelesen, aber ihn noch nie gesehen. Ohne Deine Anregung hätte ich ihn glatt wieder verpaßt.
Gruß Bernd

Umsiedlung gescheitert Karl-Heinz 22.06.2005 12:35

Hallo Hummelfreunde,

ich hatte bereits an dieser Stelle erwähnt, daß bei meinem Hummelfenster alles belegt ist. Rückkehrer haben in der Nähe einen kleinen Meisenkasten belegt. Natürlich ist dieser Kasten mittlerweile proppenvoll und damit viel zu klein für die Hummeln.
Nun dachte ich mir, daß ich einen guten Hummelfreund etwas gutes tue, indem ich ihm dieses Steinhummelvolk schenke. Die Entfernung zwischen unseren Grundstücken beträgt ca 2,5-3km. Letzten Freitag sind wir zur Tat geschritten, um Mitternacht habe ich den Kasten dicht gemacht. Am nächsten Morgen haben wir sie an dem neuen Standort ganz vorsichtig herausgelassen. Alles ging wunderbar, die Hummelchen haben schöne Orientierungsflüge gemacht. Doch scheinbar war ihnen die alte Heimat lieber und so kam es, daß ca. 30 Hummeln Stunden später am alten Standort ihren Kasten gesucht haben. Wir waren allesamt total baff, wie die zurückgefunden haben. Natürlich war Hektik angesagt. Mittlerweile haben wir alles wieder rückgängig gemacht und alle Hummeln sind wieder in ihrer alten Umgebung und alles hat sich wieder beruhigt.
Hat denn schon jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

Viele Grüße von Karl-Heinz

Re: Umsiedlung gescheitert Manfred 22.06.2005 13:00

Hallo Karl-Heinz,

dass die Hummeln auf diese Entfernung noch zum alten Standort zurückfliegen verblüfft etwas, da es bedeutet, dass der Sammelradius deutlich über 1,5 km beträgt. Wenn nach einer Umsiedlung die Tiere in den Einzugsbereich des alten Neststandorts fliegen, werden sie immer zu diesem zurückfliegen, Orientierungsflug hin oder her. Hier hilft nur einfangen und zum neuen Standort zurück transportieren. Nach meiner Erfahrung fliegen nach 2-3 mal umsetzten keine Tiere mehr zum alten Standort. Im Frühjahr, wenn die Sammlerinnen noch alle jung sind, reicht meistens einmaliges Umsetzten aus.
Es wäre gut, wenn Du die genaue Entfernung zwischen neunen und alten Standort einmal auf einer Karte ausmessen könntest, da bei 30 verirrten Sammlerinnen die Entfernung zwischen den Standorten eindeutig zu gering ist.

Gruß aus HH
Manfred

Re: Re: Umsiedlung gescheitert Karl-Heinz 23.06.2005 12:35

Hallo Manfred,

ich bin eigentlich sehr froh, daß ich alles rückgängig gemacht habe, denn die ganzen voll beladenen Hummelchen einzeln einzufangen und mit dem Auto zurückzubringen wäre für die Tiere viel zu stressig geworden. Leider habe ich keinen Platz für einen weiteren, größeren Hummelkasten. In übrigen schaut mein Nachbar auch nicht gerade erfreut zu unseren Nistkasten, denn der hängt fast an der Grundstücksgrenze in 3m höhe.
Na ja, vielleicht fällt mir ja noch was ein.

Viele Grüße von Karl-Heinz

Hallo Karl-Heinz,

dass die Hummeln auf diese Entfernung noch zum alten Standort zurückfliegen verblüfft etwas, da es bedeutet, dass der Sammelradius deutlich über 1,5 km beträgt. Wenn nach einer Umsiedlung die Tiere in den Einzugsbereich des alten Neststandorts fliegen, werden sie immer zu diesem zurückfliegen, Orientierungsflug hin oder her. Hier hilft nur einfangen und zum neuen Standort zurück transportieren. Nach meiner Erfahrung fliegen nach 2-3 mal umsetzten keine Tiere mehr zum alten Standort. Im Frühjahr, wenn die Sammlerinnen noch alle jung sind, reicht meistens einmaliges Umsetzten aus.
Es wäre gut, wenn Du die genaue Entfernung zwischen neunen und alten Standort einmal auf einer Karte ausmessen könntest, da bei 30 verirrten Sammlerinnen die Entfernung zwischen den Standorten eindeutig zu gering ist.

