Beiträge aus 2009

Hilfe bei Artbestimmung? Carsten 19.05.2009 12:16

Hallo,
ich würde mich freuen, wenn mir jemand bei der Bestimmung einer Hummelart helfen könnte, die bei mir im Garten in einem aufgeschütteten Erdhaufen, der mit Zweigen/Laub/Nadeln bedeckt ist, nisten (s. Thema von neulich).
Bei meinen Recherchen finde ich nichts passendes, v.a. weil sie kein weißes Ende haben.
So sehen sie aus:
- Ca. 14mm lang (bzw. kleiner als die 'normalen' Hummeln)
- kopfnahe Binde ca. 2mm eher goldgelb,
- in der Mitte schwarz eher glänzend
- am Ende ca. 4mm wieder goldgelb

Bin dankbar für jeden Tip.

Re: Hilfe bei Artbestimmung? Christian F. 19.05.2009 13:17

Hallo Carsten,
ein goldenes Abdomenende ist bei Hummeln sehr selten.
(Du meintest diesen Beitrag:
http://www.bombus.de/hummelforum/HummelForumMessage.aspx?MessageID=7946 )

Wir bräuchten ein Photo zur Bestimmung. Kannst du vielleicht eine Fangen mit einem Snapy oder einem anderen Glas und ein möglichst scharfes Bild machen?
Hier kannst du dich mal umsehen:
http://www.wildbienen.de/huarten.htm

Grüße,
Christian

Re: Hilfe bei Artbestimmung? Wilhelm 19.05.2009 19:35

Hallo Carsten
vergleiche deine Hummeln einmal mit Bildern der Wiesenhummel ich denke das dürfte wohl am nächsten kommen. Das Orang-Rot der Wiesenhummel verblast bei älteren Tieren und dann würde die Beschreibung stimmen.

Gruß Wilhelm

Hallo,
ich würde mich freuen, wenn mir jemand bei der Bestimmung einer Hummelart helfen könnte, die bei mir im Garten in einem aufgeschütteten Erdhaufen, der mit Zweigen/Laub/Nadeln bedeckt ist, nisten (s. Thema von neulich).
Bei meinen Recherchen finde ich nichts passendes, v.a. weil sie kein weißes Ende haben.
So sehen sie aus:
- Ca. 14mm lang (bzw. kleiner als die 'normalen' Hummeln)
- kopfnahe Binde ca. 2mm eher goldgelb,
- in der Mitte schwarz eher glänzend
- am Ende ca. 4mm wieder goldgelb

Bin dankbar für jeden Tip.
geholfen Carsten 20.05.2009 01:11
vergleiche deine Hummeln einmal mit Bildern der Wiesenhummel ich >denke das dürfte wohl am nächsten kommen.

Hallo Wilhelm und Christian,

danke, Ihr seid super. Bin mir zwar noch nicht ganz sicher, aber der Expertenrat wird sicher stimmen, die Beschreibung passt auch gut.
(wenn ich als Laie die ersten 20 Google-Bilder der Bombus pratorum ansehe, wäre ich nie drauf gekommen. Auf der Bestimmungsseite von wildbienen.de war sie leider nicht dabei).
Versuche auch, noch ein Foto hinzubekommen.

Darf ich nochmal nachfragen:
sie sind ja in einem Erdhaufen, auf dem ich letztes Jahr Astschnitt mit Blättern gelagert hatte, letzteren wollte ich gerade verarbeiten.
Im Flugkalender steht, dass sie bis Ende Juli unterwegs sind. Woanders, dass die Jungköniginnen sich schon im August verkriechen.
Da der Haufen recht groß ist, könnten die da vielleicht woanders rein.
Meint ihr, ich sollte/könnte die Arbeit dann Anfang August vollenden?

PS: Im guardian steht's - "Slightly neglected gardens are particularly good habitats for the bees because of the abundance of nesting options". Ist wohl was dran.

LGC

Re: geholfen Manfred 20.05.2009 20:25

Hallo Carsten,

die Jungköniginnen verkriechen sich wenige Wochen nach der Paarung. Die Angaben zu den Flugzeiten in der Literatur sind meistens zu spät.
Durch den Klimawandel hat sich die Hummelsaison nach vorne verlegt, analog zur Blütezeit der wichtigen Trachtpflanzen.

Gruß aus HH
Manfred

Artenbestimmung Cornelius 19.05.2009 12:49

Vor 4 Wochen beobachtete ich eine braun-schwarze Hummel, wie sie den hohlen Stopper eines Fenster-Rollladens mit einer lehmartigen Masse verschloss. Der Stopper hat einen lichten Durchmesser von ca. 2 cm und ist ca. 4 cm tief.
Gestern habe ich den Stopfen entfernt um nachzusehen, was sich im innern befindet. Ich fand eine Art Larve im unfertigen Zustand sowie einige Brösel Blütenstaub.
Gibt es Hummeln, die als Einzeltiere existieren?

