Beiträge aus 2012

Hummeln füttern? Harry 28.05.2012 13:10

Habe heute die Futtertönnchen bei den Baumhummeln kontrolliert. Wie es aussah fehlte ihnen Flugbenzin. Jedenfalls haben sie es dankbar angenommen.[img:http://www.das-hummelhaus.de/Bilder%20Nistkastenbeschreibung/Futterstation.JPG]

Hummeln füttern? Helena 28.05.2012 13:58

Interessante Vorrichtung...! Aber hier bei mir hat es soviel Tracht – und sowenige Insekten (vorallem auch kaum Honigbienen!) – ich sehe keinen Grund, jetzt zuzufüttern.

Füttere jetzt auch Christoph B. 29.05.2012 19:55

Hallo!
Nachdem ich heute meiner Ackerhummelkönigin beim Sammeln zuschauen konnte, fiel mir auf, dass sie mühsam von Blüte zu Blüte flog. Als sie zum Kasten zurückflog, verpasste sie den Eingang und landete auf dem Boden. Beim 5. Flugversuch kam sie dann bis zum Eingang. Hab ihr nun einen Legostein hingestellt. Hoffe, dass sie wieder zu Kräften kommt.
Sie hat noch keine Arbeiterinnen, obwohl es länst an der Zeit ist. Merkwürdig.
Generelle Frage: Fehlt es mancherorts so sehr an Trachtpflanzen, dass solche Fütteraktionen nötig sind? Das Füttern wäre dann wirklich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Umfassendere Maßnahmen wären angesagt.
Viele Grüße
Christoph

Füttere jetzt auch Helena 30.05.2012 06:50

Mein Vater hat auch eine Ackerhummelkönigin und die soll offenbar auch immer noch alleine sein.
Übrigens nehmen oft Königinnen das angebotene Futter gar nicht an; erst die Arbeiterinnen wissen das Angebot zu schätzen. Ich hatte bei meiner ersten im März auch einen Legostein in den Vorbau reingestellt, sie hat ihn nie angerührt.
Würde aber schon auch auf Ameisen acht geben. Harry berichtet ja, bei ihm gäbe es keine Probleme, aber muss ja nicht überall gleich sein.

Füttere jetzt auch Christoph B. 30.05.2012 22:36

Vielen Dank für die Hinweise! Die Ackerhummelkönigin hat tatsächlich den ganzen (kl.) Legostein leergesaugt. Hab ihr wieder einen gefüllten hingestellt. Die Erdhummelarbeiterinnen haben nur wenig genommen. Es sind ja nur ca. 8 Stück, ohne Königin.

Hummeln füttern? KiGaZw 28.05.2012 17:15

Wie lange dauert es, bis da alles voller Ameisen ist?

Hummeln füttern? Harry 28.05.2012 18:26

Bei mir sind keine Ameisen. Zu diesem Thema gibt es genügend Lösungen.
Habe festgestellt dass die Hummeln jetzt mit größeren Paketen Pollen ins Nest fliegen.
Ohne Flugbenzin laden sie sich weniger Last auf.

Hummeln füttern? Harry 29.05.2012 09:05

Nach der Eingewöhnungszeit wird der Legostein entfernt und die Hummeln saugen aus dem Futterrüssel.
[img:http://www.nabuwillich.homepage.t-online.de/HPBilder/Futterstelle1.jpg]

Hummeln füttern? Michel 29.05.2012 10:22

Ameisen sind kein Problem, auch ohne Lösungen wie Wassergräben und dergleichen. Die Hummeln beißen die Tiere vom Futter weg. Sobald so 30-40 Arbeiterinnen da sind, behauptet sich das Volk ohne Probleme gegen Ameisen und setzt dies auch an der Futtereinrichtung durch (füttere selber mit Labordurangläsern). Sehe Ameisen eher als nützliche Untermieter, fangen sie doch sicher auch den ein oder anderen echten Parasiten weg.

Beim Schwegler werden im Sommer nicht selten Puppen zwischen Holzbrett und Deckel von Ameisen gelagert, ohne dass sich Hummel und Ameise ins Gehege kommen...

Vg,
Michel

Hummeln füttern? Christian F. 29.05.2012 12:15

Hallo Harry,
wie immer eine sehr durchdachte Vorrichtung.
Wie nennt sich das Glasteil in deiner Konstruktion?

Schöne Grüße,
Christian

Hummeln füttern? Harry 29.05.2012 16:52

Hallo Christian,

es ist einfach eine Futterstation. Hab mir von einem Glasbläser 20 Stück anfertigen lassen.
Schau mal auf meine Seite.

Gruß Harry

Füttern Bild Harry 31.05.2012 12:17

Baumhummeln an der Nukelflasche
[img:http://www.nabuwillich.homepage.t-online.de/HPBilder/Baumhummel%20an%20der%20Nukelflasche.JPG]

Füttern Bild Helena 31.05.2012 15:35

Könnte man eigentlich auch eine Nagertränke nehmen? Also sowas:

[img:http://www.zoobi.de/images/product_images/info_images/1864_0.jpg]

Füttern Bild Harry 31.05.2012 23:16

Hallo Helena,
die Kleintiertränken haben meist am Saugrüssel eine Kugel, damit wird zusätzlich verhindert, das Wasser ausläuft. Durch den Zucker ist die Flüssignahrung für Hummeln leicht klebrig und es besteht die Möglichkeit, dass die Kugel sich festsetzt.
Die Glasrohrtränke von mir, hat ein nur 1mm großes Auslaufloch wo die Hummeln, ich sag mal, reinzüngeln. Ab und zu steigen dann kleine Minibläschen hoch, wenn der Unterdruck im Glasrohr zu hoch wird.
Für Kleinsäuger wie Mäuse oder ähnliches habe ich mit den von dir abgebildeten Flaschen gute Erfahrungen gemacht.
Allerdings halte ich die Getränkeflaschen für Hummeln für zu groß. Aber probier es doch einfach mal aus. Solange du es beobachtest und die Flüssigkeit nicht unkontrolliert oder garnicht ausläuft, kann ja nichts schlimmes passieren.

Gruß Harry

Füttern Bild Alex (bombus.de) 01.06.2012 09:34

Hallo Harry,

es gibt auch Kleintiertränken ohne Kugel, schau mal hier:

http://www.dadas-tiershop.ch/popup_image.php?pID=1393&osCsid=3f2f67d941d0adbf572bc5cec4538f35 (externer Link, nicht mehr verfügbar)

die müssten eigentlich genau so funktionieren - hab's aber noch nie ausprobiert.

Alex

Füttern Bild Harry 01.06.2012 12:26

Hallo Alex,
vermutlich ist die Saugöffnung zu groß. Es soll ja nichts daneben laufen, damit die Ameisen nicht angezogen werden. Also nur immer so viel rauskommen wie gebraucht wird. Ich glaube nicht das man mit einer so großen Saugöffnung für so kleine Insekten wie die Hummeln eine genaue Dosierung vornehmen kann. Der Hummelpelz und die Flügel sollen ja von dem Zuckerwasser verschont bleiben. Drehe zur Zeit gerade einen Film wie gekonnt Hummeln mit der Futterstation umgehen können, wenn sie einmal spitz bekommen haben wie es geht. Aber wie gesagt Alex.... einfach mal ausprobieren ob es klappt mit so einer Kleintiersaugflasche.

Gruß Harry

Füttern Bild Helena 01.06.2012 12:45

Harry, hast Du die einfach hingehängt und die Arbeiterinnen haben das von alleine entdeckt?
Vielleicht könnte man bei einer Kleinsäugertränke die Öffnung abkleben o.ä., so dass nur eine ganz kleine Öffnung verbleibt... Müsste mal schauen, was im Handel so erhältlich ist.

Füttern Video Harry 01.06.2012 20:14

Abkleben finde ich nicht so gut, aber musst es halt probieren. Praktisch bei der Hummeltränke ist, dass man den Saugrüssel auch auf die Anflugplattform drehen kann und so 3 Hummeln auf einmal saugen können. Wenn er frei in der Luft hängt ist es schon etwas anstrengender für die Hummeln. Ich meine die Konstruktion ist auch gut für Ameisengebiete geeignet da sie nicht an die Saugspitze kommen, wenn man einen schmalen Ring Insektenleim am Ende des Rüssels anbringt. http://www.youtube.com/watch?v=xcOLhqi0oig&feature=channel&list=UL (externer Link, nicht mehr verfügbar)

Rutschen die Hummeln vom Glas ab? Dennis 02.06.2012 11:15

Hallo Harry,

zum Video: Es sieht mir danach aus, als würden die Hummeln dauernd vom Saugrohrglas abrutschen / sich nicht richtig festhalten können, zumindest wenn das Ding in der Luft hängt. Hier wäre evtl. noch angebracht, das Glas etwas aufzurauen, damit die Hummelbeinchen halt finden?