Gruß aus HH
Manfred
Re: Umsiedlung gescheitert susanne 22.06.2005 14:30
Hallo Karl-Heinz,

ein schönes Beispiel dafür, dass das Gegenteil von "Gut" häufig nicht "schlecht" sondern "gut gemeint" heißt. Schön dass ihr alles wieder rückgängig gemacht habt.
Man sollte Hummeln wirklich nur umsiedeln, wenn es FÜR DIE HUMMELN wichtig ist, nicht weil es für die Menschen nett ist oder um jemandem einen Gefallen zu tun. Auch wenn es in ihrem Vogelhäuschen zu eng ist, lieber einen neuen, großen Kasten am alten Standort aufstellen, wenn man denn ein Hummelfreund sein und helfen will.
Hummeln sind eben keine Haustiere und die Umsiedlerei steht nicht umsonst unter Genehmigungsvorbehalt.

Hummelige Grüße
Susanne

Frühjahrsfreuden mit den geflügelten Sumoringern Werner David 23.06.2005 20:48

Frühling!

Die Sonne zeigt sich verschämt, als wäre sie ein steckbrieflich gesuchter Massenmörder, immer-hin läßt sie sich endlich blicken. Ihre schüchternen ersten Strahlen tun unendlich gut. Nur noch im tiefsten Schatten liegen einige unbelehrbare Schneefitzelchen, die sich beharrlich weigern das Zeitliche zu segnen. Nützt ihnen aber nichts! Für heuer ist endgül-tig Schluß!

Ich stehe unternehmungslustig vor unserem Staudenbeet, das einem Vertreter der GTB-Fraktion (Gartenzwerge-Thuja-Blautannen) Tränen des Mitleids in die Augen treiben würde.

Meterhohe abgestorbene Karden verbreiten ihren stachligen Charme. Die breitblättrige Platterbse (bitte nur nüchtern aussprechen), ein bewährter He-ckengipfelstürmer im Sommer, liegt in schlaffen Spiralen am Boden oder hängt ausgepumpt in den dürren Ästen des Johanniskrauts. Welke Stengel, dürres Gras und Laub bedecken den Boden. Kein preisverdächtiges Panorama, aber ein beliebter Ü-berwinterungsort für Insekten und Spinnen. Jetzt, wo sich das Leben langsam wieder regt, wird es Zeit für den Frühjahrsputz.

Ein Wolfspinnenweibchen nimmt ein Sonnenbad auf dem aufgeheizten Streu. Sie ist noch weit entfernt von ihrer optimalen Betriebstemperatur und bewegt sich erst in Zeitlupe. Die Koor-dination von acht klammen Bei-nen ist eine beachtliche Leistung, viele Tanzkursfrischlinge strekken schon bei zwei die Waffen. Drei Zentimeter Luftlinie ent-fernt putzt sich eine kleine Fliege hingebungsvoll. Sicher ein Weibchen! 10° C mehr und sie würde sich vorwarnungslos in den ewigen Jagdgründen wiederfinden.

Wolfsspinnen bauen keine Netze sondern jagen ihre Beute im Sprung. Der Biß erfolgt so blitzartig, daß man ihn nie richtig mitbekommt. Verglichen mit einer hungrigen Spinne reagiert der Mensch wie ein tiefgefrorenes Faultier.