Re: Artenbestimmung Harry 19.05.2009 18:35

Hallo Cornelius,

es sind Solitärbienen die einzel leben und keine Staaten bilden. Die Solitärbienen leben nur 4 - 6 Wochen und verbringen ca. 11 Monate in diesem Loch um sich vom Ei über die Larve über die Metamorphose zur Biene zu entwickeln.
Der Blütenstaub den Du gefunden hast, ist die Nahrung die sie brauchen um sich zu einer Solitärbiene zu entwickeln.
Leider hast Du das Leben dieses nützlichen Insekts ausgelöscht und die Arbeit der Biene war umsonst. Schade, aber das hättest Du auch googeln können. Jedenfalls weißt Du für nächstes Jahr bescheid, wenn wieder mal eine Wildbiene ein Loch mit Lehm verschließt um es vor Parasiten zu schützen.

Gruß Harry

Ansiedlung Bago 19.05.2009 18:26

Mich würde mal interessieren ,welche Ansiedlungsmethoden ihr habt,ich habe dieses Jahr nachgeholfen, ich fange die Nestsuchend-Hummelköniginn mit einer halbierten Küchenrolle und setze sie dann an das Flugloch,danach verschließe ich es 3 min.
Ich würde mich freuen,wenn ihr mir auf diesen Beitrag antwortet.

Gruß aus DO

Re: Ansiedlung Andreas aus München 20.05.2009 10:52

Hallo Bago,

ich mach das prinzipiell immer mit den Händen, da mir das am natürlichsten und einfachsten erscheint. Das ist aber ein sehr subjektives Empfinden. Ich bilde mir auch ein, dann die Kontrolle darüber zu haben, die Hummel nicht zu drücke oder zu quetschen.
Da besteht auch die Chance gestochen zu werden. Das passiert aber ziemlich selten.
Auch wenn ich gestochen wurde, lasse ich die Hummel durch ein Rohr in den Kasten krabbeln.
Das Stechen hat nichts mit der Bereitschaft der Hummel zu tun, den Kasten anzunehmen.
Ich hatte einmal ein Jahr, in dem ich von einigen Hummeln gestochen wurde. Aber jede dieser Hummeln hat dann anschliessend den Kasten angenommen. (Vielleicht Wiedergutmachung :-)? )

Wachsmottenbeobachtungen Manfred 19.05.2009 19:26

Gestern Abend habe ich mir die Zeit genommen, den Baumhummelkasten längere Zeit zu beobachten. Die erste Wachsmotte tauchte bereits um 21:09 Uhr auf, deutlich vor Flugende der Hummeln um 21:41 Uhr. Bis zum Ende der Dämmerung waren fünf Falter erscheinen, von denen zwei mir aber wie Männchen oder noch nicht legebereite Weibchen aussahen. Die Falter krabbelten, nachdem sie an verschiedenen Stellen am Kasten gelandet waren, immer zum Deckel hinauf und schlüpften dort in den Kasten (dort kommen sie nicht weiter, da ich Fliegengaze eingebaut habe). Ich vermute, dass dort der Geruch am intensivsten ist. Zu den unten auf der Terrasse stehenden Kästen der Erdhummeln ist keine Motte durchgedrungen.
Mich überrascht die hohe Zahl an Faltern, die unterwegs sind und das frühe Erscheinen vor Einbruch der Dämmerung. Möglich ist in solchen Fällen sicherlich auch, dass durch den noch vorhandenen Flugbetrieb die Falter Wachsmottenklappen überwinden können.

Gruß aus HH
Manfred

Re: Wachsmottenbeobachtungen Wilhelm 19.05.2009 19:52

Hallo Manfred

bei Hummelfreunde.com findest du größen Angaben von Wachsmotteneiern vergleiche die Maßangaben mit deinem Fliegengaze bei einer Ei größe der Wachsmotte unter 0,7 mm wird es schon kritisch das die Wachsmotte ihre Eier einfach da durchfallen läst.
Dies nur als Gedankenanstoß

Grüße Wilhelm

Gestern Abend habe ich mir die Zeit genommen, den Baumhummelkasten längere Zeit zu beobachten. Die erste Wachsmotte tauchte bereits um 21:09 Uhr auf, deutlich vor Flugende der Hummeln um 21:41 Uhr. Bis zum Ende der Dämmerung waren fünf Falter erscheinen, von denen zwei mir aber wie Männchen oder noch nicht legebereite Weibchen aussahen. Die Falter krabbelten, nachdem sie an verschiedenen Stellen am Kasten gelandet waren, immer zum Deckel hinauf und schlüpften dort in den Kasten (dort kommen sie nicht weiter, da ich Fliegengaze eingebaut habe). Ich vermute, dass dort der Geruch am intensivsten ist. Zu den unten auf der Terrasse stehenden Kästen der Erdhummeln ist keine Motte durchgedrungen.
Mich überrascht die hohe Zahl an Faltern, die unterwegs sind und das frühe Erscheinen vor Einbruch der Dämmerung. Möglich ist in solchen Fällen sicherlich auch, dass durch den noch vorhandenen Flugbetrieb die Falter Wachsmottenklappen überwinden können.

