Beiträge aus 2006

Nisthilfe besonders wichtig Bernd 12.05.2006 13:31

Hallo Hummelfreunde,
es hat sich nun vielerorts bestätigt, dass der lange Winter in der Hummelpopulation großen Schaden hinterlassen hat, so auch bei uns im grünen Herzen Deutschlands. Umso wertvoller betrachte ich das Bestreben vieler Hummelfreunde, aktive Unterstützung den verhältnismäßig wenigen Tieren, die aus ihren Winterquartieren wieder erwacht sind, mit sicheren Nistmöglichkeiten zu helfen. Wenn es uns gelingt, so viel als möglich gesunde Jungköniginnen für das nächste Jahr in unseren Kästen, geschützt vor dem Zugriff von Wachsmotten und anderer Feinde aufzuziehen, so haben die Hummelfreunde einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zum Artenschutz geleistet. Deshalb sollte jeder Hummelliebhaber verantwortungsvoll der Kreatur Hummel gegenüber, seiner Liebhaberei nachgehen. Aus meiner Sicht reicht es nicht einen Plastikeimer zu vergraben, der vielleicht als Nest angenommen wird, aber bei den nächsten Wetterunbilden durch Schwitzwasser innerlich verfault und die Brut abstirbt. Mittlerweile ist mein Kastenbestand auf fünf angewachsen, von denen aber nur zwei belegt sind. Äußerst sensibel betrachte ich den Umgang mit den angebrachten Schrägklappen zum Mottenschutz. Eine Ackerhummel ist seit zirka 16 Tagen in einem Kasten mit zwei Schrägklappen. Nachdem ich schon vor Tagen die Ausgangsklappe vollständig geschlossen hatte, kam die Königin trotz offen stehender Eingangsklappe, die nach innen öffnet, zur vorgesehenen Ausgangsklappe heraus. Gestern Abend verschloss ich auch die Eingangsklappe. 19 Uhr 55 verließ die Königin ihren Kasten. Um sicher zu gehen, dass sie bei ihrer Rückkehr auch die geschlossene Eingangsklappe passiert, verharrte ich eine geschlagene Stunde bis zu ihrer Rückkehr um 20 Uhr 57. Beim zweiten Anfliegen war auch diese Hürde genommen und ich hatte ein ruhiges Gewissen, welches ja auch ein gutes Ruhekissen sein soll. So ist der Kasten schon vor dem Ausfliegen der ersten Generation geschützt. Bei meinem zweiten, mit einen Erdhummel belegten Kasten, habe ich die Einklappenvariante a la Harry eingebaut. Hier werde ich mit dem völligen Verschließen bis nach Ausfliegen der ersten Arbeiterinnen warten. Ich möchte der großen Königin das Anheben der Klappe und das Hineinzwängen nicht zumuten. An dieser Stelle eine Frage an alle Insider. Ist es ratsam die Klappe aus glasklarem Kunststoff zu fertigen, oder wäre ein undurchsichtiges oder milchiges Material besser?
Herzlichen Dank für einen Antwort.
Viele Grüße an alle Hummelfreunde.
Bernd

Re: Nisthilfe besonders wichtig Hans J. Wolter 12.05.2006 17:39
es hat sich nun vielerorts bestätigt, dass der >lange Winter in der Hummelpopulation großen Schaden >hinterlassen hat, so auch bei uns im grünen Herzen >Deutschlands.

Wie wahr. Die Nisthilfen sind jedoch wohl vielfach nutzlos, weil die wenigen überlebenden Königinnen ohne Probleme eine Nistgelegenhet finden und dabei keine Konkurrenz stattfindet. Hier ( Dreieich b. Ffm ) sind jedenfalls im Gegensatz zu den Vorjahren praktisch keine Suchflüge zu sehen, weder im Garten noch auf dem Feld. Mein Nistkasten ist leer und ich fürchte, das wird auch so bleiben.

Gruß - Hans

Re: Re: Nisthilfe besonders wichtig Stefan Lennertz 13.05.2006 10:37

Hallo Hans,
leider kann ich Dir nicht ganz zustimmen, weniger Hummeln bedeutet nicht zwangsläufig das alle eine Nistgelegenheit finden.
Je höher die Anzahl an Hummeln, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit das Nistgelegenheiten entdeckt werden.

Gruß,
Stefan

Re: Nisthilfe besonders wichtig Manfred 12.05.2006 20:26

Hallo Bernd,

Königinnen sind sehr sensibel und du hast Glück gehabt, dass sie das Nest nicht aufgebeben hat.
Solange noch keine Arbeiterinnen da sind, sollte jegliche Änderung an den Eingangsverhältnissen unterbleiben.
Wachsmottensperren sind derzeit ohnehin sinnlos. Selbst wenn es schon die eine oder andere Wachsmotte geben sollte, könnte sie ein Nest nicht finden, da er typische Nestgeruch noch fehlt.
Ob die Klappen transparent oder milchig sind, ist relativ egal.

Dass es nur wenig Hummeln gibt, kann ich für Hamburg pauschal nicht sagen. Es gibt zwar deutlich weniger Erdhummeln als im letzten Jahr aber wesentlich mehr Garten- und Ackerhummeln.