Viele Grüße
Dennis

Rutschen die Hummeln vom Glas ab? Harry 02.06.2012 14:51

Hallo Dennis,

die Hummeln rutschen wirklich am Gas ab. Es dauert eine ganze Weile, bis sie die richtige Technik zum festhalten gefunden haben. Ich hatte in einem Beitrag geschrieben, dass man die Futterflasche in der Halterung nach oben und unten sowie seitwärts 180° verschieben kann. Somit kann man, wie auf dem Foto, den Rüssel auch über eine Plattform schieben. Man kann die Höhe auch so festlegen, dass Hummeln bequem, aber Ameisen nicht drankommen.
[img:http://www.nabuwillich.homepage.t-online.de/HPBilder/Nukelflasche.JPG]

Rutschen die Hummeln vom Glas ab? KiGaZw 03.06.2012 17:20

Diese Glasmethode ist super und durchdacht. Das funktioniert ja prima!

Ich stelle mir die Frage: Gibt es bei Dir kein Gedränge um die Futterquelle? Bei mir sind draußen auch gerne mal 5 - 8 Jungköniginnen und zusätzlich 4 oder 5 Arbeiterinnen gleichzeitig an einem Legostein.

Also gerne mal 10 und mehr gleichzeitig am schlürfen. Dazu kommt noch, dass obwohl ich alle Nester derzeit füttere gerne die Nachbarvölker zum "wildern" kommen und sich selbst einladen.

Sogar Erdhummeln essen mit, obwohl ich überhaupt keine Erdhummelnester habe...

Siehe HIER (externer Link, nicht mehr verfügbar) ;-)

Rutschen die Hummeln vom Glas ab? Harry 03.06.2012 18:05

Ein Gedränge herrscht manchmal schon. Maximal habe ich 4 Hummeln am Glasrohr saugen sehen. Mit den Legosteinen habe ich auch lange Zeit gefüttert. Funktioniert prima. Man muss halt öfter mal nachschütten. Beim "wildern" habe ich noch keine beobachtet, aber den Erdhummeln scheint Dein Gemisch auch sehr gut zu schmecken. Wenn es so kalt wie im Moment ist, sind die Vorräte im Nest schnell aufgebraucht und dieses zusätzliche Angebot, ist eine Hilfe, die positive Entwicklung im Nest fortzusetzen. Prima Viedeo :-)

Füttern Bild Alex (bombus.de) 02.06.2012 23:50

Hallo Harry,

so groß ist die Saugöffnung bei diesen Tränken gar nicht.
Aber es gäbe noch eine einfachere Methode:

Man nehme ein Glas mit Twist-off-Deckel.
In den Deckel kleine Löcher bohren oder mit Nagel reinstossen.
Mit Zuckerwasser füllen, Deckel aufschrauben.
Das ganze umgedreht (Deckel nach unten) auf Holzklötzchen stellen, so daß die Hummel von unten ran kommt. Durch den Unterdruck tropft nichts und die Hummel kann durch die Löcher lecken.
So werden - wie ich kürzlich gelernt habe - Bienen gefüttert.

Servus,
Alex

Füttern Bild Harry 03.06.2012 08:41

Hallo Alex,

finde ich auch eine gute Idee. Gibt es davon Fotos oder Filmaufnahmen?

Gruß Harry

Füttern Bild Alex (bombus.de) 04.06.2012 10:08
finde ich auch eine gute Idee. Gibt es davon Fotos oder Filmaufnahmen?

Hallo Harry,
leider nein. Aber meine bienen haben auf diese Weise ein Honig-Glas voll in 2 Tagen verputzt. Das Glas stand im Kasten auf einem Blumentopfuntersetzter mit Holzklötzchen als Abstandhalter.
So ähnlich wie hier beschrieben:
http://www.landlive.de/boards/thread/19947/page/1/ (externer Link, nicht mehr verfügbar)

Dieses Video hier:
http://www.youtube.com/watch?v=lfenr57j9Eg (externer Link, nicht mehr verfügbar)
wäre auch noch ein Weg. Allerdings muß man bedenken daß Bienen mehr und schneller wegfüttern als Hummeln. Und Ameisen sollte da auch keine aufkreuzen...

Alternativ könnte man auch gekauften Futterteig verwenden (ApiInvert, Neopoll etc.).
Selbst gemachtn würde ich für Hummeln nicht verwenden, da im Honig Krankheitserreger sein können die für Hummeln gefährlich sein können.

Mangels Hummeln kann ich davon leider nichts ausprobieren. Von 3 Selbstbesiedelungen sind in diesem Jahr alle 3 ausgefallen :(

Grüße,

Alex

Füttern Bild Harry 04.06.2012 12:46

Hallo Alex,

der Typ im Video ist einfach lustig. Trotz totaler Ahnungslosigkeit über Hummeln macht er lustige Videos.
http://www.youtube.com/watch?v=Q5ga-_pinmY&feature=plcp (externer Link, nicht mehr verfügbar)
Bei der Fütterung muss man doch schon unterscheiden. Wie schon geschrieben futtern große Bienenvölker viel mehr weg als Hummeln, so dass man dieses System bei Hummeln nicht anwenden kann.

Gruß Harry

Füttern Bild Helena 04.06.2012 13:00

Hat der doch das Vogelhaus einfach mal auf die Seite gelegt, prima, sämtliche Nektartöpfe werden jetzt ausgeleert sein und das ganze Nest verschmiert haben :-(
Sich Imker nennen, aber dann nicht mal Hummeln erkennen?

Der Hobbyimker Harry 04.06.2012 13:41

Ja, von Hummeln hat der wirklich keine Ahnung. Aber leider gibt es davon recht viele, ohne der Imkerehre jetzt auf die Füße treten zu wollen. Natürlich gibt es auch Imker die mal links und rechts von ihrem Gewerbe oder Hobby schaun. Habe mal einen Vortrag über Hummeln vor einem Imkerverein gehalten und war erstaunt wieviel Unkenntnis über die Verwandten der Honigbienen herrschte. Vielleicht liegt es daran das Imker früher Hummeln als Schädlinge eingestuft haben.

Auf Ausstellungen, auf denen wir über Hornissen, Wildbienen und Hummeln berichten sind oft Imkerstände vertreten. Es passiert sehr selten, dass von dem Imkerstand, die ihre Produkte verkaufen, auch mal jemand zu uns rüber kommt, um sich über unsere Themen zu informieren. Anders ist es bei Hummelfreunden die sich dazu entschlossen haben, mit Honigbienen zu imkern und so ihren Wissensstand erweitert haben. Vielleicht ist es eine subjetive Meinung die aus meinen Erlebnissen entstanden ist. Würde gerne Eure Erlebnisse erfahren.

Der Hobbyimker Alex (bombus.de) 04.06.2012 13:58

Achje, dieses Video habe ich noch gar nicht gesehen. Schlimm...
Er ist ja scheinbar ein recht netter Kerl und mir gefallen seine Video.
Aber der letzte Satz "Können Hummeln eigentlich auch stechen?" - ohoh...

Ich bin jetzt seit 5 Wochen Hobbyimker und kann Deinen Eindruck bestätigen. Imker sind ein ganz spezielles Völkchen. Und auch ziemlich engstirnig. Egal ob in Foren oder in "echt" im Imkerlehrgang - neugierige Fragen zu alterntiven Themen sind da unerwünscht. Nur ganz wenige, die auf neugierige "Abweichler"-Fragen mit Neugier reagieren - und das sind meist auch Anfänger.

Man darf auch nur ein Buch lesen. "Alles andere würde Euch nur verwirren" - aber vermutlich wäre er den Fragen zu anderen Meinungen nicht gewachsen. (Ok, das ist jetzt evtl. ein bischen böse von mir...)

Aber es gibt auch unter Imkern Einzelgänger die "ihr Ding" machen - und genau die wären gute Hummelfreunde.

Alles Gute,

Alex

Der Hobbyimker Dennis 05.06.2012 20:44

Hallo Alex, Harry und Helena,

bei den Imkern kommts sehr drauf an, an wen du gerätst.
In den Ortsvereinen findest du meist Herren 70+, die die Imkerei in den 60ern gelernt haben und da galt: Gewünschte Tiere "in Form pressen", standardisieren, auspressen und alles andere totspritzen (alte Imkerbücher raten z.b. noch, Gelege des Bienenwolfs mit E605 zu vernichten und neuere z.T. noch den Einsatz von Wespenfangflaschen).

@ Harry: Woher hast du das, dass Imker auch Hummeln früher als Schädlinge betrachteten? Kenne das jetzt nur mit Wespen...

@ Alex: Guck mal bei einem alternativen Imkerverein, z.B. "Mellifera" (Süddeutschland) oder "De Immen" (Norddeutschland, Schwesterverein), da hat man auch für Hummelfreunde und ihre Tierchen ein offenes Ohr ... ich bin aufgrund meines Wohnortes in letzterem Verein und da wird fiel übern Tellerrand gemacht (u.a. waren wir dem letzten Vereinstreffen einen Mann von der Ameisenschutzwarte / Waldameisenschutz besuchen).

Und jüngere Imker scheinen mir generell aufgeschlossener zu sein für "imkerliche Randthemen" wie Hummeln, Wildbienen, Wespen, Naturschutz u.ä. Themen.
(Ich bin sogar der Meinung, die Art zu imkern, wie es die Alten aktuell noch tun, wird und muss mit diesen sterben - der naturnahen Imkerei gehört die Zukunft).

@ Youtube-Mann: Dass ein Schwarm nicht in ein kleines Vogelhäuschen passt (auch ein Nachschwarm nicht ) sollte man aber auch als Anfänger wissen. ;)

Viele Grüße
Dennis

Der Hobbyimker Harry 05.06.2012 21:23

Hallo Dennis,

Suche gerade nach dem Beitrag wo Imker Hummeln als Konkurenzschädlinge betrachten, finde ihn aber nicht.