Im Sommer sieht man häufig Weibchen, die ihren Kokon an den Spinnwarzen mit sich he-rumtragen, das Spinnenäquiva-lent zum Kinderwagen. Kurz vor dem Schlüpfen reißen sie das Kokongespinst mit den Kiefer-klauen auf, ohne diesen „Kaiser-schnitt“ wären die Jungspinnen nicht in der Lage den Kokon zu verlassen. Sofort nach dem Schlüpfen versammeln sich bis zu 100 Wolfsspinnenwinzlige in einem mehrlagigen „Gewusel“ auf dem Hinterleib der Mutter. Während der nächsten acht Tage huckepack leben sie ausschließ-lich von ihrem Dottervorrat, da-nach zerstreuen sie sich in alle Winde. Spätestens ab diesem Zeitpunkt ist es für eine Jung-spinne taktisch sehr unklug, ihrer Mutter vor die Kieferklauen zu kommen.

Der nächsten Akteur, der dröh-nend die Bühne betritt hat vor einer Wolfsspinne nicht zu für-chen.

Eine kapitale Hummelkönigin brummelt im sonoren Baß um die Blüten der purpurroten Taubnessel, eine der wenigen Nektar-Bars die bereits geöffnet hat.

Bereits bei einer Außentempera-tur von schauerlichen 2° C schaf-fen es Hummeln, im Gegensatz zu anderen Insekten, ihre Kör-pertemperatur konstant bei ca. 35° C zu halten . Dadurch ge-lingt es ihnen, so anheimelnde Biotope wie die Arktis und das Hochgebirge zu besiedeln. Ein Honigbiene, die verrückt genug ist, bei solchen Horror-temperaturen den Fuß vor den Stock zu setzen, entwickelt bes-tenfalls die Flugeigenschaften einer Miesmuschel. Bestäubun-gen bei nasskaltem Frühjahrs-sauwetter gehen daher zu einem Großteil auf das Konto der Hummeln.

Hummeln sind zwar, wie alle Insekten, nur wechselwarm, dennoch haben sie eine geniale Form der „Heizung“ entwickelt, die sie bis zu einem gewissen Grad un-abhängig vom Wetterbericht macht.

Sie lassen die Muskeln spielen!

Die mächtige Flugmuskulatur einer Hummel läßt Schwarzenegger wie einen Magersüchtigen wirken, der gesamte Brustabschnitt des Insekts ist vollgepackt damit. Wenn sich die Muskeln kräftig kontrahieren, bewegen sich die Flügel und die Hummel fliegt.

Logisch!

Nicht unbedingt logisch ist dagegen die Fähigkeit die Flügel auszukoppeln!

Bildlich gesprochen gibt die Hummel Vollgas bis die Flugmuskeln aufröhren, tritt aber gleichzeitig voll auf die Kupplung. Und schon wird´s mollig warm! Ab 30° C ist die minimale Betriebstemperatur für den Flug erreicht, die Hummel läßt die Kupplung kommen und ab geht´s. Der gleiche Mechanismus wird auch eingesetzt um die Brut zu wärmen und die optimale Nesttemperatur von ca. 30°C zu erreichen.

Energetisch gesehen ist das Gan-ze ein ziemliches Fiasko, vor al-lem bei tiefen Außentemperatu-ren. Eine energiesparende Hum-mel ist eine tote Hummel! Allein der Flug - ohne Zusatzheizung - verschlingt 0,07 mg Zucker pro Minute, bei einem Körper-gewicht von 200 mg. Ein 70 kg schwerer Mensch würde bei glei-cher Stoffwechselrate 1,5 kg Zucker pro Stunde verheizen. Und das, ohne zuzunehmen!

Eine Hummel kann sich keine Ölkrise leisten, der Nektar muß fließen, um jeden Preis.

Die ersten Arten erscheinen schon im März, bei unserem Kli-ma eine riskante Angelegenheit. Die Hummelkönigin besitzt lediglich genug Spermareserven für den Rest ihres Lebens, alles andere muß sie selbst organisieren. (Gäbe es eine Hummelgewerkschaft, würde sie wegen lausiger Arbeitsbedingungen permanent zum Streik aufrufen). Die Königin benötigt ausreichend Pollen und Nektar um die Brut und sich selbst zu ernähren, das Nest zu wärmen und Sammelflüge durchzuführen. Wenn die ersten Trachtpflanzen (Purpurote Taubnessel, Weidenkätzchen, Johannisbeere und Stachelbeere) nicht in ausreichender Menge zur Verfügung stehen oder ein mas-siver Kälteeinbruch erfolgt, wird’s knapp!