Gruß aus HH
Manfred

Re: Nisthilfe besonders wichtig Harry 12.05.2006 23:52

Hallo Bernd,
ich kann Deinem Text voll und ganz zustimmen.
Sichere Nisthilfen sind wichtig und wer sich mit Hummeln beschäftigt, sollte sich gründlich informieren welche Voraussetzungen ein Nistplatz haben muss.
Einen Plastikeimer in die Erde zu vergraben und evtl. das Glück zu haben, das sich eine Hummelkönigin ansiedelt ist bestimmt nicht gut.
Feuchtigkeit und Schimmel vernichten selbst in der Natur viele Hummelnester. Deshalb sollten Hummelfreunde, die Nisthilfen anbieten, diese auch Hummelgerecht gestalten.
Zur Zweilochklappe möchte ich folgendes sagen.
Die Zweilochklappe, also getrennter Ein- und Ausgang sollte garnicht mehr benutzt werden, denn sie ermöglicht der Wachsmotte den fast ungehinderten Zugang zum Nest.
Sie kann sich sehr gut in diesem dunklen Eingangsloch verstecken und ist bei der ersten Benutzung durch eine Hummel im Nest.
Die Einlochklappe sollte nur geschlossen werden, wenn die ersten Arbeiterinnen ausfliegen und die Hummelkönigin im Nest bleibt. Das schleißen der Klappe sollte auch nicht plötzlich passieren, sondern jeden Tag ein bisschen mehr, damit die Hummeln sich daran gewöhnen können.
Dieses lässt sich ja durch ein Loch in der Klappe und ein Streichholz sehr gut einstellen.
Übersehen wird die Klappe von den Hummeln nicht, sie erkennen die Schräge beim Anflug und krabbeln immer von unten in den Eingang.
Von einem Hummelfreund aus Österreich hörte ich, das ein Nest von ihm schon mit Wachsmotten befallen war und er es umsetzen musste.

Habe leider auch nur fünf Kästen besetzt, bei doppeltem Angebot, aber dieses Jahr ist eben hier im Rheinland kein gutes Hummeljahr.

Gruß Harry

Re: Nisthilfe besonders wichtig Harald 13.05.2006 00:41

Hallo Bernd,

anbei ein Link zum neusten Video von Armin Krenz, von dem ich mir auch eine Mottenklappe besorgt habe.
www.arminkrenz.de/bilder/hummeln/avi/zweiweg_mottenklappe_klein.wmv

Armin hat mir beim Customizing der Klappe per mail geholfen. Anbei ein Auszug:
"Die Königin sollte sich zunächst ohne Klappe rein- u. rausbewegen können. Erst wenn die Nestbindung stark ausgeprägt ist, sollte man die Klappe einsetzen wenn Du sicher bist, dass sie sich im Nest befindet. Auf jeden Fall noch bevor die Jungen schlüpfen. Die müssen nämlich beim 1. Ausgang mit der Klappe konfrontiert werden. Die transparente Klappe sollte mit Tesa-Kreppband abgeklebt sein, damit von außen kein Eingang erkennbar wird. Die Hummeln landen dann auf dem schwarzen Punkt und stoßen automatisch gegen die Klappe. So ist jedenfalls das Prinzip. Das Tesa-Kreppband sollte unten ca. 1 mm vor dem Laufgangboden enden, damit die Hummeln von innen eine Ahnung bekommen, dass es dort nach Draußen weitergeht. Hierzu gehört auch, dass die untere Auflage der Klappe in der Mitte ein wenig abgeschliffen ist, damit die Fühler oder Füße ertasten können, dass es dort weitergeht."

Habe es auch so umgesetzt. Anfangs die Klappe mit einem Stückchen Pappe immer einen Spalt offen gehalten und die Hummelkönigin beobachtet. Nach 2 Tagen war ich mir sicher dass es funktioniert und seitdem ist die Klappe geschlossen und funktioniert bisher reibungslos.

Ein Tip zu langen Wartezeiten beim Beobachten:
Aus Zeitgründen (leider muss der Mensch auch Geld verdienen) habe ich die Mehlfalle verwendet. D.h. Spät abends, als ich mir sicher war, dass die Hummel im Kasten ist habe ich die Klappe etwas geöffnet und dann eine Messerspitze Mehl beim Eingang angehäuft und mit dem Messer glatt gestrichen. Danach habe ich die Klappe wieder geschlossen. Morgens nach dem Aufstehen konnte ich gleich einen Blick darauf werfen. War das Mehl verwischt, dann hat die Hummel den Kasten verlassen. Nach nochmaligem glatt streichen konnte ich dann in der Mittagspause schnell kontrollieren ob die Hummel auch wieder ins Nest kam. Das habe ich dann einige Tage sehr häufig kontrolliert und nun noch sporadisch. Obwohl ich die Hummel aus Zeitgründen nicht mehr gesehen habe, kann ich über die Mehlfalle nachkontrollieren ohne das Nest zu öffnen oder andersweitig zu gefährden.

Arbeiterinnen gibts bisher noch keine, sollte aber dieses Wochenende soweit sein.

Ein Link mit Informationen:
http://www.hymenoptera.de/html/schutz/ansiedlung.php

Grüsse
Harald

Re: Nisthilfe besonders wichtig Stefan Lennertz 13.05.2006 10:27

Hallo Bernd,

natürlich stimme ich Dir zu, wer helfen will sollte sich gut informieren oder sich helfen lassen.
Mein erster Kasten zum Beispiel war ein Schwegler,
einfach an eine geeignete Stelle in den Garten gestellt (nicht zu schattig, morgens in der Sonne), Klappe auf, und schon besteht die Chance auch zur Selbst-Ansiedlung. In meinem Fall eine Ackerhummel. Da kann man auch als Anfänger nichts falsch machen.

Allerdings ist und bleiben Nisthilfen nur ein kleiner Teil der Maßnahmen die Nötig sind um Hummeln auf Dauer zu erhalten. Hast Du jemals gesehen das jemand beim Rasenmähen darauf achtet ob Hummeln an einer Stelle des Gartens ein oder ausfliegen? Kennst Du Menschen die freiwillig 70 statt 100 Km/h auf Landstraßen fahren, was die Überlebenschancen von Hummeln die Straßen überqueren überproportional erhöhen würde.Kennst Du Gemeinden die auf ihrer Homepage darauf Hinweisen das Weidekätzchen die wichtigste Futterquelle im Frühjahr für Hummeln und Bienen sind? Kennst Du noch "Wilde Ecken" in deinem Stadtteil, oder sind alle noch so kleinen Nischen dort auch Radikal niedersenst oder asphaltiert und oder einfach umgegraben? Kennst Du Landwirte die nicht bei praller Sonne mähen, oder einen kleinen Steifen Grünland für Nutzinsekten stehen lassen? Kennst Du Straßenmeistereien oder Gemeinden die die Mäharbeiten am Straßenbegleitenden Grün während der Vegetationsphase auf das nötigste beschränken, oder wird doch eher Nahtlos an Landwirtschaftliche Nutzflächen oder angrenzende Grundstücke herangemäht? Werden bei euch auch 1Euro Jobber dafür eingesetzt um sogenannte "Pflegearbeiten" durchzuführen, also letzte verbleibende Nischen zu mähen oder "Unkraut" zu entfernen, die normale Unternehmen oder reguläre städtische Arbeitskräfte aufgrund zu hohen Aufwandes oder mangelnder Wirtschaftlichkeit haben stehen lassen.