Cornel hat z.B. diesen Hinweis auf seiner HP.

2.7. Firma erklärt Hummeln zu Schädlingen
Die Firma "Bugspray" (bug: engl. Insekt, Käfer) nimmt Stellung zu Hummeln:

"This article is about bumblebee control. It will explain why they are a pest and what needs to be done for controlling infestations."
(bumblebee: engl. Hummel; pest: Ungeziefer, Schädling; infestation: Verseuchung).

Nach dieser Einleitung werden zunächst die Hummeln als "Wunder der Natur" gelobt. Danach wird aber empfohlen, den Hummeln kein Nistmaterial anzubieten. Schließlich könnten die Tiere stechen und einem die Freizeit und Arbeit im Garten verleiden, wenn erst einmal ein Nest enstanden ist. Zwei Möglichkeiten, sagt die Firma, gibt es um ein Nest zu entfernen: es auszuräuchern und es unter Wasser zu setzen.

Der Hobbyimker Dennis 06.06.2012 17:32

Hallo Harry,

ich vermute mal, das Spray wird nicht in Deutschland vertrieben bzw. dass die Firma nicht aus Deutschland stammt. Meine Vermutung: Amerika. Würde gut passen zu den Amis.

In Deutschland müsste sich die Firma mit solchen Aussagen nämlich des Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz schuldig machen (Aufruf zur Vernichtung geschützter Tierarten). Oder?

Viele Grüße
Dennis

Der Hobbyimker Harry 06.06.2012 21:20

Hallo Dennis,
das sehe ich auch so.
Schade, dass ich den Auszug aus dem alten Imkereibuch nicht mehr finde, wo Hummeln als Schädlinge bezeichnet werden.

Füttern Bild LUC 03.06.2012 15:13
Hallo Harry,

so groß ist die Saugöffnung bei diesen Tränken gar nicht.
Aber es gäbe noch eine einfachere Methode:

Man nehme ein Glas mit Twist-off-Deckel.
In den Deckel kleine Löcher bohren oder mit Nagel reinstossen.
Mit Zuckerwasser füllen, Deckel aufschrauben.
Das ganze umgedreht (Deckel nach unten) auf Holzklötzchen stellen, so daß die Hummel von unten ran kommt. Durch den Unterdruck tropft nichts und die Hummel kann durch die Löcher lecken.
So werden - wie ich kürzlich gelernt habe - Bienen gefüttert.

Servus,
Alex

Hallo,

mein Dad machts recht ähnlich, nur statt des Schraubdeckels spannt er einen dichten Stoffrest drüber. Die Maschenweite muss eben möglichst gering sein, ev. doppelt nehmen. Zudem kann auf der ganzen Fläche gesaugt werden.
Ob hier abseits des Brutkastens aber Hummeln drangehen, weiss ich nicht. Ev. den Stoff in Blau nehmen.
Die Imker füttern mindestens in 10 Meter Abstand.
Bei einem Kleinstbehälter könnte dieser sicher am Hummelbau deponiert werden.

Grüsse aus Oberösterreich

Füttern Bild Harry 03.06.2012 16:41

Man sollte aber berücksichtigen, dass bei einem Bienenvolk 40 000 bis 80 000 Bienen versorgt werden müssen und im Sommer täglich bis 2000 Bienen schlüpfen. Bei Hummeln habe ich es mit 100 oder 200 zu tun. Diese Größenordnung verlangt schon ganz andere Dimensionen. Ich glaube bei dem System 10m vom Nest entfernt so etwas aufstellen und es dem Hummelvolk begreiflich zu machen, dass es dort Nahrung gibt ist schwer. Wespen werden sich schneller auf diese Futterstelle einfliegen. Die Futterstelle am Nesteingang wird direkt genutzt. Selbst heute bei hummelunfreundlichem Regenwetter kommen sie raus, tanken, fliegen eine kleine Runde durch den Regen und verschwinden wieder im Hummelnest.

Meine Hummeln nehmen es nicht an Helena 03.06.2012 18:38

Habe heute früh zwei Legosteine in den Vorbau gestellt. Es regnet seit 9 Uhr früh mal mehr, mal weniger. Bislang wird die Zuckerlösung ignoriert... Wie kann man es ihnen schmackhaft machen? Entdecken die Hummeln diese Nahrungsquelle irgendwann von allein oder nehmen sie es nur an, wenn Bedarf besteht?

Meine Hummeln nehmen es nicht an Dennis 03.06.2012 19:31

Hallo Helena,

das gleiche Problem hatte ich aus.
Hab es so gelöst, dass ich das Futter direkt ins Nest stelle (dargereicht in diesen Flaschendeckelchen) ... seitdem wird es angenommen.

Also ins Nest stellen heißt: Nicht die Nestkugel aufreißen, sondern einfach irgendwo bei unversehrter Nestkugel das Fresschen im Deckelchen auf das Streu stellen.

Viele Grüße
Dennis

Meine Hummeln nehmen es nicht an Harry 03.06.2012 19:38

Die allemeinen Empfehlungen zur Herstellung von Hummelnahrung (Fruchtzucker/Haushaltszucker) ist ja 1:1 und 2 Teile Wasser. Ich mache die Mischung etwas wässriger....also 6 bis 10 Teile Wasser. Ich weiß nicht ob es bei Dir daran liegt, aber sobald die Hummeln die Nahrungsquelle ausfindig gemacht haben, nutzen sie diese auch. Die Kommunikation oder das Abschauen unter den Hummeln, dass es dort etwas leckeres gibt, geht sehr schnell. Vielleicht liegt es aber auch am dunklen Vorbau? Anderseits habe ich früher auch mit Legosteinen direkt auf der Polsterwolle, wo es ja auch dunkel ist, gefüttert und dass funktionierte auch gut.

Meine Hummeln nehmen es nicht an Dennis 03.06.2012 19:49

Hallo Harry,

also ich hatte den Mädels mal das zuckerwassergefüllte Deckelchen so in den Vorbau platziert, dass sie gar nicht anders konnten, als daran vorbeizukommen, denn es befand sich als Hindernis auf dem direkten Weg von Flug- zu Nesteingangsloch. Sie mussten also drüber stolpern und damit auch mal das Ding befühlern. Trotzdem ... nichts.

Im Nest haben sies dann angenommen. Aber ich habe jetzt zusätzlich was in den Vorbau gestellt. Mal schauen, vielleicht kriegen sies ja jetzt spitz.

Viele Grüße
Dennis

Meine Hummeln nehmen es nicht an Harry 03.06.2012 21:13

Hallo Dennis,

verwendest Du auch eine dünnere Mischung?
Habe heute einige Hummeln gehabt, die sich so vollgesaugt haben, dass sie kaum noch fliegen konnten. Sie drehten erstmal eine Runde, ließen erstmal Flüssigkeit ab um dann zum Eingang zu fliegen, die Klappe zu öffnen und im Nest zu verschwinden.
Nicht so gierig sein, muss auch erst mal gelernt werden.

Viele Grüße
Harry

Meine Hummeln nehmen es nicht an KiGaZw 03.06.2012 23:14
Hallo Dennis,

verwendest Du auch eine dünnere Mischung?
Habe heute einige Hummeln gehabt, die sich so vollgesaugt haben, dass sie kaum noch fliegen konnten. Sie drehten erstmal eine Runde, ließen erstmal Flüssigkeit ab um dann zum Eingang zu fliegen, die Klappe zu öffnen und im Nest zu verschwinden.
Nicht so gierig sein, muss auch erst mal gelernt werden.

Viele Grüße
Harry

Ja, das kenne ich auch!

Die sind so voll gefressen, dass sie erst einmal entweder "abstürzen" und/oder kräftig pumpen müssen bevor es weiter geht. Vor einer längeren Reise brauchen sie jedenfalls erst einmal "Rast" irgendwo im näheren Umkreis. Dabei pumpt der komplette Hintern. Das Hinterteil ist schwer beladen, beim Flug hängt der Hintern sichtbar nach unten.

Ich füttere:

2 Teile Fruchtzucker auf
1 Teil Zucker auf
1 - 1,5 Teile Wasser.

Das gibt eine schöne sirupartige Masse.

Das wird sofort genommen.

* Die einen kommen raus, saugen sich voll und gehen dann wieder ins Haus.
* Die anderen gehen raus, fliegen rum, landen auf dem Futter, saugen, fliegen 1 Meter weiter, pumpen, fliegen zurück ins Haus.
* Die nächsten saugen kurz, fliegen dann weg.
* Andere kommen mit Pollen, saugen kurz und gehen dann ins Haus.

Mischungsverhältnis Dennis 05.06.2012 20:53

Hallo Harry,

ich hab mich da "grob" ans v.Hagen'sche Rezept gehalten, konkret hab ich so gemischt:
30 ml Haushaltszucker
30 ml Fruchtzucker
20 ml Wasser

Das ergibt eine recht sämige Mischung, die aber rüsselgängig zu sein scheint ... die Baumhummeln nehmen es gut an (die hauen was weg!) und auch die Erdhummeln haben inzwischen geblickt, dass im Vorbau was steht (entsprechend verschwanden die Futterpöttchen aus dem Nest ... im Vorbau nachfüllen ist leichter).

