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Blütenstetigkeit

Blütenstetigkeit (Blumenstetigkeit): “Eingearbeitete” Arbeiterinnen besuchen überwiegend den eintrainierten Blütentyp (Arbeiterökonomie). “Spezialisten” sind in höherem Maße blütenstet als “Generalisten”). Königinnen im Frühjahr verfügen kaum über Blütenstetigkeit (noch keine Massentracht im Angebot). Hummeln müssen in kurzer Zeit möglichst viel Nektar und Blütenstaub sammeln. Das klappt umso besser, je mehr jede einzelne Sammlerin eines Volkes sich auf eine oder wenige Blütenkonstruktionen spezialisiert hat.

So “trainierte” Hummeln sammeln so lange “blütenstet” (blumenstet an derselben Pflanzenart), wie diese genug Futter liefert. Wird die Nahrung knapp und liefern andere Blumen jetzt “billiger” oder “mehr” Energie bei gleichem Arbeitsaufwand, dann wechselt die Hummel ihre bisher bevorzugte Sammelblume. Damit die Sammlerin stets genau weiß, welche Pflanzenart gerade am vorteilhaftesten Futter anbietet, prüfen Hummeln ständig auf ihren Flügen mehrere Blütenarten. Hummeln sind also nicht im gleichen Umfang blütentreu, wie Honigbienen, sondern eher durch Training unterschiedlich gut spezialisiert. Da viele Pflanzen von Stunde zu Stunde ihr Trachtangebot in Menge (Quantität) und Zuckerkonzentration (Qualität) ändern, müssen Hummeln zu raschem Umwechseln von der einen zur anderen Blumenart während eines Sammeltages bereit sein. Übrigens: Im Gegensatz zu Honigbienen sammeln Hummeln auf einem Flug meist Pollen und Nektar gleichzeitig, falls beides “im Angebot” ist.

Blütenstetigkeit ist das Ergebnis eines Lernvorgangs, einer Konditionierung. Hummeln und viele andere Blütenbesucher reagieren auf erworbene Erfahrungen, die besagen, dass auf Blüten bestimmter Farbe, bestimmten Duftes, bestimmter Zeichnungen und Farbkontraste Futter angeboten wird, durch wiederholtes Aufsuchen dieser lohnenden Objekte.
Eine so entstandene “Bindung an einen bestimmten Energiespender” hält nur an, so lange die entsprechende Pflanze Nektar und Pollen spendet.

Eine solche Bindung gilt als Blütenstetigkeit. Bei Hummeln und Bienen kommt zur Blütenstetigkeit ein hoher Grad von Ortsfestigkeit hinzu. Die Arbeiterinnen sammeln immer im gleichen Geländeabschnitt, in dem diese Konditionierung erfolgte. Blühende Pflanzen derselben Art an ihrem Flugweg hingegen bleiben selbst dann unbeachtet, wenn sie ansonsten die gleiche Attraktivität besitzen, wie diejenigen am Ort der erfolgten Konditionierung.

Außer durch direkte Beobachtung lässt sich Blütenstetigkeit durch Analyse des eingetragenen Pollens nachweisen. Von 380 untersuchten Hummelpollenpaketen (Corbicularpollen-Paketen) bestanden 188 aus dem Blütenstaub einer einzigen, 115 aus dem von zwei, 44 aus dem drei, 22 aus dem von vier, sechs aus dem von fünf, ferner eines aus dem von sieben unterschiedlichen Trachtpflanzenarten (Brian 1954, in Kugler 1970).

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Stefan

Über Stefan

Töging am Inn (Südostbayern), 398m