Beiträge aus 2004

NRW-VIE: Hummelschwund auf 1-5% der Vorjahresbestände Barbara Thomas 05.05.2004 11:20

Werte Hummel-Fans,
schon im März ist mir der enorme Hummel-Mangel aufgefallen, nun erschlägt er mich geradezu. Hier im NW des Kreises Viersen sind es höchstens 2% der Bestände der letzten ca. 10 Jahre: Bei bestem Wetter radle ich km-lang an Roten, Weißen u.a. Taubnesseln entlang (natürlich auch an paar weiteren bei Hummeln beliebten Schmetterlings- und Lippenblütlern) + sehe selbst bei schönstem Wetter höchstens 5 Hummeln/Tag!!! Auch einem bez. Hautflüglern sensiblisierten Bekannten, der im Zentrum des Kreisgebiets lebt, ist der enorme Hummel-Mangel aufgefallen. Bemerkenswert ist, daß der NW des Kreises sich durch einen hohen Anteil an NSG auszeichnet, in denen größtenteils nur extensive (Grün-)Landwirtschaft betrieben wird (allerdings gibts jede Menge intensiv begiftete Baumschulflächen!). Ähnliches scheint Armin Krenz aus dem nahegelegenen Kreis Neuss (Forum am 3.5.) zu beobachten.

Am 30.4. sprach ich mit einem hiesigen Imker, der sich leider sehr unpräzise auszudrücken pflegt: wie oft er denn dieses Jahr Hummeln sähe? Als hätte ich 1 gut geschüttelt Bierfaß angestochen: Da is überhaupt nix, auch Wespen nicht und Bienen, + die Obstbäume hätte keinen Fruchtansatz. Nicht nur seine Bienen seien alle letztes Jahr kaputt gegangen, als im Oktober der Raps gespritzt worden sei. Der Imkerverband habe auf Schadensersatz geklagt, 100.000 Mark (? wohl Euro) hätten "die" zahlen müssen, aber das käm ja aus der Portokasse. Ich: war das nur im Kreis VIE, oder hat er gehört, daß dies auch woanders passiert ist? Er: nur vom Ks. VIE gehört. Ich: wie das Mittel denn heiße? Er: ??

Inzwischen verdichten sich die Hinweise, daß das (u.a.?) von Bayer hergestellte Mittel "Gaucho" bzw. Imidacloprid verantwortlich ist. Wurde der Einsatz in der BRD legalisiert? Ich konnte mir letztes Jahr Anfang Juni nicht erklären, wieso in NE-Griechenland die Auge und Nase erfreuenden, riesigen, wildblütenreichen Flächen praktisch Wildbienen-frei waren (Heuschrecken gabs dagegen in der zu erwartenden Artenvielfalt und Dichte)- jetzt dämmerts mir.
Wohlgemerkt: Es geht nicht um den allenthalben zu beobachtenden schleichenden Schwund aller Blütenbesucher (schon allein, weils immer weniger Wildkräuter gibt), sondern um einen mit dem Wetter + mit der - trotz allen gegenteiligen Gelabers - langfristig immer naturfeindlicheren Landwirtschaft nicht zu begründenden Bestandszusammenbruch von 2003 auf 2004 von 100 (hypothetisch fürs Vorjahr angesetzt, das sich bez. Hummeldichte von den vorangegangenen Jahren nicht spürbar unterschied) auf 1 - 5.
Wie sieht es vor Ihrer Haustür mit der Hummeldichte aus?
--
Dipl.- Biol.
Barbara Thomas

Re: NRW-VIE: Hummelschwund auf 1-5% der Vorjahresbestände Manfred 05.05.2004 11:51

Hallo Barbara,

hier am Stadtrand von Hamburg ist gegenüber dem Vorjahr eher eine Zunahme als eine Abnahme der Population der kulturfolgenden Hummelarten festzustellen. Von der Tendenz her hat es mehr nestsuchende Königinnen als geeignete Nistplätze gegeben.

Gruß aus HH
Manfred

Re: NRW-VIE: Hummelschwund auf 1-5% der Vorjahresbestände Volker Fockenberg 05.05.2004 14:03

Hallo Barbara,

auch in unserer Gegend (nördliches Ruhrgebiet) gibt es dieses Frühjahr erschreckend wenig Hummeln.
Der engagierte Bio-Imker Klaus Maresch hat zum "Bienensterben" die wertvolle Internetseite "www.bienensterben.info" erstellt. Dort kann man sich ausführlich über die voraussichtlichen Ursachen des Hummel- und Bienensterbens informieren und sogar eine Petition gegen das gefährliche Pestizid unterzeichnen.