Ich hoffe du Verstehst wo ich die größten Probleme sehe, und hoffe auch dass hier gerade von Hummelschützern am meisten Energie aufgewandt wird dem entgegenzuwirken.

Gruß,
Stefan

Re: Re: Re:Nisthilfe besonders wichtig Bernd 14.05.2006 20:09

Hallo Hummelfreunde,
Die Resonanz auf meinen Beitrag „Nisthilfe besonders wichtig“ hat ein Fachsimpeln am oberen Level ausgelöst. Allen Beteiligten an dieser Stelle einen herzlichen Dank. Ich habe somit wieder einiges dazu gelernt. Es liegt an der Komplexität unseres gemeinsamen Themas, dass nicht alle in ihren Ansichten übereinstimmten. Hummelfreund Hans J. Wolter hält Nisthilfen gar für nutzlos. Er geht sicher von dem schönen Satz aus: „Die Natur braucht den Menschen nicht, sondern der Mensch braucht die Natur“. Dieses trifft aber nur nach meinem Dafürhalten im Paradies zu, sprich in unberührter Natur. Hier wäre ein harter Winter ein geringes Übel, selbst die Wachsmotten hätten hier eine wichtige Funktion und eine Erholung der Bestände wäre möglich und das Gleichgewicht wieder hergestellt. Doch wo findet man solche unberührten, im ökologischen Gleichgewicht befindlichen Verhältnisse?
Stefan Lennertz führt in beeindruckender Weise an, wie vielen Bedrohungen und Widrigkeiten die Hummelpopulation in unserem Land ausgesetzt ist. Viele angeführte Tatsachen sind nicht zu letzt dafür verantwortlich, dass einige Hummelarten verschwunden sind und die eine oder andere stark bedroht ist. Im vergangenen Jahr hatte ich in meinem Garten zwei natürliche Hummelnester. Eines direkt in einem Mauseloch auf meiner Futterwiese und ein weiteres etwas geschützter in einer Gartenecke unter einem Steinhaufen. Es waren beides Erdhummeln und ich tat alles um die Nester ungestört zu belassen. Nach meinen Beobachtungen kam das Nest in der Wiese nicht über die zweite Generation hinaus und der Flugbetrieb erlosch. Das Nest unter dem Steinhaufen überlebte, brachte aber nur wenig Jungköniginnen hervor. Auch dieses Ergebnis wäre in intakter Natur kein Grund zur Sorge. In meinem Beitrag wollte ich unterstreichen, dass ein nach allen Erkenntnissen angefertigter Nistkasten, in dem das Hummelvolk über seinen gesamten Lebenszyklus genug Platz hat, und sich geschützt vor allen Bedrohungen der Niststätte entwickeln kann, schon ein ernst zu nehmender Beitrag zum Artenschutz ist. Je mehr Hummelfreunde geeignete Nistmöglichkeiten bieten, je weniger kann man vom Tropfen auf dem heißen Stein sprechen. Und je mehr Hummelfreunde über ihren Garten hinaus auch zu Hummelschützern werden, umso effektiver wird dieses auch für den Fortbestand der Kreatur Hummel.
Als Fazit aller Antworten werde ich für das kommende Jahr meinen Zweiklappenvorbau auf eine Klappe ändern, wie es Hummelfreund Harry anrät. Mir leuchtet ein , dass im Loch der Eingangsklappe immer noch ein Einschlupf der Motten möglich ist. Ich hoffe meine Erdhummel kommt mit der Einklappenvariante zurecht. Dieses werde ich in der diesjährigen Saison erfahren. Auch werde ich die Anregung von Hummelfreund Harald realisieren, und die transparente Klappe entsprechend mit Kreppband bekleben. Oh Gott, jetzt habe wieder soviel geschrieben. Viele Grüße Bernd !

Re: Re: Re: Re:Nisthilfe besonders wichtig Stefan Lennertz 15.05.2006 09:36

Danke für die nette Zusammenfassung:-)
Nisthilfen sind Sinnvoll, keine Frage.

Die Anzahl der Hummeln in unserem Stadtteil ist sehr gering, und die Anzahl der Maßnahmen die Nistplätze vernichten sehr hoch. Nistkästen können hier als ausgleichsmaßnahme für die vielfältigen Eingriffe in die Natur angesehen werden, die den Tieren ihre natürliche Umgebung klauen. Die hohe Baudichte, sowie das"Markierungsverhalten" der Haus-oder Wohnungseigentümer (Sträucher weg, Wiese umgraben, Rasen säen, Hügel entfernen, Blumenbeet anlegen), sorgen dafür das es hier keine Erholung geben wird. Daher sehe ich es durchaus als realistisch an dass außer meinen Hummeln keine mehr existieren. Ergo sehe ich auch Nistkästen als Sinnvoll an, da sie wahrscheinlich in vielen Teilen Deutschlands die einzige Überlebensmöglichkeit für die Tiere darstellen. Hoffentlich ändert sich das Verhalten der Politik und der Bürger in diesem Land noch rechtzeitig.