Eigentlich wollte ich meine Johannisbeersträucher schon vor die Tür setzen, bis ich zufällig von ihrer Bedeutung für die Hummel-Airlines erfuhr.

Die Hummel brummelt emsig weiter in Richtung Johannisbeerstrauch, frisch aufgetankt mit Taubnesselnektar Jahrgang 2000.

Time is honey!

Da sie sich nicht mehr für Spal-ten und Mauselöcher, sondern in erster Linie für Treibstoff inte-ressiert, hat sie bereits irgendwo eine Kolonie gegründet, die sie jetzt versorgen muß. Unserem sündteuren Schwegler Holzbetonhummelnistkasten gönnt sie daher keinen Blick.

Banausin!

Dabei war er jedes Jahr erfolgreich besetzt. Im letzten Sommer diente er z.B. einer Maus als luxuriöse Residenz. Bei bester Verpflegung, wie drei Hände voll aufgenagter Kerne bewiesen. Im Jahr davor verlebte eine A-meisenkolonie ungestörte Mona-te, ohne daß ständig jemand in ihr Wohnzimmer latschte.

Das ist das Nette an einem naturnahen Garten: Natur ist eigen-sinnig und interessiert sich oft nicht die Bohne für unsere liebe-volle Planung.

Dieses Frühjahr möchte ich end-lich einen der haarigen Nektarjä-ger als Mieter. Eberhard von Ha-gen gibt in seinem Buch einen präzisen Schlachtplan zum Ansiedeln von Hummelköniginnen. Der Nistkasten ist hummelge-recht möbliert, das Fernglas parkt auf dem Fensterbrett und das klassische Fanggerät eines Hummeljägers, die Klopapier-papprolle, steht im Vorhaus auf Abruf bereit. Naturgrau, von Al-di.

Halali!

COPYRIGHT ©
WERNER DAVID
Herzogstandstraße 4. 21
85435 ERDING, 2005
OHL REITS RISÖRFD

http://www.bauches-lust.de/naturgarten/index.html

Re: Frühjahrsfreuden mit den geflügelten Sumoringern susanne 27.06.2005 14:44

Hallo Werner David,
wunderschön Dein Aufsatz aus dem Leben eines zweibeinigen Gartenbewohners.
War Dir das Glück denn nun hold? Kam die Aldi-Klopapierrolle zum Einsatz und warst Du mit der eingeübten Fangtechnik erfolgreich?
Lachende Grüße von
Susanne

Erfolgreiche Pirsch? Wie man´s nimmt ....;-)) Werner David 27.06.2005 16:39

Liebe Susanne,

war ich Aldiröhrenerfolgreich?

Äh, in gewisser Weise schon, der Kasten war auf alle Fälle besiedelt.

Nährers unter http://www.bauches-lust.de/naturgarten/maeusemamasmartyrium.html

Liebe Grüße

Werner

Hallo Werner David,
wunderschön Dein Aufsatz aus dem Leben eines zweibeinigen Gartenbewohners.
War Dir das Glück denn nun hold? Kam die Aldi-Klopapierrolle zum Einsatz und warst Du mit der eingeübten Fangtechnik erfolgreich?
Lachende Grüße von
Susanne
Re: Erfolgreiche Pirsch? Wie man´s nimmt ....;-)) susanne 27.06.2005 17:07
Hallo Werner,

ja habe Deine "Schweinchen" schon angeschaut. Dein Site ist schön, werde sicher öfter mal zum schmunzeln vorbeikommen.
Grüße Susanne

Gute Nestentwicklung bei meinen Wiesenhummeln! Stefan Lennertz 25.06.2005 11:55

Hallo,

meine Wiesenhummeln scheinen sich prächtig zu entwickeln. In den heißen Tagen habe ich öfter mal den Deckel angehoben um den Hummeln beim temperieren zu helfen, da konnte man schön sehen wie sie sich im Nistkasten verteilt hatten um das Klima zu regulieren. Es sind schon so viele das man praktisch ständig welche ein- und ausfliegen sieht.