Gruß aus HH
Manfred
Re: Re: Wachsmottenbeobachtungen Manfred 19.05.2009 22:12
Hallo Manfred

bei Hummelfreunde.com findest du größen Angaben von Wachsmotteneiern vergleiche die Maßangaben mit deinem Fliegengaze bei einer Ei größe der Wachsmotte unter 0,7 mm wird es schon kritisch das die Wachsmotte ihre Eier einfach da durchfallen läst.
Dies nur als Gedankenanstoß

Grüße Wilhelm

Hallo Wilhelm,

mir fehlt der Glaube, dass die Wachsmotten wahllos ihre Eier verteilen. Selbst wenn, so reicht die der schlüpfenden Larve zur Verfügung stehende Energie nicht aus um bis zum Nest zu gelangen. Zumal ich selber schon diverse Experimente mit Wachsmottenlarven gemacht habe und sich dabei nicht nachweisen lies, dass die Larven in der Lage sind das Nest systematisch zu suchen (bei dem entsprechenden Versuch haben sich die frisch geschlüpften Larven recht ziellos in alle möglichen Richtungen bewegt, eine Häufung Richtung Waben war nicht feststellbar und außerdem waren nach wenigen cm Weg alle Larven tot, wohl verhungert).
Nebenbei: Da es für eine Abwehr durch die Hummeln zu viele Wachsmotten sind, habe ich das Nest ohnehin mit BT behandelt.

Gruß aus HH
Manfred

Re: Re: Re: Wachsmottenbeobachtungen Hans777 20.05.2009 00:11

Manfred,
daß Du das Verhalten der Mottenlarven experimentiell untersucht hast, ist eine höchst wertvolle Information. Wertvoll deswegen, weil sonst viel mit glauben und denken argumentiert wird. Ich habe allerdings von einem australischen Laborversuch gelesen, bei dem die Mottenlarven auf dem Weg zum Wirt erhebliche Entfernungen zurückgelegt haben. Leider habe ich kein bookmark gesetzt, werde aber versuchen, die Seite wiederzufinden. Es war eine wissenschaftliche Veröffentlichung. Ich hatte daraufhin statt Fliegengitter Stahlfiltergewebe für Lüftungslöcher verwendet und die Spaltbreiten des Kastens minimiert.

Gruß Hans

Re: Re: Re: Re: Wachsmottenbeobachtungen Harry 20.05.2009 13:40

Hallo Manfred,
auch ich benutze sehr feine Fliegengaze, die normalerweise im Baumarkt nicht zu finden ist. An Lüftungsgittern kann ich auch Wachsmotten feststellen. Das Wachsmotten ihre Eier einfach in der Nähe des Nestes ablegen und die Larven dann ins Nest krabbeln halte ich auch für unwahrscheinlich, denn um sich vom Ei zur Larve zu entwickeln benötigt das Ei der Wachsmotte eine Temperatur von 30°C und die dürfte sie außerhalb des Kastens nicht konstant haben. Wer Wachsmottenklappen benutzt, sollte diese ab und zu abwischen, denn die Hummeln hinterlassen dort beim öffnen Spuren von Pollen und Nektar was Wachsmotten anlockt. Anfangs sind die Hummeln dadurch irritiert, da der Duftstoff fehlt, aber sie finden den Eingang trotzdem.
Konnte heute feststellen, das eine Kuckuckshummel ins Baumhummelnest wollte. Sie wurde von heimkehrenden Arbeiterinnen trotz Pollenlast attakiert und hat den Trick der Klappenöffnung auch nicht herausgefunden.

Gruß Harry

Re: Re: Re: Re: Re: Wachsmottenbeobachtungen Manfred 20.05.2009 20:17

Hallo,
habe heute das Nest kontrolliert und konnte noch keinen Befall feststellen. Es befanden sich zwei Falter auf der Gaze, drei weitere unter den zur Ablenkung auf das Nistmaterial gelegte Waben aus dem Vorjahr.
Außerdem haben die Arbeiterinnen zwei legebreite Falter aus dem Nest geworfen. In Hummelmanier waren die Fühler abgebissen gewesen.
Allerdings ist die Entwicklung des Nestes ins Stocken gekommen, es gibt zwar Gelege jeden Alters, allerdings nur mit vergleichsweise wenig Individuen pro Gelege.
Alle übrigen Nester sind ohne Abwehrmaßnahmen wachsmottenfrei.
Möglicherweise ist die Verwendung von mit BT behandelten alten Waben für "normale" Nester ein ausreichender Schutz, da ja nur - zumindest bei mir - die Baumhummeln in solchen Mengen mit Wachsmotten zu tun haben.