Gruß,
Stefan

Re: Re: Re: Re:Nisthilfe besonders wichtig susanne 15.05.2006 11:04
Hallo Bernd,

deine Beobachtung der wilden Völker in deinem Garten spricht weder für noch gegen Kästen, denn die Völker waren letztes Jahr auch in den Kästen zum Teil arg gebeutelt. In meinen Kästen wurden auch nur wenige oder z.T. sogar gar keine Hummelköniginnen groß. Immerhin ein paar schöne Kuckuckshummeln. Ungünstige Witterungsverhältnisse haben sich da regional unterschiedlich stark ausgewirkt.
Für Kästen scheinen Wachsmotten außerdem einen besonders guten Riecher zu haben.
Ich finde wie Stefan auch, dass die Probleme der Hummeln eher durch generelle Maßnahmen als durch Kästen gelöst werden, wie gut die auch immer betreut werden. Die Kästen machen in erster Linie UNS, den Menschen Freude und vielleicht helfen sie auch den Hummeln ein bischen, bis wir hoffentlich insgesamt bessere Rahmenbedingungen geschaffen haben.
Meine 4 Kästen sind dieses Jahr alle leer geblieben. Ich finde es ein wenig traurig, allerdings mehr, weil derzeit trotz gutem Blütenangebot noch nicht mal zum Nektar tanken viele Hummeln da sind. Ich denke aber, das wird besser, denn es scheint ein paar wilde Nester zu geben. Und spätestens in den Trachtlücken sind dann alle bei mir, denn in meinem Garten blüht wirklich immer was. So werde ich also schon was zu gucken und die Hummeln was zu naschen haben...
Hummelige Grüße
Susanne

Re: Re: Re: Re: Re:Nisthilfe besonders wichtig Harry 16.05.2006 15:28

Hallo Susanne,
aus Deinen Kommentaren lese ich immer wieder heraus, das Nistkästen Dir nicht besonders wichtig erscheinen. Leider hat nicht jeder einen großen Garten um Trachtpflanzen zu kultivieren und ein großer Teil der Hummelfreunde hat eben nur die Möglichkeit den Hummeln eine Nisthilfe zur Verfügung zu stellen.
Es ist interessant sie zu beobachten wie sie mit einer Emsigkeit Pollen und Nektar in ihr Nest tragen.
Was spricht dagegen, das der Naturschutz UNS in dieser Form Spass macht?
Das die Hummelvölker in Deiner Nisthilfe nicht zur "Königsreife" gekommen sind, muss ja auch irgendwie einen Grund haben.
Wir sollten uns über jeden der sich im Hummelschutz angagiert freuen, ob er nun Trachtpflanzen sät, Pressearbeit macht, Nistkästen aufstellt oder beim NABU mitarbeitet.

hummlige Grüße :-)
Harry

Re: Re: Re: Re: Re: Re:Nisthilfe besonders wichtig susanne 17.05.2006 15:13
Hallo Harry,

zur Klarstellung: ich habe Nistkästen und ich hab sie sehr gerne im Blick, natürlich machen sie mir Freude. Diese Freude hat natürlich jeder Hummelfan und das sei auch allen von Herzen gegönnt.
Vor zwei Jahren hatte ich sehr gute Erfolge in meinen Kästen, insbesondere ein riesiges Erdhummelnest, das ich immer noch für Schulungszwecke verwende und viele Jungköniginnen, im letzten Jahr lief es eher schlecht, wie bereits in dem von Dir kommentierten Beitrag beschrieben.

Tatsächlich halte ich aber Nistkästen - wie Du ganz richtig erkannt hast - NICHT für die Einrichtung, die über den Fortbestand der Hummelpopulationen entscheiden wird. Dafür ist es viel wichtiger, ihre Lebensräume insgesamt zu erhalten und zu verbessern, sodass sie unsere zusätzliche Hilfe irgendwann hoffentlich gar nicht mehr brauchen.

Es tut mir leid, wenn Dich das ärgert. Natürlich ist jede Hilfe für Hummeln generell eine prima Sache. Ich versuche nur darauf hinzuweisen, dass man seine Energie neben den Nistkästen vielleicht auch etwas in die Lebensraumpflege stecken könnte.

Du hast recht, nicht jeder hat das Glück, einen Garten bewirtschaften zu können, auch für Hummelfans ohne eigenen Garten gibt es jedoch viele Möglichkeiten, was fürs bessere Trachtpflanzenangebot zu unternehmen:
- Eltern können in Schulen und Kindergärten für die Anlage eines hummelfreundlichen Gemeinschaftsgartens plädieren und dabei mitarbeiten,
- Jugendliche können sowas in ihrem Jugendzentrum anleiern.
- Auf eigenen Balkonen kann man auch was pflanzen,
- oder beim Grünflächenamt nachfragen, ob man eine Patenschaft für eine Grünfläche übernehmen darf und dort dann Stauden setzen und pflegen.
- Mieter (wie ich) können den Hauseigentümer fragen, ob sie die Gartenpflege übernehmen dürfen,
- manchmal gibt es auch ältere Mitbewohner in der Nachbarschaft, die es nicht mehr schaffen, ihren Garten zu pflegen und für ein bischen Hilfe dankbar sind. Wenn dann deren Garten mit der Zeit mehr Blühendes und weniger "Schwarzbrache" enthält wäre das doch schon ein Anfang.

Also nix für ungut

Susanne

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re:Nisthilfe besonders wichtig Harry 17.05.2006 22:41

Hallo Susanne,
in der Zielsetzung sind wir uns sicher einig, wenn Du meinen letzten Satz nicht überlesen hast ;-).
Jeder sollte das tun was er am besten kann.
Das Feld wie und wo man sich betätigen kann ist riesengroß. Dieses Forum führt speziell Hummelfreunde zusammen. Hummeln sind auch die
beliebtesten Sympatieträger bei den Hautflüglern und oft der Einstiegt um sich auch mit Wespen, Solitärbienen, Hornissen und der Natur überhaupt zu beschäftigen. Automatisch kommt man dann natürlich auf das Nahrungsangebot und das alles nur zusammen funktionieren kann wird einem schon klar.
Mir fiel nur auf, das in Deinen Beiträgen durchschimmerte.....kümmert Euch lieber um das Nahrungsangebot, als um Nistkästen.....
Ich lasse das ganz wertfrei so stehen und da wir für die gleiche Sache kämpfen, den Hummelschutz,
ist es doch prima überhaupt etwas zu bewegen.
Ich hoffe wir liegen mit unseren Ansichten nicht so weit auseinander um darüber eine Auseinandersetzung zwischen zwei Idiologien führen zu müssen.
Freude an lebendiger Natur verbindet.