Zur weiteren Information habe ich auch einen Bericht von pressetext.austria, Redakteur: Wolfgang Weitlaner, email: weitlaner@pressetext.at beigefügt.

Pestizid rottet 90 Mrd. Bienen aus
Imker in Süd-Frankreich klagen über Totalverlust

Paris (pte, 02. Mär 2004 11:00) - Das Pestizid Imidacloprit wird für ein Massensterben von Bienen in Süd-Frankreich verantwortlich gemacht, berichtet BBC-News http://news.bbc.co.uk heute, Dienstag. Die Chemikalie hat seither rund 90 Mrd. Bienen getötet. Neben der Katastrophe für die Honigproduktion fürchten Experten auch massive ökologische Probleme durch das Massensterben der Insekten.

Imidacloprit, das auch unter dem Industrienamen Gaucho vertrieben wird, steht schon seit mehreren Jahren in Verdacht der Bienenpopulation Schaden zuzufügen. Eine Londoner Zeitung berichtete, dass französische Imker vor zehn Jahren, damals wurde das Pestizid das erste Mal verwendet, über Desorientierung und Sterben ihrer Bienen berichteten. "Die Honigproduktion in der Region fiel innerhalb weniger Jahre um 60 Prozent", berichtet Jean-Marie Sirvins, Vorsitzender des französischen Imkerverbandes. "Frankreich muss seither mehr als 24.000 Tonnen Honig importieren", so Sirvins.

Die Pestizid-Hersteller, unter anderem Bayer Crop Sciences, bestreiten aber jegliche Schuld. Tatsächlich haben Wissenschaftler zwei Jahre lang im Auftrag des französischen Landwirtschaftsministeriums alle Studien zum Pestizid Imidacloprid neu ausgewertet. Insgesamt waren das 483 Analysen, Veröffentlichungen und Dokumente. "Fast alle Ergebnisse haben wir aber als nicht relevant eingestuft", erklärt Jean-Marc Bonmatin vom Nationalen Zentrum für wissenschaftliche Forschung (CNRS) in Paris. Zu viele Studien wären vom Pestizid-Hersteller Bayer durchgeführt oder in Auftrag gegeben worden. Die Experten finden die Ergebnisse der Untersuchungen nicht objektiv. Lediglich zehn Untersuchungsergebnisse lieferten verwertbare Daten. Nach Angaben der Umweltgruppe "Coordination gegen Bayer-Gefahren" http://www.CBGnetwork.de wurde eine mehr als 100 Seiten umfassende Studie im Auftrag des französischen Landwirtschafts-Ministeriums von den Universitäten Caen und Metz sowie vom Institut Pasteur erstellt, in dem die Gefahr des Pestizids erneut bestätigt wird.

Bayer Crop Sciences weist die Vorwürfe der Kritiker als unhaltbar zurück. Die Experten vermuten, dass die jährlich rund 600 Mio. Euro, die mit dem Verkauf umgesetzt werden, ein Mitgrund dafür sind, dass sich der Pharma-
und Chemieriese gegen das Verbot so heftig zur Wehr setzt. In Frankreich wurde das Pestizid bereits vor fünf Jahren auf Sonnenblumenfeldern verboten. Grund war auch damals die Angst vor negativen Auswirkungen auf Bienen. Doch nach den Angaben der Imkerverbände ist das Sterben seither nicht zurückgegangen. Nun werden die Anwendungen des Pestizids im Maisanbau verantwortlich gemacht.

Nach Frankreich überlegen nun auch die Briten Einschränkungen von Imidacloprit. Bienen-Experten vermuten nämlich, dass die Chemikalie die Bienen schwächt. Damit werden sie leichter Opfer von Varroa-Milben. "Die meisten Menschen denken, wenn sie vom Bienensterben hören, an den Verlust der Honigproduktion und vergessen dabei die wertvolle Arbeit der Insekten beim Bestäuben von Pflanzen. Dabei ist dies der größte Grund zur Sorge", so Richard Jones von der International Bee Research Association http://www.ibra.org.uk . (Ende)

Grüße von Volker

www.wildbiene.com

Re: NRW-VIE: Hummelschwund auf 1-5% der Vorjahresbestände Stefan Lennertz 05.05.2004 23:03

Hallo,

bei uns ist es ebenfalls sehr dünn geworden mit der Hummel- und Bienenpopulation. Im Moment habe ich immer noch die Hoffnung das es auf die zur Zeit noch kühlen Temperaturen und den letzten langen Sommer zurückzuführen ist. Also das noch viele aus dem Winterschlaf erwachen werden.