Gruß aus HH
Manfred

Hummeln in Steinwolle Hendrik 19.05.2009 23:09

Liebe Hummelfreunde,

leider hab ich keine Ahnung von Hummeln. Hab aber folgendes Problem:
Seit Januar/Februar habe ich alte Steinwollmatten in meinem Garten (teils geschützt unter einem Schleppdach teils zwischen alten Gipskartonplatten). Seit zwei Tagen bin ich am Aufräumen und habe schon zwei Hummelnester in der alten Steinwolle gefunden, so daß ich leider nicht weitermachen kann, da ich die Nester nicht zerstören möchte.
Wer kann mich beraten ? Die Nester sind noch relativ klein (ca. Durchmesser 5cm) und von schätzungsweise 8-12 Hummeln bewohnt.
Nach kurzer Recherche im Internet denke ich es könnte sich um Steinhummeln handeln.

Hendrik

Re: Hummeln in Steinwolle Martin 20.05.2009 11:35

Im August sollten die Nester sich aufgelöst haben, vielleicht auch schon früher. Am besten wäre es, wenn du so lange mit der Unordnung in deinem Garten leben könntest und erst dann aufräumst. Ansonsten bleibt nur die Umsiedlung.

Hier kannst du dafür Hilfe in deiner Umgebung suchen (externer Link, nicht mehr verfügbar)

Re: Re: Hummeln in Steinwolle Hendrik 20.05.2009 20:34

Danke ! Ich werde mich mal dahin wenden.

Ist es nicht auch möglich, das Stück Steinwolle vorsichtig auszuschneiden und an einen anderen geschützten Platz zu bringen ? Ich denke ich könnte da auch einen kleinen Kasten oder sowas bauen. Oder sollte das besser ein Fachmann machen ?
Übrigens sind es wohl doch keine Steinhummeln. Sie sind schwarz, hinten etwas orange und um die Brust orange gelb. Die größte davon , (evtl. die Königin ?) ist ganz hinten weiß.

Nochmal Danke für die schnelle Antwort !

Mfg Hendrik

Re: Re: Re: Hummeln in Steinwolle Martin 22.05.2009 08:12
Danke ! Ich werde mich mal dahin wenden.

Ist es nicht auch möglich, das Stück Steinwolle vorsichtig auszuschneiden und an einen anderen geschützten Platz zu bringen ? Ich denke ich könnte da auch einen kleinen Kasten oder sowas bauen. Oder sollte das besser ein Fachmann machen ?
Übrigens sind es wohl doch keine Steinhummeln. Sie sind schwarz, hinten etwas orange und um die Brust orange gelb. Die größte davon , (evtl. die Königin ?) ist ganz hinten weiß.

Nochmal Danke für die schnelle Antwort !

Mfg Hendrik

Ich habe noch nie ein Nest umgesiedelt, von daher kann ich dir nicht sagen, wie schwer und "gefährlich" das für einen Laien ist. Besser für die Hummeln wäre es aber mit Sicherheit, wenn das ein Fachmann macht. Vielleicht leiht man dir auch gleich die Nistkästen für den Rest der Saison und so könntest du die Nester bei dir im Garten behalten. Oder du bereitest selbst etwas vor.

Nistkastenbauanleitungen: 1 (externer Link, nicht mehr verfügbar), 2 (externer Link, nicht mehr verfügbar), 3 (externer Link, nicht mehr verfügbar)

Artikel über Umsiedelungen (externer Link, nicht mehr verfügbar)

Welt der Wunder....Fernsehtipp Harry 20.05.2009 13:15

Am 2.6. im NDR 18:15 Uhr.
In der Fernsehzeitung TV 14 wird auf einer Doppelseite auf "Die Unglaublichen" hingewiesen. Mit folgenden Überschriften: Eine Maus macht 600 Mädchen glücklich. 250 Euro für ein ganzes Volk. Eine Blume nur für Hummeln. Rundflug am Mount Everest. Überleben am Polarkreis und - Die vier Gesetze einer Hummel.
Außerdem ein Beitrag : Insekten-Alarm. Imker fängt Hummeln in Hausfassade ein und wildert sie im Wald aus.
Die Sendung "Welt der Wunder" ist ja immer sehr aufreißerisch gestaltet und legt viel Wert auf das Maximale. Größer, höher, weiter sind die Schwerpunkte, worunter die reale Information sehr zu leiden hat.
Naja anschauen kann man es sich ja. Jedenfalls ist positiv zu vermerken das in diesem Artikel auf www.bombus.de hingewiesen wird.