Etwas Sorge macht mir aber eine Kuckukshummel, die sich ständig in Nestnähe aufhält, es aber noch nicht gefunden hat. Ich habe sogar beobachten können wo sie sich Nachts immer verkriecht.

Gruß,
Stefan

Re: Gute Nestentwicklung bei meinen Wiesenhummeln! susanne 27.06.2005 14:37
Hallo Stefan, sei froh, dass Du Kuckuckshummeln hast. Das ist ein gutes Zeichen für die Situation der Hummeln in Deiner Region, denn Kuckuckshummeln können sich nur halten, wenn es über Jahre hinweg ausreichend lebensfähige Nester gibt.

Zudem sind die in der Regel seltener und stärker gefährdet als die "normalen" Hummeln.

Grüße von
Susanne

Re: Re: Gute Nestentwicklung bei meinen Wiesenhummeln! Michel 27.06.2005 16:58
Zudem sind die [Kuckuckshummeln] in der Regel seltener und stärker gefährdet als die "normalen" Hummeln.

Leider trifft das nicht immer zu. Ich habe dieses Jahr sehr viele Rupestris und Vestalis beobachten können. Ihre Anzahl übersteigt die der Wirte bei weitem. Gelegentlich findet man mehrere Schmarotzerhummeln in einem Nest! Meine Steinhummeln hatten 5 mal Besuch von verschiedenen Rupestrisköniginnen, die ich jedoch durch Verengung des Eingangs von einer Nestokkupation abhalten konnte. Wahrscheinlich sind viele "Wirtesköniginnen" durch das schlechte Frühjahr ausgefallen, im Gegensatz zu den später erscheinenden Kuckuckshummeln.

Viele Grüße
Michel

Re: Re: Gute Nestentwicklung bei meinen Wiesenhummeln! Stefan Lennertz 29.06.2005 10:27

Na klar, ich freue mich über jede Spezies.
Aber ich habe bedenken das bei einem Angriff in dieser Phase der Nestentwicklung nichts mehr übrig bleibt, weder Kukuck noch Nest.

Deshalb bin ich halt vor dem Nest rumgehüpft und habe versucht die Hummel von diesem abzulenken. Wegbringen will ich sie aber auch nicht, da ich ja weiß das sie einen geeigneten Unterschlupf bei mir gefunden hat für Nachts und bei schlechtem Wetter.

Gruß,
Stefan

>Hallo Stefan, sei froh, dass Du Kuckuckshummeln hast. Das ist ein gutes Zeichen für die Situation der Hummeln in Deiner Region, denn Kuckuckshummeln können sich nur halten, wenn es über Jahre hinweg ausreichend lebensfähige Nester gibt.
Zudem sind die in der Regel seltener und stärker gefährdet als die "normalen" Hummeln.

Grüße von
Susanne
Neuer Eintrag im Tagebuch Alex (Bombus-Admin, Chiemgau, Bayern) 27.06.2005 12:44

Hallo Hummelfreunde,

nach längerer Pause endlich wieder ein neuer Eintrag ins Hummeltagebuch (externer Link, nicht mehr verfügbar).

Die Steinhummelkönigin scheint verletzt zu sein - ich hoffe aber doch, daß sie noch ein starkes Volk hervorbringen wird.

Mehr im Tagebuch (externer Link, nicht mehr verfügbar).