Gruß,
Stefan

Re: Re: NRW-VIE: Hummelschwund auf 1-5% der Vorjahresbestände Barbara Thomas 07.05.2004 14:04

Hallo Stefan,
wo ist "bei uns"?
Wäre auch interessant zu lesen, falls sich irgendwann später im Jahr die Situation wider Erwarten noch bessern sollte!
Gruß
Barbara

Re: Re: Re: NRW-VIE: Hummelschwund auf 1-5% der Vorjahresbestände Stefan Lennertz 07.05.2004 23:27

Im Bergischen Land, Wipperfürth/Gummersbach, um genau zu sein. Hoffen wir das Beste.

Allerdings fällt mir auch auf das andere Insekten fehlen, Wespen/Hornissen und Spinnen sind weitere Spezies bei denen ich meine einen Schwund feststellen zu können.

Gruß,
Stefan

Re: Re: Re: Re: NRW-VIE: Hummelschwund auf 1-5% der Vorjahresbestände Angelika, Berg.Land 08.05.2004 13:11
Hallo Stefan, das ist ja schön, noch ein Hummelfreund hier in der Gegend. Ich komme auch aus Wipperfürth und dachte hier in der Nähe gibt es keine weiteren Hummelfreunde mehr. Wieviele Völker hast du und bist du schon ein "alter Hase" in Sachen Hummeln?

Ich bin zwar schon seit drei Jahren Fan, habe aber erst das erste Mal ein Volk im Kasten. Bisher haben die Hummeln immer am Haus genistet. Grüße, Angelika

Re: Re: Re: Re: Re: NRW-VIE: Hummelschwund auf 1-5% der Vorjahresbestände Stefan Lennertz 08.05.2004 22:05

Toll, noch ein Hummelfan aus Wipperfürth, der Stadt der kurzen Rasen. In welchem Stadtteil liegt Dein Nest?

Ich bin erst seit letztem Jahr Hummelfan, als sich auf einem Regal in meiner Wohnung eine Hummel eingenistet hatte.
Allerdings habe ich schon eine Menge gelernt in der kurzen Zeit, zumindest in der Theorie. Ein Hummelvolk konnte ich leider noch nicht ansiedeln. Aber wie bereits beschrieben könnte ich mir vorstellen das einige Hummeln noch auf Nestsuche sind.

Gruß,
Stefan

Re: Re: Re: Re: Re: Re: NRW-VIE: Hummelschwund auf 1-5% der Vorjahresbestände Angelika, Berg.Land 09.05.2004 18:59

Hallo, ich wohne in der Nähe von Thier. Meine Ackerhummel ging leider verloren. Ich versuche nochmal eine Königin zu finden, sehe aber nur sehr selten nistsuchende >Königinnen. Es ist hier in der Gegend ein sehr schlechtes Hummeljahr. Die Weiden waren schon schlecht besucht. Jetzt stehen die Apfelbäume, der Kastanienbaum, die Erdbeeren in voller Blüte und kaum ein Insekt, geschweige denn eine Hummel ist zu sehen. Grüße, Angelika

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: NRW-VIE: Hummelschwund auf 1-5% der Vorjahresbestände Stefan Lennertz 09.05.2004 22:12

Du nimmst mir die Worte aus dem Mund, ich bin heute Stundenlang über Weiden und Wege gelaufen. Lediglich 3 Ackerhummeln und 1 Wildbiene habe ich angetroffen.

Kaum zu glauben, und das trotz blühender Felder mit Löwenzahn, Taubnesseln und blühender Obstbäume.

Lediglich in unserem Beinwell, da waren wieder jede Menge Hummeln. Ob das daran liegt das sie Naturbelassen sind? Wie auch immer, noch habe ich die Hoffnung nicht verloren die ein oder Königin anzusiedeln.

Ich wohne übrigens in Nagelsbüchel.