Liebe Grüße Harry

Re: Re: Re: Re:Nisthilfe besonders wichtig Angelika L. 18.05.2006 09:09
Hallo ihr Lieben,

ich möchte auch noch etwas zu diesem Thema sagen: Ich glaube nicht, dass es jetzt noch ausreichen würde, wenn plötzlich überall ideale Bedingungen in der Natur für die Hummel herrschen würden. Ich bin zu der Überzeugung gelangt, dass die Hummeln es dann auch nicht ohne menschliche Hilfe schaffen würden. Sie sind einfach zu dezimiert.
Meine Erfahrungen haben mich zu diesem Ergebnis geführt. Wir wohnen in einer recht naturbelassenen Umgebung. Unser Garten hat viele wilde Ecken. Er grenzt an Wald, der ebenfalls ziemlich wild ist, mit jeder Menge Totholz, auch umgefallenen Bäumen mit hochgedrückten Wurzelballen, wir haben einige kleinere Obst- u. Heuwiesen, die wir - seit wir keine Schafe mehr haben - nicht mehr bewirtschaften, höchstens mal wucherndes Farnkraut abmähen. (Mein Traum ist, diese Wiesen mal umzugraben und mit Wildblumen zu besäen, aber das ist teuer)
Also eigentlich ideale Hummelbedingungen. Doch die Population nimmt von Jahr zu Jahr ab. Letztes Jahr habe ich lediglich im Frühjahr einige Königinnen gesehen, dann erst wieder im Herbst ein paar Ackerhummeln. Den ganzen Sommer, trotz reichlichem Trachtangebot im Garten, habe ich nicht eine Hummel im Garten gesehen. Nach fast fünf Jahren aktivem Hummelschutz habe ich jetzt erstmalig eine Hummel (Ackerhummel) in einem Kasten. Sicher, ein, zwei Baumhummelnester waren immer in unserer Hausverkleidung, aber trotzdem, es wird immer schlechter. Manchmal möchte ich die große Trommel nehmen, um die Menschen aufzurütteln. Das Verschwinden der Hummeln geschieht und kaum jemand bekommt es mit oder interessiert sich. Das finde ich schon schlimm. Bei meinen Presseveröffentlichungen erhalte ich einzelne Anrufe, meist von älteren Menschen, die sich Tipps holen, ob sie es umsetzen, weiß ich nicht. Es ist schon traurig, das mitanzusehen.
Wenigstens kann ich unsere Kinderschar sensibilisieren und hier und da Besucher.
Nachdenkl. Grüße, Angelika

gezielt auswildern? susanne 18.05.2006 10:47
Hallo Angelika,

dein Bericht macht traurig. Vielleicht müsste man in so einer Region genau nachforschen, welche Hummelarten hier vorher waren und nun auch wieder leben könnten und dann ein paar Völker gezielt auswildern. Das geht natürlich nur im Rahmen einer naturschutzfachlichen Überwachung und wissenschaftlichen Begleitung, aber wenn es gar keine nahe gelegenen Gebiete mehr gibt, aus denen eine Population z.B. der Waldhummeln o.ä. einwandern könnte, ist das wohl der einzige Weg.
Das wäre dochmal ein schönes Forschungsprojekt für Landschaftsplaner und Biologen.
Grüße
Susanne

Re: Re: Re: Re: Re:Nisthilfe besonders wichtig Stefan Lennertz 18.05.2006 11:53

Hallo,

Hummeln sind sehr selten geworden, dass sehe ich ähnlich, und wage sogar die Behauptung das Sie längst über die gesamte Bandbreite vom Austerben bedroht sind. Entscheident ist eben nicht nur eine Bestandsaufnahme die evtl. hier und da noch Hummelsichtungen bringt, sondern der Trend, und der geht uneingeschränkt in Richtung Vernichtung von Lebensräumen weiter. Hier deckt sich meine Annahme mit deinen Beobachtungen. Dennoch können ein/zwei funkionierende Hummelnester viele Junköniginnen hervorbringen, die bei reichhaltigem Nistplatzangebot und Rücksichtnahme im folgenden Jahr die Fortpflanzung sichern könnten.

Am besten find ich immer wenn mir einer Erzählen will was ich mache wäre ein "Eingriff in die Natur", dass zuzubetonieren von Tausenden von Quadratkilometern aber gleichzeitig nicht als solchen sieht.

Gruß,
Stefan

Re: Re: Re: Re: Re: Re:Nisthilfe besonders wichtig Angelika L. 18.05.2006 21:48
Ist dir das wirklich schon passiert? Die meisten bei mir reagieren mit, ist ja interessant und ansonsten Desinteresse mit zum Teil Gesichtern, aus denen man lesen kann: Sie hat einen Spleen. Aber ab und zu höre ich auch, das ist gut, was du machst. Angelika
Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re:Nisthilfe besonders wichtig Stefan Lennertz 19.05.2006 00:14

Ja, das ist mir schon passiert. Die Reaktionen sind eigentlich eher positiv interessiert, bis auf eine hysterische Mutter, und eine alte Bauern-Frau.

Gruß,
Stefan

Re: Re: Re: Re:Nisthilfe besonders wichtig Hans J. Wolter 27.05.2006 00:19

Lieber Bernd,
ich bin von Dir gründlich missverstanden worden. Was ich meinte, war, dass die Mühe, einen Nistkasten auszubringen, zumindest in diesem Jahr wohl umsonst war. Ich habe mir Gedanken gemacht, woran das liegen mag. Natürlich werde ich weiterhin sorgfältig gebaute Nisthilfen aufstellen. Allerdings bin ich der Meinung, dass Einfachstlösungen wie eingegrabene Tontöpfe und Plastikeimer dem Ziel des Hummelschutzes eher schaden als nützen.