Gruß Harry

Ameisen stürmen Hummelnest Balkoni 20.05.2009 13:44

Hallo!

Auf unserem Balkon haben sich vor einiger Zeit (Erd-)Hummeln eingenistet. Ihr Nest befindet sich hinter einer Mauer, welches sie durch eine Spalte in der Mauer erreichen. Da sich diese Spalte recht nah am Balkonboden befindet, wurde das Nest inzwischen von Ameisen ausgespäht, welche dort seitdem in Kompaniestärke ein- und auswandern.

Vermutlich wollen die nicht nur spielen, oder?

Andererseits sollte so etwas für Hummeln, die normalerweise unterirdisch nisten, doch nicht Außergewöhnliches sein.

Könntet ihr mir einen Ratschlag geben, ob ich etwas unternehmen sollte?

Re: Ameisen stürmen Hummelnest Bago 20.05.2009 14:38
Hallo!

Auf unserem Balkon haben sich vor einiger Zeit (Erd-)Hummeln eingenistet. Ihr Nest befindet sich hinter einer Mauer, welches sie durch eine Spalte in der Mauer erreichen. Da sich diese Spalte recht nah am Balkonboden befindet, wurde das Nest inzwischen von Ameisen ausgespäht, welche dort seitdem in Kompaniestärke ein- und auswandern.

Vermutlich wollen die nicht nur spielen, oder?

Andererseits sollte so etwas für Hummeln, die normalerweise unterirdisch nisten, doch nicht Außergewöhnliches sein.

Könntet ihr mir einen Ratschlag geben, ob ich etwas unternehmen sollte?

Dieses Problem habe ich auch schon gehabt ,die Ameisen werden von dem Honiggeruch angelockt,sie dringen dann ins Nest vor und trinken von den Vorräten.Aber meistens verjagen die Hummeln dann den Stören-
fried.Am besten streut man auf die Erde Ameisen-Pulver, das ist hummelfreundlich.

Gruß aus Dortmund

Re: Re: Ameisen stürmen Hummelnest Angelika 21.05.2009 21:35
m besten streut man auf die Erde Ameisen-Pulver, das ist hummelfreundlich.

Ts Ts, und ameisenfeindlich. Ameisen sind auch Hautflügler und haben ihre Daseinsberechtigung. Da gibt es sicher auch andere Lösungen, z.B. eine Salatölsperre. fg Angelika

Re: Re: Re: Ameisen stürmen Hummelnest Balkoni 21.05.2009 21:44
m besten streut man auf die Erde Ameisen-Pulver, das ist hummelfreundlich.

Ts Ts, und ameisenfeindlich. Ameisen sind auch Hautflügler und haben ihre Daseinsberechtigung. Da gibt es sicher auch andere Lösungen, z.B. eine Salatölsperre. fg Angelika

Wird wohl nicht nötig sein, da die Ameisen inzwischen größtenteils ihr Interesse verloren haben.

Danke für eure Antworten!

Re: Re: Ameisen stürmen Hummelnest Balkoni 23.05.2009 12:33
Dieses Problem habe ich auch schon gehabt ,die Ameisen werden von dem Honiggeruch angelockt,sie dringen dann ins Nest vor und trinken von den Vorräten.

Von wegen Honig! Die Ameisen räubern die Hummel-Eier!

Nun, da sie die friedliche Koexistenz aufgekündigt haben, sehe ich keinen Grund mehr, nicht parteiisch zu reagieren...

Rote-Liste Bago 20.05.2009 18:29

Hier ist die Rote-Liste von Deutschland, manche Hummelarten haben
sich wieder vermehrt:
Ausgestorben:Fragranshummel
vom Aussterben bedroht:Feldhummel,Erdbauhummel
stark gefährdet:Deichhummel bestannt nimmt zu? *, Veränderlichehummel,Mooshummel
gefährdet:Waldhummel!,Heidehummel,Grashummel,Sandhummel
potentiell gefährdet: Kryptarum Erdhummel,Große Erdhummel
häufig:Dunkle Erdhummel,Helle Erdhummel,Baumhummel,Wiesenhummel,Ackerhummel,Gartenhummel,
Steinhummel.
*angeblich soll der Bestand der Deichhummel gewachsen sein, der
Feldhummelbestand soll noch mehr zurück gegangen sein.

Gruß aus DO

Re: Rote-Liste Manfred 20.05.2009 20:31

Hallo,

Deichhummeln habe ich selber schon einmal gesehen (im Oderbruch), dann kann sie also nicht sooo selten sein.
Die Fragranshummel hat es meines Wissens in den heutigen Grenzen Deutschlands nie gegeben, da sie ein Steppenbewohner ist. Nachgewiesene Vorkommen existieren noch im Kaukasus.