Gruß,
Stefan

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: NRW-VIE: Hummelschwund auf 1-5% der Vorjahresbestände Barbara Thomas 10.05.2004 10:24

Hallo Stefan, Angelika etc.
unter den wenigen Hummeln, die hier (Nettetal, Kreis viersen, TK 4603) fliegen bzw. an den schönen Tagen flogen, waren seltsamerweise nur Ackerhummeln + 1 Baumhummel, KEINE der sonst mit Abstand häufigsten Erdhummeln! Kann es sein, daß an dem Beinwell vor allem Pelzbienen fliegen? Die sind u.a. viel hektischer als Hummeln.
Beste Grüße
Barbara

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: NRW-VIE: Hummelschwund auf 1-5% der Vorjahresbestände Stefan Lennertz 10.05.2004 22:27

Da sind tatsächlich einige pelzige Bienen, die sich wie von Dir beschrieben im Beinwell tummeln. Aber eigentlich doch mehr Hummeln. Unter anderem auch Nachwuchs von einer Erdhummel.

Gruß,
Stefan

Re: NRW-VIE: Hummelschwund auf 1-5% der Vorjahresbestände susanne 06.05.2004 10:12

Hallo Barbara,
ich habe letztes Jahr schon wegen der Varroamilbe das Summen der Bienen im Garten vermisst. Es war erschreckend still. Dieses Jahr haben sich die Bienenbestände immer noch nicht erholt, in den letzten Monaten habe ich vielleicht 10 Stück gesehen, obwohl ich 6 große Obstbäume im Garten habe und jede Menge Staudenbeete. Nahebei gibt es zudem ausgedehnte Kleingartenflächen.

Bei den Hummeln bin ich mir nicht sicher. Ich fand das Hummelaufkommen dieses Jahr gering, hab das aber bisher aufs ungünstige Wetter und auf meinen dringenden Wunsch geschoben, alle (neuen)Nistkästen zu besiedlen. Wenn man so begierig wartet, erscheint einem ja alles zu wenig.

Dein Beitrag lässt meine Beobachtungen jetzt aber in einem anderen Licht erscheinen. Letztes Jahr gab es tatsächlich mehr Hummeln, ich erinnere mich an die kleinen Sammlerinnen auf den Stachel- und Johannisbeeren, die fehlten dieses Jahr fast ganz. Ackerhummeln gibt es kaum, dafür aber am Anfang mehr Erdhummeln als letztes Jahr. Da hat dann wirklich das schlechte Wetter seinen Tríbut gefordert.

Ich bin schockiert über den starken Ausfall bei euch. Wenn es an den Spritzmitteln liegt, erklärt das auch, warum in den Städten (Hamburg, hier in Hannover)der Verlust etwas weniger zu spüren ist. In der Bebauung wird nicht so großflächig gepanscht werden, wie in der freien Landschaft.

Grüße von Susanne

Re: NRW-VIE: Hummelschwund auf 1-5% der Vorjahresbestände Angelika, Berg.Land 06.05.2004 15:49
Hallo, auch hier gibt es wenige Hummeln und wenige Bienen. Vor ein paar Tagen dachte ich noch, jetzt geht´s los, weil ich drei suchende Hummelköniginnen an einem Tag gesehen habe. Das war´s dann aber auch. Grüße, Angelika
Hier gutes Hummeljahr bis jetzt... Michel 06.05.2004 18:57

Also ich kann mich dieses Jahr nicht beklagen. Meiner Meinung nach fliegen hier im Erzgebirge deutlich mehr Hummeln als sonst. Daher waren auch meine 3 Nistkästen schnell besiedelt (leider gab es auch des öfteren einen Doppelbesatz).

Nun ja, so sieht es hier derzeit aus.

Aber Bienen haben wir auch recht wenige.

Gruß
Michel

Ackerhummeln Kay 06.05.2004 17:27

In meinem Garten sind ziemlich viele Ackerhummeln aus den Nestern vom vorjahr umhergeflogen.Ich konnte 5 Nestgründungen im Garten und drei in meinen nistkästen am Fenster beobachten.Die fensterrahmen sind aus Holz sodass ich Löcher durchbohren konnte und eine verbindung zum inneren machen konnte.Die kästen stehen von innen auf dem fensterbrett.Eine Königin hat bereits Nachwuchs,die anderen beiden stehen kurz davor.Mit stein und erdhummeln hatte ich dieses Jahr kein Gück da diese aufgrund von Parasitenbefall sehr stark dezimiert waren

Lagebericht und Schlechtwetter Michel 06.05.2004 18:53

🖼 Bild nicht mehr verfügbar

Meine Steinhummel bewohnt nun schon seit 19, die Wiesenhummel seit 18 und die Gartenhummel seit 6 Tagen ihr Nest.