Anm.: Die Zuckerangabe ist deswegen in ml, weil ich einen Messlöffel mit ml-Skala verwende, aber man kann grob sagen 1 ml Zucker entspricht 1 gr Zucker.

Viele Grüße
Dennis

Mischungsverhältnis Harry 05.06.2012 21:51

Da die unterschiedlichsten Mischungsverhältnisse benutzt werden und es keine Untersuchungen über deren Bekömmlichkeit gibt, ist wohl nur wichtig, das kein reiner Haushaltszucker benutzt wird. Ob dick oder dünnflüssig scheint bei den Hummeln keine Rolle zu spielen. Sie nehmen also beide Varianten gerne an.
Habe heute eine Futterstation vor dem Eingang, zu einem Erdhummelnest angebracht. Die Erdhummeln mussten also am Rüssel vorbei, um in das Nest zu gelangen. Es interessierte sie erstmal nicht die Bohne, dass es dort etwas leckeres zu schlürfen gab. Eine Baumhummeln, die aus dem 10m entfernten Nest stammt, kannte wohl die Form der Futterstation und hängte sich sofort an den Futterrüssel. Mittlerweile hatte eine Erdhummel es auch spitz bekommen, wie die Futterstation funktioniert. Also hängte sie sich an den frei gewordenen Rüssel und saugte. Die Baumhummel kam aus ihrem Nest zurück und griff die an der Futterstation hängenden Erdhummel direkt an, so dass diese zu Boden fiel. Sie versucht ein paar mal die Futterstation zurück zu erobern, aber die Baumhummel ließ sich nicht verscheuchen. Die Baumhummel vor dem Eingang irritierte auch die zurück kommenden Erdhummeln und manche drehten wieder ab. Erst als sich 4 Erdhummeln vor dem Eingang knubbelten wurde es der Baumhummel zu viel und sie ergriff die Flucht. Scheint ihnen sehr gut zu schmecken.

Futterhaus KiGaZw 05.06.2012 22:27

Hallo Harry!

Selbiges konnte ich auch in den letzten Tagen beobachten. Wie bereits gestern erzählt. Nur hald mit Legosteinen, aber das macht in diesem Fall keinen Unterschied.

Ich habe sehr hungrige Baumhummeln, 4 Völker im Umkreis von 2 qm. 2 davon haben bereits viele Königinnen und die ersten Drohnen. Wächterinnen stehen am Eingang. Den Vorbau öffne ich da nicht so gerne um zu füttern. Vorallem reichen 3 Legosteine mit jeweils 16 Punkten gerade mal 1 1/2 Stunden. Mehr hat nicht Platz im Vorbau.

Dieses "wildern" wird nicht weniger, sondern immer mehr. Das geht dann irgend wann mal so weit, dass der Betrieb am Nesteingang gestört wird und die mit Pollen beladenen Hummeln nicht mehr zur Klappe können, weil jede Hummel im Umkreis von ca. 30 cm. zur Futterquelle von den besonders gierigen Fremdhummeln von hinten "angeflogen" und "geschubst" wird. Sie werden quasi vom Nesteingang verjagt!

Deshalb habe ich jede Art von Futterquelle direkt vor dem Nesteingang wieder entfernt und die Flugplattform von Zuckerresten befreit.

Erst danach konnte man ca. für eine Stunde beobachten, wie fremde Baumhummeln bei anderen Baumhmmeln nach der Futterquelle suchten. Und so von Haus zu Haus hopsten und alles schubste was in der Nähe war.

Ich habe heute deshalb versuchsweise ein Futterhaus gebaut. Sieht aus wie ein Vogelhaus zur Winterfütterung, ist ca. 50cm lang und 10 cm breit und überdacht (Foto folgt in den nächsten Tagen). Darin stehen gefüllte Legosteine mit immer etwas Abstand. Dieser Futterstand ist deshalb so lange, damit unterschiedliche Hummelvölker mehr Platz haben und sich nicht gegenseitig stören/attackieren müssen, bei den Blüten in der Natur funktioniert das ja auch.

Diesen Futterstand habe ich etwa 50cm bis 3m von den verschiedenen Hummelhäusern entfernt aufgestellt. Innerhalb von 15 Minuten waren die ersten 10 Hummeln dran. Nach einer Stunde zählte ich 29 Stück von allen 4 Baumhummelvölkern und auch meiner Wiesenhummel. Eine der ersten die das Futterhaus entdeckt hatte war die Erdhummel die immer mitfrisst aus unbekannter Herkunft (die vom Video neulich). Und besonders freut mich, dass seit heute Nachmittag auch eine fremde Ackerhummelarbeiterin dabei ist. Das ist die erste Ackerhummelarbeiterin (und die zweite Ackerhummel überhaupt) die ich dieses Jahr bisher hier im Umkreis gesehen habe.

Ich hoffe, das ganze wird keine Einladung für Meisen...

Frei nach dem Motto: "Nur Versuch macht kluch!". Ich werde das die nächsten Tage natürlich genauer beobachten und über Erfolg oder Misserfolg berichten.

Futterhaus --> Hier das Bild wie versprochen! KiGaZw 07.06.2012 19:34

[img:http://www.datenerror.de/hummel/15.jpg]

Eine halbe Stunde Arbeit, funktioniert super. Heute ist nicht ganz so viel los wie gestern, ist auch klar bei schönstem Wetter. ;-)

Wir haben momentan Aprilwetter: Gestern früh gerade mal 7 Grad, den halben Tag Regen. Da waren bis zu 25 Hummeln aller Art in dem Haus beim schlürfen. Heute schwül warme 27 Grad, mehr wie 10 Damen waren heute nie dort versammelt.

Futterhaus --> Hier das Bild wie versprochen! Helena 07.06.2012 22:17

Sieht toll aus. Pass bloss auf, dass die Vögel das nicht herausfinden. Sonst wird es zum Selbstbedienungsladen für hungrige Vögel...

Futterhaus --> Hier das Bild wie versprochen! Ziggy 08.06.2012 14:33
[img:http://www.datenerror.de/hummel/15.jpg]

Eine halbe Stunde Arbeit, funktioniert super. Heute ist nicht ganz so viel los wie gestern, ist auch klar bei schönstem Wetter. ;-)

Wir haben momentan Aprilwetter: Gestern früh gerade mal 7 Grad, den halben Tag Regen. Da waren bis zu 25 Hummeln aller Art in dem Haus beim schlürfen. Heute schwül warme 27 Grad, mehr wie 10 Damen waren heute nie dort versammelt. hallo kiga musse aber hasendraht umwickeln z.
Mischungsverhältnis KiGaZw 05.06.2012 23:46

Nachtrag: Hummeln merken sich optisch ihre Futterquelle anscheinend sehr schnell. Sie lernen 1x wie man mit dieser "Blüte" umzugehen hat und haben das dann für immer gespeichert. Harry bestätigt das ja oben.

Ich koche meine Legosteine immer aus, lege sie dann kurz etwa 5 Meter vor den Häusern ab um sie einzeln zu befüllen. Die liegen noch keine 10 Sekunden da um auf ihre Füllung zu warten, da werden sie schon von den ersten Hummeln angeflogen obwohl sie noch leer und sogar ausgekocht sind.

Besonders die blauen Legosteine haben es ihnen anscheinend angetan. Die sind auch immer als erstes leer.

Was mir heute noch aufgefallen ist: Um das heute neu angebotene Futterhaus wurde von wirklich jeder Hummel eine Art Orientierungsflug nach erstmaliger Futteraufnahme gemacht.

Merkfähigkeit von Hummeln Harry 06.06.2012 07:52

Habe auch gemerkt, dass man eine Futterquelle nur zum "Anlernen" in die Nähe des Eingangs positionieren sollte. Wenn die Hummeln es einmal geschnackelt haben, sollte man die Futterquelle vom Eingang entfernen, damit der Flugverkehr nicht gestört wird. Du machst Dir natürlich sehr viel Arbeit mit den Legosteinen...auskochen, neu befüllen usw.
Dazu fehlt mir leider die Zeit. Habe auch lange Zeit mit Legosteinen gefüttert, da diese ja fast überall zu haben sind und allemale besser sind, als andere Gefäße. Wie gesagt, mich störte etwas dass ewige nachfüllen. Mit der Futterstation aus Glas entfällt nun diese Arbeit und ich habe für 3 Tage Vorrat. Dadurch, dass man den Saugrüssel des Futterglases um 180° vom Eingang wegdrehen kann, werde ich auch eine Futterplattform anlegen, damit der Flugverkehr nicht gestört wird.
Die Optik (Formgebung) und die Farbe spielen bei Hummeln bei der Futtersuche die entscheidende Rolle und es ist erstaunlich wie schnell sie sich Gegenstände merken können, die so in der Natur garnicht vorkommen. Baumhummeln scheinen mir bis jetzt die cleverste Art zu sein, sich Dinge abspeichern zu können. Bin mal gespannt wie die anderen Arten reagieren und wie lange es dauert bis sie sich diese fremdartigen Futterquellen einprägen.

Merkfähigkeit von Hummeln Michel 06.06.2012 13:22

Habe die Erfahrung gemacht, dass es auch innerartlich sehr unterschiedlich ist, wie schnell die Tiere das lernen. Ich füttere selber mit Labordurangläsern zu.