Gruss - Hans

Re: Re: Re: Re: Re:Nisthilfe besonders wichtig Bernd 27.05.2006 19:18

Hallo Hans,
Missverständnisse sind dazu da, um ausgeräumt zu werden. Dein Schreiben hat dieses erbracht. Obwohl ich Realist bin, um zu wissen, dass die Hummelfreunde mit ihren Nistkästen auf ganz Deutschland gerechnet, ein verschwindend kleiner Beitrag zum Hummelschutz sind. Wie Stefan Lennertz ausführt, sind die Gründe vielfältig, die zur Dezimierung bis hin zum völligen Verschwinden so mancher Hummelart führen. Klar ist auch, wenn schon Nisthilfe angeboten wird, dann nur in bester Bauart. Einfachlösungen, wie von Dir und mir benannt, sind nicht tauglich. Ich freue mich immer wieder, wenn wir hier im Forum über unser gemeinsames Interessengebiet fachsimpeln können. So manchen Tipp und so manche Verbesserung habe ich hier schon entnommen.
Viele Grüße Bernd.

Habe ein Hummelnest im Meisennistkasten Ingrid 12.05.2006 17:56

Ich brauche Hilfe. Die Hummeln haben meine Meisen aus dem Nistkasten vertrieben (vielleicht sind sie auch schon ausgeflogen) und haben sich jetzt da breit gemacht.
Jetzt habe ich Angst, darunter weiterhin auf meiner Bank zu sitzen, weil ich über diese Tiere nicht viel weiss. Denn vor Bienen und Wespen habe ich gehörigen Respekt, da die mich gerne stechen. Kann mir einer sagen, wie ich mich verhalten soll, muss. Würde mir meine Angst nehmen. Danke schonmal im voraus.

Re: Habe ein Hummelnest im Meisennistkasten Manfred 12.05.2006 20:17

Hallo Ingrid,

bei den Hummeln handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um Baumhummeln (die haben einen braunen Rücken und eine weiße Hinterleibsspitze, und sind ansonsten schwarz).
Sie haben die Meisen nicht aus dem Kasten vertrieben sondern waren vor denen da. Eine Meise hätte den Kasten ohnehin nicht gerne genommen, da Hummeln nur dort in Nistkästen gehen, wo diese im Herbst nicht gesäubert wurden).
Wenn der Kastne hoch genug hängt, dass ein Mensch die Flugbahn nicht verstellen kannst, brauchst du gar nichts zu tun. Die Hummeln werden dich ignorieren. Ansonsten brauchst du nur aufzupassen, dass du nicht im Weg stehst.
Wichtig ist nur, dass du den Nistkasten nicht erschütterst, sonst werden die Tiere aggressiv und es kann zu Stichen kommen.
Auf deine Bank kannst du dich aber weiter gefahrlos hinsetzen. Ich selber habe bei mir gelegentlich Hummelstaaten auf der Terrasse und bisher ist es nie zu Konflikten gekommen.

Gruß aus HH
Manfred

Re: Habe ein Hummelnest im Meisennistkasten Stefan Lennertz 12.05.2006 21:08

Hallo,
Angst sollten Sie nicht haben, sie wäre weitestgehend unbegründet und ist in der Regel ein schlechter Ratgeber. Stechen können sie schon die Hummeln, tun es aber nicht. Sie sollten dem seltenen Besuch in Ihrem Garten eine Chance geben.

Sie wären nicht der erste Meisenkastenbesitzer mit Hummeln als Untermieter(übrigens habe ich noch nie gehört das eine Hummel eine Meise verjagt), bisher waren ale mir bekannten im Nachhinenin begeistert von dem Naturerlebnis.

PS: In unserem Forum bekommen Sie jederzeit kompetente Hilfe, falls sie im laufe der Nestgründung fragen haben sollten.

Gruß,
Stefan

Re: Re: Habe ein Hummelnest im Meisennistkasten Ingrid 13.05.2006 08:56

Vielen Dank, ihr habt mir schon geholfen. Werde fleissig in diesem Forum nach Tips suchen.

Baumhummel angesiedelt. Angelika L. 13.05.2006 22:53

Heute war die erste Baumhummelkönigin, sicher eine Rückkehrerin an unserem Haus zu sehen. Mittags interessierte sie sich intensiv für unsere drei Meisenkästen, konnte aber dann meiner herzlichen Einladung in einen Nistkasten nicht widerstehen. Nach zehn Minuten (Alexander siehst du :-).Siehe weiter unten ) öffnete ich den Kasten wieder und sie machte einen vollendeten Orientierungsflug. Ich habe sie dann aber den ganzen Tag nicht mehr gesehen, obwohl ich den Kasten ständig im Blick hatte, weil ich dort arbeitete.

Re: Baumhummel angesiedelt. Angelika L. 17.05.2006 11:10
Leider nicht wiedergekommen. Angelika
Re: Re: Baumhummel angesiedelt. Stefan Lennertz 17.05.2006 12:04

Bist Du sicher? Bei meinen beiden Nestern sehe ich die Tiere auch ganz selten, nur Gestern hab ich beide Königinnen einfliegen sehen.

Re: Re: Re: Baumhummel angesiedelt. Angelika L. 17.05.2006 15:27
Eigentlich schon, der Moosfaden war nie verschoben, seit gestern morgen habe ich den Mehltest laufen und da tut sich nichts. Bei uns ging es mit den Hummeln ja viel später los, als bei den anderen, deshalb hielt ich die Baumhummel auch nicht für verspätet. Erst vorletzten Sonntag habe ich eine Ackerhummel ansiedeln können, die auch auch fleißig aus und ein fliegt. Grüße, Angelika
Re: Re: Baumhummel angesiedelt. Manfred 17.05.2006 13:07

Da es für nestsuchende Baumhummelköniginnen sehr spät ist, handelt es sich vielleicht um ein Tier, welches sein Nest verloren hat. In diesem Fall kann der Kasten noch so attraktiv sein, die Königin sucht ein vorhandenes Nest, welches sie übernehmen kann.

Gruß aus HH
Manfred

RSS-Feed Alexander (Bombus-Admin) 15.05.2006 12:47

Hallo Hummelfreunde,

ich bastle ja immer gerne an der Homepage - und darum gibt es wieder was Neues: RSS-Feed.

Wer sich gerne mit einem Klick über aktuelle Meldungen von bombus.de informieren möchte - seien es Newsmeldungen, Forenbeiträge oder Tagebucheinträge - der sollte sich diesen Artikel (externer Link, nicht mehr verfügbar) mal durchlesen.

Es würde mich auch interessieren was ihr davon haltet - also schreibt hier im Forum, wie Euch dieses "moderne Zeugs" gefällt...