Bei Wiesenhummel und Steinhummel dürften bald Arbeiterinnen erscheinen.

Doch leider ist das Wetter derzeit herzlich schlecht. Regen, regen, regen und das seit 2 Tagen. Sollte man zufüttern oder ist der Vorrat in Nest für solche Schlechtwetterperioden ausreichend? Naturnester müssen ja auch irgendwie über die Runden kommen, oder?

Viele Grüße
Michel

Re: Lagebericht und Schlechtwetter Manfred 07.05.2004 07:38

Hallo Michel,

hier in Hamburg ist das Wetter zur Zeit auch recht schlecht, die letzten Tage hat es über mehrere Stunden Dauerregen gegeben. Bisher sind die Hummeln aber ganz gut in der Lage die trockenen Phasen zu nutzten. Bei guten Wetter hatten die Erdhummeln jeweils 10-12 Trachtflüge pro Stunde, gestern Abend nach dem Regen hat sich die Flugfrequenz auf über 20 Flüge pro Stunde erhöht. Auffällig ist, dass die "Reservesammlerinnen" in unmittelbarer Nestumgebung sammeln, während die "normalen" Arbeiterinnen wie gewohnt weit weg fliegen. Bei den Steinhummeln ist die Lage ähnlich, es fliegen in den trockenen Stunden einfach zusätzliche Sammlerinnnen aus.

Gruß aus HH
Manfred

Re: Re: Lagebericht und Schlechtwetter Michel 07.05.2004 14:10

Hallo Manfred,

bei uns hat nun der Daueregen aufgehört (30 Liter in 24h). Die Temperatur liegt bei 4.6 °C (am Mittwoch noch 23 °C). Der Wiesenhummel scheinen diese kalten Temperaturen keinesfalls zu missfallen, sie fliegt munter aus und ein. Nicht jedoch Stein- und Gartenhummel. Die Steinhummel schaute heute mal etwas schüchtern aus dem Eingang, flog nach einigen Sekunden ab und war eben so schnell wieder da (ihr war wohl zu kalt).
Daraufhin habe ich nun doch bei Stein- und Gartenhummel ein Legobaustein Zuckerlösung reingestellt (Vorbau). Bleibt nur zu hoffen, dass sie ihn wenn es eng wird auch findet. Ameisen brauche ich ja bei der Witterung nicht zu fürchten.

Wärmer wird es erst am Sonntag. Dann dürfte auch Nachwuchs eingetroffen sein.

Viele Grüße
Michel

Re: Re: Re: Lagebericht und Schlechtwetter Michel 08.05.2004 13:23

Leider haben die Hummeln die Futterlösung nicht angenommen. Um auch heute ist es mit 7 °C recht kühl. Nur die Wiesenhummel fliegt ein und aus, nicht jedoch die anderen Arten.

Ich mache mir ernstlich Sorgen um die Stein- und Gartenhummel. Bei denen dürfte ja nach 4 Tagen nasskalten Regenwetter jetzt Futternot herrschen.

Könnte man die Zuckerlösung auch direkt ins Tönnchen spritzen (was erst noch gefunden werden muss)?

Viele Grüße
Michel

Re: Re: Re: Re: Lagebericht und Schlechtwetter Stefan Lennertz 08.05.2004 22:50

Hallo Michel,

ich glaube das Zufüttern generell i.O. ist. Viele Nester in der Natur, und damit wohl auch die im Hummelkasten, werden wohl deshalb aufgegeben bzw. gehen zugrunde, weil das Angebot an Trachtpflanzen
nicht ausreichend ist um in kurzer Zeit ein ausreichendes Depot anzulegen.

Sollten Sie dein Zusatzfutter nicht annehmen, so hast Du es wenigstens versucht. Vorausgesetzt die Gefahr das sich die Hummel gestört fühlt und deshalb verduftet ist kalkulierbar.