Manch Erdhummelnest erkennt recht schnell, wo es Futter gibt, andere stellen sich wirklich sehr dämlich an. Haben einige Arbeiterinnen die Futterquelle aber gelernt, verbreitet sich diese Information schnell im Volk und es werden täglich mehr Arbeiterinnen, welche die Zuckerlösung annehmen. Gerade meine Kryptarum-Erdhummeln bilden manchmal eine richtige Traube an der Futterstelle, bestehend aus einem dutzend Tiere. Das starke Volk (150 Arbeiterinnen + erste Geschlechtstiere) verbraucht am Tag 50 ml Zuckerlösung! Umso mehr Pollen wird eingetragen und in beachtliche Silos im Nest eingelagert, welche mehrere cm hoch sind.

Vg,
Michel

Merkfähigkeit von Hummeln Harry 06.06.2012 21:34

Hallo Michel,

also an der Kommunikation unter den Baumhummeln zweifele ich. Diese eine Baumhummel, die immer am 10m entfernten Futterglas vor dem Erdhummelnest ihr Futter holt, hat es jedenfalls seit 2 Tagen noch keiner anderen Schwester verraten, oder zeigen können. Abends fliegt sie im 2-3 Minutentakt. Sie agiert immer noch als Einzelkämpferin und das mit schwerem körperlichen Einsatz. Die Erdhummeln werden alle einzeln von dem Saugrüssel abgepflückt und zu Boden geworfen. Wenn die Baumhummeln eine sichere Saugstellung hat, darf auch schon mal eine Erdhummel parallel mitsaugen.
Welche Labordurangläsen verwendest Du? Sind sie auch geformt mit Rüssel. Stell doch mal ein Foto rein.

Gruß Harry

Merkfähigkeit von Hummeln Christoph B. 06.06.2012 22:35

Hallo Harry,
wie finden denn die Hummeln den Fütterplatz? Duftet denn das Zuckerwasser nach irgendwas Gutem? Blumen verströmen ja Düfte.
Meines Wissens kommunizieren Hummeln nicht, was sie wesentlich von den Honigbienen unterscheidet. Jede Hummel muss sich alles mühsam erarbeiten.
Grüße Christoph

Merkfähigkeit von Hummeln KiGaZw 06.06.2012 23:39

Na erst stellst Du denen das Futter direkt vor den Eingang. So, dass sie am besten eine Art kleines Hindernis dadurch vorfinden. Innerhalb 10 Minuten bis 1 Tag wird es gefunden und dann gezielt angeflogen. Hat es eine Hummel kapiert, werden die anderen neugierig. Aber jede für sich, nicht wie bei den Honigbienen, wo z. B. durch "sterzeln" kommuniziert wird.

Dabei wird sich die Futterquelle (und der Ort per Orientierungsflug) eingeprägt (wie eine Blüte, die zum ersten mal besucht wurde und wo sie Nektar hat). Jetzt kannst Du die Quelle hinstellen wo Du willst, sie ist ja quasi eine Blüte, die egal wo nach Nektar untersucht wird wie jede andere Blüte die für diese Hummelart geeignet ist.

Ich habe dazu im Garten mal testweise Legosteine ziemlich auffällig neben anderen Trachtquellen platziert. Sie werden gezielt angeflogen und untersucht, auch wenn sie leer sind.

Nachtrag: Merkfähigkeit von Hummeln KiGaZw 06.06.2012 23:45

Das ganze könntest Du ja mal testen. Ich habe hier bunte Legosteine, also für dieses Hummeljahr ist quasi meine Testzeit schon abgelaufen.

Füttere doch mal 2 Tage mit blauen Lego-Steinen. Und stelle dann am dritten Tag in der Nähe einen blauen und einen anders farbigen hin. WETTEN, der blaue ist zuerst leer?

Merkfähigkeit von Hummeln Christoph B. 07.06.2012 08:08

Danke für Deine Beiträge! So erklärt sich das sehr logisch. Ich habe die Futterstelle eng an den Kasteneingang gekoppelt gedacht, so dass ich nicht weiterkam mit meinen Überlegungen. Werde mal testen!
Das erklärt aber noch nicht meine Beobachtung der "Ehrenrunde" bei den Baumhummeln - hab ich beschrieben in einem Beitrag vom 7.7. Hast Du da eine Erklärung oder ähnliches beobachtet?
VG Christoph

Merkfähigkeit von Hummeln Harry 07.06.2012 12:34

Der Antwort von KiGaZw brauche ich nichts hinzuzufügen. Die gleichen Beobachtungen mache ich auch. Ich glaube auch, dass sie sich bei der Nahrungsaufnahme verschätzen und sie sich so vollpumpen, dass sie kaum noch fliegen können. Ein mühsamer Verdaungsflug bringt da Abhilfe.

Merkfähigkeit von Hummeln Christoph B. 08.06.2012 08:50

Herzlichen Dank, Harry. Die Baumhummeln sind in der Tat sehr quirlig und munter - viel mehr als andere Arten. Eine allerdings stand letzthin total auf dem Schlauch, besser auf der Klappe: Es hat eine Viertelstunde gedauert, bis sie mit der Klappe zurecht kam. Immer wieder neue Anflüge, dazwischen Auftanken am Legostein und neuer Versuch. Und das, obwohl viele andere ein- und ausflogen, ihr also indirekt den Weg gewiesen haben. Ich wollte ihr schon "helfen". Dann endlich!
Viele Grüße, Christoph

Merkfähigkeit von Hummeln Harry 08.06.2012 09:31

Manchmal dauert es, ehe sie kapieren wo es rein geht. Man ist schon immer gewillt zu helfen, aber irgendwann schaffen sie es schon. Das Kommunikationssystem ist leider nicht so wie bei Bienen. Im Grunde sind sie bei der Orientierung Einzelkämpfer. Aber wenn sie es mal kapiert haben, dann funktioniert es auch. Es spielt sich halt alles um Nahrungssuche, Versorgung der Larven und dass weitere bestehen der eigenen Art ab. Dieser Drang ist bei Staaten bildenden Insekten schon verblüffend.
Leute die mich besuchen und sehen wie die Hummeln die Klappe öffnen, sind immer wieder erstaunt über diese Fähigkeit.

Gruß Harry

Merkfähigkeit von Hummeln Helena 08.06.2012 11:15

Sie helfen sich aber indirekt, indem sie eine Duftspur legen. Ich konnte bei neuen Arbeiterinnen oft sehen, wie sie mit dem Kopf einer für uns unsichtbaren Spur auf dem Vorbau folgten, die sie schlussendlich unter die Klappe führte. Dann musste sie es nur noch hinkriegen, wie das geht mit dem Anheben. Da stellen sich dann offenbar einige geschickter an als andere. Ich muss mich auch immer zurückhalten mit Helfen, denn dann würde sie es ja nie lernen.

Hihi Martin 07.06.2012 13:17

Wenn ihr auf einen Legostein eine portugiesische Flagge klebt und auf den zweiten die deutsche, kommt sicher die Lokalpresse vorbei und fotografiert welche besser besucht wird. *g*

SCNR

Hihi --> ;-) KiGaZw 07.06.2012 19:27

Gute Idee!

Oder gleich aus Lego die Nationalflaggen bauen!

Mischungsverhältnis Bulli 06.06.2012 23:50

Päppeln - Mischung 1:1:1,7 zu 1:1:6,7

Heute habe ich eine Ackerhummel gepäppelt, nach dem ich am Montag schon eine durchnässte Gartenhummel päppelte.

Ein Mischung 1:1:6,7 (Gewichtsverhältnis der Ausgangsmaterialien) erscheint mir schlechter als die Mischung 1:1:1,7 (Gewichtsverhältnis der Ausgangsmaterialien).

Bei der mit hohem Wasseranteil gepäppelten Hummel beobachtete ich nach dem saugen, dass sich das Abdomen stark nach rechts, links und unten krümmte, während sich sporadisch irgendwas am Ende des Abdomens ausstülpte. Erst nachdem sich das Abdomen beruhigte, begann die Hummel sich ausgiebig zu putzen und auf dem Boden zu schleifen um sich zu trocknen.
Ob die Hummel Flüssigkeit aus dem Abdomen heraus geschossen hat, wie es hier im Thread schon beschrieben wurde, kann ich nicht sagen, weil auch Regentropfen in der Päppel-Schachtel waren. Ich hatte die Ackerhummel erst draußen päppeln wollen, habe sie aber dann während der ersten Tropfen eines Regengusses doch herein geholt. Somit konnte ich nicht unterscheiden ob der Tropfen am Ende des Abdomens dies oder jenes war.

Bei der Mischung mit wenig Wasser hat allerdings das Abdomen sehr gepumpt. Von kurz vor Tod auf starkes Atmen in wenigen Minuten schien mir auch nicht so ungefährlich zu sein. Darum machte ich das Experiment mit der wässrigeren Lösung.

Ich werde wohl in der Zukunft lieber die Mischung mit wenig Wasser füttern.
Dafür aber im Maßen ... also weniger... am besten in eine abgerissene Blüte der Pflanze gespritzt, von der ich die Hummel mitgenommen habe, sofern sie eine Futterpflanze der Hummelart ist.

