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Mooshummel

Bombus muscorum (Linnaeus 1758) – Megabombus muscorum

Aussehen und Merkmale der Mooshummel

Buchtip:
Der Thorax (Brustabschnitt) ist gelblichorange bis rötlichbraun gefärbt. Auf den ersten Blick ähnelt die Mooshummel  einer orangebraunen Veränderlichen Hummel oder einer Ackerhummel, besitzt jedoch keine schwarzen Haare am Thorax oder am Flügelansatz. Kragen und Schildchen sind meist etwas heller. Das Abdomen (Hinterleib) ist gelblich und zeigt zuweilen je ein honigbraunes Bändchen am 2. und 3. Tergit (Hinterleibsring). Der letzte Tergit ist schwarz und kürzer behaart als bei der Veränderlichen Hummel. Die übrige Behaarung (besonders am Thorax) ist länger, dichter und wirkt wie geschoren, da alle Haare fast gleich lang sind.
  • Königin: Thorax auffallend rötlichbraun, in dessen Mitte der Chitinpanzer oft schwarz durchschimmert; unterer Thoraxrand meist heller. Abdomen: gelblich; am 2. und 3. Tergit goldgelb, durchsetzt von schwarzen Querbändern des Chitinpanzers; auch unterer Thorax und Abdomen gelblich.
  • Arbeiterin: Wie Königin
  • Drohnen: Goldgelber Pelz am Thorax, während das Abdomen vom 1. -6. Tergit vorwiegend gelblich erscheint.
Körpermaße in mm Königin Arbeiterin Drohn
Körperlänge 17 – 19 10 – 16 13 – 15
Flügelspannweite 32 – 35 22 – 30 26 – 29
Rüssel lang 13 – 15 unbekannt ca. 9
Kopf mittellang mittellang mittellang

Buchtip:
Königin der MooshummelWichtig ist für alle oberirdisch zwischen Bodenpflanzen nistenden Hummelarten wie die Moos-, Veränderliche-, Wald-, Gras- u. Ackerhummel, dass trockenes, feines, dichtes Vorjahresgras oder Moos in Wiesen, Rainen oder Grabenböschungen steht.

Das darf weder gemäht sein noch zertrampelt werden. Eine “aufgeräumte Landschaft” ist “die Hölle auf Erden” für unsere Hummeln! Denn da herrschen Wohnungsmangel und ständige Futternot.

Volksgröße 50 bis 120 Individuen
Vorkommen Im Flachland in offenem feuchtem Gelände sowie in Sumpflandschaften und Mooren in der Nähe von Seen und an der Meeresküste
Verbreitung Eurasien, von der Iberischen Halbinsel bis Norwegen und Süd- Finnland, von Großbritannien bis zum Fernen Osten.
Flugzeiten Nestsuchende Königinnen der Mooshummel von Anfang/Mitte Mai bis Juni. Arbeiterinnen von Ende Mai/Anfang Juni bis Ende September. Jungköniginnen und Drohnen von Anfang/Mitte August bis Ende September.
Neststandort Stets oberirdisch in Grasbüscheln und unter Moos, in verlassenen Kleinsäugern- und Vogelnestern auf Bäumen, an Häusern oder in Vogelnistkästen. Meist flicht sie ihre Nester aus viel Moos und trockenem Gras selbst. Sie ist daher ein Nestbauer.
Nahrung Nektar und pollenliefende Haupttrachtpflanzen: Taubnesseln, Ziest, Wiesensalbei, Beinwell, Disteln, Flockenblumen, Heidekraut, Rot-, Weißklee u. Wundklee, Wicken, Kohldistel, Herzgespann und Schwarznesseln.
Besonderheiten und Wissenwertes Die Mooshummel ist ein Pocketmaker. Die Königin erzeugt einen hohen Summton, ähnlich dem der Veränderlichen Hummel. Sie ist die einzige Art, deren Färbung nicht variiert. Sie gehört objektiv zu den wohl schönsten Hummelarten.
Abwehrverhalten Hummeln sind allgemein stechträge, aber einige wenige der über 30 bei uns vorkommenden Hummelarten, die Baumhummel (die gern z.B. in Vogelnistkästen brütet) und die Mooshummel (die ihre Moosnester an der Erdoberfläche baut), sind sogar bereits bei Störungen in der Nähe ihres Fluglochs oder Eingangs zum Nest abwehrbereit. Beim Angriff fliegen sie sofort ins Gesicht des Störenfriedes und stechen schmerzhaft. Hummeln stechen sonst aber nur bei grober Gewaltanwendung gegen ihren Körper oder bei schweren Störungen an ihrem Nest.
Ähnliche Arten Verwechselungen mit der Veränderlichen Hummel und der Ackerhummel sind möglich.
Gefährdung Die Mooshummel ist eine ausgesprochen seltene Art und stark gefährdet. Vom Aussterben bedroht! Für die Mooshummel sind Schutzmaßnahmen dringend erforderlich und notwendig.
Rote Liste Kategorie 2 in Deutschland stark gefährdet.

Rückgangsursachen

Abnahme von feuchterem, extensiv genutztem Grünland und Feuchtgebieten; Nester in der Krautschicht unter Moos.

Mooshummel KöniginDramatische Landschaftseingriffe während der letzten Jahrzehnte haben den Wildbienen das Überleben schwer gemacht. Intensivierungen in der Landwirtschaft, großflächige Monokulturen, reduzierter Fruchtwechsel, Flurbereinigungen mit dem Ziel die Schlaggrößen zu maximieren daneben Rodungen von angeblich nutzlosen Hecken, haben zu einer ausgeräumten Landschaft geführt in der die Überlebenschancen für Wildtiere und Insekten minimiert sind. Hinzu kommen die Auswüchse von “Ordnungsliebe”: Kleine Böschungen werden eingeebnet, “Löcher” zugeschüttet, Wiesen regelmäßig “kurz gehalten”; Hummelnester werden so zerstört oder zugemäht oder können in der “aufgeräumten” Landschaft gar nicht erst entstehen.

Parasiten

Es gibt eine kleine Käferart, die sich in Hummelnester entwickeln. Die Art heißt: Antherophagus nigricornis auf deutsch: Schimmelkäfer (Schwarzhörniger Schimmelfresser). Flugzeit von Mitte Mai bis Ende September, der als Kommensale gilt bzw. das es sich um einen Nestparasiten handelt.

Besonders die 8. langrüsselige Hummelartenarten Acker-, Garten-, Gras-, Wald-, Deich-, Sand-, Moos- und Veränderliche Hummel werden durch Antherophagus der sich während des Eintragens von Nektar und Blütenpollens an Beine, Fühlern oder der Zunge (Rüssel) von Altköniginnen und Arbeiterinnen festklammert, so befallen. Auf diese Weise läßt sich der Käfer ins Nest tragen. Hier ernährt er sich und insbesondere aber seine Larven die sich von frisch eingetragenen Blütenpollen, aber auch von Abfallen und aus den Eiern der erst geschlüpften Hummellarven ernährt bzw. parsitiert. 1922 machte auch Karl v. Frisch schon diese Beobachtung.

Weiterführende Links

wildbienen.de

Quellen

Eberhard von Hagen – Ambros Aichhorn
Hummel bestimmen – ansiedeln – vermehren – schützen
Fauna Verlag
ISBN: 3-935980-2

Günter R. Witte & Juliane Seger
Hummeln brauchen blühendes Land
WESTAPP WISSENSCHAFTEN
ISBN: 3-89432-097-4

Vielen Dank an Karsten Grotstück

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