Gruß,
Stefan

Re: Lagebericht und Schlechtwetter Wilhelm 07.05.2004 17:37

Hallo Michel
ich habe heute in allen Kästen zugefüttert und habe bei der Gelegenheit drei verlassene Nester entdeckt zwei Waldhummel- und eine Steinhummelkönigin haben ihre Brut aufgegeben.Gib deinen Königinnen ruhig eine größere Chance die Schlechtwetterperiode zu überstehen. Ein Tipp:Die Königinnen nehmen das Zuckerwasser manchmal schlecht an, darum habe ich die ganz flachen Legoplättchen mit Zuckerwasser gefüllt und so in den Vorbau gestellt daß sie darüber laufen müssen wenn sie den Vorbau verlassen möchten.
Gruß Wilhelm (Hummelwilli)

Re: Lagebericht und Schlechtwetter Dirk 07.05.2004 17:45

Hallo Michel,

ich füttere meine Völker in den letzten Jahren überhaupt nicht. Bei uns (Vorpommern) gibt es im Frühjahr und Sommer genug Nahrung und die Hummeln finden auch bei schlechtem Wetter genug Pollen und Nektar. Ich beobachte die Hummeln sowieso lieber beim Ein- und Ausfliegen, als beim schlürfen an einem Legobaustein. Wenn bei dir in der Umgebung aber Nahrungsmangel herrscht ist gegen das Füttern nichts einzuwenden. Übrigens haben wir jetzt schon das vierte Jahr auf unserem Grundstück Steinhummeln die immer im gleichen Loch in der Garage nisten. Sie nisten also schon die vierte Generation, ohne das man zusätzlich Nahrung anbietet.

Gruss Dirk

nachgucken? Angelika, Berg.Land 07.05.2004 09:42

Ich stehe Ewigkeiten am Hummelkasten, aber seit einer Woche sehe ich meine Ackerhummel nicht mehr. Ob ich jetzt mal nachsehen darf? Und wann ist die beste Zeit um mit Raupenfrei vorzubeugen? Grüße, Angelika

Re: nachgucken? Wilhelm 07.05.2004 17:52

Hallo Angelika
nicht nur die Neugier sondern auch das Verantwortungsgefühl treibt einen um.Nimm den Kasten in einen geschlossenen Raum und schaue vorsichtig in der Wolle nach, bereite vorher noch die möglichkeit vor, etwas Zuckerwasser in das Honigtöpfchen zu geben und rücke dann die Polsterwolle wieder zurecht. Mit dem Wachsmottenspritzmittel kannst du bei den Ackerhummel ruhig bis mitte Juni warten. Das Ackerhummelvolk entwickelt sich sehr langsam und und ein kleines Nest gibt kaum gerüche frei das die Wachsmotten anlockt.
Gruß Wilhelm (Hummelwilli)

Ich stehe Ewigkeiten am Hummelkasten, aber seit einer Woche sehe ich meine Ackerhummel nicht mehr. Ob ich jetzt mal nachsehen darf? Und wann ist die beste Zeit um mit Raupenfrei vorzubeugen? Grüße, Angelika
Re: Re: nachgucken? Angelika, Berg.Land 08.05.2004 15:47
Hallo Wilhelm, ich habe deinen Rat befolgt. Die Königin befand sich nicht im Nest. Im Nest sind ein ganz leeres Honigtöpfchen und eine geschlossene Brutwabe. Das Honigtöpfchen habe ich gefüllt. Ich habe mich noch eine Stunde am Kasten aufgehalten, aber keine Hummel war in Sicht. Bei uns ist es windig mit 5 - 7 Grad. Ich glaube nicht, daß sie solange ausfliegt. Das sieht wohl schlecht aus, oder? Grüße, Angelika
Re: Re: Re: nachgucken? Marcel 08.05.2004 21:24

Hi Angelika,

mit den Ackerhummeln hatte ich bisher immer Pech! Nun schon das 3 Jahr in dem die Königin vor dem Schlupf der ersten Arbeiterinnen verloren geht.

Re: nachgucken? Andreas(München) 09.05.2004 19:54

Hallo Angelika,

Um zu überprüfen obe in Kasten noch von einer Hummel besiedelt wird, bringe ich eine Flocke der Polsterwolle in die Eingangsröhre. (nicht zustopfen!)
Wenn diese Flocke am nächsten Tag noch unverändert in der Röhre liegt weiß ich sicher, dass die Hummel verunglückt ist.
Ansonsten ist sie hinein- oder hinaus geschoben.
Ein Sammelflug einer Hummel kann übrigens weitaus länger dauern als eine Stunde !