Gruß aus HH
Manfred

Seit dem 18. Mai fliegen die ersten Jungköniginnen Ingrid 20.05.2009 20:37

Hallo,

am 18. brummte eine Königin an mir vorbei in den Schweglerkasten, seit dem 14. März besiedelt. Ich stutzte und wußte nicht so recht, was das sollte. Bei der Sichtprüfung sah ich die Königin oben auf der Wolle sitzen. Da ich dachte, es sei die Nestmutter, führte ich eine große Sichtprüfung auf Schädliunge durch, konnte jedoch nichts negatives feststellen. Dieses Völkchen hat seit längerem eine Wächterin, die äußerst agressiv reagiert. Überhaupt ist dieses Nest recht streitbar, wie ich mehrfach feststellen konnte. Aus diesem Grunde habe ich auch nicht so oft nachgeschaut.

Der Flugverkehr von Königinnen nahm aber am Dienstag derart zu, dass es sich nur um Jungköniginnen handeln konnte. Nachschau ergab, dass ich 6 Jungköniginnen auf der Wolle sitzen sah, richtige Prachtexemplare. Heut nun konnte ich 15 Jungköniginnen zählen.

Ich bin überrascht von dieser Turboentwicklung. Ich hatte noch nie Mitte Mai Jungköniginnen der dunklen Erdhummel.

Viele Grüße
Ingrid

Re: Seit dem 18. Mai fliegen die ersten Jungköniginnen Michel 20.05.2009 23:30

Das ist ja wirklich ungewöhnlich, kenne von der B. terrestris Jungköniginnen ab Juli bei uns, zuvor selten. Voriges Jahr hatte ein Hummefreund hier in der Nähe eine sehr frühe Nestgründung (Mitte März), da gabs wohl auch schon Anfang Juni Geschlechtstiere. Aber ob das so gut ist, denn es müssen 1. Paarungspartner vorhanden sein und 2. wäre die Diapause umso länger.

Viele Grüße
Michel

Re: Re: Seit dem 18. Mai fliegen die ersten Jungköniginnen Bago 21.05.2009 08:38
Das ist ja wirklich ungewöhnlich, kenne von der B. terrestris Jungköniginnen ab Juli bei uns, zuvor selten. Voriges Jahr hatte ein Hummefreund hier in der Nähe eine sehr frühe Nestgründung (Mitte März), da gabs wohl auch schon Anfang Juni Geschlechtstiere. Aber ob das so gut ist, denn es müssen 1. Paarungspartner vorhanden sein und 2. wäre die Diapause umso länger.

Viele Grüße
Michel

Das ist aber außergewöhnlich früh, ich habe das erste mal eine D. Erd-
hummel ansiedeln können(5.4.09),dort gibt es noch keine Geschlechtstiere,bei meinen beiden Hellen Erdhummel-Völker werdeen bald bzw. durch starke Entwicklung in 1 Woche gelegt.

Re: Re: Seit dem 18. Mai fliegen die ersten Jungköniginnen Ingrid 21.05.2009 13:44
Das ist ja wirklich ungewöhnlich, kenne von der B. terrestris Jungköniginnen ab Juli bei uns, zuvor selten. Voriges Jahr hatte ein Hummefreund hier in der Nähe eine sehr frühe Nestgründung (Mitte März), da gabs wohl auch schon Anfang Juni Geschlechtstiere. Aber ob das so gut ist, denn es müssen 1. Paarungspartner vorhanden sein und 2. wäre die Diapause umso länger.

Viele Grüße
Michel

Hallo Michel,

Du hast völlig Recht: Ich bin immer noch der Meinung, das irgendwas nicht in Ordnung ist und deshalb Geschlechtstiere herangezogen wurden. Ich hab aber bisher keinen Grund feststellen können.

Ich habe ja noch das NBest ohne Nestmutter - habe zwar eine Königin zugesetzt, weiss aber nicht, ob das erfolgreich war - das wäre ja dann eine drohnenbrütige Kolonie. Passen würde es ja.

Nun, gegen die Natur kann ich nichts machen und warte mal ab, was passiert. Vielleicht hatte Manfred aus HH doch Recht, der der Meinung war, so frühe Königinnen nicht zu unterstützen (wegen der langen Diapause?!).

Es werden täglich mehr Jungköniginnen und es sind richtige Prachtexemplare! Zumindest das ist schon mal gut so.

Viele Grüße
Ingrid

Wachsmottenschutz bei gut entwickeltem Volk nachrüstbar ?? Alex 21.05.2009 17:00

Hallo,

ist möglich bei einem Volk, welches bereits gut entwickelt ist, noch Wachsmottenschutztechnik zu installieren (Klappe, Netze) ??