Alles Gute,

Alexander

Re: RSS-Feed Frank Hornig (www.hornissenschutz-bs.de) 18.05.2006 20:41

Hallo Alex,

habe das mit dem RSS-Feed jetzt mal ausprobiert und zwar über die Netvibes-Seite. Das gefällt mir ganz gut. Für mich wäre natürlich eine Zusammenstellung mit den Hornissenseiten von Dieter Kosmeier und dem Melanies Seiten (hymenoptera.de) optimal. Wenn die das jetzt auch noch anbieten würden, bräuchte ich nicht immer zwischen drei Seiten hin und her zu hüpfen, außer ich möchte was schreiben ;-)

Gruß
Frank.

Re: Re: RSS-Feed Alexander (Bombus-Admin) 18.05.2006 21:01

Hallo Frank,

Wenn die das jetzt auch noch anbieten würden,
bräuchte ich nicht immer zwischen drei Seiten hin
und her zu hüpfen, außer ich möchte was schreiben
;-)

Ja, genau! Das ist auch der Sinn und Zweck von RSS. Ich find's einfach genial, auch Netvibes. Ich aboniere mittlerweile schon über 20 Feeds / Nachrichtenkanäle.

Diese Technik ist derzeit groß im kommen. Man erkennt im Browser meist an einem orangen Symbol, ob die Seite solche Nachrichtenkanäle anbietet (je nach Browser)...

http://www.scienceticker.info/ (externer Link, nicht mehr verfügbar) ist auch noch recht interessant...

Alles Gute,

Alexander

Kaffee als mottenabwehr? torsten 15.05.2006 14:33

hallo liebe hummelfreunde!

ich würde gerne eure meinung oder erfahrungen mit diesem thema wissen. ich habe zwei schwegler-hummelkästen und bin heuer in meinem zweiten hummeljahr und lese immer eure berichte über die mottenklappen, da ich technisch nicht besonders gut bin und ich schon öfter gelesen habe das man mit diversen hilfsmitteln (lanvendel, oele, usw.)den geruch des hummelnestes überdecken kann, habe ich heuer meine nistkästen mit getrockneter minze aus meinen garten ( in das streu eingemischt) ausgestattet. nun bin ich auf die idee gekommen meinen kaffeesud in den eingangsbereich bzw. vorbau zu platzieren um den nestgeruch nochmehr zu überdecken.
beide kästen sind schon belegt und es sind schon die ersten arbeiterinen unterwegs.
hat jemand von euch erfahrungen mit diesen duftmethoden?
lg
torsten

Re: Kaffee als mottenabwehr? Harry 15.05.2006 15:33

Hallo Torsten,
die Idee der "Nestgeruch Überlagerung" ist schon mehrfach mit allen möglichen Duftstoffen probiert worden. Von Kaffee habe ich noch nichts gehört. Ich glaube es ist ein sehr aufwendiges Verfahren, denn der Geruch soll ja immer intensiv,frisch und stark den Nestgeruch überlagern.
Ein dauerndes wechseln gegen neuen Kaffeesatz stelle ich mir ziemlich arbeitsintensiv vor.
Für Deinen Kasten gibt es aber Wachsmottensperren zum nachträglichen Anbau.
Schau Dir doch mal die Seite von Armin Krenz an.
http://www.arminkrenz.de/
Dort siehst Du in einem Video wie sie funktioniert und kannst sie dort auch bestellen.
Gruß Harry

Hummeln auf dem Balkon - will sie nicht!!! Petra 15.05.2006 15:42

Hilfe! Auf unserem Balkon steht ein Baueimer mit alter Erde (seit letztem Jahr), und nun scheint sich ein Hummelnest darin zu befinden. Unser 2 1/2-jähriger Sohn hat heute darin herumgestochert, und kurz darauf kamen vier Hummeln (nehme jedenfalls an, dass es welche sind, oder können es auch "normale" Bienen sein?) und haben stundenlang die Löcher gesucht und wieder gegraben.
Ehrlich gesagt stört mich dieses Treiben auf meinem Balkon sehr. Wie werde ich die Tiere schnellstens wieder los?

Re: Hummeln auf dem Balkon - will sie nicht!!! Alexander (Bombus-Admin) 15.05.2006 16:39

Hallo Petra,

danke daß Du hier nachgefragt hast.
Es handelt sich bei Deinen Gästen um Solitärbienen, die in der Erde ihre Nesthöhlen graben und dort Eier ablegen.

Du brauchst keine Angst vor den Insekten zu haben. Nach 1-2 Wochen werden sie wieder verschwunden sein und dann kannst du den Kübel woanders hinstellen. Aber bitte nicht ausschütten, denn im nächsten Jahr werden daraus neue Solitärbienen schlüpfen.

Nutze die Gelegenheit damit Du und Dein Sohn ein wenig von der Natur lernen könnt. Nicht jeder bekommt die Chance die friedlichen und absolut harmlosen Solitärbienen so schön beobachten zu können.

Lehre Deinen Sohn, nicht mehr darin rumzustochern sondern Achtung und Ehrfurcht vor dem Leben zu haben - auch wenn es einen vielleicht auf den ersten Blick als "Unangenehm" erscheinen mag.

Habe den Mut Dich auf Neues einzulassen und nutze die Chance! Es ist wunderbar, die Solitärbienen beobachten zu können. Es ist ein Geschenk!

Und ohnehin in wenigen Tagen bist Du sie ja dann los - aber die Erinnerung daran könnte Deinem Sohn ein Leben lang helfen, Achtung und Ehrfurcht vor der Natur zu haben.

Oder Du schüttest den Kübel jetzt einfach aus, vernichtest die Bienen und zerstörst ihre Eier, tötest sie ab. Aber denke daran, unsere Kinder lernen nur aus dem Verhalten das wir vorleben. Und was würde Dein Sohn daraus lernen? Alles, was einem nicht in den Kram paßt zu vernichten?
Ob das die richtige Lehre ist und ob Du so etwas Deinem Kind beibringen willst mußt Du selber entscheiden.