Gruß Andreas

Re: Re: nachgucken? Angelika, Berg.Land 10.05.2004 14:22

Danke, für den Tipp. Ich hatte nachher Moos genommen, aber Polsterwolle ist wahrscheinlich besser, weil leichter. Grüße, Angelika

tote Steinhummel Karl-Heinz Haferkorn 08.05.2004 11:32

Hallo Hummelfreunde,
nach den vielen Regen der letzten Tage, heute Morgen der Schock für uns, eine tote Erdhummel vor dem Einflugloch unseres unterirdischen Erdhummelkastens. Wir haben, meine Frau und ich, sofort den Deckel geöffnet und konnten mit riesiger Freude feststellen,
dass unsere Königin mit ihren kleinen Arbeiterinnen unversehrt geblieben war. Sicher gab es einen Kampf und die sicherlich obdachlose Erdhummel war nur zweiter Sieger. Oder war es gar unsere Königin, die den kürzeren gezogen hat, wir werden es nie erfahren. Trotzdem schade, wir hätten noch einen Reservekasten gehabt, aber na ja, so ist eben die Natur. Alles können wir nicht regeln.
Um unsere restlichen vier Völker (2x Steinhummel, 1x Wiesenhummel u. 1x Ackerhummel)
brauchen wir uns nicht zusorgen, denn diese Kästen sind im Inneren des Kellers untergebracht. Durch einen flexiblen Schlauch sind sie mit dem Einflugloch (mit Balkon) am Kellerfenster verbunden. Auch kühlere Tage spielen hier keine Rolle.
Nun zu meiner Frage. Obwohl wir rings um den Deckel ein Mittel gegen Ameisen gestreut haben, ist es einzelnen Ameisen und Kellerasseln gelungen in den Kasten einzudringen. Wie kann ich das nur verhindern, denn diese Eindringlinge könnten das Steinhummelvolk einmal ernsthaft gefährden! Zukleben kann ich den Kasten nicht, denn schließlich wollen wir ja auch ab und zu mal nach den Rechten sehen.
Also, wer kann uns helfen.

Karl-Heinz

Re: tote Steinhummel Michel 08.05.2004 13:20

Ich habe festgestellt, dass eigentlich für ein gesundes Volk Ameisen und Kellerasseln keine große Gefahr darstellen. Nur geschwächte/kranke Völker sind hier gefährdet.

Sonst würde ja bei der Masse an Ameisen in der freien Natur kein Hummelvolk überleben können.

Soweit meine Beobachtungen.

Viele Grüße
Michel

Re: Re: tote Steinhummel Marcel 08.05.2004 21:28

Du kannst um den Schlauch doppelseitiges Klebeband wickeln, ca. 5 cm hinter dem Einflugloch.

@Michel die Ameisen stöbern ein Naturnest wesentlich schwerer auf als ein Nest im Nistkasten. Das gleiche trifft meiner Meinung nach für Wachsmotten zu.

Re: Re: Re: tote Steinhummel Michel 08.05.2004 22:10

Hallo Marcel,

Aber ein Ackerhummelnest unter einem Grasbüschel ist für Ameisen wiederum auch recht einfach zu finden, meiner Meinung sogar noch einfacher als ein Nest in einem Nistkasten.

Gruß
Michel

Hummeln nisten unter Terrasse - gefährlich?? Jens aus Wolfenbüttel 08.05.2004 19:45

Hallo Hummelfreunde,

ich habe zufällig diese Seite entdeckt und hoffe, dass mir jemand meine Frage beantworten kann/will:

Wir haben ein Terrasse, die mit Holz beplankt ist.
In einer Ecke unter einer der Planken dieser Terrasse hat sich eine Hummelkönigin offensichtlich ein Nest gebaut.
Viel geschlüpft ist noch nicht.

Könnten sie lästig werden, wenn wir dort frühstücken?
Sollten wir sie lieber umsiedeln, wenn das möglich wäre?

Oder kann man sie getrost ignorieren??

Wer weiß Rat?

Vielen Dank im Voraus.

Jens aus Wolfenbüttel

Re: Hummeln nisten unter Terrasse - gefährlich?? Stefan Lennertz 08.05.2004 22:29

Hallo,

meiner Erfahrung nach ist Ignorieren genau Richtig. Läßtig werden sie sicherlich nicht werden, da sie kein Interesse an Marmelade oder sonstigem Süßen und Essensresten haben.

Agressivität gibt es so gut wie nie, sollte das Nest gerüttelt werden könnten die Hummeln allerdings bestimmt mal Brummen.