Die Lüftungsöffnungen habe ich bereits mit Fliegendraht gesichert - da aber der Bereich des Flugloches ja recht sensibel ist, stellt sich die was man dort noch machen (Es herrscht recht hoche Flugaktivität).

Welche sonstigen Möglichkeiten gibt es ??

Vorab vielen Dank!

Viele Grüße

Re: Wachsmottenschutz bei gut entwickeltem Volk nachrüstbar ?? Bago 21.05.2009 18:40
Hallo,

ist möglich bei einem Volk, welches bereits gut entwickelt ist, noch Wachsmottenschutztechnik zu installieren (Klappe, Netze) ??

Die Lüftungsöffnungen habe ich bereits mit Fliegendraht gesichert - da aber der Bereich des Flugloches ja recht sensibel ist, stellt sich die was man dort noch machen (Es herrscht recht hoche Flugaktivität).

Welche sonstigen Möglichkeiten gibt es ??

Vorab vielen Dank!

Viele Grüße

Hallo Alex , du könntest in ein Filmdöschen mehre Löcher machen und dann Watte in jap. Heilpflanzenöl tauchen,dass packst du in das Film-
döschen und stellst das Filmdöschen in den Vorbau.
Bei mir konnte ich bis jetzt keine Wachsmotten feststellen.

Gruß aus DO

Re: Wachsmottenschutz bei gut entwickeltem Volk nachrüstbar ?? Karin B 21.05.2009 19:05
Hallo,

ist möglich bei einem Volk, welches bereits gut entwickelt ist, noch Wachsmottenschutztechnik zu installieren (Klappe, Netze) ??

Die Lüftungsöffnungen habe ich bereits mit Fliegendraht gesichert - da aber der Bereich des Flugloches ja recht sensibel ist, stellt sich die was man dort noch machen (Es herrscht recht hoche Flugaktivität).

Welche sonstigen Möglichkeiten gibt es ??

Vorab vielen Dank!

Viele Grüße

Hallo Alex,
ich probiere gerade aus, ob das Nachrüsten funktioniert. Aus den Beiträgen im Forum hatte ich den Eindruck gewonnnen, dass dies möglich ist. Habe die Klappe installiert, ist noch auf und ich will sie in den nächsten Tagen immer mehr schließen. Den neuen Eingang haben die Hummeln nach leichter Irritation gut angenommen. Einige mussten etwas suchen. Mal sehen, ob's klappt. Bislang - glaube ich - keine Wachsmotten bei meinen Steinhummeln.
Grüße, Karin

Re: Wachsmottenschutz bei gut entwickeltem Volk nachrüstbar ?? Andreas aus München 21.05.2009 20:53

Hallo Alex,

es ist ohne weiteres möglich die Wachsmottenklappe, wie z.B. die von Harry nachträglich anzubringen. Das sollte aber abends oder ganz früh morgens wenn noch keine Tiere fliegen geschehen.
Wenn das tagsüber geschieht, kommen sie mit der veränderten Situation nicht zurecht.
Und dann braucht es eben 2-3 Tage Dressur. Die lernen das dann aber recht schnell und gehen sehr selbstverständlich damit um.

Gruß und viel Erfolg

Andreas

Re: Re: Wachsmottenschutz bei gut entwickeltem Volk nachrüstbar ?? Norbert W 22.05.2009 07:30

Hallo KOllegen;

Ich kann ebenfalls bestätigen, daß das nachträgliche Anbringen von Hummelklappen funktioniert. Wie an anderer Stelle beschrieben, habe ich ein Wiesenhummelvolk in einen neuen Kasten unsiedeln müssen. Innerhalb von 4 Tagen habe ich anschließend die Klappe vollständig geschlossen. Die Arbeiterinnen kommen gut damit zurecht. Nach meiner Beobachtung gibt es zwei kritische Bereiche:
1. Ganz ohne Klappe fliegen die HUmmeln gerne von oben kommend direkt in das Flugloch. Wenn jetzt eine Klappe neu angebracht wird "verspiegelt" die Klappe das Flugloch. Das irritiert die Arbeiterinnen anfangs. Sie müssen lernen am Brettchen zu landen..
2. Das Schliessen der Klappe sollte der Größe der Hummeln angepasst sein. Solange die Hummeln ohne die Klappe zu berühren in das Flugloch krabbeln können, ist das völlig unproblematisch. Das letzte Stückchen sollte man in kleineren Schritten schließen. Ich habe vom ersten Berühren der Klappe bis völliges Schließen 2-3 Schritte eingelegt.

schönen Gruß;

Norbert.