Servus,

Alex

Re: Neuer Eintrag im Tagebuch Michel 27.06.2005 16:54

Hallo Alex,

vorsicht vor der Felsenkuckuckshummel, ich hatte dieses Jahr schon 5 Stück aus dem Kasten meines Steinhummelvolkes, glücklicherweise rechtzeitig, entfernt (vielleicht gab es bei dir einen Kampf mit einer Rupestris). Die letzten 3 kamen erst gar nicht in den Kasten hinein, da ich den Eingang verengt habe. Mein Steinhummelvolk bringt es nun mittlerweile auf ca 60 Arbeiterinnen, die Königin ist sehr temperamentvoll und vertreibt Arbeiterinnen von eigenen Eigelegen, da auch die Arbeiterinnen immer wieder versuchen, Eier zu legen. Sie werden jedoch von der Königin ständig vertrieben und die Eier der Arbeiterinnen landen im Königinnenmagen. Auch meine Hummeln hatten in den letzten Tagen trotz eines schattigen Standortes mit der Hitze zu kämpfen, eine Arbeiterin hatte sich sogar zu Tote geschuftet. Ich habe dann zusätzlich mit nassen Decken und Kühlakkus das Nest mit gekühlt. Die Wiesenhummeln sind dieses Jahr nicht so der Hit, immer wieder konnten Schmarotzerhummeln hier eindringen und Eier legen. So 10 Wiesenhummelköniginnen konnte das Volk dennoch aufziehen. Vielleicht werden es noch mehr, da die Altkönigin noch im Nest herumkrabbelt.
Ich werde dämnächst mal einige Bilder reinstellen.

Viele Grüße
Michel

Re: Re: Neuer Eintrag im Tagebuch Balthasar 27.06.2005 21:15

Stimmt! Die Felsenkuckuckhummel ist eine Plage. Von meinen sieben Steinhummelvölkern ist höchstens eines nicht von einer Rupestris heimgesucht worden. Einige konnte ich noch rauswerfen, doch solcherart deorganisierte Völker regenerieren nur mehr zum Teil.
Meist erkennt man das Vorhandensein einer Rupestris an einigen toten Arbeitern vor und im Nest.
m.f.g Balthasar

Experten Kuckucke gefragt susanne 28.06.2005 10:15

Ist die Felsenkuckuckshummel
1.insgesamt eine seltene Art (Rote Liste?) und halt nur an einzelnen Standorten häufig (häufiger als gewünscht) oder ist sie
2.insgesamt eine sehr häufig vorkommende Art?
Ich hatte bisher imnmer die erste Variante angenommen, eure Beiträge lassen aber nun auch Variante 2 wahrscheinlicher werden.

Wer weis Bescheid und kann das hier mal sachkundig ergänzen?

Grüße
Susanne

Re: Experten Kuckucke gefragt Manfred 28.06.2005 10:49

Hallo Susanne,

zu den gängigen Bombusarten gibt es nur eine Kuckuckshummel die im Bestand gefährdet ist und zwar 'Psithyrus quadricolor', die virfarbige Kuckuckshummel. Der Wirt dieser Art ist die helle Erdhummel.

Gruß aus HH
Manfred

Re: Re: Experten Kuckucke gefragt susanne 29.06.2005 10:46
Hallo Manfred,

aha, wieder was gelernt. Sind demnach die Bombus also schutzbedürftiger als die meisten Kuckucke?
Nun ja, ich fänd so einen Kuckuck dennoch ziemlich interessant.
Grüße Susanne

zur Seltenheit der Kuckuckshummeln Christoph 29.06.2005 13:56

Hallo Susanne,
Du hast die Frage "Sind demnach die Bombus also schutzbedürftiger als die meisten Kuckucke?" in den Raum gestellt.
Wir sollten natürlich alle Hummeln schützen, das ist allen klar. Aber die Kuckuckshummeln bauen auf ihre Wirte auf. Deshalb gibt es Gebiete, in denn sowohl Wirtsart und Kuckucksart vorkommen, in anderen Gebieten kommt nur die Wirtsart vor. Aber es gibt keine Gebiete, in denen nur der Kuckuck vorkommt. Das allein verdeutlicht schon, daß die Kuckucksarten nie weniger schützbedürftig sind als ihre Wirte.
In Deutschland sind 9 Kuckuckshummelarten nachgewiesen. Davon können wohl B. vestalis, B. bohemicus, B. rupestris und B. sylvestris als recht häufig gelten. (So, wie ihre Wirtsarten auch. Eine Dunkle Erdhummel z.B. kommt einfach fast überall vor und kann nicht als bedroht gelten.) Die anderen 5 Arten aber sind selten! Ich weiß noch, wie ich mich freute, meine erste B. norvegicus zu finden. Sie ist der Schmarotzer bei der Baumhummel. Letztere kommt einfach überall vor, wie selten aber sieht man mal eine B. norvegicus?
Fazit: Es gibt sowohl unter den "Echten" Hummeln als auch unter den Kuckuckshummeln recht häufige wie auch richtig seltene Arten.
Herzliche Grüße
Christoph