Bei der Hummel mit der wässerigen Lösung fiel mir auf, dass sie keinen Orientierungsflug machte. Naja, vielleicht auch nur weil es regnete, als sie aus der Päppel-Box heraus wollte.

Meine Hummeln nehmen es nicht an Helena 03.06.2012 23:16

Eigentlich möchte ich es vermeiden, ständig den Deckel zu öffnen, um zu füttern. Ist beim Schwegler etwas ungünstig und dieser Kasten steht auch etwas unbequem (leider aber vom Schatten her nicht anders möglich hier). Zudem haben sie bei mir das Nest extrem tief unten, auf der Einstreu schon, angelegt, ob die das oben auf dem Kapok drauf überhaupt entdecken würden? Oder wären dann Ameisen zuerst drin...?
Zum Füttern wäre der Vorbau doch eigentlich auch wie gemacht; bei Harry klappt es ja sogar ausserhalb. Heute war generell aber kaum Flugverkehr, liegt wohl auch daran. Das Volk scheint noch klein zu sein und zurzeit noch ausreichend Vorrat zu haben. Mal sehen, wie es morgen weitergeht...

Schwegler mit Futterstation Harry 04.06.2012 08:16

Hallo Helena,
leider ist es beim Schwegler immer eine Prozedur ihn zu öffnen. Der Deckel ist schwer und der Innenkarton muss geöffnet werden. Hierdurch werden jedesmal Erschütterungen am Nest verursacht. Dann wieder alles rückgängig machen usw.
Dieses war für mich ein Grund, eine einfache Konstruktion zu entwerfen, um mal schnell einen Blick auf das Nest werfen zu können.

Aber die Fütterung außerhalb des Schwegler, müsste doch auch so funktionieren, wie ich es auf der Fotomontage dargestellt habe oder?
Nur mal so eine Idee.
[img:http://www.nabuwillich.homepage.t-online.de/HPBilder/Schwegler%20Futterstation.JPG]

Schwegler mit Futterstation Helena 04.06.2012 09:14

Ich hab zwar einen anderen Vorbau dran, aber ja, wenn ich denn jetzt so eine Flasche/Glas hätte, müsste es machbar sein.
Haben denn nun Deine Hummeln die Station von allein entdeckt oder hast Du einen Trick 77?

Schwegler mit Futterstation Harry 04.06.2012 11:04

Es dauert ein bisschen, aber sie entdecken die Station von alleine. Hatte heute eine Beobachtung in unserem Naturerlebnisgarten vom NABU, wie eine gewöhnliche Wespe die Futterquelle auch entdeckt hatte. Wenn keine Hummel an der Quelle war, traute sich die Wespe an den Rüssel, aber wenn eine Hummel kam räumte sie den Platz. Andersrum, wenn eine Hummel an der Quelle war und die Wespe wollte auch, hob die Hummel zur Abwehr ein Bein und die Wespe schwirrte wieder ab. Später sah ich dann wie beide zugleich am Rüssel saugten.
50 cm oberhalb des Hummelkastens ist ein Fledermauskasten in dem eine Hornissenkönigen gerade ihren Bau beginnt.
Hoffentlich gelingt es mir, die ganze Situation mal zu filmen und auf Youtube reinzustellen.

Schwegler mit Futterstation Frank-BS 05.06.2012 13:47

Hallo Helena und Harry,

geht es nicht auch einfach mit solch einer Vogeltränke?

[img:http://www.hornissenschutz-bs.de/blog12/wasserspender.jpg]

Gruß,
Frank.
wespenblog - bienen, hummeln, wespen, hornissen (externer Link, nicht mehr verfügbar)

Schwegler mit Futterstation Helena 05.06.2012 14:36

Ich glaube, das ist viel zu gross, die Hummeln können reinfallen. Und mit so einer grossen Fläche würden garantiert auch andere Tiere (Ameisen z.b.) angelockt.

Füttern Bild LUC 04.06.2012 21:01
Man sollte aber berücksichtigen, dass bei einem Bienenvolk 40 000 bis 80 000 Bienen versorgt werden müssen und im Sommer täglich bis 2000 Bienen schlüpfen. Bei Hummeln habe ich es mit 100 oder 200 zu tun. Diese Größenordnung verlangt schon ganz andere Dimensionen. Ich glaube bei dem System 10m vom Nest entfernt so etwas aufstellen und es dem Hummelvolk begreiflich zu machen, dass es dort Nahrung gibt ist schwer. Wespen werden sich schneller auf diese Futterstelle einfliegen. Die Futterstelle am Nesteingang wird direkt genutzt. Selbst heute bei hummelunfreundlichem Regenwetter kommen sie raus, tanken, fliegen eine kleine Runde durch den Regen und verschwinden wieder im Hummelnest.

Hallo zusammen,

weil ihr gerade so über das Imkerwesen diskutiert, fällt mir das Einfüttern für den Winter ein. Für Uneingeweihte: durch das Honigschleudern hat man den Bienen den Wintervorrat genommen, und stattdessen ab Sommermitte/ende den Bienen Zuckerwasser über den Brutraum gesetzt. Dieser wurde in 1l, aber auch in 5l Eimer auf den Zwischenboden über das Volk gesetzt. Dieser Futtervorrat wurde dann in Waben eingetragen. Diese Kunststoffeimer hatten einen Plastikdeckel mit einem Gazeeinsatz mit ziemlich feiner Textur. Das heisst, der Futtereimer stand verkehrt über dem Brutraum, und die Biene konnte ohne Ausfliegen den Vorratsspeicher anfüllen.
Wenn ich mir jetzt einen Hummelkasten mit Klima-Aufsatz vorstelle, könnte ich doch diesen kleinen Behälter auf das Mottenschutzgitter stellen, und dieser Treibstoff wäre vor der Konkurrenz geschützt.
Ob die Hummel den über der Nestabdeckung liegenden Behälter annimmt ist eine andere Sache, aber über dem Laufrohr- ausgang ist doch freier Raum, wenn nicht zuviel Nistmaterial drinn ist. Werde ich nächstes Jahr unbedingt versuchen.
Wer schon auf den Almwiesen gesehen hat, wie sich Hummeln in die geschlossen Trollblumen zum Blütenboden hineinkämpfen, glaubt auch daran, das sie den Futterbehälter über dem Nest finden.
Die geübteren bauen sich den Hummelkasten ohnehin selbst,und Fertige mit Klimaaufsatz gibt es im Handel.

mfg

aus Schildorn/Oberösterreich

Füttern Bild Dennis 03.06.2012 19:36

Hallo OÖler,

Die Imker füttern mindestens in 10 Meter Abstand.

Ich füttere meine Bienen immer über eine Futterzarge, die ich direkt übers Brutnest stelle (andere Imker nutzen umgedrehte Futtereimer in Leerzargen, wieder andere Futtertaschen) ... aber von in 10 m Entfernung eine Fütterung vornehmen habe ich nie gehört ... oder verstehe ich da jetzt was grundsätzlich falsch?

Viele Grüße
Dennis

@ Alex: Sorry, ich weiß, das ist jetzt total OT. ^^

Füttern Bild Alex (bombus.de) 04.06.2012 09:54

Hallo,

Imker füttern die Bienen nicht außerhalb des Kastens - und auch nur Abends. Anderenfalls würde das zu Räubereien der Völker untereinander führen. Habe ich zumindest so gelernt...

@ Alex: Sorry, ich weiß, das ist jetzt total OT. ^^

Paßt schon :-) Sind ja auch Immen

Alex

Füttern Bild LUC 05.06.2012 17:05
Hallo OÖler,

Die Imker füttern mindestens in 10 Meter Abstand.

Ich füttere meine Bienen immer über eine Futterzarge, die ich direkt übers Brutnest stelle (andere Imker nutzen umgedrehte Futtereimer in Leerzargen, wieder andere Futtertaschen) ... aber von in 10 m Entfernung eine Fütterung vornehmen habe ich nie gehört ... oder verstehe ich da jetzt was grundsätzlich falsch?

Viele Grüße
Dennis

@ Alex: Sorry, ich weiß, das ist jetzt total OT. ^^

Das Einfüttern für den Winter wird selbstverständlich in der Beute gemacht, so wie Du es beschreibst. Das Aussenfüttern von den umgedrehten Gläsern ist bloss zufüttern in der Saison, hat mir der Altvordere erklärt.

mfg
LUC

Hummeln füttern? Bulli 01.06.2012 20:22

Ich frage mich ... wenn Legosteine OK sind ... warum nicht eine luftdichtes lebensmittelgeieignetes weichmacherfreies Plastikgefäß nehmen und unten Löcher hinein bohren?
Technisch ist sowas für den Leien IMHO einfacher zu bauen, als ein Loch in einen Glasbehälter/Laborduranglas/Reagenzglas zu machen.
Das würde die Verbreitung der Fütterungssysteme weiter voran bringen.
Praktikabilität ist jedoch nicht alles.

Welche Argumente gibt es dagegen?

----

Zur Zeit knobele ich an einer Zuckerwassertränke, die man in die Büsche hängen kann.