Außerdem haben die Hummeln so was wie einen Autopiloten, sollte man sich zufällig in ihrem Flugweg befinden kann es sein das sie vor einem Anhalten und etwas irritiert um einen herumschwirren. Das ist jedoch keinesfalls Agressivität, also nicht nach ihr schlagen, sie suchen dann lediglich einen Umweg.

In aller Regel unkomplizierte Zeitgenossen die pelzigen Brummer.

Auf der Seite www.aktion-Hummelschutz.de gibts übrigens auch eine Hotline, wo Leuten wie euch schnelle Antworten auf alle Fragen gegeben wird.

Gruß,
Stefan

Re: Re: Hummeln nisten unter Terrasse - gefährlich?? Jens aus Wolfenbüttel 09.05.2004 17:14

Hi Stefan,

vielen Dank für Deine Antwort.
Da bin ich ja beruhigt :-)

Ich finde diese Hummelchen nämlich eigentlich ganz niedlich.

Wenn sie uns nicht das Brot vom Tisch fressen, habe ich kein Problem mit ihnen.

Inzwischen habe ich gelernt, dass ich stolz auf die Hummel sein sollte, denn manch einer tut vieles, damit Hummeln bei ihm nisten.

...Hab ich hier im Forum erfahren.

Also hab noch einmal vielen Dank

Bis dann

Jens aus Wolfenbüttel

Re: Re: Re: Hummeln nisten unter Terrasse - gefährlich?? Stefan Lennertz 09.05.2004 22:13

Du sagst es,
ich bin auch einer von denen.

Viel Spass mit Deiner Hummel!

Gruß,
Stefan

Re: Re: Re: Re: Hummeln nisten unter Terrasse - gefährlich?? Jens aus Wolfenbüttel 10.05.2004 08:34
Du sagst es,
ich bin auch einer von denen.

Viel Spass mit Deiner Hummel!

Vielen Dank, Stefan

Jetzt werde ich sie freudig beobachten :-)
Manchmal suchen sie in der falschen Ecke der Terrasse. Irgendwann merken sie, dass sie irgendwie falsch sind und korrigieren den Kurs.
Find ich witzig.

Bis dann

Jens aus Wolfenbüttel

Re: Re: Re: Re: Re: Hummeln nisten unter Terrasse - gefährlich?? Stefan Lennertz 10.05.2004 22:23

Deine Hummel hat also schon Nachwuchs, toll.
Es ist wirklich interessant die Hummeln bei ihrer Arbeit zu beobachten.

Wie ich sehe haben sie es die gut getroffen.

Gruß,
Stefan

Erster Verlust Manfred 09.05.2004 09:47

Gartenhummeln wird es bei mir dieses Jahr nicht geben, die Königin ist verloren ggangen und das Nest abgestorben.
Wie präpariere ich das Nest für Anschauungszwecke am besten? Es besteht aus dem (noch mit etwas Nektar gefüllten) Honigtopf, 13 frisch verpuppten Kokons und dem Beginn der 2. Brutwabe.

Gruß
Manfred

Re: Erster Verlust Michel 09.05.2004 13:12

Einfach ganz vorsichtig mit Haarspray einnebeln, aber nicht zuviel, sonst wirkt das Nest durch den dann entstehenden Glanz verfälscht.

Schade um die Gartenhummel, mein Beileid.

Viele Grüße
Michel

Re: Erster Verlust Horst 09.05.2004 16:29

Hallo Manfred,
das Nest kannst Du für lange Zeit konservieren, wenn Du es mit "Haarlack" (billig beim Discounter)einsprühst. Der Haarlack ist elastischer als "Haarspray".

Gruß
Horst

Re: Erster Verlust susanne 10.05.2004 11:12
Hallo Manfred,

kannst Du die Waben nicht einem anderen Nest unterschieben? Vielleicht sind die Hummeln eines anderen Nestes ja begeister, so dicke Helferinnen zu bekommen. E.v. Hagen beschreibt das in seinem Buch, vielleicht wäre es einen Versuch wert.
Gruß Susanne

Re: Re: Erster Verlust Manfred 10.05.2004 11:48

Hallo Susanne,

das wird nicht gehen, da die Brut abgestorben ist. Auch lebende Brut der Gartenhummeln könnte ich weder bei den Erd- noch bei den Steinhummeln unterschieben, da diese beiden Arten Pollenstorer sind und die Gartenhummeln Pocketmaker. Es geht nur Pocketmaker zu Pocketmaker und Pollenstorer zu Pollenstorer.

Gruß
Manfred