Re: zur Seltenheit der Kuckuckshummeln Angelika L. 29.06.2005 15:03

Hallo Christoph,
B.norvegius, ist dies die einzige Art,die bei den Baumhummeln einzieht?
Denn unser Baumhummelvolk in der Hauswand kümmerte dieses Jahr stark. Vor ca. drei Wochen sah ich dann ab und zu Kuckuckshummeln ein- und ausfliegen. Sie fielen mir durch die Größe und durch ihr gekrümmtes Abdomen auf. Jetzt scheint kein Leben mehr da oben im Nest zu sein. Leider konnte ich mir die Kuckuckshummeln wegen der Höhe micht genau ansehen.
Grüße Angelika L.

Re: Re: zur Seltenheit der Kuckuckshummeln Manfred 30.06.2005 07:55

Hallo Angelika,

welche Kuckuckshummel welchen Wirt nutzt, scheint nicht ganz eindeutig zu sein. Wenn mann die Angaben im Internet so miteinander vergleicht, gibt es Diffenenzen in den Angaben (und auch Unplausibilitäten z.B. das die Felsenkuckuckshummel neben der Steinhummel auch die Ackerhummel als Wirt nutzen sollen. Da die Ackerhummel aber ein Pocketmaker ist, müsste die Kuckuckshummel ihre Larven dort selbst versorgen, da sie bei Fütterung durch die Ackerhummeln verhungern würden).
Ich könnte mir vorstellen, dass bei der Baumhummel aufgrund der Wehrhaftigkeit dieser Art ein hohes Maß an Spezialisierung der Kuckuckshummel erforderlich ist und daher nur eine Art dort parasitiert.

Gruß aus HH
Manfred

Re: Re: Re: zur Seltenheit der Kuckuckshummeln Balthasar 01.07.2005 21:31

Hallo Manfred

tatsächlich landet manchmal eine Rupestris bei der Pascorum. Ich glaube nicht daß es die Laven kümmert ob sie von Pocket storern oder Pocket makern gefüttert werden. Das Problem zwischen so unterschiedlichen Arten ist in deren unterschiedlichen Entwicklung zu sehen. Wenn die Rupestris eindringt und Geschlechtstiere produzieren will ist die Ackerhummel noch sehr! schwach und bringt auch sehr wenig Nahrung nachhause.
Die Rupestris ist bei uns im Pannonium extrem häufig - selten jedoch in gemäßigten und rauheren Lagen. Dort ist es kein Problem Steinhummeln zu ziehen. Interessanterweise kommt die Rupestris wieder im Gebirge vor, wo sie bei der Alticola parasitiert. Ob die Gebirgspopulation mit der Tieflandpopulation überhaupt kommuniziert wissen wir bis jetzt nicht.
liebe Grüsse an alle!

Re: Re: Re: Re: zur Seltenheit der Kuckuckshummeln Manfred 04.07.2005 08:52

Hallo Balthasar,

ich dnke schon, dass es relevant ist, wie die Larven gefüttert werden. Die Nestübernahme von Bombus durch Bombus im Frühjahr funktioniert auch nur bei gleichem Brutpflegetyp (mir ist zumindest kein Fall bekannt, wo es anders war). Wie soll eine Larve, die es gewohnt ist individuell gefüüert zu werden auf die Idee kommen sich ihr Futter an der Basis der Larvenwiege selber zu suchen?

GRuß aus HH
Manfred