Re: Re: Re: Wachsmottenschutz bei gut entwickeltem Volk nachrüstbar ?? Alex 24.05.2009 18:10

Vielen Dank für die vielen Antworten!
Werde nun mal messen, ob sich dort einen Klappe einbauen lässt...

sonderbares Verhalten einer Erdhummelkönigin Karin B 21.05.2009 19:09

Habe heute im Garten eine große Erdhummelkönigin beobachet. Sie versuchte, sich in den Boden einzugraben, was ihr aber nicht gelang, da es dort sehr hart ist. Dort war kein Erdloch, so dass es sich um Nistplatzsuche hätte handeln können, das sieht anders aus. Sie ist dann nach einer Putzpause weggeflogen. Was hat sie da gemacht?
K

Re: sonderbares Verhalten einer Erdhummelkönigin Christian F. 21.05.2009 20:00
Habe heute im Garten eine große Erdhummelkönigin beobachet. Sie versuchte, sich in den Boden einzugraben, was ihr aber nicht gelang, da es dort sehr hart ist. Dort war kein Erdloch, so dass es sich um Nistplatzsuche hätte handeln können, das sieht anders aus. Sie ist dann nach einer Putzpause weggeflogen. Was hat sie da gemacht?
K

Hallo Karin,
Diese Biene hat höchstwahrscheinlich Sphaerularia bombi. Unter diesem Stichwort wirst du einiges dazu finden (auch auf bombus.de).

Schöne Grüße,
Christian

Re: Re: sonderbares Verhalten einer Erdhummelkönigin Karin B 21.05.2009 22:15
Habe heute im Garten eine große Erdhummelkönigin beobachet. Sie versuchte, sich in den Boden einzugraben, was ihr aber nicht gelang, da es dort sehr hart ist. Dort war kein Erdloch, so dass es sich um Nistplatzsuche hätte handeln können, das sieht anders aus. Sie ist dann nach einer Putzpause weggeflogen. Was hat sie da gemacht?
K

Hallo Karin,
Diese Biene hat höchstwahrscheinlich Sphaerularia bombi. Unter diesem Stichwort wirst du einiges dazu finden (auch auf bombus.de).

Schöne Grüße,
Christian

Hallo Christian,
Vielen Dank für den Hinweis. Das ist sehr interessant. Ich hatte noch nie davon gehört. Arme Hummel, war ein sehr schönes Exemplar.
Schöne Grüße zurück, Karin

"Pollenbad" in großen Mohnblüten Frank-BS 22.05.2009 07:24

Mein Steinhummelvolk ist weiterhin vital. Die Arbeiterinnen sammeln fleißig Nektar und Pollen.
In den riesigen Blüten des Türkischen Mohns (Papaver orientale) sehen die Steinhummelarbeiterinnen geradezu winzig aus. Sie "baden" in dem tiefvioletten Pollen.

http://beekarma.wordpress.com/2009/05/21/steinhummelarbeiterin-am-mohn/ (externer Link, nicht mehr verfügbar)

Gruß
Frank.
beekarma - das tagebuch 2009 (externer Link, nicht mehr verfügbar)

Nochmal: Fliegen als Parasiten? Karin B 22.05.2009 10:14

Heute morgen kam wieder eine häßliche Fliege aus dem Nistkasten. Soweit ich es aus den im Internet verfügbaren Bildern erkennen kann, handelt es sich dabei weder um ein Exemplar der Familie Dickkopffliege noch um eine Brachicoma devia. Zwei habe ich schon erschlagen, eine mit der Hand und davon hatte ich rotes Blut auf den Fingern. Eine habe ich im Nistkasten gefunden in der Dreckecke, eine lag tot auf der Abdeckklappe. Sie sind in der Größe wie Stubenfliegen, etwas schlankerer Körperbau, haben was dreckig Grünliches und sehen fies aus. Wollen die nur kuscheln oder fressen gerade deren Larven meine Hummellarven? Kann ich das feststellen bei einer intensiven Nestkontrolle? Kennt jemand solche Fliegen und was kann man dagegen tun?

Re: Nochmal: Fliegen als Parasiten? Manfred 22.05.2009 12:16

Hallo Stubenfliegen und auch diese grünlich bzw. bläulich schimmernden Fliegen legen ihre Eier in den Hummelkot und die Laven ernähren sich davon. Es sind also keine Parasiten sondern Nützlinge für den Hummelstaat.

Grußaus HH
Manfred

Re: Re: Nochmal: Fliegen als Parasiten? Karin B 22.05.2009 12:27
Hallo Stubenfliegen und auch diese grünlich bzw. bläulich schimmernden Fliegen legen ihre Eier in den Hummelkot und die Laven ernähren sich davon. Es sind also keine Parasiten sondern Nützlinge für den Hummelstaat.

Grußaus HH
Manfred

Hallo Manfred,
das klingt ja erleichternd. War schon panisch. Vielen Dank!
Gruß nach HH aus W