Alles Gute,

Alexander

Re: Re: Hummeln auf dem Balkon - will sie nicht!!! Petra 15.05.2006 22:37

Mein Sohn Jakob hat ganz schön Ehrfurcht vor den fliegenden Dingern - hab ich ihm doch gesagt, dass die stinkesauer waren, weil er ihre Löcher zugemacht hatte. Steht er also neben dem Kübel und schreit das Tier an: "Loch suchen, Nest bauen, wieder rauskommen!"

Also, es sind etwa mindestens zwei Löcher, die anscheinend ständig bewohnt sind. Die Tiere haben Blütenstaub an den Beinen, klettern kopfüber in den Gang und rückwärts wieder raus. Die Tiere sind kleiner als Honigbienen und runder und behaarter - von den Fotos her, die ich hier im Netz finde, sehen sie aber nicht wie "Solitärbienen" aus. Die eine hat nen gelben Streifen, die andere ist schwarz - und dann hab ich aufgehört, in den Kübel zu starren.

Kann ich die Erde denn irgendwohin schütten (also nicht in den Müll), wenn die Tiere geschlüpft sind?

Re: Re: Re: Hummeln auf dem Balkon - will sie nicht!!! Stefan Lennertz 15.05.2006 23:20

Die Solitärbienen, darum handelt es sich bei euch eindeutig, schlüpfen nicht sofort. Wenn Du die Tiere
nicht töten möchtest solltest Du ihn einfach irgentwo hinstellen, aber nicht ausschütten. Könnte durchaus ein Jahr dauern! Oder evtl. Eimer plus Bienen an einen Bienenfreund abgeben? Du bekommst bestimmt auch einen neuen Eimer dafür.

Gruß,
Stefan

Ausgang verstopft Andreas Bohm 15.05.2006 20:42

Hallo, bei meinen beiden Erdhummelvölkern haben die ersten Arbeiterinnen den Ausgang mit Kleintiestreu völlig verschlossen. Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht? Kommen die Hummeln trotzdem raus oder muss ich nachhelfen und die Röhren freilegen?

Unwissende Grüße aus Schl-Hol.
Andreas

Re: Ausgang verstopft susanne 16.05.2006 11:43
Hallo Andreas,

meine haben das vor zwei Jahren auch mal gemacht. Da sie im Schweglerkasten definitiv keine Chance haben, einen anderen Ausgang zu graben, habe ich dann halt frei geräumt. Sie waren auch ganz zufrieden mit meinem "Putzdienst", haben natürlich erstmal gemault. Pass auf, wenn Du mit den Fingern reinbohrst. Da kann dann am Ende der Streu ein stechbereiter Hummelhintern auf den Finger warten. Wenn die sich zugemüllt haben und nicht mehr rauskommen sind sie halt schon ein wenig aufgeregt/genervt und du kommst ihnen dann gerade recht. Also lieber ein Bambusstöckchen nehmen, wenn Du nix sehen kannst und ganz vorsichtig rauskratzen, nicht rein.
Solltest Du Erdnester haben, also echte, ohne Nisthilfe, kann es auch sein, dass die einen neuen Ausgang buddeln. das würde ich dann ertsmal beobachten, aber nicht länger als 1 - max. 2 tage, der Nektarvorrat reicht sonst nicht lange genug.
Viel erfolg
Susanne

Bestimmung: rot-orange Hummel aus Italien Birgit 16.05.2006 13:24

Hallo,
habe in Italien (Mittelgebirge) eine Hummel gesehen, deren Rücken komplett rot-orange gefärbt war. Farbe wie Erdhummel, aber kein bißchen schwarz auf Thorax und Abdomen. Habe leider kein Foto, sie waren zu schnell. Kennt jemand diese Art ?
Birgit

Re: Bestimmung: rot-orange Hummel aus Italien Birgit 17.05.2006 12:58

Hallo,

Hätte gleich etwas genauer in mein Parey/Chinery schauen sollen. Dort steht: Bomus pascuorum: "im Süden häufig Fuchsrot". Das wird sie sein.

Birgit

Hummeln im Haus Ashara 17.05.2006 08:31

Hallo,
wir bewohnen ein altes Fachwerkhaus in der Eifel. Seit Jahren haben wir Hummeln, welche weiss ich leider nicht, im Fachwerk.
Ich dachte immer sie überwintern dort, weil im Frühjahr sich des öftern einige im Badezimmer und im Ostzimmer verirren, sie sind dann immer sehr *lahm* ich nehme sie dann in die Hand und trage sie raus.
Diese oder nächste Jahr möchten wir weiter ausfachen, was mach ich dann mit dem Nest? Ich möchte sie gerne erhalten, kann ich das Nest am Haus integieren oder sollte ich sie umsiedeln? Und wenn ja, wann ist die beste Zeit dazu?

Re: Hummeln im Haus Stefan Lennertz 17.05.2006 09:33

Hallo,

Hummeln lassen sich eigentlich recht einfach bestimmen, entweder auf Bombus.de unter "Hummelarten" oder auf http://www.aktion-hummelschutz.de/kinder/hummelarten.html .

Den Hummeln könnte man bestimmt helfen. Wann soll der Umbau den geschehen?

Gruß,
Stefan

Re: Hummeln im Haus Angelika L. 17.05.2006 11:07
Ob es sich um Hummeln handelt, könnte auch schon an der Nistart feststellbar sein. Hummeln überwintern nicht im Nest. Das Nest stirbt im Spätsommer bis Herbst, je nach Art, ab. Lediglich die neugeschlüpften Königinnen überwintern. Dazu suchen sie sich ein Plätzchen in der Erde.

Solitärbienen, von denen manche Hummeln ähnlich sind, nisten gerne im Lehmfachwerk, d.h. sie legen im Lehm Brutlöcher an, legen dort ihre Eier mit einem "Lebensmittelvorrat" ab und verschließen diese Löcher wieder. In jedem Frühjahr beginnt das Spiel aufs Neue, die jungen Bienen schlüpfen und sorgen für Nachwuchs.
Empfehlenswert ist auch die Seite Wildbienen.de.
Raten könnte man erst, wenn die Art feststeht.
Grüße, Angelika