Herzstück wird eine leere Röhre für Brausetabletten sein (lang und dünn).
Deren Verschluss ist dicht und erscheint mir auch gesundheitlich OK, wenn man das Trockensalz aus dem Deckel entfernt und den Verschlussstöpsel nicht längere Zeit mit dem Zuckerwasser in Berührung kommen lässt (Vorsichtsmaßnahme, weil Material unbekannt. Denn der Stöpsel darf nicht in die gelbe Tonne, sondern muss wegen des Trockensalzes in die Restmülltonne. Somit braucht er kein Recyclingzeichen. Allerdings vermute ich, dass er aus LD-PE ist.).

Die Röhre ist eigentlich ein schmaler, hoher Becher aus lebensmittelgeeignetem Polypropylen.
Beim Verschlussstopfen kann das Material nicht bestimmt werden, also kommt er nach oben. Die Luftblase in der Röhre verhindert den Kontakt zwischen Zuckerwasser und Verschluss.

Unten in die Röhre bohrte ich in einem Abstand von 4 bis 5 mm über dem Boden Löcher mit einem Durchmesser von 1,5 mm (1,2 mm sind bestimmt besser).
Insgesamt 8 Löcher gleichmäßig verteilt rundherum. Sie müssen immer in der gleichen Höhe gebohrt werden.

Da läuft dann nichts raus, so lange die Röhre mehr oder weniger senkrecht steht. Fällt die Röhre um oder wird zur Seite geneigt, dann läuft das Zuckerwasser aus mehreren Löchern heraus, klar.

Auch wenn an oder in eines der Löcher ein saugfähiges Material (Polsterwolle o. ä.) heran gedrückt wird, besteht die Gefahr, dass die Röhre leer läuft.
Für den Einsatz im Nest würde ich also nur ein Loch hinein bohren.

Von den vielen Löchern verspreche ich mir eine bessere Aufteilung für die anfliegenden Tierchen auf acht Blütenatrappen.

Falls das jemals funktioniert, wie es mir vorschwebt.

Anstatt Brausetablettenröhrchen kann man auch andere luftdicht verschließbaren Plastikgefäße nehmen.
Beispielsweise lebensmitteltauglichen Plastikfläschchen (PE, PP) oder kleinen Dosen (PP).
Auch Spritzen könnte man entsprechend umbauen. Die sind auf jeden Fall giftfrei und weichmacherfrei.

Nach dem Regen und bei Temperaturen um 15 Grad wird genügend Nektar in den Blüten sein, dass ich mich nicht zu beeilen brauche.

Hummeln füttern? Harry 02.06.2012 08:54

Hallo Bulli,
interessante Vorschläge, doch bevor ich dieses Glasfutterrohr entworfen habe, waren viele andere Entwürfe leider für die Mülltonne. Unter anderem auch die Versuche mit den Brausetablettenröhrchen. Das Wichtige dabei ist dieser lange Schnabel, wie er schon bei Kleintiersäugern erfolgreich angewandt wird. Die leichte Schräglage des Röhrchens verhindert, dass keine Kettenreaktion von Luftbläschen in den oberen Raum gelangt und alles auf einmal ausläuft. Aber Versuch macht klug.
Jedenfalls ist es interessant zu beobachten, wenn die Hummeln am frühen Morgen erstmal an das Röhrchen gehen um aufzutanken und dann abschwirren um schwer beladen mit Pollen zurückzukehren. Andere nehmen den kurzen Weg.....tanken und verschwinden wieder im Nest. Nach nochmaliger Kontrolle sind die Tönnchen im Nest jetzt wieder gefüllt. Vor der Fütterung herrschte dort beänstigende Leere. Doch die richtigen Hungerstrecken für Hummeln kommen ja noch. Im Moment gibt es vielerorts ja genügend Nahrung.

Gruß Harry

Hummeln füttern? Bulli 03.06.2012 19:09
Das Wichtige dabei ist dieser lange Schnabel, wie er schon bei
Kleintiersäugern erfolgreich angewandt wird. Die leichte
Schräglage des Röhrchens verhindert, dass keine Kettenreaktion
von Luftbläschen in den oberen Raum gelangt und alles auf einmal
ausläuft. Aber Versuch macht klug.

Hallo Harry,
da sagst Du was. Versuch macht klug.

Vielleicht ist die Wand des Tablettenröhrchens wirklich zu dünn so dass sich dort sehr leicht ständig Blasen bilden könnten. Durch die kleinen Löcher und die Oberflächenspannung der Flüssigkeit sollte das eigentlich ausgeglichen werden.
Du hast aber recht. Wird durch irgendwas die Oberflächenspannung zerstört, läuft die Flüssigkeit aus. Das kann schnell passieren. Auch durch Schmutz.
Ich hatte das Problem beim Prototypen schon wenn ich nach dem Befüllen das Röhrchen abputzen wollte und auch beim einschieben in die Hülle.
Bei ersterem wurde das Röhrchen nie sauber und bei letzterem schmierte das Röhrchen die übergeschobene Hülle von innen voll.

Sowas könnte durch eine dickere Wandstärke und schräg eingebohrten Löchern, deren Öffnung auf der Außenseite höher liegt als auf der Innenseite, verhindert werden.
Dann gäbe es schon dadurch keine Kettenreaktion mehr, wie du sie beschreibst.
Das Design wäre dann sowas wie eine Vogeltränke mit Miniaturtrinkloch.

Eine Acrylglasröhre als Halbzeug hat 3 bis 4 mm Wandstärke.
Aber die hat keinen Boden und sollte am besten warmverschweißt werden anstatt verklebt. Aber auch dann ist Acrylglas (PMMA) nach meiner Information nicht lebensmittelgeeignet.

Darauf muss ich noch einmal herum kauen.

Gestern - kurz vor Mittag - waren bei 15 Grad ein paar Erdhummeln im Schneckentempo an im Schatten liegenden Blüten unterwegs. Die fielen fast schon von den Blüten. Einzelne Hummeln anderer Arten ließen sich bei Bewölkung einfach in oder auf einer Blüte nieder und bewegten sich erst wieder bei praller Sonne.
Hätte ich so nicht erwartet. Energie sparen schön und gut. Ist schon wieder zu wenig Nektar da?

Ich habe dann den ersten Prototypen in den Geißblatt-Hybriden gehängt. Wie vermutet ... keine Besucher. Die Blüten waren farblich stimmig, aber eher als Rhododendron-Blüten ausgeführt.
Das Ding im Busch fiel auch keinem Menschen auf, so gut passten die Farben zu den Ranken.
Abends habe ich ihn dann abgenommen. Er wurde bereits von der Sonne bestrahlt und ich hatte keinen Auffangbehälter für das auslaufende Zuckerwasser dran (die Luft im Futterreservoir dehnt sich mit steigender Temperatur aus und drückt das Zuckerwasser nach außen) und die Blattimitationen, die das Röhrchen gegen direkte Sonne abschatten sollten waren wegen der falschen Farbe nach hinten gedreht. Der erste Prototyp war halt schon veraltet, als er noch nicht fertig war.

Ich fasste also an die Stelle wo das Zuckerwasser hätte austreten müssen, aber dort war es trocken.
"Toll," dachte ich, "noch früh genug."
Beim säubern merkte ich aber, dass das Zuckerwasser aus einer künstlichen Blüte gelaufen war, statt den von mir geplanten Weg. Die Hülle um das Tablettenröhrchen hatte sich mit der Zeit ein wenig verkürzt und so die geplanten Überlauföffnungen verschlossen.
Also wieder zurück zum Geißblatt und ich sah das Malheur. Erdhummeln hatten innerhalb von ein paar Minuten bereits spitz bekommen, dass Blätter lecken eine süße Sache ist. Also habe ich alle betroffenen Blätter am Geißblatt umgehend entfernt. Leider ist das Wasser auch auf einen großen Zweig des Cotoneasters darunter getropft. Die Ameisen hatten es gefunden, aber auch die Erdhummeln.
Jetzt hatte ich fünf Erdhummeln, die an allen möglichen Blättern diverser Büsche leckten, weil sie dort Zuckerwasser vermuteten. Dabei war das Zuckerwasser sowieso schon so eingetrocknet, dass sie es nicht mehr saugen konnten.

Ärgerlich.

Übel sind auch die wachsartigen Blätter des Cotoneasters. Die glänzen ja immer. Auch wenn kein Zuckerwasser dran ist.

Ich habe mich also eine Stunde in Windrichtung gesetzt und alle trotzdem anfliegende Erdhummeln sogar angepustet, bis die Ameisentraube im Cotoneaster sich so langsam auflöste. Ein paar hartnäckige Hummeln sind aber trotzdem nicht abgehauen. Wenn schon ein CO2-Atem eines Säugetiers die Hummis nicht abhält ... .

Ich hoffe das hat den Hummeln die Lust am Blätter lecken ausgetrieben und kriegen schnell die Kurve.
Heute soll es viel regnen ... nicht dass die den ganzen Tag die nassen Blätter abschlecken.
Und Schafskälte kommt auch noch.
Da haben sie keine Zeit zum rumeiern.

*resümmier*
Ich glaube es ist am besten die Hummeln zu füttern indem man das Zuckerwasser in die ausgelutschten Blüten spritzt. Die haben die Kleinen sowieso schon auf ihrem Zielradar. Da kann man wahrscheinlich weniger falsch machen, wenn ein bisschen mehr in der Blüte ist, als die Blüte selbst produziert. Aber da braucht das verteilen vermutlich länger, als die Hummeln zum Aufsaugen brauchen.

*knobel*
Warum aber haben die Hummeln das Zuckerwasser auf den Blättern so schnell gefunden, aber die nachgemachten Blüten ignoriert?
Einen offensichtlichen Unterschied, den ich an den vor Zuckerwasser glänzenden Blättern und frischen Blüten auf der einen Seite und dem Fütterapparat und verwelkten Blüten auf der anderen Seite sehe ist, dass die betropften Blätter und die frischen Blüten so einen seidigen bis fetten Glanz haben, während der Futterapparat aus Bastelmoosgummi so matt ist wie verwelkte Blüten.
Vielleicht habe ich bei der Auswahl des Materials also schon falsch gedacht.

Aber es lagen und klebten auch diverse abgefallene Blüten an oder am Zuckerwasser bzw dieses tropfte drauf.

Man steckt in den kleinen Tierchen eben nicht drin.

Hummeln füttern? Harry 03.06.2012 20:00

Glückwunsch zu Deiner Experimentierfreudigkeit in Sachen "Hummeln füttern". Ich hoffe am Ende kommt auch etwas für den praktischen Gebrauch heraus :-) Mit einer Spritze die Blüten mit Zuckerwasser zu impfen, halte ich für sehr aufwendig.
Anfangs hatte ich die Saugspitze meines Glasrohrfutterapparates rot angemalt, dabei können Hummeln gar kein rot sehen. Irgendwie sind sie doch darauf abgefahren. Wünsche Dir weiterhin viel Erfolg.

Hummeln füttern? - Zuckerwasser in Blüten - Futterspender Bulli 10.06.2012 21:38

Hallo Harry, hallo alle,

am Mittwoch habe ich angefangen am dunkelrosanen Rhododendron Zuckerwasser in die Blüten zu träufeln. Das Wetter war sehr schlecht.
Ein Nachteil zeigte sich nach einem Regenschauer. Acht Fliegen saßen auf zwei Dolden mit insgesamt 13 Blüten. Davon drei der dicken schwarzen Brummer und zwei Goldfliegen. Für Hummeln war da kein heran kommen.
Blüten mit Zuckerwasser impfen ist anscheinend nur was für trockene Perioden.
Dann sind aber auch die Ameisen unterwegs. Allerdings sind die Blüten so weit oben, dass an allen 30 geimpften Blüten vielleicht fünf Ameisen dran sind.
Allerdings habe ich auf diese Weise bemerken können, dass die am schnellsten geleerten Rhododendronblüten, die sind, die etwa 20 bis 30 Grad nach oben gerichtet stehen (ausgehend von der Waagerechten).

Die größeren Hummeln hängen sich für ca. 30 Sekunden in eine geimpfte Blüte und leer ist sie. Manchmal teilen sich zwei Tierchen eine Blüte.
Man muss ständig nachlegen. Das sieht schon komisch aus, wenn ich mit einer Zuckerwassergefüllten Gutta-Flasche um den Rhododendron laufe.

An den geimpften Bienen sehe ich Honigbienen, Ackerhummeln, Baumhummeln, Erdhummeln, Feldwespen, normale Wespen und Gartenhummeln (Sortiert von viel zu wenig Besuchen).
Keine großen Wespen (Sächsische?), Hornissen, Wiesenhummeln oder Steinhummeln.

Irgendein Tier beißt den unteren Teil der geimpften Rhododendronblüten auf. So eine Rhododendronblüte ist fünfeckig und das untere Fünftel wird als Segment regelrecht entlang der Ecken herausgebissen. Vielleicht machen das die Honigbienen?

Spätestens Mittwoch wird die Rhododendron-Blüten zu ende sein.

Die Futterstation ist jetzt in der zweiten Version relativ erfolgreich, z. Zt. mit Blüten aus weißer und hellrosaner PVC-Folie (Farben nachemfpunden vom weißen Rhododendron).
Erdhummeln und normale Wespen gehen da ran. Manchmal waren zwei Hummeln in einer künstlichen Blüte. Bis zu vier der acht Blütenattrappen waren auf einmal besetzt.
Häufig bemerkte ich gar nicht, dass die Blüte angeflogen wurde. Das geht inzwischen sehr schnell und zielgerichtet.
Ausschlaggebend scheint die Farbe der Blüten, ihre Ausrichtung, aufgenähte Stempelattrappen, aufgenähte Staubgefäßatrappen und die Oberfläche des Materials aus dem sie sind.

In 27 Stunden haben die Tierchen 73 ml Zuckerlösung heraus geschlürft.
Wo lassen sie das ganze?
Die können ja nicht den ganzen Tag Futtertönnchen bauen.
So warm war es ja auch gar nicht. Am einen Tag max. 24° und am anderen max 20° aber viel Wind.

Ich werde wohl den Spender nur noch einmal am Tag mit 10 ml befüllen. Für - anscheinend - ein Erdhummelvolk und ein Wespennest wird das wohl auch bei schlimmster Wetterlage ausreichen. Aber zur Zeit scheint es mir sowieso nicht notwendig.

Ich habe den Futterspender direkt in den Rhododendron mit den geimpften Blüten gehängt. Trotzdem bislang nur das eingeschränkte Besucherspektrum.

Diesen intensiv schillernden semitransparenten leuchtenden Farbton der Blüten bekomme ich einfach nicht nachgebaut.

Im Einsatz ist der zweite Prototyp. Es funktionieren der Überlauf und der Auffangbehälter wie gedacht.
Diese Anlage hing erst direkt neben einem Ast. Doch durch den Wind stieß die Anlage ständig an diesen Ast. Auf grund der Erschütterung wurde immer wieder Zuckerwasser durch den Überlauf gedrückt. Nicht so toll, denn nach 24 Stunden war alles Zuckerwasser durchgelaufen, obwohl die damaligen Blütenattrappen kein Insekt nutzen wollte.
Jetzt hängt das ganze frei baumelnd an einem Ast. Die Hummeln haben auch bei starkem Wind kein Problem zu landen.

Das Problem mit den auslaufenden Löchern bei Verschmutzung am Tablettenröhrchen habe ich gelöst.
Die einfachen Löcher sind durch acht winzige Öffnungen nach dem Vorbild von Vogeltränken ersetzt. Also die Unterkante des Außenloches ist niedriger als die Oberkante des Loches zum inneren des Röhrchens.
Dazu nahm ich einen erhitzten Speerbohrer und drückte ihn in einem Winkel von ca. 45 Grad nach unten gerichtet in die Röhre. Dadurch schmolz ich eine Art kleinen Kegel, der in den Innenraum des Tablettenröhrchens reichte und so eine schräge Bohrung durch eine dicke Plastikwand simuliert. Dann brauchte ich nur noch die entstandene innere Spitze von außen in den Innenraum mit einer Nadel zu durchstechen.
Mit einer länger angeschliffenen Nagelspitze kann man bestimmt auch gut schmelzen, glaube ich. Die Form des Objektes sollte jedenfalls in etwa kegelförmig sein. Sonst könnte das Material beim einschmelzen des Kegels zu einem Loch aufreißen.

Es gibt noch einige Möglichkeiten um zu optimieren.
Leider lässt sich die ganze Anlage nicht besonders gut sauber halten. Das ist wohl die größte Hürde.

Mal sehen, ob ich bei diesem schönen Wetter überhaupt weiter testen sollte. Jeder Test bedeutet letztendlich auch dass ich die Hummeln wieder füttere.

Hummeln füttern? - Wie die Honigbienen vom Futter abhalten? Bulli 19.06.2012 02:09

Der Futterspender wurde schließlich von Honigbienen gefunden.
Daraufhin habe ich die tägliche kleine Fütterung eingestellt.
Anscheinend ist es für den Rüssel der Honigbienen möglich doch an die Zuckerwasserlösung zu kommen.

Kann mir jemand sagen, wie lang so ein Rüssel von Honigbienen ausgefahren werden kann bzw wie viel Millimeter Abstand zwischen Öffnung und Zuckerwasserspiegel sein muss, damit nur die Hummeln ... auch die mit kurzem Rüssel ... an das Zuckerwasser heran kommen ?

Fragende Grüße

Bulli

PS:
Bei den zergebissenen Rhododendronblüten bin ich mir nicht mehr sicher.
Vielleicht lief ein Teil des Zuckerwassers die Ecken des Blütenkelches entlang. Dabei könnte das Zuckerwasser in den Blüten durch einen Linseneffekt die Sonnenstrahlen gebündelt und die Blüte darum im unteren Teil getrocknet und aufgerissen haben.
Jedenfalls wurden fast alle Blüten, die ich häufiger mit Zuckerwasser impfte, im unteren fünftel der Blüte braun.

Mit einer Kleintiertränke klappt das ebenfalls... Bago 04.06.2012 14:17

Hallo,

eine Kleintiertränke für Kaninchen mit 100ml Fassungsvermögen wird von meinen Erdhummeln (terrestris) sehr gern angenommen. Die Tränke muss aber umgebaut werden. Dazu müssen die zwei Kügelchen in dem Röhrchen entfernt werden. EInfach wäre es, wenn man das Metallröhrchen gegen ein Stück Schlauch austauscht, wie er beispielsweise für Aquarien verwendet wird.

Gruß Alex aus Dortmund